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Suedafrika 2011
27.10.2011-18.10.2012
Länder: Deutschland
Sendemast fuer Mobiltelefone, chic kaschiert |
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Noch -12 Tage
So langsam werde ich hippelig, noch 12 Tage und da folgt mein (bisher) längster Flug. Immerhin knappe 9000 km.
Bierwerfen |
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Keine Woche mehr....
Die letzten Vorbereitungen laufen an. So habe ich heute meinen Int. Führerschein ausstellen lassen und habe die "To Do" Liste erstellt.
Offene Punkte sind zzt. Reiseapotheke, das Kopieren der Reisedokumente und Liste der wichtigen Adressen.
Ansonsten arbeite ich bis zum Mittwochmittag und fahre dann nachmittags gen Hamburg. Donnerstag geht es dann über Istanbul nach Johannesburg (14h), Freitagvormittag ist das Ziel erreicht :-)
Braai, fast an jeder Strassenecke qualmt der Grill |
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Verdammt! Eine Erkältung naht....
Heute morgen Halsschmerzen, dann nachmittags Kopfschmerzen, beim Sport geschwächelt und jetzt Gelenkschmerzen... Manno! Das kann ich jetzt nicht gebrauchen!!!
N8.
Buecherliste |
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Immer noch erkältet und keine Lust, den Koffer zu packen...
Hmm, irgendwie fehlt die Lust, das "Gebelle" nervt!
Egal, ich hatte ja schon Vorbereitungen getroffen und vorgelegt.
Heute habe ich meine Reiselektüre zusammen gestellt:
Charlotte Link "Der Verehrer"
Sebastian Fitzek "Das Kind"
Johann Theorin "Nebelsturm"
Karin Slaughter "Verstummt"
Anflug JNB |
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Hamburg – Istanbul – Johannesburg
Der Flug mit Turkish Airline nach Istanbul war war in Ordnung, leider waren die Sitzabstände im A300 doch recht eng. Egal, nach 20 min Verspätung waren wir in Istanbul und 40 min später schon auf dem Weg nach Johannesburg. Mal schauen, ob auf dem Rückweg Zeit ist, die ganzen Mekka-Pilger mal zu fotografieren.
Der Nachtflug war sehr ruhig und ich habe mal wieder festgestellt, das ich lange keinen Nachtflug mehr hatte: die ganze Nacht mit Schlafbrille geschlafen... „Oh, ist das dämmerig im Flieger!“, Fensterklappe hoch geschoben und was soll ich sagen? Um 5:30h scheint in 11.000m die Sonne....
8:10h Landung in Johannesburg, perfekter Abholservice durch den Onkel meiner Freundin und die ersten Eindrücke sammeln.
Unser Hauptwohnsitz ist in der Provinz Gauteng, Ort Benoni. liegt knapp 13km östlich von JNB.
Das Erste, was auffällt, alle Grundstücke sehen aus wie Knastanlagen: mind. 2m hohe Mauer und zu 80% mit gespannten S-Draht versehen. Auch befindet sich zu 97% gelbe Tafeln an den Mauern/Zäune, die darauf hinweisen, dass die Häuser durch einen privaten Wachdienst geschützt sind. Onkel klärte uns auch diesbezüglich auf, das, wenn die Alarmanlage losgeht, wir uns möglich auf dem Boden legen sollten, das der Wachdienst innerhalb von 2min auf dem Grundstück sind und auch Waffen einsetzen.
Dafür haben die Grundstücke hier in der Straße hier eine recht handliche Größe: alles sind immer 12.000 qm groß (Aufsitzmäher ist hier Pflicht -lach-)
Der Onkel ist mittlerweile Pensionär und sehr aktiv in der südafrikanischen/deutschen Aufbauhilfe, zzt. fungiert er als Bauleiter für eine Bäckerei in einen neuen Township. Die ZA-Regierung möchte bis 2020 ca. 2 Mio. Blechhütten geräumt haben und dafür feste Steinhäuser als neue Siedlungen bauen.
Die jetzige Bäckerei stellt nur Kuchen und Kekse her und besteht aus drei zusammen geschweißte Container, im neuem Gebäude soll noch Brot dazukommen und weitere 4 Arbeitsplätze.
In der Nachbarschaft ist ein Pflegeheim für körperlich und geistig Behinderte neugebaut worden, sehr großzügig und offen angelegt.
