Serengeti, Ngorongoro und Träume im Indischen Ozean - Reisebericht von horst_wehrse bei triplib.

Subtitle

Short description for search engines
horst_wehrse
Mitglied seit: 06.05.2008
Reiseberichte: 72
Reisetipps: 318
Fotos: 2049
Länder: 95
Freunde: 18

Meine Reisestationen

Werbung

Weitere Inhalte

 

Kenia
Alle Reiseberichte (6)
Alle Fotos (45)
 

Mauritius
Alle Reiseberichte (7)
Alle Fotos (180)
 

Seychellen
Alle Reiseberichte (4)
Alle Fotos (96)
 

Tansania
Alle Reiseberichte (2)
Alle Fotos (1)
 

25 Fotos | 4 Reisetipps | 4656 Views

Bewertung: 1 1 1 1
(Anzahl der Bewertungen dieses Berichts: 1)

"Jambo" - "Karibu" ---- "Hallo" und "Willkommen",

so heißt es in Kenia und Tansania zur Begrüßung und wir werden diese Worte in den nächsten Tagen oft hören.

Mit einer bis auf den letzten Platz gefüllten Boeing 747 starten wir, Reiner und ich, am 03. September 2002 in London. Nach gut 7 3/4 - stündigem Flug landen wir in Nairobi, es ist früher Morgen und auf dem Flughafen herrscht noch kein allzu großer Betrieb. Die Einreise geht problemlos und zügig vonstatten, das Visum hatten wir schon Wochen vor Reiseantritt beantragt und erhalten.

Nairobi

Giraffe im Nairobi-Nationalpark

Giraffe im Nairobi-Nationalpark


Mehr Bilder aus Nairobi

Eine Amerikanerin nimmt uns umsonst in ihrem Taxi mit ins Hotel, die Unterkunft im Grand Hotel Regency im Zentrum Nairobis hatten wir schon in Deutschland gebucht. Beim Eintreten ins Zimmer bemerken wir, dass der Fernseher eingeschaltet ist, "Welcome Mr. Horst" leuchtet es vom Bildschirm.

Nairobi, in Travellerkreisen auch Nairobbery genannt, -warum wohl- ist keine Stadt, bei deren Anblick man gleich ins Schwärmen gerät.

Wir besichtigen den Nairobi-Nationalpark und kriegen gleich einen guten Vorgeschmack auf die geplante Safari in Tansania. Mit einem Minibus fahren wir, das sind Reiner, drei junge Männer, die unterwegs zusteigen, und ich, die paar Kilometer zum Park außerhalb Nairobis, vorbei an den Slums, in denen zigtausend Menschen ohne Strom und fließendes Wasser leben.

Am Parkeingang wird das Dach des Autos hochgehievt und wir haben freie Sicht.

Bereits nach kurzer Zeit kreuzt eine Giraffe unseren Weg, die Kameras und Videorecorder surren. Es ist ein sehr schöner, sonniger, warmer Nachmittag, wir kommen voll auf unsere Kosten und sehen einen Teil der Big Five: Nashörner, Büffel, in der Ferne einen Löwen, den man jedoch mehr erahnen als erblicken kann. Es ist schon eigentümlich, wilde Tiere und Hochhäuser zugleich zu sehen, angeblich ist dies der einzige Nationalpark, der einen Blick auf eine Großstadt zulässt.

Nach einiger Zeit legen wir eine Pause ein und haben Gelegenheit zu einem kleinen Spaziergang. Wir begeben uns zum Hippopool, doch leider sind keine Flusspferde zu sehen, dafür aber fünf Schildkröten, die sich hintereinander auf einem Baumstamm liegend sonnen.

Im Park sind verschiedene Antilopenarten anzutreffen, Zebras, Perlhühner, Strauße, nur keine Elefanten.

Kurz vor dem Verlassen des Areals zeigt unser Fahrer uns noch die Stelle, wo 1989 mehr als 10 Tonnen Elfenbein im Wert von mehreren Millionen Dollars verbrannt wurde, diese Aktion erregte weltweites Aufsehen und ich kann mich noch gut an die damaligen Nachrichten erinnern. Am Parkausgang kreuzt eine Pavianfamilie unseren Weg, eine Mutter trägt ihr niedliches Kleines auf dem Rücken.

