Top of Austria - Großglockner Bergtour 2016 - Reisebericht von movieguide bei triplib.

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movieguide
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Nach unserer gemeinsamen Hüttentour durch das Ötztal, ging es für mich nochmal Solo nach Österreich. 2015 habe ich mich mit einem Bergkameraden nach unserer erfolgreicher Venedigerbesteigung des legendären Großglockner - mit 3798m der höchste Berg Österreichs - in den Kopf gesetzt und nun war es daran dies in die Tat umzusetzen.

Eine nicht ganz einfache, aber machbare Bergtour die erwartungsgemäß ziemlich populär ist. Wer will nichtmal auf dem höchsten Berg Österreichs stehen?

Anschließend absolvierte ich noch eine nette Wandertour im Gasteinertal, die auch weniger ambitionierte Bergwanderer meistern können.

Bad Hofgastein


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Statt dem Auto ging es mit Zug via München von Berlin nach Bad Hofgastein. Dank Euro-Spartarif auch zu einem guten Kurs und alles weitestgehend ohne Streß und Verspätungen.

Ziel war Bad Hofgastein, was u.a. bekannt ist für seine Thermalquellen, aber auch für Wanderer einige nette Optionen in der näheren Umgebung bietet. Genächtigt wurde im alten Pfarrhof, einer freundlichen Pension direkt neben der Kirche wo auch schon der Pabst Benedikt wohnte.

Am folgenden Morgen ging es zusammen mit meinem Kletterpartner und einem befreundeten Bergführer mit dem Auto weiter nach Kals, einer der beiden möglichen Startpunkte für eine Tour auf den Großglockner. Sehr interessant war die Auto-Fähre Mallnitz, wo man auf Schienen durch das Bergmassiv fährt.


Übernachten

Alter Pfarrhof

Der alte Pfarrhof direkt neben der Kirche ist ein stilechtes Kirchengemäuer und auch so eingerichtet. Hier nächtigte schon Pabst Benedikt. DIe Zimmer sind günstig und das Frühstück reichhaltig. Wer keine hohen Ansprüche an Komfort pflegt, findet hier eine interessante Übernachtungsmöglichkeit.

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Kals am Großglockner


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Der Normalweg über den Großglockner startet von Kals aus. Am Lucknerhaus (erreichbar über eine Mautstraße) kann man sein Auto kostenfrei parken und in 2 Tagen den Gipfel erreichen und wieder ins Tal absteigen. Alternativ kann man über das Leitertal und die Salmhütte auf den Weg der Erstbesteiger von Heiligenblut aufsteigen. Beide Routen haben einen vergleichbaren Schwierigkeitsgrad. Der Gipfelgrad ist in beiden Fällen gleich, nur der Zusteig zur höchstgelegenen Hütte, der Adlersruhe (Erzherzog Johann Hütte) unterscheidet sich.

Für die Tour sollte man gute Kondition und Fitness mitbringen. Grundlagen des Klettern im II Schwierigkeitsgrad sollten ebenfalls vorhanden sein. Ohne ausreichende Kenntnisse im Bergsteigen und Ortstkenntnis ist ein Bergführer in jeden Fall anzuraten.



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Der Zustieg zur Adlersruhe

Die Tour beginnt am Parkplatz Lucknerhaus wo man sein Auto kostenfrei abstellen kann. Nun gibt es mehrere Optionen - der klassische Weg führt linkerhand zur Stüdlhütte auf 2802m. Eine Variation die deutlich direkter ist, führt rechterhand über den Mürztalersteig. Vorteil dieser Variante ist das dieser Klettersteig schonmal etwas besser auf den Gipfelgrat vorbereitet, da man mit dem Fels in Kontakt kommt. Den Ködnitzkees Gletscher streift man bei dieser Variante nur kurz.

Nach leichter Kletterrei über den Klettersteig erreicht man die auf der Bergschulter gelegene Erzherzog Johann Hütte, die höchstgelegene Schutzhütte Österreichs auf 3454m. Trotz der Lage, lässt es die Hütte an Nichts fehlen: es gibt gutes Essen und gemütliche Lager, nur kein fließend Wasser. Dafür aber einen sensationellen Blick auf die umliegenden Berge.

4-5 h sollte man für diesen direkten Zustieg einplanen.



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Kletterei aufs Dach von Österreich

Der eigentliche Aufstieg zum Gipfel erfolgt je nach Wetterlage zumeist in aller Frühe. Die Nacht ist meist eher unruhig, da der Körper nicht gewohnt ist auf dieser Höhe zu schlafen und mehr vor sich hindöst. Nach einem guten bersteigerfrühstück heißt es die Steigeisen anschnallen und den steilen Gletscheranstieg über das Glocknerleitl direkt hinter der Hütte zu bewältigen um den Kleinglockner zu erklimmen. Über die Glocknerscharte geht es schließlich in leichter Felskletterei zum Gipfelkreuz auf den Großglockner.



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Die technischen Schwierigkeiten sind überschaubar, Grundkenntnisse in der Felskletterei sollten aber vorhanden sein. Problematisch sind eher die engen Felspassagen zwischen Großglockner und Kleinglockner, bei dem sich Auf- und Absteigende Bergsteiger den gleichen Weg teilen müssen. Obendrein erfordert der teils vereiste Fels volle Aufmerksamkeit. Absolute Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind Grundvoraussetzungen.

Für den Auf- und Abstieg benötigt man als geübter Bergsteiger ca. 1-2h, abhängig vom "Verkehr".



