Centro América - auf den Spuren der Maya oder auch Urlaub stufenweise - Reisebericht von horst_wehrse bei triplib.

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horst_wehrse
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Der Wunsch, die Welt der Maya in Zentralamerika zu besuchen, ist schon einige Jahre alt. Beeindruckende Bilder, Erzählungen und Tagebuchaufzeichnungen von Bekannten und Freunden haben meine Motivation, diese Reise anzutreten, noch erhöht.
Am 17.10.2004 ist es so weit, ich fliege erst nach Frankfurt und von dort in knapp 12 Stunden nach San Francisco.

San Francisco

Hafen von San Francisco

Hafen von San Francisco


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Ankunft in San Francisco

Bei der Ausweiskontrolle wird von meinen beiden Zeigefingern ein Abdruck genommen. Die Immigrationshalle ist riesig, an 45 Schaltern warten die Ankommenden in langen Reihen auf den begehrten Stempel im Pass. Der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt neun Stunden.
Sandra, eine ehemalige Kollegin, holt mich vom Flughafen ab. Sie ist für ein Jahr in Kalifornien und hat eine Au-Pair-Stelle bei einer Familie etwas außerhalb der Stadt.

Wir fahren ins Zentrum und finden nach kurzer Suche ein Zimmer für mich im "Hotel San Remo" in der Mason Street in Fisherman´s Wharf. Leider regnet es und wir müssen die Pläne ändern, denn eigentlich war ein Picknick im Golden Gate Park angesagt. So halten wir uns die längste Zeit des Abends in der Nähe des Embarcadero auf und fahren mit dem Auto auf den Coit Tower. Trotz des schmuddeligen Wetters ist die Aussicht vom 68 m hohen Turm wunderschön und man gewinnt einen guten ersten Eindruck von der Stadt (ca. 775.000 Einwohner). Die Lichter der Bay Bridge leuchten herüber, auf der gegenüberliegenden Seite ist die Golden Gate Bridge gut zu erkennen.


Golden Gate Bridge

Golden Gate Bridge


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Golden Gate Bridge

Das gastronomische Angebot um Pier 39 ist breit gefächert und ich halte mich hier, nachdem ich mich von meiner Kollegin und ihren Gästen verabschiedet habe, lange Zeit auf. Fischgerichte gibt es in allen Variationen, allerdings haben es auch die Preise in sich. Den Rest des Abends lausche ich den Klängen einer einheimischen Blues-Band.

Am nächsten Morgen ist es zwar nicht sonnig, aber immerhin trocken. Ich frühstücke im Freien und mache mich dann zu Fuß auf den Weg zum Wahrzeichen der Stadt, der Golden Gate Bridge. Gut fünf Kilometer Fußmarsch liegen vor mir, immer entlang der San Francisco Bay, am Fort Mason Center und am Exploratorium vorbei. Die Brücke ist knapp 3.000 m lang und permanent sind einige Maler dabei, frische rote Rostfarbe aufzutragen. Auch Fußgänger können die Brücke benutzen und ich gehe einmal hinüber bis zur anderen Seite.


Cable Car

Cable Car


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Cable Car

Nach einer kurzen Lunch-Pause, natürlich gibt es wieder frischen Fisch, fahre ich mit der berühmten Cable Car bis ins Zentrum. Manchmal geht es ganz schön steil hinauf bzw. hinunter. Einige Gäste haben noch auf dem Trittbrett Platz gefunden.

Gegen Abend schließe ich mich einer Bay Cruise an und mache eine kleine Rundfahrt. Vom Schiff hat man einen schönen Blick auf die Seelöwen, die vor Pier 39 auf den Hafenpontons liegen und gehörigen Lärm machen. Wir fahren unter der Golden Gate Bridge hindurch und wenden dann. In Höhe der berühmten Insel Alcatraz halten wir längere Zeit und erfahren eine Menge über die Geschichte des früheren Gefängnisses.
Einen guten Blick hat man von hier auf die 13 km lange und zweistöckige Oakland Bay Bridge.

Jetzt ist es Zeit für einen Dämmerschoppen und ich kehre in einer der zahlreichen Bars am Pier 39 ein. Beim Bezahlen bin ich allerdings gelinde gesagt entsetzt, einen so hohen Betrag habe ich bei allem Wohlwollen nicht erwartet. Ich reklamiere auch, aber der Keeper gibt mir nur ein Bierglas als Geschenk (hat jeder Gast gekriegt), was soll ich bitte schön als Rucksackreisender damit anfangen? Habe es einfach auf dem Tisch stehen lassen.


Seelöwen am Pier 39

Seelöwen am Pier 39


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Vorbereitung auf den Flug nach Mexico-City

Vor dem Hardrock Café höre ich längere Zeit einem guten Saxofonisten zu, er hätte mehr Publikum verdient gehabt. Im Café selbst meint man, in einer anderen Epoche zu sein, so gehören zu den Ausstellungsexponaten an der Wand eine Jacke von Jimmy Hendrix, eine Fender Mustang von Nirvana, andere Gitarren von George Harrison und Santana.
Den Rest des Abends verbringe ich in einer Bar mit Budweiser und bei guter Livemusik.

Das Shuttletaxi zum Flughafen kostet 12 $, es erscheint auch pünktlich, wird aber per Funk immer noch zu weiteren Hotels gelenkt und kommt mit halbstündiger Verspätung an. Sofort haste ich zum Schalter und eine freundliche Dame nimmt sich meiner gleich an. Bei der Kontrolle muss ich sogar meine Schuhe ausziehen.

Der Flug nach Mexico-City dauert vier Stunden, wieder dürfen wir die Uhr umstellen, zwei Stunden Zeitunterschied. Während ich auf den Weiterflug warte, tausche ich noch einige Travellerschecks und erhalte für einen US-Dollar den Gegenwert von 11,02 mexikanischen Pesos.
Bis Villahermosa benötigen wir eine Stunde, es sind nur einige Gäste im Airbus der Aviacsa, einer mexikanischen Fluggesellschaft. Auch mein Rucksack ist trotz der Zeitturbulenzen nicht auf der Strecke geblieben.


Sonstiges

Buchtipp

San Francisco - Margit Brinke, Peter Kränzle

Reiseführer
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Villahermosa

Palenque- Palast

Palenque- Palast


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Ankunft in Villahermosa

Mit dem Taxi fahre ich in die Stadt und checke im "Hotel Miraflores" ein. Obwohl schon nach 22.oo h, kann man es vor Hitze kaum aushalten, glücklicherweise hat mein Zimmer Aircondition.
Noch ein kurzer Spaziergang um den Block und dann in die Hotelbar. Trinke einige Flaschen Corona und Sol, die ja mittlerweile auch in Deutschland populär sind. Eine ziemlich laute Salsaband spielt zum Tanz. Auf einer großen Videowand werden aktuelle Sportausschnitte gezeigt, auch von Spielen der europäischen Champions League.



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Maya-Architektur

An der Rezeption informiere ich mich über Transportmöglichkeiten nach Palenque. Die organisierten Trips sind mir aber zu teuer und so fahre ich mit einem öffentlichen Bus.
Etwa 2,5 Stunden sind wir unterwegs, mit einem Taxi geht es zu den Ruinen. Am Parkeingang wird Eintrittsgeld verlangt.

