lm Fernen Osten - Goldene Tempel, Goldenes Dreieck, Mekong und mehr - Reisebericht von horst_wehrse bei triplib.

Subtitle

Short description for search engines
horst_wehrse
Mitglied seit: 06.05.2008
Reiseberichte: 72
Reisetipps: 318
Fotos: 2049
Länder: 95
Freunde: 18

Meine Reisestationen

Werbung

Weitere Inhalte

 

Laos
Alle Reiseberichte (7)
Alle Fotos (153)
 

Myanmar
Alle Reiseberichte (7)
Alle Fotos (237)
 

Thailand
Alle Reiseberichte (51)
Alle Fotos (2730)
 

47 Fotos | 5 Reisetipps | 2770 Views

Bewertung: 1 1 1 1
(Anzahl der Bewertungen dieses Berichts: 1)

Ich bin ganz ehrlich, wären die Fotos, die ich von dieser Reise mitgebracht habe, nicht fortlaufend numeriert, wüsste ich nicht mehr, welcher Tempel zu welchem Ort gehört und welcher Buddha in welcher Pagode steht. Erschlagen von den mannigfaltigen Eindrücken versuche ich eine Bestandsaufnahme.

Ziemlich genau zehn Stunden dauert der Flug von Frankfurt nach Bangkok. Der Service von Thai-Air gefällt mir, freundliche Bedienung, gute Beinfreiheit, trockener Wein und Auswahl zwischen zwei leckeren Menüs zum Abendbrot lassen die Zeit nicht lang werden.

Bangkok

WaT Pho

WaT Pho


Mehr Bilder aus Bangkok

Ankunft in Bangkok

Es regnet bei der Ankunft. Wir müssen die Uhr um fünf Stunden verschieben und in Bangkok ist es bereits früher Morgen, das Thermometer zeigt um 6.3o Uhr 27 Grad Celsius an.
Die Immigration dauert und dauert, denn die Mitarbeiterin, die für meine Warteschlange zuständig ist, wird noch eingearbeitet und als ich die Prozedur endlich hinter mir habe, liegt mein Rucksack schon neben dem Gepäckband. Viele Fluggäste bleiben im Transitbereich und warten auf den Weiterflug.

Mit dem Taxi fahre ich zu einem Festpreis in Höhe von 700 Baht ins Hotel "Stable Lodge", zentral in der Sukhumvit Road Soi 8. Ein Bekannter hatte mich auf dieses von einem Dänen geführte Hotel aufmerksam gemacht und ich hatte bereits per Internet gebucht. Das Preis-Leistungs-Verhältnis geht in Ordnung. Im Flughafen hatte ich einen Reisescheck getauscht und für einen Dollar 40 Baht bzw. für einen Euro 50 Baht erhalten.

Nach kurzer Erholungs- und Regenerierungspause fahre ich mit dem Sky Train bis zum Siam Square, esse eine Kleinigkeit und begebe mich dann per Tuk-Tuk zum Wat Pho in der Nachbarschaft zum Grand Palace. Im Zentrum zeigen viele Ampeln im Sekundentakt an, wann auf grün oder rot umgeschaltet wird.


WaT Pho

WaT Pho


Mehr Bilder aus Bangkok

An dieses älteste Kloster der Stadt, gebaut im 16. Jahrhundert, kann ich mich noch gut erinnern. Bei meinem ersten Besuch schien die Sonne und ließ alle Türme und Fassaden leuchten und glitzern, heute im Regen ist der Eindruck nicht ganz so überwältigend. Trotz der nicht gerade angenehmen Witterung verlaufen sich doch etliche Touristen und Besucher auf dem Gelände und lassen sich von den Buddhas, dem Marmor, dem Perlmutt und dem Gold in den Bann ziehen. Der 45 m lange und 15 m hohe liegende Buddha, der gerade ins Nirwana schwebt, ist ein beliebtes Fotomotiv.

Beim Weitergehen zum Königspalast signalisieren mir viele Einheimische, dass es schon zu spät und das Tor geschlossen ist. Aber ich denke, es ist eine Finte und man will mir nur einen Transport zu einer anderen Sehenswürdigkeit andrehen, und marschiere weiter. Doch tatsächlich, ein Besuch ist wegen der fortgeschrittenen Zeit nicht mehr möglich.


Blick auf Wat Arun

Blick auf Wat Arun


Mehr Bilder aus Bangkok

So gehe ich in der Stadt umher, schlendere an der Universität, am Theater und Nationalmuseum vorbei, setze mich auf eine Parkbank und freue mich auf den Abend. Einige Studenten sprechen mich etwas scheu an und bitten darum, sich mit mir fotografieren zu dürfen. Gern komme ich ihrem Wunsch nach. Bis zum Einbruch der Dunkelheit bleibe ich dann in einem Lokal am Fluss Chao Phraya mit Blick auf den Wat Arun. Bei schönerem Wetter wäre ich vielleicht hinübergefahren. Mit dem Bus geht es zurück, die Linie 508 fährt bis zur Sukhumvit Rd und hält fast genau an meiner Straße. Unterwegs beobachte ich, wie etwa 100 Frauen vor einem Kaufhaus rhythmische Tanzgymnastik betreiben.


Abends ziehe ich durch die Kneipen, eine Bierlänge bleibe ich im German Beerhouse und trinke eine Flasche Singha-Bier, im Ausschank sind aber auch Diebels, Warsteiner und Possmann-Apfelwein aus Frankfurt. Im Internet-Café freue ich mich über einen jungen Thai im Werder-Trikot, doch leider habe ich meinen Fotoapparat für einen Erinnerungsschnappschuss nicht dabei. In einem der vielen Massagesalons gönne ich mir eine Fußreflexzonenmassage. Kurz nach Mitternacht ziehen einige Männer mit einem Elefanten durch die Straßen und sammeln. In dieser Gegend ist wirklich was los: Kaufhäuser, Schneider, Wechselstuben, Internet-Cafés, Restaurants, Reisebüros und auf dem Bürgersteig Garküchen und fliegende Händler.


Wat Phra Kaeo

Wat Phra Kaeo


Mehr Bilder aus Bangkok

Am nächsten Morgen regnet es noch immer. Wieder nehme ich den Bus und fahre zum Königspalast. Eine kurze Zeit suche ich Schutz unter einem Kiosk, erblicke dann einen geschäftstüchtigen Mann und kaufe von ihm einen Regenschirm.

Am Eingang zum Palast dann wieder die gleiche Anmache. Eine Frau schickt mich zu einem anderen Tor nach links zurück, ein Mann zum Kauf des Eintritt-Tickets nach rechts. Sogleich sind findige Guides neben mir und bieten Stadtrundfahrten an. Etwas verärgert betrete ich dann das Palastgelände und eine Eintrittskarte wird erst später verlangt und verkauft.

Viele Reisegruppen, zumeist Asiaten, sind unterwegs. Permanent stehen Menschen vor Türmen und Säulen in Pose und lächeln in die Kamera. Die hier arbeitenden Fotografen machen ein gutes Geschäft.


Wat Phra Kaeo

Wat Phra Kaeo


Mehr Bilder aus Bangkok

Zunächst halte ich mich im Bereich des Wat Phra Kaeo auf, dem Tempel des Smaragdbuddhas. Auf Wandmalereien ist u. a. das Leben Buddhas nachgestellt. Dämonen und andere Fabelwesen wachen vor den Eingängen. Die goldenen Rundtürme sind von märchenhafter Schönheit.

Im Tempel des Smaragdbuddhas, der eigentlich aus Jade ist, darf nicht fotografiert werden. Die Besucher werden aufgefordert, sich hinzusetzen und Gesicht und Füße der Statue zuzuwenden. Schuhe müssen ausgezogen werden. Später habe ich bei Stadt- und Tempelbesichtigungen nur noch Badelatschen getragen, zum einen ist das Aus- und Anziehen einfacher, zum anderen tragen die Einheimischen ausschließlich dieses Schuhwerk.

Der Königliche Palast wird gerade renoviert und ein großes Gerüst verdeckt die Vorderfront. Gerade pünktlich zur Wachablösung bin ich an Ort und Stelle. Zum Schluss besichtige ich noch das Museum auf dem Palastgelände.


Blick auf den Palast

Blick auf den Palast


Mehr Bilder aus Bangkok

Auf meinem Tagesplan steht noch der Besuch des Marmortempels. Die Tuk-Tuk-Fahrer im Bereich des Palastes verlangen "horrende" Preise und ich einige mich schließlich mit einem jungen Mann darauf, dass er mich für 20 Baht hinfährt und ich ein Konfektionsgeschäft besichtige. Er erhält als Belohnung oder Provision etwas Treibstoff für sein Fahrzeug.
Eigentlich interessieren mich Modegeschäfte nicht sonderlich, aber wenn ich meinem Fahrer damit einen Gefallen tun kann, will ich gerne über meinen Schatten springen.

Vor der Weiterfahrt unterbreitet mir mein Chauffeur das Angebot, zwei weitere Geschäfte anzufahren, als Gegenleistung würde er mich noch zum Goldenen Buddha und später umsonst zu meinem Hotel fahren. Ich gehe auf seinen Vorschlag ein und er strahlt über das ganze Gesicht. Er singt beim Weiterfahren, erzählt von seiner Familie, die im Norden Thailands wohnt, haut mir auf die Knie und ruft "good for you and good for me, good business for you and me".


