TOP of Germany - Auf die Zugspitze (2018) - Reisebericht von movieguide bei triplib.

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movieguide
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Zum Jahresende hieß es noch einmal in die Berge. Bisher habe ich um die Zugspitze immer einen Bogen gemacht - zu touristisch. Auf der anderen Seite war das wuchtige Feslmassiv auf dem Weg nach Österreich schon immer ein besonderer Blickfang. Nun sollte es also doch aufs Dach von Deutschland gehen und da es hierfür mehrere Möglichkeiten gibt, werde ich die Zugspitze mal etwas detailierter vorstellen.

Hammersbach


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Es gibt grundsätzlich 3 Wege zu Fuß auf die Zugspitze:
Variante 1: Wanderung durch das Raintal über Raintalangerhütte und Knorrhütte
Variante 2: Wanderung ab Eibsee über den "Stöpselzieher"-Klettersteig
Variante 3: Klettersteig durch das Höllental
Variante 4: Jubiläumsgrat (nur guten Alpinisten vorbehalten)

Wir haben uns im Vorfeld für eine Kombination aus Variante 3 und 1 entschieden: Aufstieg über das Höllental und den dortigen Klettersteig. Abstieg über den Wanderweg ins Raintal. Am Ende kam es zwar anders, aber so ist das manchmal.

Grundsätzlich kann man jedem angehenden Zugspitzaspiranten empfehlen, die Route nach den eigenen Möglichkeiten auszuwählen. Variante 1 ist technisch am einfachsten, dafür aber länger. Hier empfiehlt sich eine Übernachtung auf der Raintalangerhütte.
Variante 2 ist kürzer, erfordert aber grundlegende Klettersteigerfahrung und Ausrüstung.
Variante 3 ist bereits eine einspruchsvolle Bergtour, die sowohl für Hochtourengänger wie auch erfahrenen Klettersteiggehern genügend Herausforderungen bietet.



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Durch die Höllentalklamm

Der Weg durch das Höllental ist für sich schon eine schöne Tour und wird daher auch häufig von Wanderern begangen. Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz in Hammersbach. Von dort erreicht man recht schnell den Zugang zur Schlucht, der durch dichten Wald führt. Wenn man Zeit hat, sollte man die Tour daher auf 2 Tage aufteilen und kann somit am ersten Tag die Klammwanderung genießen. Es empfiehlt sich Regenbekleidung mitzunehmen, denn es kann hier schnell serh feucht werden.



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Nach der Höllentalklamm ist es nur noch ein kurzer Spaziergang bis zur Höllentalangerhütte. Hier wurde 2015 ein moderner Neubau eröffnet, der sich deutlich mehr an den Wünschen von Tageswanderern orientiert. Für Übernachtungsgäste ist die Hütte trotz ihrer Lager-Zimmer trotz etwas teurer Preise die beste Option. Nach dem Frühstück kann man dann am Folgetag gut erholt die Zugspitze in Angriff. Schon alleine das Panorama des Höllentals von hier darf man sich nicht entgehen lassen.



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Der Höllentalklettersteig

Die Tour von der Höllentalangerhütte ist mit ca. 6 Stunden veranschlagt, die man auch einkalkulieren sollte und entsprechend Verpflegung mit sich führen muss. Es gibt unterwegs kein Trinkwasser und es kann sehr heiß in der Wand werden. Das erste Stück ist ein entspannter Fußmarsch, doch bald erreicht man schon den Einstieg in den ersten Teil des Klettersteigs.



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Der erste Abschnitt ist noch moderat schwierig, bietet mit "Leiter" und "Brett" aber bereits zwei markante Passagen mit schönen Tiefblicken. Einige Kletterpassagen müssen frei absolviert werden, daher sollte man zumindest im II Schwierigkeitsgrad sicher unterwegs sein. Anschließend gibt es wieder ein kleineren Stück zu laufen, bis man entlang des Schuttfeldes zun den Resten des schwindenden Höllentalferners kommt.



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Hier kann man wunderbar eine Pause einlegen und Steigeisen anlegen. Je nach Jahreszeit un Beschaffenheit des Gletschers benötigt man diese zwingend, wobei auch Leute ohne unterwegs sind. Muss jeder selbst wissen. Lange Zeit war der Einstieg in die Wand von der sogenannten Randkluft die schwierigste Passage der ganzen Tour. Im Spätsommer ist der Abstand des Gletschers zur Wand teils schon sehr weit und das Seil für den Einstieg in den Steig nur schwer zu erreichen. im September 2018 wurde die Passage durch ein paar zusätzliche Trittstufen aber vorerst etwas entschärft.



