Frankfurt - Hong Kong - Australien - Reisebericht von aendiraendi bei triplib.

Subtitle

Short description for search engines
aendiraendi
Mitglied seit: 09.09.2009
Reiseberichte: 4
Reisetipps: 0
Fotos: 81
Länder: 5
Freunde: 1

Meine Reisestationen

Werbung

Weitere Inhalte

 

Australien
Alle Reiseberichte (53)
Alle Fotos (2520)
 

Deutschland
Alle Reiseberichte (245)
Alle Fotos (3635)
 

Finnland
Alle Reiseberichte (7)
Alle Fotos (80)
 

Hong Kong
Alle Reiseberichte (13)
Alle Fotos (191)
 

6 Fotos | 0 Reisetipps | 2734 Views

Bewertung: 2 2 2 2
(Anzahl der Bewertungen dieses Berichts: 2)

Ulm

Abreise

So sieht der Rucksack aus.


Helsinki

Zwischenstopp in Helsinki

Wusstet Ihr, dass die Mummins (Moomins) aus Finnland stammen (Fragezeichen, das hier nicht funktioniert)


Hong Kong

15.9.09

Nachdem ich 2 Naechte fast nicht geschlafen habe - die erste vor Aufregung, dass ich morgens nicht verschlafe, die zweite im Flugzeug - bin ich sehr sehr muede endlich in Hong Kong angekommen. Puenktlich zum Taifun, so dass im Moment grad gar keine Busse vom Flughafen in die Stadt fuhren. Auch die Landung hatte erst beim zweiten Mal geklappt wegen zu viel Wind. Schliesslich fuhr der Bus aber dann doch und mein Hotel hab ich auch gleich gefunden. Hotelzimmer in Hong Kong sind ausgebaute Schuhkartons, also das Bett stoesst an 3 Waenden an und dann hat man noch 50 cm bis zur 4. Wand. Im Bad steigt man ueber die Kloschuessel zur Dusche. Aber alles war immerhin sauber und in Ordnung. Nur sobald man vors Hotel trat... Ich, hundemuede gerade in einer fremden Stadt angekommen, in dieser erschlagenden, schwuelen Hitze, und dann staendig als idealer Kaeufer von allem Moeglichen auserkoren... Ich hab schon fast Mordfantasien entwickelt. Staendig dachte jemand ich braeuchte unbedingt ne Rolex oder einen geschneiderten Anzug - also natuerlich nicht einen sondern mindestens 2 oder 3. Ich konnte mich sogar in einer Gruppe von 20 Leuten verstecken, aber die "taylor", ueberwiegend aus Bangladesh, die ungefaehr alle 10 Meter lauerten, erkannten zielsicher in der Menge mein Beduerfniss nach einem neuen Anzug.
Und dann diese Menschenmassen. Man befindet sich eigentlich in den meisten Vierteln Hong Kongs in einem regelrechten Ameisenhaufen. Wahnsinn. Wahnsinnig interessant auch, aber auch etwas zu viel fuer mich am ersten Tag. Dazu kam, dass es die ersten 2 Tage wie aus Kuebeln goss - Begleiterscheinungen des Taifuns.
Man kann in Hong Kong zwar fast stundenlang ueber ueberdachte Passagen und Bruecken laufen - aber der Regen kam halt auch von der Seite und so wurde ich auch klatschnass bis auf die Haut. (Die Regenjacke lag schoen trocken im Zimmer.)
Toll ist aber die Ansicht auf Hong Kong Island -das Zentrum von Hong Kong ist naemlich auf einer Insel- vom gegenueberliegendem Ufer mit dem Stadtteil Kowlon. Ein superbeeindruckendes Wolkenkratzerpanorama mit dahinterliegenden Bergen. Besonders genial ist das abends, wenn mit den Lichtern der Hochhaeuser eine musikuntermalte Show veranstaltet wird.
Genial war es auch, einfach abends durch die Strassen zu ziehen und die ganzen bunten Leuchtreklamen auf sich wirken zu lassen. Da es die ersten 2 Tage aber richtig heftig geregnet hat, konnte man viele Sachen leider nicht machen. Regenprogramm war dann beispielsweise das echt gut gemachte historische Museum und ueberdachte Maerkte im Stadtteil Mong Kok, wo ich auch zu Mittag ass. Das Essensangebot war natuerlich nur auf Chinesisch, aber eine selbstbewusst aber nicht besonders gut Englisch sprechende Bedinung half mir und wir einigten uns auf Seafood irgendwie mit Curry. Das Rindfleisch mit Curry schmeckte auch sehr gut.
Der zweite Abend blieb dann trocken und ich besuchte das Pferderennen. Das war ne tolle Atmosphaere - alle Chinesen und Englaender im Wettfieber..., allerdings in getrennten Abschnitten.


17.9. Macau

Am dritten Tag bin ich in die ehemalige portugiesische Kolonie Macau gefahren und hab dort in einem kleinen aber netten Hostel uebernachtet, das eigentlich nur aus 3 Zimmern bestand. Obwohl sowohl Macau als auch Hong Kong wieder zu China gehoert, muss man die kompletten Ein- und Ausreiseformalitaeten erledigen. Doch das Wetter war jetzt wieder gut, natuerlich tropisch schwuel-warm, aber kein Regen. Und alles war gleich viel relaxter. Auf dem Weg vom Faehranleger zur Innenstadt faehrt man an mehreren sehr pompoesen Casinobauten vorbei. Was ich noch nicht wusste- das war erst der Anfang. In Macau entsteht die groesste Casinostadt der Welt, die Las Vegas den Rang ablaufen will. Bereits jetzt hat Macau hoehere Gluecksspieleinnahmen als Las Vegas! Chinesen sind scheinbar ein aeusserst glueckspielsuechtiges Voelkchen... Die Innenstadt von Macau ist schoen und surreal. Lauter Gebaeude wie in portugiesischen oder spanischen Hafenstaedtchen, aber halt mitten im Kino. Auf dem Stadtbuckel die Ueberreste einer Kirche, d.h. die Fasade steht noch. Alles irgendwie sehr romantisch aber surreal.
Abends dann in die Casinowelt eingetaucht (ohne allerdings selbst zu spielen, meistens spielten sie eh Bakarat). Etwas ausserhalb wurde extra eine Insel aufgeschuettet um dort ein komplettes Casinoareal zu bauen. Das Venetian - eine Kopie des Venetian in Las Vegas, nur groesser - steht schon. Mit Canale Grande und Gondeln auf denen man sich von Gondelieren besingen lassen kann.


18. 9. back to Hong Kong

So, nachdem ich einen super-budget-reisenden Schotten abgeschuettelt hatte, hatte ich noch 24 Stunden Zeit, auch mal bei schoenem Wetter Hong Kong zu erkunden. Dazu gehoerte ein Bummel durch die mit Menschenmassen ueberschwemmten Strassen von Hongkong Central (dieses Mal uebernachtete ich nicht in Kowlon, sondern auf der Hongkong Island) und ein schweisstreibender Streifzug an und in den Bars und Cafes entlang des Escalator, einer ewig langen Rolltreppe. Die Rolltreppe ist zwar praktisch, aber man schwitzt halt schon bis man sie erreicht. Einen Ausflug zur Insel Lantau, auf der seit 1997 der groesste Buddha der Welt steht, liess ich mir am naechsten Tag nicht nehmen. Man kann den Buddha auch gut vom Flugzeut aus sehen. Schliesslich hoch auf den Peak, der dem Zentrum Hong Kongs naechstgelegene Berg. Von da hat man wunderschoene Ausblicke auf das in die Daemmerung uebergehende Hongkong. Richtig traumhaft...
Zum ziellosen umherbummeln, auf das ich nochmal Lust gehabt haette, blieb leider keine Zeit mehr. Der Flieger ging um 23.15.


Verschoben...

Pustekuchen. Kein Flieger um 23.15 Uhr. Pilot krank, alle ab ins Airport Hotel und morgen um 9.00 wieder kommen.
9.00 Uhr- Pustekuchen. Alle sitzen im Flugzeug nur die Setbox geht nicht. Was auch immer das ist. Nach einer Stunde wars repariert, bzw die Setbox 2 angeschlossen und wir fuhren auf die Startbahn.
Tja und da geht Setbox 2 auch nicht mehr, also zurueck, alle aussteigen, um 12 gings endlich los.
Irgendwie hatte aber niemand Angst.


