Darwin - Alice Springs - Perth - Reisebericht von aendiraendi bei triplib.

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aendiraendi
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2. Teil der Reise

Darwin


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Ankunft

Der Flug war eigentlich recht kurz. Ausserdem hatte ich fuer Darwin ja schon einen Reisepartner. Matthias, ein Metzgermeister aus Dresden hatte ich im Hostel in Cape Tribulation kennengelernt, in Cairns wiedergetroffen und festgestellt, dass wir den gleichen Flug nach Darwin hatten. Da wir uns gut verstanden, beschlossen wir, uns gemeinsam nach einer Tour fuer den Kakadu Nationalpark umzusehen. Am Flughafen taten wir uns noch mit 3 anderen zusammen um mit dem Taxi zum Hostel zu fahren - das war billiger und komfortabler als mit dem Shuttlebus. Unsere Dingo Moon Lodge war klein und nett, nur die Matratzen viel zu weich. Man konnte das Metallgitter durch die Matratze spueren. Als wir uns ein bisschen in der Stadt orientierten, wurde es auch schon dunkel. Zum Abendessen gabs Fisch direkt an der Hafenpromenade.
Darwin ist eigentlich gar nicht mal so schlecht, wenn auch nicht wirklich aufregend. Es gibt zwei Hauptstrassen, auf denen das Darwiner Leben stattfindet, zumindest das Leben, was man als Tourist mitkriegt. Auch Darwin hat keinen Stadtstrand, aber der Hafenbereich wurde neu gestaltet, mit Schwimmbecken, Wiesenflaechen und schicken Wohnanlagen.
Am zweiten Tag machten wir uns auf die Suche nach einer bezahlbaren Tour in den Kakadu Nationalpark. Leider waren die Preise fuer die Touren alle sehr hoch. Nach getaner "Arbeit" trafen wir uns im Hostel mit ein paar anderen und besuchten gemeinsam das Museum of the Northern Territory. Dort gab es u.a. ein Austellung mit Aboriginies-Kunst. Ausserdem noch vieles ueber Krokodile, praeparierte Tiere, die in Nordaustralien vorkommen und eine Ausstellung ueber den Hurrikan Tracy, der in den 70er Jahren die Stadt Darwin voellig zerstoerte. Beeindruckend war dabei eine Dunkelkammer, in der man nur das Donnern und Pfeifen eines Hurrikans hoerte. In einem angeschlossenen Gebaeude konnte man noch etwas Seefahrtsgeschichte schnuppern. Dort gab es aufgebockte Schiffe, die in den letzten 2-3 Jahrhunderten auf den Meeren rund um Australien und Suedostasien unterwegs waren - zum Teil abenteuerliche Konstrukte.
Nun ging es weiter zum Eastpoint, einem kleinen Naherholungsgebiet mit Straenden und Wanderwegen und einem Aussichtspunkt, von wo aus man die fuer Darwin beruehmten Sonnenuntergaenge anschauen konnte. Der Fussweg dorthin war allerdings etwas laenger als geschaetzt und es hatte auch bestimmt 35 Grad. Trotzdem war es ein schoener Spaziergang. Den wirklich wunderbaren Sonnenuntergang schauten wir allerdings vom Strand aus ein Stueck zurueck an. Die Sonne erscheint hier irgenwie groesser als bei uns und die Rottoene sind fantastisch.
Abends gehen hier alle Backpacker ins Vic, wo es ein gar nicht mal so schlechtes Essen umsonst gibt, wenn man ein Getraenk kauft.



Mehr Bilder aus Darwin

Litchfield Nationalpark

Um 7 wurden wir abgholt. Erst kamen wir an etlichen Mangofarmen vorbei (wie gesagt meine neue Lieblingsfrucht). Unser erster Stopp war dann am Adelaide River um eine einstuendige Bootsfahrt zu machen, bei der Krokodilet mit Huehnchen angelockt werden und dann aus dem Wasser schnellen, um danach zu schnappen. Hoert sich spektakulaer an, war aber dann gar nicht so spektakulaer. Es war zwar erstaunlich, wie weit die Kroks sich aus dem Wasser hieven koennen, aber das war mehr ein klettern als ein schnellen. Dann ging es ziemlich lange durch immer gleiche Eukalyptuswaelder. Dazwischen sahen wir schon meterhohe braune Tuerme - Termitenbauten - bei denen wir dann auch stoppten. Hier kommen vor allem 2 Termitenarten vor, die Cathedral-Termiten, die sehr hohe, gotisch wirkende Behausungen bauen und Magnetic-Termiten, die ihre Bauten aufgrund eines eingebauten Kompasses immer in die gleiche Himmelsrichtung ausrichten. Dadurch erzielen sie die optimale Waermeeinstrahlung durch die Sonne.
Schliesslich erreichten wir unseren ersten Badestopp, Wangi Falls, ein wunderschoener See, umgeben von einer Felswand mit 2 Wasserfaellen und tropischer Vegetation. Zwar konnte man auch wunderbare Fotos machen, da aber die 35 Grad Marke schon laengst ueberschritten war, war das eigentlich tolle das erfrischende Bad und die Dusche unterm Wasserfall. Die schoen gelegenen Florence Falls schauten wir nur von oben an, aber das Buley Rockhole war dann unser Ziel fuer einen laengeren Badestopp. Ein bisschen Paradies, wie sich das Wasser eines Baches von einem Pool zum anderen ergiesst und man sich ebenfalls von Pool zu Pool "arbeitet".


Einmal durch den Kakadu Nationalpark gerauscht

Um 7 holte uns diesmal kein Bus, sondern ein Landrover mit 9 Sitzplaetzen ab. Zuerst durften wir die bekannte Jumping-Croc-Tour nochmal machen. Dann folgte erst einmal ein lange Fahrt zum Hintereingang der Kakadu-Nationalparks, durch die schon bekannten ewig gleichen Eukalyptuswaelder. Die erste Rast erfolgt in Sichtweite eines Billabongs. Billabongs sind Wasserloecher, die auch noch in der Trockenzeit Wasser fuehren und deshalb eine Sammelstelle fuer Tiere sind. Die vielen Voegel sahen wir also nur von Weitem, ebenso einige Wildpferde. Nach einem weitern Stueck Fahrt ueber Dirtroads ging es dann eine gute Stunde zu Fuss weiter, an einem Fluss entlang immer bergauf, bis wir am Maguk Pool (alter Name: Baramundi Gorge) anlangten. (Baramundi ist ein sehr beliebter Fisch in Australien, auch schon bei den Aboriginies frueher, und Gorge bedeutet "Schlucht"). Unterwegs konnten wir schon vieles ueber Pflanzen des Kakadu Nationalparks lernen und fuer was die Aboriginies sie benutzten, sofern es einem gelang, dem Tempo unseres Fuehrers zu folgen. Der wartete naemlich immer nur auf die ersten paar Leute, wenn man unterwegs ein Foto machte, war man schon wieder hintendran. Das war ein bisschen schade, aber ehrlich gesagt ist das immer schon ganz interessant, aber merken kann man sich das meist sowieso nicht. Leider hat auch von den anderen keiner mitgeschrieben.
Wie gesagt stand unser erster Badestopp an. Dazu sprangen wir erst mal 2 Meter tief in ein kreisrundes Loch. Im Wasser musste man dann ein gutes Stueck runtertauchen um unter dem Felsen zur eigentlichen Schlucht durchzutauchen. Ich hatte etwas Angst um meine Kontaktlinsen, aber es ging. Dave, unser Fuehrer hatte richtig Spass daran uns die besten Sprung- und Tauchstellen zu zeigen und sprang auch selbst von Felsvorspruengen und tauchte durch schmale Felsdurchgaenge. Einen habe ich ausgelassen, der einfach zu lang um ihn blind (wegen der Kontaktlinsen) zu tauchen, aber sonst hat es super Spass gemacht und etwas Adrenalin war garantiert, wenn man von einer Felswand 7 m in die Tiefe springt oder in eine schmale Hoehle taucht (die aber auch nach 2,3,4 Metern wieder an die Oberflaeche fuehrt). Aber auch das Schwimmen durch die Schluchten zwischen den golden schimmernden Felsen war toll.
Schliesslich ging es weiter, bei 39 Grad , tropischer Luftfeuchtigkeit und begleitet von laestigen Fliegen, zum Fuss der Baramundi Gorge, wo sich ein See befindet, der normalerweise von einem Wasserfall gespeist wird. Auch hier konnte man, eingeramt von bestimmt 100m hohen, senkrecht abfallenden Felswaenden vor der Hitze und den Fliegen ins Wasser fluechten. Unser Fuehrer wusste auch hier, wo man springen konnte, allerdings folgte ihm niemand so hoch, wie er dann sprang.
Schliesslich ging unsere Wanderung dann auf der anderen Seite des Fluesschens wieder zurueck zum Auto.
Nun gings zum Yellow Water Billabong um dort den Sonnenuntergang zu geniessen und Tiere zu beobachten. Man sieht einige Voegel, aber die meisten Tiere verstecken sich gut. Ein Krokodil bewegte sich ebenfalls in Richtung der Enten, bekam aber nichts ab. Nach Sonnenuntergang gab es endlich die dringend notwendige Dusche auf einem Campingplatz und wir bezogen unser Buschcamp, das etwas vom Campingplatz entfernt lag. Das Camp war ein permanent stehendes Zelt, mit Betten, Tisch und Kochgelegenheit. Heute sollte es mein erstes Kaenguru-Steak geben, das auch standesgerecht ueber dem Lagerfeuer gegrillt wurde. Kaenguru schmeckt ziemlich stark nach Wild und Leber, hab mir aber sagen lassen, dass es auf die Zubereitung ankommt und auch nicht so streng schmecken kann. Nach dem Essen sass die ganze Gruppe schoen bei Bierchen ums Lagerfeuer und versuchten uns an Daves Didjerido.
2. Tag: Wie bei solchen Touren ueblich ging es frueh los, also 6 aufstehen. Unser erstes Ziel waren die Jim Jim Falls. Dahin fuehrt eine Piste, die wirklich nur mit Gelaendewagen zu befahren ist und wir wurden dementsprechend durchgeschuettelt. Dann ging es aehnlich wie am Tag zuvor eine oder zwei Stunden zu Fuss weiter, ueber Felsen und immer weiter zu dem Becken, das von 200m hohen Felswaenden eingerahmt ist und das in der Regenzeit von den Jim Jim Falls gespeisst wird. Auch ohne Wasserfall war das ganze aber sehr beeindruckend. Natuerlich wurde auch hier erst mal geschwommen. Bilder machen war etwas schwierig, da alles so gross war. Nach einer Weile machten wir uns auf den langen Weg nach Ubir, ein sehr beruehmter und oeffentlich zugaenglicher Ort, wo man alte Felsmalereien der Aboriginies sehen konnte, die vielleicht ein paar tausend, vielleicht auch nur 100 Jahre alt sein koennen. So genau weiss man das nicht oder wollte es uns nicht sagen. Aber es war eine ewig lange Strecke zu fahren und immer durch die ewig gleichen Eukalyptuswaelder.
Zu sehen in Ubirr sind vor allem Felsmalereien von Fischen und anderen Tieren, die je nach Stil verschiedenen Epochen zugeordnet werden koennen. 3 Epochen werden unterschieden. Auf jeden Fall fand ich das schon sehr interessant und war deshalb etwas enttaeuscht, dass wir so schnell durch alles durchgerauscht sind. Haette gern etwas mehr Zeit hier verbracht. Das Gelaende um Ubir war uebrigens Schauplatz des ersten Crocodile Dundee Films und Dave zeigte uns noch die ganzen Schauplaetze, die im Film zu sehen sind und die ich natuerlich digital verewigte. Muss dringend mal wieder Crocodile Dundee anschauen.
Leider gins dann schon wieder zurueck nach Darwin, mehr als 350 km.

