Uganda-Perle Afrikas - Reisebericht von Gabriele51 bei triplib.

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Gabriele51
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Uganda
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Uganda


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Urlaub in Uganda ?

Uganda als Urlaubsort auszusuchen, das Land, das den meisten von uns am ehesten durch die Person Idi Amins irgendwie in Erinnerung geblieben ist, löste in unserem Bekanntenkreis ungläubiges Erstaunen aus. Kann man da überhaupt Urlaub machen? Gibt es da außer Buschland auch tourismusfähige Infrastruktur?
Und für die informierteren Zeitgenossen lag sofort die Frage nach den Kindersoldaten der selbsternannten Lord´s Resistance Army im Norden des Landes und dem hohen Risikopotential einer Reise auf der Hand.
Nicht zuletzt war aber auch die Frage des gesundheitlichen Risikos von Interesse – kein Wunder, wenn man die Lage Ugandas im Herzen Afrikas genauer betrachtet.

Uganda grenzt im Osten an Kenia, im Westen an den Kongo, im Süden an die Republik Ruanda und an Tansania und im Norden an den Sudan. Außer Tansania alles keine ausgesprochen ruhigen Nachbarn, wenngleich Ruanda nach dem schrecklichen Massaker der Hutus an den Tutsis ab April 1994 mittlerweile zur Ruhe gekommen ist. Wer mehr zur Geschichte der Region erfahren möchte findet eine umfassende Literatur dazu in den Buchhandlungen.

Zentralafrika ist aber auch immer mal wieder gut für Infektionskrankheiten wie Typhus, Cholera und schlimmstenfalls die meist tödlich verlaufenden Krankheiten wie Ebola oder das Marburg Virus, letzteres übrigens kurz nach unserer Rückkehr bei einer holländischen Touristin in Uganda diagnostiziert, die daran leider verstarb. Hinzu kommen die klassischen Krankheitspotentiale wie Gelbfieber und Malaria. Ob die Gefahr, bei guter Vorinformation und risikobewußtem Verhalten zu erkranken, größer ist als hierzulande auf der Straße von einem alkoholisierten Fahrer überfahren zu werden sei dahin gestellt.

Hier soll jedoch über ein wunderbares Land, reizvolle Natur, freundliche Menschen und eine wiedererwachende Tierwelt nach Jahren der inneren Unruhen und Krisen berichtet werden.
Uganda das Land in der Mitte Afrikas, direkt am großen Viktoria-See gelegen, der als Nilquelle teils identifiziert teils immer noch umstritten ist; der Viktoria-See ist der zweitgrößte Binnensee der Erde. Uganda ist aber auch das Land der Seen im großen afrikanischen Grabenbruch (Rift Valley), der sich durch ganz Ostafrika zieht. In diesem Grabenbruch bildeten sich bekannte Seen wie Lake George, Lake Edward und der Lake Albert an den Murchison Falls (Nil Fälle).


An-/Abreise

Flug

Flug mit Egypt Air von Düsseldorf mit Stop in Kairo nach Entebbe:650€

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Kampala


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Am Samstag, den 7.Juni 2008 fliegen wir, um 16.20 Uhr von Düsseldorf mit Egypt Air zunächst nach Kairo. Ankunft Kairo um 21.00. Von Kairo ging es um 23.15 weiter mit Egypt Air nach Entebbe, Uganda. In Entebbe ist der internationale Flughafen der Hauptstadt Ugandas, Kampala. Der Name Entebbe ist durch eine Flugzeugentführung zur Zeit Idi Amins 1976 bekannt geworden, als es durch palästinensische Terroristen zu einer Geiselnahme eines Air France Airbus kam, die durch ein israelisches Sondereinsatzkomando beendet wurde.

In Entebbe hatten wir einen Transport vom Flughafen zum Hotel organisiert. Nur leider wartet niemand auf uns. Informationen aus Reiseführer und mündliche Berichte von Mitreisenden am Flughafen über Raubüberfälle auf Autos auf den nächtlichen Straßen Richtung Kampala gingen uns durch den Kopf. Sollten wir ein Taxi nehmen oder warten bis es hell wird? Wer nach Afrika reist sollte allerdings schon warten können und Geduld im Gepäck haben, seine perfektionistischen Ansprüche hinten an stellen, oder doch besser in den Schwarzwald fahren. Unser Fahrer kam, war wohl schon vorher da gewesen, war dann aber noch einmal rausgegangen zum Auto, weil wir noch am - übrigens äußerst freundlichen und unbürokratischen - Zoll zu tun hatten.

