Insgesamt wirkt Lettland verlassener und nicht so sauber wie Litauen. Beim Spaziergang sehe ich elegante Leute, aber auch einige in heruntergekommener Kleidung, eine ältere Frau hat noch Zeitungen um die Füße gewickelt, die aus den Schuhen herausschauen.
Der Blick auf die Altstadt, die Brücken, die vielen Kirchen, ist wunderschön. Plötzlich fühle ich mich in der Heimat: die Bremer Stadtmusikanten. Es ist, wie ich später lese, ein Geschenk Bremens aus den 90er Jahren.
Auch in Riga sieht man viele Busse und LKW mit deutschen oder anderen Firmennamen.
Neben meinem Hotel ist eine Musikschule, tagsüber ist immer Gesang zu hören.
Man kann in Riga wunderschön bummeln, es gibt viel zu sehen. Große Parks laden zum Verweilen ein, ich schlendere durch die Esplanade mit dem J. Rainis-Denkmal, an seinem Geburtstag wird alljährlich ein Literaturfestival eröffnet.
In der Innenstadt ist der Pulverturm, ein früherer Verteidigungsturm, sehr sehenswert, der Dom mit Domplatz, der Gildeplatz mit den Gildehäusern, das Katzenhaus, das Drei-Brüder-Haus, das Schwedentor und, und, und. Man kann diese Aufzählung noch lange fortsetzen. Auf dem Domplatz treffe ich wieder die beiden deutschen Reisenden. Mein Zahn zwickt und macht mir etwas zu schaffen.
Einen grandiosen Ausblick habe ich vom Turm der Petrikirche, einen weiteren wunderschönen Panoramablick auf die Stadtsilhouette hat man vom anderen Ufer der Düna (Daugava).
Das Schloss kann momentan nicht besichtigt werden, es wird renoviert und soll zum Sitz des Staatspräsidenten ausgebaut werden.
Im Park nahe meinem Hotel ist die orthodoxe Christi-Geburt-Kathedrale, sie wurde zu UdSSR-Zeiten als Planetarium und Haus des Wissens zweckentfremdet und wird nun wieder ihrer alten Bestimmung zugeführt.