Brisbane

20.09.

Nach einer Nacht im Hilton Hotel auf Kosten der Fluggesellschaft wurde es langsam Zeit Australien zu betreten. Auf dem Flug hab ich ja schon gezweifelt und mir ueberlegt, was ich da eigentlich mache. Aber jetzt gins los. Eigentlich hatte ich ja geplant, meine Reise in Byron Bay zu starten, aber aufgrund der spaeten Ankunft blieb mir gar nichts anderes uebrig als nach Brisbane zu fahren.
Brisbane ist nach Hong Kong ein krasser Kontrast. Platz und keine Hektik. Entspannte Menschen. Alles irgendwie recht nett und zum Wohlfuehlen. Einige alte, also fast 100 Jahre alte Gebaeude stehen im Schatten von neuen Hochhaeusern und Spiegelfassaden. Im Hostel unterhalte ich mich dann mit David, der work & travel gemacht hat. Der erzaehlt mir ueble Geschichten ueber das work&traveln. Bei ihm selbst war es noch ganz OK, ausser dass er von den letzten 3 Monaten 2 in einem working hostel mitten im Nirgendwo festsass, auf einer fruit picking farm gearbeitet hat und eigentlich nicht viel Geld verdient hat, weil nicht genug Arbeit da war. Er konnte kaum mal 30 Stunden in der Woche arbeiten, und so blieb nach Wohnen und Essen nicht viel uebrig. Die Jobs werden auch bei wenig Arbeit vergeben, damit die working hostels voll werden und bleiben. Mit denen wird wohl das eigentliche Geld verdient. So hab ich das inzwischen von vielen gehoert. Diese working hostels sind dabei uebelst schmuddelig. Bei anderen kams noch schlimmer. Die mussten 100 Dollar Pfand bezahlen, damit sie mindestens 4 Wochen im Hostel bleiben. Nach ein oder zwei Tagen Arbeit wurden sie dann gefeuert, mussten folglich auch aus dem Hostel ausziehen und die 100 Dollar waren auch weg. Die Betroffenen hatten auch das Gefuehl, dass das ein abgekartetes Spiel war. Das Problem ist halt auch, dass es viel zu viele Arbeitswillige Traveller gibt, vor allem Abiturienten aus Deutschland, und viel zu wenig Arbeit. Dazu die Konkurrenz aus Asien, die das fruit picken wohl einfach besser koennen als unsere zart beseiteten Abiturienten. Am besten machen es eigentlich die, die ich spaeter in Byron getroffen habe - einfach an einem netten Ort ein paar Stunden arbeiten - ohne Bezahlung, gegen freie Kost und Logis. Zum Beispiel 2 bis 3 Stunden in einem Hostel und wohnen und essen dafuer umsonst. Oder die, die ein paar Stunden am Abend Rikscha durch Byron fahren. Oder die, die am Strandparkplatz nach dem Surfen mit einem Gaskocher auf dem Auto Crepes mit Nutella fuer 1 $ verkaufen. Ist zwar nicht das ganz grosse Geschaeft, aber die naechsten paar Bier lassen sich damit bezahlen.
Zurueck zu Brisbane. Auf einem Stadtrundgang kann man eigentlich das meiste von Brisbane kennenlernen. Wie gesagt ist die Stadt einfach nett und angenehm. Der Fluss windet sich durch die Stadt und wenn man gerade von Sueden nach Norden laufen wuerde, wuerde man ihn 2 bis 3 Mal ueberqueren. Auf der South Bank ist ein kuenstlicher Badestrand angelegt, darum herum ein tropischer Park. Wenn es Abend wird hat man von hier einen schoenen Blick auf die Lichter von Brisbane. Direkt am Fluss ist auch ein Fussweg angelegt, denn man ewig entlangschlendern kann, oder man trinkt ein Bier in einer Art Biergarten, wobei viele Brisbaner hier vor allem joggen oder radeln. Ueberhaupt sieht man die Australier viel beim Sport treiben.
Montag Abend ist aber auch in Brisbane tote Hose.


Byron Bay


Mehr Bilder aus Byron Bay

21.9.

Jetzt geht es ab nach Byron Bay, erst mal ein paar Tage ausspannen. Dort treffe ich auf Andy, einem Deutschen, der ebenfalls mal surfen lernen will und wir melden uns spontan fuer den naechsten Tag zum Surfkurs an. Fuer den heutigen Tag belassen wir es mal mit einem langen Strandspaziergang zum westlichen Ende des Strandes und dann zurueck zum oestlichen Ende, wo auf einen Felsen eine kleine Aussichstplattform gebaut wurde. Dort konnte man wunderbar den Sonnenuntergang beobachten. Wie lange bin ich schon nicht mehr barfuss am Strand gelaufen! OK, vor einem Jahr in Irland ein bisschen, aber da war der Sand kalt.
Das Nachtleben in Byron Bay kann sich auch sehen lassen...



Mehr Bilder aus Byron Bay

Surfen oder nicht

Am Morgen war draussen ziemlich truebes und seltsames Wetter. Der Himmel war grauorange. Wie wir erfuhren gab es in Australien Sandstuerme, besonders Sidney war betroffen, aber auch die ganze Ostkueste. Vielleicht wurde auch um Sidney nur mehr Wind gemacht. Ja der Wind- unser Surfkurs wurde auf jeden Fall abesagt (zu rauh fuer blutige Anfaenger) und am naechtsten Tag wurden wir nicht abgeholt, weil uns gesagt wurde, dass der Kurs am naechten Tag um die gleiche Zeit stattfindet, aber leider schon um 9 stattfand. So hatte ich 2 recht ruhige Tage mit am Strand (Profi-)Surfern zuzuschauen, durch die Stadt bummeln, im netten Aquarius Hostel rumhaengen, auf das freie Abendessen zu warten, mit dem Bodyboard versuchen die Wellen zu erwischen usw. Also eigentlich war es gar nicht schlimm, das der Kurs verschoben wurde. Und wie gesagt, das Nachtleben war auch gut - es gab eigentlich immer an einigen Orten Livemusik. Meist war ich mit Leuten aus dem Hostel zusammen: Andy, der noch nicht weiss, was er studiert und eine Gitarre mit sich rumschleppt, die er in Brisbane beim Pokern gewonnen hat, Gilles aus Reunion, der eine Bar auf Reunion besitzt, zum Surfen kam und taeglich ueber die Wellen schimpft, den zwei angehenden Aerztinnen, den beiden andauernd Karten spielenden Schwedinnen und wer halt sonst ein Gespraech mit einem anfing. Wie gesagt ist Byron ein sehr relaxtes Plaetzchen, mit schoenen Straenden, vielen Surfern, ein paar Geschaeften, Kneipen und Party-Locations. Man konnte es also durchaus aushalten und manch einer bleibt hier laenger haengen.
Nun am dritten Tag ging es endlich mit dem Surfen los. Ich muss sagen, ich hab mich gar nicht so schlecht angestellt. OK, wir hatten Anfaengerboards, die fast jeden Fehler verzeihen und wir wurden am Anfang immer angeschubst, sobald die Welle kam. Von unserem langhaarig blonden, sonnenbebrillten, etwas vom Leben gezeichneten, immer witzigen Surflehrer (also volles Klischee) oder seinen Helfern. Die Witze von Garry waren zum Teil jeden Tag die selben, aber wenn man mal was fragte oder sich mit ihm unterhielt war er sehr sympatisch. Das Ganze ging dann etwa so: Man stelle sich tosende Brandungsgeraeusche vor und dann ein schreiender Garry: "Andy look at the waves, hands back, lock at the wave, now, be the wave, be the wave!!!" Und dann schoss ich vor der Welle Richtung Strand. Kopf nach oben, linkes Knie, rechter Fuss und dann stehen und mit den Haenden das Gleichgewicht halten. Und ich habs recht schnell geschafft auch wirklich stehen zu bleiben. Spaeter ging es dann so: Look at the wave, Andi, look at the wave! Now paddle!!! Power! Das Power bedeutete noch 2 kraefige Zuege und dann aufstehen. Das hat zwar nicht sofort geklappt, aber am Schluss immerhin auch.
Den Tag hab ich mit einem schoenen Spaziergang zum Leuchtturm von Byron Bay ausklingen lassen. Man laeuft dabei ziemlich lang am Strand entlang, dann auf einem Weg an den Klippen mit schoenen Aussichten und am oestlichsten Punkt Australiens vorbei. Hier kann man auch Wale beobachten. Hab immerhin mal ne Fontaene von einem Wal gesehen. Vom Lighthouse kann man wunderbar den Sonnenuntergang anschauen.



