Auf Hüttentour durchs Ötztal - Österreich 2016 - Reisebericht von movieguide bei triplib.

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movieguide
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Bewertung: 1 1 1 1
(Anzahl der Bewertungen dieses Berichts: 1)

Auf unserer 6-tägigen Hüttentour durch das Ötztal haben wir endlich mal wieder Gelegenheit unserer Wanderschuhe zu schnüren und uns in alpines Terrain vorzuwagen. Die Möglichkeiten sind hier nahezu unbegrenzt: von einfachen Wanderungen und Familienurlaub, über Gipfeltouren wie auf den höchsten Berg Tirols - der Wildspitze - ist alles möglich. Wir haben uns eine anspruchsvolle Tour zusammengestellt, die vor allem passionierte Bergwanderer und Alpinisten und solche die es werden möchten, ansprechen dürfte.

Vent zur Martin-Busch Hütte


Mehr Bilder aus Vent

Mit dem Auto ging es von Berlin nach Vent. Eine 10 stündige Autofahrt die weitestgehend ohne Verzögerungen verlief. Nur vor Garmisch staute sich der Wochenendverkehr. Um die Maut zu sparen ging es Überland ins Ötztal. Vorbei an den Touristenörtchen Ötz und Sölden ging es bis zur Endstation, dem Bergsteigerdörfchen Vent.

Das kleine Dörfchen ist beschaulich und hat sich einen urtümlichen Charme bewahrt. Bis auf ein paar kleine Läden und Restaurant ist nichts zur zu Spüren vom Massentourismus. Wir kehren ein in eine kleine familiengeführte Pension und genießen den Abend, nachdem die Ausrüstung für die Tour fertig gepackt wurde. Das Auto dürfen wir freundlicherweise an der Pension parken, im Ort gibt es sonst nur einen kostenpflichtigen Parkplatz.



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Etappe 1: Von Vent zur Martin-Busch Hütte

Die folgende Tour beschreibt die sogenannte "Venter Runde", mit kleineren Modifikationen unsererseits. Man kann die Tour auch kürzen oder Verlängern. Auf den Seiten des DAV, Sektion Berlin findet man u.a. diverse Zusatzinformationen.

Wir gehen entgegen dem UZ, unser Ziel für den ersten Abend ist daher die Martin-Busch Hütte auf 2501m. Der von Vent steigt gemütlich an, ohne größere Schwierigkeiten und zumeist auf Forstwegen. Unterwegs kann man einen Abstecher zum "Hohlen Stein" machen. Wer einen schönen Blick auf Vent haben möchte, steigt zum Hörnle unterhalb der imposanten Talleitspitze auf.

Gehzeit ohne Abstecher: 3h


Übernachten

Martin-Busch Hütte

Gut zu erreichende Hütte mit umfangreichen Tourenmöglichkeiten. Allerdings auch sehr gut besucht.

Zimmer im Matrazenlager/Bett ab 11/15€ (ÖAV) bzw. 21/28€ (NÖAV)

Auswahl an Tourenmöglichkeiten ausgehend von der Martin-Busch Hütte:

- Kreuzspitze (3457m)
- Saykogel (3360m)
- Sennkogel (3400m)
- Kreuzkogel (3340m)
- Übergang zur Similaunhütte für weitere Gipfeltouren.

Martin-Busch Hütte
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zur Similaunhütte

Kreuzspitze (3457m)

Kreuzspitze (3457m)


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Etappe 2: Gipfeltour Kreuzspitze (3457m)

Die Kreuzspitze mit 3457m ist alles andere als ein kleiner Gipfel, kann aber ohne alpine Ausrüstung von der Martin-Busch Hütte aus begangen werden. Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind aber dennoch gefragt, also nichts für unerfahrene Bergwanderer.

Die Steigungen sind nicht Ohne und es geht über weite Strecken auf losen Blockgestein oder über Altschneefelder. Der Gipfelgrat ist luftig. Dafür genießt man vom Gipfelkreuz ein sagenhaftes Panorama auf die Wildspitze und ins Tal.

3-3,5h für den Aufstieg muss man einkalkulieren, es sind ca. 1000 Hm im Auf- und Abstieg zu bewältigen.



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Nach einer Stärkung in der Martin-Busch Hütte geht es weiter zur nächsten Hütte auf der Grenze nach Südtirol: der Similaunhütte. Der Weg ist einfach und markiert und geht immer das Tal entlang, bis man am Ende nochmal einen ordentlichen Aufstieg auf der Gletschermoräne am Similaun emporsteigen muss. Gehzeit ca. 2h.

