Patagonien 2006, Teil 4, Südamerika von Ost nach West - Reisebericht von Arvid bei triplib.

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Arvid
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San Julián

Liesa am Atlantik

Liesa am Atlantik


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Am Atlantik

15. Tag, 10. März 2006:

Eine der Hauptattraktionen von Puerto San Julian ist der Circuito Costero. Die Straße nördlich des Ortes führt an wunderschönen Stränden, die immer wieder durch gewaltige Klippen unterbrochen werden, direkt am Antlantik entlang. An einem dieser Strände stachen mir besonders schöne blau-violette Muscheln ins Auge, die ich natürlich sammelte.


Circuito Costero bei Puerto San Julian

Circuito Costero bei Puerto San Julian


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Circuito Costero, Puerto San Julian

Der Punto Panoramico, ein Aussichtspunkt 160 Meter über dem Meer, lud zum Verweilen ein.


La Difunta Correa

La Difunta Correa


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La Difunta Correa

Aber wir mussten weiter. Entlang der Nationalstraße N3 fuhren wir Richtung Norden.
Nein, was ich hier zeige, ist kein illegaler Müllablagerungsplatz, sondern eine Gedenkstätte, basierend auf einem religiösen Brauch, der besonders in Argentinien weit verbreitet ist. Die Häuschen neben den Straßen sind Schreine für die Toten des Straßenverkehrs. Die meist mit Wasser gefüllten Flaschen sind Opferbeigaben und sollen an eine Frau erinnern, die in Argentinien wie eine Heilige verehrt wird, - die Difunta Correa.

Die Geschichte von der Difunta Correa

Die Legende von der Difunta Correa (Difunta = die Selige, die Verstorbene) stammt aus dem Bürgerkrieg von 1841. Die Spanier hatten damals viele Männer, darunter auch Audilio Correa, verhaftet und weggebracht. Seine Frau, Maria Antonia Deolinda y Correa, war verzweifelt und wollte mit ihrem neugeborenen Kind ihrem Mann folgen. So machte sie sich ohne Wasser und Proviant mit dem Säugling auf den Weg durch die endlose Weite der Pampa und folgte den Spuren der Soldaten. Auf ihrem Fußmarsch verdurstete sie jedoch und starb. Einige Tage später kam eine Gruppe von Maultiertreibern vorbei und fand die Tote. Der Säugling aber lebte noch, er lag säugend an der Brust der Mutter. Die Männer begruben Deolinda Correa an der Stelle, an der sie gestorben war, nahmen den Säugling mit sich und berichteten überall von dem Unglück.
Die Verehrung der Deolinda Correa als Difunta Correo beruht auf einem Volksglauben und ist von der katholischen Kirche nicht anerkannt. Reisende und Fernfahrer legen immer wieder an den Gedenkstätten mit Wasser gefüllte Flaschen ab, um die Nachkommenden vor dem Verdursten zu bewahren.


Weg zu den Bosques Petrificados

Weg zu den Bosques Petrificados


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Monumento Natural Bosques Petrificados

Der eigentliche Grund für die Wahl unserer Route am Atlantik entlang waren aber die versteinerten Wälder in der Nähe von Jaramillo. Das Monumento Natural Bosques Petrificados befindet sich etwa 50 Kilometer westlich abseits der N3. Schon die gut befestigte Schotterpiste führt durch eine beeindruckende Landschaft, vorbei an vom Wind abgetragenen Tafelbergen.


Versteinerte Wälder

Versteinerte Wälder


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Als die Donosaurier noch die Erde bevölkerten

Vor etwa 150 bis 60 Millionen Jahren gab es in diesem Teil des Kontinentes eine rege Vulkantätigkeit, der auch die Anden ihre Existenz verdanken. Wälder mit Vorgängern der späteren Araukarien prägten das Landschaftsbild. Bei den diversen Vulkanausbrüchen wurden manche dieser Wälder unter einer meterhohen Schicht Vulkanasche, die wegen des fehlenden Sauerstoffes den natürlichen Zerfall des Holzes verhinderte, begraben.


 Versteinerte Wälder bei Jaramillo

Versteinerte Wälder bei Jaramillo


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Der Prozess der Versteinerung

Nach und nach drang silikathaltiges Grundwasser in die Baumstämme ein. Silikate lagerten sich in den Hohlräumen ab und silifizierten im Laufe von Jahrmillionen jede einzelne Zelle des Gewebes, wobei die Struktur der Stämme vollkommen erhalten blieb. Tektonische Verschiebungen, Regen und der patagonische Wind trugen dazu bei, dass einige dieser verschütteten Wälder wieder an die Oberfläche gelangten.


Versteinerte Wälder

Versteinerte Wälder


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Ein klitzekleines Steinchen.....

Als wir bei den versteinerten Wäldern, die heute als nationales Naturdenkmal geschützt sind, ankamen, waren wir die einzigen Besucher. Das Einsammeln von derartigen Fossilien ist natürlich verboten. Deshalb dürfen auch keine Taschen oder Rucksäcke auf den etwa einstündigen Rundgang mitgenommen werden. Na ja, ein klitzekleines Steinchen.....


Rückweg zur N3

Rückweg zur N3


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Zurück zur N3

Nach diesem unvergesslichen Wandel durch prähistorische Zeiten ging es zurück zum Asfalt Richtung Norden.


Caleta Olivia

Caleta Olivia


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Caleta Olivia

Gegen Abend erreichten wir dann die Erdölstadt Caleta Olivia. Dort übernachteten wir im besten und einzigen 3-Sterne-Hotel der Stadt, im Hotel Robert, nicht ohne vorher noch einen Spaziergang zum Atlantik unternommen zu haben.


