Indien und Nepal - vom Ganges zum Himalaja - Reisebericht von horst_wehrse bei triplib.

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horst_wehrse
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Nach einem Abschiedsfrühstück in Bremen, an das ich mich in den nächsten Wochen oft erinnern werde, fahren Wilfried und ich zunächst mit dem Zug nach Hamburg, fliegen dann nach London und setzen dort mit reichlicher Verspätung den Flug fort.

Neu-Delhi

Reisekarte Indien

Reisekarte Indien


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Ankunft in Indien

Acht Stunden später erreichen wir am frühen Morgen des 03. Januar 1994 Neu Delhi, unser erstes Ziel. Der Zeitunterschied beträgt 4,5 Stunden.

Beim Auschecken und vor der Passkontrolle sind wir gleich Zeuge der Klassengesellschaft, immer wieder drängeln sich vermeintliche Mitglieder höherer Kasten vor.

Zum besseren Eingewöhnen und zur Akklimatisierung wollen wir sofort ins kleinere Jaipur weiterfahren und Delhi zum Schluss unserer Reise besichtigen. War wohl ein Irrglaube, findet man doch in der Hauptstadt an Europa erinnernde Zustände vor, in Jaipur allerdings Asien pur.

Nachdem wir im Flughafen getauscht haben, 3.100 Rupien (Rs.) für 100,- US$, fahren wir mit einem privaten Taxi zum Busterminal Bikaner House, nahe dem India Gate. Selbstverständlich fordern der Guide, der uns zum Auto bringt, und der Fahrer, der einen weit überhöhten Preis abrechnet, Trinkgeld.

Die Busfahrt kostet 213 Rs. für zwei Personen, ich bin froh, als sich der Bus in Richtung Jaipur in Bewegung setzt und wir die in einer gewaltigen Smogglocke liegende Hauptstadt verlassen.
Der Fahrer gibt sich redlich Mühe, alle anderen Fahrzeuge zu überholen. Gleich zu Beginn der Reise sehen wir auch die ersten Kühe auf oder neben der Straße. Es herrscht hektischer Verkehr, ich döse etwas, Wilfried beobachtet lieber das Treiben auf der Fahrbahn.


Jaipur

Maharadschapalast

Maharadschapalast


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Ankunft in Jaipur

Nach fünf Stunden sind wir am ersten Punkt unserer Rundreise angelangt, leider verlassen wir den Bus etwas zu früh, da ein Tuk-Tuk-Fahrer es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt und ein Geschäft wittert. Unterwegs zum "Jaipur-Inn", unserer nächsten Unterkunft, hält er an und bietet ein anderes, natürlich wesentlich besseres und preiswerteres, Hotel an, wir hatten aber schon in einem Reiseführer gelesen, dass dies eine übliche Vorgehensweise ist. Der Inhaber des "Jaipur-Inn", ein alter Luftwaffenoberst, zahlt keine Provision.
Wir belegen ein sauberes Doppelzimmer für 100 Rs./Nacht und fühlen uns wohl, geborgen und sicher.


Straßenszene in Jaipur

Straßenszene in Jaipur


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Jaipur, die Hauptstadt Rajasthans, zählt gut 1 Mio. Einwohner und liegt in einem Tal. Die Gebäude im Zentrum, der Pink City, wurden aus rotgelbem Sandstein gebaut und bei bestimmten Sonneneinfall leuchten sie in einem zarten Rosa.
Im dichten Straßenverkehr drängen sich nicht nur Autos, Tuk-Tuks oder Fahrräder, nein, auch Kamele, Kühe und Esel gehören dazu.

Vor unserem Hotel warten einige Rikscha-Fahrer auf Kundschaft, einer spricht mich sofort an und holt ein Referenzbuch unter dem Sattel hervor mit Danksagungen in allen Sprachen der Welt.
Viele Einwohner haben kein Dach über dem Kopf und schlafen im Zelt oder unter freiem Himmel neben der Straße, ein Lagerfeuer vermittelt etwas Wärme.


Palast der Winde

Palast der Winde


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Stadtbesichtigung

Bei der Stadtbesichtigung müssen wir uns den Weg durch Menschenmassen bahnen. Neben der allgemeinen pulsierenden Hektik ist auch viel Leid zu erkennen, Krüppel, Leprakranke, Bettler.

Der an Kuppeln und Turmspitzen reiche "Palast der Winde" ist die vielleicht bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt. Früher konnten die Frauen des Palastes durch die vielen Gucklöcher ungesehen und vor fremden Blicken geschützt die Paraden und Prozessionen beobachten.
Wir klettern auf verschiedene Erker und haben von hier oben eine prächtige Sicht auf das Straßenleben.

Dem City Palace statten wir auch einen Besuch ab. Dieser Palast ist teils Residenz des Maharadschas und teils Museum. Besonders beeindruckt hat mich die Audienzhalle. Wächter in farbenfrohen Uniformen sorgen für Sicherheit und Ordnung.

Das in der Nähe liegende Observatorium Jantar Mantar ist noch gut erhalten, angeblich sollen auch heute noch exakte Berechnungen möglich sein.

Ein Rikschafahrer überredet uns, mit ihm eine Tour zur Mogul-Town zu unternehmen. Wir stimmen zu und haben es auch nicht bereut. In diesem Bezirk arbeiten viele Handwerker, leider auch Kinder, hier werden Steine geschliffen, Schmuckstücke hergestellt und andere Kunstwerke geschaffen.