Auf dem Rückweg erkennen wir eine Statue, die anlässlich der 1963 erlangten Unabhängigkeit Kenias errichtet wurde.

Wir unterhalten uns mit unserem Fahrer in englisch, der offiziellen Landessprache, kisuaheli ist die Nationalsprache.

An einem der Abende findet in unserem Hotel eine Wahl zur Miss Maleika statt, der Eintritt von ca. 20 USD ist uns zu teuer, manchmal kommt eine der wunderschönen Kandidatinnen heraus und lässt sich vor Blumenarrangements fotografieren. Allabendlich wird das Hotelfoyer auch von Damen der Nacht besucht, wir unterhalten uns mit einigen und trinken etwas zusammen. Eine sehr gute einheimische Band spielt im fast leeren Restaurant übliche Standards.

Pünktlich um 8.oo h morgens setzt sich der Bus nach Arusha in Bewegung, bei den Fahrgästen handelt es sich je zur Hälfte um Einheimische und Touristen. Unterwegs sehen wir Zebras, Zementfabriken, Kuh- und Ziegenherden der Massai, Steppe, Kirchen und Moscheen, farbenfroh gekleidete Menschen, Esel, Impalas, Termitenhügel, Webervogelnester und vieles mehr.

Es sind etwa 270 km bis Arusha, nach 3 Stunden erreichen wir die Grenze. Bei der Einreise in Tansania muss das Gepäck vorgezeigt werden.

Einige Touristen besorgen sich noch ein Visum, wir hatten unseres schon, da es in den Reiseführern so steht, in Deutschland organisiert


Sonstiges

Buhtipp

Kenya ( Kenia) / Tanzania. Richtig Reisen. Mit Zanzibar (Taschenbuch)
von Steffi Kordy (Autor)
DuMont Reiseverlag, Ostfildern; Auflage: 3., aktualis. A. (Mai 2001)

Kenya ( Kenia)  Tanzania
Meine Bewertung

Weitere Infos
 

Arusha

Ostafrikakarte

Ostafrikakarte


Mehr Bilder aus Arusha

Nun sind es noch 115 km bis zu unserem Ziel. In Arusha erwartet uns eine große Schar von Helfern, Trägern und Taxifahrern, sehr geschäftstüchtig aber nicht übermäßig aufdringlich.

Wir hatten uns für das Hotel Mezza Luna entschieden. Auf dem Weg dorthin versucht der Taxibegleiter uns ein "besseres" Haus anzubieten, wir lehnen aber ab. Auch der von uns avisierte Safari-Veranstalter "Roy Safaris" (wird u. a. in der Reisezeitschrift "Reise & Preise" empfohlen) taugt angeblich nicht viel, ist entschieden zu teuer und wird nur von Indern und anderen reichen Gästen frequentiert.

Die freundliche Dame an der Rezeption des "Mezza Luna" meint ebenfalls, dass es bessere Anbieter als Roy gibt, sie empfiehlt "NYIKA TREKS & SAFARIS Ltd.". Nun gut, ich telefoniere mit Roy und hole mir ein Angebot ein, 140 USD/Tag/Person, ein Mitarbeiter von Nyika besucht uns im Hotel, stellt lange Berechnungen an und verlangt 125 USD, wir handeln und einigen uns schließlich auf 110 USD, immerhin eine Ersparnis von 30 USD pro Tag und Person.

Im Stadtbüro des Veranstalters wird ein Vertrag aufgesetzt, wir zahlen eine Hälfte in bar, den Rest mit Reiseschecks. Da wir nach Beendigung der Safari gern auf schnellstem Weg nach Mauritius wollen, erkundigen wir uns in einem nahe gelegenen Reisebüro nach Transportmöglichkeiten, möglichst am Mittwoch der nächsten Woche, denn dienstags kommen wir nach Arusha zurück.

Es ist nicht einfach, am darauf folgenden Sonntag wäre ein preiswerter Flug mit den Emirates ab Dar es Salaam über Dubai möglich, noch fünf Tage länger in Arusha bleiben? Gefällt uns nicht.

