Neuseeland - Reisebericht von aendiraendi bei triplib.

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aendiraendi
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Neuseeland
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Auckland

21.1.2010 Ankunft

Frueh am Morgen musste ich los, um ein letztes Mal (diesmal um 6.10 Uhr) die Faehre von Manly nach Sidney zu nehmen. Ein letztes Mal sah ich das grandiose Panorama von Sydney mit Opernhaus und Harbour Bridge. Dann gings zum Flughafen und ab nach Auckland. Von hier an war alles sehr easy dieses Mal. Die Freundin einer Freundin von mir wohnt in Auckland und die Mutter war so nett und holte mich vom Flughafen ab. Ich durfte auch die naechsten 4 Tage bei dieser Familie uebernachten und wurde ausserdem noch mit supergutem Essen versorgt. Am ersten Abend gab es - typisch neuseelaendisch - superleckeres Lamm,Einfach mal richtig perfekt, so nach 4 Monaten in Hostels, Campingplaetzen usw. Die Familie wohnt auf einer Farm etwas ausserhalb Aucklands, schoen ruhig im Gruenen. Etwas spaeter lernte ich dann auch Liv, die Freundin der Freundin, kennen. Sie hatte noch arbeiten muessen. Beide waren supernett und ich fuehlte mich gleich wohl.
Am naechsten Morgen nahm mich Liv mit ins Stadtzentrum von Auckland, wo sie arbeitete, und setzte mich in der Parnell Street ab. Von hier aus erkundete ich Auckland auf eigene Faust. Auf der Parnell Street sind viele nette kleine Cafes (ein guter Start in den Tag) und kleine Geschaefte. Ein paar Minuten den Berg hoch, kam man zum Shopping-Viertel Newtown, wo sich organisatorische Dinge wie SIM-Karte kaufen erledigen liessen. Im Museum von Auckland wollte ich eine Fuehrung mitmachen, die sich allerdings im Nachhinein als Fehlgriff herausstellte. Der Fuehrer verwirrte mehr als er erklaerte. Deshalb machte ich mich anschliessend selbst auf die Maori-Kultur-Abteilung um zumindest einen Eindruck von der Kultur der Ureinwohner Neuseelands zu gewinnen. Die Kunst der Maori bestand vor allem aus Holzschnitzereien. Lager- und Versammlungshaeuser waren haeufig kunstvoll verziert, oder Palisadenfiguren, meist Ahnen oder Goetter, die auf den Palisaden der Wehrdoerfer angebracht waren und bei Kriegen helfen sollten.
Weiter ging es dann zur Queensstreet, die Haupteinkaufs-/Touristenstrasse. Eigentlich nichts besonderes, aber sie fuehrt immerhin zum Hafen, wo es ein ganzes nettes Viertel namens Viaduct gibt.
Liv holte mich schliesslich wieder ab und wir fuhren zur Farm wo es wieder leckeres Essen (Wokgemuese und Huhn) gab. So komfortabel habe ich schon laenger nicht mehr gelebt.


Coromandel

Eigentlich wollten wir schon am Freitagabend nach Coromandel fahren, da das Wetter aber nicht so toll war, ging es erst heute los. In Coromandel, genauer Opito, besitzt die Familie bei der ich unterkam ein Ferienhaus. Liv und ich fuhren mit Bonnie, ihrem blauen Mini dort hin und schon auf der Hinfahrt konnte man tolle Ausblicke geniessen. Dann schliesslich Opito Bay: ein herrliches Fleckchen Erde. Ein sanft geschwungener Sandstrand vor bergigem Hinterland und vor allem viele kleine und grosse Inseln im Meer. Die groesste (Mercury Island) ist in Privatbesitz, irgendein reicher Neuseelaender. Es war zwar nicht richtig sonnig, aber es regnete nicht und alles war trotzdem richtig schoen. Ebenso das Ferienhaus: am Hang, grosser Balkon mit Blick aufs Meer, und wie in Neuseeland anscheinend ueblich Traktor vor der Tuer um das Boot zu transportieren. Livs Vater lernte ich spaeter kennen, da er gerade beim Laufen war.
Wir machten erst einmal einen Strandspaziergang, kamen allerdings nicht weit, weil in der Bay gerade ein ganzes Rudel Delfine unterwegs war. Ein paar Leute waren im Wasser und die Delfine schwamen um sie herum. Da huepfte ich doch sofort auch ins Wasser und es war einfach unglaublich. Die Delfine kamen auf mich zu, schwamen um mich herum, richtig neugierig, enfernten sich, kamen wieder usw.
Das war ein unvergessliches Erlebnis. Statt weiterzulaufen holten wir nun die Kayaks um mit den Delfinen etwas zu paddeln. Aber leider haben sie nicht auf uns gewartet ;-)
Ein bisschen auf dem Meer zu paddeln, um eine kleine Felsinsel herum, war trotzdem sehr schoen, wenn auch sehr anstrengend, da ein heftiger Wind aufkam und dementsprechend Wellen.
Schoen ausgepowert sassen wir dann auf der Veranda, Blick aufs Meer. Aber Liv musste dann ihrem Vater helfen, die Party vorzubereiten, die er fuer den Abend geplant hatte. Irgendeiner der Nachbarn reiste bald ab und so musste wohl noch ne Party her.
Die war dann auch richtig nett, sehr nette, offene Leute, wenn auch alles reiche Strandhausbesitzer, aber ohne grosse Reichenallueren. Fuer Liv war es aber nicht ganz so super, weil sie die ganze Zeit damit beschaeftigt war, die Gaeste zu versorgen.
Es gab richtig leckeres Seafood. Habe zum ersten Mal Crayfish und Scallops (sehr sehr lecker) probiert. Die deutschen Woerter muss ich erst mal noch nachschlagen.
Ein paar Bilder siehe Facebook


2. Tag Opito

Morgens machten wir nen kleine Spaziergang auf Huegel, der rechts von Opito ins Meer hineinragt. Bloederweise hatte ich meinen Fotoapparat vergessen, so dass ich spaeter nocheinmal hochklettern musste, denn von dort oben war die Bucht mit ihren vielen kleinen Inseln noch viel schoener. Wir konnten dann noch etwas auf der Veranda die Meeresluft geniessen, aber leider mussten wir am fruehen Nachmittag schon wieder alles zusammenpacken und zurueck nach Auckland fahren.
Wir nahmen dieses Mal einen anderen Weg, ueber Coromandel Town, der war etwas laenger und vor allem kurviger war, dafuer aber schoene Ausblicke ueber die Berge und Buchten bot. Coromandel Town ist auch eine recht suesse Stadt, mit vielen kleinen Geschaeften, Kunstgallerien und Cafes. Sie soll auch eine Hippiehochburg sein, wovon ich allerdings in der kurzen Zeit nicht viel gesehen habe.
Gegen 5 kamen wir an der Farm an, wo es nochmal Barbeque gab, bevor ich am naechsten Tag in die Backpacker-Realitaet zurueck musste.


