Go East! - Bahrain, Kuala Lumpur, Brunei und Philippinen - Reisebericht von horst_wehrse bei triplib.

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horst_wehrse
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Bahrain

Reisekarte

Reisekarte


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In Bahrain wollte ich eigentlich nur das Flugzeug wechseln – aber es kommt ganz anders als geplant. Mehr als drei Stunden Verspätung im Flughafen Frankfurt sorgen dafür, dass ich den Anschlussflug nach Kuala Lumpur nicht mehr erreiche und eine ungewollte Nacht in Manama verbringen muss. Hatte mir die Dame von Gulf Air beim Abflug noch versichert, dass man sich bei der Ankunft um mich kümmern würde, sieht die Realität ganz anders aus. Zwei überforderte Mitarbeiter brauchen unendlich lange, um den rund 30 Reisenden mit Zwangsaufenthalt in Bahrain ein Hotel zuzuweisen. Später muss auch noch über eine Stunde auf den Hotel-Shuttlebus gewartet werden. 5 ½ Stunden Flug liegen hinter uns, der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt zwei Stunden. Ein Sudaner, bereits gestern aus den Vereinigten Staaten abgereist und wesentlich länger unterwegs, ist sichtlich genervt.


modernes Manama

modernes Manama


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Doch nun genug der Klage. Gegen 22.oo h checke ich im zentral gelegenen Hotel "Bahrain International" ein, das Thermometer zeigt angenehme 25 Grad an, und das im November (2009). Was ist hier los! Fast alle Plätze an der Hotelbar sind belegt von mehr oder weniger angetrunkenen Arabern in ihren blütenweißen Dishdashas, den langen hemdähnlichen Gewändern. Den Kopf ziert ein rot-weiß kariertes Tuch, die Kafiya, gehalten von einer schwarzen Kordel.


Bab al Bahrain

Bab al Bahrain


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Nebenan im Nachtclub "Rockland", der ebenfalls gut frequentiert wird, unterhält eine europäische Frauenband, die Akteurinnen alle blond und wohl proportioniert, die zumeist einheimischen Gäste. Das Heineken- und Budweiserbier fließt in Strömen. Frauen aus China und Thailand, aber auch verschleierte Araberinnen, bieten ihre Dienste an und verschwinden für ein Schäferstündchen in ihr Etablissement, das sich im Seitenflügel des Hotels befindet.


Mc Donalds in Bahrain

Mc Donalds in Bahrain


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Am nächsten Morgen, nach einem sehr kargen Frühstück, lerne ich dann endlich einmal Manama im warmen Sonnenschein kennen, denn vor ein paar Jahren habe ich hier gefroren und das Land nur unter einer dicken Wolkendecke erlebt.

Zunächst führt mich mein Spaziergang zum Bab al Bahrain, dem Tor von Bahrain. Gleich dahinter beginnt der Souq von Manama, der allerdings wegen seiner doch relativ modernen Betonbauten nicht mit den üblichen arabischen Basaren verglichen werden kann. Mir ist es egal, kann ich mich hier doch mit Kamm und Zahnbürste eindecken, schließlich befindet sich meine Kulturtasche noch im Rucksack und der liegt hoffentlich an richtiger Stelle im Flughafen.


im Flughafen

im Flughafen


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Später marschiere ich am King Faisal Highway entlang, trinke hier und da einen Kaffee und wundere mich wieder über die modernen Hochhäuser, die an dieser Straße errichtet wurden. Gegen Abend checke ich aus und lasse mich zum Airport fahren.

Dieses Mal heben wir pünktlich ab. Über die Straße von Hormus geht es in Richtung Indien. Beim Dinner dürfen wir zwischen drei Mahlzeiten auswählen. Nach sieben Stunden ist Kuala Lumpur erreicht. Riesige Palmenwälder erschließen sich vor unseren Augen.


Kuala Lumpur

indischer Tempel

indischer Tempel


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Jetzt beträgt die Zeitdifferenz zu Deutschland schon sieben Stunden. Während ich auf mein Gepäck warte, kaufe ich an einem Schalter eine Fahrkarte für den KLIA Ekspres, der direkt und nonstop zum Hauptbahnhof fährt. Der Zug kostet 35 Ringgit (RM), auch Malaysia Dollar genannt, was 7 Euro entspricht. Im Zug unterhalte ich mich mit einem Einheimischen, der schon häufiger beruflich in Europa zu tun hatte. Er empfiehlt mir, zukünftig nur noch von London mit Air Asia nach Asien zu fliegen, preiswertere Angebote gäbe es nicht. Und, wie es der Zufall will, in der Ausgabe 1/2010 des Reisemagazins "Reise & Preise" wird diese Möglichkeit auch empfohlen. Nach knapp einer halben Stunde fahren wir in den Bahnhof ein.


Petronas Towers

Petronas Towers


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Das Hotel "Melia Kuala Lumpur" ist meine nächste Bleibe, aus vorgenannten Gründen kann ich nur eine Nacht in der Zweimillionenstadt bleiben, dennoch bleiben mir fast zwei ganze Tage, um die Stadt zu erkunden.

Nach kurzer Pause steige ich in die Monorail und fahre ein paar Stationen, die Petronas Towers sind mein erstes Ziel. Das vom Mineralölkonzern Petronas gebaute Wolkenkratzerpaar, ein Bürogebäude der Superlative, misst 451,9 m und überragt alle anderen Hochhäuser der Stadt. Zeitweilig galt das gigantische Monstrum mit seinen 88 Stockwerken als höchstes Gebäude der Welt.


in den Petronas Towers

in den Petronas Towers


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In den Innenräumen der Türme wetteifern Boutiquen und gastronomische Betriebe um Kunden, es ist sehr beeindruckend. Zum Zeitpunkt meines Besuchs ist es nicht möglich, auf die Brücke, die Skybridge, zwischen den beiden Türmen zu gelangen. Der Ticketverkäufer schenkt mir eine Eintrittskarte für 17.oo h, ich komme jedoch nicht wieder zurück, denn einen guten Ausblick lässt das diesige Wetter heute nicht zu und insofern habe ich wohl nicht sehr viel verpasst.

