Im Mittleren Osten - Moscheen, Souqs und Shopping-Malls - Reisebericht von horst_wehrse bei triplib.

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horst_wehrse
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Eine Reise durch die reichen arabischen Golfstaaten mit einem Abstecher nach Sana´a

Kuwait-Stadt


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Anreise

Endlich ab in die Sonne. Die ersten Wintertage in Deutschland waren zwar nicht kalt, aber regnerisch, trübe und ungemütlich und jetzt liegt das von der Sonne verwöhnte Arabien vor mir.
Beschwingt und voller Vorfreude fliege ich am 10. Januar 2008 von Amsterdam nach Kuwait. Doch gut fünf Stunden später, beim Landeanflug auf die Hauptstadt, mag ich meinen Augen nicht trauen, dicke Wolken lassen einen Blick auf die Erde unter uns gar nicht zu, später erkenne ich Wasserlachen neben der Landebahn. Das Thermometer gibt schlappe 14 Grad an und um 17.30 Uhr ist es bereits dunkel. In Deutschland schlägt die Uhr in diesem Moment erst 15.30 h, denn zwei Stunden Zeitverschiebung sind zu berücksichtigen.
Im Flughafengebäude stehen lange Menschenschlangen vor der Visumausgabe, auch ich ziehe eine Wartemarke und nach gut 90 Minuten zahle ich 6 KD, erhalte den begehrten Stempel in den Pass und fahre mit dem Taxi zum "Hotel Continental", das ich bereits in Deutschland reserviert hatte. Der Fahrer akzeptiert den im Reiseführer genannten Preis von 5 KD. Am Wechselschalter im Flughafen erhalte ich für einen Euro rd. 0,40 Kuwaiti Dinar (KD).

Mein Chauffeur hat Probleme mit der englischen Sprache, bringt mich aber ohne Umweg und in kurzer Zeit ans Ziel, am Hoteleingang muss ich einer großen Pfütze ausweichen.
Kurz den Rucksack im Zimmer abgestellt und schon fahre ich zu der Sehenswürdigkeit des Landes und dem Wahrzeichen der Stadt, den Kuwait-Towers.



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Sehenswürdigkeiten

Die drei Türme, 113m, 147 m und 187 m hoch, können in Notzeiten die Wasserversorgung der Stadt für einige Tage sichern, so horten die beiden höheren jeweils 4,5 Mio. Liter der lebenswichtigen Flüssigkeit.
Mit dem Fahrstuhl fahre ich ins Restaurant, genieße die Aussicht und esse eine Kleinigkeit, später empfiehlt mir der Kellner, dem Fahrstuhlführer die Quittung zu zeigen, um umsonst in die oberste Etage, immerhin gut 120 m hoch, zu gelangen. Die Aussichtsplattform dreht sich um die eigene Achse und man hat einen wunderbaren Rundumblick. Es sind nur einige Gäste unterwegs, die meisten Tische sind unbesetzt und ich scheine der einzige Europäer zu sein. Später, beim Warten auf ein Taxi, meint ein Kuwaiti, dass es in der Nacht schneien könnte und die Temperatur solle auf den Gefrierpunkt fallen.

Beim Frühstück wundere ich mich über die vielen verschleierten Frauen im Restaurant. Ein Chinese fragt mich nach meinem Heimatland, hat dann aber Probleme, meine Antwort zu verstehen.
Wieder fahre ich zu den Kuwait-Towers und beginne dann einen langen Spaziergang die Arabian Gulf Street entlang, die, wie es der Name schon andeutet, parallel zum Golf verläuft. Heute ist Freitag, also Feiertag, und auf den Straßen und den anliegenden Geschäften und gastronomischen Betrieben wenig los. Kurze Zeit unterhalte ich mich mit einem Paar aus der Schweiz, das auch in meinem Hotel wohnt. Sie waren gestern aus Indien gekommen und sehnen sich nach der dortigen Wärme.
Die Beach-Clubs sind noch geschlossen, einige Personen stöbern im modernen Shark Souq, einer großzügigen und glitzernden Shopping-mall, und ich freue mich immer, wenn ich die Kuwaitis in ihrer dishdasha, einem langen, überwiegend weißen, Gewand sehe, auf dem Kopf die kafiya oder gutra, ein Tuch, meist rot-weiß kariert, gehalten von einer schwarzen Kordel. Mit diesem Band hat man früher die Kamele angebunden.
Einheimische Frauen sind häufig mit der abaya, einem schwarzen Umhang, bekleidet und auch genau so oft verschleiert.

Ein paar Schritte weiter befindet sich der Fischmarkt und hier herrscht geschäftiges Treiben. Fische in allen Größen und Sorten stehen zum Verkauf bereit. Gegenüber liegt das Dickson House, früher Wohnhaus eines britischen Colonels, heute Museum. Im Fischereihafen, Dhow Harbour, ist ebenfalls Feiertag, die Boote und Schiffe dümpeln vor sich hin, von Betriebsamkeit kann keine Rede sein.

Mein Weg führt dann weiter zum Sief-Palast, der im 2. Golfkrieg zerstört und danach wieder aufgebaut wurde. Heute werden in diesem illustren Gebäude Staatsgäste untergebracht. Auf der anderen Straßenseite sehe ich die Große Moschee mit ihrer imposanten Kuppel. Die Innenräume bieten etwa 10.000 Menschen Platz. Und, wohin man auch schaut, Gerüste über Gerüste … (dass der Bauboom in Dubai noch wesentlich größer und mit Kuwait eigentlich gar nicht zu vergleichen ist, werde ich in einigen Wochen erfahren und erleben).

Nach dem Ende des Krieges wurde mit dem Wiederaufbau begonnen, mehrspurige Autobahnen angelegt und Wolkenkratzer hochgezogen, ein Ende der Baulust ist noch nicht abzusehen. Ansonsten habe ich vom Krieg oder seinen Folgen nichts mehr mitgekriegt.

Die Orientierung ist eigentlich ganz einfach, wenn ich allerdings Einheimische nach einem Gebäude oder einer Straße frage, stoße ich meistens auf Unverständnis, da viele der englischen Sprache nicht mächtig sind. Mehr Glück habe ich auf einem Campingplatz. Eine Familie genießt den Feiertag mit Grillen und ich werde eingeladen, ihnen Gesellschaft zu leisten. Zwei junge Frauen ziehen genussvoll an der Wasserpfeife. Meine Frage nach dem Jahra Gate wird problemlos beantwortet, allerdings verstehen meine Gastgeber nicht, dass ich zu Fuß unterwegs bin, sie können dafür kein Verständnis aufbringen. Und tatsächlich, wohin ich auch schaue, immer bin ich der einzige Spaziergänger.

Pflastermüde vom vielen Laufen erreiche ich gegen Abend mein Hotel und erhole mich bei einer Kanne Tee. Das Getränk wird hier und auch in den danach folgenden anderen Orten auf dieser Reise ganz einfach mit Aufgussbeutel serviert.
Später marschiere ich wieder in Richtung Towers und esse im "chilys", diese Restaurantkette habe ich auch in den nächsten Wochen in den übrigen Ländern außer im Jemen angetroffen. Der Service ist perfekt und die Nachfrage groß, leer geräumte Tische werden sofort wieder besetzt. Alkohol ist in Kuwait tabu und so nehme ich mit einer Flasche Wasser und einem Glas Tee vorlieb. Auf dem Heimweg ist es ungemütlich, wieder gehe ich auf großen Umgehungsstraßen ohne Bürgersteig und kämpfe gegen den nicht nachlassenden Autoverkehr an. Erschöpft erreiche ich das Hotel und sinke sofort in die Federn.