Als Alternative wird uns ein erheblich teuerer Flug ab Nairobi am gewünschten Mittwoch angeboten, mit Zwischenstopp auf den Seychellen.

Wir schlagen zu und müssen auch hier wieder bar bezahlen, so dass unsere flüssigen Mittel gleich zu Anfang der Reise arg strapaziert werden. Am Automat der Nationalbank decke ich mich per Visa-Card mit ausreichend tansanischen Schillingen ein.

Die Abende verbringen wir im Gartenrestaurant unseres Hotels, nach dem Tusker in Kenia lassen wir uns hier das gute Kilimandscharo-Bier munden. Eine Band unterhält die Gäste mit einheimischen Stücken, die mir gut gefallen, aber auch mit "Ein Schiff wird kommen" und "Marina". Im Hotelservice herrscht ein hartes Regiment, die Kellner gehen nicht, sie laufen! So etwas habe ich vorher noch nie gesehen.

Gleich nebenan im Impala-Hotel befindet sich ein Internet-Cafe und wir können die ersten Grüsse versenden.


Unser Safari-Fahrzeug

Unser Safari-Fahrzeug


Mehr Bilder aus Arusha

Am nächsten Morgen geht es dann endlich los. Wir fahren in einem Landrover, außer Reiner und mir sind Hashim, der Fahrer, ein Koch und Jaroslav, ein Russe, an Bord.

Jaroslav hatte mit unserem Veranstalter schon eine sechstägige Kilimandscharo-Besteigung hinter sich und ist sehr stolz, darüber berichten zu können. Wegen der Nebel- bzw. Wolkendecke war es ihm erst am dritten Tag möglich, den schneebedeckten Gipfel zu erkennen.

Nach etwa einer Stunde auf Teerstrasse begeben wir uns auf eine Schotterpiste, auf eine african road, wie Hashim sagt.

Einige Massai-Dörfer liegen am Rande des Weges, mal größer, mal kleiner, je nachdem, wie viel Frauen der Mann hat. Bis zu 10 Frauen darf er heiraten.

In Mto Wa Mbu, auf deutsch Moskitofluss, legen wir einen letzten Stopp ein und frischen unseren Vorrat mit Fleisch und Gemüse auf. Viele Kinder drängen an unser Auto und bitten um einen Kugelschreiber. Glücklicherweise haben wir vorgesorgt und einige Exemplare dabei.

Unterwegs begegnen uns immer wieder Massai-Hirten in ihren leuchtenden Gewändern, sie hüten ihre Rinder- und/oder Ziegenherde.

Auch sehen wir viele Menschen auf dem Weg zum einmal in der Woche stattfindenden Markt, sie nehmen zum Teil einen Fußweg von über 20 km in kauf. Vereinzelt warten jüngere Männer darauf, gegen Entgelt fotografiert zu werden, manchmal mit schwarz-weiß angemaltem Gesicht, um dadurch die Geister nach der Beschneidung gnädig zu stimmen. Aber wohl mehr, um ein gutes Motiv darzustellen. Ein begehrtes Fotoobjekt sind auch die Einheimischen mit ihren langen und durchlöcherten Ohrläppchen. Manchmal ist das Loch so groß, dass selbst ein Besenstiel durchpassen würde.

Auf einer Anhöhe legen wir eine kurze Rast ein und genießen den Blick auf den Lake Manyara, einem Salzsee.


Ngorongoro-Krater

Ngorongoro-Krater


Mehr Bilder aus Arusha

Kurze Zeit später, vorbei an Köcher- und Affenbrotbäumen, erreichen wir den Eingang des Ngorongoro- Nationalparks, bzw. der Ngorongoro Conservation Area. Etwas über 20.000 Massai leben in dem 8.200 qkm großen Gelände.

Hashim entrichtet unseren Eintritt, ich muss hier vor Ort meine in Arusha schon abgegebenen Travellerschecks gegenzeichnen.

Wir fahren an Antilopen vorbei, einige Strauße und Zebras sind zu erkennen.

Nur noch eine kurze Fahrt und schon haben wir den atemberaubenden Blick auf den Ngorongoro-Krater. Der Sodasee leuchtet im Zentrum, vereinzelt kann man riesige Tierherden erkennen. Es bedarf keiner Erwähnung, dass sich hier jeder mit genügend Erinnerungsfotos eindeckt.