Ein Besuch des alten Bahnhofs war mir sehr empfohlen worden, allerdings, ich schaffe es nicht, zu Fuß zu diesem Ziel zu gelangen. Alle Passanten, die ich nach dem Weg frage, raten mir, ein Taxi zu nehmen. Irgendwann resigniere ich und halte nach der Besichtigung des interessanten hinduistischen Mahamariamman-Tempels ein Auto an.


alter Bahnhof

alter Bahnhof


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Der Bahnhof im orientalischen Baustil gefällt mir. Er wurde 1911 fertig gestellt, die Türme, Minarette und Kuppeln lassen nicht ahnen, dass hier früher Züge angekommen und abgefahren sind.

Gegenüber im ebenfalls kolonialen KTM-Gebäude ist die Eisenbahnverwaltung untergebracht.

Bis zur Nationalmoschee, der Masjid Negara, ist es nicht weit. Die Säulenhalle ist sehr eindrucksvoll, der Gebetsraum für Nichtmoslems tabu, man darf aber hineinsehen. Ein Würdenträger versorgt mich mit vielen Informationen, so erklärt er mir, dass das im Christentum gebräuchliche Wort "Halleluja" aus dem Begriff "Allah" stammen soll.


Moschee und Barke

Moschee und Barke


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Ein 75 m hohes Minarett kündigt die 1956 erbaute Moschee von weitem an. Auf einer Gesamtfläche von 8.000 qm ist Platz für 15.000 Gläubige. Freitags erscheint auch der Präsident zu einem Gebet.

Zum Abendessen gehe ich ins Shoppingcenter "Times Square", gegenüber meinem Hotel gelegen. Alle Etagen sind weihnachtlich dekoriert. Dann steige ich in ein Taxi und lasse mich zum Nachtmarkt in Chinatown fahren und nun sehe ich doch tatsächlich zum ersten Mal westliche Touristen in dieser Stadt. Hier kann man alles kaufen, riesige Menschenmassen schieben sich durch die kleinen Gassen. Viele Massagesalons machen auf sich aufmerksam. Mein Taxifahrer meint, man muss unbedingt konsequent bargain, also handeln oder feilschen.


Petronas Towers

Petronas Towers


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Er persönlich kauft sich notwendige Artikel lieber im Kaufhaus zu einem Festpreis, der in der Regel günstiger ausfällt.

Eigentlich möchte ich noch einen Blick auf die illuminierten Petronas Towers werden. Was liegt näher, als zum Kuala Lumpur Tower zu gehen, um von dort die Aussicht zu genießen. Aber auch dieser Spaziergang will nicht enden, immer gehe ich auf belebten Straßen, habe den Turm im Fokus, aber keine Möglichkeit, auch dort hin zu gelangen. Leider kommt kein Taxi vorbei, ich wäre bestimmt eingestiegen. Irgendwann bin ich doch am Ziel und durch gutes Zureden fährt der Shuttlebus noch einmal nach oben zum Eingangsbereich. An der Kasse, die gerade schließen will, erwerben wir, drei junge Männer aus Polen und ich, nach längerem Verhandeln doch noch die begehrte Eintrittskarte.


Kuala Lumpur Tower

Kuala Lumpur Tower


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Die Aussicht auf das nächtliche Kuala Lumpur ist wunderbar, die Petronas Towers sind gut zu erkennen und ragen dominant aus dem Lichtermeer heraus.

Den Rest des Abends verbringe ich in der Hotelbar, im Saal nebenan wird eine Hochzeit gefeiert.

Am nächsten Morgen fahre ich mit der Monorail ins Zentrum, streife durch den Times Square und beobachte die Handwerker im Hotel beim Anbringen der Weihnachtsdeko.

Nachmittags geht es mit dem KLIA Ekspres zum Flughafen. Dort erfahre ich, dass Flüge mit Air Asia im einige Kilometer entfernten LCC Terminal abgefertigt werden, also wieder ins Taxi ….

Es herrscht großes Gedränge, ich habe noch etwas Zeit und warte inmitten der Menschenmassen, dass mein Abfertigungs-Counter öffnet. Eine Putzfrau fragt besorgt, ob sie mir helfen könne. Der Skytrain bringt uns zum richtigen Gebäude. Mit einer Stunde Verspätung heben wir ab. Verpflegung muss unterwegs gekauft werden. Die Billigflieger von Air Asia tragen die Aufschrift: Now everyone can fly.


Brunei

Reisekarte Brunei

Reisekarte Brunei


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Landung in Brunei

Nach zweistündigem Flug landen wir in Brunei. Jetzt bin ich also in Asiens reichstem Land.

Die Abfertigung geht zügig vonstatten, ich tausche und erhalte für 50 Euro 98 Brunei Dollar (B$). Die Menschen sind sehr freundlich. Mit einem Taxi fahre ich auf beleuchteten Straßen ins Zentrum von Bandar Seri Begawan, der Hauptstadt des Sultanats, und checke im bereits reservierten Hotel "Brunei" ein. Auch hier herrscht Linksverkehr.


Royal Regalia Museum

Royal Regalia Museum


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Ein erster Erkundungsspaziergang überzeugt mich, dass ein Nachtleben nicht stattfindet, abgesehen von ein paar dürftig besetzten Restaurants. Also esse ich im Hotel zu Abend. Alkohol ist während der nächsten Tage nicht gestattet, in Brunei gibt es kein Bier und keinen Wein zu kaufen. Als westlicher Urlauber hätte ich eine Mindestmenge Alkoholika einführen dürfen, aber angesichts der im Land vorherrschenden Gesetze verzichte ich gerne und begnüge mich mit Tee und Mineralwasser.


