An den Buchten des Balkans - eine Reise durch das ehemalige Jugoslawien - Reisebericht von horst_wehrse bei triplib.

Subtitle

Short description for search engines
horst_wehrse
Mitglied seit: 06.05.2008
Reiseberichte: 72
Reisetipps: 318
Fotos: 2049
Länder: 95
Freunde: 18

Meine Reisestationen

Werbung

Weitere Inhalte

 

Albanien
Alle Reiseberichte (1)
Alle Fotos (1)
 

Österreich
Alle Reiseberichte (59)
Alle Fotos (795)
 

Deutschland
Alle Reiseberichte (245)
Alle Fotos (3623)
 

Kroatien
Alle Reiseberichte (11)
Alle Fotos (272)
 

Montenegro
Alle Reiseberichte (2)
Alle Fotos (5)
 

Mazedonien
Alle Reiseberichte (1)
Alle Fotos (2)
 

Serbien
Alle Reiseberichte (2)
Alle Fotos (8)
 

Slowenien
Alle Reiseberichte (6)
Alle Fotos (70)
 

71 Fotos | 8 Reisetipps | 8979 Views

Bewertung: 1 1 1 1
(Anzahl der Bewertungen dieses Berichts: 4)

Starker Ferienverkehr und Staus auf der Autobahn bringen meine Planung etwas durcheinander. Eigentlich wollte ich die erste Nacht bereits in Österreich verbringen, schaffe es jedoch nur bis Bad Aibling in der Nähe von Rosenheim. Aber auch in Bayern lässt sich ein Urlaub ganz gut und angemessen beginnen. Aus beruflichen Gründen fahre ich bereits im August, im September außerhalb der Ferienzeit wäre es sicherlich idealer gewesen, kühler und preiswerter.

Salzburg

Mc Donalds in der Getreidegasse

Mc Donalds in der Getreidegasse


Mehr Bilder aus Salzburg

Zwischenstation Salzburg

Am frühen Vormittag des nächsten Tages erreiche ich Salzburg, die Hauptstadt des Salzburger Landes. Zwei 10-Tages-Vignetten für Hin- und Rückfahrt, in Österreich auch Pickerl genannt, zieren schon meine Windschutzscheibe. Sie sind für jeweils 7,70 Euro beim ADAC erhältlich. An der Tankstelle am Stadteingang wundere ich mich über die günstigen Spritpreise, ein Liter Superbenzin kostet nur 1,26 Euro, in Deutschland sind zu dieser Zeit 1,50 Euro fällig.


Mozarts Geburtshaus

Mozarts Geburtshaus


Mehr Bilder aus Salzburg

Bei schönem Sonnenwetter schlendere ich durch die Stadt, gehe ein Stück an der Salzach entlang, trinke hier und da einen Kaffee, besuche Mozarts Geburtshaus in der Getreidegasse und lasse mich einfach treiben. Die teils schmiedeeisernen Geschäftsschilder und Zunftzeichen vor den Läden in den großen Einkaufsstraßen finde ich äußerst gelungen, selbst Mc Donalds macht auf diese Weise auf sich aufmerksam. Einige Male erhasche ich einen schönen Blick auf die trutzige Festung Hohensalzburg. Bisher kannte ich die Stadt nur im Winter als kulturellen Beitrag während des Ski-Urlaubs, ein Besuch der Burganlage gehörte dazu.


Festung Hohensalzburg

Festung Hohensalzburg


Mehr Bilder aus Salzburg

Weiter geht es auf der Autobahn in Richtung Slowenien. Am Ende des 7.864 m langen Karawankentunnels habe ich das Land erreicht, die Durchfahrt kostet 6,90 Euro, eine ebenfalls benötigte Jahresvignette 35,- Euro. Große auffällige Schilder an der Autobahn informieren, dass eine Fahrt ohne diese Mautkarte mit 300,- bis 800,- Euro bestraft wird.


Ljubljana

Ljubljanica

Ljubljanica


Mehr Bilder aus Ljubljana

Die slowenische Hauptstadt, auf deutsch Laibach, ist kultureller, wirtschaftlicher und auch geografischer Mittelpunkt des Landes. Ich habe Mühe, einen Parkplatz im Zentrum zu finden, dann aber Glück und kann mein Auto halbwegs günstig ein paar Meter vom Fluss Ljubljanica entfernt abstellen. Die obligatorische Parkuhr füttere ich mit Eurocents.


Prešeren-Platz

Prešeren-Platz


Mehr Bilder aus Ljubljana

Was ist hier los, Bistros, Restaurants, Cafés, ich fühle mich an Italien erinnert. Viele Gäste sitzen draußen an einem Tisch auf dem Bürgersteig und lassen sich das Eis oder Getränk schmecken. Es macht einfach Spaß, durch die Altstadt zu gehen und die Szene zu beobachten.
So spaziere ich über den Prešeren-Platz (Prešernov trg) mit den schönen Jugendstilhäusern und den Stadtplatz (Mestni trg), wo sich u. a. das Rathaus befindet.


Am Alten Platz (Stari trg) suche ich mir ein schattiges Plätzchen und lasse mich von der slowenischen Gastronomie verwöhnen, immer die Burg (Ljubljanski grad) im Blick, die seit Jahrhunderten über der Altstadt schwebt.


Poreč

Porec: Blick auf die Insel Sv Nikola

Porec: Blick auf die Insel Sv Nikola


Mehr Bilder aus Poreč

Weiter nach Porec

In südlicher Richtung geht es weiter. Bis Koper in Istrien, südlich von Triest, fahre ich auf der Autobahn, überquere dann die Grenze nach Kroatien und bleibe über Nacht in Poreč. Nur eine Straße trennt das Hotel "Poreč" vom adriatischen Meer. Autos parken dicht an dicht, so dass ich auf einen öffentlichen kostenpflichtigen Parkplatz ausweichen muss.