Unsere Gruppe war gut, wenn auch keine lebenslangen Freundschaften entstanden. Mit Matthias verstand ich mich gut, nur war er leider Australien gegenueber schon sehr negativ eingestellt. Vieles gefaellt ihm hier nicht und er hat auch kein gutes Gefuehl dabei, dass seine Freundin auch hier in Australien ist, aber viel laenger als er bleibt und im Moment an der Ostkueste arbeitet. Das machte es mir etwas schwer, alles zu geniessen. Gluecklicherweise aenderte er aber seine Einstellung nach einiger Zeit.

Alles in allem war Darwin/Kakadu Nationalpark/Litchfield interessant, aber nicht gerade das Highlight meiner Reise. Vielleicht haette ich ne Tour finden muessen, die mehr Wert auf Begegnung mit Aboriginal-Kultur legt, aber das weiss man erst im Nachhinein. Litchfield war zwar sehr schoen, aber eigentlich reicht einer von beiden Nationalparks, wenn man sich nur kurz in der Gegend aufhaellt. Und fuer einen laengeren Aufenthalt bin ich nicht geschaffen - drueckende Hitze mit hoher Luftfeuchtigkeit und massenweise Fliegen, die einem immer auf die Lippen oder die Augen fliegen und keine Ruhe geben. Ja, man gewoehnt sich daran, wenn man muss, aber man muss ja nicht. November war zugegenermassen auch nicht die ideale Reisezeit, Juli\/August sei besser.


Roadtrip: Von Darwin nach Alice Springs

Die Weiterreise gestaltete sich als nicht ganz einfach. Touren waren fuer die naechsten 10 Tage ausgebucht und Mitfahrgelegenheiten ergaben sich gerade nicht, jedenfalls nicht fuer 2 und Matthias wollte ja in die gleiche Richtung. Schliesslich fanden wir einen bezahlbaren Mietwagen, den wir die folgenden 3 Tage 1700 km auf dem Stuart-Highway nach Sueden fuhren und auch als Wohnung nutzten.
Ich glaube es waren ungefaehr 1000 km bzw 2 Tage, die durch Eukalyptuswaelder und Buschland fuehrte. Ungefaehr bis Tennant Creek. Das nervt mit der Zeit, weil man halt auch nicht mal weit schauen kann. Immer nur Buesche und Baeume links und rechts.
Am ersten Tag kamen wir abends am Katherine Gorge Nationalpark an und unternahmen die kleine einstuendige Wanderung entlang der Schluchtklippen, die eine halbe Stunde dauerte (die Laufzeiten in Australien sind glaub ich immer fuer Rentner mit Gehhilfe angegeben). Die Schlucht, in der ein breiter Fluss von steil aufragenden Felswaenden gesaeumt wird, ist wunderschoen. Am naechsten Tag wollten wir darauf paddeln. Von oben sahen wir unten im Fluss ein Suesswasserkrokodil schwimmen. Die sind uebrigens fuer den Menschen harmlos und klein. Ausser sie muessen ihre Nester verteidigen. Auf der Suche nach einem Schlafplatz fanden wir bei Katherine heisse Quellen, die wohl bei den Einheimischen sehr beliebt sind. Jedenfalls badeten hier viele Einheimische im Dunkeln. Wir natuerlich auch. Thermalbad im Dunkeln. Am naechsten Morgen waren wir hier nochmal und wie das dann bei Tageslicht aussah verschweige ich hier lieber mal.
Schliesslich suchten wir uns etwas ausserhalb einen Schlafplatz. Um richtig zu schlafen war es aber viiieel zu heiss, auch mitten in der Nacht.
Am naechsten Morgen mieteten wir uns fuer einen halben Tag ein Kanu. Mit dem Kanu durch diese Schluchten zu paddeln, unberuehrte Natur, fuhlte sich wirklich wie in einem Indianerfilm an. Irgendwo bei Winnetou hab ich so was schon mal gesehen. Unerlaubterweise paddelten wir auch noch die 2. Schlucht bis zum Durchgang zur 3. Schlucht. Eigentlich durften nur die weiterpaddeln, die das Kanu einen ganzen Tag gemietet hatten. Die durften dann bis zur 5. Schlucht. Man musste naemlich nach der ersten Schlucht das Kanu wechseln oder das eigene ueber Felsen ruebertragen. In der 2. Schlucht wurde es erst richtig gut. Sollte mal jemand hierher kommen - auf jeden Fall einen ganzen Tag oder mehrere Tage mieten, wenn man Campingausruestung dabei hat.
Nach Katherine ging es gewohnt langweilig weiter, durch endlos gerade Strassen, Buesche... bis Mataranka, wo wir bei weiteren heissen Quellen eine Rast einlegten. Als wir einen weiteren Tank- und Raststop beim beruehmten und abgefahrenen Daly Water Roadhouse einlegten wurde es schon fast Abend. Der Roadhouse Pub ist wirklich urig: die Waende voller Banknoten, Ausweise, Klamotten, Unterwaesche... Jede Wand oder Waescheleine scheint ein Thema zu haben... Wir unterhielten uns dort mit einem franzosichen Paerchen, dass es vor kurzem aufgegeben hat, ein permanenter Bewohner Australiens zu werden. Die Buerokratie gewinnt wohl auch in Australien die Oberhand.
wir schafften noch etwa 200 km, aber dann suchten wir uns einen Schlafplatz. Es ist nicht so ratsam im Dunkeln zu fahren, zu viele Kaengurus huepfen ab Abends ueber die Strasse. Schlafen gelang etwas besser, da es nachts hier schon etwas mehr abkuehlte. Das Klima war nicht mehr so tropisch.