Rotorua

25.1.10 Back to Reality

Es war Zeit der Gemuetlichkeit Ade zu sagen und so holte mich um 9 der Magic-Bus an der Bushaltestelle in M? ab. Die vielen Maori-Staedtenamen wollen leider noch immer nicht in meinen Kopf. Ich kann sie mir einfach nicht merken. Magic ist ein Hop-on Hop-off Bus, also man kann auf einer festgelegten Route beliebig ein- und aussteigen.
Der Busfahrer war irgendwie uebel gelaunt oder hatte keinen Spass bei der Arbeit. Gut, dass ich ihn nur einen Tag hatte. Auf jeden Fall fuhren wir Richtung Coromandel, auf dem Weg den ich schon kannte, dann weiter Richtung Sueden, an vielen Kuehen, weniger Schafen auf gruenen Weiden vorbei, zum Teil huegelig, zum Teil flach. Unser erster Stopp war an einer grossen, vielleicht 4 Meter hohen Flasche, der L&P bottle, scheinbar ein Lieblingsgetraenk der Neuseelaender, das ich aber noch nicht kenne. Beim naechsten Stopp konnte man ein Foto mit Gollum machen, ja dem Gollum aus Herr der Ringe. Hier in der Naehe konnte man die Hobbitstadt besuchen. Man haette aber in Matamata aussteigen, uebernachten und eine Tour buchen muessen.
Naechster Stopp war an einem Freizeitpark (Agroventure), wo aber keiner der Mitreisenden irgendein Interesse an Aktivitaeten hatte. Solche Stopps sind halt die Schattenseiten so einer Tour.
Schliesslich kamen wir in Rotorua an und sahen schon, wie es ueberall dampfte und nach faulen Eiern roch. Wir machten noch einen Stopp bei den Government's gardens, wo sich auch das eindrucksvolle Gebaeude des Museums von Rotorura befindet. Dann wurden wir in den Hostels abgeladen. Fuer den Abend hatte ich eine "Maori Cultural Experience"-Veranstaltung gebucht. Die Zeit bis dahin verbrachte ich damit, die Stadt ein bisschen zu erkunden. Rotorura ist ein eher nichtssagendes Staedtchen, das aber trotzdem recht huebsch an einem grossen See liegt, in dem viele schwarze Schwaene schwimmen. Es gibt aber ein paar nette Ecken, Parks, ein Maoridorf, das im Stadtgebiet integriert ist und schoene Spazierwege entlang des Seeufers.
Um 6 wurden ich und 50 andere per Bus zu einem Maoridorf namens Tamaki etwas ausserhalb von Rotorua gekarrt. Unterwegs wurde ein Haeuptling gewaehlt, der unseren 'Busstamm' vertreten sollte. Dort angekommen gesellten sich noch 4 weitere Busladungen Zuschauer zu uns und verfolgten die Begruessungszeremonie. Diese faellt/ fiel bei den Maoris recht aggressiv aus: Gaeste muessen kriegerische Gesten und bedrohliche Scheinangriffe ueber sich ergehen lassen (also unsere Haeuptlinge), bevor sie auf freundliche Art begruesst wurden. So war das wohl auch vor Ankunft der weissen Siedler. Als die Begruessung beendet war, wurden wir alle in den Innenbereich des Dorfes gelassen. Dort zeigten Maoris verschiedene Kampfuebungen und aehnliches. Allerdings sah man kaum was, die Darsteller fingen an bevor man da war, schnitten Grimassen, die wohl furchteinfloesend sein sollten und alles war viel zu schnell vorbei, bevor man weiter ins Versammlungshaus geschleusst wurde. Dort wurden dann Maori-Gesaenge und -Taenze dargeboten, die allerdings schoen und interessant waren. Im Anschluss wurden wir in einen weiteren grossen Saal gefuehrt, wo schon das leckere Essen bereit stand. Nach dem Essen gaben ein paar der Maoris in Altenheim-Alleinunterhaltermanier ein paar Liedchen zum Besten und alle sollten aufstehen und sich froehlich an den Haenden fassen.
Alles in allem war diese Veranstaltung ein Reinfall. Die Darbietungen im Versammlungshaus waren gut, aber der Rest war unglaubwuerdig und man fuehlte sich durch das ganze System mal schnell durchgeschleust. Das Essen schmeckte zwar gut, aber es war einfach unglaubwuerdig, dass das Essen in traditioneller Weise unter der Erde auf heissen Steinen zubereitet wurde, wie behauptet wurde. Dann haette gezeigt werden muessen, wo das gemacht wurde und nicht mal kurz an einem Demonstrationsfeuerchen erklaert. Das Essen hat auch ueberhaupt nicht rauchig geschmeckt, wie ich erwartet haette.
Und der Schluss war einfach billig. Also wenn jemand mal nach Rotorua kommen sollte: keinesfalls Tamaki-Village.


2. Tag Rotorua

Morgens stand ich schon recht frueh auf und machte mich auf den Weg in den Park, der am Stadtrand lag (Kuirau). Das war kein normaler Stadtpark, sondern zeigt sehr eindrucksvoll, auf welchem Untergrund die Stadt lag. Es stiegen ueberall heisse uebelriechende Daempfe auf, es blubberte und zischte aus vielen Erdspalten und Loechern. Dampfende Seen und blubbernde Schlammloecher ueberall. Besonders frueh morgens war das recht eindrucksvoll, wenn die Umgebungstemperatur noch nicht so hoch war und wenig Leute unterwegs waren.
Anschliessend ging es zum Rafting. Man hatte mir erzaehlt, dass es hier eine besonders tolle Rafting Strecke gab mit einem 7m hohen Wasserfall, den es zu ueberwinden galt. (Grade 5) Da ich so etwas noch nie gemacht hatte, meldete ich mich an und es war wirklich ein riesen Spass. Der Wasserfall sah zwar nicht wirklich wie 7 Meter aus, vielleicht waren alle 3 Stufen zusammen gemeint, aber die hoechste Stufe hinunter hing unser Boot wirklich senkrecht in der Luft, wir tauchten ins Wasser ein, ein Gefuehl wie Surfen unter Wasser, wir schwenkten nach links und rechts, ich dachte die ganze Zeit wir kentern gleich, was aber nicht geschah. Trotzdem fielen 2 von uns 6 aus dem Boot (was aber auch ein Spass war). Ein Erlebnis, das sich wirklich gelohnt hat.
Wieder zurueck im Staedtchen machte ich mich auf den Weg zum im Stadtgebiet gelegenen Maoridorf (). Ganz nett mit Versammlungshaus und anderen Gebaeuden mit reich verzierten/geschnitzten Fassaden. Interessant vor allem die Kirche, die christliche Elemente und Maori-Einfluesse vermischte. Das war schon am Gebaeude selbst zu sehen, aber auch an einem Fensterbild mit einem Jesus in traditionellem Haeuptlingsgewand.
Anschliessend wollte ich einen Spaziergang am See entlang machen, lief allerdings in die falsche Richtung, weil einer meiner 2 Stadtplaene nach Norden, der andere nach Westen ausgerichtet war. So kam ich nochmal zum Kuirau Stadtpark und schaffte den Spaziergang am See zur Sulphur-Bay erst im zweiten Anlauf.
Spaeter besuchte ich noch das Museum, das aber nicht unbedingt besucht werden muss.


Taupo

Ein Meer von Gluehwuermchen

Eigentlich ist es gar nicht weit nach Taupo, unser Bus machte aber einen Abstecher nach Waitomo um dort die beruehmten Hoehlen zu besuchen. Eigentlich wollte ich nach dem Reinfall mit dem Maorievent keine Tour im Bus mehr buchen, aber das Angebot - auf einem Reifen durch eine Hoehle zu treiben hoerte sich dann doch verlockend an. Das ganze nannte sich Blackwater-Rafting. Mit Wetsuit und Gummireifen ausgestattet wurden wir in die Hoehle gefuehrt und mit allem wichtigen vertraut gemacht (Helm, Lampe...). Ein Stueck die Hoehle hinein und wir machten alle unsere Lampen aus - und da waren sie: Die ganze Decke war geschmueckt mit lauter blau-gruenlich schimmernden Punkten, ganz nah. In dem Moment wollte ich diesen wunderbaren Anblick einfach nur in aller Stille geniessen. Das Gelaber des Fuehrers stoerte mich nur und ich konnte mich dieses Mal nicht beherrschen, ihm das auch zu sagen. Leider war eine Abweichung vom Programm nicht moeglich, schliesslich wurde er fuer sein Gelaber bezahlt. Fairerweise muss man sagen, dass wir Im weiteren Verlauf genug Zeit hatten, den Anblick in aller Stille zu geniessen, nur haette ich es mir eben in diesem ersten Moment gewuenscht. Weiter ging es durch enge Gaenge und groessere Dome, manchmal durch Wasser und alles immer nur mit unseren Stirnlampen erleuchtet. Eine wunderbare Atmosphaere auch so schon. Aber wenn man seinen Blick zur Decke richtete, und zuvor seine Lampe ausmachte - es war wie ein Sternenhimmel, eine ewig lange, sich um Kurven windende Milchstrasse - einfach wunderschoen. Manchmal machten wir auch alle unsere Lichter aus, liefen ein Stueck ganz im Dunkeln, was sehr beeindruckend war. Etwas Action darf bei den Neuseelaendern auch nicht fehlen und so liessen wir uns beispielsweise rueckwaerts mit dem Reifen unterm Hintern ins dunkle kalte Wasser fallen oder schlitterten eine Rutschbahn hinunter ins dunkle Nass. Das schoenste aber war, als wir uns im Wasser auf die Reifen setzten, eine Kette bildeten und uns im Dunkeln durch die Hoehle ziehen liessen und ganz gemuetlich die Hoehlendecke mit all ihren Gluehwuermchen betrachten konnten.
Doch mindestens ebenso schoen war das herauskommen aus der Hoehle in das moosbewachsene Waeldchen. Nach den 2 Stunden Dunkelheit war das Gruen so intensiv, dass ich erst mal ganz verwundert stehen blieb und das Gruen anstarrte.
Kurz vor Taupo folgten noch 2 weitere Stopps, einer bein den Huka-Falls, eher Stromschnellen als Wasserfaelle, in denen aber maechtige Wassermassen heruntertosen. Ein weiterer Stopp war bei einer Bungee-jump-Anlage. Schliesslich bezogen wir unsere Hostels, meine YHA war mal richtig nett.
Den Spaetnachmittag nutzte ich, noch ein paar Informationen ueber den Tongariro Nationalpark einzuholen und ich fand genug raus, um am naechsten Tag loslegen zu koennen. Dann erkundete ich Taupo, wobei es da nicht viel zu erkunden gab. Die sehr schoene Uferpromenade am See mit Blick auf die Vulkane des Tongariro Nationalparks in der Ferne war gleich gefunden. Hier liesse es sich ein paar Tage aushalten.