Zebras in der Serengeti

Zebras in der Serengeti


Mehr Bilder aus Arusha

Serengeti

Etliche Kilometer sind auf der holprigen und staubigen Piste noch zu bewältigen, ehe wir am Eingang der Serengeti sind. Auf einer Erhebung können wir unsere Blicke in die endlose Weite schweifen lassen, Savanne und Steppe soweit das Auge reicht. Die Serengeti ist etwa so groß wie Schleswig-Holstein.

Das Dach des Landrovers wird hochgedrückt, das Abenteuer kann beginnen. Die ersten Tiere lassen nicht lange auf sich warten, Gazellen, Impalas, Wasserböcke, Buschböcke, Kudus und Giraffen, einige Elefanten in der Ferne. Plötzlich hält Hashim abrupt an, ein Löwe! Und nur wenige Meter vom Jeep entfernt, welch ein Gefühl. "Hoffentlich reichen meine Filmrollen", dieser Gedanke beschleicht mich. Eigentlich habe ich mehr als genug mitgenommen, aber wenn das so weitergeht.....

Wir fahren noch eine gute Stunde, müssen das Verdeck wieder schließen, es hat angefangen zu regnen, nachteilig für die Sicht, allerdings ist es jetzt nicht mehr so staubig.

Zum Tagesausklang begegnen uns noch einige Elefanten und Büffel, einer Pavian-Familie gewähren wir die Vorfahrt.


Leopard in der Serengeti

Leopard in der Serengeti


Mehr Bilder aus Arusha

Es fängt schon an zu dunkeln, als wir das Seronera-Camp erreichen. Wir bauen unsere Zelte am Rand des Platzes auf. Zum Unmut von Reiner gibt es keinen Strom und kein fließendes Wasser, für mich ist es aber wichtig, in einer naturverbundenen Umgebung zu schlafen. Der Gedanke, in einer Luxus-Lodge, die in einem Natur-Reservat nun gar nichts zu suchen hat, zu nächtigen, womöglich mit Bedienung in Livree, nein, das konnte und wollte ich mir nicht antun - es hätte zu sehr nach Hollywood ausgesehen.

Unser Koch bereitet uns ein sehr schmackhaftes Abendessen, das wir unter dem Sternenhimmel einnehmen.

Noch ein kurzer Plausch mit Jaroslav und dem Fahrer, dann gehts ins Bett oder vielmehr ins Zelt. Einige Minuten noch im Licht der Taschenlampe lesen und schon übermannt uns die Müdigkeit.

Kurz nach Sonnenaufgang beginnt der nächste game drive. Bei herrlichem Sonnenschein genießen wir die Pracht der Serengeti und sehen bis auf Nashörner alle Tiere, die im Park beheimatet sind. Selbst ein Leopard auf einem Baum gewährt uns eine Audienz, er kann seinen Platz nicht verlassen, unter ihm wartet eine Herde Büffel mit Jungtieren.


Mungos in der Serengeti

Mungos in der Serengeti


Mehr Bilder aus Arusha

An einem Baum hängen die Reste einer Antilope. Eine Schar Mungos begegnet uns, es ist ein drolliger Anblick. Eine kurze Zeit ist auch ein Gepard zu erkennen. Kurz vor Mittag dürfen wir das Auto verlassen und uns die Beine vertreten, wir gehen zu einem Fluss und beobachten Hippos und Krokodile.

Nach dem Lunch bauen wir unsere Zelte ab. Paviane schleichen ins Lager und suchen nach Essensresten, unsere Begleiter vertreiben sie mit gezieltem Steinwurf. Unterwegs zum Ngorongoro-Nationalpark halten wir kurz an einer Jugendherberge und kaufen etwas. Zwei Marabus stelzen stolz und bedächtig auf dem Hof herum.

Unterwegs sehen wir etliche Wasserböcke, sie stehen wie ein Denkmal auf einer kleinen Anhöhe und können die ganze Ebene gut überschauen. Antilopen, Zebras, Strauße, Giraffen säumen den Weg, einmal halten wir an, um eine schläfrige Hyäne unter einem Baum zu beobachten.