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Der zweite Klettersteig-Abschnitt fordert nochmal konstant den Kletterer, da sich zwar immer leichteres mit ansprucshvollerem Gelände abwechselt, aber man bis zum Ausstieg nicht mehr richtig pausieren kann. Hier und da bietet sich ein Päusschen neben dem Steig an, dabei sollte man aber immer eingeklinkt bleiben. Heikel wird es dann nochmal auf den letzten Metern, da es hier teilweise bei Vereisung recht rutschig werden kann. Generell sollte man immer vorab den Zustand des Steigs klären, da es bei Schneefall und Eis aufgrund seiner Nordausrichtung schnell heikel werden kann. Der Ausstieg ist direkt unterhalb des Gipfelkreuzes. Sobald man diesen erreicht, kommt man in eine andere Welt...



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Dirndl, Sekt und Sandalen - das etwas andere Gipfel-Erlebnis

Normalerweise geht man auf den Berg um die Aussicht und die Ruhe um einen herum zu genießen. Auf der Zugspitze ist das anders. Sobald man den Klettersteig verlässt fühlt man sich wie auf einer Kirmes. Da stehen selfieverliebte Touristegruppen aus Fernost, die sektschlürfende Schikaria und Oktoberfestbesucher in Lederhosen und Dirndls Seite an Seite. Als Bergsteiger fühlt man sich schlagartig wie in einer anderen Welt. Die kurze Kletterpassage zum Gipfelkreuz wird schnell zum halsbrecherischen Abenteuer für all die Seilbahntouristen, die sich auch mal unterm Gipfelkreuz für ein Foto ablichten lassen wollen.



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In all dem Wahnsinn wirkt das urige Münchner Haus wie ein Relikt vergangener Tage - ist es doch fast noch im Urzustand (errichtet 1897) erhalten und auch heute noch das höchstgelegende Schutzhaus Deutschlands. Daneben wirken Seilbahn und Panorama-Terasse wie Fremdkörper und nehmen dem Berg leider viel von seinem Charme. Dafür ist bei gutem Wetter reichlich Platz um die Sonne und ein kühles Bier zu genießen. Vor dem Münchner Haus werden Bratwürste gegrillt, wer will kann sogar eine Postkarte nach Hause schicken. Als echter Alpinist sollte man auch eine Nacht auf dem Münchner Haus verbringen, sollte sich aber bewusst sein das es eine Bergsteigeruntekunft mit sehr einfachen sanitären Einrichtungen und Schlaflagern ist, kein Hotel.



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Wintereinbruch

Der Wetterbericht hatte es schon angekündigt, es soll am kommenden Tag Neuschnee geben und die Temperaturen in den zweistelligen Minusbereich fallen. Insgeheim hatten wir aber die Hoffnung das der Schnee erst später im Tagesverlauf einsetzt. Nach einer ganz guten Nacht auf dem Münchner Haus im engen Lager, staunten wir aber nicht schlecht. Es waren bereits in der Nacht 15cm Neuschnee gefallen und es schneite unaufhörlich weiter. Normalerweise ist der Abstieg ins Raintal trotz einiger versicherter Passagen für Wanderer kein Problem, wenn man wegen der Schneemassen aber die Tritte nicht mehr sieht, wird es schnell zu einem gefährlichen Unterfangen. Die Mitarbeiter hier oben hatten jedenfalls alle Hände voll zu tun um die große Besucherplattform mit der Schneefräse wieder begehbar zu machen für die Touristen in High Heels und Sandalen.... sofern die sich bei dem Wetter hier überhaupt aus der Gondel trauen.



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Nach einigem hin und her entschieden wir uns für die Abfahrt mit der Seilbahn, auch wenn dies für einen echten Bergsteiger eigentlich die schlechteste aller Optionen ist. Wegen eines Defektes der neuen Gipfelseilbahn blieb am Ende nur die Variante mit der kleinen Bahn aufs Zugspitzblatt zu fahren und von dort weiter mit der Zahnradbahn durch den Berg. Schon beeindruckend wie hier vor 100 Jahren ein so riesiger Tunnel durch den Berg getrieben wird. Im Tal angekommen wandelte sich der Schnee in Dauerregen, trotzdem strömten bereits wieder neue Reisegruppen in Richtung Berg. Wir waren dann doch irgendwie froh dem Spektaktel Zugspitze wieder entkommen zu sein.


Übernachten

Höllentalangerhütte

DAV-Hütte am Eingang des Höllentals. Hat leider durch seinen funktionalen Neubau an Charme verloren und ist eher an die Bedürfnisse der Tagesgäste ausgerichtet.