Man kann den Abstecher zur Similaunhütte und der Ötzifunstelle auch als Tagestour von der Martin-Busch Hütte aus unternehmen, muss dafür aber entsprechend mehr Zeit einplanen.


Übernachten

Similaunhütte

Gut bewirtschaftete Hütte mit netten Inhabern und tollen Blick auf den Similaun. Gehört nicht dem Alpenverein an.

Zimmer im Matrazenlager/Bett kostet 27/23€.

Auswahl an Tourenmöglichkeiten ausgehend von der Similaunhütte:

- Similaun (3606m)
- Fineilspitze (3516m)
- Ötzifundstelle Tisenjoch (3210m)

Similaunhütte
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 Ötzi-Denkmal vor Fineilspitze

Ötzi-Denkmal vor Fineilspitze


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Etappe 3: Der Mann im Eis

Von der Similaunhütte bieten sich mehrere Touren an. Wenn man schonmal im Ötzi-Tal ist, gehört ein Abstecher zur Fundstelle des mumifizierten Ötzi (oder Similaun Mann), der vor gut 5000 Jahren ums Leben kam und seitdem in Bozen ausgestellt wird.

Hierzu nimmt man den Weg hinter der Similaunhütte, der entlang eines gesicherten Steiges auf dem Kamm entlang zum Tisenjoch führt. Einige Passagen sind ausgesetzt, andere führen über Altschneefelder, die sich aber ohne Gletscherausrüstung passieren lassen. Die Funstelle auf 3190m am Tisenjoch ist mit einem Steiobelisken geschmückt.



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Von hier kann man weiter auf den Grenzkamm auf das Hauslabjoch (3290m) steigen und bekommt einen sagenhaften Blick in beide Täler, sowie auf Similaun, Fineilspitze und Wildspitze geboten.

Ambitionierte Bergsteiger können vom Hauslabjoch auch auf die Fineilspitze klettern, der Gipfelgrat ist allerdings sehr exponiert und steil.

Wir steigen auf dem gleichen Weg wieder ab zur Similaunhütte, schnappen unsere Rucksäcke und wandern zurück zur Martin-Busch-Hütte wo wir nochmal übernachten, um am Folgetag den Saykogel zu überschreiten.


zum Hochjochhospitz

Kletterei am Saykogel

Kletterei am Saykogel


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Etappe 4: Auf luftigen Graten

Mit dem Saykogel stellt sich uns ein 3350m hohes Hindernis zwischen beiden Venter Tälern in den Weg, will man nicht zurück über Vent laufen. Für passionierte Bergwanderer ist die Saykogel-Überschreitung eine fordernde Tagesaufgabe, so auch für uns.

In aller Früh starten wir an der Martin-Busch Hütte. Das Wetter heute eher durchwachsen, aber zum Glück regnet es nicht. Der Weg gabelt kurz hinter der Hütte ab und steigt dann stetig an. Anfangs noch über Wanderwege, wechselt das Terrain zu Geröll und später zu Blockgestein. Immer wieder muss man seine Hände ansetzen, schwierige Kletterei ist es aber nicht. Trotzdem ist der Weg hier und da recht ausgesetzt und vor allem bei widrigen Verhältnissen nicht Ohne.


Hochjochferner vor Fineilspitze

Hochjochferner vor Fineilspitze


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Auf dem Gipfel steht zwar kein Kreuz, der Ausblick ist aber trotzdem grandios. Der Weg ins andere Tal ist ein langwieriger Marsch und zieht sich gefühlt eine halbe Ewigkeit, auch wenn das Hochjochhospitz bereits in Sichtweite gekommen ist.

6-7 h Gehzeit muss man in jeden Fall kalkulieren, daher auch entsprechend Proviant und Getränke an Bord haben.


Übernachten

Hochjoch Hospiz

Gut bewirtschaftete Hütte mit netten Inhabern und leckerem Essen.

Zimmer im Matrazenlager/Bett ab 11/15€ (ÖAV) bzw. 21/28€ (NÖAV)

Auswahl an Tourenmöglichkeiten ausgehend vom Hochjoch Hospiz:

- Saykogel (3350m)
- Guslarspitze (3147m)
- Fluchtkogel (3500m)
- Weißkugel (3739m)

Hochjoch Hospiz
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zur Breslauer Hütte


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Etappe 5: Auf Umwegen zur Breslauer Hütte

Nach einer gemütlichen Nacht im Hochjoch Hospiz (wir hatten ein schickes 2 Bettzimmer ergattert), mussten wir notgedrungen einen Zwischenstopp in Vent einlegen. Ein Paar unserer Bergstiefel zeigte leichte Auflösungserscheinungen, keine guten Voraussetzungen für eine Bergtour auf die Wildspitze. Nach Rücksprache mit dem Bergführerbüro konnten wir ein paar Schuhe vor Ort anprobieren und ausleihen.