Am nächsten Morgen stehe ich rechtzeitig auf und bin zwei Stunden vor dem Start im Flughafen, doch was sehe ich, der Abflug wurde um eine Stunde vorverlegt. Das habe ich noch nicht erlebt, man gut, dass ich rechtzeitig losgefahren bin. Ich mag es nicht glauben, aber die Sonne scheint und bei strahlendem Wetter wird eingecheckt. An einer Wand wirbt ein Poster mit "Kuwait – The land of friendship". Zu den Zielangaben bei den verschiedenen Gates wird auch in Celsius und Fahrenheit angegeben, wie warm es am Bestimmungsort ist.

Die Stewardessen der Gulf-Air tragen eine hübsche Uniform und über der Schulter einen Schleier. Gleich hinter Kuwaits Hauptstadt beginnt die Wüste und man sieht nur noch braune Erde unter sich. Nach 45-minütigem Flug landen wir in Bahrain.


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Kuweit Towers

Die Kuweit Towers bilden eine der Hauptattraktionen des Golfstaates.
Gegen Vorlage der Restaurantquittung erhält man kostenlosen Zugang zu den obersten Etagen.

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Manama


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Ausflug nach Manama

Visum, Zoll und Gepäckannahme dauern nur einen kleinen Moment, das Visum, 10 Euro, kann ich am Passschalter bezahlen. Im Flughafen befindet sich ein Hotelinformationsbüro und ich komme der Empfehlung, ins "Sanrock" zu fahren, gerne nach. Ein Taxi ist schnell gefunden und für 5 Bahraini Dinar (BD), rund 9 Euro, geht es ins Zentrum der Hauptstadt. Ich wundere mich über die hohe Polizeipräsenz, denn an jeder Kreuzung stehen Fahrzeuge und bewaffnete Ordnungshüter, das kann doch wohl nicht mir gelten. Stimmt, George W. Bush wird in den nächsten Stunden erwartet.

Und wieder staune ich über die Skyline, die modernen Hochhäuser, wie sie fast die Wolken ankratzen, denn die Sonne hat sich, wie sollte es auch anders sein, verzogen. Im Hotel wird mir ein Zimmer mit Blick auf den Dhauhafen zugewiesen. Ich erkundige mich an der Rezeption nach Ausflugsmöglichkeiten im Land, höre aber, dass man Fahrten nur individuell mit dem Taxi organisieren kann.

Der Bab al Bahrain, das Tor Bahrain, ist das erste Ziel meines Spazierganges, dahinter befindet sich der Souq von Manama. Er ist nicht sonderlich interessant und hat vor allem nicht den Charme der sonst üblichen Basare, da sich die einzelnen Läden mehr oder weniger in modernen Gebäuden befinden.

Awadiya heißt der historische Stadtteil, hier hängen schwarze Transparente über der Straße, aber niemand kann mir erklären, was sie aussagen wollen. Im "La Fontaine Centre of Contemporary Art" besichtige ich eine Gemäldeausstellung.

Am späten Nachmittag hat die Touristeninformation im Bab al Bahrain geöffnet, aber auch hier erhalte ich keine brauchbaren Informationen über Ausflüge in die Umgebung, der Tourismus scheint noch keine große Rolle zu spielen. Die nächsten Schritte plane ich im "Starbucks" bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Schokoladenkuchen.

In Bahrain herrscht kein Alkoholverbot und im Hotelcafé habe ich die Auswahl zwischen holländischem Heineken- und Amstelbier oder Budweiser bzw. Fosters. Am Nebentisch feiern fünf junge Marokkanerinnen mit Sekt und shisha, wie die Wasserpfeife hier genannt wird. Ich mache ein Foto und werde anschließend zu einem Glas eingeladen.

Später bittet mich ein abseits sitzender Herr an seinen Tisch. Nach kurzer Irritation nehme ich die Einladung an. Mein Gastgeber ist aus Saudi Arabien, gut angetrunken und Ehemann von drei Frauen, darunter eine Beduinin und eine Frau aus Bahrain. Er ist außerdem Vater von 11 Kindern, Tornadopilot und Mercedesfahrer. Seiner Aufforderung, mich an den vor ihm stehenden Tequilas zu bedienen, komme ich aber nicht nach.

Wir unterhalten uns über das Leben in Arabien und ich erwähne auch, dass ich eigentlich auf dem Landweg von Kuwait nach Manama und von dort nach Qatar fahren wollte. Dieser Weg führt durch Saudi Arabien und hier stößt der normale Tourist an seine Grenzen, weil er kein Visum erhält. Selbst Nachfragen in Konsulaten und Botschaften halfen mir nicht weiter, immer wurde mir bedeutet, doch das Flugzeug zu nehmen.
Mein Gesprächspartner meint, er hätte da Bekannte und Möglichkeiten ..., ich habe es aber nicht darauf ankommen lassen.

Zum Abendessen gehe ich wieder ins Zentrum und speise in einem Restaurant in der Nähe des Bab al Bahrain. Später besuche ich den Nightclub im Hotel. Doch die Musik sagt mir nicht so zu, obwohl wirklich eine gute Stimmung unter den Gästen auszumachen ist. Mir ist der Gesang zu laut und zu verzerrt. Auf der Bühne tanzen sechs wohlproportionierte Frauen und werden von einigen anwesenden Männern mit Girlanden beschenkt. Es muss sich wohl um Bauchtanz handeln, den ich bisher nicht als Gruppenveranstaltung kannte.
Unter den Zuschauern sitzen auch Frauen, einige von ihnen sind verschleiert, es ist für mich als Europäer schon ein sehr fremdes aber auch prickelndes Erlebnis.

Auf der gleichen Etage befindet sich noch eine Diskothek. Aber auch hier das gleiche Bild und ähnliche Musik, nur sind die tanzenden Frauen schlanker, dafür ist das Bier etwas teuerer. Eintritt wird in beiden Etablissements nicht erhoben.

Am nächsten Morgen ist es kühl und regnerisch, viele Männer haben sich Ohrenwärmer angelegt. An der Rezeption handele ich mit einem Taxifahrer einen akzeptablen Preis aus und so fahren wir zunächst zu den Erdwallgräbern, den burial mounds. Diese Ansammlung von rd. 85.000 Gräbern aus dem 3. Jt. v. Chr. ist weltweit einmalig. Einige Grabbeigaben können im Nationalmuseum von Manama besichtigt werden. Der Friedhof aus der Dilmun-Ära erstreckt sich zu beiden Seiten des King Fahd Causeway. Außer mir verirrt sich kein weiterer Besucher in diese Gräberlandschaft, schon gar kein Tourist. Der Besuch ist kostenlos, Eintritt braucht nicht entrichtet zu werden.

Mein freundlicher Fahrer wohnt seit 20 Jahren in Bahrain, er ist gebürtig aus Kerala in Indien, verheiratet und freut sich über drei Kinder. Er ist sehr kundig und vermittelt mir viele interessante Informationen über das Land. So wurden die meisten der auffälligen und imposanten Hochhäuser in den letzten vier Jahren gebaut. Viele neue Siedlungen befinden sich auf einem Gebiet, dass in aufwändiger Arbeit dem Meer abgerungen wurde. Unterwegs ist der König immer präsent, er grüßt von riesigen Postern an der Straße, zumeist in Gesellschaft seines Sohnes und eines Onkels, dem Premierminister. Er hat sechs Frauen, u. a. aus Kuwait, Saudi Arabien und Dubai.