Schließlich fuhren wir auf teils holprigen Straßen durch die Nacht. Nachts sieht es überall gespenstisch aus und verelendet, insbesondere, wenn man aus einem relativ hoch zivilisierten und gut beleuchteten Land kommt. Jedenfalls schlief ich die meiste Strecke des Weges trotz holpriger Fahrt. Der Kopf muss sich wohl mit den Bodenwellen hin und her bewegt haben, weil ich doch etwas gerädert kurz vor der Ankunft in der Cassia Lodge erwachte. Eine freundliche Nachtbereitschaft erledigte die Anmeldeformalitäten und geleitete uns in unsere Zimmer, Die erste afrikanische Nacht in Uganda endete in einem gemütlichen Hotelbett auf einem Hügel hoch über dem Viktoria See.



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Von dort hatten wir in den nächsten drei Tagen einen wunderschönen Ausblick auf den großen afrikanischen See schlechthin. Gewitterstimmung hüllte See und Landschaft in ein grandioses Farbenspiel, das am nächsten Tag abgelöst wurde durch sonnenklares Wetter mit angenehmen Temperaturen. Unsere Mahlzeiten und den abendlichen Sundowner nahmen wir auf der Terrasse des Hotels ein, bewunderten die Sonnenauf- und –untergänge und begannen uns zu erholen. Ausflüge zu Fuß in die nähere Umgebung und mit dem Shuttle-Bus des Hotels in die Stadt zu einer Besichtigungstour ließen die Zeit wie im Fluge vergehen.


Übernachten

Cassia Lodge

Übernachtung: 65€, pro Zimmer mit Frühstück.

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Hoima


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Safari

Schon von Deutschland aus hatten wir per Internet einen einheimischen Safarianbieter für eine 10-tägige Uganda-Rundreise gebucht incl. Gorilla Permit, das rechtzeitig vorbestellt und bezahlt werden muss. So wurden wir also von Catherine und Ahmed von „Amazing Safaris, Kampala, am 11. Juni morgens um 9.00 Uhr in der Cassia Lodge abgeholt. Wir bezahlten den restlichen Reisepreis in Dollar (mit Banknoten, die nach dem Jahr 2002 gedruckt worden sein mussten) und los ging die Fahrt.
Von Kampala ging es zunächst westwärts über die Provinzstadt Hoima und dann nördlich Richtung Masindi zu unserer ersten Station, dem Murchison Falls Nationalpark. Hier tost der Viktoria Nil durch eine schmale Schlucht in die Tiefe, bevor er wieder breiter wird und in den Albert See mündet. Wir erreichten die Murchison Fälle am Nachmittag, gerade rechtzeitig um sie im Licht der niedrig stehenden Sonne bewundern zu können. Eine Fußwanderung entlang der Fälle durch Gischt und Regenbogenfarben, die sich im Sonnenlicht bildeten hatte ihren besonderen Reiz.


Sonstiges

Amazing Safari

Die Buchung über das Internet mit Anzahlung über den Postweg ohne Probleme.

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Masindi


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Murchison Fälle

Von Kampala ging es zunächst westwärts über die Provinzstadt Hoima und dann nördlich Richtung Masindi zu unserer ersten Station, dem Murchison Falls Nationalpark. Hier tost der Viktoria Nil durch eine schmale Schlucht in die Tiefe, bevor er wieder breiter wird und in den Albert See mündet. Wir erreichten die Murchison Fälle am Nachmittag, gerade rechtzeitig um sie im Licht der niedrig stehenden Sonne bewundern zu können. Eine Fußwanderung entlang der Fälle durch Gischt und Regenbogenfarben, die sich im Sonnenlicht bildeten hatte ihren besonderen Reiz.


Der Nachmittag war durch einen Bootsausfall geprägt, der uns auf dem Albert Nil zu den Wasserfällen führen sollte und erst vier Stunden später als geplant stattfand. Dann allerdings konnten wir vom Wasser aus herrliche Blicke auf die reichhaltige Tierwelt des Nil bekommen: Flusspferde, Krokodile, eine vielfältige Vogelwelt vom Kingfisher bis zum Kormoran, sowie Elefanten und Wasserbüffel tauchten an den Ufern und im Wasser um uns herum auf.
Das Boot fuhr uns bis an die Ausläufer der Murchison Fälle, bevor es umdrehte und in den Sonnenuntergang zurück fuhr. Mittlerweile war es dunkel geworden, als wir mit der Fähre zurück über den Fluss setzten und im Dunkeln zu unserer Lodge gefahren wurden. In der afrikanischen Landschaft gilt eigentlich der Grundsatz, möglichst nicht im Dunkeln mit dem Auto zu fahren, da es zu Zusammenstößen mit unbeleuchteten Fahrzeugen, Menschen oder mit Tieren kommen kann. In einem Affenzahn heizte unser Fahrer Richtung Lodge ohne - zum Glück – die Kontrolle zu verlieren, auch nicht als der alte Wasserbüffel plötzlich im Dunkel vor uns auf der Straße stand. Die Bremse funktionierte und der Büffel schlug sich in die Büsche.