Marmortempel

Marmortempel


Mehr Bilder aus Bangkok

Der Marble Temple oder Marmortempel, hergestellt aus italienischem Marmor, gefällt mir. Außer meiner Person sind noch zwei oder drei weitere Besucher anwesend und beeindruckt vom strahlend weißen Gebäude.

Nach kurzer Pause in einem Schmuckgeschäft fahren wir zum Goldenen Buddha oder zum Wat Indravihan. Auch hier bin ich fast der einzige Gast. Einige Gläubige sitzen in Andacht vor den Füßen der 32 m hohen Statue.

Jetzt noch ein letzter Gang durch das Geschäft eines Treibstoffsponsors und dann kann es nach Hause gehen – so jedenfalls hatten wir es vereinbart. Aber auf einmal, wir sind gerade wieder unterwegs, fängt der Motor des Tuk-Tuks an zu stottern. Ich weiss nicht, wie mein "freundlicher" Fahrer das Fahrzeug frisiert hat, aber es springt nicht mehr an. Angeblich ist Spritzwasser von den Pfützen auf der Straße in die Leitung gekommen.
Ich bin verärgert, zücke mein Notizheft und notiere die Zulassungsnummer, in dem Moment grinst der Fahrer, gibt mir 40 Baht und empfiehlt, einen Bus oder ein anderes Taxi zu nehmen. Zähneknirschend folge ich seinem Rat, was hätte ich denn sonst schon tun können.

Viele Verkehrsteilnehmer haben einen Mundschutz umgebunden. Auf einigen Grünstreifen in der Fahrbahnmitte hat man Elefantenfiguren aus dem Heckengrün geformt.

Abends esse ich eine thailändische Suppe, die so scharf ist, dass mir Tränen in die Augen steigen. Anschließend wandere ich wieder durch die Szene und spiele Poolbillard mit Meo, die ich in einer Bar kennenlerne.


Sonstiges

Buchtipp

Titel: Travel Handbücher Thailand
Autor: Stefan Loose

Meine Bewertung

Weitere Infos
 

Sonstiges

Buchtipp

Lonely Planet - Thailand

Meine Bewertung

Weitere Infos
 

Vientiane

Goldener Buddha

Goldener Buddha


Mehr Bilder aus Vientiane

Über Nong Khai nach Vientiane

Die Busfahrt nach Vientiane kostet 950 Baht und eine Fahrkarte wird mir vom Hotel vermittelt. Mit einem Minibus werde ich von der "Stable Lodge" abgeholt und zum Busbahnhof gebracht. Ich steige als erster ein und kann den vordersten Platz oben im Doppeldeckerbus einnehmen. Vor der Abfahrt erhält jeder Mitreisende, es sind ausschließlich Touristen, eine Flasche Wasser.
Von meinem Sitz kann ich einen Blick auf das Armaturenbrett werfen und erkenne, dass der Tacho defekt ist. Ansonsten macht der Bus einen guten Eindruck, die Plätze haben genügend Abstand und jeder kann über eine Decke verfügen. Das Video, das in der ersten Zeit im Fernseher flimmert, ist mir zu brutal und so sehe ich lieber aus dem Fenster und gebe mich meinen Gedanken hin. Nach einigen Stunden machen wir eine Pause und können uns stärken. Verkäufer preisen ihre Waren mit Megafon und Mikrofon lautstark an.

Etwa neun Stunden dauert die Fahrt bis zum Grenzort Nong Khai. Über die Freundschaftsbrücke überqueren wir den Mekong und reisen ein. Das Visum für Laos kostet 30 Baht und da ich kein Foto von mir habe, sind weitere 20 Baht fällig. Es geht alles recht zügig vonstatten. Nun noch eine halbe Stunde mit dem Minibus und schon haben wir die laotische Hauptstadt erreicht. Neben mir sitzt ein junger Mann aus Bayern, er will seine Schwester besuchen, die zurzeit ein Praktikum in Vientiane absolviert.


Schüler in Vientiane

Schüler in Vientiane


Mehr Bilder aus Vientiane

Ankunft in Vientiane

Krasser kann der Gegensatz zwischen zwei Hauptstädten nicht sein. Gerade noch das Verkehrschaos von Bangkok erlebt, geht es hier gemächlich zu. Gemütlich fahre ich mit einem Tuk-Tuk zum Gästehaus "Lovan". Am Eingang muss ich meine Schuhe ausziehen.
Laos ist ein sehr armes Land, das Jahresdurchschnittseinkommen soll unter 400 Dollar liegen.

Nach einem kleinen Frühstück, es gibt leckeres Baguette, ein Überbleibsel aus der Franzosenzeit, schlendere ich durch die Straßen der mit rd. 250.000 Einwohnern größten Stadt des Landes. Nach jahrelangem Schattendasein ist jetzt nach Öffnung der Freundschaftsbrücke und Zerfall des Ostblocks wieder ein Aufbruch erkennbar.

Zunächst besichtige ich die im Zentrum befindlichen Vat Ong Teu und Vat Inpeng und orientiere mich dann zur von China gespendeten Kulturhalle.
An einem Bankschalter tausche ich einen Travellerscheck und erhalte gut 12.600 Kip für einen Euro. Münzgeld ist nicht mehr im Umlauf. Nachdem in Thailand linksspurig gefahren wird, muss ich mich hier in Laos wieder an den Rechtsverkehr gewöhnen.


Triumphbogen

Triumphbogen


Mehr Bilder aus Vientiane

Noch ein kurzer Stopp am That Dam, der Schwarzen Stupa, und dann wandere ich direkt zum Wahrzeichen der Stadt. Es ist riesig schwül und ich lege häufiger eine Pause ein und trinke eine Flasche Wasser. Noch ein paar Fotos vom Triumphbogen, dem Anousavari oder auch Patuxai, übersetzt „Siegestor“, genannt, und schon ist das That Luang, der Ehrwürdige Stupa, in Sichtweite.
Der Innenbereich ist noch geschlossen und so warte ich auf einer Mauer sitzend auf das Ende der Mittagspause und beobachte einige Schulkinder. Sie sind etwas scheu und drehen sich immer weg, wenn ich sie anspreche. Später lassen wir uns zusammen fotografieren.

That Luang ist das bedeutendste religiöse Bauwerk von Laos, es besteht aus drei Ebenen und ist bis zur Spitze 45 m hoch. Dieses Monument wurde ursprünglich Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet, in der Folgezeit durch Krieg und Blitzschlag zerstört und nach 1930 wieder restauriert. Meine Augen sind vom Gold, das in der Mittagssonne glänzt, geblendet.


That Luang

That Luang


Mehr Bilder aus Vientiane

Zurück in die Innenstadt nehme ich ein Tuk-Tuk. In einem Lokal am Mekong lege ich eine längere Verschnaufpause ein und trinke etwas. Einige europäische Touristen halten ebenfalls hier an, sie sind mit gemieteten Fahrrädern unterwegs.
Die laotische Bevölkerung kommt mir, so zumindest ist mein erster Eindruck, etwas distanzierter und ernster vor, zwar freundlich, aber weniger herzlich wie die Bewohner von Thailand.

Nun ein kleiner Spaziergang am Mekong entlang und dann am Präsidentenpalast vorbei, der jetzt Sitz des Nationalmuseums ist, und dann bin ich auch schon am Ho Phra Keo. Hier befand sich der Smaragdbuddha, den ich vor Tagen in Bangkok gesehen hatte, bevor er von den Siamesen zurückerbeutet wurde.
Dieses frühere Kloster beherbergt viele Buddhastatuen und andere laotische Kostbarkeiten. Zu meiner Überraschung treffe ich hier den jungen Mann aus Bayern wieder und wir unterhalten uns eine ganze Weile.

Meine allgemeine Stadterkundungstour beende ich am Vat Sisaket, das heute noch als Kloster fungiert. Im Wandelgang können etwa 300 Buddhastatuen besichtigt werden.


Gebirgslandschaft bei Vang Vieng

Gebirgslandschaft bei Vang Vieng


Mehr Bilder aus Vientiane

Nun wird es Zeit für das erste Beerlao, viele weitere Flaschen werden im Laufe dieses Urlaubs noch folgen. Dieses einheimische Bier schmeckt mir sehr gut.
Zurück im Hotel unterhalte ich mich mit einem älteren Türken, der schon zum fünften Mal in Laos und von dem Land ganz begeistert ist. Er liebt die Ruhe und möchte später in Nepal Tabak anbauen.

Bevor ich das Guest House verlasse, bestelle ich beim Wirt noch eine Fahrkarte für den Bus nach Vang Vieng am nächsten Tag. Dann schlendere ich wieder zum Mekong, beobachte über 100 Frauen bei der Tanzgymnastik, darunter auch einige Touristinnen, und trinke dann an einem der vielen Tische am Fluss einige Beerlao. Es herrscht eine sehr angenehme Stimmung und ich fühle mich hier richtig wohl, sicher und geborgen.

Nach dem Abendessen im Restaurant "La Terrasse" gehe ich zum Nam Phou, einer Springbrunnenanlage im Zentrum, und verbringe hier draußen vor einem Lokal den Rest des Abends. Ein Frankfurter setzt sich zu mir, er will in Bangkok seine Zähne behandeln lassen. Später gesellt sich seine Freundin zu uns, sie war eine Stunde im Massagesalon, aber nicht sehr begeistert von der Anwendung.