Porec: Sonnenuntergang am Hafen

Porec: Sonnenuntergang am Hafen


Mehr Bilder aus Poreč

Die Stadt zählt etwa 11.000 Einwohner. Am Strand stehen die Verkaufsstände eng aneinander gedrängt und bieten ihre Waren an, Wassertaxis und Linienboote warten auf eine Überfahrt zu den vorgelagerten Inseln. Obwohl Bistros, Restaurants und Pizzerien in der Altstadt mehr als zahlreich vorhanden sind und das Straßenbild bestimmen, habe ich Mühe, einen freien Tisch für das Abendessen zu finden. Die Kellner verbreiten etwas Hektik, angeblich ist ein Teil des Personals krankheitsbedingt ausgefallen. Aber die gegrillten Tintenfische schmecken köstlich.

Später spaziere ich am Strand entlang, fotografiere einen schönen Sonnenuntergang und besuche einige Bars. Teilweise wird in den Lokalen Lifemusik angeboten.
Am nächsten Morgen zeigt das Thermometer um 10.00 Uhr bereits 32 Grad an. Ich gehe einer Empfehlung meines Reiseführers nach und besichtige die Eufrasius-Basilika, die hier als sakrales Prunkstück Istriens beschrieben wird. Die Verzierungen und Mosaiken dieser Kirche sind aber auch wirklich einzigartig.
An schönen Weinbergen vorbei fahre ich zu meinem nächsten Ziel.


Pula

Amphitheater in Pula

Amphitheater in Pula


Mehr Bilder aus Pula

Nach Pula

Mit etwa 64.000 Einwohnern ist Pula größte Stadt Istriens und die Metropole der Halbinsel. Die Straßenschilder sind zweisprachig, nämlich in Italienisch und Kroatisch.
Das Amphitheater ist sicherlich das Wahrzeichen der Stadt. Ein deutscher Tourist schenkt mir 4 Kn für den Parkautomat, denn hier komme ich mit meinen Euromünzen nicht mehr weiter. Beim Anstellen vor dem Ticketschalter wird mir bewusst, dass ich mich in der Ferienzeit befinde, viele Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter stehen ebenfalls an, um eine Eintrittskarte zu erwerben. Ich zahle 40 Kn und steige in die Arena.


Sergiusbogen

Sergiusbogen


Mehr Bilder aus Pula

Das Theater soll im 1. Jahrhundert gebaut worden sein, es bietet 23.000 Zuschauern Platz. Ich liebe antike Bauwerke dieser Art und halte mich auch eine ganze Weile im Innenraum auf. Später besuche ich das Museum im Kellergewölbe.
Nach kurzer Pause am Hafen steige ich hinauf auf das Kastell, einer alten Festung in der Nähe der Nikolauskirche. Eine herrliche Sicht auf die Adria belohnt die Anstrengung.

In einem schattigen Cafés beim Espresso beobachte ich das Treiben in der Innenstadt. Auf dem Weg zu meinem Auto komme ich noch am Sergiusbogen, einem Triumphbogen aus dem 1. Jh. v. Chr., vorbei.


Amphitheater in Pula

Amphitheater in Pula


Mehr Bilder aus Pula

Die Weiterfahrt ist recht interessant, führt sie doch über atemberaubende Viadukte und durch lange Tunnel, das Passieren des 5.760 langen Mala Kapela Tunnels kostet 28 Kn.
An einer Tankstelle putzen hübsche junge Frauen in aufregenden Hot Pants die Windschutzscheiben der Kunden.

Ich fahre bis Rijeka und dann südwärts bis Senj, von dort sind es noch rund 80 km bis zum Nationalpark Plitwitzer Seen. Bauern legen am Wegesrand ihre Produkte zum Verkauf aus und so mancher Autofahrer hält an und deckt sich mit Olivenöl, Honig oder Käse ein.


Nationalpark Plitwitzer Seen

Nationalpark Plitwitzer Seen

Nationalpark Plitwitzer Seen


Mehr Bilder aus Jezerce

Nationalpark Plitwitzer Seen

In der Nähe von Korenica beende ich die heutige Tagesetappe und mache Halt in der Pension Rudanovac, die einem sehr freundlichen Ehepaar gehört. Da sie kein Restaurant betreiben, empfehlen sie mir ein Bistro an der Hauptstraße. Wenn ich ihre Visitenkarte vorlege, so empfehlen sie mir noch, würde die Portion besonders üppig ausfallen.
Der rustikale Tisch draußen an der frischen Luft ist so recht nach meinem Geschmack und nach einigen erfrischenden Gläsern Bier bestelle ich das hier überall gegenwärtige Spanferkelgericht. Es schmeckt sehr lecker, ich bleibe noch ein paar Stunden sitzen, lese etwas und mache mich bei einsetzender Dunkelheit auf den Heimweg.


Nationalpark Plitwitzer Seen

Nationalpark Plitwitzer Seen


Mehr Bilder aus Jezerce

Leider gibt es keine Straßenbeleuchtung und ich fürchte bei dem sehr offensiven Verkehr um meine Sicherheit. Lieber durch den Wald gehen, die Pensionswirtin hatte doch einen Waldweg erwähnt. Aber es ist dunkel und ich kann so gut wie nichts mehr erkennen. Schließlich sehe ich ein Autolicht, stelle mich mitten auf die Straße und bitte den Fahrer, der weder deutsch noch englisch versteht, mich zu meiner Unterkunft zu fahren. Und es hat funktioniert, beim dritten Versuch sind wir am Ziel. Meine Herbergseltern stehen schon in banger Erwartung vor der Tür, hatten bereits im Bistro angerufen und erfahren, dass ich vor geraumer Zeit losgegangen sei. Aus Freude über die glückliche Rückkehr gibt Herr Zakula ein paar Gläser seines selbst gebrannten Slibowitzes aus.

Viele Karl-May-Filme mit Pierre Brice und Lex Barker, darunter alle Winnteou-Folgen, wurden im Gebiet der Plitwitzer Seen gedreht. Ein Beherbergungsbetrieb in der Nähe des Eingangs schmückt sich auch mit dem bezeichnenden Namen "Pension Winnetou". Meine Zimmerwirtin rät mir, mein Auto auf einem der kostenlosen Hotel-Parkplätze abzustellen.