Lapau

Lapau


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Über Brunei

Das Sultanat zählt etwa 380.000 Einwohner, ca. 76 % sind malaiischer Abstammung. In der Hauptstadt wohnen gut 80.000 Menschen. Aufgrund der Erdöl- und Erdgasvorkommen brauchen die Einwohner keine Steuern zu zahlen, Gesundheitsvorsorge, Ausbildung und Rente sind kostenlos. Dem Sultan wird ein Vermögen von rd. 35 Mrd. US-Dollar zugeschätzt, er ist somit einer der reichsten Menschen der Welt.

Am nächsten Morgen regnet es, zum Glück werden im Hotel Regenschirme verliehen. Mein erster Gang führt mich ans Wasser, an den Brunei River. Von hier hat man einen guten Blick auf Kampong Ayer, Pfahlbauten-Dörfer mit über 30.000 Einwohnern. Die Anwesen sind entweder mit Boot oder über einen Steg erreichbar, mit Strom und Wasser versorgt, lediglich der einfach ins Wasser geworfene Müll stört mich. Ein Boot rast heran und der Steuermann fragt, ob ich mitfahren möchte.


Dewan Majlis

Dewan Majlis


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Beim Weitergehen zur Mesjid Sultan Omar Ali Saifuddin, der zentralen in einem künstlichen See erbauten Moschee, komme ich an der deutschen Botschaft vorbei. Dem ebenfalls am Weg liegenden Kaufhaus werde ich später noch einen Besuch abstatten.

Ein steinerner Nachbau der Sultansbarke ist mit dem aus Granit und Marmor hergestellten islamischen Gotteshaus verbunden. Zu bestimmten Zeiten ist der Besuch auch Nichtmoslems gestattet, das Fotografieren im Innenraum ist verboten. Kronleuchter aus England und Teppiche aus Belgien verleihen der Stätte ein würdiges Ambiente, die 52 m hohe goldene Kuppel ist mit über 3 Mio. Mosaiken bedeckt. Sehr gelungen finde ich die Kerzenhalter in Minarettform mit goldenem Turm. Eine Rolltreppe sorgt dafür, dass auch Gläubige mit Handicap die obere Etage erreichen.


im Royal Regalia Museum

im Royal Regalia Museum


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Royal Regalia Building, das Museum der Kroninsignien und mehr

Interessant ist die Besichtigung des Royal Regalia Building, dem Museum der Kroninsignien. Natürlich wird kein Eintritt erhoben. Im vorderen Bereich darf fotografiert werden, später muss ich meine Kamera abgeben. In der Mitte der Halle wird die Kutsche gezeigt, die der Sultan während der Krönungsfeierlichkeiten 1968 nutzte. Verträge und andere historische Dokumente, Throninsignien, Krone etc. sind zu besichtigen. Beeindruckt hat mich die Sänfte, die anlässlich des Thronjubiläums 1992 von jeweils rund 25 Helfern gezogen bzw. geschoben wurde. Auch die Firma Shell International & Co. Ltd. hat es sich nicht nehmen lassen, zu diesem Ereignis ein Präsent beizusteuern.

Gegenüber des Gebäudes hat man einen Blick auf zwei der Öffentlichkeit nicht zugängliche Bauten: Lapau, die königliche Zeremonienhalle und Dewan Majlis, das Parlament bzw. die Kongresshalle.

Es regnet immer weiter, unter dem Dach einer öffentlichen Bedürfnisanstalt warte ich einige Minuten auf besseres Wetter und setze mich dann in ein Café. Hier sehe ich die einzigen europäischen Gäste während meiner Zeit in Brunei. Ein Schild an der Wand warnt vor der Schweinegrippe.

Meines Erachtens findet man in Bandar Seri Begawan viele Läden, die mit Gold und Goldprodukten handeln.

In nächster Zeit besichtige ich noch den chinesischen Tempel und den Markt. Das Wetter hat sich etwas gebessert, es regnet nicht mehr permanent, aber die Sonne versteckt sich noch hinter dicken Wolken.

Auf dem Weg zum Flughafen kommen wir an der prächtigen Hassanil Bolkiah-Moschee vorbei. Auch im Airport staune ich über die vielen Goldläden.

Beim Weiterflug mit Royal Brunei Air sitze ich am Notausgang und werde von den reizenden Stewardessen instruiert, wie ich mich im Notfall zu verhalten habe.

Vor dem Abflug wird gebetet. Eine Stunde und 45 Minuten später landen wir in Manila.


Manila

Flug nach Cebu

Flug nach Cebu


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Ankunft auf den Philippinen

Jetzt bin ich also auf den Philippinen. Wie oft hatten Schimmi und ich uns bei einem Glas Beck´s im "Halben Mond" unser Wiedersehen in der Hotelbar in Manila ausgemalt. Aber es kommt ganz anders. Eine Bar gibt es im "Bay View" nicht und ein romantischer Blick auf die Manila Bay ist auch nicht mehr möglich, seitdem Hochhäuser die Sicht auf die Bucht versperren. Aber dank SMS haben wir uns nach kurzer Zeit in einem anderen Lokal getroffen und mit ein paar Flaschen SMB (San Miguel Beer) auf die nächsten Wochen angestoßen.

Schimmi war schon öfter auf den Philippinen, der letzte Besuch liegt allerdings rund 30 Jahre zurück. Er war vor unserem Treffen einige Wochen in Thailand und ist ein paar Stunden vor mir in Manila gelandet. Mal sehen, was die nächste Zeit bringen wird ….