Tennant Creek

The roadtrip goes on

Die Sonne weckte uns und wir machten unsere letzten 100 km bis Tennant Creek, eine Minenstadt und richtige Outbacksiedlung. Also eigentlich gab es hier nichts, wofuer es sich zu leben lohnte, wie wir beim Fruehstueck auf einer Parkbank mit Tisch und gutem Blick die Hauptstrasse entlang feststellten. Ab und zu kam mal ein Roadtrain entlang, diese ueber 50 m langen Trucks mit bis zu 16 Achsen. Bloederweise hatte ich gerade keine Energie mal ein Foto von einem dieser Roadtrains zu machen. Den ganzen folgenden Tag versuchte ich es naemlich vergebens - entweder wir sahen den Truck zu spaet um rechtzeitig anzuhalten, oder wir hielten an und es war nur ein Truck mit einem Anhaenger.
Aber zurueck zu Tennant Creek. Nach und nach kam etwas Leben auf die Strasse, ein paar Cowboys, aber vor allem Aboriginies, die vor dem Supermarkt herumhingen oder schon am fruehen Morgen alkoholisiert wirkten. Wir hatten schon in Darwin viele Aboriginies gesehen (an der Ostkueste ja kaum), aber leider ist das ein recht trauriger Anblick, denn die Aboriginies, die man in den Staedten auf der Strasse sieht, sind haeufig alkoholiisert und laut und poebeln herum. Haeufig sind es Menschen, die von ihrer Komune verstossen wurden und dort nicht mehr leben duerfen. Eigentlich ist es ja deren Land und wir ihre Gaeste, und eigentlich sollte bei der Begegnung mit dieser uralten Kultur etwas Bewunderug mitschwingen. Aber wenn man ihnen auf den Strassen begegnet, besoffen und/oder derb, kommt so ein Gefuehl nicht auf, sondern man ist vorsichtig und etwas angeekelt. Dabei liegt die Schuld fuer ihre Verfassung bei den Weissen, die Lebensraeume und Traditionen zerstoert haben. Es ist aber bei Weitem nicht so, dass alle Aboriginies so leben. Viele leben in ihren intakten Kommunen, die aber fuer den Reisenden nicht so sichtbar sind, genauso wie die vielen angepassten Aboriginies, die in Staedten leben und ganz normalen westlichen Berufen nachgehen.

Nun sassen wir da also beim Fruehstueck und fuhren dann zu einer ehemaligen Goldmine, die jetzt eine Schaumine ist. Die Fuehrung von einem ehemaligen Minenarbeiter war sehr interessant und fuehrte durch einen der oberen Stollen. Unser Guide konnte viel von der Arbeit in der Mine (bei 55 Grad) aus erster Hand erzaehlen.
100 km nach Tennant Creek erreichten wir die Devils Marbels, die Murmeln des Teufels. Bei den Aborigines galten diese runden Felsen, die in abenteuerlichen Winkeln zueinander stehen und tolle Fotomotive abgeben, als die Eier der Regenbogenschlange. Wir verbrachten hier bestimmt 2-3 Stunden und manchten viele viele Fotos. Auch Matthias war wie gesagt kaum mehr negativ und voll in seinem Fotografier-Element. Dann ging es weiter und unser Tank reichte gerade noch bis Alice Springs, wo wir am Abend ankamen.


Alice Springs

Zentrum des Outbacks

Als wir schliesslich einen Parkplatz gefunden hatten und zum ersten Mal durch die Fussgaengerzone von Alice Springs liefen, praesentierte sich die Stadt von ihrer besten Seite. Ein alle 2 Wochen stattfindender Sonntagsmarkt fand gerade statt und bot vor nett herausgeputzten Haeuserfassaden Souvenirs, Buecher, Kunst, Essen und anderen Krimskrams an. Alice Springs lebt inzwischen schon sehr vom Tourismus und dementsprechend ist die Stadt hergerichtet. Ich schaute mir das ganze in Ruhe an, waehrend Matthias seine ueblichen stundenlangen Gespraeche mit seiner Freundin fuehrte. Ausserdem versuchte er an einer oeffentlchen Steckdose in einem Seitenpark sein Laptop wieder aufzuladen. Dies war den ueberall patrolierenden Polizisten gar nicht recht, denn sie hatten immer das Gefuehl, sie muessten auf ihn aufpassen, denn auch hier gab es viele Aboriginies, die auf der Strasse lebten und sich rund um den Park aufhielten. Auch wenn man normalerweise nicht viel zu befuerchten hat ist ein Tourist mit Laptop bei Daemmerung allein im Park nicht wirklich eine gute Idee und so wurde Matthias von den Polizisten freundlich gebeten, doch nicht mehr so lange zu machen.
Es war ja auch mal wieder Zeit einen Schlafplatz zu suchen, unser letzter im Auto.


MacDonnell Ranges

Erste Aufgabe nach dem Aufstehen war, eine Tour zum Uluru fuer den naechsten Tag zu buchen, was recht schnell ging. Den Mietwagen hatten wir ja noch und nutzten ihn, in die westlich von Alice gelegene Bergkette, die MacDonnell Ranges zu fahren. Erster Stopp waren die Ochre Pits, verschiedenfarbig geschichtetes weiches Gestein, Ocker, das die Aboriginies auch heute noch als Farbenquelle fuer ihre Zeremonien nutzen. Dann weiter zu einem Aussichtspunkt, wo man einen schoenen Blick auf die umliegenden Bergzuege hatte. Links und rechts sieht man jetzt die typisch rote Erde Australiens (eigentlich schon seit Tennant Creek). Die Australier muessen eigentlich nur eine Handvoll Erde aufheben und koennen es als Eisenerz verkaufen.
Nicht weit vom Aussichtspunkt war das Glenn Helen Waterhole, genau das richtige bei der Hitze. Wir hatten bestimmt wieder an die 40 Grad und das war endlich mal keine warme Quelle sondern schoen kuehl. Hier lernten wir ein paar Leute kennen, die mit Sebastian, einem australischen Reiseagenten unterwegs waren und die ich dann ein paar Tage spaeter wiedertraf. Weiter gings zur Orniston Gorge, wo man aber nicht schwimmen konnte. Besonders schoen fand ich den letzten stopp, Ellery Creek. Man schwamm dort ueber einen kleinen See und befand sich dann in einem Durchgang zwischen hohen, spektakulaeren Felsen. Auf Bildern kommt das leider kaum rueber. Dann hiess es Mietwagen abgeben und ins Hostel einchecken. Leider die gleiche Matratzenmarke wie in Darwin, Metallgestell gruesst Ruecken.


Ayers Rock


Mehr Bilder aus Ayers Rock

14. November 2009

Nachdem es mir morgens um 5.30 Uhr doch noch gelungen ist, den Weiterflug nach Perth zu buchen - am Abend zuvor hatte das Internet nicht funktioniert - konnte ich beruhigt um 6.00 Uhr meine 3taegige Tour zum Uluru, Katja Tjiuta (Valley of the winds) und Watarrka (Kings Canyon) antreten. erst mal mussten wir 3-400 km ueberbruecken, was im Halbschlaf auch gut gelang. Schliesslich erreichten wir als erste Station Kings Canyon (bei den Aboriginies Watarrka genannt). Auf einer 3stuendigen Wanderung und Temperaturen, die sich bereits morgens ueber der 30 Grad-Marke befanden, erkundeten wir diese Schlucht und die Wanderung hat sich wirklich gelohnt. Tolle Ausblicke auf die Schlucht, bizarre Felsformationen...
Die Gruppe passte auch ziemlich gut, niemand der alle anderen nervte oder warten liess, was wohl nicht immer selbstverstaendlich ist. Matthias war ja auch dabei und ansonsten unterhielt ich mich viel mit einem Mexikaner, einem Franzosen und einer Hollaenderin (saemtliche Namen schon wieder vergessen, es sind einfach zu viele Namen auf so einer Reise). Unsere Fuehrerin Sasha war auch sehr gut, wenn sie auch viel zu viel auf "tut dies nicht und lasst das und passt auf..." Wert legte. Also dass man keine Stoecke aufheben sollte, die sich bewegen waere als Witz ja OK gewesen, aber nicht als ernsthafter Hinweis.
Nach dem Kings Canyon ging es auf eine weitere lange Busfahrt, bis wir aus der Entfernung den ersehnten Uluru (Ayers Rock) sahen. Pustekuchen, es war der falsche Uluru. Ein Berg namens Mount Connor, der aber aus der Ferne wie Uluru aussieht, aber kein Monolith und viel heller ist. Noch bei Tageslicht erreichten wir den Ort, an dem wir lagern sollten, halfen beim Essen kochen und rollten unsere Swags aus, in denen wir die Nacht schlafen wuerden. Swags sind ueberdachte, wasserdichte Matratzen, fast Minizelte. Einfach aus- und wieder einzupacken. Also ziemlich praktisch fuers campen und auch ziemlich komfortabel. Hab jedenfalls bequem und gut geschlafen - nach Lagerfeuer und Bierchen, leider ohne Gitarre, aber bei wunderschoenem Sternenhimmel.