Am Eingang des Nationalparks darf ich wieder die Schecks unterschreiben und meinen Pass vorzeigen. Weiter geht es auf der staubigen und holperigen Piste, kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir die Simba Campside, auf 2.200 m direkt am Kraterrand gelegen.


Flamingos im Ngorongoro-Krater

Flamingos im Ngorongoro-Krater


Mehr Bilder aus Arusha

Ngorongoro-Nationalpark

Auch hier sind bereits gut 20 Zelte aufgebaut, die sanitären Zustände sind nicht besser. Zwei Holländerinnen, die ihr Zelt neben uns aufgeschlagen haben, wollen ihr Geschäft in Zukunft nur noch nachts hinter einem Baum erledigen. Auch ich überlege mir diesen Schritt und gehe kurz vor dem Einschlafen zu besagtem Baum. Ich vernehme unbekannte Geräusche, höre ein Schnauben und greife zur Taschenlampe. Was sehe ich, über 20 Zebras grasen neben den Zelten, einige starren mich an. Jetzt nehme ich doch lieber mit den örtlichen sanitären Einrichtungen vorlieb, so naturverbunden bin ich nun doch nicht.

Am Kraterrand und in dieser Höhe ist es erheblich kälter. Der Wind weht die ganze Nacht hindurch, einmal regnet es etwas, ich kuschele mich dicht in den Schlafsack.

Wir stehen zwar früh genug auf, einen Sonnenaufgang direkt am Kraterrand können wir aber nicht erleben, da es ist viel zu diesig ist.

Der Weg in den 16 x 20 km großen Krater führt über gefährliche Serpentinen, allmählich lichtet sich der Schleier und wir haben eine prachtvolle Aussicht.

Wir sehen einige Löwen auf der Pirsch, viele Strauße, Kraniche, Schakale und, und, und.


Herden im Ngorongoro-Krater

Herden im Ngorongoro-Krater


Mehr Bilder aus Arusha

Am meisten beeindrucken mich die riesigen Zebra- und Gnu- Herden auf dem Weg zum Wasser, es sind hunderte von Tieren. Manchmal, wenn Hyänen die Jungtiere angreifen, kommt Bewegung in die Marschordnung. Man kann sich gar nicht sattsehen, jeder Stopp bietet schönere Motive. Hashim erzählt uns, dass im Mai noch Herden aus der Serengeti hierher kommen und der Platz schwarz von Tieren ist. Insgesamt leben immer zwischen 15.000 und 30.000 Tiere im Krater.


Löwenmännchen im Ngorongoro-Krater

Löwenmännchen im Ngorongoro-Krater


Mehr Bilder aus Arusha

Gegen Ende dieser Beobachtungsfahrt haben wir noch das große Glück, den König der Tiere, einen männlichen Löwen, zu beobachten, kurz darauf zwei weitere, es ist ein berauschender Anblick, den Löwen beim Begrüßungsritual zuzusehen.

Das Glück, zumindest eins der etwa 20 Nashörner, die noch im Krater leben, zu sehen, haben wir leider nicht. Krokodile gibt es nicht.

Nachdem wir noch einige Flusspferde und Flamingos ausgiebig angeschaut haben geht es den steilen Weg zurück, ohne Viergang wären wir gar nicht hoch gekommen.

Wir räumen das Lager, statt der Paviane streiten sich hier mehrere Raben um die Nahrungsreste, ein Marabu stolziert herum.

Kurz nach Verlassen des Parks stoppt unser Fahrer, er meint, einen Leoparden gesehen zu haben, wir holen unsere Ferngläser heraus, können aber nichts erkennen.

Auf dem Weg nach Arusha halten wir an einem einsamen Laden an und erstehen nach längeren Handeln und Feilschen einige Souvenirs.