Noch eine nette Landesinfo, JNB war ja mal die größte Förderstätte was Gold anging, überall um JNB herum sind die Abraumhalden angeordnet und teilweise über 20-30 J. alt. Zzt. werden sie alle wieder umgeschichtet, da mit neuen Verfahren noch 2-3 gr Gold pro Tonne gefördert werden kann. Der momentane Goldpreis rechtfertigt dieses Verfahren!
Wetter:
zzt. sind tagsüber entspannte 25 bis 28°C und ein leichter Wind, abends ab 19h kommen schwere Gewitter auf, Blitze, wie man sie aus Spielfilmen kennt und gewaltiges Donnergegrolle. Weiterhin regnet es die ganze Nacht. Macht aber nichts, tagsüber scheint ja die Sonne.
Das ist der Unterschied zwischen JNB und Kapstadt. JNB regnet es im Sommer, in Kapstadt im Winter.
Ich liebe Erdnussbutter! |
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JNB, Tag 2
Heute kompletter Familienausflug wegen Einkauf: a. Getränke für den Benoni Tennisclub kaufen (Onkel ist Präsident, das verpflichtet...) und die Nachbarn und der Sohn mit Frau kommen zum grillen (Braai), Deutschlandbesuch ist ja da, da muss man ja mal ein Wort schnacken.
Was toll hier ist, Alkohol und Zigaretten werden außerhalb aus dem Supermarkt verkauft, man gibt seine Bestellung auf und dann wird die Bestellung zusammengestellt, bezahlt und zum Wagen gebracht. Diesen Service, den Einkauf zum Wagen bringen, ist hier Standard. Man gibt dann ein paar Münzen. Was auch interessant ist, es gibt Autobewacher... auch die bekommen ein paar Münzen, allerdings bezweifle ich, dass sie potenzielle Autoknacker von ihrer Tat abhalten würden.
Getränke schnell zum Tennisclub gebracht, Brot und Zeitung auf dem Rückweg eingekauft und um 13:30h wieder zuhause gewesen, Onkel macht den Mittagsschlaf „Weckt mich um 14:55h, ich muss den Grill noch reparieren“. Alles klar, die Gäste kommen ja erst um 15h (uii, sie waren auch pünktlich).
Nettes Grillen war angesagt, die Party endetet um 21h, pünktlich um 23h kam dann das Gewitter mit dem Regen.
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JNB, Tag 3 + 4 (So. + Mo.)
Heute war JNB „Bruma Market“ angesagt, DER Künstlermarkt schlechthin, viel Kitsch und Schund → DVD, CD's, aber auch halt afrikanische Kunst:Holzmasken, Glasperlentiere, Schnitzereien aus Holz, Speckstein, Schmuck, Möbel, Kleidung etc.
Oh! Was für eine Enttäuschung! Eine riesige Baustelle, 2/3 von dem Markt ist einer riesige Baustelle gewichen. Egal, die ersten 4 Andenken wurden dort eingekauft, aber der Flair ist weg, früher gab es dort noch, in der Fressecke, Musiker oder Straßenkünstler. Dafür haben sie den Eintritt von 50 Rand auf 20 gesengt (10 Rand = 1 Euro).
Einmal die Straßenseite gewechselt und ab ging es wieder in das 21. Jhd., eine Einkaufs-Mall vom Feinsten und auch ein anderes Publikum → Eastgate Office Center
Auf dem Rückweg die eine oder andere Religionsgruppe auf der Wiese, alle komplett in Weiß gekleidet.
Abends gab es wieder ein wunder prächtiges Gewitter, wieder herrliche Blitze, Starkregen und am nächsten Tag sah man den einen oder anderen lädierten Baum. Bei uns selber ist durch den Regen der Werkstattbereich „abgesoffen“ und der Stromkreis ist gestört (einer von Dreien und der Ersatzgenerator steht auch noch zur Verfügung).
Montag musste der Onkel ein paar Bankgeschäfte erledigen und noch zu der Industrie- und Handelskammer (arbeitet er ihm Ehrenamt, betreut zB die Bäckerei), danach haben wir dann ein Treffen mit einem Künstler, der von der Kammer unterstützt werden soll. Da der Onkel gute Businesskleidung an hatte, bin ich schnell aus die Hose gesprungen und in das Kleid geschlüpft. Ein Mitarbeiter der IHK brachte uns dann zum Künstler. Ok, er arbeitet in einer ehemaligen Post, sah aus, wie der Rasterman persönlich (die Pupillen übrigens auch) und dann ging es rein.