Nationalpark Plitwitzer Seen

Nationalpark Plitwitzer Seen


Mehr Bilder aus Jezerce

Nun bin ich also im größten Nationalpark Kroatiens, Fläche rund 300 qkm und seit 1979 Weltkulturerbe der UNESCO. Für die Erkundung stehen Schiff und Bahn zur Verfügung. Gleich hinter dem Eingang 2 besteige ich ein Ausflugsboot, das mich ans andere Ufer des Sees bringt. Der dann anschließende Rundgang ist sicher eines der Highlights dieser Reise. Zwar kommen mir immer mal andere Besucher entgegen, aber meistens bin ich allein in der wunderschönen Natur und werde von keinem anderen Menschen gestört.

Das türkisfarbene Wasser und die leicht hügelige Landschaft, unterbrochen von pittoresken Wasserfällen und Kaskaden, bieten ein Naturerlebnis sonder gleichen. Kleine Brücken und Stege überqueren vereinzelt die Wasserarme und bieten ein atemberaubendes Panorama. Als ich vor dem "Großen Wasserfall", dem 78 m hohen "Veliki", stehe, sehe ich im Geiste Winnetou in Aktion vor mir. Bester Laune und um viele herrliche Eindrücke reicher steige ich beim Eingang 1 in die Touristenbahn und fahre zu meinem Auto zurück.


Stadttor in Zadar

Stadttor in Zadar


Mehr Bilder aus Jezerce

An den nächsten Tagen werde ich mich häufig nach den moderaten 22 Grad im Nationalpark zurücksehnen. Auf dem Weg nach Trogir bleibe ich ein paar Stunden in Zadar, habe allerdings kleine Probleme bei der Parkplatzsuche. Ich gehe am Wasser entlang, sehe zu, wie die großen Adria-Fähren startklar gemacht werden und lasse mich einfach nur treiben. Die Altstadt wird durch eine große Stadtmauer geschützt, durch alte Tore gelangt man ins Zentrum. Auf dem Marktplatz suche ich mir ein schattiges Plätzchen und beobachte das Geschehen.

Während der Weiterfahrt halte ich immer wieder an, schaue auf das Meer und genieße die unvergleichliche Aussicht auf die malerischen Buchten oder die nahen Inseln.


Trogir

vor Trogir

vor Trogir


Mehr Bilder aus Trogir

Weiter nach Trogir

Am Ortseingang frage ich im Tourist Office nach einem Zimmer, aber die Unterkünfte sind entweder ausverkauft oder zu teuer. Also auf eigene Faust suchen. Und nach kurzer Zeit habe ich auch schon Erfolg und checke bei M. Magič ein, einziger Wehrmutstropen: Die Aircondition funktioniert nicht.

Trogir gefällt mir, auch diese "Perle Zentraldalmatiens" gehört zum Weltkulturerbe. Die Altstadt ist gut erhalten und für jeglichen Autoverkehr gesperrt. Alle Plätze sind besetzt, als ich auf dem zentralen Trg Ivana Pavla II, dem nach Papst Johannes Paul II benannten Paradeplatz, eine Pause einlegen und ein kühles Eis essen möchte. Die Nachfrage ist allerdings verständlich angesichts der tollen Aussicht auf das Rathaus, den Uhrturm und die Laurentius-Kathedrale (Sveti Lovro). Für den Besuch der Kirche wird Eintritt erhoben, die Investition lohnt sich aber.


Uhrturm in Trogir

Uhrturm in Trogir


Mehr Bilder aus Trogir

Wahre Touristenmassen bewegen sich durch die kleinen Gassen. Prachtvolle Paläste, schmucke Boutiquen und verwunschene Innenhöfe verleihen der Stadt ein einzigartiges Flair. Den Rest des Tages halte ich mich in der Nähe der Promenade am Kanal auf, zum Abendessen gibt es Goldbrasse. Im Garten des im Reiseführer empfohlenen Restaurants Monica ist bei einsetzender Dunkelheit kein Tisch mehr frei. Hübsche junge Mädchen verkaufen Blumen an die Gäste.

Später höre ich einem Alleinunterhalter in einem der vielen Lokale an der Promenade zu und beschließe den Abend mit einem Bier auf dem Paradenplatz. Ein DJ legt Platten auf, früher wurden die Gäste allabendlich von einer Band unterhalten. In der Nacht schlafe ich sehr schlecht, es ist mir einfach zu heiß im Zimmer.


bei Trogir

bei Trogir


Mehr Bilder aus Trogir

Die Weiterfahrt ist traumhaft schön, der liebe Gott muss bei der Erschaffung von Kroatien einen guten Tag erwischt haben. Wohin ich auch schaue, blaue Adria, grüne Berge, traumhafte Inseln und grandioses Panorama. Mein Weg führt durch schöne kleine Orte mit romantischen Badebuchten. Sonnenanbeter und Wasserratten genießen das Sommerwetter.

Eigentlich will ich kurz hinter Makarska landeinwärts nach Mostar in Bosnien-Herzegowina fahren, verpasse aber die Abzweigung. So geht es auf der immer noch bezaubernden Küstenstraße über Gradac weiter bis Metković und von hier sind es noch 40 km. Am Ortsausgang beginnt schon die Grenzprozedur, ich werde durchgewunken und brauche keine Dokumente vorzuzeigen.


Weiterfahrt nach Mostar

Die Straßenzustände sind schlechter als in Kroatien, auch die Umgebung wirkt ärmlicher und nicht so herausgeputzt. Viele Moscheen in Sichtweite der Fahrbahn lassen erahnen, dass wir uns jetzt in einem vom Islam dominierenden Land befinden. Die Orientierung bereitet keine Schwierigkeiten, ich brauche nur der Beschilderung zu folgen und geradeaus zu fahren.

In glühender Nachmittagshitze erreiche ich das Ziel und das Autothermometer zeigt 43 Grad an.