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Nicht weit entfernt –inmitten des Buschlandes – hatten wir unsere Unterkunft in der Sambiya River Lodge, wo wir fast alleine waren und nach einem guten Abendessen und einem Absacker die Eindrücke des Tages austauschten. In einer der landesüblichen Rundhütten (Bandas) fielen wir bald in einen erholsamen Schlaf, begleitet von den Geräuschen der afrikanischen Nacht.



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Noch vor Sonnenaufgang und nach einem ausgiebigen Frühstück ging es auf den ersten Game Drive Richtung Albert Nil. Dort setzte uns im Sonnenaufgang über dem Nil eine kleine Autofähre auf die andere Seite über (übrigens finanziert durch deutsche Entwicklungshilfe).
Auf der anderen Seite erwartete uns eine Horde Paviane, die das Treiben am Ufer aufmerksam beobachtete.
Wie in allen Parks in Uganda aus Sicherheitsgründen üblich, stieg ein bewaffneter Guide zu uns in den Toyata-Bus und beschrieb uns die verschiedenen Tiere, die uns über den Weg liefen oder flogen, darunter auch der vom Aussterben bedrohte „Schuhschnabel“ , den wir aus der Nähe nur im Zoo von Entebbe sehen konnten. Immerhin hatten wir ihn per Teleobjektiv und mit Hilfe des Guide in den Schilf-wiesen des Albert Nil erkennen können.


Fort Portal


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Fort Portal

Fort Portal
Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Fort Portal, einem Ort in der Nähe des Kibale Nationalparks, wo wir wilde Chimpansen besuchen wollten. Nach unserer Ankunft am Nachmittag erfrischten wir uns mit kühlen Getränken oder Kaffee auf der Hotelterrasse, von der wir bereits auf das legendäre Ruwenzori Gebirge blicken konnten, das die Grenze zum Kongo darstellt. Neuere Forschungsprojekte und Expeditionen (die aktuellste übrigens kurz nach unserer Abreise aus Uganda) versuchen zu belegen, dass der Nil letztlich doch nicht im Vicktoria See entspringt sondern in den weitläufigen Wasserspeichern des Ruwenzori Gebirges.

Am nächsten Tag fuhren wir ausgeruht zum Kibale Nationalpark, wo wir nach einem gemütlichen Mittagessen in der Primate Lodge und einer Einweisung zum richtigen Verhalten in der Begegnung mit den Chimpansen brachen wir in Begleitung eines Rangers in den Park auf. Nach etwa einer Stunde Fußweg trafen wir auf die Chimpansen-Gruppe und ließen die Eindrücke auf uns wirken. Die Zeit im Kontakt mit den Tieren ist eng begrenzt, um die Gefährdung der Tiere z.B. durch Infektionen von Menschen bzw. ungewollte Verhaltensänderungen zu vermeiden.
Auf dem Rückweg zu unserem kleinen Hotel in Fort Portal konnten wir die aus unserer Sicht eingeschränkten, harten Lebens- und Arbeitsbedingungen der Land- und Stadtbevölkerung wahrnehmen. Nichts desto weniger erhielten wir viele freundliche Blicke, Grüße und sahen viele winkende Hände.


Kasese


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Queen-Elizabeth Nationalpark