Man schätzt, dass etwa 500 Gebäude existierten, rund 10 % davon wurden bisher freigelegt. Der Palacio und der Templo de las Inscriptiones gelten als herausragendes Beispiel der Maya-Architektur.
Im Tempel der Inschriften wurde der bedeutendste Maya-Herrscher, Pascal der Große, gestorben 683 n. Chr., beigesetzt. Seine Totenstätte wurde 1949 als erstes Pyramidengrab der Maya-Kultur entdeckt.
Gegenüber im Zentrum der Anlage befindet sich der Palast mit dem Turm, der früher als Observatorium diente. Beim Besteigen des Bauwerks gehe ich wohl etwas zu forsch vor, jedenfalls wird mir auf halber Strecke schwindelig und schwarz vor Augen. Ich steige dennoch ganz hinauf und verweile längere Zeit im Schatten, trinke viel und ruhe mich aus. Aber in der Folgezeit wird mir nicht viel besser, zwar besichtige ich die anderen Ruinen noch, darunter die ebenfalls bekannte Grupo del Norte, aber mehr oder weniger lustlos und mit Desinteresse, dabei dankbar für jeden Schatten, der sich mir bietet. Was war geschehen? Vermutlich habe ich mich nicht richtig akklimatisiert, vielleicht auch vorher zu wenig Flüssigkeit zu mir genommen, eine Kopfbedeckung hatte ich jedenfalls immer auf.

Mit einem Colectivo fahre ich in den Ort und kurz darauf mit dem Bus zurück nach Villahermosa. Dort im Busbahnhof wird gerade das Geld eines Spielautomaten geleert, zwei Männer mit Gewehr im Anschlag beobachten den Vorgang. Völlig verschwitzt und etwas desorientiert nehme ich ein Taxi ins Hotel.


Palenque-Tempel der Inschriften

Palenque-Tempel der Inschriften


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Vorbereitung auf Cancun

Eine Dame an der Rezeption ist mir bei der Beschaffung eines Flugtickets nach Cancún behilflich, aber nicht sehr erfolgreich. Ihr wird am Telefon immer wieder versichert, dass der Direktflug ausverkauft ist. Damit will ich mich aber nicht zufrieden geben und fahre deshalb zum Büro der Fluggesellschaften. Aber sowohl bei Aviacsa als auch bei Mexicana Aerocaribe gibt es am nächsten Tag nur eine Möglichkeit mit Umstieg in Mexico-City. Zähneknirschend füge ich mich dem Schicksal.

Auf der Rückfahrt kommen wir am sehr futuristisch wirkenden Rathaus, ganz in weiß gehalten, vorbei. Der Fahrer fährt wie der Teufel, er ist verärgert, weil er für sein Falschparken zur Kasse gebeten wurde. Viele VW-Käfer sind als Droschke im Einsatz.

Die Innenstadt lebt, etliche Menschen drängen durch die Fußgängerzonen in der Nähe meines Hotels, Schuhputzer bieten ihre Dienste an. In einem kühlen Lokal erhole ich mich bei einigen Flaschen Corona. Später in der Hotelbar werden wieder Ergebnisse der Champions-League gezeigt, dass Werder in Anderlecht gewonnen hat, erfahre ich allerdings erst am nächsten Tag im Internet.


Sonstiges

Kleiner Exkurs über die Geschichte der Maya

Die Maya-Königreiche in Mesoamerika existieren nicht mehr, wohl aber zeugen noch viele Stätten von ihrer Hochkultur. Die übliche Stadtanlage bestand aus den Pyramiden, den Palästen, den Ballspielplätzen, Bädern und den Wasserbecken/Cenotes.

Der Ablauf der Mayazeit wird in drei Perioden eingeteilt, der Präklassik, der Klassik und der Postklassik (vgl. Reise Know-How "Mexiko" 5. Aufl. 5/2004 Seite 315).
Wichtigste Periode ist die Klassik von 200 n. Chr. bis 909 n. Chr., mit Gründung und Aufstieg von u. a. Palenque, Tikal und Copán. In dieser Zeit begründeten die Maya mit vielen zivilisatorischen Errungenschaften, u.a. mit der Hieroglyphenschrift und dem astronomischen Wissen, ihren Status in der Weltgeschichte.

Ihr Ausdehnungsgebiet zwischen Karibik und Pazifik war kein einheitlicher Staat. Es ist nicht nachhaltig bewiesen, warum die Metropolen verlassen wurden, sie waren jedenfalls kurze Zeit später vom Urwald überwuchert.

Präklassik ca. 3300 v. Chr. bis ca. 200 n. Chr.
3115 v. Chr Beginn der Maya-Zeitrechnung
1100 v. Chr. Erste Besiedlung von Copán

Klassik ca. 200 n. Chr. bis 909
300 Blütezeit von Tikal
um 500 Gründung von Chichén Itzá
um 600 Blütezeit von Palenque
zw. 750 und 900 Aufgabe von Palenque und Tikal

Postklassik nach 910
1200 Aufgabe von Chichén Itzá
1492 Kolumbus entdeckt Amerika

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Cancún

Cancun

Am frühen Nachmittag landen wir. Im Flughafen wird mir das "Hotel Costa Real" empfohlen und mit einem Shuttlebus fahre ich zu meiner nächsten Bleibe. Es handelt sich um eine typische Ferien-Pauschalanlage für Amerikaner, direkt am Meer mit kleinem eigenen Strand. Der Mitarbeiter an der Rezeption guckt verwundert, als ich es ablehne, ein Erkennungsarmband umzubinden. Das Zimmer ist okay, ein Safe ist vorhanden und ich nehme erst mal ein schönes Bad in den Fluten der Karibik.

Das "Costa Real" liegt in der Zona Hotelera, einer schmalen Landzunge zwischen Flughafen und Innenstadt, wo Hotels wie Perlen an der Schnur aneinander gereiht sind.
Aber Cancún ist für mich weniger Badeort, sondern Ausgangspunkt für die Fahrt nach Chichén Itzá, der wohl wichtigsten, bekanntesten und am meisten erforschten Maya-Stätte Yucatáns, seit 1988 UNESCO Weltkulturerbe.


Chichén Itzá

Chichén-Itzá-Säulengang

Chichén-Itzá-Säulengang


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Chichén Itzá

Die Busfahrt dauert ziemlich genau drei Stunden, in Valladolid halten wir kurz an. Meist geht es geradeaus, zu beiden Seiten der Straße endlose Wälder. Auf dem Parkplatz direkt am Eingang der Ruinen parken schätzungsweise 40 Autobusse, der Eintritt kann in Euro entrichtet werden, ich bezahle 10 USD.

Hier ist was los, Menschen über Menschen, Reisegruppen, Familien und Alleinreisende. Führer bieten ihre Dienste an, ich ziehe es aber vor, alleine weiterzugehen.
Die Stadt wurde im 5. Jahrhundert gegründet und erlebte ihre Blüte zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert, in dieser Zeit war sie wichtigste Stadt Nordyucatáns. Sie geriet später in Vergessenheit. Die Ausgrabungen begannen nach 1904.