Mostar

Mostar: Blick von der Brücke

Mostar: Blick von der Brücke


Mehr Bilder aus Mostar

Nächste Station: Mostar

Während der Fahrt in die Innenstadt komme ich an vielen Häusern vorbei, die im Krieg zerstört wurden. Einschusslöcher an den Mauern, kaputte Dächer und andere Ruinen geben Zeugnis von der Zeit der Kriegswirren zwischen 1992 und 1994. Kaum ein anderer Ort in Bosnien-Herzegowina wurde so in Mitleidenschaft gezogen. Die Stadt war nach dieser Auseinandersetzung in den kroatischen West- und moslemischen Ostteil getrennt, erst Anfang 2004 wurde die Teilung aufgehoben.

Mostar ist Hauptstadt der Herzegowina und breitet sich zu beiden Seiten der Neretva aus. Hans Koschnick, der frühere Bremer Bürgermeister, war hier von Juli 1994 bis März 1996 als EU-Administrator tätig.
Das Wahrzeichen der Stadt, die Alte Brücke, Stari most, ist seit der Zerstörung während der Kriegstage weltweit bekannt. Ich habe mir den Wiederaufbau angesehen, originalgetreu hergestellt, im Beisein von Bill Clinton und Kofi Annan feierlich eröffnet und 15 Mio. Euro teuer.


dalmatinische Adriaküste

dalmatinische Adriaküste


Mehr Bilder aus Mostar

Von oben hat man hat einen guten Blick auf die Stadt mit seinen Moscheen und anderen Türmen. Immer auf Schatten bedacht gehe ich über den alten Markt Kujundžiluk, der von Gold- und Kupferschmiedewerkstätten sowie Souvenirläden beherrscht wird.
Cafés und kleine Bars stehen glücklicherweise ausreichend zur Verfügung und ich zögere nicht, in mehreren Lokalen meine Defizite im Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen. Hier ist wirklich Tourismus pur und ich habe keine Probleme, die Getränke in Euro oder Kuna zu bezahlen.

Bis Metković fahre ich die schon bekannte Strecke zurück, um mich dann, wieder auf der nach wie vor unbeschreiblich schönen Küstenstraße, nach Dubrovnik zu orientieren. Ein kleiner Teil dieser letzten Strecke, rund 15 km, führt durch das Hoheitsgebiet von Bosnien- Herzegowina. Immer wieder halte ich an und lasse meine Blicke begeistert über die Adria schweifen.


Dubrovnik

Eingang Dubrovnik

Eingang Dubrovnik


Mehr Bilder aus Dubrovnik

Dubrovnik

Erstmal gilt es wieder, ein Hotel oder Appartement zu finden. Unterwegs komme ich zwar an vielen Hinweisschildern privater Vermieter vorbei, die mit "Sobre" (Zimmer) oder "Apartmani" auf sich aufmerksam machen, aber hier möchte ich mich doch direkt in der Stadt einquartieren und mein Auto einfach abstellen. Gar nicht weit von der Altstadt bemerke ich die Pension Kovacec und schon sind die nächsten zwei Nächte gebucht.

Dubrovnik hat knapp 60.000 Einwohner und steht seit 1980 komplett unter UNESCO-Denkmalschutz. Trotzdem wurde die Stadt während des Bürgerkrieges Anfang der 90er Jahre erheblich von den Serben zerstört, Hinweistafeln erinnern an die grausame Vergangenheit.


Placa

Placa


Mehr Bilder aus Dubrovnik

Zusammen mit einem Paar aus Bremen spaziere ich in die Innenstadt. Sie sind schon einige Tage hier und stecken mich mit ihrer Begeisterung an. Aber auch die Reiseführer und Prospekte geizen nicht mit Superlativen wie "schönste Stadt an der Adria" oder "Perle der Adria". Von George Bernard Shaw, dem berühmten irischen Dichter, kommt der Ausspruch: "Das Paradies auf Erden findet man in Dubrovnik".


Pile-Tor

Pile-Tor


Mehr Bilder aus Dubrovnik

Die Altstadt ist für den Autoverkehr gesperrt, schon auf dem Weg dorthin habe ich herrliche Ausblicke auf das Küstenpanorama und die Badestrände. Durch das Pile-Tor betrete ich den alten Teil der Stadt, der durch eine bis zu 25 m hohe Mauer geschützt wird. Einen Mauerrundgang muss ich mir wegen kleiner Meniskusprobleme versagen.
Die Placa, eine mit Geschäften und Cafés ausgestattete Promenade, ist der zentrale Trampelpfad der vielen Gäste. Treppen zweigen seitwärts ab und führen zu malerischen Gassen hinauf, die hauptsächlich von romantischen Restaurants eingenommen werden.


Stadtmauer

Stadtmauer


Mehr Bilder aus Dubrovnik

In den nächsten beiden Tagen werde ich mich überwiegend in diesem Teil von Alt-Dubrovnik aufhalten und mir die Erlöserkirche SV Spas, den Onofrio-Brunnen, die Orlando- oder Rolandsäule, den Uhrturm, den Erzbischöflichen Sitz und viele andere Sehenswürdigkeiten der Stadt anschauen.

Abends sitze ich in einem gemütlichen Lokal an der Stadtmauer und genieße bei einsetzender Dunkelheit das Abendessen. Ein Duo mit Gitarre und Mandoline vermittelt mit angenehmer Lifemusik die richtige Atmosphäre. Schwalben suchen ihr Nest im Mauergestein.
Herr Kovacec, der mit einem Paar aus Rumänien auf der Terrasse seines Hauses auf neue Gäste wartet, lädt mich zu einem Glas kroatischen Rotwein ein. Wir unterhalten uns noch angeregt, bis es wirklich Zeit wird, ins Bett zu gehen.


Uhrturm

Uhrturm


Mehr Bilder aus Dubrovnik

Am nächsten Tag lasse ich es ruhig angehen, frühstücke ausgiebig und gehe dann zum öffentlichen Strand in der Nähe meiner Pension hinunter. Das Wasser ist phantastisch, klar und sauber, aber die spitzen Kieselsteine, die unbarmherzig in die Füße stechen, sind nicht so nach meinem Geschmack. Badeschuhe habe ich nicht dabei, hier wären sie angebracht. Trotzdem ist es ein schöner Platz, wie die zahlreichen Badegäste belegen, und welche Stadt verfügt schon über einen Badestrand mitten im Zentrum.