Mehr Bilder aus Vent

Also hieß es Abstieg nach Vent. Ursprünglich wollten wir auf dem Hochweg zur Breslauer Hütte via Vernagthütte laufen, das ist der direkte Weg entlang des sogenannten Seuffertweges. Es führt aber alternativ auch ein direkter Weg entlang des Tales nach Rofen und weiter nach Vent. Dort kann man auch die Rofenhöfe besuchen, die höchste dauerbewohnte Siedlung Österreichs.

Nach dem Schuhtausch wollten wir einwenig die geschundenen Knie schohnen und haben die Seilbahn zur Station Stablein genutzt, das verkürzt den Aufstieg zur Breslauer Hütte um 500 Hm. Da wir bereits durch die vorherigen Touren gut akklimatisiert waren, ein Luxus den wir uns leisten konnten.


Übernachten

Breslauer Hütte

Gut bewirtschaftete Hütte mit netten Inhabern und leckerem Essen.

Zimmer im Matrazenlager/Bett ab 38/43€ (ÖAV) bzw. 48/53€ (NÖAV) inkl. Halbpension.

Auswahl an Tourenmöglichkeiten ausgehend von der Breslauer Hütte:

- Wildspitze (3770m)
- Wildes Mannle (3017m)
- Ötztaler Urkund (3556m)

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 Wildspitze (3770m) vom Hauslabjoch

Wildspitze (3770m) vom Hauslabjoch


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Etappe 6: Auf den höchsten Gipfel der Ötztaler Alpen

Wer richtig hoch hinaus will, für den führt eine alpine Bergtour an der Wildspitze nicht vorbei. Mit 3770m ist die Wildspitze nicht nur der höchste Gipfel in Tirol, sondern auch der zweithöchste in ganz Österreich.

Es gibt mehrere Möglichkeiten die Wildspitze zu besteigen, eine der klassischen Varianten startet ab der Breslauer Hütte. Man startet dort in aller Frühe, daher ist es ideal die Nacht auf der Hütte zu verbringen. Die Aufstiegstroute verläuft über den Mittelkarferner, wozu man erst die Moräne des Restgletschers passiert. Kurz vor der Schlüsselstelle Mittelkarjoch wirds steil und es heißt Steigeisen anbinden. Die Passage über das Joch erfolgt in leichter Kletterei, wobei der Steig versichert ist. Anschließend quert man den mächtigen Tachachferner und steigt über den Südwestrücken zum Gipfel auf.


Wildspitze Gipfelkreuz

Wildspitze Gipfelkreuz


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Leider war uns das Wetter nicht gnädig. Dichter Neben hing über dem Berg, so das man kaum 10m sehen konnte. Immerhin blitze der Himmel kurz am Gipfekreuz auf, aber von den umliegenden Bergen war nichts zu sehen.

Unseren Abstieg setzten wir über den kleineren Nordgipfel und den Rofenkarferner fort. Schneefall und schlechte Sicht, sowie Pulverschnee in den man bis zur Hüfte einbrach, erschwerten zwar die Tour, machten Sie auf der anderen Seite zu einer sportlichen Herausforderung.

Ca. 6 Stunden muss man bei guter Kondition für eine Gipfelüberschreitung einplanen.


Wildspitze, Nord und Südgipfel im Nebel

Wildspitze, Nord und Südgipfel im Nebel


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Nach Mittagessen auf der Breslauer Hütte und dem wohlverdienten Gipfelschnaps ging es zu Fuß zurück ins Tal nach Vent, wo wir nach einer guten Mütze Schlaf am folgenden Tag die Heimreise antraten. Das Ötztal ist immer eine Reise wert und bietet sowohl dem engagierten Bergwanderer und auch Alpinisten eine Menge Tourenmöglichkeiten.


Sport & Aktivitäten

Bergführerstelle Vent

Das lokale Bergführerbüro organisiert Touren (privat oder Gruppe) auf die Wildspitze und andere umliegende Berge. Unproblematische Abwicklung und nettes Personal. Ausrüstungsverleih in Vent möglich.

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