Weiter geht es nach Rifa, vorbei an dicken Pipelines, die zwischen Bahrain und Saudi Arabien verlegt wurden. Auf dem Weg sehen wir den Königspalast und die Moschee des Monarchen, die freitags allen Gläubigen zur Verfügung steht. Das 1812 erbaute Fort liegt auf einer Anhöhe und ist weithin sichtbar, bei klarem Wetter soll man von hier auch einen hervorragenden Blick auf Manama und andere Orte haben. Eintritt wird auch hier nicht erhoben und ich bin wieder einziger Gast.

Die Straße zu unserem nächsten Ziel führt durch karge Wüste und riesige Ölfelder, mitten im "Nichts" auf einmal der Palast einer Königsgemahlin. Abseits der Öl- und Gaspipelines wurden einige Beduinenzelte aufgebaut. Und dann stehen wir auch schon vor dem Lebensbaum, dem Tree of Life. Die über 400 Jahre alte Akazie gilt als Naturwunder, denn niemand kann sich erklären, woher sie das benötigte Wasser bezieht.
Zurück in die Hauptstadt kommen wir noch an einigen markanten Palästen der Königsfamilie vorbei. Der Fahrer hält im Parkhaus einer riesigen modernen Shopping-mall, wo ich in einer Wechselstube Geld tausche und ihm seinen Lohn gebe.

Abends ist es recht kalt und regnerisch und ich bedaure, nur kurzärmlige Hemden eingepackt zu haben. Der Kellner im Chinarestaurant fragt, ob ich mein Getränk unbedingt gekühlt haben möchte. Später auf dem Heimweg staune ich über die wechselnde Illumination bei einem Hochhaus, es ist ein tolles Bild. Nach Nachtclub steht mir nicht der Sinn und so spiele ich im Café des Hotels mit einigen Thaifrauen Billard und unterhalte mich danach mit einer Philippinin, die hier seit einer Woche im Service arbeitet und vorher in Dubai tätig war. Von dieser Stadt schwärmt sie fortwährend. Ihr Dienst beginnt um 19.00 Uhr und endet um 04.00 Uhr, auf eine günstigere Tagschicht braucht sie, so zumindest erklärt sie es mir, in den nächsten Monaten noch nicht zu hoffen.

Auch der nächste Tag findet ohne Sonne statt. Mit dem Taxi fahre ich zum Nationalmuseum und diesen Besuch kann ich wirklich jedem Reisenden empfehlen und ans Herz legen. Eintrittsgeld ist hier natürlich auch nicht fällig und ich bin ausnahmsweise nicht einziger Gast, wobei die Anzahl der weiteren Interessierten noch im einstelligen Bereich liegt.

Fasziniert bin ich von den Darstellungen des Alltags, den Händlern und Handwerkern, dem Treiben und Handeln im Souq. Aber natürlich ist auch der Saal mit den Dilmun-Gräbern und den Bestattungsbeigaben interessant und einmalig. Die zeitgenössische Malerei hat mich nicht so angesprochen. Bedauerlicherweise ist die Erklärung manchmal nur in arabischer Sprache und somit für mich nicht immer nachvollziehbar.

Einsam und verlassen komme ich mir vor, wie ich als einziger Passant auf dem Fußgängerweg neben dem verkehrsreichen Al Fatih Highway zur Ahmed al Fateh Moschee gehe, meistens am Wasser entlang. Einige Autos parken vor dem Marina Club, das Funland hat noch geschlossen und in den wenigen Teehäusern unterhalten sich einige Männer, am Fähranleger ist weit und breit keine Menschenseele zu sehen. Von einer Häuserwand prangt das Firmenschild „Kühne & Nagel“.

Die in gelbem Farbton gehaltene Große Moschee ist wegen ihrer Ausmaße nicht zu verfehlen, beide 70 m hohen Minarette liegen permanent im Blickfeld. Am Eingang nehmen mich zwei Frauen in Empfang, begleiten mich, zeigen mir viele Details und geizen nicht mit Erklärungen. Die Unterhaltung entwickelt sich prächtig, denn eine der Damen hat viele Jahre in Deutschland, in Hannover, gewohnt, die andere, eine Ägypterin, war auch schon in meinem Heimatland.

Beide geben sich viel Mühe, ihr Wissen "an den Mann zu bringen" und so erfahre ich einiges über den Islam, den Koran und über das Leben der Muslime. Die Moschee fasst insgesamt 7.000 Besucher, davon im Innenhof 1.800, ein separater Bereich bleibt Frauen und Kleinkindern vorbehalten. Im Inneren finden gut 5.000 Gläubige Platz, der Raum oben auf der Balustrade ist für die weiblichen Gäste reserviert.

Der ganze Komplex, hier auch islamisches Zentrum genannt, beeindruckt mich, der Marmor aus Italien, die Lampen aus Frankreich, das Teakholz aus Indien, die Teppiche aus Schottland und der 3,5 t schwere Leuchter aus Österreich. Mit dem Bau der Moschee wurde 1983 begonnen, das Land dem Meer abgerungen. Ich darf überall fotografieren, einen Händedruck zum Abschied lehnen beide Frauen ab, decken mich aber mit reichlich Informationsmaterial ein und mit einer kleinen Tüte Orangensaft.

Auf dem nicht enden wollenden Weg ins Hotel zurück sehe ich noch zwei Königspaläste hinter dicken Mauern. Hin und wieder halte ich an, um ein Glas Tee zu trinken. Nach kühlen Getränken ist mir bei dieser Witterung nicht der Sinn, im Hotelfahrstuhl stört mich sogar schon die Aircondition.

Der Flug nach Doha in Qatar hat eine Stunde Verspätung, dauert aber nur 25 Minuten. Auch diese Strecke hätte ich lieber, wie bereits erwähnt, auf dem Landweg zurückgelegt, wenn es denn möglich gewesen wäre.


Doha


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Doha

Das Visum, 100 Qatar Riyal (QR), knapp 20 Euro, zahle ich mit Kreditkarte. Im Flughafen haben mehrere Hotels einen Informationsschalter und nachdem mir ein Mitarbeiter des "Ramada" 30 % Rabatt anbietet bin ich einverstanden und fahre im Regen mit dem Hotel-Shuttle meiner nächsten Unterkunft entgegen. Peter aus England, den ich im Bus kennen lerne, ist aus beruflichen Gründen unterwegs. Er war schon mehrere Male in Arabien und schwärmt von Muscat. So erhalte ich während der Fahrt einige nützliche Informationen. Später werden wir uns in Dubai und Amsterdam wieder sehen.

Beim Einchecken erfahre ich, dass der mir genannte Preis für eine und nicht für drei Nächte zu zahlen ist, etwas missmutig unterschreibe ich die Anmeldung. Das Gepäck wird am Eingang durchleuchtet. Da der Portier meint, der Weg an die Corniche sei zu weit und auch zu gefährlich (wegen der einsetzenden Dunkelheit?), nehme ich ein Taxi. Doch wieder bin ich einziger Besucher und habe die ganze Strandpromenade für mich allein, Jogger und Skater, wie im Reiseführer beschrieben, sind weit und breit nicht zu sehen. Das Wetter motiviert halt nicht zum Aufenthalt im Freien.