Chichén-Itzá-Pyramide des Kukulkán

Chichén-Itzá-Pyramide des Kukulkán


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Pyramide des Kukulkán

Bedeutendstes Bauwerk und Wahrzeichen ist die Pyramide des Kukulkán, auch El Castillo, das Schloss, genannt. Mitten auf einem großen Platz erhebt sich dieses 24 m hohe Kunstwerk und zieht die Blicke der Besucher magisch an. Mit seinen 365 Stufen repräsentiert es den Maya-Kalender und am 21. März sowie am 21. September zur Tagundnachtgleiche kann man ein Schattenphänomen beobachten. Man hat den Eindruck, so zumindest lese ich es in meinem Reiseführer, eine Schlange krieche die Treppenstufen herab.

Trotz der schlechten Erfahrung in Palenque steige ich auf die Pyramide hinauf und habe glücklicherweise auch keine Probleme. Die Aussicht ist gewaltig, man hat einen weiten Blick auf die anderen Ruinen und auch auf die endlose Waldlandschaft, die den Ort umschließt. Das Innere der Pyramide soll um die Mittagszeit zur Besichtigung geöffnet sein, am Tage meines Besuchs ist es jedoch nicht der Fall. Der Abstieg erweist sich als nicht so einfach, einige Leute kriechen die Stufen hinunter und halten sich an einem Seil fest. Es geht ganz schön steil hinab.


Chichén-Itzá-Palast der Krieger

Chichén-Itzá-Palast der Krieger


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Viele Stunden halte ich mich auf dieser unsagbar interessanten Anlage auf und sehe mir die anderen Tempel und Ruinen an, so den Ballspielplatz, wo man die Steinringe, durch die ein Ball ohne ihn mit den Händen zu berühren, durchgelenkt werden musste, noch gut erkennen kann. Angeblich, so zeigen es Reliefs an den Seitenwänden, wurden die Verlierer früher geköpft.

Zum Besichtigungsprogramm gehört ferner u. a. der Tempel der Krieger mit der großen Säulenhalle, der Heilige Cenote, die Kirche, das Observatorium und das Haus der Nonnen.


Cancún

Chichén-Itzá-Pyramide des Kukulkán

Chichén-Itzá-Pyramide des Kukulkán


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Zurück vom Ausflug in Chichén Itzá

Mit dem letzten Bus, der Parkplatz ist fast leer, fahre ich nach Cancún zurück. Der Taxifahrer murrt, als ich seine Preisvorstellung für den Transport ins Hotel nicht akzeptiere, lässt dann aber mit sich handeln. Am nächsten Tag erzählt mir ein Hotelmitarbeiter, dass es vorgeschriebene Preise bis zum Busbahnhof gibt, ich hatte weniger gezahlt.

Die restlichen Stunden verbringe ich, nach einem erfrischenden Bad im Meer, an der Hotelbar. Jetzt, zum Wochenende, sind einige Gäste aus Mérida abgestiegen und ich bin froh, auch einmal einheimische Gesprächspartner und Mittrinker zu haben. Das abendliche Animationsprogramm interessiert mich nicht. Kurz vor Mitternacht regnet es einige Minuten.


Tulum

Tulúm

Tulúm


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Tulum

Es ist nicht sehr weit bis zu meinem nächsten Ziel, nach zweistündiger Busfahrt erreichen wir Tulúm und ich entscheide mich, die Nacht in der Cabaña "Playa Condesa" zu verbringen. Die Unterkunft liegt direkt am türkis schimmernden Meer, ist preiswert, hat einen Ventilator und ein Moskitonetz. Der Strom wird mit Generator erzeugt und ist deshalb nicht immer verfügbar.

Nachdem ich mich sorgfältig mit Sonnencreme eingerieben habe, gehe ich am weißen Strand entlang zu der nächsten Maya-Anlage, nach kurzer Zeit kann ich sie bereits erblicken und eine Viertelstunde später bin ich am Ziel.

Eindrucksvoll erhebt sich die archäologische Stätte auf einem Plateau über der Karibik, die Lage ist einzigartig. Ich weiß nicht, was mich mehr fasziniert, der puderweiße Sand und das grün-blaue Meer oder die Festung. Auf einer kleinen Anhöhe erhebt sich El Castillo, das vielleicht imposanteste Gebäude dieser Anlage.
Im Vergleich zu den an den Tagen zuvor besuchten Maya-Stätten ist Tulúm nur eine "Kleinstadt", die Lage jedoch ist unübertroffen. Nach der Besichtigung kann man hinabsteigen und ein Bad nehmen, unglaublich.


Tulúm

Tulúm


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Eine Amerikanerin bittet mich, sie zu fotografieren und will sich dann mit einem Foto von mir revanchieren, leider streikt meine Kamera und ich muss zähneknirschend feststellen, dass der Akku leer ist, und das bei diesen Motiven.
Aber das Problem lässt sich beheben, ich leihe mir einfach für einige Schnappschüsse die Batterien eines anderen Touristen.
Auf dem Rückweg begegne ich einem Fischer, der mit seiner Harpune fünf Fische erlegt hat.
Seiner Bitte nach einer Zigarette kann ich leider nicht entsprechen.


Tulúm

Tulúm


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Abends ist am Wasser bzw. am Strand und in den benachbarten Cabañas nicht viel Betrieb, aber das macht nichts. Auf der Hotelterrasse esse ich köstlichen Fisch und lasse ihn mit einigen Flaschen Corona und Sol schwimmen. Langsam senkt sich die Dunkelheit über uns und man hört nur noch das Rauschen des Meeres, Urlaubsromantik pur und gar kein Vergleich mit dem kommerziellen Trubel in Cancún.

Die Busfahrt an den Grenzort Chetumal dauert 3 ½ Stunden, im Busbahnhof erwerbe ich eine Fahrkarte für die Weiterfahrt nach Belize-City. Viele Frauen tragen ein weißes Kleid mit bunten Blumenmustern.


Belize City

Caye Caulker

Caye Caulker


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Weiter nach Belize

Man merkt sofort, dass man in einem anderen Land ist. Im Bus nach Belize-City, der wesentlich älter ist und dreckigere Fensterscheiben als vergleichbare Fahrzeuge in Mexiko hat, sitzen hauptsächlich Kreolen, Nachfahren schwarzafrikanischer Sklaven und britischer Piraten. Amtssprache ist englisch, aber ich habe arge Probleme, die Mitreisenden zu verstehen.

Gegen 18.oo Uhr erreichen wir die größte Stadt des Landes, Belize-City. Leider fahren keine Boote mehr zu den vorgelagerten Cayes und so nehme ich ein Zimmer im "Hotel Bellevue", wiederum direkt am Meer. Es ist Sonntag und mir scheint, der relativ junge Taxifahrer, der bei jeder hübschen Frau auf die Hupe drückt, hat eine Alkoholfahne.