Den nächsten Stopp legen wir bei der Schlucht von Olduvai ein. Hier wurden von englischen Wissenschaftlern in den letzten Jahrzehnten spektakuläre und wissenschaftlich sehr interessante Funde gemeldet, die Aufschluss über die Evolution der Menschheit geben, u. a. der über 2 Millionen Jahre alte Halbschädel eines "Nussknackermenschen" und ein 3,7 Millionen Jahre alter Fußabdruck. Selbst Kaiser Wilhelm schickte vor dem 1. Weltkrieg, als Tansania bzw. Tanganjika noch deutsche Kolonie war, eine Ausgrabungsexpedition nach Afrika.

Gegen Abend erreichen wir die Zivilisation, leider ist für Jaroslav die Reise zu Ende, er fliegt am nächsten Tag von Nairobi über Amsterdam nach Moskau, Reiner und ich fahren weiter zur letzten Station unserer Safari, dem Tarangire-Nationalpark.


Tarangire-Nationalpark_1

Tarangire-Nationalpark_1


Mehr Bilder aus Arusha

Tarangire-Nationalpark

Das Camp ist etwas luxuriöser, es gibt sogar einen Kiosk und warmes Duschwasser, das in einer Tonne auf offenem Feuer erhitzt wird.

Reiner bemerkt eine Schlange und sieht sofort in unserem Zelt nach, zum Glück hat sie sich ein anderes Ziel ausgedacht. Später hören wir, dass es sich um ein harmloses und ungiftiges Tier handelt.

In einiger Entfernung zum Camp befindet sich ein Massai-Dorf, abends lauschen wir ihren schönen Liedern.


Tarangire-Nationalpark_4

Tarangire-Nationalpark_4


Mehr Bilder aus Arusha

Nun also auf zum letzten game drive dieses Urlaubs. Man kann darüber streiten, ob eine 4- oder 5-Tage-Safari sinnvoll ist, Reiner und ich finden übereinstimmend, in den vier Tagen genug gesehen zu haben, letztendlich wiederholt sich doch einiges, aber das muss jeder selbst für sich ausmachen.

Gleich nach dem Parkeintritt, das Tor wird von einem bewaffneten Mann bewacht, stehen gewaltige Affenbrotbäume oder, wie man hier sagt, baobabs, am Rande des Weges. Auch gibt es die imposanten Wurstbäume, aus den Früchten stellen die Massai ein Rauschgetränk her.

Dieser Park ist vegetationsreicher. Auch hier sehen wir die üblichen Tiere wie Zebras, Strauße, Antilopen, Giraffen und Elefanten.

Auf einem Baum sitzen ein Dutzend Geier, wir kommen näher und sehen einen Büffelkadaver am Boden, über 10 Geier hocken darauf, es stinkt fürchterlich.

Auf einer Lichtung beobachten wir einen Löwen, wie er Zebras jagt. Er hat keinen Erfolg und legt sich gut getarnt im Schatten eines Baumes auf die Lauer. Von der anderen Seite kommt eine andere Herde Zebras, Hashim meint, dass eines der Tiere gleich Opfer des Löwen wird.

Sie schauen nach links und rechts, sondieren das Terrain und ziehen weiter, Zebras einer anderen Herde stoßen Warnlaute aus, bald muss es losgehen. Doch es bleibt friedlich, erst kommen Giraffen, danach Elefanten und stellen sich zwischen Opfer und Angreifer. Irgendwann ist die Gefahr vorbei, einmal noch davongekommen. Beim Anblick dieser Artenvielfalt hatte ich das Gefühl, im Garten Eden zu sein.


Tarangire-Nationalpark_2

Tarangire-Nationalpark_2


Mehr Bilder aus Arusha

Im Tarangire-Fluss baden ca. 25 Elefanten, es ist ein tolles Schauspiel. An einer anderen Stelle liegt ein Elefantenkadaver, die Elefantenfamilie marschiert eine ganze Zeit um den leblosen Körper herum und mag sich nicht trennen. Eine Tierart sehen wir in diesem Park zum ersten Mal, nämlich Dikdiks, eine kleine Antilopenart.

Tansania ist ein armes Land. Hashim erzählt während einer Pause, dass der Koch etwa 3 USD am Tag verdient, elektrischen Strom kann sich kein Einheimischer, auch wenn er am Versorgungsnetz angeschlossen ist, leisten. Unser Fahrer verbringt seine Abende zu Hause im Schein einer Karbidlampe, Strom ist zu teuer.