Später möchte ich in einem der umliegenden Restaurants zu Abend essen, schaffe es aber nicht, trockenen Fußes an der Ampel die Straße zu überqueren. Das Regenwasser steht teilweise bis zur Höhe der Bordsteinkante. An solche Niederschläge ist man hier halt nicht gewöhnt. Und so suche ich mir eine trockene Stelle und haste über den mehrspurigen Highway zur anderen Straßenseite. Aus strategischem Grund entscheide ich mich auch in Doha für das „chilys“ und lasse mich zu einem Platz in der Nichtraucherzone führen. Alkohol wird nicht ausgeschenkt.

Die Hotelbar "Sherazad" ist bis auf den letzten Stuhl besetzt, an der Theke finde ich noch ein kleines Plätzchen, dicke Rauchschwaden ziehen durch den Raum. Ich habe den Eindruck, in einem englischen Pub zu sein. Diverse Bildschirme an der Wand unterhalten mit europäischem Fußball, im Ausschank ist europäisches, australisches und asiatisches Bier. Ob alle Gäste auch im Hotel wohnen oder nur für ein paar Drinks oder ein Billardspiel vorbeikommen? Ich weiß es nicht.

Später wechsele ich noch in die Bar "Bibliothek" im 11. Stock und genieße die wunderschöne Aussicht auf Doha. Ein Duo erfreut uns mit Unterhaltungsmusik und muss viele Wünsche der Gäste erfüllen. Längere Zeit unterhalte ich mich mit einem Franzosen und einem schwarzhäutigen Iren, die aus beruflichen Gründen schon länger in Qatar unterwegs sind.

Am nächsten Morgen, ich traue meinen Augen nicht, scheint die Sonne und keine Wolke ist am Himmel zu erkennen. Nun aber die Sonnenbrille hervorgeholt und nichts wie los. Wieder fahre ich mit einem Taxi ins Zentrum und lasse mich am Souq al Waqif aussetzen. Meine Laune könnte nicht besser sein. Jetzt endlich zeigt sich mir Arabien so, wie ich es mir vorgestellt und erträumt habe.

Der Besuch des Souq ist ein Erlebnis für sich, der Gang durch die engen Gassen, der Geruch der Gewürze, die leuchtenden Farben der Tücher und Stoffe, die bis auf kleine Sehschlitze total verschleierten Frauen, die stolzen Herren in ihrer dishdasha, ich fühle mich wie in einer anderen Welt.

Anschließend halte ich mich eine ganze Weile am Wasser auf und schlendere die Corniche entlang. Die in der Doha Bay liegende Palm Tree Insel ist von jeder Stelle gut sichtbar. Im Fischereihafen liegen viele alte Dhaus, ansonsten ist keine größere Geschäftigkeit ersichtlich. Eine markante Muschel weist den Eingang zum Fishing Harbour.
Es ist sehr angenehm, an der Corniche spazieren zu gehen, zwischen der Verkehrsstraße und dem Fußgängerweg befinden sich Bäume, Rasenflächen sowie Blumenbeete, aber mein Blick ist meistens auf das Meer gerichtet.

Ein paar Schritte weiter sehe ich auf einem kleinen Hügel den Uhrturm, dahinter befindet sich die Große Moschee und in unmittelbarer Nachbarschaft der Emir-Palast. An riesigen Parkplätzen vorbei gehe ich zurück in die Gegend um den Souq. Das Islam Kultur Center finde ich sofort, nicht aber das Al Koot Fort, es scheint bei den Einheimischen wohl nicht so bekannt zu sein, denn auf meine Nachfragen wird meistens nur mit einem Achselzucken reagiert. Mitten im urigen Gassengewirr lege ich eine Teepause ein und beobachte gemütlich das Treiben auf der Straße. Ein junger freundlicher Kellner aus Nepal bemüht sich sehr um eine Unterhaltung und stellt mir viele Fragen, die ich aber gern beantworte.

Mein Nachhauseweg führt zunächst an imposanten Bankpalästen vorbei, später ist der Weg für Fußgänger eher beschwerlich, da Bürgersteige voll geparkt oder gar nicht vorhanden sind.
Im Costa Coffee in absoluter Nähe des Hotels lese ich ein paar Seiten und freue mich über den gelungenen Tag. Raucher sitzen hinter einer dicken Glasscheibe im Nebenraum.

Die Organisation von Reisen im Lande ist vergleichbar mit der Situation in Bahrain, man erkundigt sich an der Hotelrezeption. Gern würde ich das im Reiseführer empfohlene Khor al Udaid besuchen, aber die Fahrt in einer noblen Hotel-Limousine entspricht nicht meiner Vorstellung. Die Mitarbeiterin merkt wohl meine Enttäuschung und schlägt vor, mit einem ganz normalen Stadt-Taxi zu fahren, man könnte einen Preis von 50 QR/Std. aushandeln.

Am nächsten Morgen winkt sie mir ein Auto heran und erklärt dem Fahrer das Ziel. Ich merke gleich, dass er zwar bejahend mit dem Kopf nickt aber eigentlich nicht verstanden hat, wohin ich möchte. Er telefoniert mit seinem Chef und nach etwa einer Stunde sind wir am vermeintlichen Punkt, aber er entspricht ganz und gar nicht der Beschreibung in meinem Buch. Fakt ist, wir sind nicht südwärts, sondern in den Norden nach Al Khor gefahren, einer Stadt an einer Lagune, sicherlich ganz schön, aber nicht das, was ich mir vorgestellt habe.

Ich versuche, den Fahrer zu überzeugen, dass wir im falschen Ort sind, zeige ihm meine Landkarte und frage, ob er mich denn überhaupt verstanden hat. Er bejaht und ich bitte ihn, jetzt doch zum gewünschten Inland Sea zu fahren, zur weiteren Hilfe erwähne ich noch, dass er in der Nähe der saudischen Grenze liegt. Wir fahren wieder zurück, streifen Doha, kommen an edlen Scheich-Anwesen vorbei, sehen Pipelines in der Wüste, einmal eine große Raffinerie und fahren und fahren. Plötzlich sehe ich die Grenze, wir sind wieder falsch. Meine Laune verschlechtert sich zunehmend.

Jetzt bitte ich den eigentlich sympathischen Fahrer, doch jemanden zu fragen, so weit kann es von hier nicht mehr sein. Er erkundigt sich an zwei Stellen und bei einsetzender Dunkelheit sind wir am Ziel. Beim Inlandsee handelt es sich um einen Meeresarm, der in die Wüste führt. Umgeben von einer gewaltigen Dünenlandschaft, die nur mit Vierradantrieb zu bewältigen ist oder mit Quads. Die letztgenannten Fahrzeuge können am Rand der Sandberge zigfach gemietet werden.

Vom See habe ich jetzt nur eine Momentaufnahme mitgekriegt, ein Ausflug über die Dünen, das Ufer vor Augen, wäre sicher ein Erlebnis gewesen, aber ich bin ganz zufrieden. Es hat zwar Nerven gekostet, aber wir haben es geschafft. Die Kamele am Rand der Straße hätte ich unter anderen Umständen bestimmt wesentlich interessierter beobachtet.