Blick auf Jaipur

Blick auf Jaipur


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Zurück gehen wir zu Fuß, werden einige Male von Kindern und Bettlern angesprochen und landen dann in einem Laden mit Flaschenbierverkauf. Wir dürfen nur hinter Säcken versteckt trinken und werden vom Ladenbesitzer argwöhnisch beobachtet. Mit dem Sooker fahren wir zum Jaipur-House, wechseln einige Travellerschecks und gehen dann ins Hotel zurück, gelegentlich sind Affen zu sehen.

Am nächsten Morgen geht es zeitig zum Bahnhof, es ist noch dunkel. Hier herrscht schon großes Gewühl und Gedränge. Die Zugfahrt nach Agra kostet 128 Rs. für zwei Personen.
Schnell steigen wir in unser reserviertes Abteil, unsere Namen stehen auf einer Liste am Wagen.
Wir fahren 2. Klasse auf harten Holzbänken. Die Zugfenster sind vergittert.
Es wird eine interessante Fahrt, meist durch fruchtbare Landschaft, aber kurze Zeit auch durch wüstenartige Gegend. Manchmal sind Dampflokomotiven zu sehen. Vorbei geht es an Raps-, Reis- und Kartoffelfeldern, auf einigen Bahnhöfen laufen Schweine herum, Kühe liegen auf den Gleisen, Frauen formen Kuhfladen, der getrocknet als Brennstoff verwendet wird, Zeltunterkünfte, Männer und Frauen am wärmenden Lagerfeuer, Menschen im Fluss, sich oder Wäsche waschend, Frauen am Brunnen mit Wasserkrügen auf dem Kopf, Geier, Marabus, Händler auf dem Bahnsteig und im Zug, Schuhputzer.


Schlangenbeschwörer in Jaipur

Schlangenbeschwörer in Jaipur


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Weiterreise nach Agra

Unser Zug ist gut gefüllt, er wird von einer Diesellok gezogen. Nach fünf angenehmen und sehr abwechslungsreichen Stunden, überhaupt nicht vergleichbar mit der wilden Busfahrt nach Jaipur, fahren wir in den Bahnhof Agra ein. Einige Männer rasieren sich kurz vor der Ankunft.


Agra

Taj Mahal

Taj Mahal


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Ankunft in Agra

Mit einem Tuk-Tuk begeben wir uns zum "Tourist Rest House", unserer nächsten Bleibe. Den Tipp hatte uns eine Holländerin im Jaipur Inn gegeben.

Das Zimmer mit Sitztoilette kostet 120 Rupien.

Unser Fahrer wartet noch draußen und bringt uns dann zum Taj Mahal, dem wohl bekanntesten Bauwerk Indiens.

Nie habe ich zuvor so viel symmetrische Eleganz und Perfektion gesehen. Das Mausoleum wurde im 17. Jahrhundert als Grabstätte für eine Prinzessin, die bei der Geburt eines Kindes starb, errichtet. Laut Reiseführer waren 20.000 Menschen rund 20 Jahre mit dem Bau dieser unbeschreiblich schönen und harmonischen Anlage beschäftigt. Im Inneren sind zwei Sarkophage zu besichtigen, die sterblichen Überreste sollen jedoch noch tiefer in einem Gewölbe ruhen.
Ein Wärter ermuntert mich, im Innenraum gegen Trinkgeld ein paar Fotos aufzunehmen.
Es ist nicht überlaufen, viele einheimische Frauen in bunten Saris und Sikhs mit Vollbart und Turban gehören zu den Besuchern.
Neben dem Grabmal befinden sich noch eine Moschee und ein Pilgerhaus. Wir bezahlen je 2 Rs. Eintritt, nach 16.oo Uhr sind 100! Rs. fällig. Gegen 15.oo Uhr wird es hektisch, etliche Busgesellschaften bevölkern das Gelände, vermutlich Touristen auf einer Tagestour.
Einige Geier auf einem Baum beobachten das Treiben.


Eingangstor zum Taj Mahal

Eingangstor zum Taj Mahal


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Es liegt permanent ein verbrannter Geruch in der Luft. Unser Fahrer versucht uns für den Besuch einiger Souvenirshops zu begeistern. Er erhält, auch wenn wir nichts kaufen, 50 Rs. für die Vermittlung, zumindest versucht er uns mit diesem Argument zu locken. Wir vertrösten ihn auf später.
Wilfrieds rötlicher Bart wird von vielen Menschen bestaunt.

Abends gehen wir Richtung Restaurant Sonam. Ein Rikschafahrer begleitet uns und hofft auf ein Geschäft. Mit Erfolg, wir hatten uns etwas verlaufen und sind dankbar für seine Hilfe.
Er warnt uns, mit fremden Indern nach Hause zu gehen, angeblich wird häufig ein Schlaf- oder Rauschmittel dem Tee beigemischt und man ist leichte Beute.

Das Abendessen ist sehr gut, wir essen vegetarisch. Ich hatte mir die Speisen wesentlich schärfer vorgestellt. Im Sonam verkehren ausschließlich Touristen.

Der Fahrer bringt uns ins Hotel zurück und wir beschließen den Abend mit reichlich Whisky.

Etwas verkatert besichtigen wir am nächsten Tag das Rote Fort, eine Befestigungsanlage, die von einem 2,5 km langen Schutzwall umgeben ist. Das Taj Mahal ist im Dunst zu erkennen.
Eine in Tuch gehüllte Leiche wird an uns vorbeigetragen.


