Patagonien 2006, Teil 1, Puerto Varas - Reisebericht von Arvid bei triplib.

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Arvid
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Bericht einer Reise ans Ende der Welt, nach Patagonien.
Teil 1 ist ein Bericht von meinem Aufenthalt in Puerto Varas bis zur Abreise nach Argentinien.

Puerto Varas

Die Anden

Die Anden


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Von Bad Ischl nach Puerto Varas

Österreich versinkt fast im Schnee. Also ab in den Sommer. Fast ein Jahr Planung und Vorfreude liegen hinter mir, als ich um 19 Uhr am Flughafen München den Flieger nach Madrid besteige. In Madrid Barajas bleibt nur wenig Zeit zum Umsteigen in die Maschine nach Santiago de Chile. Fast unnötig zu sagen, dass es mein Gepäck nicht geschafft hat. Aber das werde ich erst in Santiago erfahren. 13 Stunden und 40 Minuten Nachtflug und somit einer der längsten Linienflüge der Welt stehen vor mir.


Vulkane im chilenischen Seengebiet

Vulkane im chilenischen Seengebiet


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Vulkane im chilenischen Seengebiet

Der Airbus 340 landet fast planmäßig am Flughafen der Sechsmillionen-Metropole Santiago. Nicht einmal zwei Stunden dauert dann der Inlandsflug bis Puerto Montt. Das Wetter ist schön. Die Flugroute verläuft entlang der Andenkette, die man linker Hand aus dem Flugzeugfenster beobachten kann. Grandios auch der Ausblick auf die zum Teil rauchenden Vulkane mit ihren vereisten Gipfeln im chilenischen Seengebiet.


PMC -Puerto Montt Airport

PMC -Puerto Montt Airport


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PMC - Puerto Montt Airport

Kurz vor drei Uhr nachmittag dann die Landung in Puerto Montt El Tepual. Nur noch eine halbe Stunde Autofahrt in Arvids Camioneta, wie hier in Chile die Pick-Ups genannt werden, über die Ruta 5, die Panamericana, die hier zur Autobahn ausgebaut ist, nach Puerto Varas und ich bin am Ziel. Zu Hause in Österreich ist es inzwischen acht Uhr abends. Mehr als 30 Stunden sind vergangen, seit ich mein Haus in Bad Ischl verlassen habe.


 Hosteria Outsider  in Puerto Varas

Hosteria Outsider in Puerto Varas


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Die Hosteria Outsider in Puerto Varas

Arvids Hosteria Outsider, in der ich mein Zimmer beziehe, steht mitten im Zentrum von Puerto Varas, der touristischen Hauptstadt des chilenischen Seengebietes. Nach einem kurzen Spaziergang zum Lago Llanquihue, um den Anblick der beiden Vulkane Osorno und Calbuco an seinen Ufern zu genießen, werden heute nur noch die Pläne für die kommenden Tage besprochen.


Río Petrohué

Río Petrohué


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Der erste Tag in Puerto Varas

Das Wetter ist heute, wie man so sagt, etwas durchwachsen. Am Vormittag bewölkt, am Nachmittag sollte dann immer wieder mal die Sonne hervorkommen..Wir unternehmen heute einen Ausflug zum Lago Todos los Santos und zum Vulkan Osorno. Entlang des tosenden Rio Petrohue verläuft die Straße über eine Piste aus Vulkanasche zum Allerheiligensee. Todos los Santos bedeutet auf Deutsch Allerheiligen.. Seinen Namen erhielt der Gebirgssee, weil er erstmals am 1. November 1670, also am Allerheiligentag, von dem Jesuitenpater Mascardi entdeckt wurde.


Petrohué

Petrohué


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Petrohué

Alles was die meisten Besucher des Örtchens Petrohue zu sehen bekommen, ist die Schiffsanlegestation des Cruce de Lagos, der ältesten und berühmtesten organisierten Tour über die Anden nach Argentinien. Der argentinische Reiseunternehmer, Ricardo Roth, der auf der Isla Margarita begraben liegt, hatte erstmals 1903 diese Tour durchgeführt. Seine Kunden hatte er in Cafés in Buenos Aires angeworben. Auch Che Guevara soll in jungen Jahren hier mit der Fähre nach Chile gereist sein.