Mehr Bilder aus Byron Bay

25.9. Surfen

Puenktlich wurden wir zu unserem 2. Surftag abgeholt. Heut waren die Bedingungen aber ziemlich heftig. Es war sehr windig und eine Welle kam nach der anderen. Die Wellen waren auch sehr kurz und ungleichmaessig, also keine guten Surfbedingungen. Es war jedesmal eine Mordsanstrengung ueberhaupt aufs Wasser rauszukommen. Ich hatte auch noch ein Fiberglasboard, was es zusaetzlich etwas schwieriger machte. Erst wurden wir noch ein paar Mal angeschuckt, dann probierten wir es allein. Als ich dann spaeter das Anfaengerboard hatte, klappte es auch ein paar Mal, trotz Bedingungen. Aber nach diesen 3 Stunden waren wir alle fertig wie ein Schnitzel. Und so war die Freude nur halb so gross, als Garry uns einen Tag Surfkurs schenkte, weil er meinte, er haette sich heute zu wenig Zeit fuer uns genommen. Das hiess, ich verlaengerte noch Mal einen Tag in Byron Bay.
Am Mittag beschlossen die Amis in unserem Dorm, ein Auto zu mieten und die Gegend zu erkunden, da es fuer den Strand zu windig war. Da schloss ich mich gleich an. Fuer Mount Warning war es allerdings zu spaet, also fuhren wir zu einem Wasserfall. Der Weg fuehrte uns durch das bergige und bewaldete Hinterland Queenslands, mit seiner savannenaehnlichen Vegetation und schoenen Taelern. Die Wasserfaelle sind wunderschoen gelegen, fuehren aber derzeit kein Wasser. Wir sind dann mit unseren 2 Autos weiter nach Nimbin, einer alternativen Kommune, mit vielen herumhaengenden Althippies, Hanflaeden usw. Die Geschaefte sind ganz lustig anzuschauen, aber wir waren schon zu spaet dran, so dass alles gerade am Schliessen war.
Abends war dann schon ne Erkaeltung im Anmarsch.



Mehr Bilder aus Byron Bay

3. Surftag

Es war heute fast eine Ueberwindung uns zum Surfkurs aufzumachen, die Knochen waren schwer und die Nase lief. Aber wenn man erst mal den Wetsuit anhat ist alles vergessen. Heute waren die Wellen richtig gut. Schoen gleichmaessig und einige richtige Brecher. Nach ein paar instructions probierten wir 3 "Fortgeschrittenen" einfach selber, waehrend die "Erstis" angeschubst wurden. Wir waren jetzt also schon die Grossen in der Kindergartengruppe! Am Anfang lief es irgendwie nicht. Nach 2 oder 3 gestandenen Wellen hat es mich die ganze Zeit reingewickelt - entweder ich lag zu weit vorne oder zu weit hinten auf dem Board, weil ich nicht schnell genug auf dem Board war als die Welle kam, oder ich lag schraeg zur Welle. Dann wird man erst hochgelupft und dann von der Welle ueberrollt. Aber als die Wellen etwas unscharf wurden, und ich nur noch mit einem Auge zu den Wellen schaute, gings dann einige Mal richtig gut und Andi was riding the waves! Yippeii! Schade nur um die Kontaktlinse. Ich hab dann auch mal probiert, wie die grossen Surfer die Wellen etwas weiter draussen zu kriegen, aber dazu fehlen mir wohl noch ein paar Jaehrchen...
Abends war die Erkaeltung nicht mehr wegzuluegen, also frueh ins Bett.


Brisbane

I'm back again

Wieder in Brisbane angekommen, kam ich auf dem Weg zum "Chill's Backpackers" mit nem Maedel aus Deutschland ins Gespraech, die grad auf Arbeitssuche in Brisbane war. Sie hat fuer die ersten Wochen Australien ein Quartier bei einer australischen Familie gefunden, was eigentlich eine sehr gute Idee ist, sich dem Land zu naehern. Ich zum Beispiel hab bisher noch gar keine Australier kennen gelernt, nur andere Backpacker. Sie wurde dagegen immer zu Barbeques mitgeschleppt, was in Australien ganz gross ist. Wir haben dann zusammen die Faehre auf dem Brisbaner Fluss (wie heisst er doch gleich?) ein Stueck flussaufwaerts genommen um die Skyline vom Wasser aus zu betrachten und um dann einfach mal querfeldein durch Wohn- und Geschaeftsviertel und am Riverwalk entlang zurueckzulaufen. Dort kann man dann noch nett im Biergarten direkt am Fluss und unterhalb der beleuchteten Bankentuerme ein Bierchen zu sich nehmen.
Fuer den naechsten Tag verabredeten wir uns in der Stadt, um gemeinsam zum Lone Pine Koala Sanctuary zu fahren. Dort waren vor allem viele Koalas zu sehen, die echt sehr sehr knuddelig aussehen und wunderbar ruelpsen koennen. Also ihr Brummen hoert sich einfach wie ruelpsen an. Wobei brummen auch nicht das richtige Wort ist, da Koalas zwar aussehen wie Teddys, aber keine Baeren sind. Ich bleib also bei ruelpsen. Man konnte auch gegen 16 Dollar Koalas auf den Arm nehmen und ein Foto machen lassen, was mir aber zu utzibutzi war. Ausser den Koalas fand ich die Tasmanischen Teufel noch sehr interessant, besonders wenn sie fauchen, und natuerlich meine ersten Kaengurus, die sich sogar streicheln liessen.
Leider haben wir zu viel Zeit im Koalazoo verbracht, so dass es zu spaet war, um noch zu einem Aussichtspunkt zu fahren, von dem man einen schoenen Blick auf Brisbane haben soll. Und die Tour fuer den Springbook National Park war leider fuer den naechsten Tag ausgebucht. Sollte ich jetzt nochmal 2 Tage in Brisbane bleiben? Ich hab mich dagegen entschieden und hoffe, dass noch viele schoene Nationalparks auf mich warten. Und so bin ich am naechsten Tag weiter Richtung Noosa gefahren.