Unsere Taxis in Agra

Unsere Taxis in Agra


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Dann tun wir unserem sympathischen Fahrer den Gefallen, besichtigen eine Teppich- und eine Marmorfabrik und kaufen einige Andenken. Er hat einen Freund zu Hilfe geholt und wir sind jetzt mit zwei Fahrrädern unterwegs, denn wir hätten, so meint er, "bodies like a maharaja".

Unserem Tuk-Tuk-Fahrer hatten wir die Fahrt zum Flughafen versprochen. Bei der Ankunft im Hotel spricht uns ein anderer uns fremder Fahrer an und entschuldigt seinen Kollegen, der angeblich eine andere Tour hat. Kurze Zeit später kommt unser bekannter Chauffeur zurück und weiß von nichts. Sein missgünstiger Wettbewerber hat sich aus dem Staube gemacht.

Der Flug nach Varanasi, früher auch Benares genannt, kostet 57 US $. Im Flughafen, der hermetisch abgesichert ist, werden wir stark kontrolliert. Aus Sicherheitsgründen werde ich sogar aufgefordert, die Batterie aus meinem Fotoapparat zu entfernen.

Wir fliegen mit einer fast vollständig besetzten Boeing 737, in Khajuraho wird kurz gelandet. Von oben ist die schöne Tempelanlage gut zu erkennen. Nach 2 ¾ Stunden setzen wir zur Landung an.


Varanasi

Ghats am Ganges

Ghats am Ganges


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Varanasi

Ein Bus bringt uns in die Innenstadt, mit einem Tuk-Tuk fahren wir zum Hotel "Garden View" und belegen ein Zimmer für 100 Rs. Der Besitzer bietet seine Hilfe an, besorgt uns eine Bootsfahrt auf dem Ganges an den Ghats vorbei für je 50 Rs. und kennt eine Stelle, wo man eingerissenes Geld, das im Hotel, in Restaurants und in Läden nicht angenommen wird, umtauschen kann. Anschließend zeigt er uns die unvermeidliche Referenzliste, ein Gast hat in deutscher Sprache kommentiert, dass er uns wohl unweigerlich in eine Seidenfabrik führen wird.

Auf den Straßen laufen viele Ziegen herum, einige sind sogar bekleidet.
Wohlhabende Männer schmücken sich mit einem Ring auf dem Zeigefinger.

Morgens um 5.3o Uhr werden wir zur Ghat-Fahrt abgeholt, ich hatte schlecht geschlafen, viel geträumt und mit einer Mücke einen aussichtslosen Kampf ausgefochten.


Auf dem Ganges

Auf dem Ganges


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Durch kleine verwinkelte Gassen werden wir zum Fluss gelotst, es ist noch total dunkel. Immer wieder denke ich an den Artikel im Reiseführer, in dem über eine vor die Tür gelegte Leiche geschrieben wird. Vielleicht wird ja, so kann man lesen, von den Vorbeigehenden genug Geld für eine Zeremonie gespendet. Viele Alte und Kranke kommen nach Varanasi, um hier zu sterben, denn, so heißt es, wer hier stirbt, ist vom ewigen Kreislauf der Wiedergeburten erlöst.

Mit dem Boot fahren wir an den Ghats entlang und erleben den Sonnenaufgang über dem Ganges. Es herrscht eine eigenartige etwas angespannte Stimmung, unser Bootsführer spricht nur das Nötigste. So nach und nach kommt Leben auf, Gläubige baden im Wasser, Brahmanen und Geldwechsler kümmern sich um sie, auf Booten werden Devotionalien und Blüten verkauft.

Beim Verbrennungsghat, an den wir ganz nah heranfahren, darf nicht fotografiert werden.
Eine mit Blumen geschmückte Leiche wartet auf ihre Verbrennung, gestapeltes Feuerholz ist zu sehen. Kinder lassen daneben ihre Drachen steigen.
Bei aller Toleranz kann ich mir nicht vorstellen, dieses Wasser aus rituellem Grund zu trinken oder mir damit die Zähne zu putzen.


Sonnenaufgang über dem Ganges

Sonnenaufgang über dem Ganges


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Ein Holländer, den wir hier kennenlernen, erzählt, bei seinem Besuch des Verbrennungsghats hätte er einen Hund mit einem Menschenarm im Maul gesehen.

Wir machen anschließend einen längeren Spaziergang und müssen das Gesehene erst mal verdauen. Kühe auf der Straße behindern den ohnehin schon gnadenlosen Verkehr. Frauen arbeiten als Handlanger auf dem Bau, sie transportieren jeweils sechs Steine auf dem Kopf.

Der Hotelmanager gibt uns neues umgetauschtes Geld und bittet um Zusendung von deutscher Nivea-Creme. Die in Indien verkaufte taugt angeblich nichts.

Die Busfahrt nach Nepal kostet 150 Rs. und dauert neun Stunden. Glücklicherweise können Wilfried und ich über drei der kleinen Plätze verfügen und uns etwas ausstrecken.
Die Menschen sitzen vor ihrem Haus in der Hocke, Frauen formen Kuhfladen, einige verrichten ihr Geschäft an der Straße, ohne sich an den Vorbeigehenden zu stören.
Kinder in Schuluniform werden draußen unterrichtet.