  Saltos de Petrohué

Saltos de Petrohué


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Saltos de Petrohué

Auf der Rückfahrt vom Lago Todos los Santos besuchen wir noch die berühmten Saltos de Petrohue. Hier zwängt sich der Rio Petrohue durch erkaltetes Lavagestein des Vulkans Osorno und hat in Jahrtausenden bizarre Formen geschaffen. Die spektakulären Stromschnellen und Wasserfälle gehören zu den Hauptattraktionen im Parque Nacional Perez Rosales, dem ältesten Nationalpark Chiles. Die anschließende kurze Wanderung in der Nähe der Saltos vermittelt mir einen ersten Eindruck vom ursprünglichen Regenwald in diesem Gebiet.


Osorno

Osorno


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Der schönste Vulkan Chiles

Das eigentliche Ziel des heutigen Tages ist der 2652 m hohe Vulkan Osorno, der wegen seiner ebenmäßigen Form und seines vergletscherten Gipfels als der schönste Vulkan Chiles gilt und manchmal auch mit dem japanischen Fuji San verglichen wird. Seine letzte große Eruption datiert aus dem Jahr 1869. Seinen Ausbruch von 1835 beschreibt Charles Darwin in seinem Buch "The Voyage Of The Beagle". Wir fahren mit dem Auto auf ca. 1250 m Höhe, wo sich ein Schilift und eine Cafeteria befinden. Zu Fuß wandern wir von dort noch ein paar hundert Meter bis fast an die Eisgrenze des Vulkankegels hinauf..


Laguna Verde

Laguna Verde


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Laguna Verde am Lago Llanquihue

Den Abschluss des heutigen Tages bildet der Besuch der Laguna Verde, einer durch Mikroalgen intensiv grün gefärbten Lagune des Lago Llanquihue,der mit seinen 850 km² etwa anderthalb mal so groß wie der Bodensee und damit der zweitgrößte See Chiles und der fünftgrößte See Südamerikas ist. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit sind wir wieder in der Hosteria Outsider in Puerto Varas zurück.


Puerto Varas

Puerto Varas


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Puerto Montt bis Caleta La Arena

Sonntag, der 26. Februar 2006: Heute fahre ich mit Arvid nach Puerto Montt zum Fischmarkt im Stadtteil Angelmó. Da dort jedoch um 9 Uhr vormittags noch fast kein Betrieb ist, sehen wir uns zuerst in der Stadt etwas um. Wir besuchen ein großes Einkaufszentrum am Meer. Vor der Stadt ankert ein schmuckes Kreuzfahrtschiff.


Krebse

Krebse


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Krebse am Markt in Angelmó

Der Fischmarkt in Angelmó ist Puerto Montts Hauptattraktion. Alle Arten von exotischen Meeresfrüchten werden dort angeboten.


Picorocos

Picorocos


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Picorocos

Krebse, Seepocken, Seeigel, Muscheln, Meeraal, Tintenfisch, Algen und Seetang: Fast unglaublich, dass man das alles essen kann. Die Seepocken auf dem Bild links werden in Chile Picorocos genannt.


Seeigel

Seeigel


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Erizos

Seeigel werden nicht nur in Chile gerne roh gegessen..


 Fischmarkt in Puerto Montt Angelmó

Fischmarkt in Puerto Montt Angelmó


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Congrio und Pulpo

Congrio ist der Meeraal, Pulpo der Tintenfisch


Curanto

Curanto


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Curanto

Eigentlich war ich mit Arvid hierher gekommen, um ein Curanto zu probieren. Dieser deftige Muschel-, Fleich- und Hühnereintopf ist ein typisches einheimisches Gericht und wird hier wird in Dutzenden Garküchen zubereitet. Die Köchinnen wollen vorbeischlendernde Besucher zur Einkehr in ihr Lokal animieren, indem sie die Deckel der riesigen Kochtöpfe lüften. "Mas tarde" (Später), so Arvids Antwort auf die Einladungen. Ich bin kein großer Freund von Meeresfrüchten und verzichte heute lieber auf dieses zweifelhafte Vergnügen.