Zurück in Doha streiten wir uns etwas bei der Abrechnung. Der Fahrer möchte die Kilometer ersetzt haben, ich hingegen habe andere Vorstellungen und orientiere mich an unserer Abmachung, telefoniere kurz mit seinem Chef und bitte darum, die Angelegenheit doch neutral im Hotel zu klären. Aber dieser Vorschlag wird abgelehnt. Ich überlege mir einen Kompromiss, lege noch etwas Geld hinzu und meine, mich ganz souverän verhalten zu haben. Doch die nächsten Stunden plagt mich ein unangenehmes Gefühl und der Fahrer ist bestimmt auch nicht glücklich über diesen Tag.

In Doha und Al Khor wird ebenfalls neues Land aus dem Meer gewonnen. Eine rege Bautätigkeit ist erkennbar. Im Jahr 2010 soll ein neues Palmenressort fertig gestellt sein, angeblich irgendwie vergleichbar mit "The Palm" in Dubai.

Der Hotel-Shuttle bringt mich wieder zum Flughafen. Am Check-in-Schalter liegen schon prall gefüllte Koffer und Tüten mit großen, dicken Wolldecken. Später erfahre ich, dass die Passagiere vor mir einen Weiterflug nach Tschibuti haben. Eine Dame bei der Passkontrolle fragt nach dem Seyschellen-Stempel in meinem Dokument, der die Form einer endemischen Kokusnuss hat.
Alle Frauen im Flugzeug sind verschleiert, Bordkarten gibt es bei diesem Flug der Yemenia nicht. Nach 2 ½ Stunden landen wir in Sana´a, der Hauptstadt Jemens.


Sana'a


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Sana'a

Das Visum hatte ich mir schon in Deutschland besorgt. Bei der Gepäckausgabe kommt Hektik auf, da nur ein Förderband die Koffer mehrerer Flüge transportiert. Ein Taxifahrer hängt wie eine Klette an mir und folgt sogar in die Wechselstube. 280 jemenitische Riyal (YR) erhalte ich für einen Euro. Mein anhänglicher Begleiter meint, von den von mir favorisierten Hotels sei das "Al Shamiri Plaza" günstig und gut, die Fahrt dort hin kostet 2.000 YR.

Jemen gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Man stellt es sofort im Flughafen fest und auch später auf dem Weg in die Innenstadt. Kleine Kinder betteln auf der Straße oder bieten den vor einer Ampel parkenden Fahrern Waren an. Der erste Eindruck vermittelt gleich die Kluft zwischen diesem Staat und den anderen Ländern der arabischen Halbinsel.

Unterwegs meint der Fahrer fortwährend, dass es bessere und günstigere Hotels gäbe und bietet mir auch permanent Fahrten in die umliegende Region an. Eigentlich hatte ich lange überlegt, ob ich überhaupt einen Abstecher in den Jemen wage, was hat man nicht alles gelesen über Entführung, Lösegeld und gefährlichen Aufenthalt. Aber im Reiseführer gewann ich einen anderen Eindruck und beschloss, nur die Hauptstadt zu besuchen, die weitere Umgebung wollte ich unbedingt meiden.

Schnell checke ich ein, wundere mich aber über die 35 Dollar/Nacht, in meinem Buch waren 18 angegeben. Doch am Empfang ist niemand der englischen Sprache so weit mächtig, um das Thema zu erörtern. Vermutlich hat mein Fahrer auch noch sein Bakschisch erhalten, obwohl ich dieses Haus selber ausgesucht habe.
Das Zimmer ist einfach, aber permanent nehme ich einen unangenehmen Geruch wahr, als ob eine Kloake unter mir sei. Immerhin ist eine Minibar im Zimmer, mit Wasser und alkoholfreiem Becks, allerdings mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum.
Dafür bietet das Restaurant im 8. Stock eine wunderbare Aussicht auf Alt- und Neustadt. Ich bin wieder einmal einziger Gast, esse eine Kleinigkeit und freue mich auf die nächsten Tage.

Später gehe ich noch einmal zum Empfang und einige mich mit dem Geschäftsführer auf 25 Dollar pro Nacht. Gegenüber im "Taj Sheba", dem 1. Haus am Platz, kostet eine Übernachtung 148 $.

Am nächsten Morgen brennt die Sonne vom Himmel. Beim Frühstück genieße ich wieder den atemberaubenden Blick über die wunderschönen Häuser der Stadt und auf das Grün der vielen Gemüsegärten. Auf dem Sportplatz findet eine, wahrscheinlich religiöse, Demonstration statt, niemand kann mir erklären, was es damit auf sich hat.

Draußen wundere ich mich über die Bekleidung der Männer, alle tragen einen Krummdolch vor dem Bauch, zuerst fühle ich mich wie bei einer Theateraufführung. Ich gehe, immer an der dicken Stadtmauer entlang, zum Souq-Haupteingang, dem Bab al Yemen, stürze mich dann in die Menschenmassen und lasse mich einfach durch das Labyrinth der Gassen treiben.
Auch hier sind die einzelnen Abschnitte wieder nach Handwerk oder Warengruppe aufgeteilt und so kämpfe ich mich durch den Gewürz-, den Silber-, den Stoff- und den Krummdolch-Souq. Nach intensivem Handel kaufe ich ein Exemplar dieser Gattung. Die beiden jungen Verkäufer fragen nach meiner Herkunft und raunen sofort "Ballack" und leider auch "Hitler".
Hier im Zentrum meine ich im Mittelalter zu sein, zumindest erlebe ich nun den Orient pur.

Erstaunlicherweise höre ich einmal Stimmen einiger Deutscher. Die Polizei ist immer präsent. Sana´a soll eine der ältesten Städte der Welt sein, die Altstadt gehört zum Unesco-Welterbe. Die zum Teil 30 m hohen Wohntürme aus Lehmziegeln und Naturstein mit dem weißen leuchtenden Stuck sind einmalig, häufig unterbrochen von kleinen Oasen mit Gartenanlagen. Es ist ein phantastisches, märchenhaftes Bild. Später sehe ich mir die Große Moschee noch von draußen an, denn eine Innenbesichtigung ist nur Muslimen gestattet.

Nachmittags orientiere ich mich in Richtung Neustadt zum Tahrir-Platz, habe aber keine Lust auf das hier ansässige Militärmuseum. Auch im Jemen ist die Organisation weiterer Exkursionen einem selbst überlassen. Eigentlich wollte ich ja in der Stadt bleiben, aber die Beschreibung des Wadi Dar ist so verlockend, dass ich mit einer kleinen Ausnahme meines Vorsatzes liebäugele. Ein Hotelmitarbeiter verspricht mir, für den nächsten Tag einen Fahrer zu suchen.

Abends im Restaurant beobachte ich den Sonnenuntergang, erlebe, wie sich tiefe Dunkelheit über das inmitten einer Hochebene liegende Sana´a ausbreitet. In der Altstadt ist fast kein Licht zu sehen, auf der anderen Seite, in der Neustadt, scheint mehr Leben zu sein. Ein Mitarbeiter bittet mich um ein Foto und stellt sich neben der Diskokugel in Pose. Besteck wird beim Abendessen nicht gereicht und so tunke ich das Brot in die köstliche Currysauce und benutze es als Gabel.