Tongariro

3 Tage Mittelerde und Mount Doom

Morgens um 6.20 fuhr der Bus vor dem Hostel los. Ich war der einzige im vollen Bus, der nicht nur einen Tagesrucksack, sondern Gepaeck fuer 3 Tage dabei hatte. 3 Tage wollte ich durch den Tongariro Nationalpark wandern und dabei Drehorte vom Herr der Ringe-Film sehen. Nachdem ich ja schon in Tasmanien so eine Wanderung gemacht hatte, fiel die Planung diesmal leicht. Ich musste nur noch in Whakapapa, dem Zentraldorf des Parks mit ein paar Hotels und Ferienhaeusern, meinen Huettenpass kaufen. Deshalb war es schon nach 9, bis ich endlich am Beginn des Weges war, bzw. des Tramps, wie die Kiwis sagen.
Schon beim herfahren sah man 2 der 3 Vulkane, Mount Ngauruhoe, der bei Herr der Ringe in der Hauptrolle des Mount Doom brillierte, und der auch jetzt im Sommer schneebedeckte Mount Ruapehu. Der erste Teil des Weges fuehrte nun stetig bergauf, wobei man Mount Doom zur rechten immer naeher kam. Schliesslich kam ich an einem Sattel an, von wo aus man Mount Doom besteigen konnte. Das wollte ich natuerlich unbedingt machen. Leider waren einige Wolken im Anzug bzw. hingen an einer Flanke des Berges. Deshalb war ich beim Aufstieg immer mit einem Auge bei den Wolken, falls diese den ganzen Berg einhuellen wollten. Dann haette ich natuerlich schnellstmoeglich umdrehen muessen.
Der Aufstieg war ziemlich beschwerlich, ueberhaupt nicht markiert und der Untergrund bestand nur aus Schutt und Geroell. Am besten ging es noch, wenn man sich an einen der 2 Lavastroeme hielt. Fuer den Aufstieg brauchte ich anstrengende 1,5 Stunden, aber es hat sich wirklich gelohnt. Von dort oben hat man einen tollen Ausblick auf die umgebende Mondlandschaft mit Vulkankratern, Kraterseen und Berge. Und natuerlich den Krater von Mount Doom selbst. Ich habe den Ring uebrigens nicht hineingeworfen.
Der Abstieg ging dann fast von selbst: Mit jedem Schritt rutschte man 2 weitere Schritte nach unten. Etwas unangenehm war nur, dass es anfing zu donnern, also so richtig Mordor-Atmosphaere, das blieb auch den restlichen Tag so, dass es immer irgendwo grummelte.
Inzwischen war aus dem sonnigen Morgen ein wolkenbedeckter Nachmittag geworden. So ist das wohl rund um die Vulkane ueblich, jedenfalls war es angeblich so die ganzen letzten Tage und so erlebte ich es auch die naechsten 2 Tage. Es troepfelte oder rieselte auch mal, aber es regnete zum Glueck nicht richtig.
Mein weiterer Weg fuehrt nun durch den South Crater mitten hindurch, dann wieder den Berg hoch, am Red Crater vorbei, der, wie der Name schon sagt, beeindruckend in verschiedenen Rottoenen ueber den giftig blaugruen schimmernden Emerald Lakes thronte. Dann erfolgte der Abstieg zu den Seen und dann weiter durch den Central Crater. Hier stand im Film uebrigens das Schloss, vor dem im ersten Ringe-Film die Schlacht stattfand.
Damit es nicht langweilig wurde, ging es nun wieder bergauf, den Kraterrand hoch und dann durch eine Schlucht zwischen Berghaengen in Richtung Ketetahi-Huette, meinem Uebernachtungsplatz.
Dort traf ich auf Alexander, Franzi und Kira, mit denen ich mich irgendwie sehr gut verstand. Die waren allerdings schon den zweiten Tag am Wandern, hatten den ersten Tag Regen und viel zu viel Gepaeck dabei gehabt, dementsprechend viel Frust (den sie aber inzwischen ueberwunden hatten), ausserdem schwere Konserven anstatt Instantgerichte. Den ersten Tag hatten sie wohl ueber 20 kg Gepaeck jeder mitgeschleppt, auch noch Zelte. Nur gut, dass sie in der ersten Huette vieles liegen lassen konnten, um es spaeter mit dem Auto abzuholen.
Gemeinsam genossen wir den herrlichen Ausblick von der Huette, mit Sonnenuntergang und herrlicher Abenstimmung.


2. Tag: fantastische Landschaften

Gemeinsam mit Alex, Franzi und Kira wanderte ich gegen 8 los, wobei wir ein ganzes Stueck bis zu den Emerald Lakes zuruecklaufen mussten, allerdings heute bei schoenem Wetter (es war ja noch Vormittag). Dort nahmen die 3 die Abzweigung Richtung zweiter Huette. Ich musste nochmal zum Red Crater hoch, da ich vergessen hatte, ein bestimmtes Bild zu machen. Das dauerte zwar nur 20 bis 30 Minuten, ich brauchte aber dennoch 3 Stunden, bis ich die anderen wieder eingeholt hatte. So wanderte ich wieder alleine an den Seen vorbei und erblickte mit grossen Augen das vor mir liegende fantastische, weite Tal mit all seinen Felstuermen und -tuermchen. Also wenn hier keine Orks rumlaufen weiss ich auch nicht. Stetig erfolgte nun der Abstieg ins Tal, schliesslich wanderte man zwischen den Felstuermen hindurch, die beiden Vulkane zur rechten. Immer wieder blieb ich stehen oder setzte mich um bei Datteln und Aepfeln diese Anblicke zu geniessen.
Weiter ging es an der Oturere Huette vorbei, ein Tal hinunter und auf der anderen Seite wieder hinauf, durch eine kiesige Wuestenlandschaft, die dann zur Heidelandschaft sich veraenderte und man schliesslich in einen moosigen Wald abstieg. Dort ueberquerte man einen idyllischen Bach bevor es zum letzten kraeftezehrenden Anstieg hochging, wo ich auf Alex und Franzi traf. Nun ging es nur noch zur Huette hinunter, ich blieb aber noch etwas auf der Anhoehe und genoss die Sonne.
In der Naehe der Huette war ein herrlich klarer kuehler Bach, in dem man baden konnte. Nach so einer Wanderung war das ein Traum, sich ins kuehle klare Nass zu setzen, sich an einen kleinen Damm zu setzten und von dem Wasserstrom massiert zu werden. Alles inmitten idyllischer Natur, weit weg von jeder Zivilisation.
Abends mit Alex Dame mit Steinen und Hoelzchen gespielt (und verloren).


Letzter Tag in der Natur

Schon vor halb 8 waren wir 4 auf dem Weg, der uns zwischen den beiden Vulkanen hindurchfuehrte, den einen zur linken, den anderen zur rechten. Besonders jetzt am Morgen war die Heidelandschaft wunderschoen, gerade vor diesem Panorama. Die 5 Stunden vergingen wie im Flug und in unserem Ziel Whakapapa wurden wir frenetisch gefeiert und mit Bier und Wuerstchen begruesst. Naja eigenlich war das fuer die 26km-Cross-Country-Laeufer, aber wir hatten uns diese Begruessung auch verdient.
Meine 3 Begleiter hatten hier ihr Auto geparkt und sie wollten mich mit zurueck nach Taupo nehmen. Etwas beschwippst holten wir das gebunkerte Gepaeck der 3 bei der anderen Huette ab und fuhren dann in Richtung Turangi. Dort in der Nahe, in Tokaanu, gab es ein vulkanisches Thermalbad mit 42 Grad heissem Wasser. Wir dachten, das wuerde unseren Muskeln gut tun, tat es bestimmt auch, aber danach waren wir ziemlich kaputt. Das 36 Grad warme Becken war da schon angenehmer. Und die Mini-Privatpools waren auch etwas seltsam.
In Taupo hatten wir dann erst mal Probleme ein Hostel zu finden, fanden dann eines etwas ausserhalb, machten uns etwas zu essen und waren nach 2 Bierchen bettreif.


31.1. und 1.2.10

Ein Tag mal gar nichts machen ausser Internet und abends gemeinsam kochen und ein Tag mit der Fahrt nach Wellington verbracht. Wetter war ziemlich trueb.
Die Fahrt nach Wellington fuehrte nach Taupo und dann wieder vor Wellington durch Landschaften, wie man sich Neuseeland vorstellt. Fotos leider nur vom Bus aus. Gruene huegelige Landschaften, mit Schafen und nochmal Schafen.
In Wellington brachte uns der Bus noch auf den Viktoria Hill, von wo man aus auf das ganze Stadtgebiet mit seinen Buchten und Inlets blicken konnte, leider war das Wetter immer noch sehr trueb.