Noosa Head

30.9. Ankunft im Bushcamp

Ich hatte noch keine Lust auf Beach, da die Nase immer noch lief und so ging ich erst mal 3 Tage ins Bushcamp in der Naehe von Noosa im Great Sandy National Park. Wie gesagt liegt das Camp im Busch, an einem Brackwasserfluss, einem kleinen See und ansonsten umgeben von Wald und Mangrovengewaechsen. Dort stehen dann vor allem Zelte und ein paar Holzbuden. Die Betten haben keine Matratzen sondern einfach einen durchhaengenden festen Stoff - wie Gartenliegen - was aber sehr bequem war. Komisch war nur, dass alle immer nur die erste Nacht dort verbringen durften und dann ins Zelt umziehen mussten. Betrieben wurde das ganze von ein paar Wald- und Wiesengestalten, entweder ganzkoerpertaetowiert oder mit lueckenhaftem Gebiss, die auch im Camp lebten. Ansonsten eine total entspannte, ruhige Atmosphaere, einfach mitten in der Natur. Mit dem (wieder mal) deutschen Paerchen, mit dem ich ankam und gemeinsam fuer 3 Tage eingekauft hatte, unternahm ich einen Spaziergang durch den Busch (auf einem Trampelpfad). Viele knorrige Baeume und Sumpfgewaechse und Voegel. Hab sogar ne kleine schwarze Schlange gesehen, etwa von der Groesse einer Blindschleiche. Der Untergrund des gesammten Nationalparks ist Sand, manchmal etwas fester, manchmal weich. Abends kocht man zusammen und sitzt am Lagerfeuer, quatscht oder hoert den Gitarrenspielern zu. Am gleichen Tag waren auch 4 Iren angekommen, die Gitarren dabei hatten und -wie Iren haeufig sind - sehr musikalisch waren. Wir 3 Deutsche zusammen mit 4+ 1 Iren verbrachten dann die folgenden 2 Tage zusammen in Kanus auf dem Fluss und dem See. Der erste Paddeltag fuerte flussabwaerts und ueber einen ganz flachen See, den viele Stechrochen als Aufzuchtort fuer ihren Nachwuchs benutzen. Deshalb musste man beim Aussteigen aufpassen. Von der anderen Seite des Sees fuehrt ein 20-30 minuetiger Weg ueber den grossen "Sandhaufen" zum Meer, wo wir den Tag verbrachten. Man konnte hier sogar vom Strand aus in der Ferne spielende Wale beobachten. Allerdings liessen sich irgendwelche Koerperteile nur erahnen, es war einfach zu weit weg. Der Rueckweg war dann hart. Gegenwind und -stroemung trieben uns ab und wir landeten hinter einer Sandbank, so dass es nur die Moeglichkeit gab, auszusteigen und das Boot ueber die Sandbank zu tragen. Immerhin hab ich dabei einen vor unserem Kanu fluechtenden Stechrochen gesehen. Von unseren 3 Kanus wurde eines soweit abgetrieben, dass wir ne Stunde warten mussten, bis sie endlich wieder soweit waren wie wir.
Am zweiten Tag kamen vor allem die Iren schwer in die Gaenge, da sie/wir am Abend davor ausser Gitarre auch viele Trinkspiele spielten. So paddelten wir nur einen Teil der vorgesehenen 16 km, hatten aber auch viel Spass dabei von einem Baum in den Fluss zu springen. Abends gabs dann Task-Poker, wieder durch die Iren initiiert. Dabei wurde kein Geld eingesetzt, sondern man setzte etwas, das man machen wuerde, wenn man verliert. Da eine etwas anstrengende Englaenderin staendig irgendwas mit Kleider ausziehen setzte, liefen bald einige Mitspieler abwechselnd in Unterhosen durchs Camp. Auf jeden Fall ein sehr lustiger Abend.


Noosa

Vom Bushcamp aus ging es zurueck nach Noosa, wo ich den Tag am Strand verbrachte und spaeter den Coastwalk des Nationalparks zu einem Surferstrand lief. Dort schaute ich mal nach den Wellen, da ich an einem der naechsten 2 Tage mal wieder surfen ausprobieren wollte. Das tolle an Noosa ist, dass man zum Nationalpark laufen kann, wo man viel Natur um sich hat, und nicht irgendeine Tour buchen oder ein Auto haben muss. Abends traf ich mich mit den 5 Iren aus dem Bushcamp. Diesmal geriet schon die erste Runde Task-Poker ausser Kontrolle. Einer, der total schlechte Karten hatte, setzte seine Haare gegen seinen Kumpel mit langen Haaren, in der Hoffnung, dass dieser niemals seine geliebten Haare aufs Spiel setzen wuerde. Er tats dennoch und so kam es zu keiner weiteren Runde, sondern zu einer Kopfrasur. Nach halbgetaner Arbeit packte ein Englaender, der sich dazu gesellt hatte, Leuchtfarben aus, mit denen wir uns die Gesichter bemalten und dann in Kriegsbemalung die gut gefuellte Hostelbar (Samstagabend) stuermten. Wir waren DIE Attraktion und alle Maedels wollten auch etwas Farbe abhaben.

Den naechsten Tag machte ich mich auf in den Nationalpark. Auf dem Weg, der quer ueber den Berg fuehrt, kommt man durch verschiedene Waelder, eher dichte, tropisch anmutende, mit Wuergefeigen und Lianen, und weiter oben lichtere Eukalyptenwaelder. Man sieht viele Tiere, unter anderem eine braun-orange Schlange mit gruenem Kopf, Warane, einer war bestimmt 1,5 m lang, Leguane und verschiedene Voegel. Am entferntesten Punkt kommt man zu einem wunderschoenen fast leeren Strand und dann zum aeussersten Punkt des Nationalparks, von wo man in weiter Ferne wieder mal eine Fontaene eines Wals sah. Auf dem Rueckweg an der Kueste entlang sah ich, wie andere Leute zu einem Baum aufschauten und sah meinen ersten frei lebenden Koala!
Im Hostel traf ich 2 Deutsche, die in einer Woche von Sidney bis nach Noosa gefahren waren. Haben die eigentlich auch irgendwas gesehen und erlebt?

Nachdem viel organisatorischer Kram fuer die Weiterreise zu erledigen war, wollte ich am 3.Tag mal wieder surfen. Aber die Wellen waren selbst am als guter Surferstrand bekannten Tea Tree Beach nicht berauschend, selbst fuer mich nicht und mein geliehenes Board war zu klein fuer mich. Sobald ich mal stand ging ich auch schon wieder unter. Aber jetzt ein nicht Marco Polo-autorisierter Insidertip: Auf dem Rueckweg sah ich am Eingang des Nationalparks einen absolut fantastischen Sonnenuntergang, gegen den der in Byron Bay fast schwach war. Und ich hatte dummerweise meine Kamera nicht dabei. Vielleicht konnte ich ihn deshalb so gut geniessen... Dazu gesellten sich noch 2 weisse Kakadus, die in den Aesten krakelten...


Hervey Bay

Hervey Bay

Durch eine Landschaft mit vereinzelt, wie Cremehuetchen dastehende Berge, wahrscheinlich die Glashouse Mountains, brachte mich der Greyhound nach Hervey Bay. Dort eroeffnete man mir im Hostel, dass meine gebuchte Tour auf die Fraser Islands nicht stattfinden konnte, da eine andere Gruppe wegen einer Autopanne abgesagt hatte und ich somit der einzige Gast war. Ich wurde deshalb auf eine andere Tour gebucht sowie in ein anderes Hostel. Das Hostel war genauso pink wie die Gelaendewagen, mit denen wir am naechsten Tag auf die Insel fuhren.


