Rock'n Roll - Blues -Country - Jazz: Amerika mit Musik - Reisebericht von horst_wehrse bei triplib.

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horst_wehrse
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Der Landeanflug auf New York ist atemberaubend, unter uns ein Lichterteppich soweit das Auge reicht. Von Paris bis zum John-F.-Kennedy-Flughafen benötigen wir gut 8 ½ Stunden. Mit Air-France war ich vorher noch nie geflogen. Der Service gefällt mir, mein Wunsch nach einer weiteren kleinen Flasche Wein wird immer mit einem Lächeln quittiert – und mit einem frischen Getränk.

Ab heute, 12. Januar 2009, benötigen ausländische Besucher für die Einreise in die Vereinigten Staaten erstmals eine Reisegenehmigung, um im Rahmen des Programms für visumfreies Reisen (Visa Waiver Program) das Land zu betreten. Ich hatte diese Berechtigung ein paar Wochen vorher im Internet beantragt. Aber der Grenzbeamte interessiert sich überhaupt nicht für dieses Papier, er fragt nur nach der "Green Card", und die hatte ich noch nicht zur Hand. Also Formular besorgen, ausfüllen und hinten anstellen.

Ein Super Shuttle bringt mich binnen kurzer Zeit nach Manhattan und erwartungsvoll betrete ich das per Internet reservierte "Hotel Grand Union" in der 32nd Street, einige Meter von der Fifth Avenue und dem Empire State Building entfernt und somit mitten im Big Apple.

New York City

Washington Square

Washington Square


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New York

Es ist lausig kalt und der sternenklare Himmel lässt für die nächsten Tage keine wärmeren Temperaturen erahnen. Dick vermummt beginne ich das Abenteuer New York und esse standesgemäß in der Fifth Avenue zu Abend – im Wendy´s. Der Burger schmeckt nicht schlecht, er wird mit einigen Bieren in der benachbarten Heartland Brewery ergänzt. Dicke Stretch-Limousinen fahren die Straße entlang, aus den Gullys entweicht weißer Dampf.
Gegen Mitternacht mache ich mich, mit der nötigen Bettschwere versehen, auf den Heimweg. In Europa ist es wegen der Zeitverschiebung immerhin schon 6.oo Uhr morgens.

Der nächste Tag steht ganz im Zeichen eines langen ausgedehnten Stadtspaziergangs. Wie erwartet scheint die Sonne, das Thermometer zeigt sechs Minusgrade an. Ich schlendere die Fifth Avenue entlang, verweile ein paar Momente am Madison Square, überquere den Broadway und halte am Washington Square mit dem eindrucksvollen Triumphbogen.
Eine Frau, ehemals Deutsche, erklärt mir den Weg nach Soho und dann bin ich auch schon am Ground Zero.


Ground Zero

Ground Zero


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Ground Zero

Mit gemischten Gefühlen blicke ich auf den Zaun, der das Gelände umschließt, führe mir noch einmal die schrecklichen Bilder der unvorstellbaren Katastrophe vor Augen und denke an das unmenschliche Leid, das hier erlebt werden musste. Das World Trade Center, ehemaliges New Yorker Wahrzeichen, wurde 2001 dem Erdboden gleichgemacht.
Mittlerweise haben die von Machtkämpfen begleiteten Wiederaufbauarbeiten begonnen und der ganze Platz gleicht nur noch einer Riesenbaustelle, 1,6 Mio. Tonnen Schutt mussten weggeräumt werden. Auf dem Weg zum Financial Center habe ich einen guten Blick auf die World Trade Center Site, wie der Ort heute genannt wird. Leider hat das Museum geschlossen, ich hätte gern an einer Führung teilgenommen.

Zusammen mit Elisabeth war ich 1985 das bisher einzige Mal in New York und natürlich hat ein Besuch der über 400 m hohen Twin Towers, wie das Gebäude auch genannt wurde, nicht gefehlt. Die Aussicht war phänomenal. Ansonsten verlief diese Reise nicht immer geradeaus und wir mussten uns durchaus mit einigen Handicaps auseinandersetzen.
Die von mir in Stolzenau eingetauschten Dollarscheine waren nicht mehr gültig, der Kurs des Dollars lag damals bei unvorstellbaren DM 3,40 und eine Kreditkarte hatten wir nicht. Elisabeths Banker riet ihr davon ab und gab dieser Zahlungsmodalität keine Zukunft.
Wir flogen dann nach Houston und fuhren mit dem Greyhound-Bus zum Besuch von Verwandten nach Las Vegas. Zusammen unternahmen wir mit zwei Autos einen Ausflug zum Grand Canyon und nach El Paso. In New Orleans war unser Portemonnaie leer, wir besaßen nur noch Euroschecks.
Bei der achten Bank hatten wir Glück und konnten einen Scheck einlösen, 300,- DM abzüglich 15 Dollar Bearbeitungsgebühr wurden uns eingetauscht, mehr war nicht drin. Sofort lösten wir eine Zugfahrkarte nach New York, um wenigstens den Rückflug nicht zu verpassen. Die nächsten Tage lebten wir sprichwörtlich von Wasser, Brot und Liebe. Kein Gedanke mehr an romantische Fahrten durch die Südstaaten mit einem Mietwagen …..


