Weinberge, Burgen und Schlösser - Ungarn 2018 - Reisebericht von movieguide bei triplib.

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Ungarn
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25 Jahre ist meine letzte Reise nach Ungarn her. Als Ostdeutscher war Ungarn schon zu DDR-Zeiten beliebtes Reiseland, da man hier dem Westen schon sehr nahe gekommen ist. Meine letzte Reise kurz nach der Wende hatte ich trotzdem recht gemischt in Erinnerung. Nun wollte ich dem ehemaligen Ostblockstaat wieder eine Chance geben, vor allem Budapest und seine Vergangenheit reizte mich. Da ich das ganze aber mit einem Familienurlaub verbinden wollte bot sich ein Besuch am Balaton an. Das der größte Süßwassersee Europas mehr zu bieten hat als Planschen und Party soll dieser Reisebericht zeigen.

Budapest


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Früher sind wir lange mit dem Auto nach Budapest gefahren, heute gibt es günstigere Optionen. Mit Ryanair ging es in gut einer Stunde nach Budapest und von dort mit dem Mietwagen in Richtung Balaton. Wir wurden zwar in Ungarn mit strömenden Regen entfangen, aber schon bei unserem ersten Zwischenstopp in Balatonfüred blitzte einwenig die Sonne raus. Der Ort an der Nordküste des Balaton ist ein alter Kurort, inkl. Kurklinikum. Neben alten Herrenhäusern gibt es hier auch eine schöne Strandpromenade inkl. Spielplätzen und einem Anleger wenn man den Balaton mit einem Touristenboot erkunden will.

Wir fahren schließlich weiter einwenig landeinwärts nach Kisapati, wo wir uns ein schönes kleines Appartment abseits der Touristenunterkünfte auf einem Weingut gemietet hatten.


Platten See


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Kisapati ist ein kleines Dorf einige Kilometer entfernt vom Balaton. Mittlerweile sprießen überall in den Weinbergen kleine Appartments aus dem Boden, die sich von den alteingesessenen Touristenunterkünften direkt am Plattensee durch ihre exklusive Lage abheben. Wichtig ist das man hier ein Auto hat, denn ohne kommt man weder hin noch weg.

Typisch für einen Besuch am Balaton ist natürlich der See selbst, wobei man seine Erwartungen hier nicht allzu hoch setzen sollte (sofern man ihn nicht schon kennt). Der Balaton ist ein flacher Süßwassersee, was gut ist für Familien mit kleinen Kindern. Dafür ist das Wasser aber bei naher Betrachtung eine recht trübe Brühe. Immerhin blieb dieses Mal das Fischsterben aus, auch das kommt immer mal wieder vor.

Wenn man keine Unterkunft mit See-Zugang hat, bietet sich ein Besuch der vielen Seebäder an. Der Vorteil hier: diese verfügen über santäre Einrichtungen, Spielplätze, ein paar Snackbars und mitunder auch einen Kinderstrand (üblicherweise hat der Balaton keinen richtigen Strand). Der Eintritt ist vergleichsweise gering (1-2 Euro pro Person) und meist verfügen die Bäder über Liegewiesen wo man sich ausbreiten kann.



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Zum Glück hat die Region um den Balaton aber mehr zu bieten als nur Baden. Besonders die Nordküste bietet eine Vielzahl lohnenswerter Ausflugsziele für Erkundungen.

Ein unbedingten Muss ist ein Ausflug auf die Tihany Halbinsel. Das Dorf Tihany ist zwar sehr touristisch, aber trotzdem noch idylisch genug um zwischen den kleinen Läden und Cafes in Ruhe bummeln zu können. Die Abtei-Kirche trohnt über dem Ort und lohnt einen Besuch. Die Aussicht auf den Balaton ist von hier einmalig. Auf verschiedenen Wanderpfaden kann man obendrein die Halbinsel erkunden.



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Rund um den Balaton gibt es einige interessante Burganlagen, die vor allem für Kids spannende Abwechslung bieten. Am nahegelegensten ist sicherlich die Burg-Ruine Szigliget, die sich unweit des Sees befindet nd einen tollen Ausblick bietet. Neben einen Rundgang auf der Burg selbst, gibt es hier täglich Vorführungen verschiedener Waffengattungen.