Fraser Island

Frueh morgens ging es los, erst mal bei Woolworth fuer 3 Tage und 9 Personen einkaufen, was nicht so einfach war. Unser Team hat, und das hat sich beim Einkaufen schon abgezeichnet, nicht wirklich harmoniert. 2 sehr nervige 19jaehrige Englaenderinnen, richtige Tussen, ein Amerikaner, der die Weisheit mit Loeffeln gefressen zu haben schien und dazu tendierte, alles mal entscheiden zu muessen, ein zwanghaft witzig-sein-muessender Franzose und wenigstens 3 sympatische Maedels aus Berlin und Augsburg. Und da soll man sich ueber die Menge des Schinkens einigen. Unser Parallelauto - wir waren mit 2 pinken Gelaendewagen unterwegs - hatte aehnliche Probleme. Also es gab eigentlich keinen Stress und jeder konnte die Zeit prima geniessen, aber es entstand auch nicht wirklich Sympathie fuereinander.
Dann ging es zur Faehre. Im Gelaendewagen war es natuerlich schon etwas eng, aber es ging. Das erste Stueck war das haerteste, es fuehrte quer ueber die Insel, bergauf, und die Wege bestanden aus sehr tiefem weichen Sand. Obwohl natuerlich alle Allradantrieb hatten und nur sehr wenige Moechtegern-Gelaendewagen unterwegs waren, blieb oefter einer stecken. Wir mit unserer auffaelligen Quietschkugel gluecklicherweise nicht. Unser Ami im Team fuhr, da er schon Allraderfahrung hatte. Schliesslich hatten wir den Strand erreicht, wo wir parkten und den einstuendigen Weg zum Lake Wobbi zu Fuss zuruecklegten. Nach einem ersten Stueck durch Wald, befand man sich ploetzlich in einer saharaaehnlichen Umgebung: ausgedehnte Sandduenen, die man ueberqueren musste, bis man ploetzlich einige Meter bergab einen gruenblau schimmernden See erblickte - Lake Wobbi. Einfach wunderschoen. Genauso wie das Bad in dem See. Wenn man sich ganz still im Wasser verhielt, kamen sogar die Fische immer naeher und einer versuchte sogar an meinem Arm zu knabbern.
Wir fuhren dann ein gutes Stueck am Strand entlang, immer auf Sand, denn Strassen gibt es auf Fraser Island nicht, jedoch war das Fahren etwas einfacher als auf dem Inlandweg. Irgendwo schlugen wir dann unsere Zelte am Strand auf und begannen zu grillen. Leider fing es gegen 7 an zu regnen, worauf wir zu unseren Nachbarn fluechteten, die ein grosses Zelt hatten. Das waren vielleicht Gestalten. Irgendwem haben sie was von Goldgraeber auf Angelurlaub erzaehlt, aber irgendwie koennte das passen. Bald hoerte es auf zu regnen, aber es dauerte trotzdem eine Weile, bis wir unsere Nachbarn wieder los hatten.
Da man kein Lagerfeuer machen darf und auch sonst wenig Licht hat, geht man auf Fraser, zumindest wir, recht frueh zum Schlafen.
Am zweiten Tag standen wir um 6 auf, den um 7 wollten wir schon aufbrechen. Nach etwas Toast mit Schinken und Mueslifruehstueck, wobei es einem immer die Milch vom Loeffel wehte, ging es wieder los, zuerst zum Indian Head, einem malerisch ins Meer ragenden Aussichtspunkt, von dem man Haie beobachten konnte und manchmal auch Wale (heute aber nicht). Zu Fuss ging es dann weiter zu den Champagne Pools, einem eingeschlossenen Meerwasserbecken, in das immer wieder Meerwasser schwappte. Dann sprudelte es um einen herum und man kam sich wirklich vor wie in einem Sektglas. Trinken war aber keine gute Idee. Zurueck am Indian Head gab es aber immer noch weder Wale noch Haie, wobei ich einen grossen Fisch gesehen habe - ich darf es mir als Hai einbilden. Bei der Mittagspause ging schon der Schinken aus, womit ich Recht aber auch Hunger hatte. Nachdem die Ebbe eingesetzt hatte, ging es weiter zu einem sich durch Sand schlaengelnden, ganz klaren Fluesschen, Elli Creek. Den kann man entweder entlangwaten oder sich ganz bis fast zur Muendung treiben lassen. Ausserdem hielten wir noch einem malerisch vor sich hinrostenden Schiffswrack. Diesen Nachmittag steuerte uebrigens ich den Gelaendewagen, was richtig Spass machte. Dann wurde es auch schon wieder Zeit die Zelte aufzuschlagen und zu kochen - es wird ja so frueh dunkel. Nach dem Abendessen suchte uns ein Dingo auf, das sind Wildhunde, von denen es auf Fraser Island viele gibt, verschwand aber bald wieder. Als mir aber einer nachts beim aufs Klo gehen entgegenlief verschwand lieber ich und versuchte es eine halbe Stunde spaeter wieder.


Fraser Island

Frueh morgens brachen wir auch am dritten Tag wieder auf und es ging ueber Inlandwege zum wunderschoenen Lake McKenzie. Da wir so frueh dran waren, waren wir fast die ersten am See, was den ganzen Eindruck natuerlich viel traumhafter machte. Ganz klares, von hellblau in dunkelblau uebergehendes Wasser umrahmt von Sand und Wald - ich glaube, das ist der schoenste See, den ich kenne. Wir verbrachten den ganzen Vormittag da, bevor wir uns auf den Weg zur Faehre machen mussten und unser Sandabenteuer leider zu Ende war.


Whale watching Tour 10.10.09

Bevor es am Nachmittag weiter ging, wollte ich die letzte Chance ergreifen, wenigstens einmal von richtig nahe Wale zu sehen. Die Saison neigte sich schliesslich dem Ende zu, in der die Wale vom noerdlichen Great Barrier Reef fuer den Sommer in die Antarktis schwammen. Wir fanden auch schon sehr bald eine Gruppe von Walen mit Jungen. Und das war wirklich atemberaubend spektakulaer. Erst sprangen die jungen Wale immer wieder aus dem Wasser, einfach nur um zu spielen, dann taten es ihnen die grossen gleich: 16 Meter lange Wale springen fast ganz aus dem Wasser und alles nur 20 bis 50 Meter von unserem Boot entfernt! Wahnsinn. Wir haben noch einige andere Wale gesehen, einmal auch direkt am Boot, aber so spektakulaer wie die erste Gruppe waren keine mehr.

Nach der Tour wartete schon Oli auf mich, der mich ein Stueck bis nach Bundaberg mitnahm. Von dort nahm ich den Greyhound nach Agnes Waters.


Agnes Water - Town of 1770

In dem schoenen Hostel Southern Cross in Agnes Water, 4 Stunden noerdlich von Hervey Bay, kann man wunderbar entspannen. Ich blieb hier 2 Naechte. Die Zimmer sind kleine Bungalows, es gibt einen Pool und einen liebevoll arrangierten Gemeinschaftsbereich. Ausserdem ist das der letzte Ort auf dem Weg nach Norden, wo man noch surfen kann. Das hab ich am 2. Tag natuerlich ausprobiert. Da der Surfkurs nur 17 AUD kostete, machte ich diesen zwar mit, sonderte mich aber schnell ab und probierte alleine, was auch ganz gut lief. Am zweiten Tag lieh ich einfach ein Board, das hatte aber einen leichten Knick und so hatte ich immer etwas Angst, dass es mir abbricht. Ausserdem waren die Wellen heute sehr unruhig. Der Strand hier ist auch sehr nett. Man kann auch ueber den Felsen am rechten Ende des Strandes klettern und kommt zu mehreren kleinen, einsamen und superschoenen Straenden. Man kann hier noch viele andere Aktivitaeten machen, z.B. eine Tour mit kleinen Moped-Choppern oder sunset-kayaking, aber man muss sich halt immer entscheiden...
Am 3. Tag holte mich spaetabends der Shuttle ab, der mich zur Haltestelle des Premiers-Busses brachte. Ueber Nacht bin ich dann nach Airlie Beach gefahren. Ein bisschen konnte ich sogar schlafen.


Goon

Goon ist kein Ort, sondern das Lebenselixier der australischen Backpacker, also der preisguenstigste Alkohol, den man bekommen kann. Es handelt sich dabei um Wein, der in 2- oder 4-Liter-Kartons verkauft wird. Mancher ist nicht mal schlecht. In dem Karton befindet sich ein Aluminiumbeutel, den ganz ueble Zecher sobald er geleert ist aufblasen und ihn dann als Kissen benutzen, um sich gleich an Ort und Stelle schlafen zu legen. Goon ist angeblich ein Aboriginee-Wort fuer Kissen.


TimTam

Weibliche Backpackerinnen in Australien schwaermen nicht etwa von fantastischen Sonnenuntergaengen oder menschenleeren Straenden, sondern von TimTam! Das sind Kekse. Man beisst von diesen Keksen dann alle vier Ecken ab und saugt dann Tee oder Kaffee, auch Irish Coffee, oder was immer man will wie mit einem Strohhalm durch. Habs noch nicht probiert.


Airlie Beach

Ein Tag im Ort 13.10.

Nachdem ich mein Gepaeck im Hostel abgegeben hatte und am Briefing fuer meinen am naechsten Tag startenden Segeltoern um die Whitsunday Islands teilgenommen hatte, fand ich etwas Zeit das Oertchen Airlie Beach zu erkunden und mein Reisetagebuch auf den aktuellen Stand zu bringen. Ja, und nun sitze ich hier. ..
Airlie ist sehr nett, nicht zu gross, eine Bucht mit vielen Segelbooten, die Lagune, was ein kuenstliches Freibad ist, da Airlie keinen richtigen Strand direkt am Ort besitzt und einigen Geschaeften.