Manhattan Skyline

Manhattan Skyline


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Doch jetzt hat mich die Gegenwart wieder eingeholt. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn ich gehe gerade an der Wall Street vorbei und schon stören Worte wie Finanz- und Wirtschaftskrise, Spekulationschaos, Subprimes und Maßlosigkeit mein Urlaubswohlbehagen.

Nicht weit von hier legt die Staten Island-Fähre ab und, da sie kostenlos ist und einen guten Blick auf die Freiheitsstatue verspricht, besteige ich das Schiff, das tagsüber halbstündlich ablegt. Lady Liberty ist wirklich gut zu erkennen und ich habe den Eindruck, dass die meisten Mitreisenden genau wie ich wegen dieser Sehenswürdigkeit unterwegs sind und nicht, um auf den Stadtteil Staten Island zu gelangen. Sie werden aber auch mit phantastischen Ausblicken auf die Manhattan Skyline belohnt. Dieses Panorama ist unvergleichlich und ich bleibe trotz der Kälte während der gesamten Fahrt an der Reling stehen. Nach 20 Minuten sind wir leider schon am Ziel.


Brooklyn Bridge

Brooklyn Bridge


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Zurück in Manhattan statte ich der im Schatten riesiger Wolkenkratzer stehenden Trinity Church einen Besuch ab und gehe anschließend doch noch durch die Wall Street. George Washington grüßt wuchtig von der Federal Hall, wo er seinerzeit seinen Amtseid ablegte. Das Haus der Börse, New York Stock Exchange, ist noch weihnachtlich geschmückt – ob den geprellten Anlegern das recht ist? Eintritt in dieses Gebäude wird nur Privilegierten gewährt, Touristen und andere neugierige Gäste bleiben draußen.
Das Trumps Building ist hier zu finden, die Deutsche Bank und BMW haben u. a. in dieser Straße ein Büro oder eine Niederlassung.

Am East River entlang orientiere ich mich zur Brooklyn Bridge, habe allerdings etwas Mühe, den Fußgängeraufgang zu finden. Zwei Polizisten zeigen mir den rechten Weg und so spaziere ich zum Stadtteil Brooklyn. Pflastermüde ziehe ich eine Fahrt mit der Subway zum Hotel zurück einer längeren Wanderung vor und steige in die Linie 6. Die Fahrt kostet 2 Dollar.


Empire State Building

Empire State Building


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Nach dem Abendessen verweile ich in mehreren Cocktailbars. Besonders gefallen hat mir die Bar 230 Fifth, Ecke 27th Street. Sie befindet sich im 20. Stock und der Gast kann sich entweder drinnen oder, mit Wolldecken versorgt, auch draußen auf der vom Schnee befreiten Terrasse aufhalten. Heizstrahler lassen den Aufenthalt angenehmer werden. Der Ausblick ist gigantisch, die Preise haben es aber auch in sich.

Am nächsten Morgen lasse ich es ruhiger angehen, mein Knie verlangt nach einer Pause. So nehme ich an einer organisierten Stadtrundfahrt teil und es ist sehr interessant und unterhaltsam. Am Empire State Building in der Höhe von Macy´s besteige ich den Bus und fahre dann, fast auf der Strecke, die ich gestern zu Fuß abgelaufen bin, bis zum South Street Seaport. Von hier beginnt eine tolle Fahrt mit dem Wassertaxi. Wieder geht es Richtung Freiheitsstatue, allerdings fahren wir wesentlich näher an diese Sehenswürdigkeit heran. Eine junge hübsche Frau versorgt uns an Bord permanent mit Informationen über New York. Der Blick auf die Manhattan Skyline ist wieder traumhaft an diesem sonnigen, aber eiskalten, Wintertag.
Nachdem wir die Brooklyn Bridge und die Manhattan Bridge von unten bewundern durften, legt das Schiff an und ich warte auf den Bus.