Wellington

City of the winds

Es ist zwar Sommer, aber in Wellington hat man trotzdem immer seine Jacke dabei, denn der fast stetig wehende Wind macht immer etwas kalt. Darueber hinaus ist Wellington sehr angenehm. Die Hauptstadt von Neuseeland ist ungefaehr so gross wie Ulm (mit Neu-Ulm), hat aber ein Einzugsgebiet von ca. 400.000 Menschen und wirkt bedeutend lebhafter und bunter. Aehnlich wie in Australien ist die Bevoelkerung auf der Strass recht bunt gemischt: Europaer, Asiaten aller Couleur und Maori praegen das Strassenbild. Trotz Hauptstadtstatus wirkt Wellington auch nicht buerokratisch, steiff, sondern traut sich, zum Beispiel bei der Fassadengestaltung durchaus etwas extravagant zu sein. Was ausserdem noch auffaellt: Eigentlich ist hier gar kein Platz fuer eine Stadt, die Haeuser zwaengen sich auf die Huegel, die bevorzugte Wohngegend ist wohl Mount Viktoria, wo sich viele schmucke Holzvillen aneinander reihen.
Ein Teil des Untergrundes vom heutigen Stadtgebiet Wellingtons ist gerade mal 150 Jahre alt, damals wurde der Meeresboden angehoben und bildet heute den Untergrund fuer das Stadtzentrum.
Am ersten Spaetnachmittag und am naechsten Morgen verbrachte ich viel Zeit in dem viel gelobten und wirklich erstklassigen Te Papa -Museum. Eigentlich ist das weniger ein Museum als eine interaktive Ausstellung und Spielplatz. Man erfaehrt viel ueber die Maori-Kultur, ihr wertvollstes Arbeitsmaterial Greenstone (Jade) fuer Schmuck und Waffen, die Natur und Geologie Neuseelands, Tiere, Geschichte..., aber alles sehr unterhaltsam dargestellt, zum Beispiel mit einem Haus, das wie bei einem Erdbeben wackelt und Krach macht, Kontinentalplatten zum selber verschieben, vieles mit dem Vermerk: bitte Anfassen!...
Nachmittags machte ich mich wieder auf, die Spuren der Herr der Ringe Verfilmung zu erkunden. Die Filmstudios fuer die Verfilmung befinden sich in Wellington und in der naeheren Umgebung gibt es viele Schauplaetze. Wir wurden meist zu einem Platz gebracht, dann wurde uns per Notebook die entsprechende Sequenz vorgespielt und schliesslich im Original gezeigt. Meist nicht wirklich atemberaubende Plaetze - vieles wurde dazu gemogelt, und die kuenstlichen Wurzeln sind natuerlich laengst nicht mehr da. Trotzdem war das alles sehr interessant. Ein Besuch in der Weta-Cave, einer Ringe-Fan-Pilgerstaette, wo viele Originalrequisiten ausgestellt und zum Verkauf angeboten werden, durfte natuerlich nicht fehlen.
Am Abend fuhr ich mit der Seilbahn hoch zum botanischen Garten und genoss das abendlich-naechtliche Lichtermeer von Wellington mit Blick auf den Hafen. Am Abend gabs mal oesterreichische Gesellschaft, mit denen man auch ganz gut feiern kann.


a day out - zu den Robben

Eigentlich wollte ich heute weiter auf die Suedinsel, da aber ein paar Leute vom Hostel zu einer Robbenkolonie suedwestlich von Wellington fahren wollten, genauer beim Leuchtturm von Cape Palliser, blieb ich einen Tag laenger.
Im Hutt-Valley war unser erster Stopp, nochmal ein Herr der Ringe-Drehort (Bruchtal und die Gaerten Isengards). Sobald man mal den Grossraum Wellington verlassen hatte, befand man sich bald in idyllischer Natur: Berge, Weiden und Schafe. Allerdings auch viele Kuehe. Die Strasse windet sich an steilen Haengen entlang die Berge hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter. Ziemlich beeindruckend. Dann begegnet man fuer einige Stundennur noch selten menschlichen Siedlungen, die Strasse war irgendwann nur noch eine Schotterpiste, dann ein abgeschiedenes Dorf und schliesslich 1-2 km Felsen, auf denen sie faul herumliegen, die Robben, oder auch mal robben, oder schimmen, oder Liebestaenze vollfuehren. Wir verbrachten hier einige Zeit mit beobachten, aber irgendwie zu kurz. Eine der Robben schien richtig fuer uns zu posen. Dann fuhren wir noch ein Stueckchen weiter zum Cape Palliser, wo steile 250 Stufen zu einem Leuchtturm hinauf fuehren. Von dort oben hat man einen tollen Blick aus Meer. Etwas links liegt die Suedinsel Neuseelands, von der man die Umrisse sehen konnte. Geradaus lag irgendwo die Antarktis, gar nicht mal mehr so weit (aber natuerlich nicht sichtbar).
Wieder unten gab es Vesper und auch dort waren am Strand viele Robben (New Zealand Fur Seals), die es sich im Schatten der Felsen gemuetlich machten.
Dann ging es auch schon wieder auf den weiten Weg zurueck nach Wellington.
Heute mal die Hostelbar beehrt, aber nur allerfurchtbarste Musik, die ich nicht lang aushielt, trotz netter Leute vom nachmittaeglichen Ausflug.


Picton

4.2.10

Bei noch etwas truebem Morgenwetter verliess ich Wellington mit der Faehre und kam 3 1/2 Stunden spaeter bei Sonnenschein auf der Suedinsel an. Die Ueberfahrt war sehr ruhig, was angeblich keine Selbstverstaendlichkeit ist, und schon bald tauchten die Berge der Suedinsel auf. Dann fuhr die Faehre in den Sound (Marlborough Sound), der nach Picton fuehrt. Als Sound werden die versunkenen Taeler bezeichnet, also Taeler, die durch Gletscher oder Fluesse ausgeformt wurden und schliesslich durch das Ansteigen des Meeresspiegels versanken. Die Fahrt durch die Marlborough Sounds dauerte bestimmt eine Stunde und war wunderschoen. Erst an kahlen, dann bewaldeten Berghaengen vorbei durch das Wirrwar an Wasserstrassen.
Picton sah richtig gemuetlich aus. Klein, lauter nette Haeuschen, meist wohl Ferienhaeuser, gruppieren sich um die enge Bucht. Ebenso gemuetlich war das Hostel, wo man sich fast zu Hause fuehlen konnte. Jeden Abend gab es Schokopudding mit Eis. Auf den heissen Pool hatte ich zwar keine Lust, aber die Veranda und die Haengematte waren auch nicht zu verachten. Den wohlverdienten Kaffee genehmigte ich mir auf einem alten zu einem Cafe umgebauten Schiff. Von dort gab es einen Weg, der am Steilhang entlang zu einer Bucht fuehrte (Bob's Bay), wo man wunderbar baden konnte.