Vang Vieng

Gebirgslandschaft bei Vang Vieng

Gebirgslandschaft bei Vang Vieng


Mehr Bilder aus Muang Vangviang

Weiter nach Laos

Am nächsten Morgen frühstücke ich im Hotel und warte dann auf das Tuk-Tuk, das mich zum VIP-Bus zur Weiterfahrt nach Vang Vieng bringen wird. Ein gewaltiger Wolkenbruch sorgt dafür, dass einige Wege mehr einem Fluss als einer Straße ähneln.

Die Fahrt dauert etwa drei Stunden und ich genieße sie sehr. Es sind überwiegend Touristen im Bus. In jedem Ort leuchtet ein goldener That. Die Verkehrsschilder sind zweisprachig und somit auch für uns lesbar. Wir überholen Pferdefuhrwerke und Mopeds, Radfahrer und Fußgänger, viele schützen sich mit einem bunten Schirm vor der heißen Sonne.
Eine Beifahrerin auf einem Moped verschickt eine SMS, ansonsten sind Handys noch nicht so verbreitet wie in Thailand. Wir fahren durch Dörfer mit Häusern und Hütten auf Pfählen und Stelzen und sehen eine wunderschöne Gebirgslandschaft. Bauern stehen bis zur Hüfte im Wasser und bearbeiten ihr Reisfeld. Mittags sind wir am Ziel.


frische Hühnerbeine gefällig?

frische Hühnerbeine gefällig?


Mehr Bilder aus Muang Vangviang

Ankunft in Vang Vieng

Einige Schlepper stehen an der Bushaltestelle und bieten ihr Hotel oder Gästehaus an. Ich gehe einfach in eine Seitenstraße und belege ein preiswertes Zimmer im "Thavisouk GH", Bad und VAN gehören zur Ausstattung.

Anschließend spaziere ich in der heißen Mittagshitze zum Fluss Xong und ziehe es aber nach kurzer Zeit vor, eine Pause im schattigen Phoubane Riverside Guest House einzulegen. Es ist unbeschreiblich schön hier, der direkte Blick auf das Wasser, in dem einige Fischer ihr Netz versenken und auf reiche Beute warten und vor allem die Berge, eine stimmungsvolle und traumhafte Aussicht, grüne Hügel und rauhe Karstformationen, wie ich sie mir schöner nicht vorstellen könnte. Die bizarre Landschaft sieht aus wie gemalt.
Auch die Sonne lugt hervor und verleiht dem Ganzen ein besonderes Flair. Eine gute Stunde verharre ich hier und freue mich, dass ich diesen Stopp in Vang Vieng eingelegt habe und nicht weitergefahren bin.


Höhle in Pak Ou

Höhle in Pak Ou


Mehr Bilder aus Muang Vangviang

Später gehe ich zurück in den Ort und kaufe mir ein kleines Lunchpaket, Baguette und Bananen. In einem anderen Geschäft erwerbe ich Ansichtskarten und in der Post die dazugehörigen Briefmarken. Auf der Terrasse meines Hotels lege ich eine Schreibpause ein.

Gegen Abend orientiere ich mich wieder in Richtung Fluss und gehe zum etwas entfernter gelegenen Sunset Restaurant und esse Laap Gai, ein typisches laotisches Gericht, bestehend aus gehacktem Hühnchenfleisch mit Kräutern, Chili und Minze, es ist sehr lecker und in Kombination mit dem Beerlao ein ideales Abendessen.

Auch hier habe ich wieder einen wunderbaren Blick auf die Landschaft und Natur, kann zusehen, wie Boote Personen und Lasten vom anderen Ufer herüberbringen, wie Einheimische im braunen Wasser baden und sich erfrischen, aber ein Sonnenuntergang findet nicht statt, dicke Wolken verhindern dieses Schauspiel, auf das ich mich so gefreut habe. Kurze Zeit später nach Einbruch der Dunkelheit gießt und schüttet es aus allen Rohren und ich warte über eine Stunde, um halbwegs trocken nach Hause gehen zu können.

Im Ort selber ist abends nicht viel los, viele Restaurants in den Seitenstraßen sind leer, nur einige Gaststätten an der Hauptstraße sind gut besucht, von Travellern, die sich den ganzen Abend Soap-Videos reinziehen.

Vang Vieng ist bekannt wegen der vielen Höhlen in der Umgebung. Auch ich möchte gern eine davon besuchen und mache mich auf den Weg zur etwa zwei Kilometer außerhalb der Stadt auf der anderen Seite des Flusses liegenden Tham Chang. Die Überquerung der Xong-Brücke ist gebührenpflichtig. Vor dem Aufstieg, es geht immerhin über 150 Stufen hoch, warten einige Einheimische und freuen sich, mit mir ein paar Worte wechseln zu können.

Von oben hat man eine herrliche Aussicht auf die Umgebung, in der Höhle selber sind einige Figuren zu erkennen und es ist herrlich kühl. Später werden noch etliche Fotos von den laotischen Gästen und mir gemacht.

Auf dem Nachhauseweg halte ich zum Mittagessen im Restaurant vor dem Höhleneingang an. Die einheimische Bevölkerung isst den Reis mit der Hand oder verzehrt die Mahlzeit mit der Gabel in der linken und dem Löffel in der rechten Hand, ich habe mich dann dieser Gewohnheit angeschlossen.

Am Spätnachmittag gehe ich in Erwartung eines schönen Sonnenuntergangs auf die Flussinsel, aber auch heute verhindern dunkle Wolken das schöne Schauspiel und leider wird es wieder diesig. Aber was soll´s, der Ausblick ist trotzdem toll, wieder vergnügen sich viele Badende im Fluss, aber auch etliche Jugendliche beim Tubing, das hier sehr populär ist, d. h. man setzt sich in einen Autoschlauch und lässt sich von der Strömung auf dem Wasser treiben. Der Wirt eines Bierkiosks verteilt Moskito-Coiles für seine Gäste und vorsichtshalber reibe ich mich mit Autan ein. Eine Malariatablette schlucke ich jeden Morgen nach dem Frühstück.


Auf dem Weg in den Ort zurück gebe ich auf der Post meine Ansichtskarten ab und kriege zu hören, dass sie nicht ausreichend oder nur mit dem halben Wert frankiert sind. Etwas säuerlich gebe ich dem Mitarbeiter zu verstehen, dass ich den richtigen Preis, für jede Karte 7.000 Kip, bezahlt, aber nur die Hälfte der Marken erhalten habe, er müsste sich doch noch an gestern erinnern. Nach kurzer Überlegung verspricht er, die Sache in Ordnung zu bringen.

Beim Gang durch die Straßen fällt mir auf, dass ich eigentlich nur relativ junge Menschen sehe, das durchschnittliche Lebensalter soll derzeit 53 Jahre betragen. Alte Leute oder Greise sind mir nicht aufgefallen.
Ein Tuk-Tuk-Fahrer hat eine Hängematte in seinem Fahrzeug aufgehängt und wartet darin gemütlich auf Kundschaft. Viele Tischoberflächen sind mit einem Schachbrettmuster geschmückt, ich habe aber selten gesehen, dass sich Passanten diesem Spiel hingeben.

Später während des Abendessens regnet es so stark, dass ich zwei Mal den Tisch wechseln und weiter ins Lokal hineingehen muss. Gewaltige Donnerschläge und starke Blitze durchdringen den Abend, trotzdem sind einige Mopedfahrer noch unterwegs. Die Wirtin bietet mir später einen Schirm an, aber ich lehne dankend ab, die kurze Strecke bis zum Guest House werde ich auch ohne schaffen. Später sehe ich, dass selbst mein Bett an der Fensterseite nass geworden ist.

Die Busfahrt nach Luang Prabang dauert 6 ½ Stunden, etwa 230 km sind zu bewältigen.
Rinder und Schweine laufen auf der Straße, Ziegen grasen am Weg. Die Menschen in den Dörfern verrichten ihre Morgentoilette am Dorfbrunnen oder an einer Bergquelle, auch hier sind die meisten Häuser wieder auf Stelzen errichtet.
Kinder winken uns zu, aber nicht mit „hello“, sondern mit dem heimischen "sabai dii", wer weiß, wie lange noch.

Unterwegs legen wir vier Pausen ein, an einer Raststätte werden geröstete Hühnerbeine verkauft, ein Mitfahrer meint, dass sie sehr wohlschmeckend und nahrhaft sind.
Wir fahren fast nur auf Serpentinen Berge hinauf und hinunter, in der Ebene arbeiten Bauern in ihren Reisfeldern und es ist eine schöne und interessante Fahrt.


Sonstiges

Buchtipp

Titel: Travel Handbücher Laos
Autor: Stefan Loose

Meine Bewertung

Weitere Infos
 

Luang Prabang

Vat Xieng Thong

Vat Xieng Thong


Mehr Bilder aus Luang Prabang

Luang Prabang

Das "Tum Tum Cheng Guest House" ist meine nächste Bleibe, ausgestattet mit Aircondition, aber rechtfertigt das den siebenfach höheren Preis im Vergleich zur Unterkunft in Vang Vieng? Zumindest liegt es sehr günstig und ein Regenschirm steht ebenfalls zur Verfügung. Der nicht sehr gut Englisch sprechende Mitarbeiter meint, dass ich die Übernachtungen mit Kreditkarte bezahlen kann, später stellt sich heraus, dass dies trotz Hinweisen im Foyer nicht der Fall ist und er mich auch gar nicht verstanden hat.