Wir legen mehrere Pausen ein, das Mittagessen wird uns im Salatblatt gereicht, den Reis essen wir mit den Fingern. Das Leben spielt sich meistens draußen ab, dort wird gekocht und gegessen. Manchmal wird das Essen auf provisorischen Steinöfen oder direkt am offenen Feuer zubereitet.

Die Grenzprozedur ist unproblematisch, freundliche und frohgelaunte Beamte auf nepalesischer Seite verlangen je 40 US$ für ein Visum.


Bhairāhawā

Reiseroute Nepal

Reiseroute Nepal


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Bhairahawa

Mit einer Rikscha fahren wir in den 4 km entfernten Ort Bhairahawa und quartieren uns für 150 Rs. im "City Guest House" ein. Ein anderer Mann begleitet uns die ganze Zeit und versucht, das Hotel lächerlich zu machen, später erfahren wir, dass er auch Inhaber eines Gästehauses ist.

Das Bierangebot ist reichhaltiger als in Indien, auch westliche Zigaretten kann man kaufen. Für 1 DM erhalten wir 28 Rs., in der Bank ist es wegen Stromausfalls dunkel.

Lumbini, der Geburtsort von Buddha, steht als nächstes auf dem Programm, mit dem Bus brauchen wir eine gute Stunde. Eine Familie mit einem kranken, ausgemergelten jungen Mann besteigt den Bus, ein älterer Herr, vermutlich der Vater, hält den Kranken im Arm und zeigt Röntgenbilder. Die Begegnung macht uns sehr betroffen.

Wir besichtigen die gesamte Anlage und gehen in den nepalesischen und tibetischen Tempel. Vor letzterem bittet uns ein Mann aus einer Reisegruppe, dass er sich mit uns fotografieren lassen darf. Zurück geht es dann per LKW, auf der Ladefläche sind Sitze montiert.

Dieses Mal liegt unser Hotel im Dunkeln, wieder Stromausfall.

Der Chitwan-Nationalpark ist unser nächstes Ziel. Es gibt eine Busverbindung nach Narayanghat für 50 Rs., die Fahrt dauert knapp 3 ½ Stunden.

Diesmal ist der Bus auf den letzten Platz gefüllt, in den Gängen stehen weitere Gäste zwischen etlichen Gepäckstücken.


Nārāyangarh

Im Chitwan-Nationalpark

Im Chitwan-Nationalpark


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Narayanghat und Chitwan-Nationalpark

Ein Rikschafahrer bringt uns nach ausgiebigem Preisfeilschen zum "Ruby Guest House", es sind weniger als 100 Meter. Lachend verabschieden wir uns, er hat seinen Reibach gemacht und seinen Spaß gehabt.
Das Haus liegt an einer riesig breiten Hauptstraße, ansonsten ist absolut nichts los. Glücklicherweise gibt es ein sehr gutes Restaurant im Ort, das wir in den nächsten Tagen öfter besuchen werden, meistens essen wir das leckere Biriyani, ein Reisgericht. Abends spielt ein Trio zur Unterhaltung auf.

Ein Wanderzirkus baut sich in der Ortsmitte auf und vergnügt die Anwohner mit akrobatischen Einlagen.

Pauschalarrangements zum Nationalpark sollen 50 bis 60 Dollar kosten, deshalb entscheiden wir uns für eine Fahrt auf eigene Faust.
Zunächst nehmen wir den Bus nach Tandi, danach einen Jeep für 30 Rs./Person nach Sauraha.
Bei Ankunft werden wir gleich an einen Führer weitergereicht und buchen für den Nachmittag einen Elefantenausritt für 3500 Rs.


Chitwan-Nationalpark

Chitwan-Nationalpark


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Wir haben genügend Zeit und machen wunderschöne Spaziergänge durch den ruhigen Ort, besuchen das Elefantencamp und treffen eine deutsche Frau am Fluss, die hier schon seit einigen Tagen ausspannt.
Die Einheimischen sitzen gelassen vor ihren gemütlichen Lehmhütten, Kinder spielen auf den Wegen, Glucken kümmern sich um ihre Küken, Ziegen passen auf die kleinen Zicklein auf.
Kein Vergleich mit dem lauten und hektischen Indien.
Elektrizität ist nicht vorhanden, weder Sauraha noch der Park sind an ein Stromnetz angeschlossen.

Später unternehmen wir eine längere Kanufahrt, laufen allerdings einige Male auf Sand. Nach einigen Kilometern legt das Boot an und wir gehen zu dritt durch den Urwald zurück. Zuerst passiert nichts, dann sind etliche Affen und einige Antilopen zu sehen und, nachdem unser Führer einige Male auf einem Baum Ausschau gehalten hat, entdecken wir zwei Nashörner. Wir klettern ebenfalls auf einen Baum und haben eine gute Aussicht.

Als wir wenig später wieder ein Geräusch im Dickicht hören, denken wir natürlich an Nashörner, laufen davon und suchen Schutz auf dem Ast eines Baumes. Aber es muss sich um ein anderes Tier gehandelt haben.

Einmal zeigt uns der Guide eine Tigerfährte. Er hat in 14 Jahren erst zwei dieser Tiere gesehen. Sie gehen abends oder nachts zum Fluss zur Tränke.
Man schätzt, dass etwa 400 Nashörner und 80 Tiger im Park leben.