5. und 6.2.10 Mountainbiking auf dem Queen Charlotte Track

Erst zum Radverleih, dann half mir das nette Maedel vom Bikeshop noch, meine 7 Sachen und das Rad zum Wassertaxi zu transportieren. Ich hatte mir naemlich ein recht gutes Mountainbike ausgeliehen und wollte einen der beruehmten Tracks von Neuseeland mal anders bewaeltigen, naemlich mit dem Mountainbike. Leider war nicht der ganze Weg fuer Bikes freigegeben, aber immerhin 2 Drittel. Dafuer hatte ich mir 2 Tage Zeit genommen. Das war wirklich reichlich Zeit, aber so hatte ich bei dem herrlichen Wetter auch genug Zeit fuer Pausen, um Fotos zu machen und die Aussicht zu geniessen.
Das Wassertaxi brachte erst andere Gaeste zu verschiedenen Plaetzen, doch zuallererst wurden wir von Delfinen begruesst, die sich ein bisschen im Wasser austobten, zu unserem Boot herschwammen und schliesslich wieder verschwanden. Ausserdem sahen wir noch Robben, die schon frueh morgens faul in der Sonne lagen. Dann wurden die ersten Gaeste auf einer Naturreservats-Insel, sowie an anderen Plaetzen abgesetzt, die letzten ausser mir am Ship Cove, dem Platz, an dem James Cook 5 Mal ankerte, sozusagen seine Neuseeland-Basis. Ich durfte die ganze Fahrt die Hoehenruecken und Wasserstrassen der Sounds vom Wasser aus geniessen, bis auch ich schliesslich abgesetzt wurde. Mein Gepaeck fuhr allerdings noch ein paar Stationen weiter und erwartete mich am Abend. Jetzt gab es auch fuer mich etwas zu tun, den es ging erst mal kraeftig den Berg hoch. Oben wurde ich dann mit wunderbaren Aussichten belohnt. So verbrachte ich dann die folgenden 2 Tage: Immer auf und ab, an herrlichen Plaetzen ein Paeuschen einlegen, ausruhen, Muesli-Riegel essen, geniessen und wieder bergauf und bergab. Die Strecke war nicht immer einfach und ich verpasste doch einige Male den richtigen Zeitpunkt um aus dem Sattel zu kommen. Da haette ich mir wohl noch ein paar Tipps bei Claudia F. holen sollen. :-)
Besonders heftig war der Anfang des 2. Tages. Der Anstieg war unmoeglich per Rad zu bewaeltigen und so schob ich mehr als ich fuhr (hiked the bike). Das Maedel aus dem Bikeshop hatte mir ja noch geraten, den Anstieg zu umfahren, aber ich wollte ja nicht hoeren...
Abgesehen von diesem Anstieg war der ganze Weg ziemlich schoen, Strecken durch Wald wechselten sich mit offen Strecken hoch ueber allem ab, wobei die Strecke am ersten Tag am besten war, was Ausblicke auf die schoene Umgebung betraf. In den Waldstuecken nervten die Grillen ein bisschen, die einen Heidenlaerm veranstalteten.
Am ersten Abend musste ich dann mein Gepaeck in einem Hotel, wunderschoen gelegen mitten in der Natur, abholen und dann zum wenige Meter entfernten Campingplatz bringen. Bevor ich es abholte genehmigte ich mir aber erst noch ein Belohnungsbierchen im Hotelcafe, von wo aus ich auch den Hotelpool entdeckte, wo ich mich anschliessend erst mal erfrischte. Der Campingplatz war dann nichts besonderes, Campinglatz halt.
Am Ende des 2. Tages legte ich kurz vor Trackende noch ein Badepaeuschen ein, bevor ich die letzten 25 km nach Picton bewaeltigte. Die zogen sich aber ganz schoen und waren nie und nimmer in einer Stunde zu bewaeltigen, wie mir gesagt wurde. Dafuer war die Strecke schoen und ich schaffte es gerade noch bis 6 zurueck.
Im Hostel erwartete mich wieder Schokopudding mit Eis und ein fauler Fernsehabend.


Picton 7.2.

Heute fuhr leider kein Magic-Bus, deswegen musste ich nochmal einen gemuetlichen Tag in Picton anhaengen. Das war jetzt aber nicht wirklich eine Strafe. Den Mittag nutzte ich fuer eine Weintour durch die Marlborough Wine Region, bekannt vor allem fuer ihre Sauvignon Blancs. Es waren auch echt ein paar gute dabei, vor allem Sauvignon Blancs. Und alle Weingueter versuchten sich auch am Riesling. Wie auch schon in Australien. Aber den kriegen sie einfach nicht hin. Ausser ein Weingut, Forester. Die hatten auch nen guten Riesling. Eiswein wird hier uebrigens so gemacht; Da Frost fehlt, werden die Trauben einfach ohne Frost gepflueckt und dann auf Eis gelegt.


Nelson

8.2.

Eine unspektakulaere Fahrt. Nelson selbst ist auch eher unspektakulaer, nett aber unspektakulaer. South Street mit vielen kleinen, alten, schmucken Holzhaeuschen ist sehr nett. Mein Hostel, Accents on the Park ist ebenfalls sehr nett, mit sehr netten Betreibern. Nach Ankunft hab ich die Zeit fuer die Planung meiner 3taegigen Wanderung auf dem Abel Tasman Coastal Track genuetzt.


Marahau


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Abel Tasman Coastal Track

Ein wunderschoener, ein ordentlicher und ein etwas trueber Tag auf dem Abel Tasman Coastal Track. Ich lief den Weg von hinten nach vorne, also vom Totaranui Campingplatz zurueck nach Marahau, wo ich am Morgen mit dem Bus angekommen und gleich mit dem Wassertaxi weitergefahren war. Das war im Moment besser, da man bei diesem Track seine Strecken ganz gut planen muss. Ein Teil ist naemlich nur bei Ebbe passierbar und wenn man nicht plant, steht man eventuell vor dem Meer und muss 6 Stunden oder die ganze Nacht warten, bis das Wasser wieder zurueck geht.
Der Track fuehrt teilweise direkt am Strand entlang, dann wieder die Haenge hoch und 10 bis 50 Meter ueber dem Meer an einem Hangweg entlang. Haeufiger auch durch Wald. Leider wachte ich in der 2 Nacht mit kalten bzw. nassen Fuessen auf. Der Regen war zu stark und das Zelt hielt nicht stand. Abgesehen davon waren es sehr entspannte Tage in der Natur. Nach meinem dritten Track in Neuseeland muesste ich so langsam den naechsten Schritt gehen. Vollbart oder lieber doch nicht???


Greymouth

Konkurenz fuer die Great Ocean Road?

Zuerst war die Fahrt von Nelson nach Greymouth recht unspektakulaer. Weinberge, Weiden mit weniger Schafen als Kuehen. Ja, mir war auch schon auf der Nordinsel aufgefallen, dass man mehr Kuehe als Schafe sieht, das Klischee wird also nicht erfuellt.
Dann folgte aber eine spektakulaere Kuestenstrasse, mit steilen Klippen zur Linken, Meer und Inseln zur Rechten. Wenn auch das Farbenspiel auf der Great Ocean Road in Australien noch schoener ist. Leider sass ich zu weit hinten im Bus um gute Fotos machen zu koennen. Ein schoener Stopp war auch noch bei den Pancake Rocks (Punakaiki). Felsen, die wie viele uebereinander gelegte Pfannkuchen aussehen. Doch ne halbe Stunde Aufenthalt war einfach zu kurz.
Greymouth selber bietet nicht viel berichtenswertes. Doch gerade in solchen Orten, wo keiner wirklich etwas vorhat, kommt man ganz gut mit anderen Reisenden ins Gespraech. Lange Diskussionen bei Bier und Wodka-Cola und alles auf Englisch. Fuer mich immer noch anstrengend.
Die Nacht war dann stuermisch-regnerisch und die Camper (das Hostel hatte auch einen Campingplatz) hatten ne sehr unlustige Nacht. Einen traf ich am Morgen, der mir erzaehlte, dass alle Camper fast die ganze Nacht auf waren um mehr oder weniger das Zelt festzuhalten. Einige wurden wohl auch ziemlich nasse. Der eine musste seine Weiterreise verschieben und erst mal seine Sachen trocknen. Gut dass ich heute nicht gezeltet hatte, ich hatte es mir noch ueberlegt.


Franz Josef Glacier


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Weiterfahrt nach Franz Josef

Ja, der Ort heisst wirklich so, benannt nach dem Gletscher, mehr oder weniger nur eine Urlaubersiedlung - fuer Leute, die den Gletscher besuchen, wie mich. Der Weg dort hin fuehrt ueber weite Strecken an der Kueste entlang und war meist schoen. Erster Stopp war Hokitika, eine Stadt die vom Kunsthandwerk lebt, vor allem Schuck aus Jade (Greenstone). In der Gegend fanden die Maori frueher Jade und auch heute wird hier viel Jade gefunden und verarbeitet und schliesslich an Touristen verkauft. Ganz interessant mal durch die Geschaefte zu tingeln, aber mal wieder zu kurz.

Ein weiterer Stopp war Ross, eine ehemalige Goldminenstadt. Dort war ein 3kg Goldnugget ausgestellt, kleiner als man sich 3 kg vorstellt. Sonst war das eher nicht so interessant. Vielleicht wenn man mehr Zeit gehabt haette, sich mit dem Ganzen zu beschaeftigen.
Naechster Stopp war das skurile Bushman's Center, mit ausgestopften Hirschkoepfen und Possumfellen. Man wurde darin ueber die Hirschjagd in Neuseeland informiert. Hirsche wurden im vorigen Jahrhundert eingeschleppt und entwickelte sich wie viele andere eingeschleppten Tiere zur Plage. Ein Film zeigte, wie die Hirsche von Maennern gejagt wurden, die sich aus fliegenden Hubschraubern auf die Hirsche stuerzten. Komischer Film.
Schliesslich kamen wir in Franz Josef an. Der Tag liess noch genuegend Zeit um die Gegend zu erkunden, nur das Wetter spielte nicht mit. Erst nach 4 hoerte es auf zu regnen. Obwohl schon etwas spaet, machte ich mich auf den Weg zum Gletscher, und dank netter Leute mit Auto, die mich auflasen, kam ich problemlos zum Gletscher und wieder zurueck. Die Sicht auf den Gletscher war zwar nicht ueberragend, da etwas vernebelt, aber trotzdem hatte ich schon mal einen Eindruck von dem, was mich am naechsten Tag erwartete.