Aber nun auch genug der Kritik, denn in Luang Prabang, der früheren Hauptstadt des Landes, habe ich mich sehr wohl gefühlt und ich könnte mir vorstellen, dass dieser Ort in Zukunft eine wichtige Rolle in der touristischen Szene von Laos spielen wird.

Im letzten Licht der Abendsonne besichtige ich die Hauptattraktion des Ortes, Vat Xieng Thong, gelegen auf der Halbinsel am Zusammenfluss von Mekong und Nam Khan. Die 17 Spitzen auf dem Dach des 1560 erbauten königlichen Klosters glänzen im Abendlicht. Nur einige Besucher sind unterwegs. Besonders beeindruckt hat mich das überlappende Dach und das Portal, aber auch die goldene Begräbniskapelle.

Das eigentliche touristische Leben findet abends in der Sisavangvong Rd statt. Hier gibt es Reisebüros, Internet-Cafés, Restaurants und andere gastronomische Betriebe, so dass die Reisenden keine Versorgungs- oder Unterhaltungsprobleme haben. In einem der Büros kaufe ich mir ein Ticket für die Bootsfahrt nach Pak Ou und anschließend esse ich draußen. Der Ober meint, dass ein Moskitoschutz durchaus angebracht sei.

Bei Einsetzen der Dunkelheit wird ein großer Teil der genannten Straße zum Nachtmarkt umgebaut. Nach kurzem Feilschen erwerbe ich hier einige Souvenirs. Was wird hier nicht alles angeboten, Kleidung, schöne farbige Decken, Stoffe, Geschenkartikel, Schnitzereien, Taschen, Umhängebeutel usw.


Später treffe ich einen Schweizer, der schon seit neun Monaten auf Tour ist. Wir unterhalten uns bis zur Sperrstunde und kurz vor Schluss kommen noch zwei Bekannte von ihm, ein Paar aus Italien, dazu.
Es ist ein geselliger, interessanter und spannender Abend und ich genieße es, zu hören, wie es heute in Ländern oder Städten, die ich vor Jahren bereist habe, aussieht. So unterhalten wir uns über Kambodscha und Bali, über die Terracotta-Armee in Xian und die Cu Chi-Höhlen bei Saigon, über Neuseeland und Australien. Hier durfte er allerdings, im Gegensatz zu den meisten europäischen Travellern, nicht arbeiten, da ein entsprechendes bilaterales Abkommen zwischen den beiden Ländern nicht besteht. Das beste Essen wurde ihm in Brasilien serviert, so hat jeder seine individuellen Eindrücke.

Das Paar aus Italien hatte in Nordlaos eine Übernachtung zum Preis von einem Dollar, aber auch zwei Ratten im Zimmer inklusive. Sie beschweren sich beim Wirt, er kommt mit einer Schaufel, tötet die beiden Tiere, und wünscht eine gute Nacht.

Von anderen Reisenden hatten sie gehört, dass es bei der Busfahrt von Vang Vieng nach Luang Prabang zu Zwischenfällen gekommen sei, gelesen hatte ich auch schon davon.


Tham Ting - die Höhlentempel

Am nächsten Morgen decke ich mich auf dem Straßenmarkt mit Baguette und Wasser ein und dann fährt das Boot auch schon los, wir sind etwa acht Touristen. Nach kurzer Fahrt halten wir an einer Tankstelle auf einem Schiff an und füllen Treibstoff nach, dann geht es weiter auf dem Mekong. Nach rd. 1 ½ stündiger Fahrt erreichen wir die Höhlen von Pak Ou, sie sind etwa 25 Kilometer von Luang Prabang entfernt.

Die Höhlentempel, auch Tham Ting genannt, sollen ebenfalls im 16. Jahrhundert gegründet worden sein, sie gelten als eine der wichtigsten buddhistischen Kultstätte und sind nur per Boot zu erreichen. Viele Hundert Buddhastatuen aus Eisen, Holz oder Bronze in allen Größen wurden im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte von Pilgern geopfert. Die meisten sind in der für Laos typischen Regenanrufungspose.

Eine weitere Höhle befindet sich 200 m höher und so ist wieder einmal das Klettern angesagt. Oben angekommen spricht mich ein Mann auf meinen Werder-Beutel an, er ist Norweger und kennt dem Namen nach Rune Brathset. Seine asiatische Frau verschenkt Zuckerrohr.
Angeblich hat man sich früher mit dieser Pflanze in Asien die Zähne geputzt.

Einige andere Gesichter kommen mir bekannt vor, kurze Zeit unterhalte ich mich mit einem älteren Deutschen, den ich schon vorher in Vientiane und Vang Vieng gesehen hatte. Am nächsten Morgen wird er auf einem Speed-Boot unser Slow-Boot überholen und einige Tage darauf werde ich ihn in Chiang Mai in Begleitung einer charmanten Thailänderin wiedersehen.

Auf dem Rückweg beobachte ich einige Männer, die am Ufer einen dicken Baum durchsägen, hier ist Knochenarbeit angesagt, denn eine Motorsäge steht nicht zur Verfügung.
Später legen wir noch an einem Dorf an und können sehen, wie Reisschnaps in einer Tonne destilliert wird, eine Trinkprobe gehört natürlich dazu, vom Kauf dieses Alkohols sehe ich aber ab.
Die Boote werden am Ufer an Bambusstangen festgebunden.


Ho Phra Bang

Ho Phra Bang


Mehr Bilder aus Luang Prabang

Nachmittags besteige ich den Hausberg Phousi und schaue mir den goldenen That Chomsi auf dem Gipfel an. Man hat oben eine herrliche Aussicht auf den Ort und auf den Nam Khan. Auf dem Rückweg komme ich am liegenden Buddha und an einem Schrein mit einem Fußabdruck von Buddha vorbei, erkannt habe ich aber, um ehrlich zu sein, nicht viel.
Einige Frauen schimpfen mich aus, als ich es, wieder unten angekommen, ablehne, ihnen Blüten abzukaufen.

Danach setze ich meine Besichtigungstour fort und bin begeistert vom Museum im alten Palast und von dem innen und außen wunderschönen glänzenden Ho Phra Bang.

Später auf dem Heimweg komme ich noch an anderen Vats vorbei, die ich hier aber nicht alle namentlich aufführen möchte. Vor einem dieser sakralen Bauten wird ein großer Sarkophag restauriert oder hergestellt. Meist halten sich junge Mönche im Hof auf und ich unterhalte mich gern mit ihnen. Sie sprechen meistens ein sehr gutes Englisch.

Unterwegs treffe ich meinen Schweizer Freund wieder, er sitzt hinten im Tuk-Tuk und ist auf dem Weg zum Wasserfall in der näheren Umgebung. In einem Reisebüro kaufe ich eine Fahrkarte für die Bootsfahrt nach Pakbeng. Kinder vergnügen sich auf der Straße mit einem schönen Spiel, sie werfen mit ihren Sandalen auf ein Kartenspiel und stellen sich äußerst geschickt dabei an. In der Nähe meines Hotels kehre ich noch in ein Café ein und entspanne mich bei einem ausgezeichneten Espresso.

Abends schlendere ich wieder über den beleuchteten Markt und kaufe etwas Verpflegung für den nächsten Tag, Kekse, Bananen und Litschis, die hier aber anders heißen.
Kleine ausgemergelte Katzenkinder warten darauf, dass für sie etwas abfällt.

Nach dem Abendessen bleibe ich im selben Lokal und sehe mir das Spiel ManU gegen Manchester City an. Zur Halbzeit gegen 22.oo Uhr kommt der Kellner mit der Rechnung und möchte kassieren. Die englischen Gäste verstehen die Welt nicht mehr, sie hätten sich das Match gern bis zu Ende angesehen und natürlich dementsprechend Umsatz gemacht, andere Länder – andere Sitten.

Noch etwas bierdurstig mache ich mich auf den Heimweg und treffe, welch ein Glück, auf den Schweizer und das Paar aus Italien, und eine Getränkebestellung wird in diesem Lokal auch noch angenommen.
Der Ausflug zum Wasserfall war nicht so berauschend, der Bekannte aus der Schweiz hätte für den Rest der Strecke noch ein Boot nehmen müssen und das war aus Gründen, die er nicht verstanden hat, zu diesem Zeitpunkt nicht möglich.

Mit dem Tuk-Tuk fahre ich am nächsten Morgen zur Bootsanlegestelle und gebe mein Ticket ab, hier direkt hätte die Fahrkarte einen Dollar weniger gekostet.


Pakbeng

auf dem Mekong

auf dem Mekong


Mehr Bilder aus Muang Pakbèng

Auf dem Mekong nach Pakbeng

Das Schiff, ein so genanntes Slow-Boat, ist voll, sehr viele einheimische Mitreisende, aber auch Touristen aus England, Malta und der Schweiz, dazu jede Menge Gepäck.