Rockefeller Center

Rockefeller Center


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Bis zum nächsten Halt kommen wir u. a. am UN-Gebäude, dem Trumps Tower, an Tiffanys und dem Chrysler Building vorbei, beim Rockefeller Center steige ich aus. Etliche Schlittschuhläufer vergnügen sich auf der Eisfläche. Inmitten dieser mächtigen Wolkenkratzer, immerhin 14 an der Zahl, komme ich mir klein und verlassen vor. Nach dem Besuch des General Electric-Gebäudes gehe ich zur Kathedrale des Hl. Patrick und versuche, die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Laut Reiseführer handelt es sich bei diesem Gotteshaus um die elftgrößte Kirche der Welt, mir ist es nicht so vorgekommen. Nun folgt noch ein kleiner Spaziergang zum Times Square. Hier staune ich wieder über das hektische Treiben und die stetig wechselnde Neonreklame. Der fast 20 km lange Broadway bahnt sich seinen Weg über den Platz, in einem der vielen Theater wird gerade "König der Löwen" aufgeführt.

Wieder im Bus, begeben wir uns, vorbei an international renommierten Hotels, zum Central Park und müssen dann in der Nähe des Times Square das Fahrzeug wechseln. Mein Ticket hätte noch für die Uptown-Tour gegolten, aber ich habe an diesem Tag genug gesehen und entscheide mich, zum Empire State Building zurückzufahren. Die Stadtbesichtigung auf diese Art und Weise gefällt mir, denn das Prinzip "hop on/hop off" lässt genügend Eigeninitiative und selbst bestimmte Aktivität zu.


Blick vom Empire State Building

Blick vom Empire State Building


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Empire State Building

Mit dem Fahrstuhl geht es in den 80. Stock des Empire State Building hinauf. Die gewaltigen Ausmaße dieses Gebäudes erstaunen mich und es dauert, bis ich endlich die Aussichtsplattform erreicht habe. Unter uns liegt Manhattan im Glanz der Spätnachmittagssonne. Obwohl es klirrend kalt ist, laufe ich einige Male auf der Außenballustrade um die Turmspitze herum und versuche die Bauwerke unter uns zu bestimmen. Hudson River, East River, Central Park, Chrysler Building, Rockefeller Center, Freiheitsstatue, alles ist gut zu erkennen und die Aussicht einfach unvorstellbar schön und interessant. Dass ich mir bei diesem Höhenflug eine mittlere Erkältung einheimse muss in Kauf genommen werden.
Bevor ich nach diesen aufregenden Besichtigungen eine Kaffeepause im Starbucks einlege, sehe ich mir noch das Kaufhaus Macy´s an.


Times Square

Times Square


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New York liegt am nächsten Morgen unter einer dicken Schneedecke. Der Shuttlebus zum Flughafen La Guardia erscheint mit 40minütiger Verspätung und, da ich diese Erfahrung in den USA schön öfter gemacht habe, schwöre ich mir, beim nächsten Mal eine Stunde früher aufzubrechen. Aber es ist nichts passiert, gleich draußen wird mir mein Rucksack abgenommen und die Bordkarte ausgedruckt. Mein Flug nach Birmingham hat zwei Stunden Verspätung.
Nun, da ich noch reichlich Zeit habe, bitte ich am Delta Air Schalter, mir die Meilen für diesen Flug gut zu schreiben, aber mein Name taucht nicht im Computer auf. Die Dame ist überhaupt nicht kooperativ und erklärt mir nur, was alles nicht möglich ist, von Hilfe und Unterstützung kann keine Rede sein. Auch findet sie nicht meinen in einigen Tagen anberaumten Flug von Atlanta nach Ft. Lauderdale. Entnervt frage ich bei Cockpit Reisen in Bremen nach und mir wird bestätigt, dass alles in Ordnung ist, die Dame am Schalter hätte nur die Buchungsnummer eingeben müssen. Mein Verhältnis zu Delta Air ist seit diesem Moment getrübt und auch spätere Flüge bestätigen dieses Vorurteil. Die Bordverpflegung ist mit der anderer Gesellschaften nicht zu vergleichen, so erhält der Fluggast auf einem mehr als zwei Stunden langen Flug lediglich ein Getränk und einen Keks, beim Heimflug von Atlanta nach Paris wurde mir die zweite kleine Flasche Wein gleich in Rechnung gestellt.
Wenn ich da Air France denke ….

Nach knapp drei Stunden landen wir in Birmingham.


Tuscaloosa

Bahnhof Tuscaloosa

Bahnhof Tuscaloosa


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Tuscaloosa

Uwe holt mich mit seinem PKW vom Flughafen ab. Er ist vor gut zwei Jahren mit seiner Familie nach Tuscaloosa gezogen und mein Besuch ist längst überfällig. Wir haben früher schon einige Reisen zusammen unternommen und Uwe´s Name taucht auch in einigen meiner Reiseberichte auf. Er wohnt mit seiner Frau und den beiden Kindern in einem schönen Haus und alle fühlen sich wohl. Sie haben sich mit den amerikanischen Verhältnissen arrangiert und sind daran gewöhnt, dass alle Besorgungen nur mit Auto möglich sind. Eine "Kneipe um die Ecke" gibt es nicht, ebenso wenig ein Geschäft oder einen Supermarkt in Wohnnähe. Dafür kennt Tuscaloosa kein Parkplatzproblem.