2. Tag Kata Tjuta und Uluru

Wieder ging es frueh raus, aber diesmal nur eine kuerzere Busfahrt zum Eingang des Kata Tjuta Nationalparks. Heute sollte es richtig heiss werden, ueber 40 Grad und ein Schild am Eingang wies darauf hin, dass der Zugang ab 11 Uhr geschlossen ist, da es dann einfach zu heiss wird. Da es erst 8 war hatten wir aber gute 3 bis 4 Stunden Zeit. Wir hatten die Wahl zwischen der grossen und der kleinen Runde und natuerlich waehlte ich mit weiteren 4 Jungs die grosse Runde. Muss ja alles mitnehmen. Und es gab da auch viel mehr zu sehen. Auch hier gab es bizarre Felskegel, kegelfoermige Berge, die eine eigentuemliche Atmosphaere erzeugten. Anders als Kings Canyon aber genauso schoen und genauso bizarr. Fuer die Aboriginies ist dieser Platz mystisch, wie der Uluru.
Nun ging es Ayers Rock Resort, wo es erst mal Mittagessen gab und wir uns im Pool abkuehlten. Wie gesagt, ueber 40 Grad. Nachmittags fuhren wir dann weiter zum Uluru. Natuerlich ist der Uluru touristisch und man hat ihn schon oft auf Bildern gesehen. Wenn er dann aber in der Ferne auftaucht, sich aus dem ihn umgebenden flachen Nichts erhebt, dann ist das trotz aller Touri-Vermarktung irgendwie ein magischer Anblick. Zuerst besuchten wir das Besucherzentrum, wo man vieles ueber den Uluru, seine Bedeutung fuer die Aboriginies und die Traumzeitgeschichten, die sich rund um den Uluru abspielen, erfuhren. Fuer die meisten Merkmale, also Hoehlen, Felsvorspruenge, Oberflaechenveraenderungen... hatten die Aborigines Geschichten, die die Entstehung derselben erklaerten. Diese Geschichten spielen in der Traumzeit, einer Zeit vor den Menschen, in der mystische Wesen, die oft die Form von Tieren, aber die Eigenschaften von Menschen hatten, miteinander kaempften, sich liebten oder stritten... Meist blieb von einem Vorfall irgendetwas zurueck, was dann ein bestimmtes Landschaftsmerkmal erklaerte.
Als naechstes liefen wir ein Stueck den Uluru entlang, wo Sasha uns Felsmalereien und Wohnplaetze der ehemals hier ansaessigen Ureinwohner zeigte und erklaerte, sowie mal wieder viele Pflanzen (die ich mir natuerlich eh nicht merken konnte).
Dann wurde es Zeit uns ein gutes Plaetzchen fuer den Sonnenuntergang zu sichern. Das war einfach ein magischer Moment: Sonnenuntergang am Uluru, dazu Abendessen, Bierchen, nette Leute... Einfach nur toll.


3. Tag

Heut gins richtig frueh raus, denn wir wollten auch den Sonnenaufgang am Uluru erleben. Auch der war schoen, aber die Fliegen liessen einem heute Morgen einfach keine Ruhe. So war es etwas schwer zu geniessen. Nach dem Fruehstueck folgte eine kleine 2stuendige Wanderung einmal rund um den Uluru. Dort entdeckten wir meine Schlange Nr. 5. Sasha bestaetigte uns im Bus, dass das die hochgiftige King Brown Snake war. Allerdings zeigte ich das Foto einen Tag spaeter einem Schlangenexperten im Alice Springs Reptile Center. Es war keine King Brown. 'Unsere" Schlange war zwar etwas giftig, aber keinesfalls toedlich. Nach unserer Umrundung ging es auf den langen langen Weg zurueck nach Alice Springs, mit Zwischenstopps an einer Sandduene mit Blick auf Mount Connor und einen Salzsee - hier war es richtig wuestenhaft - und an einer Kamelfarm. Dort war das Interessante ein Thermometer, das 42 Grad im Schatten anzeigte und 45 Grad an der Wand im Schatten. Ein anderer Fuehrer einer Tourigruppe berichtete von einem anderen Roadhouse, dass das Thermometer dort im Schatten bereits 45 Grad anzeigte.
Zurueck in Alice ging es erst mal unter die wohlverdiente Dusche, bevor wir uns Abends wieder zum Abschlussessen trafen. Ein richtig netter Abend.


Noch ein Tag Alice Springs

Matthias reiste heute schon frueh ab nach Melbourne, ich hatte noch einen Tag in Alice und flog am Mittwoch nach Perth. Ich nutzte den Tag um das Reptile Center zu besuchen und einfach ein bisschen durch die Stadt zu bummeln. Im Reptile Center gab es in Terrarien die ganzen giftigen Schlangen Australiens, wie Taipan und Brown Snake, sicher hinter Glas. Ausserdem verschiedene interessante Eidechsenarten, wie die Blauzungeneidechse, die man sogar halten konnte. Wirklich sehr empfehlenswert. Dann unternahm ich den etwas zu weiten Weg zum Alice Springs Museum, wo man wirklich tolle Aboriginal-Kunst sehen konnte, aeltere und zeitgenoessische. Schliesslich bummelte ich noch ein bisschen durch die Stadt und zu einem Aussichtspunkt und traf mich abends mit den Leuten, die wir an dem Badesee kennen gelernt hatten. Wir schauten DVD: Brueno, aber das muss auch mal sein.


Perth

18.11. Ankunft bei Regen

erst handschriftlich


Margaret River

lecker Weinprobe

--


Albany

Aufwachen am Strand

Das von dem franzoesichen Paerchen geliehene Zelt hatte ich schoen am Strand des Inlets von Walpole aufgestellt. Als die Sonne aufwachte, bin natuerlich auch ich aufgewacht und genoss den idyllischen Blick auf den "See" als wahrscheinlich erster an diesem Morgen. Toll, mal so direkt am Strand aufzuwachen. Gerade schwamm ein Pelikanpaerchen nur wenig entfernt auf Futtersuche vorbei.


Esperance

tolle Straende, aber kalt

erst handschriftlich


Fremantle

30.11.2009

Der Tag bestand eigentlich aus einer 8stuendigen Busfahrt von Albany nach Fremantle. Erst um 5 Uhr abends kam ich an und bezog das vom Reisefuehrer waermstens ans Herz gelegte Hostel, mit dem ich allerdings nicht warm wurde. Irgendwie hatte man dort das Gefuehl, dass alle anderen Gaeste schon recht lange hier waren und sich als eine Art Familie verstanden, ohne dass ich von dieser familiaeren Atmosphaere angesteckt wurde. Die Leute waren einfach auch nicht mein Fall. Leider hatte ich gleich fuer 2 Naechte gebucht, sonst waere ich schon frueher umgezogen. Im Old Firestation Hostel gefiel es mir dann viel besser. Lustig war aber, dass ich am zweiten Tag eine Deutsche wiedertraf, die ich im Bushcamp in Noosa kennengelernt hatte. Australien ist ein Dorf.

Den ersten Abend nutzte ich, um ein bisschen in der sehr gemuetlichen, netten Altstadt herumzugondeln und am Strand den Sonnenuntergang anzuschauen. Fremantle liegt sehr nett am Meer und strahlt auch montags eine angenehme Lebendigkeit und Geschaeftigkeit aus. Der Stadtkern ist gewachsen, also unregelmaessig und nicht am Reissbrett geplant und die vielen schmucken Gebaeude aus der Kolonialzeit sind auch recht nett anzuschauen.


Scarborough Beach

Am zweiten Tag verbrachte ich den Morgen mit etwas Fotoshooting in der Stadt, mit ein paar organisatorischen Sachen (Weiterreise?) und kam schliesslich am Scarborough Beach an. Die Busfahrt war allerdings laenger als gedacht: Erst nach Perth (wo ich nochmal die Weihnachtsdekoration bewundern konnte) und dann nochmal 40 Minuten mit dem Bus. Aber ich wollte ja mal wieder surfen und dort sollte es gut sein. Leider waren die Bedingungen gar nicht freundlich. Auch die richtig guten Surfer muehten sich mit den unregelmaessigen Wellen ab und ich als blutiger Anfaenger haette keine Chance gehabt. Das bestaetigten mir auch andere Surfer und rieten mir davon ab, es heute zu probieren. Also lieh ich kein Board und es gab nur einen Strandnachmittag.


2-4.12.09

Umzug ins Old Firestation Hostel. Ansonsten hab ich die Tage in Fremantle verbracht, die Festungsanlage und das Schiffswrackmuseum besucht, in dem ganz interessant die Geschichte einiger in der Gegend untergegangener Schiffe dargestellt ist. Im Hostel Dani kennengelernt, die auch nach einer Moeglichkeit suchte, die Westkueste zu bereisen. Ein weiterer Strandbesuch war zwar nett, hier gab es aber heute ueberhaupt keine Wellen. Ausserdem ein paar Reisetagebuchberichte nachgeholt und Kaye getroffen, der die Westkueste hochreisen wollte und 3 Mitfahrer suchte. Sein Campervan war recht luxurioes, 4 Sitze, viel Platz und alles Moegliche an Campingausstattung. Der Bus sah ein bisschen so aus, wie der vom A-Team. Ausserdem fanden wir noch eine dritte Person und so konnte es am naechsten Tag losgehen.


Westkueste

Ich fang jetzt mal mit dem Resume an: Insgesamt hab ich meinen Trip an der Westkueste Australiens, ebenso wie den Trip in den Suedwesten Australiens (den ich erst handschriftlich habe) zwar hingekriegt, aber alles war etwas zerfahren. Immer die Suche und Ueberlegung, wie geht es weiter, wie kommst du vorwaerts. Findest du jemand, mit dem man einen Mietwagen mieten kann oder der eine Mitfahrgelegenheit anbietet? Das war alles recht anstrengend und wenig ergiebig. Allein war ein Mietwagen aber einfach auch zu teuer. Mit Bussen faehrt man an allem vorbei und bei Touren wird man oft nur durchgeschleusst. Leider waren nicht so viele Leute in der gleichen Richtung unterwegs wie ich.
Ich hab trotzdem tolle Tage verbracht, wunderschoene Plaetze gesehen, aber an diesen dann zu wenig Zeit verbracht. Es ist einfach unbefriedigend, an der wuderschoenen Turquoise Bay nur einen Nachmittag zu verbringen. Ausserdem zu viel Zeit fuer Organisation verplempert. Das war dann halt der Preis dafuer, dass ich meine Reise auf ne laessige Art hinbiegen wollte. Ja, ein Widerspruch in sich, der sich auch nicht aufloeste.
Also kurz und gut, es war schoen, aber es gab auch einige Frustrationsmomente.


