Den ersten Stopp legen wir bei El Djem, dem drittgrößten Amphitheather der Welt oder dem größten Nordafrikas, ein. Das relativ gut erhaltene Bauwerk aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. fasziniert mich, wenn man sich vorstellt, dass hier vor Hunderten von Jahren Sportveranstaltungen, Löwenkämpfe und andere Kriegsspiele stattgefunden haben.
Weiter geht es durch die Sahelzone zu den Höhlenwohnungen in Matmata, inmitten einer gebirgigen Kraterlandschaft, die auch bei Filmaufnahmen zu "Krieg der Sterne" schon als Kulisse diente. Die von Berbern im Lehmboden erstellten Behausungen sind meist nicht mehr bewohnt und haben mehr Museumscharakter. Jedenfalls ist es unten schön kühl.
Am Spätnachmittag erreichen wir Douz am Rande der Sahara. Die Kameltreiber warten schon und fordern uns auf, uns wie Berber zu verkleiden. Mir ist das zu albern und ich steige in ziviler Kleidung auf mein Kamel. Dann reiten wir in die Wüste hinein. Nach kurzer Zeit ist nur noch Sand vor, neben und hinter uns zu sehen, gewaltige Dünen erstrecken sich bis zum Horizont.
Die Nacht verbringen wir in einem Hotel in der Wüstensiedlung Douz. Nach dem Abendessen unterhalte ich mich an der Bar längere Zeit mit einem sympathischen Reiseleiter einer anderen Gruppe. Er erzählt, dass sich ein Italiener im Vorjahr mit dem Motorrad in der Sahara verirrt und nicht zurückgefunden hat. Seine Begleiterin gibt eine Vermisstenanzeige auf, die von der Behörde aber ignoriert wird. Aus Sorge, dass die Einheimischen bei der Suche Antilopen schießen könnten, die tatsächlich in der Wüste anzutreffen sind, verweigern sie den Suchauftrag.
Dabei kennt die einheimische Bevölkerung die Gegend wie die eigene Westentasche, hat Orientierungspunkte und an bestimmten Stellen Trinkwasser vergraben, so erzählt es zumindest mein Gesprächspartner.
Er klärt mich auch auf, dass die Dame neben uns dem ältesten Gewerbe der Welt nachgeht, das hätte ich hier nun nicht vermutet.