An der Hotelrezeption kann ich noch etwas handeln und muss letztendlich 100 Belize-Dollar bezahlen, was genau 50 USD entspricht, die Währung ist an den amerikanischen Dollar im Verhältnis 2 : 1 gekoppelt.
Das Restaurant im Hause hat geschlossen und der Wirt empfiehlt mir, mit einem Taxi in ein Lokal am anderen Ende der Stadt zu fahren, er winkt ein Auto herbei, den Fahrer scheint er zu kennen.
So steige ich in einen etwa 40 Jahre alten Dodge mit Lenkradschaltung, der Fahrer murmelt etwas von "if you need girls..." usw. und ich erkenne, dass er sternhagelvoll ist. Glücklicherweise herrscht nicht viel Verkehr und so kommen wir doch noch sicher ans Ziel, immer im selben Gang, geschaltet wurde nicht. Erleichtert steige ich aus.

Später in einer Bar unterhalte ich mich mit einigen jungen Männern, sie haben sich eine Flasche Rum in einem Geschäft gekauft, das einheimische Bier zeigt wohl nicht genug Wirkung. Aber, wie schon zuvor ausgeführt, die Sprache zu verstehen bereitet mir große Schwierigkeiten, so höre ich mit Mühe und Not heraus, dass mein Gesprächspartner arbeitslos und die Arbeitssituation im Land schlecht ist. Die Menschen aus den spanisch sprechenden Nachbarländern Guatemala und Honduras arbeiten für weniger Geld und bilden eine große Konkurrenz.
Im Fernsehen wird der James-Bond-Film "Goldeneye" gezeigt.


Caye Caulker

Caye Caulker


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Caye Caulker

Das Boot, das mich am nächsten Morgen zum Caye Caulker bringt, liegt nur einige Schritte vom Hotel entfernt im Wasser. Die Insel ist etwa 35 km von Belize-City entfernt und wir brauchen eine Dreiviertelstunde für die Überfahrt. In einigen Reiseführern wird "Mara´s Place" als preiswerte empfehlenswerte Unterkunft vorgestellt und ein Mann bietet sich an, mich dort hinzubringen. Warum nicht.

Nach etwa 10 minütigem Fußmarsch schnappt er sich eine Fahrradrikscha und radelt mich hin, auf direktem Weg hätten wir nur fünf Minuten gehen müssen. Aber er ist sehr freundlich und ich zahle gern den gewünschten Betrag.


Caye Caulker

Caye Caulker


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Auch dieses Zimmer liegt fast direkt am Wasser, auf der Veranda kann man in einer Hängematte liegend das Strandleben beobachten. Nach einer kleinen Stärkung erkundige ich mich im Internet nach den neuesten Nachrichten und versende einige mails. Danach ist nur baden, lesen und baden angesagt. Viele Touristen kommen hierher, um in den Korallenbänken des Barrier Reef zu schnorcheln oder zu tauchen.

Zwischendurch mache ich einen kleinen Spaziergang und erledige einige Besorgungen. Eine Frau stillt ihr Kind, während sie mir ein Busticket für die Weiterfahrt nach Flores verkauft.
Belize ist teurer als Mexiko.

Auf der Insel fahren keine Autos oder andere Motorfahrzeuge, von einigen Elektrotaxis abgesehen. In einer Strandbar bereite ich mich auf den Sonnenuntergang vor. Auf einem Schild ist folgender gutgemeinter Satz zu lesen: If you drink to forget - pay before you drink.

Und dann ist der Moment gekommen, wo die Sonne wie ein glutroter Feuerball im Wasser versinkt und die ganze Umgebung in den herrlichsten Rotfarben leuchten lässt, diesen Moment werde ich sicher nicht vergessen, unbeschreiblich schön, unglaublich beeindruckend.

Abends esse ich einen Lobster am Strand und komme mit einem Paar aus Deutschland ins Gespräch, die schon viele Orte Zentralamerikas gesehen haben. Nach und nach schließen die Cafés und Restaurants und alle Jungen und Junggebliebenen versammeln sich an der Strandbar. Eine Steelband macht Livemusik, ansonsten ist Reggae angesagt


Flores

Weiterreise nach Flores

Am nächsten Morgen geht es mit dem Boot nach Belize-City und mit der "Linea Dorada" weiter nach Flores, es sind fast nur Touristen, darunter zwei Frauen aus Bayern, im Bus. Wir kommen an Holzhäusern auf Stelzen vorbei, an einem wurde eine Alka-Selzer-Werbung angebracht. Rinder grasen am Straßenrand, die unvermeidlichen Kuhreiher immer in der Nähe. Nach zwei Stunden erreichen wir die Grenze nach Guatemala, die gesamte Abfertigungsprozedur dauert eine halbe Stunde. Ich tausche bei einem ambulanten Geldwechsler an der Straße und erhalte für einen US-Dollar 7,5 Quetzal.
Nach insgesamt vierstündiger Busfahrt sind wir in Flores angekommen.


Ankunft in Flores

Flores ist Hauptstadt des Departemento Petén und liegt auf einer kleinen Insel im Lago Petén-Itzá. Die meisten Touristen, die Tikal besuchen wollen, landen hier, deshalb gibt es eine ordentliche Gastroszene, viele Reisebüros und eine Reihe von preiswerten Hotels.
Beim Petén handelt es sich um den siebtgrößten tropischen Regenwald der Erde mit einer großartigen Fauna und Flora.

Das "Hotel Villa del Lago" ist mein nächstes Zuhause, es liegt direkt am See. Nach dem Einchecken organisiere ich die nächsten Fahrten. Die Mitarbeiter sind sehr freundlich und hilfsbereit, später schenke ich ihnen einige Souvenirs aus Bremen.
Der eigentliche Stadtkern ist recht übersichtlich und man kann sich gut orientieren, die Schwesterstadt, Santa Elena, hat mir nicht so zugesagt.
Auffallend sind die einheimischen Taxis, dreirädrige Fahrzeuge, vergleichbar mit den Tuk-Tuks in Asien.


Nach dem Abendessen in einem Steakhaus verweile ich noch einige Stunden in einer Bar und unterhalte mich. Es gefällt mir sehr gut, die Guatemalteken sind freundlich und ich fühle mich hier sehr willkommen. Die Lokale haben sich für Halloween geschmückt und herausgeputzt, im Fernsehen wird überwiegend Baseball gezeigt.


Tikal

Tikal-Nördl. Akropolis

Tikal-Nördl. Akropolis


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Tikal - Relikte aus vergangener Zeit

Man hatte mir geraten, den ersten Bus nach Tikal zu nehmen, einmal, weil die Temperatur dann noch sehr erträglich ist, zum anderen hat man Platz und muss sich nicht durch Busladungen kämpfen.
Um 5.oo Uhr fahren wir ab, eine knappe Stunde später haben wir die gut 60 km geschafft und erreichen die wohl eindrucksvollste Maya-Stätte dieser Reise. Auf Anraten von Travellern, die ich bisher getroffen habe, schließe ich mich einer Kleingruppe mit Führer an und ich habe es auch nicht bereut. Zu viert machen wir uns auf den Weg, ein sympathisches Paar aus Loewen in Belgien, der Guide und ich.

Auch Tikal, inmitten des gleichnamigen Parque National gelegen, gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Der Ort wurde schon 600 v. Chr. besiedelt, erlebte aber seine Blütezeit von 250 bis 900 n. Chr., eine halbe Million Menschen sollen hier damals gelebt haben.
Die geschichtliche Erforschung und Freilegung der Tempel, Pyramiden und anderen Bauten begann um 1880. Alles war vollständig überwachsen und nur als Hügel wahrzunehmen.
Die University of Pensylvania begann 1956 ein Ausgrabungsprojekt.