Chitwan-Nationalpark

Chitwan-Nationalpark


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Elefantensafari und weiter nach Kathmandu

Die Elefantensafari dauert rund 90 Minuten. Es schaukelt etwas, zum Fotografieren muss angehalten werden. Außer dem Lenker sind noch vier Personen auf dem Elefantensitz.
Es ist sehr interessant, wir beobachten einige Nashörner, Wild, schöne Vögel und einmal, wenn auch nur für einen kleinen Moment, einen Leoparden, der sich äußerst selten zeigt.

Es ist bereits dunkel, als wir in Tandi auf den Bus warten. Unglücklicherweise trete ich in ein Loch und habe schmerzhafte Wadenkrämpfe, die mich auch die nächsten Tage plagen werden. Da die Mobilität doch erheblich eingeschränkt ist, denke ich kurzzeitig daran, den Urlaub abzubrechen.

Aber natürlich machen wir weiter!

Der Bus nach Kathmandu benötigt fünf Stunden. Wir kommen an vielen Terrassenfeldern vorbei, an Hängebrücken, durch Berg und Tal, sehen aber auch noch die verheerenden Schäden des Unwetters vom letzten August. Die Fahrt kostet 80 Rs./Person. Unser Fahrer muss einige Male eine Straßengebühr entrichten.


Kathmandu

Durbar-Square in Kathmandu

Durbar-Square in Kathmandu


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Kathmandu und Kathmandutal I

Das "Fuji Guest House" im zentralen Stadtteil Thamel ist unser nächstes Quartier (330 Rs.). Wilfried peilt die Lage, ich lasse erst mal eine Salbe auf meine Wade einwirken, sie stinkt heftig und verpestet unser Zimmer, ist aber recht wirkungsvoll und einige Tage später kann ich mich schon wieder ganz gut bewegen.

Im Vergleich zu den bisherigen Orten kommt mir Kathmandu sehr teuer vor. Die Stadt hat über 300.000 Einwohner.
Viele Touristen schlendern durch die Altstadt. Sadhus, hinduistische Wandermönche, verweilen hier.
Das historische Zentrum konzentriert sich um den Durbar-Platz und den Königspalast. Man meint, in einem Museum zu sein und mag den Blick gar nicht abwenden. Von der Shiva-Pagode hat man einen guten Ausblick auf das allgemeine Treiben. Viele Tempel zeugen von der Kunst früherer Baumeister, sie einzeln aufzuzählen überlasse ich lieber den Reiseführern. Beeindruckt hat mich der alte Königspalast, der Hanuman Dhoka, der vom König allerdings nicht mehr bewohnt ist.
Ein Erdbeben im Jahr 1934 hat großen Schaden angerichtet.


Durbar-Square in Kathmandu

Durbar-Square in Kathmandu


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Der Besuch des Kumari Bahal gehört sicherlich mit zu den Höhepunkten. Manchmal zeigt sich die Kumari, die lebende Göttin, den Besuchern. Wir hatten auch das Glück, sie zu sehen. Im Alter von vier bis fünf Jahren wird ein kleines Mädchen durch ein kompliziertes Auswahlsystem zur Göttin bestimmt, sie verliert ihre Gottesgleichheit mit der ersten Monatsblutung.

Die Gastronomie hat sich ganz auf den internationalen Tourismus eingestellt, im Angebot sind alle bekannten deutschen Speisen und Kuchen, österreichische Wurst und italienische Pasta. Wir bemühen uns redlich, nur Lokale aufzusuchen, in denen einheimische Gerichte aufgetischt werden und ernähren uns überwiegend vegetarisch. Einmal essen wir in einem tibetischen Restaurant. Immer, wenn sich ein kleines Hungergefühl einstellt, denke ich an unser Abschiedsfrühstück in Bremen zurück.
Unterwegs werden wir häufig auf Geldtausch angesprochen, auch Hasch und stärkeres Rauschgift wird uns auf der Straße angeboten.

Die Nächte sind relativ kalt, gut, dass wir unseren Schlafsack dabei haben. Wir gehen zeitig zu Bett, denn die Kneipenszene endet gegen 23.oo Uhr. In den nächsten Nächten werden wir durch lautes Hundegebell gestört.


Mt. Everest

Mt. Everest


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Flug zu den Himalaja-Riesen

Einen Vormittag nehmen wir an einem Flug zu den Himalaja-Riesen teil. Er kostet 99 USD und ist wirklich jeden Cent wert. Berge, deren Namen man bisher nur aus dem Geografie-Unterricht oder aus Büchern kennt, liegen vor uns, an den höchsten Gipfeln der Welt fliegen wir vorbei. Der mit 8848 m höchste Berg der Welt, der Mt Everest, ist immer gut zu erkennen, denn eine kleine Wolke streift seinen Gipfel. Es ist einfach phantastisch, das Panorama überwältigend.
Die Stewardess bittet uns ins Cockpit und hier haben wir eine noch prächtigere Sicht auf den Lhotse und die anderen Sieben- und Achttausender.


Affentempel

Affentempel


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Affentempel - Swayambhunath-Stupa

Nachmittags begeben wir uns zum Swayambhunath-Stupa, dem Affentempel. Er liegt auf einem 1400 m hohen Hügel an der Stadtgrenze und ist von vielen Stellen im Zentrum gut zu erkennen.
Der Stupa gehört zu den schönsten Baudenkmälern Nepals. Man geht 365 Stufen hinauf, viele Bettler, aber auch Affen, sitzen neben dem Aufgang. Von hier oben hat man eine herrliche Sicht auf das Kathmandutal. Es ist relativ viel los, Gebetsfahnen und -trommeln stehen den Gläubigen zur Verfügung, Affen halten sich in den Opfernischen auf.