Geraldton

5.12.09

Puenktlich holte Kaye uns 3 Mitfahrer an unseren Hostels ab. Durch das Swan-Valley, eine Weingegend direkt an der Stadt Perth verliessen wir Perth, wobei wir zuvor noch am Supermarkt hielten um fuer das Barbeque einzukaufen. Irgendwie fing es mit Kaye spaetestens hier schon an zu nerven. Auch wenn wir uns erst mal ueber unsere 2 Riesenlappen feinstes Rumpsteak freuten. Und als die Fahrt weiter ging, plapperte Kaye auch weiter in feinstem unverstaendlich genuscheltem Australian English. Die beiden anderen Mitfahrer sprachen eher nicht so gut Englisch und verstanden ihn ueberhaupt nicht, ich konnte Kaye verstehen, musste mich aber sehr konzentrieren und anschliessend uebersetzen. Als wir Kaye das erste mal trafen, dachten wir, das wird nett, ein prima Ausflug. Inzwischen dachten wir alle schon, halten wir das wirklich 10 Tage zusammen aus? Nicht nur, dass die Unterhaltung anstrengend war, viel schlimmer war die Hektik, die er an den Tag legte. Staendig hatte er sein Barbeque im Kopf und wir haetten deshalb keine Zeit und muessten da hin und er muesste noch anrufen (und erreichte seinen "Freund" nicht)...


Pinnacles und Greenough

Unser erster richtiger Stopp an diesem Tag waren die Pinnacles. Kaye setzte uns am Parkplatz ab. Er selbst wollte nicht mitgehen, da er die Pinnacles schon mehrere Male gesehen haette. Die Pinnacles sind kleine und grosse Felsnadeln, bis zu 4 Metern gross, die in der kargen Landschaft herumstehen. Alles ganz huebsch und interessant anzuschauen. Wenn man schnell laeuft braucht man vielleicht ne Stunde, um die Felsnadellandschaft zu durchwandern. Wir liessen uns 2-3 Stunden Zeit und schauten uns noch die Bilder im Informationszentrum an, als Kaye hereingestuermt kam, ganz peinlich in Badehose, und meinte, er wuerde uns schon ueberall suchen und wir muessten doch zum Barbeque... Au Mann! Wir versuchten so zu tun, als ob der Typ in Badehose nicht zu uns gehoert, aber es war zu offensichtlich.
Weiter ging es also, bis wir abends in Greenough ankamen, bei Kayes Freund. Der Freund von Kaye (Peter) wohnt mit seiner Frau (Christine) auf einem Landgut. Wir grillten also bei denen und verstanden uns mit ihnen sehr gut. Christine fuhr sogar noch frisch gefangene King Prawns auf, die besten, die ich jemals gegessen habe. Ich war zwar schon satt vom Steak, aber da konnte man einfach nicht widerstehen. So lecker. Schliesslich boten Peter und Christine auch noch an, in ihren Gaestezimmern zu uebernachten.
Dabei erzaehlte mir Peter, das Kaye eher ein alter Bekannter als ein Freund ist, der ihn im uebrigen ziemlich nervt. Und wie wir es eigentlich mit ihm aushalten wuerden. Eigentlich hatte er vorgehabt, in den Pub zu verschwinden, aber er wollte dann doch seine Frau, die das Telefongespraech mit Kaye angenommen hatte, doch nicht alleine lassen.


Greenough Geraldton Kalbari

Waehrend am Abend noch der Plan war, dass wir am naechsten Tag den Kalbari Nationalpark besuchen wollten, musste Kaye nun ploetzlich jemanden in Geraldton besuchen und wollte erst am Abend nach Kalbari fahren. Der Nationalpark war um einen Tag verschoben. Nach einem kurzen Stopp bei den in Windrichtung geformten Baeumen von Greenough hingen wir also 6 Stunden in Geraldton rum, wo es eigentlich nichts zu tun gab. Ich nutzte die Zeit um nach einem Mietwagen zu suchen, was aber an einem Sonntag wenig ergibig war. Aber bei einem Anbieter in Kalbari war ich erfolgreich und wir beschlossen, mit Kaye noch bis Kalbari zu fahren und am naechsten Morgen Byebye zu sagen. 10 Tage mit Kaye - inzwischen unvorstellbar.
Aber schliesslich holte uns Kaye ab und wir fuhren Richtung Kalbari. Wir kamen an einem Pink Lake vorbei, ein See, der wirklich rosa schimmert. Eine Alge ist dafuer verantwortlich. Auf Fotos kam das Pink allerdings nicht richtig raus.
In Kalbari suchten wir erst Mal einen Platz zum Grillen. Hier kam es aber wieder zu Missstimmungen zwischen uns und Kaye und da beschlossen wir, sofort unsere Sachen zu packen und nicht erst am naechsten Morgen.
Einfach mal direkt am Strand zu schlafen war ehrlich gesagt richtig schoen!


Kalbarri

Kalbarri National Park 7.12.09

Von den ersten Sonnenstrahlen wurde ich also am wunderschoenen Strand von Kalbarri geweckt, schaute ein bisschen auf die Bucht, waehrend die anderen noch schliefen und - wie toll - am anderen Ufer spazierten zwei Emus herum! Kamen ans Wasser und stelzten dann wieder ueber den Huegel. Schliesslich wachten die anderen beiden auch auf, es war immer noch erst 6 oder halb 7, und wir bewunderten beim Zusammenpacken die geschlaengelten Spuren im Sand? Waren das...? Zum Fruehstueck lud uns Andi zum Marmeladenbrot ein, das er noch hatte. Nachdem wir wunderbar die ersten Stunden des Tages vertroedelt hatten, fing gerade die in Kalbarri bekannte Pelikanfuetterung an, die wir uns auch anschauten. Ein bisschen Zirkus, aber ganz nett. Schliesslich riefen wir bei der Mietwagenfirma an und wurden abgeholt, um unseren uralten Ford Stationwagon mit 280000 km in Empfang zu nehmen.
Damit fuhren wir nun endlich in den Kalbarri Nationalpark. Wir hatten Glueck, den noch bis vor 2 Tagen war der Park wegen eines Feuers gesperrt. Wunderschoene Ausblicke von der Hoehe auf das vom Fluss eingegrabene Tal. Die 3-4 stuendige Wanderung ging zum Teil auf der Hoehe zum Teil am Fluss entlang. Nach dem Abstieg konnte man baden. Ein schoener Platz, wenn auch das Wasser nicht gerade kuehl war. Die Hitze war moerderisch, bestimmt 40 Grad. 3 Liter Wasser mitnehmen ist echt nicht zuviel und ich hatte weniger dabei. Das hab ich am Schluss echt gemerkt. Zudem ging auch noch die Fotobatterie alle und die Ersatzbatterie hatte ich im Ladegeraet vergessen, welches im Rucksack war. Deshalb gibt es vom letzten Viertel des Weges keine Bilder, aber bleibende Eindruecke.
Weiter konnten wir an diesem Tag nicht mehr fahren, das Tageslicht reichte nur noch fuer nen Aussichtspunkt und dann mussten wir auch schon nen Schlafplatz suchen. Was allerdings gar nicht so einfach war, denn es windete ueberall zu stark um ein Zelt aufzubauen. Ausserdem sollten angeblich Ranger unterwegs sein, die die zahlreich aufgestellten "no camping" Schilder streng ueberwachten. Schliesslich schliefen wir halt doch zu dritt im Auto, was ziemlich eng war.


Aussichtspunkte und Weiterfahrt

Am Morgen besuchten wir einige Aussichtspunkte suedlich von Kalbarri, z.B. Island Rock. Die Kuestenlandschaft ist wirklich atemberaubend schoen, jeder Stopp hat sich echt gelohnt. Schliesslich ging es ab nach Norden Richtung Monkey Mia. Der Weg dorthin ging meist durch Buschlandschaft, schoen, aber auch eintoenig, immer gerade Strassen. Schliesslich erreichten wir Shark Bay. Dort machten wir nen Halt am Hamelin Pool. Dort ist einer der wenigen Plaetze auf der Erde, wo man Stromatoliten sehen kann. Das sind uralte Lebewesen, eigentlich sehen sie aus wie seltsam regelmaessig geformte Steine, wie Knollen, die wohl fuer die Entwicklung unserer Erdatmosphaere verantwortlich waren. Sie betreiben Photosynthese. Ueberleben koennen die Strotoliten hier nur, weil der Salzgehalt in der Lagune sehr hoch ist und deshalb keine natuerlichen Feinde hier ueberleben koennen.
Einen weiteren Stopp am bekannten Shell Beach hielten wir recht kurz, da es schon recht spaet war. Das wollten wir auf der Rueckfahrt machen. Aber in Denham hielten wir kurz, fuer Einkaeufe und um die Atmosphaere dieses abgelegenen Strandortes zu schnuppern. Ausserdem war es Zeit, ein Plaetzchen fuer den Sonnenuntergang zu suchen, denn an der Westkueste sind die Sonnenuntergaenge ja angeblich so spektakulaer. Auf einer Anhoehe fanden wir einen schoenen Platz und genossen bei Dosenbier die untergehende Sonne. Schliesslich brachten wir die letzten 28 km bis nach Monkey Mia hinter uns. Wir mussten vorsichtig fahren, denn es sassen schon Kaengurus am Strassenrand, bereit auf die Strasse und vor unser Auto zu huepfen. Jede Menge Kängurus lauerten da. Wie ich nun ja schon mehrmals erlebt hatte, ist es gar nicht so ohne, nach Anbruch der Daemmerung noch Auto zu fahren. Die Kaengurus huepfen dann wild durch die Gegend und es gibt auch so viele davon. An den Strassenraendern und auch auf der Strasse sieht man etliche tote Kaengurus, besonders hier in Westaustralien ist mir das aufgefallen. Alle paar Meter ein toter Kadaver, meist dahingestreckt von einem der Roadtrains, die mit Wildgittern ausgestattet auch fuer ne Kuh nicht auf die Bremse druecken.