Auch heute sind viele Stätten nur zum Teil freigelegt und Archäologen sind dabei, die Relikte aus vergangener Zeit ans Tageslicht zu bringen, zur Zeit werden die "Sieben Tempel" restauriert, einige Wissenschaftler meinen, dass es sich statt um sieben nur um einen Tempel handeln könnte. Die statistischen Zahlen schwanken, in den Reiseführern lese ich, dass etwa 25 % der Gesamtanlage ausgegraben ist, unser Begleiter meint 15 %, er sagt dass Guatemalteken nur als Handlanger an diesem wichtigen historischen Prozess beteiligt sind.

Während unserer Begehung hören wir, dass der hier oft anzutreffende Ceiba oder Kapok der Nationalbaum des Landes ist, Mahagonibäume sehen wir ebenfalls häufig.
Truthähne, Fasane, Falken, Papageien und Tukane sind auf den Bäumen oder am Wegesrand zu erkennen, eine Ramon-Nuss, aus deren Mehl man Tortilla und Brot herstellt, wird uns gezeigt.

Und dann sind wir auch schon an der wahrscheinlich eindrucksvollsten Stelle der Anlage angekommen, an der Gran Plaza mit dem 52 m hohen Tempel I, auch der Große Jaguar genannt, dem 42 m hohen Tempel II, der Nord-Akropolis auf der einen und der Zentral-Akropolis auf der gegenüberliegenden Seite.


Tikal-Tempel II

Tikal-Tempel II


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Wir haben genügend Zeit und Gelegenheit, die Akropolis und den Tempel II zu besteigen. Dabei sind wir fast unter uns, nur einige Besucher sind um diese Zeit unterwegs.
Danach gehen wir zur Mundo-Perdido-Gruppe mit der Großen Pyramide, am Tempel III vorbei zum Tempel IV. Er ist mit einer Höhe von 65 m eines der höchsten Bauwerke der Maya-Kultur. Eine Holztreppe führt nach oben und natürlich sind die paar hundert Stufen kein Hindernis für uns. Ausgepowert und nach Luft hechelnd komme ich oben an, aber der Aufwand hat sich gelohnt. Die Aussicht ist berauschend, kann man doch bis zu 100 km über den Regenwald des Petén schauen. Vor dem eigenen Auge erheben sich die Spitzen der anderen Tempel aus dem grünen Blätterdach.

Bevor unser Guide sich nach vier Stunden von uns verabschiedet, führt er uns noch zum Templo de los Ventanas, wo einige Fledermäuse ihren Tagesschlaf halten. Er zeigt uns Mimosen, die sich bei kleinster Berührung zusammenziehen und eine kleine Pflanze, Ajenjo, die, zu Tee gekocht, ein wirksames Mittel gegen Malaria darstellt. Affenhorden begleiten uns, Termiten und Ameisen pflügen durch den Waldboden. Schlangen haben wir nicht gesehen, obwohl Hinweisschilder am Parkeingang davor warnen.

Auch in Tikal gibt es Beispiele, die belegen, dass die Maya früher viel von der Astronomie verstanden haben, auch hier sind Komplexe so angeordnet, dass sie zur Tagundnachtgleiche komplett im Schatten stehen oder dass die Sonnenstrahlen taggenau auf eine Gerade aus verschiedenen Gebäuden scheinen.


Tikal-Blick vom Tempel V

Tikal-Blick vom Tempel V


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Zusammen mit den beiden Belgiern gehe ich dann noch zum Tempel V, natürlich besteigen wir das 57 m hohe Bauwerk, und anschließend zur Region G und Gruppe Nord. Brüllaffen machen einen gehörigen Krach, sind aber nicht zu sehen. Immer wieder gehen wir an baumbewachsenen Bergen vorbei und wissen, auch hier befindet sich noch ein Bauwerk aus früherer Zeit. Jetzt um die Mittagszeit ist die Gran Plaza oder Plaza Mayor nicht wiederzuerkennen, Menschen über Menschen bevölkern den Platz, überall stehen Reisegruppen und lauschen den Erklärungen des Begleiters.

Auf dem Heimweg schlummere ich etwas, war wohl doch ganz schön anstrengend. Wir fahren kurz am Flughafen vorbei, hier verabschiede ich mich von den Belgiern, sie fliegen weiter nach Guatemala-City. Ich darf, obwohl schon ausgecheckt, mich noch auf meinem Zimmer aufhalten und entspanne mich unter einer warmen Dusche.


Guatemala-Stadt

Über Guatemala-Stadt nach Copan

Nun also auf nach Copán, der letzten Maya-Stätte meines diesjährigen Urlaubs. Es ist etwas umständlich, Direktbusse sind teuer und man müsste zumindest zu dritt sein, damit es sich rechnet. Dann also lieber in Etappen.

Der Bus nach Guatemala-City startet pünktlich um 22.oo Uhr, in Santa Elena ist er bereits fast voll. Wir werden aufgefordert, nur die uns zugewiesenen Sitze einzunehmen. Ich falle sofort in tiefen Schlaf, vermutlich habe ich das den vielen, vielen Stufen auf die Tempel hinauf zu verdanken.

Um ½ 6 erreichen wir die Hauptstadt und ich erkundige mich bei einem Polizisten nach der Weiterfahrt. Mit dem Taxi muss ich zu einem anderen Busbahnhof fahren und nach kurzer Preisverhandlung steige ich bei Oscar ins Auto. Es ist nicht sehr weit und bei der Ankunft stürzen sich gleich etliche Helfer auf mich, mein Rucksack ist schon im Bus, als ich noch die Taxifahrt bezahle. Dann werde auch ich auf meinen Platz geschoben und schon geht es weiter. 6.oo Uhr morgens und dann eine solche Hektik!


Esquipulas

Grenzpassierung bei Esquipulas

Die Fahrt zur Grenzstadt Esquipulas ist sehr schön und Guatemala gefällt mir immer besser. Es ist sehr gebirgig, die Landschaft interessant. Kurz vor 11.oo Uhr sind wir am Ziel und der Bus ist fast leer. Auch hier werde ich auf das Stichwort "Copán" sofort in ein Colectivo verfrachtet, ein Geldwechsler erkennt die Situation und nutzt sie weidlich aus. So erhalte ich für einen Dollar 16 Lempiras, der offizielle Kurs liegt bei 20.

Der Fahrer fährt sofort an der guatemaltekischen Grenzstation vorbei und weiter zum Einreisebüro für Honduras. Als ich endlich abgefertigt werde, klärt der Beamte mich auf, dass mir der Guatemala-Ausreisestempel fehlt. Also noch mal zwei Kilometer zurück, auf halber Strecke nimmt mich ein Taxi mit.

Der Grenzbeamte auf guatemaltekischer Seite verlangt eine Ausreisegebühr, ich bitte um eine Quittung und schon winkt er mich weiter. Im Reiseführer wird auf diese Abzocke hingewiesen. Dann geht alles recht zügig und kurze Zeit später habe ich die gewünschten Einträge im Pass.