Etwas weiter entfernt befindet sich die Burg Sümeg. Diese Burg ist intakt und wurde in jüngerer Vergangenheit aufwändig restauriert - wobei nicht alles geschichtlich akurat ist. Dafür gibt es eine Menge Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder und unterhalb der Burg werden aufwändiger Ritterspiele aufgeführt. Eine packende Reise ins Mittelalter.



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Wer es etwas herrschaftlicher mag, für den lohnt ein Besuch des Festetics-Schlosses in Keszhtely am westlichen Ende des Plattensees. Neben einen Spaziergang durch den Schloßpark und einen Besuch des Schloßes, lohnt auch ein kleiner Abstecher in die Stadt. Insbesondere der schloßnahe Boulevard mit Fußgängerzone und vielen Restaurants lohnt wenn man etwas Zeit mitbringt.



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Eine eher ungewöhnliche Attraktion ist der buddhistische Stupa nahe des kleinen Örtchens Zalaszántó. Der Stupa steht auf einen Weinberg, die Anfahrt ist etwas abenteuerlich, dafür strahlt der Ort eine besinnliche Ruhe aus. Der Stupa ist der Größte in Europa und wurde seinerzeit vom Dalai Lama geweiht. Auch ein Besuch im angeschlossenen buddhistischen Kloster lohnt einen Besuch.


Budapest


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An unserem Abreisetag regnete es zur Abwechslung in Strömen. Da uns heute aber nur der Wechsel nach Budapest bevorstand, war dies jetzt auch kein Drama. Unsere Unterkunft war eine Appartment-Wohnung im angesagten Stadtteil Elisabethstadt. Bars und Kneipen soweit das Auge reicht und jede Menger Touristen. Unser Appartment war in einem Altbau untergebracht und sprach eigentlich eher den sparsamen Traveller an, egal, wir wollten eh die Stadt erkunden. Ersteinmal musste aber der Mietwagen zurück zum Flughafen und anschließend wieder in die City. Prag hat hierfür eine günstige Option: den Airport Shuttle Bus 100E. Der hält direkt am Terminal und fährt direkt in die Innenstadt für ein paar wenige Euros.



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Unseren ersten Ausflugstag in Budapest widmeten wir der Geschichte im Stadttteil Buda, westlich der Donau. Etwas außerhalb befindet sich der Memento-Park, eine Anlage die nach dem Fall der Mauer geschaffen wurde um die vielen Statuen und Skulpturen aus der kommunistischen Zeit unterzubringen. Zwar könnte die Anlage etwas mehr Pflege vertragen, aber einige der Monumente sind beeindruckend. Leider gibt es wenige Informationen zu deren Geschichte. Immerhin eine kleine Austellung nahe des Eingangstors vermittelt etwas Hintergrundwissen.



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Wenn man einmal in der Nähe ist, sollte man in jeden Fall die große Markthalle (Nagy Vásárcsarnok) besuchen. Hier gibt es nicht nur jede Menge Lebensmittel und Souveniers, sondern auch gutes Fastfood wie Langos und Guljas. Auch wenn man nichts Essen will, die Architektur allein ist es schon wert hier einmal vorbei zu schauen.



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Ein weiteres lohnendes Ziel ist der Gellertberg, der sich gut mit der Metro erreichen lässt und von dem sich ein hervorragender Ausblick auf die Donau und den Stadtteil Pest bietet. Die Zitadelle als Festungsanlage ist zwar leider immer noch nicht zugänglich, aber schon allein der Besuch der Freiheitsstatue lohnt den Aufstieg entlang des stufenreichen Weges. Für Kinder gibt es in der weitläufigen Parkanlage obendrein eine Menge Spielplätze. Unterhalb des Berges lohnt darüberhinaus ein Besuch im Felsenkloster, das hier in den Berg gesprengt wurde.



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Elisabethstadt

Da wir unsere Unterkunft im besagten Stadtteil hatten, lag es auf der Hand auch die Attraktionen vor Ort zu erkunden. Ein absolutes für Alljene die sich auch für Geschichte interessieren ist das Haus des Terrors, nahe der Metro-Station Oktogon. Die modern gestaltete Austellung im ehemaligen Hauptquartier der Budapester Geheimpolizei behandelt die Schreckensherrschaft zur Zeit des NS-Regimes und während der Sowjetzeit. Da es sich um eine sehr moderne Inszenierung handelt, kommt auch dann auf seine Kosten, wenn man Museen üblicherweise meidet.