Mit dem Taxi fahren wir an einem Tag zum etwa acht km entfernten Stupa von Bodnath, der, nach dem Affentempel, zur bedeutendsten Stupa-Anlage des Landes gehört.
Mönche und Pilger mit einer kleinen Gebetsmühle in der Hand gehen um das Bauwerk herum. Ein Ring von Bauten und Wegen symbolisiert den Kreislauf der Wiedergeburten.

Zu Fuß machen wir uns auf den Rückweg und besuchen die Tempelanlage von Pashupatinath, der heiligsten hinduistischen Stätte in Nepal.
In den Nebengebäuden liegen viele alte Menschen, sind sie zum Sterben hergekommen?


Affentempel

Affentempel


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Weiter nach Pokhara

Am Ufer des Bagmati befinden sich Verbrennungsplätze. Während unseres Besuchs werden zwei Leichen verbrannt, zwei weitere liegen bereit.
Der Bagmati fließt in den Ganges und gilt ebenfalls als heilbringend.

Der Travellerbus nach Pokhara, unserem nächsten Ziel, ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Es ist sehr eng, nach langen sieben Stunden sind die 180 km geschafft.


Pokhara

Bei Pokhara

Bei Pokhara


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Bergpanorama pur

Am Busbahnhof warten etliche Guides und Taxifahrer auf uns, einer bietet uns eine Fahrt für 10 Rs. an, schlägt einige Hotels vor und verlangt am Ziel einen höheren Betrag. Wir streiten etwas und später bereue ich, nicht souverän den geforderten Betrag bezahlt zu haben.

Die nächsten Nächte werden wir im "Traveller Guest House" verbringen, ein Zimmer mit Bad und Balkon kostet 300 Rs.

Die Stadt ist relativ ruhig, es befinden sich nur einige Touristen vor Ort. Wir machen einen schönen Spaziergang und genießen das Bergpanorama des Macchapuchhare, 6997 m (auf deutsch Fischschwanz), des Dhaulagiri, 8172 m, und des Annapurna I mit 8091 m.
Sie reflektieren die letzten Strahlen der Abendsonne und vermitteln eine ganz eigentümliche ergreifende Stimmung.
Abends treffen wir einen Engländer wieder, der mit uns zusammen die Elefantensafari im Chitwan-Nationalpark unternommen hatte.
Ein herrlicher Sternenhimmel spiegelt sich im See, die Stadt gefällt mir.

Wir erkundigen uns nach Trekkings und organisierten Wanderungen, eine Dreitagestour mit Führer soll 50 USD/Person kosten.


In Ghachok

In Ghachok


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Auf eigene Faust besteigen wir den 1590 m hohen Sarangkot und haben einen Höhenunterschied von etwa 700 m, teils sehr steil, zu überwinden. Ich habe ganz schöne Probleme, nicht nur wegen der verletzten Wade. Wilfried schreitet munter voran. Ein einheimischer Junge kommt mir entgegen und läuft dann wieder hinauf, ich kann es nicht fassen, woher nimmt er nur die Kondition?
Später hören wir von zwei deutschen Frauen, dass es einen wesentlich bequemeren Weg gibt.

Bei herrlichem Wetter beginnen wir am nächsten Tag eine Wanderung um den See. Um den körperlichen Anforderungen gerecht zu werden, stärken wir uns vorher mit einem wundervoll schmeckenden Fruchtsaft. Leider fragen wir vorher nicht nach dem Preis, in Deutschland hätten wir vermutlich nicht mehr dafür bezahlt.
Wir begegnen vielen Menschen, kommen durch kleine Ortschaften hindurch, einmal werden die durch unsere Anwesenheit aufgedrehten Kinder einer Schule von ihrem Lehrer gemaßregelt.


Sänger am Wegesrand

Sänger am Wegesrand


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Es geht am Fluss entlang, an Reisfeldern vorbei, junge Frauen sammeln am Berghang Laub und Feuerholz. Irgendwann stellen wir fest, dass es so nicht weitergeht, wir halten ein Boot an und feilschen mit dem Lenker, dass er uns auf die andere Seite transportiert.
Aber auch hier liegt noch ein umständlicher Weg vor uns, voll ausgelaugt treffen wir nach langer Zeit auf eine Hotelanlage und lassen uns mit einer Floßfähre ans rettende Ufer bringen.
Abends sehen wir Einheimischen beim Karambole-Spiel zu, man kann es mit Pool-Billard vergleichen, es wird aber mit Scheiben, nicht mit Kugeln, gespielt.

Ein Taxi bringt uns am nächsten Morgen einige Kilometer aus der Stadt hinaus zum Ausgangspunkt unserer individuellen Trekking-Tour. Viele Menschen kommen uns entgegen.
Einen breiten Fluss überqueren wir über eine lange Hängebrücke. Während einer Frühstückspause bietet sich der Wirt als Führer und Träger an, wir wollen aber allein weiter.

Leider geht es meistens bergauf. Wir marschieren durch schöne Landschaften, immer den Fishtail oder das Annapurna-Massiv im Blick. Entgegenkommende Menschen begrüßen uns mit "Namaste". Sie haben große Kiepen geschultert, denn alle Waren werden zu Fuß in die umliegenden Bergdörfer geschafft.