Den Rest des Tages verbringe ich wieder in der Altstadt, am Abend sehe ich mir im Fernsehen die Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking an.


unterwegs in Montenegro

unterwegs in Montenegro


Mehr Bilder aus Dubrovnik

Weiterreise nach Montenegro

In südlicher Richtung geht es weiter und das Panorama wird noch schöner. Auf einem Parkplatz strömen Gäste aus drei Reisebussen heraus und kämpfen um den besten Platz für ein Foto der Adriaküste. Das kroatische Radio hat sich auf ausländische Besucher eingestellt und überträgt den Verkehrsfunk auch in italienischer, englischer und deutscher Sprache.
Vor dem Grenzeingang nach Montenegro verkaufen einige junge Leute für 10,- Euro Vignetten, die seit kurzer Zeit wohl auch in diesem Land erforderlich sind. Jetzt noch ein paar Kilometer und dann habe ich das nächste Etappenziel erreicht.


Kotor

Glockenturm in Kotor

Glockenturm in Kotor


Mehr Bilder aus Kotor

Kotor

Auf der öffentlichen Parkanlage am Rand der Innenstadt ist genügend Platz für mein Auto.
Über den Häusern auf einem Berg erhebt sich die mächtige Burg Sveti Ivan. Heute scheint ein Tag zum Heiraten zu sein, denn einige Brautpaare mit Gefolgschaft eilen durch das Stadttor in den Innenbereich. Auch hier wechseln sich kleine schattige Plätze mit alten verwinkelten Straßen ab, Bistros und Cafés laden zum Verweilen, Verschnaufen und Beobachten ein. Bei der Bezahlung braucht man den inneren Taschenrechner nicht zu aktivieren, denn in Montenegro wird in Euro bezahlt.

Nach kurzer Pause mache ich den obligatorischen Rundgang durch die Altstadt und besichtige die Kathedrale Sveti Tripun, den Palast Bizanti und den Uhr- bzw. Stadtturm. Ein kleiner Fluss fließt außerhalb der Stadtmauer durch Kotor, auf einer Brücke hat man eine gute Aussicht auf die Umgebung und die Festung.


unterwegs in Albanien

unterwegs in Albanien


Mehr Bilder aus Kotor

Auch in Mazedonien werben Pensionswirte am Straßenrand mit "Sobre" und "Apartmani". Die Straßenbeschilderung ist hier ebenfalls in kyrillischer und lateinischer Schrift und eine Orientierung somit problemlos. Esel grasen neben der Fahrbahn. Beim Tanken freue ich mich, dass ein Liter Super nur 1,23 Euro kostet. Ein Polizist bedeutet mir, das Fahrzeuglicht einzuschalten.

Sehr angenehm ist die Weiterfahrt, sie dauert aber. Immer wieder geht es auf engen Serpentinen durch das Gebirge. Gegen Abend verlasse ich das "Land der schwarzen Berge" und reise ein in das "Land der Skipetaren".


unterwegs in Albanien

unterwegs in Albanien


Mehr Bilder aus Kotor

Weiterreise nach Albanien

Die Ausreise ist problemlos, die Einreise in Albanien etwas umständlicher, ein freundlicher Grenzpolizist erklärt aber die einzelnen Schritte. Am ersten Schalter erwerbe ich einen Beleg für mein Auto, am nächsten bezahle ich 10 Euro und zeige den Pass. Nach dem internationalen Führerschein und der grünen Versicherungskarte wird nicht gefragt. Bei meiner Reisevorbereitung glaube ich gelesen zu haben, dass diese Dokumente notwendig sind. Da ich keine Bank oder Wechselstelle an der Grenze finde, frage ich in einem Café nach Geldtauschmöglichkeiten. Der Wirt greift in seine Tasche, zieht ein Bündel Scheine heraus und fragt, wie viel Geld ich denn benötige. Ich gebe ihm einen 50-Euro-Schein und erhalte 6.000 Lek.


Shkodra

Moschee in Shkodër

Moschee in Shkodër


Mehr Bilder aus Shkodra

Albanien

Einiges hatte ich über die Straßenverhältnisse in Albanien gelesen, sie sind jedoch noch schlechter, als in den Büchern beschrieben. Ein Deutscher überholt mich und sieht viel zu spät einen in der Kurve entgegenkommenden Bauern mit drei Kühen. Eine Vollbremsung verhindert Schlimmeres. Ein Teil der Strecke führt am Ausläufer des Skutarisees vorbei. An einer schmalen einspurigen Brücke weiß ich nicht mehr weiter und bin sofort von Kindern umringt, die neugierig ins Auto schauen. Wegbeschriftungen und Straßenschilder sind Mangelware, ich wende und erkundige mich dann bei ein paar jungen Männern auf einem Parkplatz. Kein Problem, geben sie mir zu verstehen, einfach nur folgen. Wir kehren um und fahren dann, da kein Gegenverkehr vorhanden ist, langsam über besagte Brücke.


Denkmal der 5 Helden

Denkmal der 5 Helden


Mehr Bilder aus Shkodra

Nach kurzer Suche stehe ich vor dem avisierten Hotel "Palma", aber es wird z. Zt. renoviert, lediglich das Gartenrestaurant ist geöffnet. Man empfiehlt mir das nahegelegene Hotel "Ideal" und hier erhalte ich das gewünschte Zimmer. Da es nicht über Aircondition verfügt, kann ich den Preis noch etwas herunter handeln.