Uiii! Keine Galerie, die Bilder hintereinander gestapelt, meistens Gebäudedarstellungen, ein paar Portraits, alles in Öl.
Im Nebenraum hörte man Klopfgeräusche, Tür auf, völlige Dunkelheit, Licht an. Da saß dann Rasterman 2, ca. 1.50 – 1.60 groß, wirres Haar, Vollbart. Holzhauer, Lieblingsmotiv: Bergbauleute bzw. Holzsäulen mit vielen Köpfen, alles sehr grob gehauen und aus alten Eisenbahnbohlen hergestellt.
Wie eingangs schon erwähnt, die beiden Künstler werden von der IHK unterstützt, haben noch kein einziges Werk verkauft. Der Onkel fragte nach dem Preis für das Portrait Mandela's. Die schnelle Antwort: 4.000 Rand, Onkel hat sich kommentarlos umgedreht und ist rausgegangen.
Wir dann auch und draußen vor der Tür erst mal sehr sehr tief durchgeatmet. Soviel zum Künstler und die Vorstellung einer Galerie...
Zwischendurch haben wir noch eine Tischreservierung für das Restaurant „Jimmy's Killer Prawn“ vorgenommen, angeblich ein der besten Garnelenlokale in JNB. Ich war erstaunt, JNB liegt im Landesinnere von ZA, die Küste ist ja Meilen entfernt, aber laut Aussage vom Onkel wird der Garnelenmarkt von den hier anwesenden Portugiesen und Griechen gesteuert und die Garnelen kommen aus Mosambik.
Das Essen war eine Wucht (siehe Bilder), leider ist der Services wohl nicht mehr so gut, Onkel meinte, er wäre jetzt das letzte Mal hier. Was aber allerdings Charme hatte, war der Stromausfall.
Das betreffende Stadtteil war komplett Stromlos, Lokal dunkel (mangelnde Wartung Generator, die Besitzerin hat sich dafür entschuldigt), keinerlei Straßenbeleuchtung. Ok, die Küche arbeitet mit Gas, flugs ein paar Kerzen verteilt und schon ging es weiter. Die Gäste nahmen es gelassen hin, das passiert halt öfters.
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JNB, Tag 5 (Di.)
Heute war ein ruhiger Tag, wir haben die Sachen für den Trip nach Kapstadt zusammen gepackt. Morgen früh geht es dann los, eine Woche Kapstadtregion -froi-
Heute Abend werden noch Freunde vom Onkel besucht, Mikel, vor 40. Jahren aus Berlin nach JNB gekommen und hat hier einen eigenen Zerspan-Betrieb aufgebaut, allerdings hat es ihn ein wenig geschüttelt in 2009, aber es läuft wieder.
Ok, dann um 20h die SMS, dass unser Flug gekanzelt ist und wir erst eine Stunde später fliegen werden (nicht schlimm, so klingelte der Wecker erst um 7h).
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JNB-CPT, Tag 6 - 8 (Mi. - Fr.)
1 3/4h Flug und bestes Wetter in Kapstadt. Schnell das Mietauto abgeholt und immer das Mantra im Kopf „Rechte Schulter Mittelplanke“. Was mich dann völlig überraschte war die Schaltung: linke Hand! (wie blöd kann man sein....) OK! Ich habe nur 2x in den sieben Tagen mit den manuellen Fensterheber schalten wollen ;-)
Ab auf die N2 Richtung Sommer Set und weiter auf der R44, eine wunderschöne Küstenstraße am indischen Ozean. Zwischendurch kleine Stopps für die Aufnahmen, leider habe ich auch den Warnhinweis für den weißen Hai gesehen (Der weiße Hai weiß das du da bist!) und schon schwand meine Lust zu baden, gut, ich wusste da auch noch nicht, dass das Wasser mal gerade 14°C hat!
Irgendwann waren wir dann in Hermanus, knapp 90 km östlich von Capetown. Der Ort entstand Mitte des 19. Jhd., die Stadtrechte bekam sie 1904.