Whitsunday Island

14.10. Ueberraschung

Genau einen Monat, nachdem ich meine Reise in Deutschland begonnen habe, startete mein Segeltoern auf die Whitsunday Islands. Ich hatte mir ein richtiges Racing-Segelboot ausgesucht. Das war zwar 60 bis 70 Euro teurer, aber ich erhoffte mir davon mehr Segelspass und vielleicht auch weniger 19jaehrige Work-and-Traveller. Bei der Begruessung teilte man uns mit, dass das australische Fernsehen mit an Bord kommen wuerde - wir kamen also ins Fernsehen. Die filmten auch ganz fleissig, wie ich die Segel hisste und andere Seile nachzogen usw. Diese ersten 2 Stunden mit dem Fernsehen auf dem Segelboot waren richtig fantastisch. Dank des Fernsehens legte sich die Crew so richtig ins Zeug, wir segelten hart am Wind, das Boot stand ganz schraeg im Wasser, gefuehlte 45 Grad, so dass die Seitenkannte des Botes fast schon im Wasser war. Beim Wendemanoever war es fuer einen Moment noch ein Stueck extremer. Das war schon mal ein toller Start. Nach 1-2 Stunden verliess uns das Fernsehteam und der Skipper und unser richtiger Skipper kam an Bord. Der segelte mit uns noch ein Stueck so weiter, aber nicht mehr ganz so sportlich. Zwischen 2 Inseln wurden schalteten wir dann auf Motor um und tuckerten zu unserem ersten Schnorchelplatz. Das war von allen 3 Plaetzen, die wir besuchten auch der beste. Ganz viele verschiedene Korallen, bunte Fische, im Zebradesign, Regenbogenfarben, gelb-weiss, schwarz-gelb, gross, klein, schmal und dick. Mein Liebling war aber ein Anemonenfisch, dunkelrot mit orangen Flossen und einem leuchtend-blauen Kragen (der auf Fotos leider immer weiss erscheint). Dieser kuschelte sich immer in seine Anemone, verschwand ganz darin und kam wenig spaeter wieder heraus. Interessant war auch eine Art Muschel, die nach oben geoeffnet auf einer Koralle festgewachsen war, innen leuchtend rot, und dann schwamm ein kleines Fischchen hinein, die Muschel schnappte zu und das Fischchen war weg. Man konnte auch mit der Hand die Wasserbewegung simulieren, dann schnappte die Muschel auch zu.
Wie gesagt besuchten wir die beiden folgenden Tage auch noch 2 andere schoene Schnorchelstellen, aber die erste blieb ein Highlight.


Traumurlaub

In den 3 Tagen an Bord der Eureka II verbrachten wir die Zeit damit, abwechselnd zu schnorcheln, zu segeln und ab und zu einfach nur faul die Fuesse ueber dir Reling baumeln zu lassen, alles bei traumhaft schoenem Wetter. Jedes Mal wenn wir aus dem Wasser kamen wurden wir von Martin unserem "Stewart" mit leckerem Essen versorgt. Ueberhaupt war das Essen sehr lecker und immer mit viel Salat auf gesund ausgelegt. Die Gruppe war auch sehr genial. Wir haben uns super verstanden und sind abends noch lange an Deck unter einem wunderschoenen Sternenhimmel zusammengesessen. 3 Irinnen, die einfach lustig drauf waren, auch wenn sich die eine alle paar Stunden an irgendetwas verletzte, Mao, ein Architekt aus Italien, der vor gut einem Jahr seine Arbeit an den Nagel gehaengt hat und einmal per Schiff die Welt umrunden wollte. Er heuerte also immer auf irgendwelchen Segelyachten an und durfte dafuer gegen Mithilfe beim Segeln mitfahren. So kam er von Spanien bis Australien. Rafael, der eigentlich gar nicht Rafael hiess, der es aber satt hatte, seinen polnischen, fast wie Rafael klingenden Namen staendig zu erklaeren. 2 deutsche 19jaehrige work-and-traveller, die aber wirklich witzig waren, eine Schweizerin, die mir alles uebers segeln erzaehlte und noch einige andere. Also wirklich eine super Truppe mit interessanten Leuten.
Am zweiten Tag stoppten wir ausserdem an einer Bucht, von der man aus zu einem Aussichtspunkt kam, dem Whitehaven Lookout. Ein Wahnsinnsanblick bot sich uns, kristallklares Wasser und weisser Sand, das Wasser immer abwechselnd tuerkis und blau. Natuerlich verbrachten wir auch einige Zeit an diesem wohl bisher schoensten Strand, den ich kenne.
Wenn wir segelten, durften die, die wollten, mithelfen, z. B. Segel hissen und alles was dazu gehoert. Bei der Rueckfahrt hab ich auch mal fuer ne Weile das Steuer uebernommen, was aber nicht wirklich spektakulaer ist. Zum Abschluss kamen noch 3 Delfine zu unserem Boot geschwommen, blieben aber leider nicht lange. Vielleicht gefiel ihnen die Musik nicht.
Ach ja, wir fuhren uebrigens auf der Eureka II, weil die Eureka I vor 1 Monat versenkt wurde. Martin war auch mit an Bord. Er und unser lustiger Skipper Marc wollten aber nicht so richtig erzaehlen, wie das passiert war.
youtube tipp: Charly the unicorn ;-)


Eungella Nationalpark

Als wir alle von der Eureka II nach unserer Rueckkehr nach Airlie Beach abends noch zusammen weggingen, ergab es sich, dass ich und 4 andere uns ganz spontan dazu verabredeten, am naechsten Tag den Eungella Nationalpark zu besuchen. Ich hatte erzaehlt, was ich ueber diesen Nationalpark weiss und da hatten sich erst die 2 deutschen und schliesslich auch die 2 belgischen Maedels angeschlossen. Diese hatten ausserdem ein Auto, womit sich die Miete eruebrigte. Wir trafen uns also am Morgen und machten uns auf den Weg nach Sueden. Das war mal wieder richtig schoen, in einem Auto und nicht in einem Bus unterwegs zu sein, mit Leuten die man inzwischen kennt, anhalten wann man will... Allein mit 4 Maedels im Auto wurde es natuerlich manchmal etwas anstrengend, aber meistens schon ziemlich witzig. Das Platypus Bushcamp, unser Uebernachtungsziel, war mitten in tropischem Wald, weit weg von jeder Stadt, es gab in der Naehe einen kleinen Teich, wo man Platypusse beobachten haette sollen koennen, jedoch haben weder wir noch irgendwelche anderen Gaeste dort eines dieser Schnabeltiere je zu Gesicht bekommen. Ein Neuseelaender vermutete schmunzelnd einen Marketingcoup unseres Hutzelmaenchen-Gastwirts. Nachdem wir unsere Huette bezogen hatten, ein kleines Holzhuettchen auf Stelzen und ohne Waende und Strom, wanderten wir zu einem kleinen Wasserfall. Der Weg fuehrte durch tropischen Wald und schliesslich kamen wir an einem tiefen, von Felsen umrandeten Teich mit klarem Wasser an, in den ein Wasserfall muendete. Das Wasser war sehr kalt, aber wir mussten natuerlich trotzdem darin baden, leider nur kurz, da der Weg laenger als gedacht gedauert hatte und es schon bald dunkel wurde. Abends bereiteten wir unsere Ruehrei-Gemuese-Pfanne in der Kueche zu, die alles nur keine Waende hatte. Das Zu-Bett-gehen fand nicht ganz ohne Bammel statt, so ohne Licht und Waende mitten im Urwald. Aber das Moskitonetz gab etwas Sicherheit vor Krabbeltieren.

Herrlich! Frueh am Morgen aufwachen, alles schon hell und alles, was einen umgibt, ist ein Dach, tropischer Wald und das Gezwitscher tropischer Voegel. Da blieb man doch gerne noch etwas liegen, auch wenn ich zwischendurch mal zum Schnabeltierteich bin. Das war zwar, was die Schnalbeltiere betraf erfolglos, aber es schwammen dort viele Schildkroeten. Nach dem Fruehstueck dann sind wir nach Broken River gefahren, einer anderen Stelle im Nationalpark, und machten dort kleinere Wanderungen durch die tropischen Waelder mit schoenen Ausblicken aufs Tal. Dann zurueck nach Airlie Beach, wo wir den Abend im Open-Air-Kino ausklingen liessen. Bzw. hab ich danach noch einen Bekannten von Fraser Island wiedergetroffen, mit dem ich noch ein Bierchen trinken war.