Rizal Park

Rizal Park


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Über die Philippinen und erste Eindrücke

Das Land besteht aus 7.107 Inseln, wovon etwa 2.000 bewohnt sind. Die Einwohnerzahl beträgt knapp 90 Mio., davon rd. 10 Mio. in Groß Manila (Metro Manila) auf Luzon, der größten Insel des Landes. Lange Zeit stehen die Philippinen unter spanischer Herrschaft. Magellan erreicht die Insel im Jahre 1521, findet aber den Heldentod, als er spanische Besitzansprüche geltend machen will. Später, 1565, beginnt die spanische Kolonialherrschaft. Ende des 19. Jahrhunderts gerät das Land unter amerikanische Herrschaft und erhält 1946, nach dem 2. Weltkrieg, die Unabhängigkeit. Über 80 % der Bewohner gehören dem römisch-katholischen Glauben an. Auf den Philippinen wird wieder auf der rechten Straßenseite gefahren.

Der erste Eindruck vom Land dämpft meine Vorfreude ganz erheblich. Das Taxi, das mich vom Flughafen zum Hotel bringt, steht mehr im Verkehrsstau als dass es sich bewegt. Man kann wählen, ob man ein Auto mit Festpreis bucht oder einen Wagen mit Taxameter. Ich habe mich für die zweite Möglichkeit entschieden und bin damit auch etwas günstiger gefahren.


 	Straßenverkehr in Manila

Straßenverkehr in Manila


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m Zentrum, auf großen und frequentierten Straßen, sieht man Not und Elend. Menschen, die auf dem Bürgersteig, mit nur einem Stück Pappe als Unterlage, die Nacht verbringen. Ihre Habseligkeiten liegen daneben in ein kleines Tuch eingewickelt. Und das im pulsierenden Stadtteil Ermita in der Nähe des Roxas Boulevard. Schimmi, der Manila von früher kennt, ist erschüttert und frustriert. Die Szene hat sich total verändert, romantische Bars mit Blick auf die Bay sind verschwunden, gemütliches Ambiente ist Fehlanzeige. Es ist überhaupt nicht motivierend, durch die Straßen zu schlendern. Nachdenklich gehe ich zu Bett.

Nach einem ordentlichen Frühstück beginnen wir anderntags unseren Spaziergang. Zunächst laufen wir durch den sehr angenehmen Rizal Park am Nordende des Boulevards. Die Anlage mit dem Monument des Schriftstellers Rizal steht als Ruheoase inmitten der Stadt im krassen Kontrast zum Lautstärkepegel in den Verkehrsstraßen.


Anschließend tauschen wir Geld in einer Bank. Es stehen jedoch ausreichend Atm-Automaten zur Verfügung und man muss sich das sehr umständliche Verfahren am Kassenschalter nicht unbedingt antun. Mit dem nötigen Kleingeld versehen, suchen wir ein Reisebüro auf, um unseren Weiterflug nach Cebu zu buchen. Ausflüge zu den Reisterrassen in Banaue sind derzeit lt. Auskunft einiger Reiseagenten nur privat mit Taxi oder Minibus möglich, der Preis ist entsprechend und so verzichten wir auf diese im Reiseführer als 8. Weltwunder angekündigte Sehenswürdigkeit. Schimmi war auf einer seiner ersten Reisen auch schon dort.

Jeepneys, alte umgebaute amerikanische Jeeps aus dem Zweiten Weltkrieg, bestimmen das Straßenbild, aber auch Fahrradrikschas und Tricycles, Motorräder mit Beiwagen, nehmen am Stadtverkehr teil.

Nach dem Besuch der Malate-Kirche steigen wir in einen öffentlichen Bus und fahren zum Vorort Las Piñas. Ein Tricycle bringt uns die letzten Kilometer zum Ziel: der San-José-Kirche mit der Bambusorgel. Es soll sich dabei um das weltweit größte Musikinstrument aus diesem Holz handeln, 1973 in Deutschland renoviert. Der Kirchinnenraum wird für eine Hochzeit geschmückt und hergerichtet. Ein Jeepney bringt uns zurück zur Bushaltestelle. Beim Warten auf die Heimfahrt haben wir einen erschütternden Blick auf den Fluss, die Slums am Ufer und den Unrat im Wasser. Ein Anwohner bietet Ziegen an, lebend oder geschlachtet.


Zurück in Ermita schlendern wir am Roxas Boulevard entlang, rümpfen die Nase wegen des permanent vorherrschenden Smogs und besuchen ein paar Bierbars. Abends bleiben wir in diesem Viertel und speisen in einem Dachrestaurant. Der von uns favorisierte Garlic-Reis wird erst ab einer Mindestbestellung von drei Portionen geliefert, also bestellen wir jeder einen halben Teller der köstlichen Beilage nach. Mein Fisch schmeckt sehr gut und das San Miguel Bier passt hervorragend dazu. Per Handzeichen bestelle ich zwei weitere Flaschen, erhalte aber nur ein Getränk, weil nur mein Zeigefinger, nicht aber der Daumen, als Mengenangabe mitgezählt wird. Schimmi, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat, amüsiert sich prächtig, und das auf meine Kosten.

Später besuchen wir noch einmal die Banana Bar und unterhalten uns mit Ruby, die gern mit ins Hotel gekommen wäre, um uns ihre Massagekünste zu beweisen. Ein Kutscher bietet eine Stadtrundfahrt im Pferdewagen an. Später spaziere ich noch einige Zeit durch das Viertel, aber in den Lokalen ist nicht viel los, von ein paar australischen Gästen abgesehen. Die Szene soll sich in den Stadtteil Makati verlagert haben.

Der Flug nach Cebu gefällt mir. Endlich verziehen sich die Wolken und die Sonne zeigt sich mit aller Macht. Wir fliegen über schöne Inseln und haben eine prächtige Sicht. Meine Stimmung steigt zunehmend, daran ändern auch die Flugbegleiterinnen mit Nikolausmütze nichts, als sie fragen, wer denn ein Weihnachtslied aufsagen oder singen möchte. Nach 55 Minuten sind wir wieder auf dem Boden der Tatsachen. Jetzt aber hinein in die Sommerbekleidung.