Monkey Mia

Ankunft in Monkey Mia

Monkey Mia ist kein Dorf und keine Stadt, sondern ein Resort, mit Campingplatz, Hotel, Hostel... Ausserde hat das Resort Nationalparkstatus, was heisst, dass man den Touris Eintrittsgeld abkassieren darf. Da wir erst spaet ankamen, konnten wir nicht bezahlen, aber vielleicht war es auch im Preis fuers Campen mit dabei, den der war unueblich hoch. Nachdem wir die Formalitäten erledigt hatten, erwartete uns ein recht schöner Campingplatz mit sauberen sanitären Einrichtungen, Gras bewachsenen Zeltplätzen und netten Gemeinschaftseinrichtungen, und zum Strand war es auch nicht weit.


Delfine 9.12.

Dort fand ich mich auch am nächsten Tag frühmorgens ein, das heisst um 6 stand ich auf und war wenig später am Strand. Allein, denn die anderen beiden zogen es vor, auszuschlafen. Am Strand war um diese Zeit auch noch nicht viel los, eine ältere Frau, die erzählte, dass sie lange Jahre in Monkey Mia gelebt haette, jetzt aber südlich von Perth leben würde. Die Delfine wären ihre Freunde und sie hatte auch ein paar Namen parat. Sie wuerde mit ihnen kommunizieren, man hätte es ihr aber verboten. So ganz bin ich nicht dahinter gestiegen, warum und wie. Aber einen verrückten Eindruck machte die Frau eigentlich gar nicht, vielleicht ein bisschen esoterisch-verträumt...
Sie wurde begleitet von einem japanischen Mädchen, das ganz aus dem Häuschen war, als wir vom Steg aus die ersten Delfine entdeckten. Das Tourispektakel mit der Fütterung der Delfine am Strand war zwar erst um 8, aber oft kamen Delfine auch schon früher zum Strand. Wohl die, die keine Uhr hatten. Keine Ahnung ob auch mal Delfine zu spät zur Fütterung kamen. Heute auf jeden Fall kamen ein paar, ein Pärchen, eine 3er-Gruppe und 2 Einzelne. Die schwamen zum Steg und in der Bucht herum, dort gab es einen abgesperrten Bereich, wo man nicht schwimmen durfte. Doch die Delfine hielten sich nicht an diesen Bereich und jagten auch ausserhalb Fische, trieben sie zum Strand hin, oder schwammen einfach nur herum. So wie die ältere Dame nutzte auch ich die Gelegenheit um ins Wasser zu gehen um mit den Delfinen zu schwimmen. Es kamen auch bald ein paar Delfine her, neugierig, fast auf Berührungsdistanz, die meisten kümmerten sich nicht um mich und schwammen auf ihren Bahnen ganz nah an mir vorbei... Ein atemberaubendes Erlebnis, fantastisch, diesen Tieren auf eine natürliche Art und Weise so nah zu sein.
Erst spaeter kamen dann immer mehr Leute, von denen aber nur ein Kind und zwei/drei andere noch ins Wasser gingen. Die Delfine kamen immer wieder her, enfernten sich wieder, kamen her und stellten sich schliesslich in dem abgesperrten Bereich fuer die Fuetterung auf. Ja, klingt komisch, aber machte wirklich so den Anschein. Gegen 8 oder halb 9 staden dann mehrere Volunteers mit einem Eimer voll Fische im Wasser, eine Frau mit Mikrofon bewaffnet erklärte und erzählte von den Delfinen und neben jedem Volunteer hatte sich ganz selbstverständlich ein Delfin plaziert. Wie dressiert (was es im Grunde genommen auch war). Dann wurden aus dem Publikum Leute ausgewählt, die einen Fisch ausgehändigt bekamen und diesen dem Delfin ins Maul legen durften. So ne ganz hübsche Volontarin wählte auch mich als Fisch-Fütterer.
Nach der Show verzogen sich die Delfine, wir verbrachten den ganzen Tag noch schoen am Strand. Es war ja auch zu herrlich hier. Man hätte es hier auch mehrere Tage ausgehalten. Schöner Strand, ruhig und natuerlich, warmes, klares Wasser, von den Gewächsen mal abgesehen, Pelikane auf Fischfang.


Weiterfahrt

Gegen Spätnachmittag packten wir dann doch mal unsere Sachen um weiter zu fahren. Eigentlich waren wir uns gar nicht so einig. Obwohl ich es theoretisch am eiligsten haben sollte, wollte ich nochmal ne Nacht hier bleiben. Dann hätte ich am Morgen nochmal zu den Delfinen können. Die anderen beiden wollten eher weiterfahren. Wobei wir es erst mal offen ließen, was dann später in Denham und am Eagle Bluff fuer Diskussionen sorgte, ob wir jetzt zurueck fahren oder nicht. Nun erst mal ging es am Little Beach vorbei, im Reiseführer gelobt, der uns aber gar nicht beeindruckte, dann nach Denham, der westlichsten Stadt Australiens, eigentlich moreless eine Häuserreihe entlang des Meeres, wo wir uns eine Weile aufhielten. Eigentlich nett hier. Es gibt (vereinzelt) Häuser, deren Wände komplett aus Muscheln gemauert sind, u. a. die Kirche. Ausserdem kauften wir in dem einen der zwei 16qm-Lebensmittelgeschäfte ein. Natürlich ist hier alles ein bisschen teurer, ist ja auch am A. der Welt. Am Strand/Ufer machte es nicht so viel Spass, da es - wie zu dieser Jahreszeit scheinbar üblich - ziemlich stark windete. Wir besuchten noch das Shark Bay Discovery Center, während Dani telefonierte. http://www.sharkbayinterpretivecentre.com.au Sehr interessante Displays (wenn auch kein must-see) über den Naturraum Meer in dieser Ecke der Erde mit seinen Besonderheiten, aber auch ueber Meeres- und Landtiere, Stromatoliten, sowie auch ueber gesunkene Schiffe in diesem Küstenabschnitt.
Nun gings weiter zum Eagle Bluff, wo man angeblich gegen Abend häufig Haie beobachten kann. Es war so windig, dass wir fast abgehoben sind. Man konnte sich nicht mehr unterhalten und wo Sand in der Nähe war, wurde einem dieser ins Gesicht geblasen. Haie keine. Wir fuhren dann - leider - weiter Richtung Süden, zu einem Campingplatz in der Nähe des Shell Beach, wo wir bei Dunkelheit ankamen. Der Campingplatz war so trostlos ausgestorben und auch nicht richtig windgeschützt, dass ich am liebsten noch von hier aus zurueck zu unserem schoenen Monkey Mia Resort gefahren wäre. Leider für die anderen beiden keine Option. Nun gut. Schön war es jedoch am nächsten Morgen. Früh morgens aufwachen, die Sonne wärmte schon und es war wunderbar zum Strand zu laufen und erst mal im Meer eine Runde schwimmen. Das entschädigte fast - wenn noch Delfine dagewesen wären. Irgendwie wach ich in Australien immer so früh auf, aber das ist auch schön.
Nun denn, schliesslich ging es weiter zum Shell-Beach. Ein Strand nur aus Muscheln, angeblich war die Muschelschicht bis zu 8 Metern tief. Ein bisschen abhängen, ein bisschen im flachen Wasser waten, dann gings weiter. Zum Highway 1, durch die endlosen Weiten Westaustraliens, an Roadhouses und vielen toten Kängurus vorbei, an Winrädern, durch Busch- und Baumland. Bei jedem Stopp von hunderten von Fliegen belästigt. Und trotzdem wars toll. Anders. Schliesslich Carnavaron, wo sich Andy von uns verabschiedete. Er wollte hier mal nach nem Job schauen. Auf dem Rückweg sollten wir ihn nochmal treffen. Hier im Woolworth kaufte ich mir ein Zelt, spätestens in Tasmanien, wo ich ja in ein paar Tagen hinwollte, wollte ich ja zelten. Die Vesperpause am Flussufer machten wir dann schon zu zweit, dann gings weiter. Wir wollten heute noch bis nach Coral Bay.


Ningaloo

Coral Bay 10.12.