Magnetic Island

Great Barrier Reef, ohne nass zu werden

Am naechsten Tag gings mit dem Bus weiter nach Townsville. Dort wollte ich das HQ Reef Museum besuchen. Es gibt dort ein Korallenriff, das ganz natuerlich waechst und lebt, also auch Sonnenlicht ausgesetzt ist. Darum herum ist sozusagen das Museum gebaut. Man kommt also rein und sieht vor sich ein echtes Korallenriff und viele tropische Fische, von denen ich einige auch schon vorher beim Schnorcheln gesehen habe. Ausserdem gab es in verschiedenen Aquarien noch andere tolle Meeresbewohner zu sehen, wie Seepferdchen, den giftigen Steinfisch, Feuerfische, Seeschlangen und vieles von dem ich nicht richtig weiss, ob das jetzt noch Pflanze oder schon Tier ist. Aber viele dieser Lebewesen sind einfach wunderschoen, mit leuchtenden Farben, Streifen, Punkten usw. Etwas abgetrennt waren die groesseren Fische, unter anderem ein Saegehai. Und - ganz wichtig - sie hatten neben anderen Clownfischen auch den "richtigen" Nemo! Die Informationstafeln waren aber fuer meinen Geschmack etwas zu erzieherisch aufgemacht.


Magnetic Island

Nachdem das Museum schloss, buchte ich am Faehranleger von Townsville ein Paket aus Unterkunft und Ueberfahrt nach Magnetic Island, was sich im Nachhinein als teurer herausstellte, als die Einzelbausteine. Im Reisefuehrer waren diese Pakete als "spottbillig" angepriesen worden. Mein Hostel war ganz im Norden der Insel und die Unterkuenfte waren lauter kleine Holzbungalows. Diesmal aber waren alle Waende mit Moskitonetzen verschlossen, was ich ganz gut fand, als ich eines Morgens von einem Kratzen geweckt wurde, das von einem Possum verursacht wurde, welches einen Weg in das Zimmer suchte. Wahrscheinlich hatte das Tier, das wir ja alle aus Ice Age II kennen (die Brueder der Elefantin), Essen gerochen. Possums gab es auf dem Gelaende jede Menge, vor allem rund um die Kueche, wo sie hofften, das etwas Essen fuer sie abfiel und deshalb um die kochenden Gaeste herumschlawenzelten. Sie sind uebrigens viel behaebiger als ich sie mir nach dem Film vorgestellt hatte und liessen sich hier sogar streicheln. Ausserdem huepften hier nachts kleine Wallabies (kleine Kaengurus) auf dem Gelaende herum.
Hier verbrachte ich 3 Naechte. Tagsueber konnte man hier wunderbar wandern, von der noerdlich gelegenen Horseshoebay nach Osten, und kam dabei immer wieder zu kleinen, fast einsamen, Palmen bewachsenen Straenden, z.B. der Radical Bay. Nur fuers Schnorcheln war leider an beiden Tagen das Meer zu rau. Aber ich sah nach Noosa und Noosa Bushcamp hier meine 3. Schlange. Diesmal war sie etwas laenger, aber ganz duenn, nicht mal fingerdick. Sie ueberquerte gerade einen Trampelpfad, auf dem ich von der Radical Bay zur Florence Bay unterwegs war. Irgendwie schaute die, wie ein Huendchen, dass darauf wartet, dass das Stoeckchen geworfen wird.
Am zweiten Tag fuehrt mich eine Wanderung abends zu einem auf einem Berg gelegenen Fort. Auf dem Weg dort hin sollte man die Chance haben, Koalas zu entdecken und ich fand tatsaechlich 3 Stueck. Angenehm ist hier wirklich, dass einen andere Reisende immer auf etwas aufmerksam machen, wenn sie etwas entdeckt haben. Sonst haette ich den ersten Koala bestimmt uebersehen.
Kaengurus kann man dagegen auf der Insel kaum uebersehen. Am ersten Abend spazierte ich ein Stueck die Horseshoebay entlang und auch ein Stueck vom Strand weg in das dahinterliegende Brachland. Dabei hefteten sich 3 Franzosen an meine Fersen. Keine Ahnung warum, aber irgendwie dachten sie, ich weiss wo es hingeht. Sie machten staendig von irgendwas Fotos und wenn ich nach links lief, liefen sie auch nach links ohne dabei mit mir mit Blicken oder Worten mal Kontakt aufzunehmen. Als ich (wir) wieder Richtung Strand kamen, huepften ueberall Kaengurus (eher Wallabies, also kleine Kangurus) davon. Und da Franzosen wohl eher gute Individualisten als gute Teamworker sind, und jeder als erstes ein gutes Bild machen wollte, gelang ein unbemerktes Anschleichen nicht wirklich und auch keine guten Bilder.
Die Franzosen stellten sich im Nachhinein als Belgier heraus und sprachen nur ziemlich schlecht Englisch, waren sonst aber eigentlich nett, wie ich bei einer abendlichen Nudelsuppe in der Hostelkueche feststellte.


Cairns

22.10. nach Cairns

Meine Mitfahrgelegenheit Steffi traff ich morgens in Townsville. Sie musste zu einem Arzt in Cairns, weil sie sich beim Fruitpicking einen Finger ziemlich kompliziert verletzt hatte. So war die ca 5stuendige Fahrt nach Cairns auch unterhaltsam. Da das Auto keine Klimaanlage hatte, merkte man, wie das Klima zunehmend humider und heisser wurde. Wir kamen weiter an vielen Zuckerrohrfeldern, zunehmend aber auch Bananenplantagen vorbei. Dabei erfuhr ich auch, dass Bananen wohl die unbeliebteste Arbeit bei den Fruitpickern war. Mein Hostel in Cairns war mal wieder voller Deutscher.
Cairns ist eine typische Ferienstadt, voller Reisebueros, Hostels und Hotels, Restaurants, Cafes, Bars und Discos, aber durchaus nett. Einen eigenen Strand hat Cairns nicht, jedenfalls nicht in der Strand, deshalb gibt es auch hier aehnlich wie in Airlie Beach eine Lagune, also ein kuenstliches Salzwasserbecken mit Liegewiese, das oeffentlich und kostenlos zugaenglich ist. Bei Ebbe blickte man von der Uferpromenade aufs Watt, wo sich auch einige Pelikane aufhielten. Ich verbrachte hier erst mal einen Tag um mich uebers Tauchen zu informieren und zu relaxen, bevor dann am zweiten Tag mein Tauchkurs begann.


24.10. back to school

Tachkurs machen hiess, erst mal wieder die Schulbank zu druecken, also alles was beim Tauchen wichtig war zu besprechen, sich zu merken und im Anschluss immer kleine Tests dazu zu machen. Nachmittags ging es dann in den Pool um die erforderlichen Uebungen fuer den Tauchschein zu ueben. Ganz schoen anstrengend so ein Tag, vor allem mit etwas Schlafdefizit. Am zweiten Tag mehr oder weniger das gleiche und am Schluss eine schriftliche Abschlusspruefung. Bestanden! Den Tauchkurs machte ich mit Pro Dive. Jeder, den ich fragte, hatte diese Tauchschule empfohlen und ja, sie waren auch gut, aber halt mal wieder etwas teurer. Das Geld geht hier in Australien leider raus wie nix.


Great Barrier Reef 26. bis 28.10.2009

Am 3. Tag des Tauchkurses ging es endlich aufs Boot und raus zum Great Barrier Reef. Wir waren in unserer Gruppe nur zu viert, zwei waren schon waehrend des Unterrichts im Pool ausgestiegen. Die anderen 30 Taucher auf dem Boot machten Rescue-Diver-Kurse oder tauchten einfach so. Der erste Tauchgang war einfach mal Spass, wir sahen schoene Korallen, Fische und sogar eine Schildkroete. Dann ging es daran, die ganzen Uebungen zu machen, wie unter Wasser die Maske abzunehmen, wieder aufzusetzen und das Wasser herauszublasen. Nach 2 Tauchgaengen am ersten Tag und 2 Tauchgaengen am zweiten Tag waren wir alle zertifizierte Open Water Diver. Jetzt konnte der Spass beginnen. Unseren fuenften Tauchgang unternahmen wir dann schon ohne unseren Tauchlehrer Ed. Bedingung ist, dass man mindestens zu zweit zusammen bleibt, wir blieben zu viert. Wir bekamen auch das navigieren mit dem Kompass ganz gut hin und kamen auch relativ nah am Boot wieder raus, entgegen aller Voraussagen des Supervisors, der vor jedem Tauchgang immer ein Brifing abhielt. Dort bekam man gesagt, wo man lang tauchen sollte und wo etwas zu sehen war.
Nachts folgte dann ein Nachttauchgang, was absolut fantastisch war. Nachts ins dunkle Meer springen, dann mit Taschenlampen unserem Fuehrer hinterher durch die Korallenwelt... Nachts sind ganz andere Tiere unterwegs. Wir sahen beispielsweise einen Feuerfisch, eine riesige Schildkroete, die allerdings schlief, und einen Hummer, der aus seinem Haus guckte.
Insgesamt war das ein tolles Erlebnis. Wir tauchten an mehreren verschiedenen Riffen des Great Barrier Reef, sahen unglaublich beeindruckende Korallenbaenke mit Schluchten und grossen Feldern voller verschiedener Korallen, bei unserem 3. Tauchgang mindestens 8-9 Haie an einem Fleck, allerdings harmlose, kleinere Riffhaie und viele verschiedene Fische in allen Farben. Einmal sogar Nemo. Ausserdem Schildkroeten, die ohne Angst neben uns her schwammen und einmal sogar eine Muraene, die nach der Flosse unseres Tauchlehrers schnappte.