Kleine lustige Anekdote, der damalige Bahnmanager fand den Ort so natürlich, dass er beschloss, keine Bahnlinie hierher zulegen, damit der Ort von Tagesausflüglern verschont bleibt. Die Stadt hat zwar immer noch den Bahnhof, aber immer noch keine Schiene.
Die Besonderheit von Hermanus ist die Lage an der „Walker Bay“, zwischen Juli und Dezember kommt der „Südlicher Glattwal“ oder auch Südkaper zum kalben vorbei. Das wussten leider auch die Walfänger und somit war der Bestand 1937 auf 35 Wale geschrumpft. Durch rigorose Schutzmaßnahmen ist der Bestand wieder auf 7000 gewachsen. Diese Walart kann bis 17m lang werden und bis zu 80 t schwer werden. Das Kalb kommt nach ein Jahr Tragzeit mit 6 m Länge und bis zu 1,5 t zu Welt und wächst dann bis zu 3 cm am Tag und nuckelt 100l Milch weg. Ihre Wanderstrecke Kalt/Warm-Gebiet beträgt bis zu 3000 km.
Leider ist das Wetter umgeschlagen, somit haben wir den 2. Tag dann mit einer Autofahrt Richtung Gansbaai, ca. 80 km östlich von Hermanus. Wilde rauhe Steilküste, sagenhafte Wellen, dazwischen ein wenig Strand und Weinanbaugebiete :-) Große Attraktion ist allerdings der weiße Hai, der dort in staatlicher Menge vorkommt.
Da habe ich mein Traumhaus gefunden, kubistische Bauweise und die Badewanne mit Ausblick auf die Bucht. -seufz-
Toller Aussichtspunkt ist auch der „Danger Point“ mit dem Leuchtturm, gebaut 1895. Dort befindet sich auch eine Gedenktafel für die Opfer des Schiffsunglückes des Dampfschiffes „H.M.S Birkenhead“ ein britischer Truppentransporter mit zwei Dampfmaschinen, gebaut 1845. Zuerst hieß das Schiff „Vulkan“, aber im Zuge des 8. Kaffernkrieges (Kolonnisten gegen die Xhosa's wurde der Dampfer 1848 umgebaut.
Im Februar 1952 ist sie von Irland Richtung Kapstadt in See gestochen und hatte ca. 490 Armeeangehörige, 130 Mann Besatzung, 3 Ärzte, 25 Frauen und 31 Kinder am Bord.
Am 26.02.1852 bemerkte der wachhabende Offizier, das die Lotleine nur noch 22 m Wassertiefe anzeigte und im nächsten Moment lief die Birkenhead auf einen nicht eingezeichneten Felsen auf. Die unteren Decks wurden sofort geflutet und ein Großteil der Soldaten ertranken. Die restlichen Personen sind dann diszipliniert an Deck angetreten und es wurde versucht die acht Rettungsboote zu Wasser zu lassen, es klappte mit dreien.
Jetzt kommt die Birkenhead-Regel zu tragen, der Major Alexander Seton rief die Parole aus „Frauen und Kinder zuerst!“ und ersetzte damit die alte Regel: „Jeder für sich!“ . Er ertrank, wie auch der Kapitän, aber alle Frauen und Kinder überlebten!
Zwischenzeitlich wurden die Pferde ins Wasser gelassen, die allerdings gleich von den Haien gefressen wurden, wie ebenso die verzweifelten Männer, die ins Wasser sprangen.
Nach 30 min. sank das Schiff und nur 193 Personen überlebten.
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Tag 9, Ostküste – Kapstadt, Sa.
Es wird Zeit Hermanus wieder zu verlassen und Richtung Kapstadt zu fahren, allerdings haben wir noch zwei Punkte für die Rückfahrt:
Betty's Bay – Stony Point, die Pinguinkolonie und „Harold Porter National Botanical Garden“
Für beide Punkte möchte ich gerne auf einen Link hinweisen, www.ingrids-welt.de/reise/sa/ovbetty.htm und www.ingrids-welt.de/reise/sa/ovgarden.htm, sie hat einfach einen tollen Bericht dazu geschrieben.
Leider war das Wetter etwas bescheiden, es regnete, aber je näher wir nach Kapstadt kamen, um so besser wurde das Wetter.
Check in war dann im Cape Town Ritz Hotel.
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