Lavalamp

Lavalamp


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Nach dem Abendessen in einem Steakhaus fahren Uwe und ich noch in das "rhythm & brews" und lauschen der 70er Jahre Musik von "LavaLamp". Mir gefällt es gut, die Band versteht ihr Handwerk und die Stimmung könnte nicht besser sein. Erstaunt bin ich nur, dass alle leeren Bierflaschen im Müllcontainer landen, Glasrecycling ist im Land der unbegrenzten Möglichkeiten wohl noch ein Fremdwort. Den letzten Drink nehmen wir im "Hooters", einer Gastrokette mit weiblicher Bedienung in knappem Oberteil und Hot Pants. Warum auch immer, am Eingang müssen wir einen Ausweis vorzeigen.
Teresa, Uwe´s Frau, ruft an und berichtet, dass ein Flugzeug nach dem Start in La Guardia auf dem Fluss notgelandet ist, es muss kurz nach meinem Abflug passiert sein.

An den nächsten drei Tagen werden Uwe und ich einige prägnante Orte nördlich von Alabama besuchen. Für mich ist es ideal, brauche ich mir doch kein Auto zu mieten und habe obendrein noch einen kompetenten Reiseführer. Unser Weg führt durch eine angenehme Wald- und Hügellandschaft, bei Columbus erreichen wir den Staat Mississippi. Tennessee Williams wurde hier, auch wenn sein Name etwas anderes vermuten lässt, geboren. Jetzt beginnt das Weideland, die Prärie. Obwohl das Thermometer minus 6 Grad anzeigt, grasen viele Rinder draußen. Baumwollfelder ziehen sich weit ins Land hinein.


Sonstiges

Reiseführer-Tipp

ADAC Reiseführer New York: Hotels-Restaurants-Jazz Clubs-Parks-Architektur-Museen-Shopping-Oasen der Ruhe.Christine Metzger (Autor)

ADAC Reiseführer New York: Hotels-Restaurants-Jazz Clubs-Parks-Architektur-Museen-Shopping-Oasen der Ruhe.Christine Metzger (Autor)
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Sonstiges

Reiseführer-Tipp

MARCO POLO Reiseführer New York: Reisen mit Insider-Tipps. Alrun Steinrück (Autor)

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Tupelo

Elvis´Geburtshaus

Elvis´Geburtshaus


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Geburtshaus vom King

In Tupelo halten wir erstmals an, denn in diesem Ort wurde Elvis Presley, der King of Rock ´n Roll, geboren. Sein Geburtshaus hat man originalgetreu wieder aufgebaut und ein kleines Museum ist ebenfalls vorhanden, später wurde noch eine kleine Kapelle auf dem Gelände errichtet. Ich kaufe mir ein Gitarrenplektrum als Souvenir.

Und dann haben wir unser erstes Ziel erreicht.


Memphis

Graceland

Graceland


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Memphis und Graceland

Als erstes steht Graceland, die Kultstätte von Elvis, auf unserem Programm. Der Komplex besteht aus mehreren Souvenirshops, einer Empfangshalle, einem Museum und natürlich dem Wohnhaus. Ein Shuttlebus bringt uns zu der Villa und mittels Audiophon werden wir über jedes einzelne Zimmer, über jeden Raum, aufgeklärt und mit den nötigen Informationen versorgt. Etwa 700.000 Besucher wandeln jährlich auf den Spuren von Elvis.


Graceland

Graceland


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Im Wohnhaus können u. a. der Fernsehraum, das Wohnzimmer, Sport- und Spielvorrichtungen, Pokale, Kostüme, goldene Schallplatten und draußen das Grab des unvergessenen Stars des Rock ´n Roll besichtigt werden. Eine Ausstellung seiner Autos, natürlich auch des Pink Cadillac, und seiner Harley-Davidson-Maschinen gehört zum Komplex dazu. Letztendlich sind auch die beiden Flugzeuge von Elvis auf dem Freigelände zu besichtigen. Es wird gemunkelt, dass Tochter Lisa Marie noch nie Schnee gesehen hatte und man deshalb kurzerhand mit ihr nach Denver/Colorado geflogen sein soll. Ein paar Minuten später war das Interesse erloschen und man begab sich auf den Heimflug.