Punkt 9.oo Uhr verlassen wir Luang Prabang und schippern erst nördlich, dann später in westlicher Richtung den Mekong entlang. Natürlich kommen wir auch an der Pak Ou-Höhle vorbei.
Die Fahrt ist sehr entspannend, ich lese, schlafe, sehe mir die Landschaft an und unterhalte mich mit den Mitreisenden, die teils schon länger zusammen unterwegs sind.

Der junge Mann aus Malta ist seit drei Jahren auf Tour, er schreibt für eine Zeitung und möchte seine Erlebnisse später in einem Buch veröffentlichen. Die zurzeit mit ihm reisende Frau aus England ist insgesamt für zwei Jahre unterwegs. Ihre Vorfahren kommen aus Pakistan und sie träumt davon, dieses Land zu besuchen. Der Schweizer, der sich dieser Gruppe angeschlossen hat, will sich später mit Freunden auf Bali treffen.

Alle drei, auch die anderen Touristen auf dem Schiff, waren vorher in Kambodscha und die meisten von ihnen auch in Vietnam. Dies scheint momentan ein gängiger touristischer Trampelpfad zu sein.

Gegen Mittag greifen die laotischen Mitreisenden zu ihren Verpflegungstüten und machen sich eine Suppe, den Reis essen sie mit der Hand dazu, meine Mahlzeit besteht aus trockenem Brot und Bananen. Den ganzen Tag über ist es diesig. Trotz der Regenzeit scheint der Mekong nicht sehr viel Wasser zu führen, denn wir fahren mal rechts und mal links und ich habe den Eindruck, dass der Kapitän immer bemüht oder vielmehr gezwungen ist, in der Fahrrinne zu bleiben.

Insgesamt legen wir viermal an, bei der letzten Haltestelle verlassen die meisten Fahrgäste das Boot und auch die mitgeführten Säcke, Kisten und Kartons werden ausgeladen und ans Ufer getragen. Danach werden wir gebeten, auf bestimmten zugewiesenen Plätzen zu bleiben, damit das Schiff keine Schlagseite erhält. Die Besatzung hat einige Mühe, bis wir endlich wieder Fahrt aufnehmen können. Jetzt, nachdem die Ladung von Bord ist, sehen wir auch, dass ein Kühlschrank vorhanden ist und Beerlao verkauft wird. Mit einer Flasche Bier in der Hand legen wir das letzte Stück der Fahrt zurück.


auf dem Mekong

auf dem Mekong


Mehr Bilder aus Muang Pakbèng

Ankunft in Pakbeng

Nach 9 ½ Stunden erreichen wir Pakbeng und sind am Ziel. Wieder ist nur ein schmales Brett zwischen Schiff und Ufer gelegt und ich bin froh, trockenen Fußes an Land zu kommen. Es ist schon dunkel und so strebe ich das erstbeste Guest House an und bleibe für eine Nacht in der "Villa Salika", zwei Minuten vom Anleger entfernt.

Nach dem obligatorischen Spaziergang durch den Ort gehe ich zum Essen in ein Restaurant und werde an einen Tisch verwiesen und, welch Zufall, mein Tischnachbar ist ebenfalls aus Deutschland.
Er hatte die umgekehrte Tour in Thailand gebucht und ist auf dem Weg nach Luang Prabang. Auf seiner Strecke sind mindestens doppelt so viele Touristen unterwegs.

Später, auf der Terrasse eines anderen Lokals, treffe ich zwei Engländer, die mit mir auf dem Schiff waren, und trinke mit ihnen einige Flaschen Bier. Zwischendurch kommen Einheimische und bieten Opium an.
Alex aus London, sein Vater ist aus Sambia, reist ebenfalls schon ein paar Monate durch Asien und erzählt mir seine Erlebnisse. Er ist ein sehr sympathischer Typ und wir verleben einen vergnüglichen Abend.

Der Strom bzw. der Generator ist schon ausgeschaltet, als ich das Hotel betrete, Kerzen auf dem Flur zeigen mir den richtigen Weg. Im Zimmer zünde ich auch erst einmal eine Kerze an und suche dann meine Taschenlampe. Glücklicherweise funktioniert die Toilettenspülung noch.

Punkt 6.oo Uhr am nächsten Morgen beginnt der Generator zu arbeiten und erleichtert stelle ich den Ventilator an.
An der Anlegestelle kaufe ich den Fahrschein und ein wenig Verpflegung. Ganz allmählich treffen auch die anderen bekannten Mitreisenden ein und wieder dürfen wir uns auf einem schmalen Brett auf das Schiff jonglieren. Über 10 Männer hieven ein schweres Maschinenteil auf den Bug unseres Bootes, wir müssen uns wieder nach Anweisung hinsetzen, heute haben wir mehr Platz, denn wir sind erheblich weniger Passagiere und auch die Fracht ist wesentlich geringer als am Vortag.


Houay Xai

auf dem Mekong

auf dem Mekong


Mehr Bilder aus Houay Xai

Weiter nach Houay Xai

Wieder sind wir über neun Stunden unterwegs und sehen braunes Wasser und grüne Gebirgs- und Waldlandschaft. Heute überholen uns mehr Schnellboote. Irgendwo habe ich gelesen, dass eine Fahrt mit diesem Transportmittel gefährlich sein kann und es schon häufiger Unfälle mit Todesfolge gegeben hat. Das Wetter ist angenehmer und am Nachmittag lässt sich sogar die Sonne blicken und überrascht uns abends mit einem wunderschönen Untergang. Das braune Mekongwasser wird glutrot gefärbt.

Es dunkelt bereits, als wir in Houay Xai ankommen. Ein geschäftstüchtiger Mann versichert uns, dass die Grenze nach Thailand nur bis 18.oo Uhr offen sei und er uns ein preiswertes Hotel anbieten könne. Gesagt getan, was bleibt uns auch übrig und so checken wir für eine Nacht im "Chaleunshine GH" ein.

Der eigentliche Ort befindet sich einen Kilometer von der Unterkunft entfernt und so mache ich einen kleinen Spaziergang und gehe in ein Internet-Café, um nachzusehen, ob mir jemand geschrieben hat. Aber trotz aller Bemühung der Mitarbeiterin kriege ich keinen Anschluss und so laufe ich ein Stück weiter zu einem Hotel, das diesen Service ebenfalls anbietet. Hier funktioniert es. Die Preise sind hier am Grenzort auch in Baht ausgezeichnet.

Später kehre ich in ein Gartenrestaurant ein und treffe hier auf meine anderen Reisebegleiter. Wir essen zusammen und verleben einen lustigen Abend. Alex erzählt, sein Onkel aus Sambia hätte in England auch die Hühnerbeine gegessen, weil es in seiner Heimat so üblich ist. Da fragt ihn jemand, was er denn den Hunden so gibt. "Fish ´n Chips" lautet die spontane Antwort.

Mit einer anderen Engländerin spreche ich viel über die deutsche Wiedervereinigung und über Berlin, den Namen Bremen hatte sie vorher noch nicht gehört.

Gemeinsam gehen wir ins Hotel zurück, Geckos rufen im Schatten der Nacht.
Elektrischer Strom ist in der Unterkunft vorhanden.


Chiang Mai

Unterwegs nach Chiang Mai

Am anderen Tag kaufen wir im Guest House ein Ticket für die Fahrt nach Chiang Mai im Minibus, es ist recht preiswert und schließt den Transport zur Grenze und die anschließende Mekongüberquerung mit ein. Bei der Einreise sind 3 Baht zu entrichten. Ein Pick Up bringt uns zu einer Pension in Chiang Khong und nach kurzer Zeit setzt sich der Bus in Bewegung. Wir sind außer dem Fahrer zu viert im Wagen, die anderen Mitreisenden wollten mit dem Linienbus nach Chiang Rai.

Jetzt sind wir also im Goldenen Dreieck, bekannt und berüchtigt wegen des Rauschgiftschmuggels. Angeblich wird in dieser Region 75 % des weltweit im Umlauf befindlichen Opiums geerntet.
Repräsentiert wird dieses Gebiet durch die Stelle, wo der Mae Sai Fluss in den Mekong mündet. Souvenirs und Kurztrips nach Laos und Myanmar werden angeboten, aber da ich eh beide Länder intensiver besuche, unternehme ich keine Anstrengungen, diesen Ort anzusteuern.

Die Fahrt nach Chiang Mai gefällt mir, wir sind etwa fünf Stunden einschließlich einer längeren Lunchpause unterwegs. Wieder fahren wir durch eine herrliche Gebirgslandschaft und wieder kommen wir an schönen glänzenden Vats vorbei. Alex meint unterwegs, sein schönstes Urlaubserlebnis sei der Tubing-Tag auf dem Fluss in Vang Vieng gewesen.

Unsere Fahrt endet in Chiang Mai vor dem "Namkhong GH" und des Suchens müde nehme ich mir hier ein Zimmer für die nächsten Tage.


In Chiang Mai

An einem Bankschalter in der Nähe des Hotels wechsele ich wieder einmal einen Travellerscheck und hole mir dann Informationen über die Weiterreise nach Myanmar. Eigentlich wollte ich einen Flug zur Hauptstadt Yangon, denn bei der Visabeantragung hatte ich ein bestimmtes Hotel als dortige Adresse angegeben und diese Anschrift steht auch auf meinem Einreisezertifikat. In allen Reiseführern, auch auf den Internetportalen, wird die Einreise und die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Immigrationsbeamten sehr kritisch beschrieben.
Aber dieser Flug ist erst in fünf Tagen möglich und für mich zu spät, also entschließe ich mich, zuerst nach Mandalay zu fliegen, wird schon irgendwie funktionieren. Ein kleines flaues Gefühl im Magen kann ich aber nicht verhehlen.