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Gletschertour

Fuer heute hatte ich mich fuer eine ganztaegige Tour auf den Franz-Josef-Gletscher angemeldet, fuer 150 NZD (75 E), kein Pappenstil, aber mich interessierte es und es ging nur mit einer Tour. Erst mal wurden alle Leute mit Regenhose, Regenmantel, Stiefel, Socken, Muetze, Handschuhe und Steigeisen ausgestattet. Dann per Bus und zu Fuss an den Fuss des Gletschers, wo man schon lehrbuchhaft das Gletschertor bestaunen konnte, also die Stelle, wo das unter Druck geschmolzene Eis als Wasser in einem Gletscherbach austritt.
Nachdem die Steigeisen angelegt waren ging es hoch, ueber ins Eis gehauene Stufen. Und so verbrachten wir den Tag auf dem Eis und zwischen Gletscherspalten. Der Guide hatte einen Eispickel dabei, mit dem er immer wieder Stufen ins Eis schlug, eigentlich viel zu oft, man braucht ja nicht ueberall Stufen. So bestand die Tour auch viel aus warten. Trotzdem alles sehr interessant. Fantastisch wie blau an einigen Stellen das Eis ist. Oben auf dem Gletscher liegt meist Staub oder Schutt, geht man aber in die Spalten, taucht man in eine blaue, unwirkliche Welt. Manchmal musste man sich richtig durchquetschen und einmal durch einen Eistunnel durchkrabbeln bzw. -rutschen. Auf der anderen Seite des (kurzen) Tunnels musste man mit Hilfe eines Seils wieder hochkrabbeln.
Als der Tag zu Ende war fuehlte ich mich zuerst nicht muede, aber nach dem heissen Bad im Hostel-Whirrlpool bekam ich nicht mehr viel auf die Reihe, war ganz schoen muede.


Weiterfahrt nach Queenstown

Heute musst ich mal richtig frueh raus, denn vor der eh schon fruehen Abfahrt musste ich ja noch Zelt abbauen, packen usw. Ja, ich hatte mal 2 Tage im Zelt geschlafen. Franz Josef war allerdings nicht die allerbeste Wahl, da es nachts ziemlich kalt war. Aber immerhin "Einzelzimmer". Das Wetter war heute morgen superschoen und so sahen wir bei der Wegfahrt von Franz Josef, dass auch die umliegenden Berge mit Schnee bedeckt waren. Das war die letzten 2 Tage wohl hinter Wolken versteckt gewesen.
Durch beeindruckende Berglandschaften, am Fox Glacier vorbei, folgte bald unserer erster Stopp, und diesmal ein richtig guter. Lake Matheson. Der See selbst ist vielleicht nicht so besonders, aber wie sich der Gletscher darin spiegelt ist fantastisch. Tolle Bilder. Muss ich noch erwaehnen, dass die Zeit zu kurz war? Obwohl wir ja diesmal immerhin ne Stunde hatten.
Dann ging es weiter ueber den Haast Pass nach Wanaka. Wunderschoene Strecke, Berge, Seen und alles bei supertollem Wetter. In Wanaka konnten wir ne halbe Stunde herumschauen. Eigentlich haette ich hier gerne ne Nacht verbracht, aber ich hatte am Tag davor mal gerechnet, wie viel Zeit mir in Neuseeland noch blieb und wo ich ueberall noch hin wollte. Schon mal ein Ziel fuers naechste Mal (in 30 Jahren?).
Schliesslich erreichten wir Queenstown. In Wanaka war Daniela zugestiegen, die ich schon ein paar Mal getroffen hatte. Wir wollten zusammen ein Auto mieten um Fjordland und Southland, suedlich von Queenstown zu erkunden. Wir machten uns am Abend noch auf die Suche nach nem Mietwagen, bekamen aber nur einen fuer den uebernaechsten Tag. Und den gerade noch. In Queenstown ist gerade die Hoelle los.


Queenstown

1. Tag Queenstown

Queenstown ist eine Stadt, die zu wahrscheinlich 90 % vom Abenteuertourismus lebt. Jeder scheint hier sich aus Hubschraubern und von Bruecken zu stuerzen, mit Fallschirm bzw. Seil versteht sich. Das zog sich ja schon durch ganz Australien und Neuseeland hindurch. Die Mehrzahl der Reisenden, die man trifft, reist von Adrenalinkick zu Adrenalinkick. Es ist ein bisschen Schade, dass jeder als Hoehepunkt seiner Reise den Falschirm- oder Bungeesprung nennt. Es gibt doch noch so viel anderes Schoenes in diesem Land.
Nachdem das mit dem Mietwagen am Morgen geklaert war verbrachten wir den Rest des Tages damit, Queenstown zu erkunden. Von dem Berg, auf den auch eine Gondel fuhr (ich natuerlich zu Fuss), hat meine eine tolle Aussicht auf die umliegenden Berge, den See und Queenstown. Vor allem bei dem Wetter. Etwas weiter oben starteten die Paraglider, wo ich auch ein bisschen zuschaute. Doch auch von unten, von der Stadt, war der Anblick und die Atmosphaere am Seeufer wunderschoen, besonders abends
Und abends war es natuerlich Pflicht, sich ins Nightlife zu stuerzen und die vielen 2for1-Gutscheine einzuloesen.


Glenorchy

Sheep are in Paradise

Unser, also Daniela und mein erster Tag mit dem Mietwagen fuehrte uns entlang des Lake Wakatipu, der insgesamt 77 km misst, nach Norden, erst nach Glenorchy, dann Richtung Paradise. Und hier waren hunderte und tausende Schafe. Ich hatte ja schon mal erwaehnt, dass ich bisher noch nicht soo viele Schafe gesehen habe, aber hier waren sie also, in Paradise. Die Landschaft, See, schneebedeckte Berge und gruene Taeler (hier befindet sich wieder ein Herr der Ringe-Drehort: Isengard) war wunderschoen. Wir liefen ausserdem ein kleines Stueck auf dem Dart-Track und den Anfang des Routeburn-Tracks.


Invercargill

Wechselhaft

Unser zweiter Tag fuehrt uns nach Balclutha (ach, immer diese wundervollen Namen, die man sich nieee merken kann) und von da aus zu verschiedenen Punkten entlang der ´Southern Scenic Road´Richtung Invercargill. Zuerst zum Nuggetpoint, einer Felsklippe mit einem wirklich malerisch (und ich sag das diesmal nicht einfach so) liegenden Aussichtspunkt, dann zu mehreren teils wunderschoen gelegenen Wasserfaellen, Aussichtspunkten und sonstigen Naturschoenheiten. Die Catlins - so heisst die Region - sind einfach wunderbar gruen und voller Schafe, ueberall weisse Tupfer.
Uebernachtung in Curio Bay, in einer wunderschoenen Unterkunft, die so ueberhaupt nichts von Hotel oder Hostel hatte, sondern eine ganz normale Wohnung war, direkt am Strand, verglaste Front zum Meer, Kachelofen, grosser Wohn- Ess- und Kuechenbereich und als Gaeste 2 Schweizer, eine deutsche Familie, eine Frau mit ihrem Neffen und wir. Wenn man ein Zimmer wollte musste man sich in eine Liste eintragen, denn eine Vermieterin war nicht da. Die kam nur am naechsten Morgen vorbei, fragte ob man sich auch wohlgefuehlt hat und ob alles in Ordnung war und kassierte natuerlich ab. Natuerlich war alles in Ordnung, mehr als das. Und das fuer 5 Euro mehr als ein Hostelbett.
Bemerkenswert war an diesem Tag allerdings noch das Wetter. In allertruebstem Nebelregenwetter losgefahren, dann aufgeklart, beim Nuggetpoint Sonne und warm, so dass Daniela von Hose auf Rock wechselte, aber noch waehrend wir beim Leuchturm waren, wurde es wieder bewoelkt, sehr windig, kalt und es begann zu regnen. Das alles innerhalb von 4 Stunden und so wechselte das auch die naechsten 6 Stunden ab.
Abends gingen wir noch zu einem Strand, an dem versteinerte Baeume zu sehen sind, man kann ganz klar Linien im Wasser erkennen, bei einem Stein, der mal ein Baum war, konnte man sogar die Jahresringe zaehlen. Die eigenliche Atraktion hier aber waren die Pinguine, seltene Gelbaugenpinguine. Wieder so schoen denen zuzuschauen. Nicht ganz so witzig wie die tasmanischen Pinguine, aber dafuer bei Tageslicht.