Sun Studios

Sun Studios


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Sun Studios

Auf der Weiterfahrt zum Hotel halten wir noch bei den Sun Studios und nehmen an einer interessanten Führung teil. 1953 nahm Elvis Presley in diesen ehrwürdigen Räumen seine erste Schallplatte auf. Auch Johnny Cash begann hier seine Karriere. Viele Instrumente gehören zur Ausstellung, jedes einzelne hat Geschichte geschrieben. Das Originalmikrofon, mit dem der Gesang von Elvis aufgenommen wurde, ist ein beliebtes Fotomotiv. Wir treffen auf Vater und Tochter aus Ulm und unterhalten uns eine Weile.


abends in Memphis

abends in Memphis


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Dann wird es Zeit zum Einchecken. Das hiesige "Benchmark Downtown Hotel" und auch das für morgen reservierte "Hotel Indigo" in Nashville hatte Uwe schon vor Tagen im Internet ersteigert und einen guten Preis ausgehandelt. Memphis ist mit rd. 670.000 Einwohnern größte Stadt von Tennessee.

Bis zur Beale Street, dem Home of the Blues, sind es nur ein paar Schritte. Auf der Straße ist nicht viel los, es mag an der hier doch ungewohnten Kälte liegen, im Sommer, so höre ich, sollen ganze Menschenmassen von Club zu Club drängeln. Uwe ist etwas enttäuscht, aber mich stört es nicht. Der Abend in Memphis ist für mich das Highlight dieser Reise. Noch nie habe ich Haus an Haus, Tür an Tür, so gute Musik, so fabelhafte Musiker erlebt. Egal, welches Lokal wir auch betreten, wir werden, bis auf das "Rum Boogie Café", wo wir zu Abend essen, nur mit bestem Blues unterhalten. Mein Favorit an diesem Abend sind die "B.B. King Allstars" im "B.B. King Blues Club". Zum Schluss gönnen wir uns noch ein letztes Getränk im mit vielen Büstenhaltern dekorierten "Coyote Ugly".


Motel Lorraine

Motel Lorraine


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Der nächste Tag steht ebenfalls im Zeichen von umfangreichen Besichtigungen. Wir beginnen mit dem National Civil Rights Museum im ehemaligen Lorraine Motel. Hier wurde bekanntlich Martin Luther King im Jahre 1968 erschossen. Die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung wird anschaulich mit vielen Fotos und anderen Schrift- und Tondokumenten dargestellt. Bis heute scheint nicht klar zu sein, wer hinter der Verschwörung stand, wer den Mord zu verantworten hat.
Im Giftshop werden auch T-Shirts mit dem Aufdruck "Barack Obama" verkauft. Mich beschleicht ein ganz eigenartiges Gefühl: Heute ist Samstag, am Montag steht der Martin Luther King–Feiertag an und am Dienstag wird Obama zum Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt. Man spürt förmlich den Hauch der Geschichte, denn wäre die Wahl eines Farbigen in dieses Amt ohne den Kampf von Luther King möglich?


Gibson Fabrik

Gibson Fabrik


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Gibson Gitarrenfabrik

Der nächste Tag steht ebenfalls im Zeichen von umfangreichen Besichtigungen. Wir beginnen mit dem National Civil Rights Museum im ehemaligen Lorraine Motel. Hier wurde bekanntlich Martin Luther King im Jahre 1968 erschossen. Die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung wird anschaulich mit vielen Fotos und anderen Schrift- und Tondokumenten dargestellt. Bis heute scheint nicht klar zu sein, wer hinter der Verschwörung stand, wer den Mord zu verantworten hat.
Im Giftshop werden auch T-Shirts mit dem Aufdruck "Barack Obama" verkauft. Mich beschleicht ein ganz eigenartiges Gefühl: Heute ist Samstag, am Montag steht der Martin Luther King–Feiertag an und am Dienstag wird Obama zum Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt. Man spürt förmlich den Hauch der Geschichte, denn wäre die Wahl eines Farbigen in dieses Amt ohne den Kampf von Luther King möglich?


Gibson Fabrik

Gibson Fabrik


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Die Besichtigung der Gibson Gitarrenfabrik kostet 10 Dollar Eintritt. Der hier in Memphis ansässige Betrieb ist der jüngste der Firma, weitere ältere Werke befinden sich in Montana und Nashville. Bis zu 60 Gitarren werden täglich hergestellt. Mir gefällt die Führung, sie ist sehr interessant, informativ und aufschlussreich. Fehlfabrikationen, so erklärt man uns augenzwinkernd, werden an den Mitbewerber Fender weitergereicht.
Nachdem wir kurz am Mississippi waren und einen Blick auf die Pyramide, einer Mehrzweckhalle aus Stahl und Glas, werfen konnten geht es auf dem Music Highway weiter Richtung Nashville. Der Tennessee River ist weit über seine Ufer getreten. Gegen Abend erreichen wir die Stadt.