Es dauert, bis sich der Bus in Bewegung setzt. Auch diese Fahrt ist wieder sehr interessant und ich schaue die meiste Zeit der 3 ½ stündigen Fahrt aus dem Fenster. Wir überholen viele Reiter, Verkäufer mit Esswaren steigen in den Bus und fahren mit bis zur nächsten Station. Das Autoradio ist mir etwas zu laut.

An einem Wegekreuz steige ich aus und wechsele für den Rest der Strecke in einen uralten gelben Bus mit Türkurbel und Hupe, die per Strang bedient wird. Die Aussicht ist wiederum phantastisch, wir fahren die meiste Zeit auf Serpentinen die Berge hinauf und hinunter. Am Wegesrand werden Bananen und Ananas feilgeboten, der Busfahrer kauft sich ein paar Stauden. Viele Poster mit Bibelsprüchen hängen neben der Straße, der Abfall wird einfach aus dem Fenster geworfen.
Einmal wird im Autoradio die spanische Version von "Griechischer Wein" gespielt.


Copán

Copán-Treppe der Hieroglyphen

Copán-Treppe der Hieroglyphen


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Ankunft in Copan

Kurz vor der Ankunft in Copán Ruínas bietet der Busbegleiter an, mir gegen entsprechendes Geld den Weg zum Hotel zu zeigen, ich bin ziemlich sauer ob dieser Impertinenz, allerdings habe ich auch keine Lust, nach einer so langen Fahrt planlos durch die Stadt zu laufen und so gebe ich ihm einen halben Dollar und erhalte auch einige Informationen.

Aber ich hätte sie gar nicht nötig gehabt, denn direkt am Parkplatz erklärt mir ein geschäftstüchtiger Mann mit einem Pick Up, dass das von mir avisierte Hotel "Café Via Via" ausgebucht und er Inhaber einer preiswerten Hospedaje ist. Ich habe nichts dagegen und so fahren wir gemeinsam zum "Hotel Rosalila".

Eigentlich bin ich ganz froh, dass es sich so ergeben hat, der Ort ist sehr hügelig und ich hätte mein Gepäck ganz schön hochschleppen müssen.

Heute scheint ein religiöser Feiertag zu sein, in Guatemala-City drängten sich die Menschen frühmorgens in die Kirche, hier, auf dem zentralen Platz, findet abens ein Open-Air-Gottesdienst statt.

Im Restaurant "Llama de Bosque" esse ich ein leckeres Steak, die restlichen Stunden verbringe ich in einer Gartenbar. Das Auf- und Abgehen auf dem Kopfsteinpflaster ist ziemlich anstrengend.

Kurz vor 8.oo Uhr marschiere ich am nächsten Morgen los zu den Ruinen, es ist überhaupt kein Problem, die Anlage liegt direkt am Stadtrand. An der Eingangskasse ist noch kein Betrieb und so zahle ich 10 $ Eintritt und betrete den Park. Ein paar bunte Papageien suchen nach Futter.


Besterforschte Maya-Stätten Mesoamerikas

Die Ruinen gehören zu den besterforschten Maya-Stätten Mesoamerikas und sind auch Weltkulturerbe der Menschheit. Relativ gut erhaltene Stelen und Altare zeugen von einer einzigartigen Baukunst. Insgesamt ist die Anlage recht übersichtlich und von der Größe mit Chichén Itzá oder Tikal nicht zu vergleichen, die Ausgrabungen jedoch sind archäologisch immens wertvoll.
Beeindruckt haben mich die Stelen auf der Gran Plaza, der Ballspielplatz und die 21 m hohe Hieroglyphentreppe. Der Text auf den einzelnen Stufen konnte teilweise entschlüsselt werden.

Auf dem Heimweg kaufe ich eine Tüte Ananas und frühstücke anschließend im Café Via Via, natürlich hätte ich hier noch ein Zimmer gekriegt.


El Florido

Über El Florido zurück nach Guatemala

Mit einem Minibus geht es zurück nach Guatemala. Wir nehmen einen anderen Weg und schon nach 15 Minuten sind wir in El Florido an der Grenze. Zu meinen Begleitern gehören drei Amerikaner, die in Honduras an einem Friedensprojekt arbeiten, zwei Madrilenen und ein Baske.


Guatemala-Stadt

Über Guatemala-Stadt nach Antigua

Auch diese Fahrt genieße ich sehr, große Gebirgszüge sind zu erkennen, viele Einheimische halten vor ihrem Haus Siesta in einer Hängematte, anfangs regnet es etwas.
Im Radio wird meist Merenguemusik gespielt. Um 18.3o Uhr kommen wir in Guatemala-City an und setzen den Basken am Bahnhof del Norte ab, er will weiter nach Flores. Die Madrilenen bringen wir zum Flughafen. Es ist Rush Hour und wir kommen nur zögerlich voran. Ein guatemaltekischer Beifahrer erklärt uns die Sehenswürdigkeiten, an denen wir vorbeifahren. Blitze zucken vom Himmel, aber ein Donnerschlag ist nicht zu hören.

Um 2o.3o Uhr bin ich am Ziel, der Bus hält genau vor dem von mir ausgesuchten Hotel.


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Antigua Guatemala

in Antigua

in Antigua


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In Antigua

Die nächsten vier Tage ist das "Hotel Asjemenou" mein Zuhause, es liegt sehr günstig in der Nähe der Plaza Mayor. Im Zimmer befindet sich, welch Glück, ein Safe, den ich mit meinem Vorhängeschloss abschließen kann.

Die frühere Hauptstadt Antigua gilt als eine der schönsten Städte Lateinamerikas. Sie wurde 1979 von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Die kolonialen Charakteristika sind sehr gut erhalten, repräsentative Paläste, Adels- und Bürgerhäuser, ruhige Parks geben dem Ort das einmalige Bild. Das Klima ist sehr erträglich, denn die Stadt liegt auf 1520 m Höhe, eingerahmt von den über 3.500 m hohen Vulkanen Agua, Acatenango und Fuego. Letzterer soll lt. Reiseführer noch aktiv sein, ich habe aber weder tagsüber noch nachts einen Feuerschein oder eine Rauchwolke gesehen.

Die Stadt hat eine gute Kneipenszene, alle Lokale bereiten sich auf Halloween vor. In einem Irish Pub unterhalte ich mich mit einem Dänen, er schwärmt vom Lago de Atilán in den höchsten Tönen. Später wechsele ich in ein orientalisch anmutendes Lokal, wo selbst Wasserpfeifen geraucht werden können. Zu meiner Freude treffe ich die Amerikaner aus dem Bus wieder und wir verbringen die letzten Stunden des Tages gemeinsam und unterhalten uns prächtig.


Antigua-Kathedrale

Antigua-Kathedrale


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Nach einem ordentlichen Frühstück in dem wunderschönen Innenhof des Hotels mache ich mich auf den Weg und besichtige den Parque Central oder auch Plaza Mayor genannt. In der Mitte des Platzes befindet sich ein Brunnen, der Fuente de las Sirenas. Früher konnte man hier Prozessen beiwohnen, Stierkämpfe, Hinrichtungen und Paraden beobachten. Die Kathedrale wurde an der Ostseite gebaut, im Norden sieht man das Ayuntamiento, früher ein Verwaltungsgebäude mit schönen Arkaden, an der Südseite der Plaza steht der Palast der Generalkapitäne.