Caleta Olivia

Erdölfelder bei Caleta Olivia

Erdölfelder bei Caleta Olivia


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Caleta Olivia, die Erdölstadt

16. Tag, 11. März 2006:

Ursprünglich wollten wir heute ja schon weiterfahren. Doch nach dem Frühstück im Hotel beschlossen wir, heute mal einen Ruhetag einzulegen und noch einen weiteren Tag in Caleta Olivia zu verbringen. Die Stadt im Norden der Provinz Santa Cruz in Patagonien, woher auch der ehemalige argentinische Präsident, Néstor Kirchner (vom 25. Mai 2003 bis zum 10. Dezember 2007 im Amt), stammt. und deren wichtigster Wirtschaftszweig die Erdölförderung ist, ist besonders in den Jahren 2001 und 2002 ein paar Mal in die Schlagzeilen gekommen.


Atlantik bei Caleta Olivia

Atlantik bei Caleta Olivia


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Erdölgesellschaft YPF

Bei der Privatisierung der staatlichen Ölgesellschaft YPF, die durch Ex-Präsident Menem durchgeführt und von Kirchner als Gouverneur damals unterstützt wurde, verloren Tausende ihren Arbeitsplatz..


Caleta Olivia

Caleta Olivia


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Caleta Olivia

Die Arbeitslosen von Caleta Olivia galten als Avantgarde im Kampf um ihre Arbeitsplätze. Mit Straßensperren, Blockaden der Ölbehälter und anderen Maßnahmen erreichten sie in der Zeit der argentinischen Wirtschaftskrise von den Ölgesellschaften die Rücknahme der Kündigungen von 1000 Arbeitern.


El Gorosito

El Gorosito


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El Gorosito

Das riesige Monument "El Gorosito" im Zentrum der Stadt stammt nicht aus dieser Zeit. Es wurde bereits 1969 von Pablo Sanchez geschaffen und zeigt ganz im Stil der früheren sowjetischen Denkmäler einen Erdölarbeiter, der, heroisch gen Himmel schauend, gerade einen Förderhahn aufdreht. Na ja, über Kunst lässt sich ja bekanntlich streiten. Ein bisschen erkundeten wir an diesem Tag auch noch die Umgebung der Stadt. Der Wind wehte an diesem Tag so heftig gegen den Atlantik, dass sogar die Gischt der Brandung in die entgegengesetzte Richtung geblasen wurde. Geld abheben in einer Bank, in einem Internetcafe Mails anschauen und schreiben und ein offenes Restaurant suchen, damit war der Tag auch schon wieder vorbei.


Übernachten

Hotel Robert in Caleta Olivia

Das Hotel Robert befindet sich im Zentrum von Caleta Olivia. Es verfügt über 64 Zimmer, ein hervorragendes Restaurant und einen abgesperrten Parkplatz: Alle Zimmer sind sauber und haben Privatbad. Die Zimmerpreise sind für ein Drei-Sterne-Hotel OK.

El Gorosito
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Lago Buenos Aires Lago General Carrera

Lago Buenos Aires

Lago Buenos Aires


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Chiles größter See, der Lago General Carrera

17. Tag, 12. März 2006:

Caleta Olivia - Pico Truncado - Las Heras - Perito Moreno - Chile Chico - Puerto Guadal - Puerto Betrand: Immerhin über 500 Kilometer, das meiste jedoch über Asfalt, hatten wir uns für diese Etappe vorgenommen. Das sollte ja kein Problem darstellen. Am frühen Nachmittag erreichten wir den Lago Buenos Aires gleich nach der Stadt Perito Moreno.


Chile Chico

Chile Chico


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Chile Chico

Die Strecke entlang des 1850 km² großen Sees, der in Argentinien Lago Buenos Aires heißt und in Chile den Namen Lago General Carrera trägt, kann wohl an Schönheit kaum überboten werden. Die argentinisch-chilenische Grenze passierten wir bei Los Antiguos und Chile Chico.


Fähre bei Chile Chico

Fähre bei Chile Chico


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Fähre über den Lago General Carrera nach Puerto Ibáñez

850 km² des zweitgrößten Sees Südamerikas liegen auf argentinischem, 970 km² auf chilenischem Territorium. Zwischen Chile Chico und dem gegenüberliegenden Puerto Ibañez gibt es einen Fährverkehr. Allerdings verkehren die Fähren nur Montag bis Mittwoch und am Freitag. Heute war jedoch Sonntag. Daher blieb uns ohnehin nichts anderes übrig, als die Carretera entlang des Sees zu nehmen.


Lago General Carrera

Lago General Carrera


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Lago General Carrera

Die Straße windet sich entlang der Steilküste des Sees hinauf unt hinunter. Immer wieder mussten wir anhalten, um die Ausblicke auf den türkisfarbenen See zu genießen.


Lago General Carrera

Lago General Carrera


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Lago General Carrera

Kaum glaubte man, die schönste Stelle zum Fotografieren gefunden zu haben, wurde man gleich nach der nächsten Kurve eines besseren belehrt.


Lago General Carrera

Lago General Carrera


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Lago General Carrera

Es war eine lohnende Fahrt durch eine atemberaubende, einzigartige Landschaft.


Puerto Guadal

Lago General Carrera vor Puerto Guadal

Lago General Carrera vor Puerto Guadal


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Vor Puerto Guadal

Als wir gegen Abend in Puerto Guadal ankamen, hatte es zu regnen begonnen. Die Straßen im Ort bestanden nur aus riesigen Pfützen und Schlamm. Kurzerhand beschlossen wir daher, nach Puerto Bertrand weiterzufahren.