Viele Männer kauen das Narkotikum Qat, zuerst wundere ich mich, warum immer eine Backe "geschwollen" ist. Ich persönlich habe diese Droge nicht probiert, Gelegenheiten hätte es aber zur Genüge gegeben. Auch versage ich mir den Zug an einer Wasserpfeife aus Angst, als ehemaliger Kettenraucher wieder rückfällig zu werden.

Beim Fahrer handelt es sich um meinen alten Bekannten vom Flughafen, hat er es also doch geschafft. Aber wir haben uns ja ganz gut vertragen, wenngleich mir sein Englisch doch manchmal Probleme bereitet. Wir einigen uns nach kurzer Verhandlung auf einen Preis und dann steige ich erwartungsvoll in seinen Mercedes-Benz Baujahr 1984. Die Fensterscheibe ziert ein Schild "Universal Tourist Company".

Am Stadtrand fällt mir das German Medical Center auf. Ein paar Kilometer weiter auf dem Lande stehen häufig Qat-Sträucher neben der Straße. Vor dem Eingang zum Wadi bietet eine Ebene einen guten Ausblick auf die Schlucht. Zwei Jungen, nicht fähig zu gehen, bitten um eine kleine Spende, ein Falkner stellt sich fotogen vor die Kamera.

Kurze Zeit später erreichen wir die Oase Souq al Wadi und stehen vor der bekannten Felsenburg im Wadi Dar, die mir von Bildern schon bekannt war. Das Dar al Hajar, übersetzt Felspalast, wurde 1930 gebaut und erhebt sich mit fünf Stockwerken auf einem 60 m hohen Bergkegel. Früher Sommerresidenz eines Imam ist das Bauwerk heute ein interessantes Museum, ganz besonders genieße ich den Blick vom Dach auf die Umgebung. Ein älterer Führer fragt nach meiner Herkunft und berichtet freudestrahlend, dass er die MS Bremen schon gesehen habe. Mein Fahrer wartet auf einer Bank schlafend auf meine Rückkehr.
Dieser Ort scheint auch bei Einheimischen beliebt zu sein, denn ich sehe einige arabische Gäste, aber auch zwei Personen aus Skandinavien.

Auf dem Rückweg kommen wir an großen Qat-Plantagen vorbei. Mein Begleiter kann sich nicht damit abfinden, dass die Fahrt nun zu Ende sein soll und kommt mir preislich entgegen. So stimme ich nach kurzer Überlegung zu und freue mich auf die nächsten Orte. Shibam ist als erstes Ziel auserkoren. Doch nach kurzer Zeit durchkreuzt eine Polizeisperre vorerst unsere Pläne. Alle Autos werden durchgelassen, nur wir werden heran gewunken und ich höre danach immer wieder das Wort "Almani". Mein Fahrer signalisiert, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Gelegentlich kommt er zu mir herüber und raunt mir zu, die Angelegenheit mit einer Tüte Qat regeln zu wollen. Nach einer halben Stunde Wartens in der heißen Mittagssonne dürfen wir die Fahrt fortsetzen.

Es geht weiter durch eine öde Steinwüste, manchmal ist ein Esel oder eine kleine Herde Ziegen oder Schafe zu sehen, hin und wieder führt die Strecke durch eine Oase. Bei einer Tankstelle bittet der Fahrer um einen Vorschuss. Kurz vor Shibam stoppt uns wieder eine Polizeikelle. Man fragt nach meinem Pass, kontrolliert ihn aber nicht, sondern wünscht mir viel Spaß in der Stadt.

Der Ort hat etwa 9.000 Einwohner und liegt am Fuße eines Hochplateaus. Wir fahren ins Zentrum und ich schlendere dann durch die Straßen, sehe mir die Auslagen in den Souqs an und mache einige Fotos. Später essen wir Hühnchen, das mein Begleiter spendiert. Ein Karton mit der Aufschrift "French Frozen Chicken" fällt mir ins Auge.

Unser nächstes und letztes Ausflugsziel ist schon weithin sichtbar, der Ort Kaukaban auf einem Bergplateau in fast 3.000 m Höhe. Außer dem Mercedes hält kein weiteres Auto auf dem Parkplatz an der Stadtmauer. Ich gehe durch das Stadttor, schaue mir die Steinhäuser an und natürlich begeistert mich der Ausblick in das Tal. Einige Jungen sind sehr bemüht, ihre Souvenirs an den Mann zu bringen und nach kurzem Feilschen kaufe ich ihnen eine Schere ab.
Auf der Rückfahrt wird den Polizisten das versprochene Päckchen Qat ausgehändigt, wir hatten es auf dem Markt in Shibam erworben.

Im Dachrestaurant bin ich wieder einziger Gast. Früher, so wird mir erzählt, waren auch häufiger Reisegruppen aus Deutschland zu Besuch. Das Abendessen verzögert sich, da der Koch noch in der Moschee weilt.

Mein steter Begleiter bringt mich am nächsten Morgen zum Flughafen und wir verabschieden uns herzlich. Der Eingang wird von Polizisten bewacht. Während des Wartens auf den Abflug beobachte ich etliche Militärmaschinen beim Start und bei der Landung, es scheint sich um ein Manöver zu handeln. Im Abfertigungsraum befindet sich eine mit Teppichen ausgelegte Gebetsnische und viele Mitreisende nutzen diesen Service.

Der Flug bis Dubai dauert 2.15 Stunden. Ich fliege mit den "Emirates" und erfreue mich an den hübschen Stewardessen in ihrem beigen Kostüm mit roter Kappe und weißem Schleier.
Bis Muscat, hier nutze ich den Dienst von Oman Air, benötigen wir weitere 40 Minuten. Die Flugzeuge dieser Gesellschaft ziert ein Krummdolch.
Bei der Einreise im Flughafen bezahle ich am Travelex-Schalter 6 Omani Rial (OR), rund 12 Euro, und gehe dann zur Passkontrolle.


Muscat


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Muscat

Da wir erst am späten Abend landen, hatte ich ein Zimmer im "Hotel Marina" telefonisch bestellt. Aufgrund der Zeitverschiebung ist es hier noch eine Stunde später.
Das Taxi braucht bis Mutrah eine knappe halbe Stunde, obwohl wir meistens 120 kmh fahren. Den Straßenrand schmücken bunte Girlanden. Unterwegs sehen wir auch die schön illuminierte 2001 erbaute Große Moschee, sie bietet 15.000 Menschen Platz.

Im Keller des Hotels befindet sich ein Nachtclub, aber auch hier lauter und verzerrter Gesang. Den einheimischen Gästen scheint das aber nichts auszumachen, denn sie sind bester Stimmung und verteilen an die Sänger und Tänzerinnen immer kleine Zettel mit ihren Wünschen. Eine kurze Zeit unterhalte ich mich mit einem Hamburger und einem Pakistani.

Das Frühstück nehme ich am nächsten Morgen auf der Restaurant-Terrasse ein, mit Blick auf den Fischmarkt und den Golf von Oman. Es ist warm und sonnig und ich freue mich auf den Tag. Aber erst gilt es die Fahrt nach Dubai zu organisieren, endlich bin ich mal nicht auf einen Flieger angewiesen, sondern kann den Landweg nutzen und auch etwas von der Gegend sehen.