Cebu-Stadt

Chocolate Hills

Chocolate Hills


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Ankunft in Cebu-Stadt

Unser Wunschhotel in Cebu-City ist ausgebucht und hat leider keinen Platz mehr für zwei Personen, so weichen wir aus auf das zentrale "Holiday Plaza" in der Nähe des Fuente Osmeña. Ein riesiger Tannenbaum steht in der Mitte dieses Platzes und kündet das bevorstehende Weihnachtsfest an. Diverse Burschen versuchen preiswerte Viagra- und Cialis-Produkte an den Mann zu bringen. Etwa 800.000 Menschen wohnen in der Stadt.

Auf belebten Straßen orientieren wir uns am Krankenhaus vorbei in Richtung des Magellan-Kreuzes. Auch hier düsen bunte Jeepneys durch die Straßen. Die meisten Läden werden von einem Wachmann beschützt. An manchen Stellen ist ein Krippenspiel aufgebaut, das in Europa sicherlich in der Kategorie "Kitsch" eingeordnet wäre.


Straßenverkehr in Cebu

Straßenverkehr in Cebu


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Am Magellan´s Cross

Magellan´s Cross, das Magellan-Kreuz wurde vom Namensgeber anlässlich der Christianisierung des philippinischen Volkes gespendet. Eine Nachbildung ist in einem Pavillon zu besichtigen. Die erste Taufe auf Cebu ist hier auf einem Deckengemälde dargestellt.

Heute scheint ein christlicher Feiertag zu sein, anders kann ich mir nicht vorstellen, warum sich so viele Menschen in oder bei der Basilika des Sto. Niño aufhalten. Diese Kirche ist sehr bedeutend wegen des Jesuskindes, einer Statue, die Magellan einer Frau zur Taufe geschenkt hat. Es wird gesungen und gebetet, Kinder spielen auf dem Platz, hier und da halten sich Händler auf und verkaufen Getränke, Nüsse oder farbenfrohe Luftballons.

Wir schlendern langsam weiter zum Hafen und hier erwerbe ich ein Fährticket für die Überfahrt nach Bohol. Manchmal sprechen uns Kinder an und bitten um ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Ein Taxi bringt uns zurück zum Hotel. Während ich meine müden Muskeln in einem Massagesalon durchkneten lasse, gönnt Schimmi sich eine gute Tasse Kaffee.

Später essen wir auf der Dachterrasse unseres Hotels leckeren Fisch und genießen bei Vollmond die Ruhe und tolle Aussicht auf die Stadt. Unsere Andacht wird durch ein riesiges Feuer in der ferneren Nachbarschaft etwas getrübt. Europäische Touristen befinden sich nicht unter den Hotelgästen.

In einem Nachtlokal lasse ich diesen Tag ausklingen.


auf nach Bohol

auf nach Bohol


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Auf dem Weg zur Insel Bantayan

Mein Reisepartner ist schon auf dem Weg zur Insel Bantayan, als ich zum Hafen fahre. Das Gepäck kann aufgegeben werden, ich mache aber keinen Gebrauch davon. Während des Wartens auf die Abfahrt unterhält uns ein brutaler Actionfilm mit Schwarzenegger in der Hauptrolle. Das Schiff ist bis auf den letzten Platz gefüllt und wir müssen mit dem zugewiesenen Platz vorlieb nehmen. Eine Frau fährt ihr Boot ganz dicht an die Fähre heran und bittet um eine Spende.

Bei herrlichem Sonnenschein gleiten wir über das glitzernde Wasser und fahren an malerischen Inseln und wunderbaren Stränden vorbei. Unter den Passagieren befinden sich viele junge Leute aus Süd-Korea. Sie studieren in Cebu-City und besichtigen in ihrer Freizeit weitere Inseln. Alle sind gut drauf, lachen viel und lassen sich in allen Posen fotografieren, sie sind allerdings angesichts der Weltwirtschaftskrise auch besorgt um ihre Zukunft. Einer der Studenten möchte später sein Glück in Australien versuchen. Nach zwei Stunden auf dem Meer fahren wir in den Hafen von Tagbilaran ein.


Bohol


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Ankunft auf Bohol

Im Hafengebäude erklärt mir eine Dame am Informationsschalter, die Busfahrt nach Carmen, dem Ausgangsort zu den Chocolate Hills, solle ich mir aus dem Kopf schlagen, sie sei viel zu aufwändig und dauere viel zu lange. Wesentlich schneller, besser und bequemer ginge es mit einem Taxi. Außerdem sei das Hotel bei den Hügeln auch meistens ausgebucht. Der Taxivermittler nebenan macht mir ein sehr gutes Angebot und verspricht, dass ich abends zu einer Strandunterkunft meiner Wahl auf der Insel Panglao gebracht würde. Ich schlage ein und habe es auch nicht bereut.