Nun aber zu Chiang Mai, die Stadt hat über 170.000 Einwohner und wird auch "Rose des Nordens" genannt. Auch hier statte ich den bekanntesten Wats einen Besuch ab. Einige Reisebekanntschaften hatten mir nahegelegt, unbedingt den Doi Suthep Tempel zu besichtigen.
Gern komme ich dieser Empfehlung nach und fahre mit einem sogenannten "Roten Taxi" zum Kloster hinauf. Das Wat liegt auf einer Höhe von 1.080 m und ist etwa 16 km von Chiang Mai entfernt. Die Lache des Taxifahrers erinnert mich an Witzfilme, in denen Asiaten mitgespielt haben.

Hier ist was los, etliche Besucher, zumeist Einheimische, warten vor der Zahnradbahn auf Einlass. Der Besuch ist wirklich sehr lohnenswert und ich bin froh, den Rat angenommen zu haben. Leider ist es sehr diesig und später regnet es auch noch, sonst hätte man sicherlich von der Balustrade einen interessanten Blick auf die Umgebung gehabt.

In der Stadt treffe ich einige Reisende wieder, die ich auf dem Mekong kennengelernt hatte. Wir trinken etwas zusammen und tauschen unsere Erlebnisse aus. Sie sind, genau wie ich, sehr angetan von Chiang Mai.

Abends gehe ich meist auf den Nachtmarkt und schlendere an den Auslagen vorbei. Auch Bewohner der Bergregionen, in traditionelle Gewänder gekleidet, verkaufen ihre Waren hier. In der Nähe befinden sich viele Restaurants und Kneipen. Massagesalons buhlen um Kundschaft und ich gönne mir einmal eine Fuß- und ein anderes Mal eine Ganzkörpermassage. In den Bars werde ich, wie auch in Bangkok, von den Frauen zum Poolbillard aufgefordert und komme der Einladung gerne nach. Wir spielen immer um ein Getränk und wenn es auch vorher so aussieht, als sei ich ein ebenbürtiger Gegner, habe ich doch nie ein Spiel gewinnen können.

Einige Biere trinke ich im Chiang Mai Saloon, hier verkehren fast nur Westeuropäer und fortlaufend werden Musikvideos gezeigt. Am letzten Abend komme ich wieder in dieses Lokal und der Wirt legt ein Video von den "Who" auf, das vielleicht vor zehn Jahren aufgenommen worden war. Ein Engländer bemerkt mein Interesse und wir kommen ins Gespräch. Als ich ihm erzähle, dass ich diese Band in den Neunzigern in Deutschland live gesehen habe und Pete Townsend immer noch die gleiche für ihn typische Schlagbewegung beherrscht, kommen ihm vor Rührung die Tränen.

Einen Besuch des "Löwenbräu", wo ein Thai in Bayerntracht die Gäste hereinbittet, verkneife ich mir. Beim Abendessen im "Oriental Garden" werden zwei Moskito Coiles unter den Tisch gestellt. Vor- und Nachspeise werden auch hier zugleich serviert.
Auf dem Nachhauseweg verlaufe ich mich etwas im Gewühl der Gassen und fahre mit einem Tuk-Tuk heim.

Leider heißt es am darauffolgenden Tag Abschied nehmen. Schade, Chiang Mai hat mir gefallen und ich wäre gern noch ein paar Tage hier geblieben und hätte auch gern noch einige Ausflüge in die nähere Umgebung gemacht.

Mit zwei Italienerinnen, die im selben Hotel wohnen, nehme ich ein Tuk-Tuk und fahre zum Flughafen. Mein Rucksack wird hinten ans Fahrzeug gebunden. Ein Paar, das ich im Bus nach Vang Vieng kennengelernt habe, checkt gerade ein und wir schließen nicht aus, dass wir uns später in Myanmar noch einmal treffen werden.

Im Flughafen müssen wir noch eine geraume Zeit warten und die beiden Italienerinnen verschwinden einige Male in den stickigen, verqualmten und ungemütlichen Raucherraum, ich passe derweil auf ihr Gepäck auf. Eine Moschee und ein Massagesalon stehen den Fluggästen ebenfalls zur Verfügung.


Mandalay

Sonnenuntergang im Reisfeld

Sonnenuntergang im Reisfeld


Mehr Bilder aus Mandalay

Mit Mandalay Air nach Mandalay

Nun beginnt also die vermeintlich nervenaufreibende Einreise. Wir sind die einzigen Fluggäste und verirren uns in dem etwas dunklen Gebäude. Die Grenzbeamten, allesamt in weißer Uniform, lächeln uns an. Endlich bin ich an der Reihe, der Mann schaut auf meinen Pass und das Visum und bittet mich dann, zum nächsten Schalter zu gehen. Hier wird das Einreisedokument geprüft, nach dem geplanten Hotel in Mandalay gefragt und schon ist die Prozedur vorbei. Nicht länger als fünf Minuten hat sie gedauert und ich hatte einen solchen Respekt. Eingeführtes Geld braucht erst ab einer Menge von 2.000 US-Dollar deklariert zu werden.

Das Taxi, das uns ins Zentrum der früheren burmesischen Hauptstadt und letzten Königsstadt (rd. 1 Mio. Einwohner), dem religiösen und kulturellen Mittelpunkt des Landes, bringt, kostet 10 Dollar, es sind immerhin über 30 km zu fahren. Hier in Myanmar oder, wie man früher sagte, Burma und Birma, fahren die Autos ebenfalls auf der rechten Seite, aber, und das erstaunt mich sehr, der Fahrer sitzt ebenfalls rechts.

Da die italienischen Frauen meinen, ich solle vorn sitzen, kann ich dem Chauffeur immer signalisieren, wann er zum Überholen ansetzen kann. Eine kurze Zeit nutzen wir die Autobahn Mandalay – Yangon und erreichen immerhin eine Geschwindigkeit von 60 km/h.

Die hier lebenden Menschen erscheinen mir dunkelhäutiger. Fast alle Männer, aber auch viele Frauen, sind mit einem landestypischen Wickelrock bekleidet, dem longyi. Wir überholen Ochsenkarren, kommen an Rinderherden vorbei und hören eine Marschkapelle bei der Einweihung einer neuen Brücke. Die Straße ist voller Radfahrer und an der Seite stehen etliche Polizisten.

Im "AD-1 Hotel" checken wir ein. Es liegt sehr zentral in der Nähe der Eindawya-Pagode und verfügt über eine schöne Dachterrasse, auf der ich abends lese und den Gebeten der Mönche lausche.

Doch jetzt beim Belegen des Zimmers ist es gar nicht so gemütlich, der Generator wird erst in einigen Stunden angestellt und es ist dunkel, heiss und stickig. Dafür kann ich hier aber Bargeld tauschen und erhalte für einen Dollar 1.000 Kyat. Ein Zwangsumtausch, wie er auch heute noch bei verschiedenen Internetreiseführern angekündigt wird, ist nicht mehr nötig. Allerdings ist noch die Touristenwährung FEC, dem US-Dollar angepasst, im Umlauf, ich persönlich habe aber keinen dieser Scheine in den Händen gehabt.
Bis zum Einbruch der Dunkelheit möchte ich noch erste Eindrücke sammeln und gehe deshalb zur genannten Pagode, es sind nur ein paar Schritte. Ein etwas aufdringlicher Mann begleitet mich eine Weile. Später fahre ich mit einem Tuk-Tuk zum Restaurant "Mann" und esse zu Abend. Hier wird Mandalay-Bier verkauft, es schmeckt gar nicht schlecht und ich nehme etwas Vorrat mit ins Hotel.

Abends ist nicht viel los, abgesehen von den reichlich vorhandenen Teestuben, die aber auch nach 20.oo Uhr schließen. So sitze ich denn auf der Dachterrasse, trinke den mittlerweile warm gewordenen Gerstensaft, lese und sehe zu, wie die behenden Geckos an der Wand klebend mit ihrer flinken Zunge nach Insekten schnappen.


Sousou

Sousou


Mehr Bilder aus Mandalay

Mit Sousou durch Mandalay

Nach einem tollen Frühstück mit Eiern, Marmelade und frischem Obst, wiederum auf dem Dachgarten, frage ich den Wirt nach Möglichkeiten einer Stadtbesichtigung und er empfiehlt mir eine Rundfahrt mit dem Tuk-Tuk, es kostet für sechs Stunden lediglich 10 Dollar, egal ob für eine oder mehrere Personen.

Gesagt, getan, Sousou, wahrscheinlich wird der Name anders geschrieben, ist für die nächsten Stunden mein Stadtführer und er hat seine Sache wirklich gut gemacht. Im wirklichen Beruf ist er Trishaw-Fahrer und wohnt 15 km außerhalb der Stadt. Diese Strecke muss er täglich außer seinen Dienstfahrten zweimal mit dem Fahrrad zurücklegen.