Mit einem Sammeltaxi fahre ich nach Ruwi und suche nach Reiseveranstaltern, eine schöne blaue Moschee befindet sich im Zentrum. Der Bus nach Dubai kostet 6 OR, eine Reservierung ist nicht notwendig, wohl aber ein Visum. Jetzt bin ich doch einigermaßen überrascht und frage in einem anderen Büro nach. Der Preis ist gleich, eine Reservierung ebenfalls nicht erforderlich und ein Visum auch nicht. Vorsorglich erkundige ich mich noch einmal im Hotel, aber auch hier meint man, dass die Ausstellung an der Grenze bei der Einreise kein Problem sei.

Bei herrlichstem Wetter gehe ich die Corniche entlang bis Old Muscat. Gleich hinter der Moschee von Mutrah, das, genau wie Ruwi, zu Greater Muscat gehört, erhebt sich eine alte Burg, gegenüber im Golf dümpeln ein paar alte Dhaus vor sich hin, weiter hinten hat ein großes Kreuzfahrtschiff angelegt. Vor dem Eingang zum Souq warten einige Reisegruppen auf ihren Bus, ich höre auch deutsche Stimmen.

Der Spaziergang ist wunderbar, hin und wieder kann man unter Schatten spendenden Baldachinen eine Pause einlegen und sich an den Wasserspielen erfreuen, irgendwie ist immer eine Burgruine oder eine blaue oder grüne Moschee im Fokus. Unterwegs treffe ich ein Paar aus Australien, das ebenfalls im "Marina" wohnt. Wir gehen ein Stück zusammen und unterhalten uns. Sie sind schon über 60 Jahre alt und ein knappes halbes Jahr unterwegs, immer auf eigene Faust, in Bremen waren sie auf dieser Reise auch schon.

Durch ein schönes Stadttor betreten wir Old Muscat. Das Fort Mirami ist weithin sichtbar. Es wird bewacht und darf nicht betreten oder besucht werden. Der Wachsoldat ist sehr freundlich und auskunftsfreudig und wir unterhalten uns längere Zeit. Manchmal nimmt ein weiterer Soldat am Gespräch teil, einmal auch eine Frau, die hier zu arbeiten scheint.

Der Platz ist wunderbar, man hat eine prächtige Sicht auf Fort Jalali, auf herrliche alte Kaufmannshäuser und den Palast Qasr al Alam in seinen schönen Farben. Im warmen Licht der nicht mehr ganz so heißen Spätnachmittagssonne wandere ich zurück, ich habe es zumindest vor, denn ein Auto hält und die Frau, die ich bei der Burg gesehen hatte, fragt, ob ich in ihrem Kia mitfahren wolle. Das Angebot nehme ich gern an und auch das Stück Kuchen, das sie mir anbietet.

In Höhe des Souq von Mutrah steige ich aus, sehe einigen Jungen beim Angeln zu, beobachte einen Fischer beim Entladen seines Fanges und genieße das interessante Treiben bei einer Tasse Tee.

Der Souq scheint ganz in den Händen von Touristen zu sein, vermutlich wird der Besuch allen Kreuzfahrern empfohlen. Ich laufe durch die Gassen und sehe mir die Auslagen, die auch hier nach Warengruppen getrennt sind, an. Die Krummdolche sind mir zu teuer, kurzzeitig überlege ich, ob ich mir eine traditionelle Kappe kaufe, lasse es dann aber.

Zum Abendessen gehe ich wieder auf die Terrasse meines Hotels. Der King Fish ist sehr lecker und das Tuborg-Bier passt hervorragend dazu. Langsam wird es dunkel und die Bucht erwacht im Lichterschein. Es ist ein tolles Bild und ich mag den Blick gar nicht abwenden, eigentlich wollte ich lesen. Im Hafen werden gerade einige hundert Autos aus einem Schiff entladen.

Später spreche ich noch mit einem Paar aus der Schweiz, das schon viel in der Welt herumgekommen ist und gern darüber erzählt. Der Mann war Chefredakteur bei La Liberté und wendet sich jetzt der Kunst zu. Wir unterhalten uns prächtig, trinken ein paar Gläser zusammen und ich erhalte von ihnen einige Hoteltipps für Dubai. Zum Schluss nehme ich noch am Tisch eines New Yorkers für ein kurzes Gespräch Platz.

Um 5.00 Uhr klingelt am nächsten Morgen bereits der Wecker. Mit dem Taxi fahre ich zum Busbahnhof nach Ruwi, muss dann aber doch noch geraume Zeit bis zur Abfahrt warten. Ein Filipino, der im Oman wohnt und jetzt in Dubai geschäftlich zu tun hat, gibt mir ein paar Informationen.

Obwohl sich das Wetter verschlechtert hat, freue ich mich auf die Fahrt. Die Straßen außerhalb der Stadt sind von Blumen eingerahmt, auch die Verkehrsinseln werden mit Beeten verschönert. Wieder kommen wir an der Großen Moschee vorbei. Oman ist sehr gepflegt, schöne Häuser stehen am Straßenrand, um uns herum immer Natur, meistens Palmen, Wüstenlandschaft sehe ich nicht. Nach gut vier Stunden Fahrt, einmal von einer kurzen Pause unterbrochen, erreichen wir die Grenze. Die Gegend wird hügelig. Der Mitfahrer von den Philippinen hatte schon einmal drei Stunden warten müssen und ich bin gespannt, wie lange es bei uns dauert.

Bei der Einreise in die Vereinigten Arabischen Emirate müssen Ausländer ein Formular ausfüllen und 10 OR oder 100 Dirham (AED oder Dh) bezahlen. Man winkt mich an einen anderen Schalter und ich denke, jetzt gibt es Probleme wegen des Visums. Aber nichts dergleichen, ich brauche als Deutscher kein Visum und darf unbehelligt einreisen.
Glücklich besteige ich wieder den Bus. Für die ganze Grenzprozedur benötigen wir etwa eine Stunde.

Bis Dubai sind es jetzt noch gut 30 Minuten. Erst fahren wir durch karge Gegend, dann sind zu beiden Seiten der Straße riesige Sanddünen zu sehen und Hinweisschilder warnen vor Kamelen. Und tatsächlich, kurze Zeit später sehe ich ein paar Mal kleine Herden. Vierradfahrzeuge rasen über die Sandberge.


Dubai


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Dubai

Ikea grüßt am Stadteingang, die Skyline ist imposant. Mächtige Hochhäuser ragen in den Himmel, Wolkenkratzer so weit das Auge reicht.
Es dauert, bis ein Taxi am Busbahnhof anhält. Für die letzten Nächte dieser Reise habe ich mich für das Hotel "Ibis" entschieden, zentral im Dubai International Exhibition & Convention Center oder im Trade Center gelegen. Den Fahrpreis brauchen wir jetzt nicht mehr auszuhandeln, der Fahrer arbeitet mit Taxameter und ich bin selten in einer modernen Metropole so günstig gefahren.

Noch nie habe ich in einer Stadt eine so große Bautätigkeit gesehen. Egal wo ich stehe und wohin ich schaue, nur Häusertürme und Gerüste, in der Nähe des Hotels wird auch noch an der Metro gebaut, die im Jahr 2009 fertig gestellt sein soll und den Stadtverkehr hoffentlich etwas entlasten wird. Von meinem Hotel, das in der Nähe der Emirate Towers liegt, habe ich einen guten Blick auf den Burj Dubai, wegen der zwei Kräne auf der Spitze immer gut zu erkennen. Dieser höchste Turm der Welt wird, so erzählt mir ein Taxifahrer, 2010 feierlich eingeweiht, er ist jetzt schon über 120 Stockwerke hoch.