In Ghachok

In Ghachok


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Ghachok

Endlich erreichen wir Ghachok. An einem Haus steht "Welcome", wir treten ein und fragen nach einer Unterkunft. Sofort sind wir von einer Horde Kinder umringt. Die Verständigung klappt nicht besonders, obwohl ich einen Sprachführer bzw. ein Phrasebook dabei habe.
Im Gegenteil, die Kinder fangen an zu lachen, als ich meine Fragen vorlese, auch Wilfried amüsiert sich köstlich.

Ein Mann führt uns zu einem Nebenhaus, legt zwei Decken auf einen Balkon und erklärt, dass es abends Reis und Gemüse gibt. Wir sind zufrieden.
Unser Vermieter betreibt einen kleinen Krämerladen. In Windeseile hat sich unsere Anwesenheit herumgesprochen, viele Menschen kommen vorbei, trinken einen Tee und wir haben das Gefühl, dass sie nur hergekommen sind, um uns zu sehen, wir kommen uns wie Exoten vor.

Den ganzen Nachmittag spielen wir mit den Kindern, fotografieren sie oder lassen sie durch den Sucher des Fotoapparates sehen. Es herrscht eine wunderschöne friedliche Stimmung.
Unser Herbergsvater hat vier Kinder, wir wundern uns, mit wie wenig Spielsachen sie auskommen und trotzdem zufrieden sind. Das Nesthäkchen hängt in einer Wiege unter der Decke und wird von der Großmutter oder der kleinen Schwester geschaukelt.
Zum Hausstand gehören ferner eine Kuh und eine Glucke mit kleinen Küken.



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Mit dem Bus zurück nach Kathmandu

In der Abendsonne berauschen wir uns an dem leuchtenden Mt. Fishtail und dem Annapurna, es ist ein erhabenes Schauspiel.
Gegen 19.00 Uhr legen wir uns in unsere Schlafsäcke, die Sonne ist untergegangen und Strom gibt es nicht.

Bei Anbruch des Tages stehen wir auf, bezahlen unsere Rechnung, alles in allem sind 314 Rs. fällig, und machen uns auf den Heimweg. Unsere beiden Hausberge leuchten schon im ersten Sonnenlicht. Leider geht es nicht nur bergabwärts sondern auch hinauf und es ist, jedenfalls für mich, ganz schön mühsam. Gegen 13.00 Uhr erreichen wir erschöpft aber glücklich unser Hotel in Pokhara.
Mein Magen macht mir etwas zu schaffen und ich habe keinen großen Appetit.
Mit dem Bus fahren wir zurück nach Kathmandu und checken wieder in dem uns schon bekannten Gästehaus in Thamel ein.


Bhaktapur

Töpfer in Bhaktapur

Töpfer in Bhaktapur


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Kathmandu und Kathmandutal II

Ein Schlangenbeschwörer mit vier Schlangen zeigt in unserer Gasse seine Kunststücke.
Wir unternehmen einen Ausflug nach Bhaktapur, einer früheren Königsresidenz, heute auch Bhadgaon genannt. Viele "students" umwerben uns und bieten sich als Guide an.

Auch auf dem hiesigen Durbar-Square befinden sich schöne historische Bauwerke.
Auf einem Töpfermarkt sehen wir den geschickten Handwerkern zu. Kinder verdienen sich ihr Geld in einer Teppichfabrik.

Nargakot liegt etwa 20 km von Kathmandu entfernt. Wir hatten gelesen, dass man von dort einen optimalen Ausblick auf die Himalaja-Bergkette hat. Auf dem Weg zum Bus kommt uns eine deutsche Frau, die wir in Pokhara getroffen haben, entgegen. Einmal müssen wir den Bus wechseln und in ein Fahrzeug steigen, das schon von einigen Menschen und vier Ziegenböcken belegt ist. Dann beginnt die zweistündige abenteuerliche Fahrt. Es ist partout kein Platz mehr frei, trotzdem steigen weitere Reisende hinzu, werden Mehlsäcke und andere Frachten in das Innere des Fahrzeugs geschoben, auch ein Öltank, der danach im Bus aufgetankt wird.

Vor mir steht ein angetrunkener Nepali mit unangenehmer Alkoholfahne. Glücklicherweise endet auch diese Fahrt einmal, wir fliehen vor den üblichen Schleppern auf den Berg und haben dann das Panorama der Achttausender vor uns, leider ist es etwas diesig. Der Rückweg ist weniger beschwerlich.


Patan

Schlangenbeschwörer in Patan

Schlangenbeschwörer in Patan


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Patan und zurück nach Delhi

An einem der nächsten Tage fahren wir mit dem Tuk-Tuk nach Patan, der ältesten Stadt im Kathmandutal und besichtigen auch dort das Zentrum und insbesondere den Durbar-Square, einige buddhistische Tempel, besonders den Kwa Bahal, den Goldenen Tempel, eine prächtige Klosteranlage. Patan gilt als die Stadt des Buddhismus.
Ein Schlangenbeschwörer wirbt um Aufmerksamkeit.
Mit dem Bus fahren wir zurück, mir fällt auf, dass drei Nepalesen auf einem Sitz genügend Platz haben wo wir Europäer zu zweit schon Platzprobleme bekommen.

Viele Tibeter leben in Nepal, der Sticker "Free Tibet" ist allgegenwärtig. Wir überlegen kurz, ob wir an einer organisierten Fahrt nach Lhasa teilnehmen, lassen den Gedanken dann aber aus Zeit- und anderen Gründen fallen.
Auf dem Markt kaufe ich einen kleinen Teppich aus Yak-Wolle.