Richie, mein Fahrer, ist sehr sympathisch. Er fährt rücksichtsvoll und erklärt mir das Notwendigste. An der nächsten Tankstelle ist eine Anzahlung fällig. Der Ausflug ist sehr interessant. Wir fahren durch riesige Mahagoniwälder und kommen an großen Reisfeldern vorbei. Schwere Wasserbüffel verrichten auf dem feuchten Acker ihre Arbeit. Aus gutem Grund werden sie "the farmer´s friend" genannt. Manchmal überholen wir ein Tricycle, manchmal einen Bus. Angesichts der vielen Menschen, die wegen der Enge auf dem Dach Platz genommen haben, freue ich mich, doch nicht mit meinem gesamten Gepäck diese Transportmöglichkeit gewählt zu haben. Hin und wieder weist ein Schild auf Hybridschweine hin. Bohol hat etwa 1 Mio. Einwohner, Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus bilden die Haupteinnahmequelle. Von März bis Mai ist lt. Auskunft meines Fahrers touristische Hochsaison.


auf nach Bohol

auf nach Bohol


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Richie fährt mich bis zum Besuchercenter. Gut 100 Stufen sind zu bewältigen, dann bin ich endlich an der Spitze des Aussichtspunktes angelangt und habe freien Blick. Rundherum erheben sich über 1.000 kleine bis zu 50 m hohe Hügel. Im Reiseführer lese ich, dass Wind und Wetter die Berge zu Kegeln geschliffen haben. In der Trockenheit nimmt der Grasbewuchs die Schokoladenfarbe an, von daher die Bezeichnung. Es ist ein tolles Bild. Viele asiatische Besucher scheuen den Aufstieg ebenfalls nicht und sind begeistert. Blinde Masseure gehen ihrer Arbeit nach. Jetzt interessiert es mich schon, ob ich einen Platz im Hotel hätte kriegen können – es wäre noch ein Zimmer frei gewesen. Schimmi empfahl mir, unbedingt den Sonnenaufgang über den Bergen zu erleben, das ist nun nicht mehr möglich. Aber wer weiß, vielleicht hätten, wie zeitweise in den Tagen zuvor, dicke Wolken dieses Ereignis auch nicht zugelassen …

Auf dem Weg zurück halten wir noch an einem Fluss an, der von einer wackeligen und sehr schwankenden Bambusbrücke überspannt ist. Der Gang zum anderen Ufer ist wirklich sehr aufregend, einige Mädchen kreischen auf, als etwas Bewegung ins Spiel kommt.

Ein paar Kilometer weiter können Tarsire angeschaut werden. Diese scheuen zu den Halbaffen zählenden possierlichen und niedlichen Tiere mit den großen runden Augen sind nachtaktiv. Sie werden bis zu 28 cm lang.

Leider springt das Auto nicht mehr an und ich denke schon, dass mir womöglich eine kleine Falle gestellt wird. Aber, nachdem Richie einige Liter Wasser nachgefüllt hat, kann die Fahrt fortgesetzt werden. Einige Male überholen wir einen Beerdigungszug. Der Sarg im weißen Leichenwagen kann von draußen gesehen werden und die Gäste folgen in und auf Pickups und anderen Fahrzeugen. Viele Trauernde schützen sich mit farbenfrohen Schirmen vor der Sonne. Kurz vor Tagbilaran nimmt uns eine Festgesellschaft die Vorfahrt, einige Plakate weisen auf die heutige Fiesta hin.


Am Stadtrand machen wir Halt an der Baclayonkirche, des angeblich mit rund 400 Jahren ältesten Gotteshauses auf der Insel. Der letzte Stopp erfolgt in Bool am "Blood Compact". Das Denkmal erinnert daran, dass der Spanier Legaspi und der Inselchef Sikatuna 1565 zu Blutsbrüdern wurden. Eine Frau aus Süd-Korea bittet darum, dass wir uns zusammen fotografieren lassen.

Dann geht es weiter über eine Brücke, die Bohol mit der Insel Panglao verbindet. Am Alona Beach sehen wir uns einige Unterkünfte an, ich bleibe schließlich im "Beach Rock Resort".


Panglao

Schnorcheln vor Balicasag

Schnorcheln vor Balicasag


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Panglao

Ein wunderbarer langer Strand lässt meine Vorfreude auf die nächsten Tage anwachsen und ich habe mich hier keine Sekunde gelangweilt. Es gibt genügend Restaurants und Strandbars und so genieße ich die Zeit mit baden, lesen und relaxen. Hin und wieder lasse ich mich am Strand massieren, am nächsten Tag werde ich von den Damen schon mit Namen begrüßt. Zum Abendbrot bestelle ich mir frischen Fisch, der in Auslagen am Strand gezeigt wird. Meistens stehen zwei junge Frauen daneben und verscheuchen lästige Fliegen mit einem Wedel. Manchmal spielt eine Lifeband in einer der Bars. Auf meinem Speiseplan steht u. a. Lapu-Lapu (Barsch), Snapper, Thunfisch, Tilapio und Jackfisch, nicht zu vergessen die Sqid-Portionen und Tiger Prawns. Kleine Kindergruppen gesellen sich an den Tisch und singen Weihnachtslieder. Am Schluss des Vortrags heißt es dann immer: Gimme peso!

Schimmi schreibt mir, dass er auf Bantayan sein Paradies gefunden habe.

Bei meinen Spaziergängen werden mir wiederholt Schnorcheltouren mit Delfinbeobachtung angeboten und ich akzeptiere den Vorschlag gern. Morgens gegen 6.00 Uhr treffen wir uns am Strand. In letzter Minute kommt noch ein junger Mann mit seinem Motorrad angefahren, ebenfalls an dieser Tour interessiert. Warum, so frage ich mich, soll er nicht auf meinem Boot mitfahren. Ich spreche ihn an und er willigt sofort ein, schließlich ist die Fahrt für Shala, ein Kuwaiter, der in Thailand arbeitet, dann erheblich preiswerter.

Im Sonnenaufgang fahren wir etwa eine Stunde, bis unser Schiffsführer die ersten Delfine erblickt. Auch die anderen geschätzt 20 Boote halten an. Und tatsächlich, nach anfänglichen Schwierigkeiten erkenne ich die Tiere mit der typischen Schwimmbewegung. Allerdings ist es schwierig, dieses Ereignis zu fotografieren.