In Coral Bay kamen wir kurz nach 5 an. Ich wollte noch am Abend für den nächsten Tag, Freitag, oder Samstag einen Tauchgang buchen, um die letzten Tage besser planen zu können. Leider ging nichts mehr, ich hab die Tauchschulen in Exmouth nicht mehr erreicht. Und ich hatte mir in den Kopf gesetzt in Exmouth zu tauchen, da ich gehört hatte, dass es dort viel besser wäre als in Coral Bay. Also wohl Samstag. Die Zeit war jetzt wirklich verdammt knapp. Coral Bay,dann ins 150 km entfernte Exmouth, dann den ganzen Weg zurück nach Kalbarri, wo wir am Montag den Wagen abgeben mussten.
Am Abend stand einfach nur genießen des wunderbaren Strandes von Coral Bay auf dem Programm. Strandspaziergang, Sitzen, Kucken. Essen, mal wieder ein Salat. Dann Schlafplatz suchen . Wir hatten vor einfach im Auto zu schlafen. Doch schon als wir vom Spaziergang ans Auto zurück kamen, hatten wir ein Infoblatt vom örtlichen Ranger an der Windschutzscheibe, wo überall campen nicht erlaubt sei. Eigentlich überall. Wir dachten uns schon, dass im Auto schlafen auch als campen zählt, aber zogen das Ganze trotzdem durch. Den Schlafplatz am Schrottplatz hielten wir für unauffällig genug. Wir wurden auch die ganze Nacht nicht gestört. Doch früh morgens beobachtete ich einen schwarzen Pickup, der auf unser Auto aufmerksam wurde, ne extra Runde drehte, um zu sehen, ob da jemand im Auto schlief und dann wieder weg fuhr. Mir war das nicht ganz geheuer und wir packten zusammen. Nicht schnell genug, denn schon wenige Minuten später hielt ein anderes Auto und der Ranger stellte sich vor. Der schwarze Pickup hatte gepetzt. Dieser Ranger war auch überhaupt nicht freundlich, wie man das von Rangern aus anderen Teilen Australiens kennt, sondern gleich oberlehrerhaft, er hätte uns gestern das Infoblatt ans Auto gemacht, ausserdem steht in jedem Reiseführer, dass man hier nicht campen darf - wir hätten das Risiko gekannt und jetzt hätte er gerne 150 Dollar pro Person. Er ließ sich dann nochmal beschwichtigen, drohte aber noch, dass wenn er uns nochmal erwischt kostet es 300 Dollar pro Person. Na Danke für den schönen Morgen.
Nachdem der Schock verdaut und das Frühstück am Strand serviert war, konnten wir das Ganze auch wieder genießen. Den Morgen verbrachten wir am herrlichen Strand. Ich schorchelte durch die Korallen, die hier ganz einfach vom Strand aus erreichbar sind. Ich hatte meinen Tauchgang für morgen Nachmittag gebucht, in Exmouth, das Navy Pier, also mussten wir spätestens morgen früh nach Exmouth fahren.
Am Strand kamen wir mit anderen Travellern ins Gespräch. Diese schwärmten uns sowas von Turquoise Bay vor, dass vor allem ich ganz unruhig wurde. Eigentlich dachten wir, wir genießen jetzt Coral Bay, fahren morgen zum Tauchen nach Exmouth, und machen uns am übernächsten Tag auf die Rückfahrt. Also dann auch noch ne Deutsche, die seit 3 Jahren in Coral Bay lebt, mir riet, das Auto zu schnappen und hochzufahren, war es um mich geschehen. Sie musste es ja wissen. Sie war vor 3 Jahren hier beim backpacken vorbeigekommen, hatte sich erst in den Ort, dann in nen Australier verliebt und war geblieben.


Exmouth

zur Turquoise Bay

Nachdem Dani überzeugt war, bzw. da sie keine Lust hatte zu widersprechen, brachen wir das Relaxen in Coral Bay ab und fuhren los, die 150 km nach Exmouth. Ich hätte ja gerne noch ein bisschen in Coral Bay geschnorchelt, das Drift- Schnorcheln muss noch ganz lustig sein. Dabei lässt man sich einfach mit der Strömung treiben und treibt ganz ruhig an Korallen und Fischen vorbei und steigt ein Stück weiter links wieder aus dem Wasser. Man kann halt nicht immer alles haben.
In Exmouth hielten wir nur ganz kurz um zu tanken, für Dani eine Taucherbrille zu kaufen und um Emus über die Strasse zu lassen. Die stelzen hier einfach nur so in der Stadt herum, über die Strasse, und haben natürlich immer Vorfahrt. Wäre in der Hektik Deutschlands niemals möglich. Dann gings nochmal 60 km weiter zum Cape Range Nationalpark, worin sich die Turquoise Bay befindet.
Ich kann nur sagen: fantastisch, super, genial. Unverständlich, dass es jemals in Frage stand, hier her zu kommen. Nur ein Nachmittag, aber hier zu schnorcheln ist eines der fantastischsten Erlebnisse, die es gibt. Wunderschöne Korallen, blau, rot, orange..., bunte Fische aller Art, Schildkröten, auch ein Hai (ein harmloser Reef-Shark)... Wunderschön und so einfach vom Strand aus zu erreichen. Und ganz nah an der Wasseroberfläche. Ich bekam mich fast gar nicht mehr aus dem Wasser. Ach ja und das war übrigens schön türkis und klar, und das am weißen Strand - fast Nebensache. Wir schnorchelten auch noch bisschen an einem anderen Ort: Oyster Stacks. Kein Strand, aber zum Schnorcheln auch ganz fantastisch, wieder ne Schildkröte, ausserdem einige Seesterne. In blau und grün.


Cape Range National Park

Übernachten wollten wir auf einem der ausgewiesenen Campingplätze, da es aber schon dunkel wurde, machten wir uns schon mal auf den Weg zu unserem nächtlichen Abenteuer. In der Nähe des Vlamingh Head lighthouse sollte es Schildkröten geben, die gerade Eier legen. Das mal zu beobachten und mitzuerleben war unser Ziel. Allerdings kamen die Schildkröten erst sehr spät an Land, erst nach 12. Aber wir mussten ja auch noch was essen und schlugen die restliche Zeit so tot. Und bis wir endlich mal einen Zugang über die Düne zum Meer gefunden hatten, dauerte es auch. Ausserdem fuhren wir im Schneckentempo. Links und rechts am Wegesrand saßen wieder unzählige Kängurus und Wallabies. Manche stoben davon, viele blieben aber einfach nur sitzen und schauten uns an. Was sie wohl dachten? Schliesslich fanden wir eine Stelle, wo wir unserer Auto stehen lassen könnten und machten uns auf dem Sandpfad zwischen den Zäunen (warum sind hier eigentlich Zäune) auf den Weg über die Düne. Das dauerte bei Dunkelheit mit Taschenlampen ne halbe Ewigkeit. Schliesslich erreichten wir das Meer, hatten nen riesen Spass mit den unzähligen Krabben, die lustig durch die Gegend huschten und uns ganz erschrocken anschauten. Dann suchten wir uns ein Plätzchen und verhielten uns ruhig, um die Schildkröten nicht zu verscheuchen. Ewig passierte nichts. bis wir halt doch nochmal den Strand entlang liefen - und plötzlich ein scharrendes Geräusch - und da war sie: eine riesige Wasserschildkröte, die gerade dabei war eine Grube auszubuddeln. Faszinierend. Das Loch für ihre Eier war schon richtig tief. Wir beobachteten sie eine Weile, sowas würden wir wahrscheinlich nicht mehr so oft in unserem Leben beobachten dürfen, natürlich ohne Licht, und suchten schließlich den Weg zurück zum Auto, was gar nicht so einfach war. Meine Markierungen fanden wir nämlich erst nicht, aber ich hatte mir nen Pfosten gemerkt, den ich schliesslich wiederfand.


Samstag, 11.12.09

Morgens von der Sonne geweckt, und direkt an den Strand und ins Meer gehüpft. Hatte ich schon erwähnt, dass so eigentlich jeder Tag beginnen müsste?
Dann nochmal schnorcheln und genießen am Strand. Wie genau der Platz hieß, weiss ich nicht mehr, es war ein Ort, den uns der Tauchshopmensch in Exmouth empfohlen hatte. Aber es war hier nicht sooo ergiebig. Außer - man glaubt es kaum - schon wieder Schildkröten, diesmal gleich zwei. Aber an einem Tümpel sahen wir noch unzählige Kängurus, die sich da im Schatten eines Sandwalls vor der Sonne versteckten.
Bis 11 hatten wir ungefähr Zeit, dann mussten wir aufbrechen, damit ich meinen Tauchausflug erwischte. Das Navy Pier wartete - angeblich eines der Top 10 Tauchreviere der Welt. Das in den 60er Jahren vom amerikanischen und australischen Militär gebaute Pier ist auch heute noch auf militärisch genutztem Gelände. Es dürfen deshalb nur ein oder zwei ausgewählte Veranstalter die Tauchgänge anbieten. Das ganze war - auch aufgrund der Monopolstellung der Veranstalter - nicht gerade billig, 230,-- austral. Dollar, ca. 150 Euro für die 2 Tauchgänge. Ich bin auf diesen Tauchplatz durch meinen Tauchlehrer in Cairns gekommen, der mir diesen Tauchgang wärmstens ans Herz legte.