Von unserem Hotel in Fort Portal ging es am nächsten Tag entlang des Ruwenzori Gebirges Richtung Süden zum Queen-Elizabeth Nationalpark (QE-NP) bei Kasese. Kurz vor dem Eintreffen an der Mweya Safari Lodge überquerten wir den Äquator – Zeit genug für ein Erinnerungsbild. Champagner gab´s allerdings nicht, der Eindruck war auch ohne mehr als prägend! Die Mweya Lodge ist Uganda Reisenden mit Komfort-Anspruch unbedingt zu empfehlen und war von den Unterkünften her ein klares Highlight. Die Lodge liegt oberhalb des Verbindungsweges (dem Kazinga Kanal) zwischen George Lake und Edward Lake. Von dort kann man in die Weiten des QE-NP fahren z.B. auf der Suche nach den Baum-Löwen, die wir allerdings nicht zu Gesicht bekommen sollten. Neben einem vorzüglichen Essen auf den Terrassen der Lodge mit Blick auf die umliegende Seenlandschaft, wird man von einem reichhaltigen Tierleben in und um die Lodge herum begleitet, da diese mitten im Nationalpark liegt und nicht etwa durch Zäune abgetrennt ist. So begegneten uns durchaus auf den Wegen innerhalb der Lodge und auf den Zuwegungen Elefanten, Flusspferde und andere Tiere. Im Hotelbereich tummelte sich dazu das offenbar hauseigene Warzenschwein (warthog) und einer größeren Gruppe Mungos. Eine Bootsfahrt auf dem Kazinga Kanal in den Nachmittagsstunden brachte uns wieder eindrucksvolle Momente und Bilder.



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Mweya Lodge

Gerne wären wir noch einen Tag länger als zwei Nächte in der Mweya Lodge geblieben aber unser selbst geplantes Uganda Programm war auf das Hauptziel orientiert, die Gorillas im Bwindi Nationalpark an der Grenze zu Ruanda. So verabschiedeten wir uns von diesem wunderschönen Platz, der monumentalen Elefantenskulptur am Eingang der Lodge und verließen kurz darauf den QE NP Richtung Süden.


Kisoro


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Die Fahrtstrecken in den folgenden Stunden waren besonders interessant und abenteuerlich, sowohl von der landschaftlichen Umgebung als auch von der Güte der Piste. Irgendwann hörten die asphaltierten Streckenteile auf und das Auto fand seinen Weg durch Staubfahnen vorausfahrender, entgegenkommender oder überholender Fahrzeuge. Kaum vorstellbar, in diesem Verkehr einen Vater mit Kind und Fahrrad und barfuss auf der Piste entgegenkommen zu sehen. Der Toyota Bus wurde hin und her geschüttelt von unzähligen Bodenwellen auf den teils schmalen Pisten, quälte sich durch nicht enden wollende Baustellen ohne erkennbare Struktur. Nicht nur einmal sahen wir einen umgestürzten LKW im Graben liegen und freuten uns auf eine gesunde Ankunft in unserem nächsten Quartier in Kisoro, nahe dem National Park de Volcans (Vulkanberge).



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Schließlich kamen wir gut durchgeschüttelt im Travellers Rest Hotel in Kisoro an, in dem sich schon Diane Fossey während ihres Aufenthaltes in der Region erholt haben soll. Das Hotel hat sicher schon bessere Tage gesehen, vielleicht sogar eine bessere Leitung und könnte mit einer einfacheren Generalüberholung ein Schmuckstück bleiben.



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Am nächsten Morgen war es so weit.
Bereits um 5.30 Uhr brachen wir vor Sonnenaufgang auf und fuhren nach Bwindi, das etwa 30 km hoch in den Bergen des Nationalparkes liegt. Der NP, der eigentlich Bwindi Impenetrable Forest heißt liegt im Länderdreieck Ruanda –Kongo-Uganda. Die Grenzen sind hier jeweils nur wenige Kilometer entfernt und so war auch und gerade hier auf unserem Weg zu den Gorillas die Begleitung durch bewaffnete Ranger zu erwarten.
Die Fahrt führte über endlose Serpentinenpisten in die Berge auf denen uns Kinder in Schuluniformen meist barfuss entgegen kamen. Bis zu 10 km je Strecke ist dabei ihr Weg, wie wir uns von unserem Fahrer erklären ließen. In Bwindi angekommen folgte die Belehrung zum notwendigen Verhalten in freier Natur, wie wir es bereits aus dem Kibale Forest kannten. Jeder von uns erhielt einen stabilen Wanderstab und einen bis zwei Träger für das wenige Ge-päck zugeteilt. Wir hätten die Träger ablehnen können. Gut dass wir es nicht getan haben. Zusätzlich begleitete uns der Chief der Rangerstation als kundiger Begleiter und später auch als Motivator. Am Anfang und am Ende der achtköpfigen Gruppe lief jeweils ein Soldat mit MP zur Absicherung.

Es ging relativ zügig in den Busch, entlang auf enger und steiler werdenden Pfaden, vorbei an einzelnen Bandas der einheimischen Bevölkerung. Schließlich ließen wir die letzten Hütten hinter uns und tauchten in den nahezu undurchdringlichen Busch mit steilen Ab- und Anstie-gen ein. Der Boden war rutschig, die Wege schmal und der erste Sturz in die Büsche folgte auf dem Fuße. Die Sonne und das schwüle Wetter taten ein Übriges. Relativ schnell begannen die untrainierten Muskeln zu beben und die Kondition sackte gegen Null.