Kurz vor der Insel Balicasag steigen wir von unserer "Sea Gulls" auf ein Ruderboot und begeben uns zu den Korallenbänken. Hier können wir unbeschwert schnorcheln und die Welt unter Wasser beobachten. Fische und Fischschwärme in allen Farben umkreisen uns, es ist einfach traumhaft.


mit dem Ocean Jet nach Cebu

mit dem Ocean Jet nach Cebu


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Beim späteren Frühstück auf Balicasag bleiben wir nicht lange allein. Mehrere Frauen sehen in uns potentielle Kunden und werden nicht müde, ihre Perlen und anderen Schmuckwaren anzupreisen. Wir handeln und feilschen. Shala meint bei einem bestimmten Betrag, dass er zu Hause in Kuwait den achtfachen Preis zahlen müsste – und so werden wir handelseinig.

Etwa 1.000 Menschen wohnen auf dieser idyllischen Insel, und das ohne Strom und fließendem Wasser.

Auf dem Weg zurück nach Panglao steuern wir noch die Virgin Island an. Das Wasser ist so flach, dass wir uns nur mit Mühe fortbewegen können. Für kurze Zeit ist ein fliegender Thunfisch zu erkennen. Einige Personen arbeiten auf den Muschelbänken, an denen wir vorbeikommen. Die Insel ist unbewohnt und besteht nur aus weißem Sand und ein paar Bäumen, aber es ist herrlich. Weit und breit keine Menschenseele, abgesehen von ein paar Souvenirverkäufern, die unser Kommen beobachtet haben.

Nachmittags lädt Shala mich zu einer Motorradtour ein. Er fährt sehr sicher und erzählt mir, dass er zu Hause eine eigene Maschine habe. Mutig überholen wir einige Tricycles, ein frommer Bibelspruch ist auf der Hinterwand der Beifahrerkabine angebracht. Wir fahren zu einer Aussichtsterrasse am Rand der Insel und haben einen grandiosen Blick auf Bohol. Derzeitig werden hier Urlaubsappartements unter deutscher Leitung erstellt, Shala ist sehr interessiert, für mich kommt eine solche Investition nicht in Frage.


auf Panglao

auf Panglao


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Später sehen wir uns noch ein Kaufhaus im Zentrum von Tagbilaran an. Die Kassiererinnen schmücken sich mit einer Weihnachtsmütze. Auf dem Rückweg müssen wir die Luft auf dem Vorderreifen nachpumpen. Mein Fahrer meint, dies sei das Werk einer jungen Dame, der er kein Geld gegeben habe. Shala reicht dem Tankwart einen 500 Peso-Schein. Sofort eilt der Chef herbei und gibt das Geld mit dem Kommentar zurück, der Betrag sei entschieden zu hoch.

Trotz der wunderbaren Umgebung sind auch am Alona Beach am Abend viele Plätze leer, Massentourismus klingt anders. Die Barkeeper lehnen gelangweilt am Tresen, an der Kasse sitzen mindestens zwei junge Frauen und versuchen mit langsamer Abrechnung die Zeit bis zum Feierabend zu überbrücken. Einige Lokale scheinen unter deutscher Leitung zu sein. Im „Coco Vida“ unterhalte ich mich öfter mit Rosalie und Lorence, im "Oops" gesteht mir die sympathische Jeanville, dass sie unter Heimweh leidet. Manchmal, wenn sie die auslaufenden Schiffe beobachtet, kommen ihr die Tränen.

Auf dem Nachhauseweg fragt mich eine verhärmte Frau, ob sie nicht bei mir schlafen könne. Sie habe kein Bett und würde sich erkenntlich zeigen.

Richie holt mich am nächsten Tag pünktlich ab und fährt mich zum Hafen in Tagbilaran auf Bohol. Er ist 29 Jahre alt und stolzer Vater einer kleinen Tochter. Zum Abschluss bittet er mich, in meinem Reisebericht doch positiv über ihn zu berichten und dieser Aufforderung komme ich gern nach.

Nachdem ich die Terminal Fee entrichtet habe, darf ich in den Warteraum. Der Ocean Jet legt pünktlich ab, es sind nur ein paar Personen an Bord. Ein wunderbarer Sonnenuntergang begleitet uns. Schimmi wartet schon in der Terrassenbar unseres Hotels in Cebu-City. Die Dame am Empfang hat ihm, so erzählt er mir, augenzwinkernd zugesteckt, dass der Frühstücksbon auch für eine zweite Person gilt. Wir essen gemeinsam zu Abend, anschließend mache ich noch einen Spaziergang und habe auch sofort Gesellschaft.


City of Manila

Rückflug nach Manila

Auf dem Rückflug nach Manila werden wir wieder aufgefordert, ein Weihnachtslied zu singen. Im Flughafen nehmen wir ein Taxi und fahren zur Südspitze der Insel Luzon, nach Batangas. Am Ziel mault der Fahrer und meint, er hätte Anspruch auf mehr Trinkgeld. Dabei haben wir uns durchaus großzügig verhalten. Im Hafen stürzen sich sofort ein paar Männer auf unser Gepäck und bringen es auf die Fähre. Mürrisch ziehen sie von dannen, als wir nicht bereit sind, den geforderten horrenden Preis zu zahlen. Die Überfahrt nach Mindoro ist teils recht stürmisch und der Kapitän muss einige Male die Geschwindigkeit drosseln. Ein mutiger Seemann sitzt vorn auf dem Bug und peilt die Lage.


Mindoro

Virgin Island

Virgin Island


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Der erste Eindruck von Sabang Beach ist nicht wirklich positiv. Schimmi spricht mit einem jungen Mann und bestellt uns ein Jeepney zur Sinandigan Bay. Es ist sehr hügelig, die Straße wegen der vielen Schlaglöcher gewöhnungsbedürftig. Das Ressort ist geöffnet, allerdings wären wir die einzigen Gäste – und das kommt überhaupt nicht in Frage.