Wie man eine Hose anzieht

Wie man sich vielleicht denken kann, hat man auf einem Tauchboot nicht die ganze Zeit einen Neoprenanzug an, sondern ist staendig damit beschaeftigt, nach einem Tauchgang die nassen Sachen auszuziehen und trockene anzuziehen. Und eigentlich geht das ja ganz einfach. Nasse Hose aus, abduschen, abtrocknen und trockene Hose an. Auf dem Boot ist man zum Umziehen in einer kleinen Toiletten/Duschkabine, wo man noch zusaetzlich den Rhythmus des schwankenden Bootes finden muss, mit dem Boot sozusagen mitschwankt und dann die ganze Prozedur vollzieht. Nur dass das eigentlich nie klappt. Ausziehen geht noch, doch beim Anziehen faellt man erst einmal auf die Kloschuessel oder gegen die Tuer, bevor man das erste Hosenbein angezogen hat. Ist das erste Hosenbein geschafft, wirds schwierig: Man versucht genau, den Moment abzupassen, wenn das Boot von der linken zur rechten Seite schwankt und somit senkrecht steht, haelt das Hosenbein perfekt hin und schluepft hinein - wobei fast immer doch der grosse Zeh oder die Ferse haengenbleibt und die ehemals trockene Hose in der grossen Pfuetze am Boden liegt. Zumindest zur Haelfte. Komisch, dass immer erst der zweite Versuch klappt...


Cape Tribulation

Where the rainforest meets the beach

Nach einem Tag in Cairns zum Rumschauen, Plaene machen und Erholen (vom Tauchen) gings noch ein Stueckchen weiter Richtung Norden zum Cape Tribulation. Ich hatte eine Tour gebucht, ohne eigenes Auto ist es recht teuer dort hinzukommen und man sieht auch weniger unterwegs, und so war das die beste Loesung. Unser Guide und Busfahrer war immerhin gut und kannte sich aus. Allerdings beendete er jeden zweiten Satz mit dem in Australien staendig gehoerten "No worries". In dieser Haeufigkeit hatte ich das aber noch nicht. Aber wie gesagt: "No worries, not a drama at all, you'll be fine".
Los gings also am noerdlichsten McDonalds Queenslands vorbei weiter Richtung Norden, womit wir uns nach der Definition unseres Busfahrers noerdlich der Zivilisation befanden. Unser erster Stopp war an einem kleinen Tierpark mit Wallabies, Krokodilen, ein paar Schlangen und - Kasuaries! Das sind schoene grosse Laufvoegel, so gross wie Emus, aber schoen blau mit einer goldenen Krone auf dem Kopf. Es gibt sie nur in Queensland, aber auch nicht mehr viele. Naechster Stop, war Mossman Gorge, eine Schlucht mit Regenwald, nett aber nicht aufregend. Nach einem weiteren Stop an einem Aussichtspunkt fuehrte uns unser Guide auf einem Holzplankenpfad durch den Regenwald. Er zeigte uns z.B. eine Palme, die wohl schon 500 Jahre alt ist, aber der Stamm ist noch gar nicht besonders dick. Das Holz ist aber sehr hart, wie man beim dagegen klopfen erahnen kann. Ausserdem einen Mangrovenbaum der laufen konnte (der Regenwald ging in einen Mangrovenwald ueber. Je nach Wasserstand und Nahrungsangebot kann sich dieser Baum ein paar Zentimeter pro Jahr in die eine oder andere Richtung bewegen. Er erklaerte auch noch viele andere Pflanzen, und auf dem Rueckweg sahen wir Schlange Nr. 4, diesmal eine ungiftige Python.
Meine Unterkunft in Cape Tribulation, eine schoene Anlage mit kleinen Bungalows, war dann Ruhe und Natur pur. Sehr entspannte Atmosphaere umgeben von Regenwald. In Cape Tribulation konnte man dann auf eigene Faust einen Spaziergang auf Planken durch den Regenwald machen und dann natuerlich zum Strand gehen. Der Regenwald ist hier nur durch einen mal schmaleren, mal breiteren Streifen Strand vom Meer getrennt. Mann konnte sich gut vorstellen, wie James Cook hier vor 240 Jahren strandete und vor einem undurchdringlichen Urwald stand, schoen, aber damals auch bedrohlich.
Fuer mich war der Regenwald zwar interessant und schoen, besonders am Strand, wenn man aber schon mal im Amazonas-Regenwald war, ist es nicht mehr ganz so beeindruckend. Vor allem weil man immer auf Holzplankenwegen geht. Da war in Brasilien mehr Abenteuergefuehl drin.
Am zweiten Tag erkundete ich den Strand und den Regenwald in die andere Richtung. Den spaeten Nachmittag und Abend verbrachte ich mit zwei anderen Deutschen, Conny und Laura, die ich dort kennengelernt hatte.
Der Rueckweg nach Cairns stellte dann den zweiten Teil der Tour dar. Dieses Mal war unser Fahrer und Fuehrer ein Aborigine, der zwar nett, aber schwer zu verstehen war. So waren seine Geschichte eher eine etwas nervige Hintergrundberieselung. Auf einer Bootsfahrt auf dem Daintree-Fluss sollten wir Krokodile zu Gesicht bekommen. Das erste sah nur der Bootsfuehrer, das zweite wohl noch ein paar andere, ich hab jedoch keines gesehen. Aber wir kamen einem sehr schoenen Vogel, einem Azur Kingfisher ganz nahe, was ein seltenes Erlebnis ist und ich hab schoene Fotos machen koennen.


Cairns 2. und 3. November

Ich verbrachte nochmal zwei Tage in Cairns, bevor am Mittwoch mein Flieger nach Darwin ging, machte dort eine Wanderung zum botanischen Garten und zum Mount Whitfield, was anstrengend und schoen war. Auf dem Weg kamen wir an einigen Mangobaeumen vorbei und da gerade Mangosaison ist, konnte man viele Mangos einsammeln. Der Geschmack einer reifen Mango hier ist kaum zu vergleichen mit dem, was wir aus Deutschland kennen, so lecker! Ich bin jetzt Mangofan.


Kommentare

dinosaur_jr (29.09.2009)

Hey aendiraendi, bin schon neugierig, wie's nach deinem Surfabenteuer in Byron Bay weitergeht! Und bin natürlich schon gespannt auf Bilder! Besten Gruß dinosaur_jr

Simone (29.09.2009)

Hongkong hab ich ähnlich erlebt - als großen Ameisenhaufen - Australien leider noch nicht - deshalb weiter so und glückwunsch zum erfolgreichen surfen!

werner (30.10.2009)

Hab ich jetzt Lust auf Surfen!
Genieße die Zeit & die Abenteuer!

nigthdiver (13.11.2009)

hallo aendiraendi
Super reisebericht und klasse Bilder. In Hongkong hatte ich etwas mehr glück mit dem wetter ;o)

aendiraendi (16.11.2009)

Hallo an alle!
Freut mich, dass hier so viele Leute mitlesen, auch viele, die ich gar nicht kenne. Schoen! Nur fuer mich und fuer euch schade, dass Bilder hochladen erstens so lange dauert und ich etwas abgeschreckt bin, weil schon einige andere Traveller Viren auf ihre Speicherkarten bekommen haben.