Das Abendessen möchte ich gern am Dubai Creek einnehmen, aber der Feierabendverkehr ist dermaßen stark, dass wir mehr im Stau stehen als vorwärts kommen. Kurz entschlossen steige ich an der Al Dhiafa Road, übersetzt Gastfreundschaft, aus, denn hier kann man unter vielen Restaurants auswählen. Bei meinen Taxifahrten habe ich ausschließlich Fahrer aus Pakistan, sie sollen rund 90 % dieses Marktes abdecken.

Anderntags lasse ich mich zum Fahidi Fort bringen, früher Wohnhaus eines Emirs, heute Sitz des Dubai Museums. Der Besuch ist sehr interessant. So wird das Leben in der früheren Zeit sehr plastisch dargestellt, gezeigt, wie die Perlentaucher, Fischer, Handwerker und Kaufleute gearbeitet haben. Eine multimediale Bilderdokumentation demonstriert die Entwicklung Dubais. Das Lachen und Geschnatter einer Gruppe junger Mädchen bringt Leben ins Museum.

Auf dem Weg zum obligatorischen Souq, wo überwiegend Textilien angeboten werden, komme ich an der Großen Moschee vorbei. Dann überquere ich den Creek mit einer abra, einem schmalen Holzboot, und steige an der anderen Seite des Ufers, in Deira, aus. Jetzt muss ich mich nur noch den Massen anschließen und kann den Gewürzsouq gar nicht verfehlen. Der Geruch von Curry, Muskat und Zimt signalisiert mir, dass ich am richtigen Ort bin.

Ein paar Gassen weiter erstreckt sich der Goldsouq mit seinen rund 400 Geschäften. Dem Reiseführer entnehme ich, dass hier im Jahr mehr Gold umgesetzt wird als in ganz Europa. Die Ketten, Ringe und Armreifen glitzern um die Wette. Junge Burschen bieten ungeniert Uhrenimitate an. Ich fühle mich hier ganz wohl, werde zwar mal angesprochen, aber auf gar keinen Fall angemacht, belästigt oder von Verkäufern aufdringlich gestört.

Nun gehe ich längere Zeit die Banyas Road am Creek entlang und beobachte die Seeleute beim Beladen der alten Dhaus, die zigfach am Ufer liegen. In den Twin Towers esse ich zu Mittag und bleibe dann noch längere Zeit auf dem Balkon, weil der Blick von hier auf den Creek, auf die Dhaus und abras, auf die Skyline mit ihren Hochhäusern und Moscheen, einfach genial ist.

Doch nun wird es auch Zeit für das moderne Dubai und ich hadere noch mit mir, ob ich die Stadtplaner für mutig, aufgeschlossen oder dekadent halten soll. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Mit dem Taxi fahre ich die Sheikh Zayed Road kilometerweit bis zum Burj al Arab, dem weltweit einzigen 7-Sterne-Hotel. Seine Lage direkt am Arabischen Golf ist einmalig und bei aller Zurückhaltung muss ich doch neidlos anerkennen, dass es sich, einem Dhau-Segel ähnelnd, um ein architektonisch interessantes Gebäude handelt.

Ich gehe am Strand entlang und dann zum Besuchereingang, hier wird mir eine Telefonnummer ausgehändigt, die ich anrufen kann, um einen Besuchstermin zu organisieren. Anschließend spaziere ich noch auf der anderen Seite weiter, wo große Hotelanlagen um den besten Blick wetteifern und den Zugang zum Strand allein für sich beanspruchen.

Vom Taxi aus hatte ich schon das riesige Gebäude der Mall of the Emirates mit dem Skidom gesehen. Warum immer fahren, denke ich mir und mache mich zu Fuß auf den Weg. Aber der Weg zieht sich endlos lange hin. Zuletzt bin ich auf einem vielspurigen Highway und weiß erst nach mehrmaligem Nachfragen, wie ich auf die andere Straßenseite kommen kann. Der Versuch, ein Taxi anzuhalten, ist leider nicht von Erfolg gekrönt.

Die Mall ist einzigartig, rund 1.000 Läden und 70 gastronomische Betriebe sorgen dafür, dass es den Kunden an nichts mangelt. Und dann gibt es ja auch noch die künstlich angelegte Ski- und Rodelpiste, die vom Restaurant Sezzam kostenlos zu besichtigen ist. Und hier fällt mir wieder das Wort „Dekadenz“ ein.

Am Taxistand der Mall wartet eine große Menschenmenge auf ein Fahrzeug. Wir fahren durch die Parkgarage, wo elektronisch angezeigt wird, in welcher Reihe noch wie viele freie Parkplätze zur Verfügung stehen, auf den Highway und dann zurück zum Hotel, nahe am Burj Dubai vorbei.

Ich erkundige mich telefonisch nach einem Besuch des Burj al Arab und erfahre, dass am folgenden Tag eine Besichtigung nur in Verbindung mit Lunch oder Dinner im Programm ist. Das Lunch-Buffet kostet umgerechnet über 80 Euro und das ist mir entschieden zu teuer. Die Möglichkeit, im Hotel nur einen Drink einzunehmen, ist angeblich an diesem Tag ausverkauft. Peter wird mir in einigen Tagen erzählen, dass er hier sein teuerstes Bier getrunken habe und niemandem rät, es ihm gleich zu tun.

Die architektonische Gigantomanie erstreckt sich außerdem auf die schon erwähnten Bauwerke Burj Dubai und Mall of the Emirates. Doch damit nicht genug, künstliche Inseln sind im Bau bzw. stehen kurz vor der Vollendung: The Palm Jumeirah, The Palm Deira, Palm Jebel Ali und The World. Künstliche Gebilde, die in Form einer Palme oder in Form der Welt mit Milliardeninvestition in den Golf geschüttet werden und die Natur zerstören. Ist das nicht dekadent?

Am nächsten Morgen fahre ich nach New Dubai, wo auch Hochhaus neben Hochhaus steht. In der angrenzenden Media City fallen mir die Büros von Reuters und CNN auf. Riesige Baumaßnahmen finden auf The Palm Jumeirah statt. Der größte Teil der künstlichen Insel ist für den Verkehr gesperrt.

Später halten wir noch an einem öffentlichen Strand mit wunderschönem Blick auf das 7- Sterne-Hotel. Die Sonne meint es gut mit uns und ich fühle mich mit dem Wetter versöhnt.
Den Nachmittag verbringe ich wieder am Creek und schaue zu, wie die alten Schiffe beladen werden. Im Hotel unterhalte ich mich mit einer Frau aus England. Sie arbeitet seit Jahren in Saudi Arabien und verbringt in Dubai einen Kurzurlaub, Alkohol inklusive.

Nun ist der letzte Tag angebrochen. Das Hotel spendiert mir, da der hauseigene Shuttle-Service nicht zu funktionieren scheint, ein Taxi zum Flughafen. Sieben lange Stunden Flug bis Amsterdam liegen vor mir, wir fliegen über schneebedeckte Berge des Iran und sehen über Rumänien das Donaudelta.

In Amsterdam erfahre ich, dass der gebuchte Weiterflug nach Bremen gestrichen ist und die Ersatzmaschine erst in über acht Stunden startet. Schade. Aber KLM zeigt sich nach der Intervention von Travel Overland, denn hier hatte ich den Flug gebucht habe, sehr konziliant.

Ende gut – alles gut


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