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Elisabethstadt ist darüberhinaus für seine jüdische Gemeinde bekannt. Auf einem Streifzug durch die kleineren Seitenstraßen kann man das ganz gut zwischen den hippen Bars und Barsaren sehen. Ein Muss ist dabei auch der Besuch der Großen Synagoge, allerdings muss man für den Eintritt einen beachtlichen Betrag hinblättern. Allerdings ist das Gebäude im Jugendstil auch von Außen sehr sehenswert.



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Besuch im Parlament

Das vielleicht bekannteste Gebäude von Ungarn ist das Parlament an der Donau. Es ist dem Westminster Parlament in London nachempfunden, was man unschwer erkennen kann, bietet aber auch genug Eigenständigkeit um auch für sich zu Beeindrucken. Wer das Parlament von Innen sehen möchte, ist auf eine geführte Tour angewiesen. Diese wird allerdings in mehreren Sprachen (u.a. deutsch) durchgeführt. Es empfiehlt sich die Tickets im Voraus zu bestellen. Man sieht auf der Tour einige der wichtigsten Räumlichkeiten des Parlaments und auch die alte ungarische Krone. Zwar geht die Tour nur ca. 40 Minuten und man wird auch recht von Raum zu Raum getrieben, aber es lohnt sich trotzdem.



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Vor dem Parlament finden regelmäßig Wachwechsel statt, allerdings fallen diese weniger pompös aus als zum Beispiel in Prag.

Wenn man einmal am Parlament ist, sollte man auch der Kunstinstallation "Schuhe an der Donau" einen Besuch abstatten. Dieses bedrückende Mahnmal erinnert an die Progrome gegen Juden während des 2. Weltkrieges.

Ganz in der Nähe befindet sich auch die eindrucksvolle St. Spephans Basilika, von deren Kuppel man einen eindrucksvollen Blick über die Stadt hat. Die Basilika besitzt mit der "Heiligen Rechten" zudem eine interessante Reliquie: in einer Schatulle versteckt, die gegen Münzeinwurf beleuchtet wird.



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Burgberg und Burgpalast

Ein weiteres Highlight von Ungarn ist der Burgberg mitsamt Burg und der noch bekannteren Fischerbastei. Für einen Besuch sollte man schon einen ganzen Tag einplanen, denn es gibt viel zu sehen. Der schönste Weg führt über die Kettenbrücke zu Fuß über die Donau, wo man am besten eines der Schrägaufzüge nutzt. Der Burgpalast ist ziemlich weitläufig und bietet eine Vielzahl von Museen. Doch auch wer sich nur die Architektur ansehen möchte kommt bei einem Bummel auf seine Kosten.



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Ein sehr bekanntes Fotomotiv von Budapest ist die Fischerbastei, die noch gar nicht mal so alt ist im Vergleich zum Rest des Schlosses. Leider ist Sie auch Opfer ihrer Popularität, so das man hier an Wochenenden und während der Saison nie wirklich alleine ist. Trotzdem muss man den Ausblick von hier einfach mal erlebt haben.



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Das grüne Herz von Budapest

... ist das Stadtwäldchen. Am einfachsten erreicht man diesen großen rechteckigen Park über den Heldenplatz. Der Park besitzt gleich eine ganze Menge lohnenswerter Attraktionen. Für Familien mit Kindern wäre da an erster Stelle der Budapester Zoo zu nennen. Der Zoo ist auf einer Stufe mit vielen anderen internationalen Zoos und die Eintrittspreise moderat.
Sofort ins Auge fällt auch die Burg Vajdahunyad, die wie ein Märchenschloß ausschaut und einige Museen beherbergt. Wenn man nicht gerade im Sommer die Stadt besucht, kann man auch einem der vielen Thermalbäder einen Besuch abstatten. Das Bekannteste befindet sich hier im Stadtwäldchen, das Széchenyi-Heilbad. Die Meinungen gehen hier aber weit auseinander, da der Zustand wohl nicht mehr der Beste ist und das Bad oft aus allen Nähten platzt.


Sehenswürdigkeiten

Besuch im Parlament

Ticketanbieter für geführte Tour, auch in deutsch.

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