2 Matratzenlager mit je 23 Plätzen,
10 Achtbettzimmer, die aber auch nur kleinere Lager sind

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Übernachten

Münchner Haus

Höchstgelegene deutsche Alpenvereinshütte auf dem Gipfel der Zugspitze. Einfache Bergsteigerunterkunft ohne Luxus, Schlafräume abenteuerlich, aber ausreichend. Schon allein das abendliche bzw. morgendliche Flair auf der Zugspitze ohne Seilbahntouristen entlohnen für die einfachen Verhältnisse.

3 Matratzenlager (1 x 8 Plätze, 1 x 12 Plätze, 1 x 16 Plätze); insgesamt: 36 Schlafplätze

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Garmisch


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Winterliche Wandertour auf den Wank

Zum Glück wandelte sich das Wetter am Folgetag wieder zum Besseren. Es war zwar deutlich herbstlicher, aber die Berge wurden durch den kurzen Wintereinbruch bereits schön angezuckert und wirkten so deutlich imposanter als im Sommer.

Aufgrund der Verhältnisse suchten wir nach einer Wandertour die in nicht allzu hohe Lagen vordringt. Da viel unser Blick auf den Wank, der Hausberg von Garmisch. Wie die Zugspitze ist der zwar ebenfalls durch eine Seilbahn erschlossen, es bieten sich aber verschiedene Wege auf dem Gipfel an. Wir entschlossen uns hier für eine halbe Umrundung des Berges und Aufstieg von der Rückseite. Der Abstieg sollte über den Normalweg nahe der Seilbahn stattfinden.



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Für diese Tour parkt man sein Auto am besten am Parkplatz der Wankbahn und läuft das erste Stück vom Kloster St. Anton. Dort beginnt der eigentliche Wanderweg, entlang der Schalmeischlucht. Nach einiger Zeit erreicht man die Gamshütte (aktuell noch geschlossen, wir neu gebaut) und einige Zeit später die private Wirtschaft des Gschwanderbauern. Hier bieten sich bei guten Wetter bereits einige gute Aussichten auf das Wettersteingebirge. Beim Gschwandnerbauern kann man gut auf der Terasse oder im Wintergarten einkehren und sich stärken für den folgenden Aufstieg.



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Direkt hinter dem Gehöft beginnt jetzt der recht steile Wanderweg, bei in Summe ca. 800hm aufgestiegen werden muss. Durch den Wintereinbruck verwandelte sich die Landschaft auch hier jetzt immer mehr in ein kleines Wintermärchen, zudem beglückte uns die Sonne und die Sicht auf den nördlichen Karwendelkamm hätte besser nicht sein können. Am Ende des Aufstiegs erreicht man den sogenannten Rosswank, der bereits Teil des Gipfelplateaus ist. Von hier hat man eine sagenhafte Panorama-Rundumsicht, sowohl aufs Karwendel wie auch auf die Zugspitze und das Wettersteinmassiv.



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Einmal auf dem Platteau angekommen ist es ein leichtes zum Wank-Gipfel hinüber zu laufen. Hier befinden sich auch mehrere Einkehrmöglichkeiten wie das Wankhaus und die Bergstation der Wankbahn. Beim Wankhaus wurden wir unfreundlich abgewunken, aber durch das schöne Herbstwetter ließen wir uns nicht in unserer guten Stimmung trüben. Man kann auch noch etwas weiter in Richtung des Ameisbergs gehen, der sich auf gleicher Höhe wie der Wank selbst befindet.

Diese Aufstiegsvariante sollte man mit ca. 3 Stunden veranschlagen, je nach Kondition aber eher etwas mehr einplanen.



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Der Abstieg erfolgt direkt unterhalb der Seilbahn in steilen Serpentinen. Über die Eckenhütte erreicht man später wieder Gamshütte und legt das letzte Stück auf dem Weg vom Aufstieg zum Kloster St. Anton zurück. Für den Abstieg sollte man ca. 2h einkalkulieren.


Essen & Trinken

Wankhaus

DAV-Hütte auf dem Gipfel des Wank. Bietet normalerweise Essen, Trinken und auch Übernachungsmöglichkeit, wenn man nicht einen der Ruhetage erwischt. Unfreundliche Hüttenwirtin.

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Essen & Trinken

Sonnenlam am Wank

Panorama-Restaurant mit 180 Sitzplätzen und Terasse an der Bergstation der Wankbahn. Hat leider etwas den funktionalen Charme einer Kantine.

Meine Bewertung

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