Blamagegefühle contra Überforderungsgedanken wechselten sich im schnellen Wechsel ab. Selbsterfahrung und Grenzerfahrung wurden zu einem interessanten und unvergesslichen Lehrmeister. Eigenkonditionierung auf Durchhaltetechniken in Verbindung mit den wohl-meinenden Motivationsworten des Guide ermöglichten uns das einzigartige Erlebnis: Die Gorillas des Bwindi Forest.

Zuerst hörten wir sie, dann sahen wir sie, während wir uns über Stock und Stein durch dichtes Buschwerk und Myriaden von Fliegen quälten, die vor uns und hinter uns schwebten. Zuerst sahen wir schemenhaft ein Jungtier in der Spitze eines Baumes, dann kreuzten nach und nach die älteren Tiere vor uns durch den Busch.
Wege gab es hier nicht mehr, nur noch umgestürzte Stämme, Farne, meterhohe Abstürze des Bodens und zugewachsene Bachläufe, in die man von glitschigen Stämmen abzurutschen drohte.
Aber wir konnten durchatmen und uns diese vom Aussterben bedrohten Tiere auf wenige Meter Entfernung ansehen. Wir konnten kaum genug bekommen trotz unsäglicher Erschöpfung.

Aber der Rückweg bergab durch dichtes Buschwerk und dann steil bergauf zurück zum Aus-gangspunkt stand uns noch bevor.



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Auch die Ranger hatten wohl ihr Erlebnis: Untrainierte, teils völlig ausgelaugte Touristen, die man halb ziehen halb schieben musste, die aber letztlich nicht aufgaben. Einer davon schlief im Stehen fast auf seinen Wanderstab gestützt ein während einer Pause, wenn auch nur kurz.

In 20-Meter Etappen von einem Ziel zum nächsten erkennbaren Schattenplatz stiegen wir bergauf, bis wir es schließlich geschafft hatten. Zurück an der Ranger-Station von Bwindi mit Muskelkater, Schulterklopfen der Ranger und sehr viel Selbsterkenntnis und Genugtuung.

Der Rückweg nach Kisoro führte uns noch einmal vorbei an einmaligen Aussichten auf die Vulkanberge, in denen Diane Fossey neben ihrer von Wilderern getöteten Gorillagruppe begraben liegt, nachdem sie auch selbst ermordet wurde.


Sehenswürdigkeiten

Gorilla Traking

Das Permit sollte von Deutschland gebucht werden, es ist schwierig vor
Ort ein Permit zu bekommen.

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Mbarara


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Nun begann die Rückfahrt nach Kampala mit Zwischenstop und Übernachtung im Agip Hotel. Am nächsten Tag fand eine Safari im Lake Mburo Nationalpark statt, leider war die Zeit kurz, da wir über Kampala nach jinja wollten.


Jinja


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Unser Fahrer brachte uns zu unserem selbstgesuchten Hotel in Jinja bei Kampala, wo er sich von uns verabschiedete.
Drei Nächte zur Erholung, von Jinja ging es dann nach Entebbe.


Übernachten

Kingfisher Lodge

60€ für das Zimmer mit Frühstück, kann im Internet gebucht werden
Mit Kreditkartenzahlung gab es Schwierigkeiten, besser ist Bargeld.

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Entebbe


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Von Jinja ließen wir uns zwei Tage später vor dem Abflug nach Entebbe bringen, wo wir noch ein ausgezeichnetes Restaurant entdeckten mit einer potentiell guten Unterkunft, die sich allerdings noch in der Endphase des Baus befand.

Von Entebbe ging es am 25.6.08 mit einem ebenfalls recht abenteuerlichen Zwischenstopp in Kairo zurück nach Düsseldorf. Eine Reise, die wir ohne Infektionen, Unfälle oder negative Erlebnisse unseren Freunden oder interessierten Personen empfehlen können einschließlich der einheimischen Reiseveranstalter mit Christine und Ahmed von „Amazing Safaris“, Kampala.


Übernachten

Golfview Inn

61€ pro Zimmer. Hotel war neu gebaut, fehlten noch einige Dinge.

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Kommentare

mcvogi (09.11.2008)

Hallo Gabriele51! Danke für den sehr ausführlichen Bericht und die traumhaften Bilder!

bastian (15.11.2008)

Ganz toller Reisebericht!