Im Park nehme ich auf einer der vielen Bänke Platz und beobachte das Geschehen. Indígenas in farbenfrohen Kleidern spazieren entlang. Vor den Banken warten riesige Menschenschlangen, mehr als 100 Personen, auf Einlass. Heute ist Feiertag und eine Mädchengruppe unterhält die Zuschauer mit Volkstanz, unter den Arkaden spielt eine Blaskapelle. Eisverkäufer machen einen guten Umsatz.

Das Wahrzeichen der Stadt, den Arco Santa Catalina, sehe ich jeden Tag etliche Male, er ist nur 50 m von meinem Hotel entfernt und gibt ein gutes Fotomotiv ab. Von einer Seite erkennt man unter seinem Rundbogen das Kloster La Merced, von der anderen einen Vulkan.
La Merced ist ein sehr schöner Barockbau, vom 2. Stock des Patios hat man eine überwältigende Sicht auf die Umgebung Antiguas und auf die Vulkane.


Antigua-La Merced

Antigua-La Merced


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In einem Souvenirladen kaufe ich Ansichtskarten und habe dann aber Probleme, die entsprechenden Briefmarken zu erwerben, denn es ist Feiertag, der sogenannte Dead Day, und die Post hat geschlossen. Eine sympathische Mitarbeiterin des Hotels bietet sich an, nach meiner Abreise alles zu erledigen und ich gebe ihr das nötige Geld. Und tatsächlich, zwei Wochen nach meiner Rückkehr treffen auch die Karten aus Guatemala ein.
Einige Probleme gibt es beim Einlösen von Travellerschecks und ich muss mehrere Anläufe nehmen, bis ich ein Geschäft finde, das dazu bereit ist.

Abends in einer Bar werde ich von Rodolfo angesprochen. Er wohnt in Guatemala-City und verbringt das Wochenende zusammen mit seiner Frau, seiner Schwester und deren Freundin in Antigua. Seine Vorfahren kommen aus Österreich und er hat den für Guatemala nicht gerade üblichen Nachnamen Rohrmoser, zum Beweis zeigt er mir noch seinen Pass. Ein Onkel von ihm wohnt angeblich in Bremen. Wir unterhalten uns über Gott und die Welt und haben viel Spaß. Regina, seine Frau, war schon einmal in Deutschland und in anderen europäischen Ländern. Später spreche ich noch mit der Schwester und der Freundin und wir verabreden uns unverbindlich, aber am nächsten Abend warte ich leider vergeblich.


Chichicastenango

Chichicastenango

Chichicastenango


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Indiomarkt in Chichicastenango

Am Sonntag schließe ich mich einer organisierten Fahrt zum Indiomarkt in Chichicastenango, dem berühmtesten Markt in Guatemala, an. Oscar, unser Begleiter, erzählt sehr viel aber in einer monotonen Weise, dass ich schnell das Interesse am Zuhören verliere. Wir fahren durch schöne Waldlandschaften und durch Gebirge, sehen Zypressen und Eukalyptusbäume. Müll liegt am Straßenrand, Papierkörbe scheinen hier unbekannt zu sein.

Auf halber Strecke legen wir eine Frühstückspause ein und ich komme mit zwei Mitreisenden ins Gespräch. Eine Universitätsprofessorin aus Chicago ist sehr mitteilsam, mehr Kontakt habe ich aber zu Ariel, einem Staatsanwalt aus Bogota in Kolumbien. Er hat in Antigua als Vertreter der kolumbianischen Regierung an einem Seminar gegen Wirtschaftskorruption teilgenommen und verbringt die letzten Tage mit Sightseeing.
Ansonsten gehört noch eine spanische Familie, die zurzeit in Panama lebt, und ein Mann aus Madrid zu unserer Gruppe. Vor dem Lokal steht eine uralte Dreschmaschine.


Chichicastenango

Chichicastenango


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In einem Ort etwa 20 km vor dem Ziel findet ebenfalls ein Markt statt und wir gewinnen erste Eindrücke von der farbenfrohen Bekleidung der Indígenas und dem interessanten Warenangebot. Kurz darauf gebietet uns ein motorisierter Polizist an den Straßenrand zu fahren und zu warten. Nach einigen Minuten kommen uns etwa 30 Radfahrer in großem Tempo entgegen, heute findet die Tour Guatemala statt.

Der Markt in Chichicastenango ist total interessant, farbenprächtige Tücher, Bekleidung, Souvenirs, Masken, indianische Handarbeit, Gürtel, Antiquitäten, Schmuck und Keramiken warten auf zahlungskräftige Kundschaft. Dicht gedrängt stehen die Stände nebeneinander, unzählige indianische Händler gehen durch die Besuchermassen, darunter viele Touristen, und bieten ihre Waren an.
Ariel meint, wenn er seine Maskensammlung um ein weiteres Exemplar vergrößert, erteilt seine Mutter ihm Hausverbot, er kauft trotzdem. An einem Verkaufsstand, welch ein Zufall, treffe ich die beiden Belgier wieder und wir unterhalten uns einige Minuten.

Etwa zwei Stunden marschieren wir durch den Trubel. Fotomotive bieten sich auf Schritt und Tritt, besonders gern habe ich die wunderschöne Miss Guatemala fotografiert. Zwischendurch kaufe ich nach emsigem Feilschen noch einige Gallinas, Topflappen in Form eines Huhns, und einige kleine farbenfrohe Täschchen.

Der Blumenmarkt befindet sich auf den Stufen der Kirche Santo Tomás, in die wir auch hineingehen. Viele Gläubige haben eine Kerze angezündet und verharren in Andacht.
Beim Hinausgehen beobachte ich eine Indiofrau an einem rituellen Feuer, vielleicht hat es sich um eine ceremonia maya gehandelt.


Panajachel

am Lago de Atitlán

am Lago de Atitlán


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Atitlánsee und Panajachel

Im Hotel, unserem Treffpunkt, warten die meisten ausländischen Besucher auf die Abfahrt ihrer Busse. Papageien sitzen fotogen auf einer Stange und eine Band unterhält uns mit einheimischer Musik, ein Schlagzeuger, ein Kontrabassist und vier Mann an der Marimba.

Nun also weiter zum ebenfalls von hohen Vulkanen umgebenen Atitlánsee. Unterwegs fallen mir am Straßenrand angebundene Schweine und Kühe auf. Wir halten an einem Aussichtspunkt, aber leider hat sich eine dicke Wolkendecke unter den Himmel geschoben und die Berge können mehr erahnt als gesehen werden, schade, heute Vormittag auf der Hinfahrt hätten wir eine bessere Sicht gehabt. Ich bin etwas missmutig.