 Angelmó

Angelmó


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Der Gemüsemarkt außerhalb der Fischhalle

Außerhalb der Markhallen werden Gemüse, Obst und andere landwirtschaftliche Produkte verkauft.


Cochayuyo

Cochayuyo


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Getrocknete Muscheln und Cochayuyo

Dieses Geschäft mit den an Schnüren aufgereihten getrockneten Muscheln und dem zusammen gebundenen Cochayuyo gefiel mir besonders. Na ja, zu essen gab es dann später was bei McDonalds in der Stadt.


Alerce Andino

Alerce Andino


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Wasserfall im Alerce Andino Nationalpark

Am frühen Nachmittag ging es dann weiter in den Parque Nacional Alerce Andino. Den Südeingang in den Park erreicht man über eine abenteuerliche Schotterpiste von Lenca aus, etwa 35 Kilometer östlich von Puerto Montt. Gut zwei Stunden dauerte dann die anschließende Wanderung zu einem Wasserfall und zu einer etwa 3800 Jahre alten Alerce. Heftiger Regen sorgte dabei schon für richtiges Regenwaldfeeling. Aber was soll´s. Es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung. Mein wetterfester neuer Goretex-Anorak hat sich an diesem Tag wieder einmal bewährt.


Copihue

Copihue


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Copihue, die chilenische Wachsglockenblume

“Quien no conoce el bosque chileno, no conoce este planeta“, - "Wer den chilenischen Wald nicht kennt, kennt diesen Planeten nicht", schrieb Pablo Neruda in seinem Buch "Ich bekenne, ich habe gelebt". Der kalte Nebelregenwald im Süden Chiles gilt als der artenreichste Regenwald der Welt. Vor 60 Millionen Jahren als ursprünglich tropischer Regenwald entstanden, überdauerte er in dem milden mediterranen Klima selbst die Eiszeiten auf der Erde. Hier findet man eine Vielzahl von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Kräutern, Farnen und Flechten.
Die Copihue:
Die etwa 5 bis 6 Zentimeter große Blüte der chilenschen Wachsglockenblume ist so hart, dass man glaubt, sie würde zerbrechen, wenn man sie fester angreift. Die Copihue, so ihr chilenischer Name, ist die Nationalblume Chiles.


Fuchsien

Fuchsien


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Fuchsien

Überall trifft man auf wild wachsende Fuchsien und andere Sträucher, die man in Österreich nur in den Gärten sieht.


 Lachsfarm am Seno Reloncaví

Lachsfarm am Seno Reloncaví


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Lachsfarm am Seno Reloncaví

Ende Februar ist in Chile ja noch Sommerzeit. Es ist bis 9 Uhr abends hell. Deshalb wollten wir heute nach dem Regenwaldfeeling noch ein bisschen Carretera-Austral-Feeling erleben. Bis Lenca ist heute die Carretera schon asfaltiert. Ab hier beginnt dann die Schotterpiste. Vorbei an Lachs- und Muschelfarmen fahren wir bis zur ersten Unterbrechung der Straße durch eine Fähre, bis Caleta La Arena.


 Caleta La Arena

Caleta La Arena


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Fähre in Caleta La Arena

Von hier müsste man dann über den nördlichsten Fjord Chiles, den Estuario de Reloncaví, nach Puelche übersetzen. Das jedoch hatten wir heute nicht vor. In einem Imbissladen neben der Fährstation gab es frische Empanadas de Queso und de Manzana (Teigtaschen mit Käse und mit Äpfel gefüllt). So gestärkt traten wir dann gegen Abend den Rückweg nach Puerto Varas an.


Mañío

Mañío


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Argentinien, wir kommen!