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Am Ende

Unser erster Stopp fuehrte uns zu meinem persoenlichen Ende der Welt (vorlaeufig). Etwas bewegend fuer mich. Slope Point, der suedlichste Punkt des neuseelaendischen Festlandes, ist kilometermaessig das am weistesten von Deutchland entfernte Ziel meiner Reise. Ab jetzt ging jeder Schritt Richtung Heimat. Auch wenn sich Neuseeland gar nicht so weit weg anfuehlt und Ziele, die noch kommen werden, sich viel weiter weg anfuehlen werden. Der weitere Weg fuehrte ueber Invercargill nach Te Anau. Die Strecke wurde sobald man die Kueste verliess und entlang des Fjordlandes nach Norden fuhr immer schoener, immer bergiger, immer bezaubender. Uebernachtung in Te Anau


Milford Sound

Erwartungen erfuellt

Das Problem ist, dass man vom Milford Sound schon so viel gehoert hat und Bilder gesehen hat, dass man auch viel erwartet.
Auf dem langen Weg von Te Anau nach Milford fuhren wir durch alpine Bergwelt. Besonders schoen waren die Mirror Lakes, in denen sich die Berge noch viel schoener spiegelten, als sie in Wirklichkeit waren. Wir kamen gerade rechtzeitig um eine ausfuehrliche Bootstour mitzumachen und nicht die Kurzversion. Wahnsinn, wie sich die Berge vom Meer (0m) auf ueber 1000 m erheben. Besonders deutlich wird das, wenn ein anderes Boot nahe dem Ufer faehrt.
Unser Boot fuhr ausserdem direkt unter einen Wasserfall, was ebenfalls spektakulaer war und wieder Delfine!! Ein paar kamen zu unserem Boot und nutzten unsere Bugwelle fuer ihre Spiele.
Im Delfinbilder machen scheine ich aber komplett unfaehig zu sein.
Dann trennten sich Danielas und meine Wege. Daniela fuhr zurueck nach Te Anau und ich liess mich an "The Divide" absetzen. Eigentlich wollte ich ab hier den bekannten Routeburn- Track laufen, eine 3 Tages-Wanderung. Leider konnte ich dafuer weder Huetten noch Campingplaetze buchen, alles voll. Als Ersatz lief ich 3 Tage den Greenstone Valley Track. Ein sehr (zu) einfacher, aber schoener Wanderweg, der immerhin ein kleines Stueck am Anfang mit dem Routeburn Track gemein hat. Es waren auch nicht so viele Leute unterwegs, also Naturerlebnis pur. Die erste Nacht campte ich fast allein - ich, die Berge und ein Klohaeuschen.


Queenstown


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Fliegen

Als mich 2 Tage spaeter der Bus zurueck nach Queenstown brachte, verbrachte ich einen entspannten Abend und einen fast ganz relaxten Tag in Queenstown. Doch ich hab mich von dem ganzen Aktivitaetsfieber doch noch ein bisschen anstecken lassen. Naja, Paragliding wollte ich eigentlich schon lange einmal machen. Hier bot sich die Chance (im Tandem natuerlich). Und es war superwunderbar. Wir fuhren etwas ausserhalb von Queenstown, ganz weit hoch auf einen Berg, legten unser Geschirr an, dann musste ich ziehen und den Berg runterrennen, bis der Schirm griff. Und los ging das fliegen. Man fliegt mit ca. 40 kmh, was einem gar nicht so schnell vorkommt. Erst wenn man etwas naeher an den Baumwipfeln fliegt.
Wir nutzten einen steilen Berghang um immer wieder Hoehe zu gewinnen und so haetten wir wahrscheinlich ewig weiterfliegen koennen. Mein Pilot machte immer wieder Bilder, uebergab mir auch mal das Steuer und erklaerte, wie das Paragliden funktioniert. So dauerte der Flug richtig lange und ich hatte genug Zeit, die Aussicht zu geniessen. Ein tolles Erlebnis.


Dunedin

24.2.10

Vom Magicbus wieder abgeholt fuehrte unser Weg wieder durch das schoene Gibbston Valley und nach ungefaehr 2 Stunden gab es die erste Klopause. Auf meine Nachfrage, wann denn unser erster richtiger Stopp Arrowtown kommen wuerde, schaute der Busfahrer mich ganz erstaunt an. Ja den haette er heute mal ausgelassen. Ich meinte dann, dass das aber doch auf dem Programm stuende. Das wuerde aber doch keiner lesen, erwiderte der etwas betroepelte Busfahrer. Na prima. Die weitere Fahrt ging durch flacher werdende, aber abwechslungsreiche Landschaft nach Dunedin. Dort packte ich, nachdem das Zimmer bezogen war, meine Schwimmsachen und machte mich auf zum Strand. Auf ein Surfboard musste ich dann noch etwas warten, aber schliesslich bekam ich eines und versuchte mein Glueck. Ich glaub ich hab das Surfen schon wieder bisschen verlernt. Die ersten paar Mal war ich so schnell, dass ich mich gar nicht getraute aufzustehen. Und dann hat es meist maessig geklappt. Ein paar Mal aber doch ein bisschen.
Zurueck vom Strand hab ich mir dann die Stadt angeschaut, viele aeltere, schmucke Gebaeude gibt es in dieser Studentenstadt, die vor allem fuer ihre Musikszene bekannt ist. Abends ging ich mit ein paar Leuten noch raus, aber heute war wohl nicht der beste Tag. Jede Menge Studenten auf Stadtrally !Semesteranfang!, aber sonst nicht so viel los. Immerhin eine Bar mit Livemusik haben wir noch gefunden.


Lake Tekapo


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So rund...

Weiter gings am naechsten Morgen vom Edinburgh Neuseelands (=Dunedin) zum Lake Tekapo mit ein paar interessanten Stopps. Zuerst hielten wir gar nicht weit, noch in der Stadt Dunedin, um einmal die steilste Strasse der Welt zu erklimmen. Sie war wirklich sehr steil. Als naechstes hielten wir am Strand, bei den Moeraki Boulders. Das sind runde bzw. ovale Felsen, tonnenschwer, die ueber den Strand verteilt sind. Die Maori glaubten, dass dies die versteinerten Koerbe ihrer (goettlichen) Vorfahren sind, die aus dem Kanu fielen, als diese das Land der grossen Wolke (=Neuseeland) besiedelten.
Ein weiterer Stopp, Einkaufsstopp, war in Onamaru und dann am Lake Pukaki. Leider keine Sonne, so dass die Farbe des Sees nicht zur Geltung kam. Mount Cook konnten wir aber sehen.


So blau...

Schliesslich kamen wir am Lake Tekapo an. Es war ein wunderschoener Nachmittag an diesem wunderschoenen See. Wahnsinn diese Farbe. Auch das Hostel in dem die meisten, so auch ich, uebernachteten, war traumhaft gelegen. Etwas ausserhalb des Ortes (der 10 Haeuser), direkt am See. Den Nachmittag nutzte ich, wie auch ein paar andere, erst mal am See entlang Richtung Ort zu laufen und dann Mount John zu besteigen. Erst ging es durch Wald, aber oben auf dem Hoehenweg und an der Sternwarte hatte man einen atemberaubenden Ausblick auf die Berge und den See, der so fantastisch schoen blau war. Und das alles bei herrlichstem Wetter. Den Abend verbrachte ich bei Wein und Spagetti mit netten Leuten im Hostel.


Christchurch

Zur letzten Station

Am naechsten Morgen ging es leider schon wieder weiter nach Christchurch. Ich waere gerne noch einen Tag laenger geblieben, aber zum einen ging bald mein Flug nach Suedamerika und eventuell sollte ich noch ein paar Besorgungen machen (z.B. Reisefuehrer, ev. neue Wanderschuhe) und mich auch ein bisschen auf das naechste Reiseziel einstimmen. Ausserdem wollte ich nochmal Surfen gehen, was in Christchurch auch gut gehen sollte. War dann leider nicht so, denn alle Straende waren am naechsten Tag wegen Tsunamigefahr (Erdbeben in Chile) gesperrt.
Die Busfahrt ging zuerst duch bergiges Gebiet, dann ueber Geraldine, wo sich die Southern Alps von Neuseeland immer mehr entfernten, uns zur rechten ein Weilchen begleiteten und wir schliesslich die weite Ebene der Canterburry Plains durchquerten, ein grosser Kontrast zur bisher erlebten Landschaft. Schliesslich erreichten wir Christchurch und hielten an einem Aussichtspunkt. Auch von oben war Chritchurch sehr gruen, sie wird auch "garden city" genannt. Das Hostel war OK, ein typisches Stadthostel, sehr geschaeftig im Vergleich zum letzten Hostel am Lake Tekapo.
Den Nachmittag nutzte ich fuer eine Stadtbesichtigung. Einige Strassen sind nach indischen Staedten benannt, ob es dafuer einen Grund gibt weiss ich noch nicht. Ansonsten war der Cathedal Square sehr angenehm, man konnte sich gut eine Weile dort aufhalten und Menschen beobachten. In der Kathedrale war gerade eine Blumenausstellung - naja, ganz nett. Das kostenlose Museum war ebenfalls sehr interessant. Schoen war es auch, im Park beim Museum herumzulaufen, sowie im Botanischen Garten, der sich darin befand.