Nashville

abends in Nashville

abends in Nashville


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Im Mekka der Country Music

Nun sind wir also in der Heimat oder dem Mekka der Country Music. Die Hauptstadt von Tennessee zählt etwa 550.000 Einwohner. Unser Hotel liegt nicht direkt im Zentrum, ist aber ansonsten sehr empfehlenswert.

Wir fahren mit dem Taxi in die Innenstadt und schlendern dann den Broadway entlang. Die bekannte Hall of Fame hat leider geschlossen. Nach einem Abendessen im "Broadway Brewhouse" schlendern wir durch die Lokale, hören uns viele Bands an und erfreuen uns an Country Music aber auch an gutem Blues. "Cadillac Ranch", "The Stage" und "Second Fiddle" sind, um nur einige Namen zu nennen, Anlaufpunkte des Abends. Viele Amerikanerinnen feiern ausgiebig, lautstark und bierselig. Die Gage für die Bands scheint nicht sehr hoch zu sein, denn einer der Musiker geht nach den Sets mit einer Sammelbüchse ins Publikum und bittet um eine finanzielle Unterstützung.


abends in Nashville

abends in Nashville


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Meinem Reiseführer entnehme ich, dass Nashville jährlich von 11 Mio. Fans besucht wird, rund 5.000 Countrysongwriter hoffen auf den Erfolg, 4.000 Interpreten versuchen ihr Glück und 200 Aufnahmestudios stehen zum Start einer Karriere zur Verfügung.

Bevor wir die Stadt am nächsten Tag endgültig verlassen, besuchen wir noch einmal den Broadway, schlendern hinunter zum Cumberland River und sehen uns erneut die berühmte Country Music Hall of Fame an, aber auch jetzt stehen wir vor verschlossenen Türen.


Lynchburg

Jack Daniels

Jack Daniels


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Lynchburg

Jetzt also zurück nach Alabama, allerdings ist ein Abstecher absolut notwendig, nämlich der nach Lynchburg. Bekannter als dieses 800-Seelen-Städtchen ist aber wohl Amerikas älteste Whiskey-Brennerei, die Jack Daniel´s Whiskey Distillery. Die Besichtigung dieser unter Denkmalschutz stehenden Anlage ist kostenlos. Mir gefällt die Führung und die Fabrik entspricht genau meiner durch Werbung beeinflussten Erwartung: Ruhe, Gelassenheit, nur keine Hektik aufkommen lassen, alles ist relaxt und entspannt.

Nach kurzer Einführung im Barrel House fahren wir mit einem Kleinbus zum Holzstapelhof und gehen dann zur Kalksteinquelle, Cave Spring, dem eigentlichen Grund, dass Daniel sich hier vor über 100 Jahren niederließ. Ein beliebtes Fotomotiv stellt die Statue des Firmengründers dar, das rechte Bein vornehm auf einen Felssockel posiert, deshalb auch der Name „Jack on the Rocks“. Im alten Büro steht noch der Tresor, dem Daniel wutentbrannt einen Fußtritt verpasste, das Bein musste danach amputiert werden und Jahre später verstarb Jack an diesen Folgen.
Der Weg führt dann zur Brennerei, der Maischehalle und der Holzkohlenfilterung, bevor wir die Abfüllung und das Lager erreichen. Dieses Filtern durch Ahornholzkohle, das Mellowing, unterscheidet Jack Daniel`s als Tennessee Whiskey von anderen Bourbon-Erzeugnissen.


Jack Daniels

Jack Daniels


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Eine Verkostung wird uns, da in Lynchburg und Umgebung der Verkauf von hochprozentigen Getränken verboten ist, nicht vergönnt. Auch die Sondergenehmigung, eigene Produkte im kleinen Shop zu verkaufen, gilt heute nicht, denn es ist Sonntag.
Unsere lustig moderierende Begleiterin informiert uns, dass Daniel unverheiratet war, aber viele Freundinnen hatte, von daher soll auch die Markenbezeichnung "Nr. 7" herkommen.
400 Mitarbeiter konnten im letzten Jahr 22 Mio. Gallonen Whiskey umsetzen, was etwa 80 Mio. Liter oder 100 Mio. Flaschen entspricht. In den USA ist Kalifornien Hauptabnehmer, exportiert wird hauptsächlich in das United Kingdom, an zweiter Stelle rangiert Deutschland.


Tuscaloosa

Bahnhof Tuscaloosa

Bahnhof Tuscaloosa


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Es ist schon dunkel, als wir in Tuscaloosa eintreffen und Philipp und Valentina fallen ihrem Vater freudestrahlend um den Hals. Bei einem Mexikaner lassen wir den Abend ausklingen. Auch hier wird sonntags kein Alkohol ausgeschenkt.
Ich bin Uwe schon sehr dankbar, dass er sich die Zeit für diesen interessanten Ausflug genommen hat.