Der wachsende Tourismus beschert einige Arbeitsplätze, leider, so hören wir, gehören viele Unternehmen der Tourismusbranche ausländischen Anlegern, somit bleibt der wirtschaftliche Erlös längst nicht vollständig im Lande.

Auf dem Rückweg nach Arusha kehren wir noch einmal ein, unser Koch unterhält uns mit seinen Vorstellungen über Frauen.

Am Ende der Fahrt geben Reiner und ich unserem Fahrer je 10 USD Tip, er schaut uns verständnislos und wehmütig an, so dass wir noch jeweils 10 drauflegen, dem Koch geben wir 5 Dollar.


Sonstiges

Buchtipp

Tansania, Sansibar (Broschiert) von Jörg Gabriel (Autor)
Reise Know-How Verlag, Bielefeld; Auflage: 2., kompl. aktualis. u. erw. A. (Januar 2003)

Tansania, Sansibar
Meine Bewertung

Weitere Infos
 

Nairobi

Kudus im Nairobi-Nationalpark

Kudus im Nairobi-Nationalpark


Mehr Bilder aus Nairobi

Nach einer Nacht im Mezza Luna geht es per Linienbus zurück nach Nairobi, an der Grenze gibt es keine Probleme, unser Visum ist noch gültig. Wir waren zuerst nicht sicher, ob wir mit einem Visum öfter als einmal ins Land einreisen dürfen.

Den Kilimandscharo haben wir mehr erahnt als gesehen, er war in Wolken verhüllt.

Wir steuern wieder das Grand Hotel Regency an und müssen zu unserem Bedauern feststellen, dass wir fast doppelt so viel bezahlen müssen als uns die Hotelbuchung in Deutschland vorab gekostet hat. Es ist vor Ort keinesfalls immer billiger, es sei denn, man kümmert sich um Low-Budget-Unterkünfte, die in keinem Prospekt stehen.


Mahé

Mahé Seychellen_1

Mahé Seychellen_1


Mehr Bilder aus Mahé

Erwartungsvoll steigen wir in den Flieger, um nach gut dreistündigem Flug auf Mahé, der Hauptinsel des Seychellen-Archipels, zu landen.

Bei der Passkontrolle muss auch ein Weiterflugticket vorgelegt werden.

Im Flughafen buchen wir das Hotel für die nächsten Tage, wir entscheiden uns für die Auberge de Bougainville, einer schön gelegenen aber auch relativ preiswerten Unterkunft an der Anse Royale, einem Traumstrand.

Tropisches heißes Klima empfängt uns, die hohe Luftfeuchtigkeit ist sofort zu spüren.

Wir genießen den Abend mit Fisch auf kreolische Art und einheimischem Bier, immer das Rauschen des Indischen Ozeans im Ohr. Ab und zu fährt ein Auto vorbei. Im Hotel lernen wir ein Paar aus dem Raum Frankfurt kennen und in den nächsten Tagen haben wir noch öfter Gelegenheit zu einem kleinen Plausch.

Die Türen und Fenster sind, so gut es geht, geöffnet, der Durchzug tut gut und macht uns die Hitze erträglicher.

Das Meer spiegelt sich in den schönsten Farben, türkis in allen Nuancen, blau, dazu der fast weiße Strand, es ist paradiesisch.

Wir liegen im Sand, baden dann und wann, bräunen uns in der Sonne, dösen im Schatten, ja, so stellt man sich einen perfekten Urlaub vor. Wenn, ja wenn die Sonne man nicht eine solche Kraft hätte, gegen Abend klagt Reiner über einen heftigen Sonnenbrand am Fußgelenk. Er hatte wohl übersehen, an dieser Stelle Sonnencreme aufzutragen.


Mahé Seychellen_2

Mahé Seychellen_2


Mehr Bilder aus Mahé

An einem anderen Tag fahren wir mit dem Bus über die Insel zum ebenfalls wunderschönen Strand Beau Vallon. Der Tourismus ist hier etwas stärker, es gibt einige Hotels nebeneinander, vielleicht wäre hier etwas mehr nightlife als bei uns.