2.Tag

Den vorletzten Tag, Samstag, nutzte ich, um mal durch die Geschaefte von Christchurch zu streunen, Reisefuehrer und so weiter zu kaufen, sowie mich eine Weile im Arts Center von Christchurch aufzuhalen. Das Arts Center befindet sich in alten Universitaetsgebaeuden, wo sich nun viele Kunsthandwerkgeschaefte sesshaft gemacht haben. Ausserdem gibt es samstags und sonntags einen schoenen Markt und dazu richtig gute Livemusik. Man konnte dort gut ein paar Stunden verbringen, durch die Geschaefte streunen, der Musik zuhoeren, ein Bierchen in der Hausbrauerei trinken... So muss Samstag sein.
Abends dann mit ein paar Leuten aus dem Magicbus im Viertel SOL Square ausgegangen. Dort war ich schon am Tag zuvor und hab im Fat Eddy Jazz Club ne richtig tolle Liveband gesehen. Heute zwar keine Liveband, aber das Viertel ist am Wochenende trotzdem toll, viele interessante Kneipen zum Teil mit Livemusik. Eine Hauswand mit lauter angeschweissten Fahrraedern hat mir auch gut gefallen.


28.2. Sonntag, Planaenderung

Morgens von einer SMS aufgewacht, die mir Stephan aus dem Magicbus schickte. Heute Nacht war wohl ein schweres Erdbeben in Chile. Na dort wollte ich ja morgen hin. Mein Flug war fuer den naechsten Tag gebucht. Erst mal wach werden und dann ins Internet. Was ich dort erfuhr war schon sehr beunruhigend. Das schwerste je gemessene Erdbeben. Grosse Zerstoerungen in Conception, dort einige hundert Tote, aber auch Santiago war betroffen. Der Flughafen in Santiago fuer mindestens eine Woche gesperrt, da dort ein Gebaeude eingestuerzt war. Ausserdem Bilder von einer eingestuerzten Autobahnbruecke. Das hiess wohl noch laenger in Neuseeland bleiben. Ausserdem etwas erschrecken: Eigentlich haette ich schon in Santiago oder schon etwas suedlicher sein sollen. Mein urspruenglicher Flugtermin war am 24. Februar, ich hatte ihn aber vor 4 Wochen auf den 1. Maerz verschoben, da ich das Gefuehl hatte, in Neuseeland etwas mehr Zeit zu benoetigen.
Schliesslich rief ich Quantas an, um zu erfahren, ob und was ich nun machen kann und soll. Mein Flug war natuerlich gestrichen und auf einen unbestimmten spaeteren Zeitpunkt verschoben. Generell moeglich waere auch eine Umbuchung nach Buenos Aires. Ich sollte erst mal abwarten. Ich rief auch Air NewZealand an, ob mein Flug von Christchurch nach Auckland am folgenden Tag noch verschiebbar waere, auf der Suedinsel liesse sich eventuell mehr anfangen, wenn ich einige Zeit auf den Flug nach Suedamerika warten muss. Doch da liess sich nichts machen. Also wuerde ich wohl am naechsten Tag erst mal nach Auckland fliegen und dort erst mal bleiben und weiter sehen.
Mit Surfen war heute auch nichts, denn alle Straende waren gesperrt - Tsunamiwarnung wegen des Erdbebens. So hatte ich Zeit nochmal ueber den Markt am Arts Center zu streunen, im Arts Center zu stoebern und eine deutsche Bratwurst zu essen. Und immer wieder schaute ich natuerlich ins Internet, was da wohl in Chile los ist. Einen Chilenen, den ich am Tag zuvor im Hostel kennen gelernt hatte, traf ich auch wieder. Er schien schon wieder recht beruhigt zu sein. Fuer die Staerke des Erdbebens sei wohl alles glimpflich abgelaufen. Von seiner Familie hatte er Nachricht, dass alles in Ordnung ist.
Mal sehen, was der morgige Tag bringt.


1. Maerz: Konfusion

An diesem Montagmorgen erst noch kurz zur Post, dann zum Flughafen. Das Selbsteinchecken war mir Reisebanausen nicht einleuchtend, aber man half mir weiter. In Auckland angekommen machte ich mich auf den Weg vom nationalen ins internationale Terminal - um zu sehen, was es Neues gibt wegen meines gestrichenen Fluges. Erst sollte ich ein LAN Buero anrufen, was ich auch tat (keine Info, keine Aussage, gar nichts brauchbares), dann fand ich heraus, wo ein (anderes) LAN-Buero im Flughafen war. Dort musste ich erst mal klar machen, dass ich mich nicht beschweren wollte, sondern Rat suchte. Als mir dies gelungen war, half man mir auch weiter und versuchte mich nicht mehr abzuwimmeln. Man erzaehlte mir, dass der abgesagte Flug, also meiner durchaus startete, aber fuer die Gaeste vom Vortag. Die Gaeste von heute wuerden ganz vielleicht in zwei Tagen befoerdert werden. Ich sollt halt taeglich vorbeikommen. Oder: mich auf die Warteliste fuer den heutigen Flug setzen lassen. Es saehe durchaus so aus, dass es noch Plaetze gaebe. Doch wollte ich in ein Erdbebengeplagtes Santiago? Ausserdem dachte ich, dass der Flughafen gesperrt war. Man erklaerte mir, dass das Flugzeug erst woanders landen wuerde (wo wusste man auch noch nicht so genau), dort wuerden Einreise- und Zollformalitaeten erledigt und schliesslich ginge der Flug weiter nach Santiago. Landen war naemlich durchaus moeglich.
Doch wie gesagt: Wollte ich den in der momentanen Situation nach Santiago? Fuer eine Flugroutenaenderung muesse ich jedoch Qantas kontaktieren. Mein Flug sei zwar mit LAN, die Flugnummer aber Qantas. Am Qantas-Schalter gab es niemand, der Aussagen treffen durfte und ich musste wieder eine Hotline anrufen. Es folgten 3 Stunden endloses Warten in Warteschlangen, Gespraeche mit verschieden Callcenter-Mitarbeiter(innen), jede(r) erzaehlte was anderes. Rosi aus Auckland hatte ich sogar 2 Mal dran. Ich baute schon fast eine persoenliche Beziehung zu manchen Callcenter-Mitarbeitern auf. Schliesslich war die Info, dass ich wohl fruehestens in 18 Tagen sowohl nach Santiago als auch nach Buenos Aires fliegen koennte. Und die Umbuchung muesse ich nun doch bezahlen. Das war mir zu lang. Inzwischen genervt und leicht verzweifelt, gesellte ich mich zu den Warteschlangen-Personen am LAN-Schalter. Dort machte man mir wenig Hoffnung.
Doch eine Stunde spaeter sass ich voellig unerwartet im Flieger nach Suedamerika. Supermuede, letzte Sitzreihe und immerhin ein freier Platz neben mir. Etwas mulmig war mir schon, wenn ich daran dachte, was mich wohl in Santiago erwartete. Schlafen konnte ich im Flugzeug nicht gut. Da ich den ganzen Tag noch gar nicht zum Essen gekommen bin, erwartete ich ziemlich hungrig das Flugzeugessen - und bekam sogar 2 Portionen. Man muss mir den knurrenden Magen wohl angesehen haben.
Schliesslich fand ich heraus, dass der Flughafen, den wir ansteuerten Puntas Arenas war. Wenn ich dort aussteigen koennte - das waere fuer mich die idealste Loesung, denn so koennte ich erst Patagonien bereisen bevor es dort zu kalt wuerde. Im Flugzeug konnte man mir aber nicht sagen ob dies moeglich sei.
Erst in Puntas Arenas erfuhr ich: es war moeglich. Es dauerte eine Ewigkeit, bis alle Passagiere ihr Gepaeck hatten duch Zoll und Immigration gingen und ihr Gepaeck wieder aufs Band legten. Der Flughafen von Puntas Arenas ist fuer Flugzeuge dieser Groesse nicht geruestet. 2 Einreiseschalter und ein kleines Foerderband, wo kaum ein paar Gepaeckstuecke drauf passten.
2 weitere Personen blieben mit mir einfach dort und stiegen nicht wieder ins Flugzeug. Und nun begann das naechste Abenteuer...


Kommentare

Simone (09.02.2010)

hey aendiraendi! Danke für deinen tollen Bericht zu Neuseeland - super informativ und auch unterhaltsam! Schade nur, dass du noch? keine Bilder zu deinen Stationen hast! Aber vielleicht kommen die nach noch! Weiterhin eine gute Reise! Besten Gruß simone