Der touristisch ausgereizte Ort Panajachel liegt malerisch am Nordufer des Sees und während der Anfahrt haben wir einen guten Blick auf den Hafen und das Meer. Restaurants und Cafés gibt es in allen Varianten, Fähren legen von hier ab, Fotografen warten auf Kundschaft, Indígenas bieten ihre Stoffe und Schmuckwaren an. Die Frau aus Chicago steigt später mit einigen Tragetaschen voller Andenken in den Bus, ganze Heerscharen von meist jugendlichen Verkäufern hängen wie eine Klette an ihr. Für meine Mütze werden mir zunächst fünf, später 10 Halsketten geboten, dabei ist gar nichts Besonderes an der Kopfbedeckung. Kurz vor der Abfahrt des Busses trinke ich noch einige Flaschen Bier, die Quittung wird mit zwei Durchschlägen erstellt.


auf der Rückfahrt vom Atitlánsee

auf der Rückfahrt vom Atitlánsee


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Halloween

Manchmal ziehen die Wolken zur Seite und geben einen Blick auf die grandiose Vulkanlandschaft frei. Später, kurz vor Sonnenuntergang auf dem Heimweg, zeigen sich uns der Volcán Tolíman und der Volcán Atitlán ohne Wolkenvorhang in ihrer ganzen Größe und Pracht.
Vor Jahren konnte man in deutschen Zeitungen über Kinder- und Jugendbanden in Guatemala lesen. Oscar meint, als ich ihn darauf anspreche, dass Touristen sich nicht sorgen müssen, denn die Kids würden nur an verschiedenen Haltestellen in öffentliche Nahverkehrsbusse steigen, aber er hätte auch länger nichts darüber gelesen.

Der Abend steht voll im Zeichen des Halloween, die ganze Stadt ist voll von maskierten und verkleideten Besuchern. In allen Lokalen herrscht Hochbetrieb, selbst die Barkeeper haben ihr Outfit dem Tag angepasst und sind gar nicht wiederzuerkennen. Ich scheine der einzige Gast zu sein, der sich von diesem Fest nicht anstecken lässt.


Antigua Guatemala

Arco Santa Catalina

Arco Santa Catalina


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Wieder in Antigua

Die restliche Zeit in Antigua lasse ich langsam angehen, mache lange Spaziergänge, lese viel, steige noch einmal auf die Aussichtsplattform bei La Merced und freue mich über die grandiose Aussicht. Abends ist es manchmal etwas kühl und ich bedauere, keinen Pullover dabeizuhaben. Das Hotel kann ich zwar mit Kreditkarte bezahlen, muss aber einen kleinen Aufschlag akzeptieren. Auslandsgespräche sind von hier nicht möglich, auch mein Handy findet keine Verbindung, und so gehe ich ins benachbarte Hotel und bestätige dort meinen Rückflug. Eine freundliche Frau ist mir dabei behilflich, denn die mir genannten Telefonnummern sind falsch.


Guatemala-Stadt

in Antigua

in Antigua


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Abschied aus Guatemala

Guatemala hat mir sehr gut gefallen, schweren Herzens verlasse ich am letzten Abend das Lokal und gehe ein letztes Mal zu meiner Unterkunft. Auf dem Heimweg kommt mir eine Hotelangestellte, die gerade Feierabend gemacht hat, entgegen und verabschiedet sich herzlich von mir.

Es ist noch dunkel, als ich am nächsten Morgen mit meinem Gepäck das Zimmer verlasse. Der Portier schläft über der Eingangstür, in der ein eisenbesetztes Guckloch eingelassen ist.
Der Shuttlebus zum Flughafen kommt pünktlich und zu viert fahren wir nach Guatemala-City, wo noch zwei Hotels angesteuert werden, ohne einen weiteren Fahrgast mitzunehmen.
Nach 1 ½ stündigem Flug sind wir wieder in Mexico-City.


Mexiko-Stadt

In Mexico

Da ich tags darauf zeitig abfliege, nehme ich ein Zimmer im "Camino Real", direkt am Flughafen. Es ist zwar nicht so preiswert, dafür kann ich aber einige Taxifahrten und kostbare Zeit in den frühen Morgenstunden sparen.

Die Touristenbusse ins etwa 45 km entfernte Teotihuacán sind schon abgefahren und der Hotelportier fragt zwei Interessenten, ob ich bei ihnen im Taxi mitfahren kann. Sie möchten aber lieber unter sich sein und schließlich findet sich ein Fahrer bereit, mich für einen akzeptablen Preis zu den Ruinen zu fahren.


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Teotihuacán

Teotihuacán-Sonnenpyramide

Teotihuacán-Sonnenpyramide


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Heimat der Götter

Auch diese Anlage mit der beeindruckenden Sonnen- und Mondpyramide gehört, wie sollte es auch anders sein, zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie ist von Bergen umgeben und liegt auf einer Höhe von 2.200 m. Das Gründungsdatum wird auf 100 v. Chr. geschätzt.

Über den Ursprung ist relativ wenig bekannt, zumindest muss die Gesellschaft überdurchschnittlich hoch entwickelt gewesen sein, um solche Werke zu konstruieren.
Die Azteken konnten sich nicht vorstellen, dass die Bauten von Menschenhand errichtet worden waren und so wurde Teotihuacán, übersetzt "Heimat der Götter", für sie zur Kultstätte.
Bei beiden Pyramiden handelt es sich um Grabstätten, mit dem Bau der 70 m hohen Sonnenpyramide wurde um Christi Geburt begonnen. Zusammen mit vielen weiteren Touristen steige ich die Stufen hinauf und genieße die weite Aussicht über die Anlage.

Auf der Straße der Toten gehe ich dann weiter zur 45 m hohen Mondpyramide, bleibe aber unten. Auf der Rückseite dieses Bauwerks wachsen gewaltige Kakteen. Nach einem längeren Rundgang, am Quetzalpapalotl-Palast und am Patio de los Jaguares vorbei, steige ich wieder ins Taxi. Der Fahrer hatte während des Wartens in einem Restaurant zu Mittag gegessen und spendiert mir seinen Tequila.
Am Eingang demonstriert eine Gruppe gegen den Bau eines Wal-Marktes in dieser Gegend, und ich erinnere mich, vor Wochen darüber in der Tageszeitung gelesen zu haben.

Bevor es wieder zum Hotel geht, machen wir noch einen Abstecher zur Basílica de Nuestra Señora de Guadalupe, der bedeutendsten Wallfahrtskirche Mexicos, wenn nicht sogar Südamerikas.
Zwischen der alten Basilika und der neuen Kirche steht ein Denkmal zu Ehren von Papst Johannes Paul II.


Mexiko-Stadt

Sonnenuntergang über dem Flughafen

Sonnenuntergang über dem Flughafen


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Abschied aus Centro America

In der Hotelbar wird zeitgleich das Champions League Spiel Barcelona gegen Milan gezeigt und so verbringe ich die restliche Zeit des letzten Urlaubsnachmittages bei einigen Flaschen Bier am Fernseher. Etwas später wird das Endergebnis Werder gegen Anderlecht (5: 1) eingeblendet, und ich bin glücklich und zufrieden.
Später auf meinem Zimmer erlebe ich einen tollen Sonnenuntergang über dem Flughafen.

Am nächsten Tag geht es nach Hause. Nachdem wir in Washington neu eingecheckt sind, lehne ich mich im Flugzeug wohlig und zufrieden in meinen Sessel zurück und bestelle bei der hübschen Stewardess eine Flasche Wein.


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Autor: Horst Wehrse
Titel: Guanacos kreuzen den Weg: Reiseberichte

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