Sule-Pagode

Sule-Pagode


Mehr Bilder aus Mandalay

Bei einem Betrieb, der Blattgold herstellt, halten wir zum ersten Mal an, wahrscheinlich ist es mittlerweile Usus, dass Touristen einheimische Manufakturen besichtigen und ich finde es auch nicht uninteressant, aber immer habe ich das Gefühl, irgendwie zum schnellen Einkauf manipuliert zu werden.

Eine junge Dame erklärt mir die einzelnen Produktionsphasen und ich schaue den starken Männern, die das Material mit schweren Hammerschlägen bearbeiten, zu. Eine im Wasser schwimmende Eieruhr zeigt den Schichtwechsel an.

Nur einige Minuten später, bei der Mahamuni-Pagode, kann ich erkennen und beobachten, wie das Gold verwendet wird. Die Mahamuni-Statue wird von den Gläubigen über und über mit diesem Blattgold bedeckt, man schätzt, dass bisher schon mehrere hundert Kilogramm aufgetragen wurden. Sousou erklärt mir, dass Maha mit "great" und muni mit "image" übersetzt wird.


Dieses Bauwerk zählt zusammen mit der Shwedagon-Pagode und dem Goldenen Felsen zu den meistverehrten Pilgerorten in Myanmar. Souvenirs und Devotionalien werden in den umliegenden Passagen verkauft. Ich habe einige Probleme mich hier zu bewegen, denn es hat geregnet und die Marmor- oder Fliesenwege sind spiegelglatt. Kinder und Bettler halten ihre Hände auf.

Nach dem Besuch einer Marionettenwerkstatt, die für Burma typisch ist, fahren wir aus der Stadt hinaus und orientieren uns in Richtung Südwest nach Amarapura. Zunächst halten wir an der Pahtogawgyi-Pagode und nehmen dann Kurs auf die U Bein-Brücke, sie ist mit 1,2 km die angeblich längste Teakholzbrücke der Welt. Vor einigen Monaten soll sie unter Wasser gestanden haben. Auch hier wird um eine milde Gabe gebeten.

Am anderen Ende erhebt sich die Kyautawgyi-Pagode. Wieder bin ich der einzige Tourist und viele Menschen drehen sich nach mir um. An beiden Seiten der Brücke stehen Männer bis zur Brust im Wasser und angeln. Ein kleines Mädchen begleitet uns die ganze Zeit und will mir etwas verkaufen, ich sage ihr gleich, dass ich mit Kindern keine Geschäfte mache, aber sie lässt sich nicht beirren und erzählt mir, dass sie nicht zur Schule geht, weil hier mehr zu verdienen ist. Im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern ist der Alphabetisierungsgrad relativ hoch, aber sehr unterschiedlich zwischen Frauen und Männern und zwischen Stadt- und Landbevölkerung.

Sousou erzählt mir, dass in Mandalay etwa 300.000 Mopeds chinesischer Herkunft fahren, sie kosten 500,- bis 800,- USD und sind bei weitem nicht so teuer wie die Produkte aus Japan. Dafür sollen sie aber wesentlich häufiger in Unfälle verwickelt sein.

Dann geht es in die Stadt zurück, vorbei an angepflockten Schweinen, vorbei an Brunnen, aus denen die Landbevölkerung Wasser schöpft und Körperpflege betreibt.
Auf einem kleinen Markt werden u. a. in Käfig gehaltene Vögel verkauft und ich hätte Gelegenheit, diesen Tieren in die Freiheit zu verhelfen, aber es wird gemunkelt, dass sie nach kurzem Flug zu ihrem Verkäufer zurückkehren. Viele Frauen haben ein bestimmtes Make up, die Thanaka-Paste, hergestellt aus feingeriebener Rinde des Sandholzbaumes, aufgelegt, die Kosmetik kühlt außerdem und schützt vor der Sonne. Wieder andere Damen rauchen eine Zigarre, die cheroot.

Zurück in der Stadt fahren wir zuerst zu einem Reisebüro und ich erkundige mich nach Flügen nach Bagan und von dort nach Yangon. Aber die Abflugzeiten sind ungünstig und so muss ich schweren Herzens die Pagodenfelder von Bagan von meinem Wunschzettel streichen und entscheide, mit dem Zug in die Hauptstadt zu fahren. Deshalb begeben wir uns anschließend zum Bahnhof und dort kaufe ich eine Fahrkarte für die Upperclass. Der Bahnbeamte bittet um meinen Pass und füllt dann die Fahrkarte sorgfältig aus.

Glücklicherweise erklärt er mir Wagen- und Sitznummer, denn ich kann weder Zahlen noch Buchstaben der burmesischen Schrift lesen. Manchmal fällt es mir aus diesem Grund auch schwer, mich draußen zu orientieren.

Nun besichtigen wir noch die Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt und beginnen beim Königspalast. Am Eingang wird eine Gebühr fällig, berechtigt mich aber auch, die beiden nächsten Anlaufpunkte zu besichtigen. Das Gelände ist von Mauern und Wassergräben umgeben und man spricht von einer Stadt in der Stadt. Die Armee hat hier ebenfalls einen Stützpunkt.

Im Inneren ist eine Kopie des Löwenthrons zu sehen, das Original befindet sich im Museum in Yangon. Die Königin und die Konkubinen waren in separaten Gemächern untergebracht. Es heißt, dass König Mindon mit 49 Frauen 53 Söhne und 60 Töchter gezeugt haben soll. Vom Wachturm, der früher nur der Königsfamilie vorbehalten war, hat man einen guten Überblick. Soldaten habe ich nicht gesehen. Nachts soll dies ein begehrter Platz für Liebespaare sein.


Auf dem Weg zum Taxi, ein 15 Jahre alter Mazda, der wohl auch dem Fahrer gehört, winkt mich ein junger Mann heran. Er schöpft gerade Wasser aus einem Brunnen, mitten in der Stadt, um sich zu waschen und lässt mich in sein "Badezimmer" sehen.

Dann fahren wir ein Stück weiter zur Kuthadow-Pagode und besichtigen "das größte Buch der Welt". Auf 729 Marmortafeln ist die Lehre Buddhas verewigt, Sousou meint, man würde 450 Tage benötigen, um alles zu lesen. Am Schluss dieser interessanten Fahrt halten wir noch beim Shwenandaw-Kloster, einem Holzbau aus dem Jahre 1782. Unser Fahrer telefoniert während dieser Zeit von einem öffentlichen Fernsprecher aus, einem Tisch mit Telefon.

Zufrieden mit dem Tag und dem Gesehenen verabschiede ich mich herzlich vom Fahrer und von Sousou und verspreche meinem Guide, dass er mich am nächsten Tag selbstverständlich zum Bahnhof radeln darf. Es hat zwar fast durchgehend geregnet, aber das konnte meinen Unternehmungsgeist und meine Begeisterung für diese Tagestour nicht mindern.

Mit einer Trishaw fahre ich zum Abendessen quer durch die Stadt zum Pakokku Daw Lay May-Restaurant. Außer mir sind nur Einheimische als Gast anwesend. Kurz nach meiner Bestellung werden eine ganze Reihe leckerer Vorspeisen aufgetischt, dann das Besteck in einem Wasserbehälter an den Tisch gebracht und vor meinen Augen abgetrocknet.

Mein Fahrer hatte von sich aus auf mich gewartet und so fahren wir gemächlich bei einbrechender Dunkelheit zum Hotel zurück. Viele Fußgänger winken mir zu und rufen etwas, das ich natürlich nicht verstehen kann und einer schlägt mir kameradschaftlich auf die Schulter. Es überrascht mich, dass ich nicht nur von Reisenden, sondern auch von Einheimischen auf die bevorstehende Bundestagswahl angesprochen werde, das hätte ich nicht vermutet.

Den Abend verbringe ich wieder auf der Dachterrasse und höre den Mönchen, die nebenan ihr Vollmondfest feiern, zu. Sonst ist wieder Ruhe und besinnliches Biertrinken angesagt.


Pünktlich werde ich am nächsten Tag von Sousou abgeholt und endlich haben wir gutes Wetter, die Sonne zeigt sich von ihrer besten Seite.

Eigentlich habe ich ein etwas schlechtes Gewissen, denn er muss nicht nur mich, sondern auch mein Gepäck transportieren und dann auf den nicht immer gut gepflasterten Straßen. Im Hotel frage ich, ob es nicht besser sei, ein Tuk-Tuk zu nehmen, aber sie winken ab.

Die burmesischen Rikschas verfügen über drei Räder, zwei Gästesitze sind rechts neben dem Fahrer angeordnet. Ein Gast schaut nach vorn, der andere nach hinten. Aber, und das ist das "Problem", die Breite der Sitzfläche ist für asiatische und nicht europäische Maße konstruiert und ich habe einige Mühe, bis ich endlich richtig Platz genommen habe. Die Fahrt ist recht amüsant, viele Menschen an den Bürgersteigen rufen mir etwas zu, aber auch die anderen Verkehrsteilnehmer erkennen, dass Sousou gerade Schwerstarbeit verrichtet und gewähren ihm Platz und Vorfahrt, damit er die Geschwindigkeit beibehalten kann.

Im Bahnhof verabschieden wir uns und ich suche im Tagesrucksack nach einer Ansichtskarte von Bremen, die ich Sousou schenken möchte. Etliche Köpfe schauen mir über die Schulter und beobachten mich. Kurz vor der Abfahrt kaufe ich an einem Kiosk noch ein paar Kekse und Wasser für die Nacht. Erst später fällt mir auf, dass viele ambulante Händler unterwegs sind und ihre Waren, zumeist Fächer, Lebensmittel und Getränke, anpreisen.