Auf dem Rückweg machen wir noch einen Halt in der Hauptstadt Victoria. Man hat gute Busverbindungen auf Mahé, es ist kein Problem an den jeweils gewünschten Ort der Insel zu gelangen.


Sonstiges

Buchtipp

DuMont Richtig Reisen Seychellen (Taschenbuch)
von Wolfgang Därr (Autor)
DuMont Reiseverlag, Ostfildern; Auflage: 5., aktualis. A. (Januar 2003)

Seychellen. Richtig reisen
Meine Bewertung

Weitere Infos
 

Mauritius

Blue Lagoon auf Mauritius

Blue Lagoon auf Mauritius


Mehr Bilder aus Mauritius

Der Flug nach Mauritius dauert knapp 2,5 Stunden. Gegen Mitternacht kommen wir an, auch hier muss bei der Einreise ein Anschlussflugticket vorgezeigt werden.

Im Flughafen erfahren wir, dass das von uns favorisierte Hotel belegt ist, also entscheiden wir uns für Villas La Guerlande. Der Taxifahrer murrt etwas, als wir ihm unsere Preisvorstellung nennen, akzeptiert dann aber den Preis.

Wir erhalten einen Bungalow direkt am Meer, können über zwei Schlafzimmer und einen Aufenthaltsraum verfügen und sind rundum glücklich.

Es ist sehr windig, häufig stellen sich dicke Wolken der Sonne in den Weg. Eigentlich hatten wir hier das gleiche Wetter wie auf den Seychellen erwartet.

Der Hotelstrand ist sehr gepflegt, in der Ferne kann man ein Wrack, das schon 100 Jahre im Meer liegt, erkennen. Hohe Wellen brechen sich am Riff.

Beim Baden im Meer bin ich leider unaufmerksam und trete in einen Seeigel, einige Stachel (es sind 10 Stück, so stelle ich später zu Hause fest) bleiben im Fuß.

Wir machen einige Ausflüge mit dem Bus, fahren zum benachbarten Mahebourg und in die Hauptstadt Port Louis. Wohin man auch schaut, man sieht immer spitze Berge. Im Landesinneren wird überwiegend Zuckerrohr angebaut.

Auch hier an unserem letzten Urlaubsdomizil an der Blauen Lagune ist das Wasser glasklar und variiert in verschiedenen Türkisfarben. Am letzten Tag unternehmen wir eine Fahrt mit einem Schnellboot, an einem Korallenriff setzen wir die Brille auf und schnorcheln. Das Luftholen macht mir etwas zu schaffen, nach 10 Minuten klettere ich wieder ins Boot, Reiner bleibt noch eine halbe Stunde weiter im Wasser und ist vollends begeistert.

Wir machen Spaziergänge am Strand, sammeln Muscheln und genießen die letzten Urlaubstage. Auch auf Mauritius ernähren wir uns hauptsächlich von frischem Fisch, entweder in Curry oder auf kreolisch zubereitet.

Sprachprobleme gibt es nicht, alle Menschen, mit denen wir auf der Insel zu tun haben, sprechen außer kreolisch und französisch auch englisch. Eine Frau aus Deutschland ist Inhaberin unseres Hotels, wahrscheinlich sind deshalb viele Deutsche unter den Hotelgästen.

Viel zu schnell ist der letzte Tag angebrochen. Beim Start des Flugzeuges können wir noch einmal einen Blick auf die traumhaften Strände und das glitzernde Wasser werfen.

Wir fliegen über die Nordspitze von Madagaskar, über die Komoren und erreichen das afrikanische Festland in der Höhe von Mombasa. Nun, über den Wolken, haben wir freie Sicht auf den Kilimandscharo. Der Gipfelschnee leuchtet in der Morgensonne. Kurz darauf sind wir über der Sahara. Unsere Augen verlieren sich in der unendlichen Wüste.


Sonstiges

Buchtipp

DuMont Richtig Reisen Mauritius (Taschenbuch)
von Wolfgang Därr (Autor)
DuMont Reiseverlag, Ostfildern; Auflage: 5., aktualis. A. (2004)

Mauritius. Richtig reisen
Meine Bewertung

Weitere Infos
 

Kommentare

mixabit (30.06.2008)

Sehr schöne Fotos!