Also weiter nach Big Laguna, hier jedoch ist nur ein kleiner verbauter Strand vorhanden, ganz anders als vor 30 Jahren, wie Schimmi frustriert feststellt. Wir entscheiden uns für White Beach und kommen am Spätnachmittag an. Hier gefällt es uns, gern lassen wir uns von der emsigen Emily die Unterkünfte zeigen und bleiben schließlich im von ihr geleiteten "V.M Beach Resort".


Virgin Island

Virgin Island


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Gleich nach dem Einchecken stehen wir im Mittelpunkt der vielen Menschen, die in uns zahlungskräftige Kunden sehen. Cora, Edna, Joan, Fortuna, Hugo etc., jeder hat das besondere Angebot für uns. Sei es die Strandmassage, eine Bootstour, Wäschereiservice oder der Verkauf von Souvenirs, wir können uns vor Angeboten nicht retten. Einmal mache ich den Fehler und signalisiere einer Frau, dass ich am nächsten Tag eventuell Interesse an einer Massage habe. Als sie sieht, dass ich mich anderntags für Joan entschieden habe, macht sie mir eine kleine Szene und straft mich die restliche Zeit mit eisigen Blicken. Schimmi hat aus nichtigem Grund etwas Stress mit Fortuna und kauft ihr als Trost eine kleine Flasche Palmöl ab, obwohl er überhaupt keine Verwendung dafür hat.

Ansonsten ist es aber wirklich toll am White Beach. Es gibt einen wunderbaren Strand und die Auswahl an Bars und Restaurants ist nicht schlecht. Jeder Abend wird durch einen romantischen Sonnenuntergang eingeleitet. Allerdings ist danach nicht mehr viel los, häufig sind wir die einzigen Gäste in den Strandbars. Nach Mitternacht ist in manchen Piercing-Studios mehr Publikum als an der Theke. Zwei Lokale bieten Tanzeinlagen, Varieté und anderes Entertainment an, hier trifft man dann schon mal bis zu 20 Zuschauer an. Viele Ladyboys sind in der hiesigen Gastronomie beschäftigt.


mit dem Ocean Jet nach Cebu

mit dem Ocean Jet nach Cebu


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Einige Strandverkäufer haben uns permanent unter Kontrolle und so weiß ich durch sie immer, was Schimmi, im Gegensatz zu mir ein Frühaufsteher, gerade treibt und er ist über mich ebenfalls gut informiert. Die Strandmassage ist sehr angenehm und für eine Stunde bezahle ich gerade mal umgerechnet drei Euro. Ansonsten fertigen die Masseurinnen in der freien Zeit kleine Armbänder. Joan hat zwei Kinder und ist mit einem Bootsmann liiert. Im "Puerto Rio", einer sehr gewöhnungsbedürftigen Diskothek, der einzigen am White Beach, warten junge Filipinas auf zahlungskräftige Männer, um sie nach Hause oder ins Hotel zu begleiten.

Einmal mieten wir uns zwei Mopeds und machen einen kleinen Ausflug über die Insel. So fahren wir, den Schlaglöchern ausweichend, nach Sabang Beach und auf guter Straße nach Puerto Galera. Hier mieten wir uns ein Boot, das uns zum Schnorcheln zu einem Korallenriff bringt. Es ist wunderbar, die Fische berühren uns und wir müssen schon den Bauch einziehen, um nicht an die Korallen zu stoßen. Die Unterwasserwelt ist phantastisch und viel zu schnell sind die 60 Minuten vergangen. Nachdem wir noch Aninuan Beach besichtigt haben, geht es zurück. Hugo ignoriert uns ab jetzt, er hatte seit Tagen versucht, uns eine Schnorcheltour zu einem wesentlich höheren Preis schmackhaft zu machen.


auf der Terrasse unseres Hotels

auf der Terrasse unseres Hotels


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An einem Abend machen wir Bekanntschaft mit einigen Philippinen vom Nachbarstrand Big La Laguna. Wir unterhalten uns prächtig, aber als man mir Balut anbietet, passe ich mit der Ausrede "Cholesterinprobleme". Bei dieser Speise handelt es sich um angebrütete Eier.

Ein irischer angetrunkener Gast droht, die Bareinrichtung zu zertrümmern, als wir ihn auf die Nichtqualifizierung zur Weltmeisterschaft 2010 ansprechen. Zur Beruhigung trinken wir einige Gläser Tanduay. Bei diesem Getränk handelt es sich um sehr populären einheimischen Rum.

Die wunderbare Urlaubslaune wird eigentlich nur durch die nervige Karaoke im Nachbarlokal und, besonders in einer Nacht, durch laute Gäste im Hotel gestört. Ansonsten kann ich Mindoro, zumindest White Beach, uneingeschränkt empfehlen. Mir hat die Insel jedenfalls hervorragend gefallen.

Am letzten Abend sehe ich mir bei Monika noch einen Feuerschlucker und eine Tanzshow an und bin später einziger Gast in einem anderen Lokal. Hier unterhalte ich mich sehr angeregt mit Irish, die sich, die Speisekarte in der Hand, um Kunden bemüht. Sie hat die nächsten drei Tage frei und freut sich auf ihr Kind, das in Manila bei seinem Vater lebt. Später in der Shisha Bar lerne ich noch Rosalie kennen.

Nun heißt es Abschied nehmen. Mit dem "Blue Penguin" der Father ´n Sun Lines fahre ich zurück nach Batangas. Vor dem Ablegen tauchen kleine Jungen nach Münzen, die von den Passagieren ins Wasser geworfen werden. Wir passieren Puerto Galera, Small La Laguna, Big La Laguna, die sehr schöne Coco Beach und nehmen neue Gäste auf.

Der Bus nach Manila setzt sich sofort in Bewegung und gut zwei Stunden später warte ich bereits auf den Abflug.

Mabuhay!


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