Shkodaër hat rund 100.000 Einwohner und ist nach Tirana und Durrës die drittgrößte Stadt Albaniens. Jetzt am Wochenende sitzen viele Menschen vor ihren Häusern, vor einem Lokal oder einer Teestube und unterhalten sich. Ab und zu wird der Bürgersteig gesprengt, um etwas Erfrischung zu erhalten. Viele Bars sind noch geschlossen. Langsam schlendere ich durch das Stadtzentrum, gehe an der eindrucksvollen Moschee vorbei und sehe mir das Denkmal der 5 Helden an, das auf einer kleinen Verkehrsinsel inmitten der Hauptstraßen aufgebaut wurde.
Im Gartenrestaurant des "Palma" esse ich zu Abend und trinke ein paar Flaschen Tirana-Bier, es schmeckt nicht schlecht. Die Stühle sind spärlich besetzt, obwohl es ein wirklich lauschiger Platz ist. Auf einer großen Leinwand werden die CL-Spiele Sevilla vs. Arsenal und Ajax vs. Inter gezeigt.


unterwegs in Albanien

unterwegs in Albanien


Mehr Bilder aus Shkodra

Es ist schon dunkel, als ich zu neuen Taten aufbreche und weitere Bars oder Pubs besuchen möchte. Doch weit gefehlt, alle Türen sind verschlossen, selbst der Ausschank in meinem Hotel hat schon Feierabend. Der Kellner besorgt mir einige Flaschen aus der Nachbarschaft und meint, man könne Albanien auch nicht mit anderen Ländern vergleichen. Er spricht leidlich Englisch. Die Sprache, so sagt er, habe er im Fernsehen gelernt. Italienisch ist Fremdsprache Nr. 1 und so versuche ich, wenn es auf Englisch nicht funktioniert, meine Fragen oder Wünsche auf Spanisch zu stellen. Manchmal klappt es.

Bevor ich am nächsten Morgen weiter fahre, spendiert der Hotelinhaber noch einen Espresso. Mangels Hinweiszeichen fällt es mir schwer, den richtigen Weg aus der Stadt heraus zu finden. Ich frage einen Polizisten, er greift zu seiner Kelle, regelt den Verkehr um mich herum und erklärt gestenreich die Fahrstrecke.


Kurz hinter der Stadtgrenze fahre ich über den Fluss Drin. Viele Menschen gehen zu Fuß zur Kirche, manche Frauen haben ihre Tracht angelegt. Die Gegend ist sehr ansprechend, es geht immer auf Serpentinen über mächtige Berge und durch eindrucksvolle Waldlandschaften. Aber der Straßenzustand ist manchmal so katastrophal, dass ich in Gedanken schon einen Reifenwechsel übe. Eigentlich wollte ich über Tirana zum Ohridsee und von dort weiter, aber jetzt freue ich mich über jeden Kilometer, den ich in diesem eigentlich doch sehr schönen Land sparen kann.

Die Fahrbahn zieht sich endlos hin und ich bin mir gar nicht mehr sicher, auf dem richtigen Weg zu sein, kein Ort, kein Schild, nur ab und zu ein Auto, das mich überholt oder mir entgegen kommt. Alte Daimler-Benz-Fahrzeuge scheinen hier sehr begehrt zu sein. Kühe grasen unbeaufsichtigt am Straßenrand.
Dann endlich ein Café. Hier erfahre ich, dass ich erst die Hälfte der Strecke bis Pukë, dem nächsten größeren Ort, hinter mir habe. Der Wirt freut sich sehr, einen ausländischen Gast bedienen zu dürfen und lädt mich zu einer Tasse Kaffee ein.


Langsam geht es weiter, meist zeigt mein Tacho 20 bis 30 kmh an. Dann, mitten in der freien Natur, fernab jeder Zivilisation, steht ein Polizist auf der Straße. Er fragt mich, ob alles in Ordnung sei und wünscht eine gute Weiterfahrt. Später kommen mir einige Hochzeitsgesellschaften entgegen. Kinder verkaufen Obst an der Straße, auch dort, wo man wirklich keine Menschenseele erwartet.

Wieder winkt ein Polizist. Er fragt, ob ich ihn bis Kukës mitnehmen könne. Ich freue mich über seine Gesellschaft, wenngleich wegen der sehr geringen Englischkenntnisse meines Mitreisenden nur eine spärliche Unterhaltung in Gang kommt. Aber bei einer möglichen Autopanne ….


Hinter Kukës wird die Fahrbahn noch schlechter, ich meine, dass hier eine neue Autobahn entsteht. Immer wieder Baustellen und holperige Sandwege mit tiefen Schlaglöchern. Aber ich schaffe es ohne Unfall und Reifenwechsel bis zur Grenze. Auf albanischer Seite sind zwei Euro zu bezahlen.

Der Grenzbeamte im Kosovo ist sehr höflich und fragt mich gleich, ob ich eine gute Fahrt hatte oder ob etwas vorgefallen sei. Die grüne Versicherungskarte hilft mir auch hier nicht weiter, denn es wird eine spezielle Autoversicherung gefordert, und schon sind die nächsten 50 Euro weg.


Prizren

Prizren

Soll ich in den Kosovo fahren oder nicht. Diese Frage hatte ich mir vorher häufig gestellt und mit Bekannten diskutiert. Wir waren uns einig, dass es im Süden eigentlich relativ sicher ist und man nur den Norden, die Gegend um Priština, der Hauptstadt des Landes, meiden sollte. Außerdem wird empfohlen, nicht über Serbien ein- oder auszureisen.

Prizren, eine malerische Stadt mit orientalischem Flair, umgeben von hohen Bergen, hat etwa 100.000 Einwohner. Freundliche ältere Parkplatzordner verlangen zwei Euro, dafür darf ich den ganzen Nachmittag hier parken. Auch in diesem Land, gerade mal ein halbes Jahr unabhängig, ist der Euro die staatliche Währung. Ich gehe am Fluss Lumebardhi entlang ins Zentrum und sehe mit Erstaunen, dass es in dieser Stadt ein "Deutsches Kaufhaus" gibt. Am zentralen Marktplatz wetteifern einige Lokale um Kundschaft und ich lege eine verspätete Mittagspause ein. Als ob mich das Glück verfolgt, auch hier bietet man mir an, einen Kaffee auf Kosten des Hauses zu trinken. Die Innenstadt gefällt mir, sie wird von einer Moschee dominiert.