Ganz gemächlich setzt sich der Zug in Bewegung, auch hier bin ich der einzige Europäer. Stupas in den Ortschaften glänzen im Sonnenlicht, wieder kommen uns Rinderherden und Ochsenfuhrwerke entgegen. Leider sehe ich sie immer zu spät und ein ordentlicher Schnappschuss will mir nicht gelingen.

Die Fenster sind offen und ich genieße den Abendwind und das angenehme Übergleiten in die Dämmerung. Bei Kyau Kse erhebt sich ein Berg voller Pagoden. In einem kleinen Ort wird ein Elefantentanz aufgeführt.


Sonstiges

Buchtipp

Autor: Stefan Loose
Titel: Travel Handbücher Myanmar

Meine Bewertung

Weitere Infos
 

Yangon

Shwedagon-Pagode

Shwedagon-Pagode


Mehr Bilder aus Yangon

Weiter nach Yangon

Die Zugbegleiter verteilen Lesestoff und Nackenstützen gegen ein kleines Salair, Kellner laufen durch die Abteile und nehmen Essens- oder Getränkebestellungen entgegen. Danach erlebe ich einen wunderschönen Sonnenuntergang, bei dem sich die letzten Sonnenstrahlen malerisch in einem Reisfeld spiegeln. Ein Kutscher tränkt sein Ochsengespann an einer flachen Stelle inmitten des Flusses. Vor einigen Häusern brennt ein Lagerfeuer, denn Strom gibt es nicht. Nach drei Stunden halten wir zum ersten Mal an. Die einzelnen Bahnsteige sind durch einen Zaun oder Stacheldraht getrennt oder gesichert. Ganze Menschenmassen liegen auf dem Bahnsteig und warten auf ihre Abfahrt.

Nach fünfzehnstündiger Fahrt rollen wir langsam in den Bahnhof der Hauptstadt ein.


Shwedagon-Pagode

Shwedagon-Pagode


Mehr Bilder aus Yangon

In Yangon

Bis zum "Thamada-Hotel" ist es nicht weit und eigentlich hätte es eines Taxis gar nicht bedurft. Als erstes nehme ich eine lange Dusche und dann gehe ich, um das Nötigste einzukaufen, in ein Einkaufszentrum, wo sich auch ein Internet-Café befindet. Hier kriege ich zwar Kontakt mit meinem Provider, komme aber nicht an meine mails. Der Administrator erklärt mir, dass dies eine böswillige Einmischung der Regierung ist. Sie versucht, Medien dieser Art zu unterbinden, aber über Umwege gelingt es ihm doch, diese Fußangeln zu umgehen. Wie er es gemacht hat, weiß ich nicht.

Die Sule-Pagode ist etwa einen Kilometer vom Hotel entfernt und liegt an einem verkehrsreichen Kreisel. Etwas unfreundlich werde ich aufgefordert, meine Schuhe auszuziehen und sie gegen Gebühr abzugeben. Viele Gläubige stehen oder liegen vor der Buddha-Statue und beten. Ein Wolkenbruch prasselt hernieder und schnell suche ich Schutz in einer Cafeteria.

"Und dann erhob sich ein goldenes Wunder am Horizont, ein leuchtendes, glänzendes Wunder, das in der Sonne strahlte". Mit diesen Worten, so lese ich in Reiseführern und Prospekten, hat Rudyard Kipling seine Begegnung mit der Shwedagon-Pagode beschrieben.

Ich besuche sie an zwei Tagen, abends und am Vormittag. Immer knien Gläubige vor den Statuen, buddhistische Pilger aus aller Welt berauschen sich an dem Gold und den Edelsteinen. Der fast 100 m hohe goldene Stupa ist weithin sichtbar. Er ist mit etwa 13.000 Goldplatten verkleidet, deren Gewicht auf 60 t geschätzt wird. Vier Aufgänge führen zu diesem Wahrzeichen des Landes, oben wird Eintritt erhoben, der Besuch ist das Geld aber auf jeden Fall wert ist. Ab und zu werde ich von Guides angesprochen, sie alle haben ihre Referenzunterlagen schnell griffbereit und zeigen mir die Eintragungen europäischer Kunden.


Shwedagon-Pagode

Shwedagon-Pagode


Mehr Bilder aus Yangon

Studenten haben früher an diesem Ort gegen die britische Kolonialmacht protestiert und die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi trat hier öffentlich auf.
Manchmal, aber äußerst selten, hat man mich auf die politische Situation angesprochen und wenn, dann nur so nebenbei.

Wurde der Name "Myanmar" 1989 von der Militärregierung gegen jeden Widerspruch eingeführt, ist seit Mitte der 1990er Jahre doch eine gewisse Entspannung spürbar. Das Land öffnet sich für den Tourismus und beendet die jahrzehntelange Isolation. Obwohl reich an Ressourcen, gehört Myanmar heute wieder zu den ärmsten Ländern der Erde. Der Zweite Weltkrieg, Korruption und Inkompetenz begründen u. a. diese desatröse Situation.

Soll man nun dieses Land bereisen und die Militärdiktatur unterstützen? Die Meinungen gehen auseinander. Ich für mich habe entschieden, dass ich dem Bürger, dem sogenannten kleinen Mann, durch einen Besuch, durch die Fahrt mit einer Trishaw oder einem Tuk-Tuk, durch den Kauf von ein paar Bananen auf dem Markt, mehr helfen als schaden kann. Die Obrigkeit profitiert von meinem Besuch nur in geringem Maße. Natürlich kann ich auch nicht akzeptieren, dass zur Verbesserung der Infrastruktur und zur Restaurierung alter Gebäude Zwangsarbeiter rekrutiert wurden und viele von ihnen ihr Leben bei Ausübung des Frons gelassen haben. Aber soll man deshalb das Land isolieren und die Bevölkerung ignorieren?
Wie gesagt, die Meinungen divergieren.

Momentan wohnen in Yangon, früher Rangoon genannt, über vier Millionen Menschen.
Abends gehe ich in den Yuzana Garden zum Essen und Trinken. Von außen gleicht das Lokal einem Hardrock-Café, auch hier lockt eine überdimensionale Gitarre die Gäste herein.
Erst denke ich, eine Liveband wird uns in den nächsten Stunden unterhalten, es ist aber nur der Keyborder, der viele wirklich gute Karaokesängerinnen begleitet. Der etwa 10-jährige Toilettenjunge, dem ich ein kleines Trinkgeld gebe, überschlägt sich mit Aufmerksamkeit.
Bierflaschen werden mit selbst gebastelten Kapselhebern geöffnet.


Shwedagon-Pagode

Shwedagon-Pagode


Mehr Bilder aus Yangon

Nun ist der letzte Tag angebrochen. Leider regnet es wieder und so verzichte ich auf den geplanten Ausflug in den Stadtpark. Im Hotelfoyer bin ich wieder der einzige Gast, die Regale und Auslagen sind leer, vielleicht sollte man das Land doch außerhalb der Regenzeit bereisen.

Das Taxi braucht eine gute halbe Stunde bis zum Flughafen und auch hier in der Abflughalle für internationale Flüge bin ich über eine halbe Stunde der einzige Passagier. So nach und nach füllt sich der Raum. 10 Dollar sind bei der Ausreise zu bezahlen. Umtauschquittungen und andere Kaufbelege werden nicht abgefragt, auch in diesem Punkt sind die meisten Reiseführer, selbst im Internet, nicht aktuell informiert. Für meine letzten Kyat kaufe ich eine CD, das Wechselgeld wird mir in Form einer Zitronenlimonade gegeben.

Mit ein wenig Verspätung fliegen wir los und landen nach gut einer Stunde in Bangkok. Die Aircondition funktioniert nicht und es ist riesig heiß im Flugzeug.

Drei faszinierende Länder durfte ich besuchen und es hat sich total gelohnt, eine schöne, abwechslungsreiche, interessante und lehrreiche Reise neigt sich dem Ende zu.

Im Morgengrauen erreichen wir Frankfurt und, da ich noch auf meinen Anschlussflug nach Bremen warten muss, esse ich ein Brötchen und trinke ein Glas Bier. Für dieses Geld hätte ich in Laos und Myanmar zwei bis drei Übernachtungen bezahlen können.


Reiseroute

Reiseroute


Mehr Bilder aus Yangon

Epilog

Zurück in Deutschland hatte ich endlich das Wetter, das ich auf der Reise gern gehabt hätte, Sonne bis zum Einbruch der Dunkelheit und ein laues Herbstklima – und Ende September sind auch die ersten Ansichtskarten aus Vang Vieng angekommen, der Mann auf der Post hat sein Wort gehalten. Sehr gern würde ich ihm meinen Dank übermitteln.


Sonstiges

Buchtipp

Autor: Horst Wehrse
Titel: Guanacos kreuzen den Weg: Reiseberichte

Meine Bewertung

Weitere Infos
 

Kommentare

fredarno (12.01.2010)

Danke für deinen sehr ausführlichen und interessanten Bericht. Er hat mir viele anregungen für meine geplante Reise nach Laos gegeben.