Gegen Mittag bringt die Familie mich zum Bahnhof und nach einem herzlichen Abschied fahre ich mit dem Zug der Wiege des Jazz, meinem nächsten Ziel, entgegen.


New Orleans

French Quarter

French Quarter


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New Orleans

Die Fahrt dauert etwa sieben Stunden, nach 90 Minuten halten wir in Meridian. Es sind fast nur schwarze Mitreisende im Zug. Manchmal fahren wir im Schritttempo, lange Zeit durch Waldgegend. Das "Hotel Prince Conti", zentral im French Quarter und einige Schritte von der Bourbon Street gelegen, ist meine nächste Bleibe. Gebucht bzw. ersteigert hatte ich die Unterkunft ebenfalls im Internet bei Priceline.

Nun also hinein ins Vergnügen. Lifemusik wird in jedem zweiten Lokal angeboten, allerdings überwiegend Blues, Punk oder Pop und weniger Jazz. Früher, so jedenfalls meine ich mich zu erinnern, muss es umgekehrt gewesen sein. An der Güte und Qualität der Musik hat sich nichts geändert. Nachdem ich mich mit Bohnen und Reis, der angeblichen Leibspeise von Louis Armstrong, gestärkt habe, bleibe ich eine geraume Zeit im Maison Bourbon Jazz Club und genieße das Konzert. Es stört mich, dass nach kurzer Zeit immer die Rechnung vorgelegt wird mit dem Hinweis, dass mindestens ein Getränk pro Musikset verzehrt werden muss. Im Vergleich zu Tennessee kommt es mir in New Orleans teuerer vor und der Service hat mir in Memphis und Nashville auch besser gefallen.


Blick auf den Mississippi

Blick auf den Mississippi


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Mississippi

Der nächste Tag steht ganz im Zeichen der Stadtbesichtigung. Hier, im Wirtschaftszentrum von Louisiana, leben etwa 220.000 Einwohner. Lebensader der Stadt ist der Mississippi, der Ole Man River, aber auch verantwortlich für die größte Katastrophe. Im Jahr 2005 zerstörte der Hurrikan "Katrina" große Teile des Stadtgebietes. Heute werden Touren angeboten, um Reste der Verwüstung zu erleben. Ich habe an einer solchen Fahrt nicht teilgenommen. Bei meinem Rundgang durch New Orleans ist mir nichts aufgefallen, dass an diese Überschwemmung erinnern könnte.


Natchez

Natchez


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French Quarter

Das French Quarter oder Vieux Carré beeindruckt nach wie vor mit seiner schönen Architektur, mit seinen interessanten, filigranen, gusseisernen Balkonen und Zäunen. Im Zentrum befindet sich der Jackson Square mit der St. Louis Cathedral und dem Cabildo. Grünflächen und Blumenbeete verleihen dem Platz ein angenehmes Flair. Einige Musiker machen auf sich aufmerksam. Gleich dahinter fließt er dahin, der Mississippi. Der Schaufelraddampfer "Natchez" wartet wie eh und je auf seinen nächsten Ausflug. Bei unserem ersten Besuch hatten wir auf diesem Schiff an einer Rundfahrt teilgenommen.


Ante Bellum Südstaaten Villen

Ante Bellum Südstaaten Villen


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In der Canal Street besteige ich eine der historischen Straßenbahnen und fahre zum Garden District. Es geht vorbei an noblen Stadthäusern, den Ante Bellum Villen, und man meint, in ein anderes Jahrhundert einzutauchen. Am Straßenrand blühen schon die ersten Magnolien und ich erlebe Südstaatenromantik pur.
Für die Rückfahrt braucht die Bahn nicht zu wenden, es werden einfach die Sitze umgedreht, einige Male steigt der Fahrer aus, um die Weiche in Position zu bringen.

Im Fernsehen wird auf allen Kanälen die Vereidigung des neuen Präsidenten gezeigt, ich freue mich, dass Aretha Franklin die Ehre gebührt, an dieser Feier aktiv mitzuwirken.

Am späteren Nachmittag spielen die ersten Bands schon wieder in den angesagten Clubs. Als eine Dame sich aufdrängt und unbedingt mitsingen möchte, wahrscheinlich gehört das zum Konzept, verlasse ich das Lokal schnurstracks.


in der Preservation Hall

in der Preservation Hall


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Etwas problematisch stellt sich die Suche nach einem Internet-Café dar, wen ich auch frage und anspreche, niemand kann mir eine genaue Antwort geben. Mehr zufällig als geplant habe ich dann doch noch den gewünschten Erfolg.