Mit einer B 757 der Royal Nepal Airlines fliegen wir nach Delhi.


Delhi

Rheumatempel

Rheumatempel


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Nach knapp 80 minütiger Flugzeit sind wir am Ausgangspunkt unserer Reise angekommen, das, gemessen an der Einwohnerzahl, zweitgrößte Land der Erde hat uns wieder.

Im Flughafen kaufen wir ein Ticket für die Fahrt in die Innenstadt. Einige Schalterbeamte schlafen, eine Frau, in der Hocke auf einem Tisch sitzend, bedient uns. Mit dem Bus fahren wir zum zentralen Connaught Place, überholen unterwegs einen Elefanten und eine Affenherde. Eine aus etwa 20 Personen bestehende Polizeipatrouille kommt uns auf Kamelen entgegen. Wir gehen weiter zum Sunny Guest House und checken wir für 225 Rs./Nacht ein.

Nachmittags spazieren wir zum India Gate. Das Denkmal wurde zu Ehren der im 1. Weltkrieg Gefallenen errichtet.

Zum Abendessen sind wir nach längerem Suchen im Wimpy gelandet, Wilfried muss sich, da gerade Kassenprüfung ist, einige Male neu anstellen. Hätten wir man in unserem Guest House gegessen, hier werden köstliche Speisen auf der Dachterrasse serviert.

Delhi hat gut 6 Mio. Einwohner. Um in der uns zur Verfügung stehenden Zeit einen halbwegs umfassenden Eindruck zu erhalten, schließen wir uns einer Stadtrundfahrt an.

Den ersten Stopp legen wir beim Birla- oder Lakshami-Narayan-Tempel ein. Das Gebäude ist noch relativ jung, es wurde 1938 gebaut. Zur Besichtigung müssen wir die Schuhe ausziehen, danach spreche ich nur noch vom Rheumatempel.

Auf breiten Straßen geht es weiter, an vielen Botschaften vorbei. Man erzählt uns, dass jedes Land außer Israel, Südafrika und Bolivien mit einer Botschaft in Delhi vertreten ist.


Qutab Minar Komplex

Qutab Minar Komplex


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Der Qutub Minar Komplex, Teil der ersten historischen Stadt Delhi, ist unser nächstes Ziel. Das 73 m hohe Minarett darf nicht mehr bestiegen werden, da in der Vergangenheit zu viele Selbstmörder vom Turm gesprungen sind.

Beim nächsten Halt, Indian Cottage Industries mit Verkauf, verweigern wir den Eintritt. Interessanter ist da schon der Lotustempel, Baha´i House of Worship. Man nennt dieses innen sehr schlicht gehaltene Gebäude auch das Taj Mahal des 20. Jahrhunderts.

Auf dem Weg zum Indira Gandhi Memorial, Wohn- und Todesort der früheren Premierministerin, die Einschussstelle ist mit Blumen geschmückt, fahren wir am größten Krankenhaus Asiens vorbei. Eine Tafel zeigt die Bevölkerungszahl Indiens an. Während unserer sekundenlangen Vorbeifahrt ändert sich die Zahl einige Male. Indien hat zu diesem Zeitpunkt über 896 Mio. Einwohner.

In Old Delhi besichtigen wir das Rote Fort. Viele Bettler, darunter sehr viele Frauen mit Babies, bitten um eine milde Gabe. Es soll, so heißt es, organisierte Bettlerbrigaden geben.

Zum Schluss halten wir an den Verbrennungsstätten von Indira Gandhi und Nehru. Steine aus allen Regionen Indiens zieren den Platz, einige sollen 1000 Mio. Jahre alt sein.
Die Stätte von Mahatma Gandhi ist gesperrt, am nächsten Tag jährt sich wieder sein Todestag und die gesamte Anlage wird gesäubert.

Bei der Weiterfahrt wird unsere Fahrzeugtür immer durch einen Riegel gesichert.


Lotustempel

Lotustempel


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Leider ist jede Reise einmal zu Ende, so auch diese. Während wir auf den Bus, der uns zum Flughafen bringen soll, warten, werden wir von vielen Bettlern angesprochen. Ein kleines Mädchen von drei Jahren krabbelt zwischen unseren Beinen hindurch, Wilfried malt ihr etwas auf einem Stück Papier, ich schenke ihr einen Kugelschreiber. Die Mutter steht dabei und lächelt, sie ist erst 15 Jahre alt und hat bereits zwei Kinder.
Passanten gehen vorbei und können gar nicht verstehen, dass wir uns als Mitglieder der höchsten Kaste mit diesen Menschen abgeben.

Im Flughafen ist eine Ausreisegebühr von 300 Rs. fällig. Wir haben noch etwas Zeit und trinken ein ganz penetrant schmeckendes Bier.

Der Rückflug verläuft normal, während der Bahnfahrt von Hamburg nach Bremen stürzen wir uns mit Heißhunger auf einen Vesperteller. Es muss nicht immer vegetarisch sein!
Marion und Regina begrüßen uns mit einer Flasche Sekt im Hauptbahnhof.


PS:
Wir hatten versäumt, die Adresse unseres Vermieters in Ghachok zu notieren. Monate später sende ich einige Fotoabzüge an die Schule des Ortes mit der Bitte, sie der Familie auszuhändigen. Leider kommt der Brief zurück.


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