Navy Pier

Um 2 gings vom Büro in der Stadt los, zu einem Schuppen, wo wir mit der notwendigen Ausrüstung versorgt wurden. Dann mit dem Transporter zum Militärgelände, von dem wir schon von Weitem die hohen Antennenmasten sahen, und wo wir kontrolliert wurden. Wir hatten genügend Zeit, denn die Tauchgänge konnten nur in einem festen Zeitfenster stattfinden, nämlich jeweils auf dem Scheitelpunkt von Ebbe und Flut, wenn die Strömung am geringsten ist. Dies geschah aus Sicherheitsgründen, da die Tauchgänge zwischen den Stahlträgern des Piers stattfinden, und eine zu starke Strömung für weniger erfahrene Taucher etwas ungesund sein könnte. Vielleicht hatte es auch noch mit der Sicht zu tun. Die war nämlich auch so schon eher mittel als sehr gut und bei stärkerer Strömung ist sie vielleicht noch trüber??
Auf dem Pier angekommen machten wir uns fertig, den Neopren aber noch nicht zu, denn es war wieder verdammt heiss. Wie die letzten Tage auch schon. Endlich gings los. Die Stahltreppen runter, die letzten 2 Meter mussten gesprungen werden. Dann erwartete mich eine fantastische Unterwasserwelt. Massenhaft Fische und Unterwassergetier. Tropische Fischschärme, viele Haie, einen getigerten, die meisten aber white-tip-sharks. Eine Moräne, Wassernacktschnecken, sogar einen hochgiftigen Feuerfisch. Wahnsinnig beeindruckend auch die Kartoffelfische - aufgrund ihrer schieren Größe.
Leider hatte ich auf diesem ersten Tauchgang ständig Probleme mit Wasser in der Maske, was mich leider die ganze Zeit beschäftigte. Das Kopfband saß wohl nicht richtig, wie ich dann herausfand. Beim zweiten Tauchgang hatte ich dann keine Probleme mehr und konnte diese ganz spezielle, etwas düstere Atmosphäre unter dem Pier mit diesem auserordentlichen Fischreichtum und Fischvielfalt, die sich hier im Schutze des Piers sammelte, genießen. Ein Grund für diese Vielfalt an diesem Ort ist die Tatsache, dass durch den Militärstatus die Natur vor Anglern, Booten und zu vielen Menschen geschützt ist.
Leider war dieser zweite Tauchgang viel zu schnell wieder zu Ende. Ich hätte noch einiges an Luft übrig gehabt, aber einer in der Gruppe hatte die Flasche ziemlich schnell leer gesaugt. Drum mussten alle auftauchen. Ich war was den Luftverbrauch angeht, immer recht gut, bin also ziemlich ruhig unter Wasser. Noch nicht ganz so gut (wenn auch akzeptabel) bin ich im Schweben, also kontrolliert im Wasser liegen.
Zurück im "Stadtzentrum" von Exmouth traf ich mich wieder mit Dani, die inzwischen schon einen Campingplatz gesucht und gebucht hatte. Kurz bevor ich sie traf, sah ich auf dem Parkplatz vor dem Einkaufszentrum einen einschlägig bekannten Van - der A-Team van von Kaye. Er war also auch hier! Und kurz darauf lief er mir auch noch über den Weg - und sah mich zum Glück nicht. Dani begrüßte mich mit den Worten "Rate mal, wenn ich gerade getroffen habe", und war dann leicht überrascht, dass ich es sofort erriet. Kaye hatte sie sogar angesprochen, sie würden sich doch kennen. Aber er wusste wohl nicht mehr woher. Ganz knusper ist der Typ nicht.
Der Abend lässt sich mit Einkaufen - Kochen - gemütlich Bierchen - Essen zusammenfassen. Echt gemütlich und nett. Ein Angler, der sich gerade seinen Tagesfang grillte, gab uns auch noch was von seinen Köstlichkeiten ab. Leckerer gegrillter Fisch. Er hätte uns am nächsten Tag auch noch mitgenommen zum Angeln, aber leider mussten wir ja die Heimreise antreten.


Rückfahrt

Heute war Rückfahrt angesagt. Nicht den ganzen Weg, aber so, dass wir es am Montag rechtzeitig schafften, den Wagen abzugeben. Ich hätte gern nochmal einen Stopp in Coral Bay gemacht, doch Dani wollte lieber woanders und später einen Stopp einlegen. Zwischen Coral Bay und Carnarvon gab es laut Reiseführer interessante Blowholes, und davor war auf der Karte ein See eingezeichnet. Allerdings war das ein ziemlicher Umweg, bestimmt 80 km eine Stichstraße zum Meer und das ganze dann auch wieder zurück. Aber ich ließ mich überreden. Das mit dem See kam mir aber gleich verdächtig vor, denn wenn da irgendwas schönes bzw. interessantes gewesen wäre, hätte es der Reiseführer bestimmt erwähnt. Und so war der See dann ziemlich ausgetrocknet, bis auf eine Restpfütze. Die Blowholes haben sich dann aber gelohnt. Man musste ein bisschen über scharfkantige Felsen kletten, aber dann bot sich ein beeindruckendes Schauspiel. Die Wellen des Meeres drücken in regelmäßigen Abständen Wasser durch unterirdische Gänge und Höhlen, die dann als Fontänen hochschießen.
Schließlich ging es weiter nach Carnarvon, wo wir eine Pause einlegten. Wir trafen uns mit Andi, der ja dort noch war und immerhin schon einen Tag Arbeit gefunden hatte. Außerdem traf ich mich mit Daniela und Reme, zwei Mädels, mit denen ich im Südwesten Australiens gereist bin und die hier ebenfalls in Carnarvon Arbeit suchten. Bei ihnen klappte die Suche aber noch nicht so gut, sie waren schon zwei Wochen ergebnislos hier. Es war aber total nett, die beiden wiederzutreffen. Wir spazierten ein bisschen den langen Holzsteg hinaus und am Kanal entlang und entdeckten dabei einen Dugong, die australischen Seekühe, im Kanal!
Schließlich verabschiedeten wir uns und fuhren noch ein Stück weiter. Schlafplätze gab es aber nicht so richtig und einfach so neben der Straße zu pennen war uns auch nicht ganz geheuer. Schließlich wollten wir einfach im Auto auf dem Parkplatz vor einer Tankstelle / Raststätte schlafen, die schon geschlossen hatte. Weiss nicht genau, ob es das Wooramel Roadhouse war oder nur in der Nähe. Dort kam aber wutentbrannt der Besitzer raus, drohte uns erst mit seinen Hunden und wollte dann sein Gewehr holen. Kann der mal nicht einfach normal sagen was er will? Wir sind ja schliesslich keine Landbesetzer. Idiot. Es sind wohl doch nicht alle Australier relaxed und gut drauf. Dieses Exemplar hier lit eindeutig an Bluthochdruck. Und wir machten uns schleunigst vom Acker, fuhren ca. 35 km zurück um an einem Rastplatz mit Camperlaubnis zu nächtigen. wir hatten diesen Platz schon vorher gesehen, aber als einzige Nutzer war uns ein bisschen unwohl. Doch jetzt waren da noch ein Wohnmobil und ein Campervan. Alles prima. Toller Sternenhimmel auch hier, übrigens.


Montag

Locker spulten wir noch die restlichen Kilometer runter, am Overlander Roadhouuse vorbei, bis wir schliesslich wieder in Kalbarri waren. Die Autovermieter schauten sich ihre Methusalem-Kiste nicht mal an, sondern fragten nur, ob alles in Ordnung war, was es war. Außer dass ein Teil der Außenverkleidung fehlte, hinter der hinteren Seitenscheibe, das wohl aus Altersschwachheit irgendwann unbemerkt abgefallen war. Aber das hielten wir auch nicht für erwähnenswert.
Unser Gepäck hatten wr vorher schon in das einzige aber nette Hostel des Ortes gebracht. Außer nett war es allerdings auch gesichert wie ein Hochsicherheitstrakt, etwas ungewohnt in so einem idylischen Örtchen wie Kalbarri. Nun hatten wir nochmal einen halben Nachmittag um diesen netten Ort nochmal zu genießen. Dani zog es vor dies im Hostel zu tun, mich zog es nochmal ans Meer, ausgerüstet mit Schnorchel und Tauchbrille. Das Wasser war hier aber um einiges kälter und die Unterwasserwelt nicht vergleichbar mit Coral Bay und Exmouth. Dennoch war es interessant. Hier hatte es außergewöhnlich viele große Scheckenmuscheln (oder wie die heißen mögen, ich denke man weiß was ich mein).
Im Hostel war es auch abends sehr nett und man tauschte sich bei der abendlichen Kochsession oder dem Bier davor/danach über Reisen, Gott und die Welt aus.


Dienstag /Mittwoch

Eine lange Busfahrt zurück nach Perth. Dani ging in das Hostel, in dem ich bei meinem Perth-Aufenthalt abgestiegen war. Eine Unterkunft für mich brauchte ich mir nicht zu suchen, da spät in der Nacht mein Flieger nach Melbourne/Hobart ging. Am nächsten Tag sollte ich also im schon lange herbeigesehnten Tasmanien sein. Mein Gepäck konnte ich in der Bibliothek deponieren, wo es mir außerdem gelang, noch einen Platz für die Overlandtrack-wanderung zu bekommen. Über Weihnachten zwar, aber ich hatte hier ja eh keinen Familienanschluss. Tasmanien wartete - tolle Aussichten. Mich von Perth zu verabschieden fiel mir nicht so schwer. So warm geworden mit der Stadt bin ich nicht. Auch wenn es hier an der Westküste ein paar wundervolle Highlights gab, die Vorfreude aufs Neue überwog.
Fin


 

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