Aber man wird auch mit der politischen Wirklichkeit konfrontiert. Ein KFOR-Jeep hält an und fünf Soldaten steigen aus, um schwer bewaffnet auf Streife zu gehen. Auf der Weiterfahrt komme ich an riesigen Kasernenanlagen vorbei, an einigen Baracken weht die deutsche Flagge. Mein nächstes Ziel heißt Skopje und es gibt einen direkten Weg. Aber immer leiten mich die Schilder und Vorwegweiser nach Norden in Richtung Priština. Einmal hupt ein Auto neben mir, ich schaue hin und erkenne den Grenzsoldaten, der mir fröhlich zuwinkt.


Mir wird nun doch etwas mulmig, die Hauptstadt ist nur noch gut 20 km entfernt. An einer Tankstelle erklärt mir ein hilfsbereiter Mann, wie ich auf eine Zubringerstraße in den Süden gelange. Und auch hier freue ich mich über eine Einladung zum Kaffee, dabei habe ich weder getankt noch etwas gekauft. Heute scheint wieder ein heiratsfreudiger Tag zu sein, denn auch in diesem Land sind viele Hochzeitsgesellschaften auf der Straße, einige Männer halten die Kosovo-Fahne triumphierend aus dem Auto. Einmal bildet sich ein langer Stau, ein Traktor fährt vor uns und ist auf der engen Gebirgsstraße nur schwer zu überholen. Zwischen dem 15.11. und 15.03. müssen Schneeketten angelegt werden.

Gegen Abend erreiche ich die Grenze und verlasse ohne große Kontrolle den Kosovo. Auf mazedonischer Seite werden der Führer- und Fahrzeugschein und erstmals auch die grüne Versicherungskarte geprüft.


Skopje

Steinerne Brücke in Skopje

Steinerne Brücke in Skopje


Mehr Bilder aus Skopje

Skopje

In der Hauptstadt Mazedoniens wohnen rund 500.000 Menschen. Das Hotel, für das ich mich entschieden habe, ist einfach nicht zu finden. Diverse Male fahre ich durch die Innenstadt, frage an einer Tankstelle oder am Taxistand, es will partout nicht klappen. Da viele Bezeichnungen nur mit kyrillischen Buchstaben geschrieben sind, macht es mir auch Mühe, sie beim Fahren richtig zu erkennen und zu entziffern, denn fließend lesen kann ich diese Sprache nicht. Resigniert will ich schon aufgeben, als ich plötzlich das "TCC Plaza Hotel" vor mir sehe. Der Preis ist okay und so ist die nächste Nacht gesichert.

Dass ich direkt in der Innenstadt untergekommen bin, merke ich erst beim folgenden Spaziergang. Das Hotel liegt nahe der Fußgängerzone Maršal Tito und in Nachbarschaft zum ploštad Makedonija, dem Hauptplatz, wo in früherer Zeit auch Hinrichtungen stattfanden, dem Fluss Vardar und der schönen alten steinernen Brücke, Kameni most. Sie gilt als Wahrzeichen der Stadt. Vom Fluss hat man gute Sicht auf die mächtige Festung Kale.


Da ich noch nicht getauscht habe, suche mir ein Lokal, das auch Kreditkarten akzeptiert. Es ist ein Kommen und Gehen und unter den Gästen herrscht eine gute Stimmung. Zwei hübsche junge Frauen vergnügen sich mit Seifenblasen. Mein Handy klingelt und Rolli teilt per SMS mit, dass Werder im Pokal mit 9:3 gewonnen hat. Welch schöner Tagesausklang.

Keine Bank ist mir am nächsten Tag behilflich, die restlichen albanischen Lek umzutauschen, auch später in Kroatien und Slowenien werde ich keinen Erfolg haben. Die Weiterfahrt aus Skopje hinaus in Richtung Belgrad bereitet einige Schwierigkeiten, einmal lande ich in einer Sackgasse und muss umkehren. Trotz mehrmaligem Fragen gelingt es mir erst nach einigen Umwegen, in die richtige Spur zu kommen. An Ampelkreuzungen stehen Kinder und waschen unaufgefordert die Windschutzscheiben der Wartenden. Dann, endlich, bin ich auf der Autobahn. Einige Male, auch später in Serbien, muss eine Mautgebühr entrichtet werden, Euros werden gern akzeptiert.


unterwegs in Serbien

unterwegs in Serbien


Mehr Bilder aus Skopje

Über Novi Sad und Belgrad nach Vukovar

An der Grenze winkt mir ein Mann aus einem Mercedes mit Bremer Kennzeichen zu. Der Verkehr auf der serbischen Autobahn ist überschaubar, einmal sehe ich einen ausgebrannten Bus am Fahrbahnrand. Die Beschilderung erfolgt in lateinischer und kyrillischer Schrift. Auf den Feldern neben der Straße werden überwiegend Mais und Sonnenblumen angebaut. Kurz vor Belgrad nimmt der Verkehr zu. Ich überlege, ob ich in der serbischen Hauptstadt übernachte, fahre dann aber weiter. Vor gut 20 Jahren war ich einmal für ein paar Tage hier und der Wunsch nach einem Wiedersehen hält sich in Grenzen.

In der Nähe der großen Belgrader Stadtbrücke hat sich eine Sau auf die Autobahn verirrt. Kurz vor Novi Sad merke ich, dass mir überhaupt nicht der Sinn nach einer Großstadt steht und fahre weiter bis zum Grenzort Bačka Palanka. Viele Polizisten kontrollieren den Verkehr, einige Male entdecke ich auch eine Radarfalle. Bei der Suche nach dem Hotel Fontana biege ich einmal falsch ab und schon ist die kroatische Grenze in Sicht. Jetzt ist es nur noch ein paar Minuten bis Vukovar, vorbei an schönen Weinbergen.