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Über die Stüdlhütte zurück ins Tal

Nach einer kurzen Stärkung auf der Adlersruhe ging es an den Abstieg, auch hier hat man wie schon beim Aufstieg mehrere Optionen. Wir entschieden uns dieses Mal für den klassischen Normalweg über das Ködnitzkees zur Stüdlhütte. Der Weg ist leicht zu gehen, der Gletscher arm an Spalten, allerdings geht durch den Gletscherschwund immer wieder Geröll ab.

Auf der Stüdlhütte die z.b. als Bais für den Aufstieg über den anspruchsvolleren Stüdlgrat dient verabschieden wir uns von unserem Bergführer und gehen gemütlich zurück ins Tal zum Parkplatz Lucknerhaus. Eine ereignissreiche Tour findet hier ihren Abschluß!


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Erzherzog Johann- Hütte

Die höchstgelegenste Hütte Österreichs auf 3454m. Trotz seiner exponierten und isolierten Lage eine gemütliche Hütte mit geräumigen Schlaflagerplätzen und guten Essen. Der ideale ausgangspunkt für die Besteigung des Großglockners. Kein fließend Wasser.

ÜN Lager (AV/NAV): 24,80 / 32,80 €
ÜN Zimmer (AV/NAV): 33,80 / 41,80 €

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Stüdlhütte

Die Stüdlhütte auf 2802m ist das südliche Basislager für die Besteigung des Großglockners, insb. beim Aufstieg über den Stüdlgrat. Das moderne Design ist Geschmackssache, lässt in punkto Ausstattung aber keine Wünsche offen.

ÜN Lager (AV/NAV): 12 / 22 €

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Bad Hofgastein


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Auf den höchsten Grasberg Europas

Bad Hofgastein ist sicherlich nicht das Mekka ambitionierter Bergsteiger, wer trotzdem eine schöne Bergtour sucht, wird auch hier fündig. Der Gamskarkogel ist mit 2467m sozusagen der Hausberg von Bad Hofgastein und auch für wenige ambitionierte Bergwanderer zu erreichen. Zum Glück gibt es hier noch keine Seilbahnen zum Gipfel, so das man ohne größere technische Schwierigkeiten, auf schönen Wanderwegen zum Gipfel gelang. Wahlweise auf dem kürzeren direkten Wege (ca. 4 h) oder als Rundwanderweg über den Frauenkogel (ca. 8 h). In beiden Fällen bietet sich eine Übernachtung auf der einmaligen Gamskarkogelhütte auf dem Gipfel an.



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Etappe 1: Über Schmalzscharte und Frauenkogel auf den Gamskarkogel

Der Wanderweg beginnt direkt hinter der Kirche von Bad Hofgastein und schlängelt sich zuerst entlang schmaler Straßen bis zum Annencafe hinauf. Direkt dahinter ist ein Parplatz, so das man sich ggf. eine halbe Stunde Gehzeit sparen kann. Hier ist man direkt an Waldgrenze und steigt jetzt durch die idylische scmale Steige oder über die breite Forstraße aufwärts. Nach ca. 1,5-2h erreicht man auf einer sonnigen Lichtung die Rastötzenalm auf 1740m. Hier kann man sich bei einer leckeren Jause stärken, bevor man die Tour fortsetzt.



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Hinter der Rastötzenalm führt ein schmaler Weg über saftige Wiesen und Weiden zur Schmalzscharte auf, vo wo man aus schöne Einblicke ins gegenüberliegende Tal, bei gutem Wetter hat man Sicht bis zum Dachtstein.

Der Weg führt nun entlang des Grades in südlicher Richtung, wo man wahlweise den Tennkogel überschreiten kann. Am Frauenkogel (2424m) wird der Anstieg nochmal etwas steiler. Unterm Gipfelkreuz kann man dafür dann angenehm rasten und den Ausblick bis zum Ankogel genießen.



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Die letzte Etappe bis zur Gamskarkogelhütte ist ein kurzes Auf- und Ab entlang des Grates. Auf der Gipffelhütte kann man sich nun entspannen und den Tag ausklingen lassen. Die Gamskarkogelhütte ist die älteste Schutzhütte Österreichs und ein uriges Erlebnis. Es gibt nur wenige Lagerplätze, das Ambiente viel persönlicher als auf den "großen Hütten". Der Abend klingt nach einem tollen Sonnenuntergang aus.



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Etappe 2: Sonnenaufgang zum Frühstück

Früh aufstehen ist angesagt, will man den einmaligen Sonnenaufgang von der Gamskarkogelhütte genießen. Die Wirte sind darauf eingestellt, so das man direkt im Anschluß ein leckeres Hüttenfrühstück genießen kann.

Im Anschluß ging es direkt an den Abstieg. Hier hat man die Wahl noch einen Abstecher auf den Rauchkogel einzulegen. Da meine Zeit knapp war und ich den Zug nach München erreichen musste, blieb aber zur der direkte Weg. Wenn man zügig absteigt, schafft man den kompletten Weg zurück nach Bad Hofgastein in 2 Stunden. Mit dem kostenlosen Bus gings zurück zum Bahnhof und in gut 10,5 h nach Berlin. Ein traumhaftes Bergwochenende findet so seinen Abschluß!


Übernachten

Gamskarkogelhütte

Eine richtig urige Hütte direkt auf dem Gipfel mit tollem Panoramablick. Nette Betreiber und sehr persönliche Bewertung. Da es nur wenige Lagerplätze gibt, empfiehlt es sich in der Hochsaison zu reservieren.

ÜN Zimmer (AV/NAV): 28/18 €
ÜN Lager (AV/NAV): 22/12 €

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