4. Tag, 27. Februar 2006:
Gestern Abend hatte Arvid noch Besuch von einem Bekannten. Jörg ist an einer Hochschule für Kunst und Design in Ostdeutschland als Werkstattleiter für Stahlplastik im Fachgebiet Plastik/Metall tätig. Natürlich hatten wir nichts dagegen, dass er sich unserer kleinen Gruppe bei der Fahrt nach Bariloche in Argentinien anschloss. Wir starteten kurz nach 8 Uhr morgens. Über Osorno und Entre Lagos fuhren wir zuerst nach Aguas Calientes. Die geplante Wanderung bis zu einem Aussichtspunkt auf einer Anhöhe brachen wir wegen zu starken Regens ab. Das Foto daneben zeigt mich vor gleich mehreren zusammengewachsenen Stämmen von Mañío-Bäumen. Mañíos sind eine Tannenart des chilenischen Valdivianischen Regenwaldes, deren Stämme oft über 1,5 Meter Durchmesser erreichen. Auch riesige, geschätzte 30 bis 35 Meter hohe Arrayanes (Myrten) gab es hier zu sehen.


Paso Cardenal Samoré

Paso Cardenal Samoré


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Am Paso Cardenal Samoré

Die chilenische Grenzstation vor dem Paso Cardenal Samoré erreichten wir gegen Mittag. Bis zur eigentlichen Grenze am Pass auf 1321 m Meereshöhe sind es von dort noch ca. 25 Kilometer, bis zum argentinischen Grenzposten sogar 42 Kilometer.
Die Grenzformalitäten waren schnell erledigt. Seit die Chilenen für die Fahrt nach Argentinien seit eingen Monaten eine teure Extraversicherung für ihr Auto brauchen, ist der Grenzverkehr etwas zurück gegangen, meinte Arvid.


Übernachten

Hosteria Outsider in Puerto Varas

Sehr schöne, saubere Hosteria im Zentrum von Puerto Varas.
Die Zimmer verfügen alle über Zentralheizung und Privatbad. In den meisten Zimmern steht sogar ein eigenen Internet-PC. Internetbenutzung rund um die Uhr ist gratis. Ein reichhaltiges Frühstück gibt es, auch wenn man mal früher weg will.
Reisebüros, Büros der Fluggesellschaften, Banken, Supermärkte, Restaurants, diverse andere Geschäfte, Spielcasino, Busterminal, Bahnhof usw. alles ist in unmittelbarer Nähe bzw in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. Von der Hosteria werden extrem günstige Exkursionen in die Umgebung angeboten. (Vulkane, Regenwald, Pazifik, Fjord, Insel Chiloe usw.)

 Hosteria Outsider  in Puerto Varas
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La Angostura

Lago Nahuel Huapi

Lago Nahuel Huapi


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Lago Nahuel Huapi

Das Nordufer vor Villa Angostura des Lago Nahuel Huapi erreichten wir am frühen Nachmittag.
Im Lago Lago Nahuel Huapi lebt nach Aussagen von Einheimischen der Nahuelito, ein saurierartiges Seeungeheuer von gewaltigem Ausmaß, ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten. Angebliche Sichtungen gibt es in regelmäßigen Abständen bis heute. Na ja, wenn´s dem Fremdenverkehr dient?


Die argentinische Pampa

Die argentinische Pampa


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Ein erster Eindruck von der Pampa

Die Gegend rund um den Nahuel-Huapi-See könnte gegensätzlicher nicht sein. Im Norden schließt unmittelbar die niederschlagsarme argentinische Pampa mit ihrem spärlichen Bewuchs an, während am Südufer des Sees Regenwälder die Landschaft prägen.


Bariloche

Halbinsel Llao Llao

Halbinsel Llao Llao


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Halbinsel Llao Llao (sprich: Schao Schao)

Die Halbinsel Llao Llao, ca. 25 Kilometer westlich von San Carlos de Bariloche, auf der wir unser Quartier für die nächsten drei Tage bezogen, liegt in dieser Regenwaldzone. Bevor wir irgendwo zwischen Llao Llao und Bariloche um 21 Uhr, - für argentinische Verhältnisse fast noch zu bald, denn wir waren die ersten Gäste im Restaurant -, zu Abend aßen, begaben wir uns noch auf eine Rundfahrt um die Halbinsel.

Weiter geht's mit Teil 2 des Reiseberichtes: Patagonien Februar/März 2006 Teil 2, Bariloche


Kommentare

bastian (09.06.2008)

Hallo Arvid, sehr schöner Reisebericht bisher!

Arvid (09.06.2008)

Ist sehr spaet geworden. Muss mich erst einarbeiten.
Ich meld mich wieder.
Arvid