Vukovar

Vukovar: hier tobte der Krieg

Vukovar: hier tobte der Krieg


Mehr Bilder aus Vukovar

Vukovar

Das Hotel "Lav", zu deutsch Löwe, ist meine nächste Bleibe. Die Stadt, ca. 45.000 Einwohner, wurde im Bürgerkrieg stark zerstört und auch heute sind noch längst nicht alle Kriegsspuren beseitigt und Schäden repariert. Dennoch fühle ich mich hier sehr wohl, fließt doch die Donau fast an meinem Hotelfenster vorbei. Auf dem Fluss liegt ein Restaurantschiff, Vukovar verfügt über den größten kroatischen Donauhafen. Es ist ein ruhiger milder Sommerabend und ich freue mich schon auf das Abendessen draußen auf der Hotelterrasse. Ich bestelle heimischen Zander und kroatischen Wein und bin auch sehr zufrieden – bis die Mücken mich ausgespäht haben. Ein Spray habe ich nicht dabei und es ist einfach nicht mehr möglich, gemütlich im Garten sitzen zu bleiben. Etwas verärgert flüchte ich in die Hotelbar.


an der blauen Donau

an der blauen Donau


Mehr Bilder aus Vukovar

Die Weiterfahrt gefällt mir. Vorbei an Weinbergen und Obstgärten komme ich durch kleine Orte mit schönem Blumenschmuck, bei vielen Häusern ist der Balkon bunt herausgeputzt. Einige Male freue ich mich über ein Storchennest auf einem Strommast. Hin und wieder steht ein Kruzifix vor einem Hauseingang. Am Straßenrand werden von den Bauern Paprika, Tomaten, Öl und Knoblauchzöpfe feilgeboten. Bei Varaždin heißt es dann leider Abschied nehmen von Kroatien. Ein Zollbeamter erinnert mich, den Sicherheitsgurt anzulegen.


Graz

unterwegs in Montenegro

unterwegs in Montenegro


Mehr Bilder aus Graz

Übernachtung in einem Landgasthof

Hinter der Grenze halte ich kurz an und stärke mich in einer slowenischen Gostilina, einer Raststätte. Die Preise auf der Speisekarte sind in Euro ausgezeichnet. Mehrere Male überquere ich die Drava. Kurz hinter Graz verlasse ich die Autobahn und übernachte in einem österreichischen Landgasthof. Ein 87 Jahre alter angetrunkener Gast trauert der Hitlerzeit nach und meint zu allem Überfluss noch, ich sei ein Offizieller von Bayern München. Was zu viel Weingenuss doch anrichten kann.


Dresden

Semperoper

Semperoper


Mehr Bilder aus Dresden

Abstecher im Vogtland und in Dresden

In Deutschland angekommen verlasse ich in der Oberpfalz die Autobahn und fahre auf gut ausgebauten Bundesstraßen weiter bis ins Vogtland, bleibe in der Nähe von Plauen und sehe mir die Vogtlandarena und die Göltzschtalbrücke an. Nach Besichtigung der Bastei im Elbsandsteingebirge und der Dresdener Frauenkirche geht es schnurstracks nach Hause.
An einem der nächsten Tage werde ich wohl versuchen, alle Pickerl von der Windschutzscheibe zu kratzen.


Dresdner Frauenkirche

Dresdner Frauenkirche


Mehr Bilder aus Dresden

FAZIT

Die Reise hat mir gut gefallen, ich hatte trotz der vielen gefahrenen Kilometer überhaupt keine Probleme. Allerdings hätte ich mir ein etwas milderes Klima gewünscht. Ich würde diese Fahrt jederzeit im Frühling oder Herbst gern wiederholen, aber bestimmt nicht im Hochsommer.


Sonstiges

Buchtipp

Slowenien. Reisehandbuch von Lore Marr-Bieger (Autor)

Slowenien. Reisehandbuch von Lore Marr-Bieger (Autor)
Meine Bewertung

Weitere Infos
 

Sonstiges

Buchtipp

DUMONT Richtig Reisen Kroatien von Dietrich Höllhuber (Autor)

DUMONT Richtig Reisen Kroatien von Dietrich Höllhuber (Autor)
Meine Bewertung

Weitere Infos
 

Sonstiges

Buchtipp

Bosnien-Herzegowina entdecken: Unterwegs zwischen Save und Adria von Marko Plesnik (Autor), Sabine Fach (Herausgeber), Bernd Schwenkros (Herausgeber)

Bosnien-Herzegowina entdecken: Unterwegs zwischen Save und Adria von Marko Plesnik (Autor), Sabine Fach (Herausgeber), Bernd Schwenkros (Herausgeber)
Meine Bewertung

Weitere Infos
 

Sonstiges

Buchtipp

Montenegro: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps von Achim Wigand (Autor)

Montenegro: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps von Achim Wigand (Autor)
Meine Bewertung

Weitere Infos
 

Sonstiges

Buchtipp

Albanien entdecken: Auf den Spuren Skanderbegs von Renate Ndarurinze (Autor)

Albanien entdecken: Auf den Spuren Skanderbegs von Renate Ndarurinze (Autor)
Meine Bewertung

Weitere Infos
 

Sonstiges

Buchtipp

Macedonia: The Bradt Travel Guide von Thammy Evans (Autor)

Macedonia: The Bradt Travel Guide von Thammy Evans (Autor)
Meine Bewertung

Weitere Infos
 

Sonstiges

Buchtipp

KOSOVO Informieren - Reisen-Erinnern von Susanne Dell (Autor)

KOSOVO Informieren - Reisen-Erinnern von Susanne Dell (Autor)
Meine Bewertung

Weitere Infos
 

Sonstiges

Buchtipp

Serbien entdecken: Unterwegs zu verborgenen Klöstern und Kunstschätzen von Brigitta Gabriela Hannover (Autor), Sabine Fach (Herausgeber), Bernd Schwenkros (Herausgeber)

Serbien entdecken: Unterwegs zu verborgenen Klöstern und Kunstschätzen von Brigitta Gabriela Hannover (Autor), Sabine Fach (Herausgeber), Bernd Schwenkros (Herausgeber)
Meine Bewertung

Weitere Infos