Abends ist wieder Musik angesagt. Heute steht ein Besuch der bekannten Preservation Hall auf dem Programm. Der Jazzkeller befindet sich in einem unscheinbaren Gebäude, ich war schon einige Male daran vorbei gegangen. Nachdem ich 10 Dollar Eintritt entrichtet habe, lausche ich den Klängen von Shannon Powell and the Preservation Hall-Stars. Der Club ist gut gefüllt, ich vermute viele Touristen unter den Gästen. Ansonsten ist im Quarter nicht viel los und eine ganze Reihe der Lokale wirbt mit Sonderangeboten oder mit „3 for 1“.


Ante Bellum Südstaaten Villen

Ante Bellum Südstaaten Villen


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Nun geht es weiter, mit dem Taxi fahre ich zum Bahnhof. Der Taxifahrer grinst vielsagend, als ich ihm erzähle, dass der andere Mann im Foyer seit geraumer Zeit auf den Flughafenshuttle wartet.
Vor dem Waggon weist der Schaffner uns die einzelnen Plätze zu. Zunächst geht es am riesigen Stadtfriedhof vorbei, später sehen wir den Golf von Mexiko. In Meridian und Birmingham wird jeweils ein längerer Raucherstopp eingelegt. Nach der Einfahrt in den Bahnhof Tuscaloosa verlasse ich kurz den Zug, kann aber niemanden meiner Bekannten entdecken. Der Zugbegleiter spricht etwas Deutsch, er hat früher in Speyer gewohnt.


Sonstiges

Reiseführer-Tipp

ADAC Reiseführer USA-Südstaaten: Alabama, Georgia, Lousiana, Mississippi, North & South Carolina, Tennessee. Bernd Wagner (Autor), Heike Wagner (Autor)

ADAC Reiseführer USA-Südstaaten: Alabama, Georgia, Lousiana, Mississippi, North
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Reiseführer-Tipp

Merian, USA, Der Süden: Missisippi. New Orleans. Elvis. Trauminseln. Charleston. Bürgerrechte. Highways. Blues und Jazz. Schöne Hotels. Boomtown Atlanta. k.A. (Autor)

Merian, USA, Der Süden: Missisippi. New Orleans. Elvis. Trauminseln. Charleston. Bürgerrechte. Highways. Blues und Jazz. Schöne Hotels. Boomtown Atlanta. k.A. (Autor)
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Atlanta

Zwischenstation Atlanta

Nach 11½ Stunden sind wir in Atlanta und ich gehe zum nahe gelegenen "Motel Super 8" und checke ein. Eigentlich wollte ich hier ein paar Tage bleiben, habe mich dann aber kurzfristig für den eben beschriebenen Abstecher nach New Orleans entschieden, der ursprünglich gar nicht geplant war.

Mit der Subway geht es am nächsten Tag direkt zum Flughafen. Viele Soldaten bevölkern die Gänge und warten auf ihren Abflug. Nach gründlicher Personenüberprüfung kann ich endlich das Flugzeug besteigen, einige Gäste sind mit einem "Obama"-T-Shirt bekleidet. Der Flug bis Fort Lauderdale dauert etwa 90 Minuten. Aus der Luft ist der lange Strand gut zu erkennen und ich bin sehr beeindruckt.


Fort Lauderdale

Fort Lauderdale

Fort Lauderdale


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Fort Lauderdale

Mit einem Sammeltaxi fahre ich zur Unterkunft. Am Ocean Drive reihen sich die Hotels und Gästehäuser wie Perlen an der Kette. Nach dem Einchecken im "Hotel Lauderdale by the Sea", im Norden der Stadt gelegen, kann ich mich gleich nützlich machen. Eine ältere Dame aus Deutschland hat Probleme, ein Telefonat in die Heimat zu führen. Die schon etwas gestresste Mitarbeiterin am Empfangstresen freut sich, dass ich ihr behilflich sein kann und gemeinsam schaffen wir es auch. Einige Gäste an der Poolbar lassen sich ihre Cocktails schmecken, es scheint nicht der erste Drink an diesem Nachmittag zu sein.

Nach kurzer Pause und Erholung mache ich mich auf den Weg. Hatte ich in Tennessee noch Wintertemperaturen, so werde ich hier mit warmem Sonnenschein verwöhnt, einige Kinder baden im Meer. Weißer Sand soweit das Auge reicht. Allerdings zeigt sich hier auch der Kommerz von seiner dunklen Seite, denn für die Begehung einer Seebrücke wird eine Gebühr von zwei Dollar erhoben – und das ist mir doch entschieden zu teuer.


Fort Lauderdale

Fort Lauderdale


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Ein langer Strandspaziergang füllt den Rest des Tages aus, am Abend esse ich in einer Strandbar leckeres Flat Bread, das ich bisher nicht kannte, ähnlich einer Pizza, allerdings mit wesentlich dünnerem Boden. Mit Caipirinha und Pina Colada lasse ich diesen schönen Urlaubstag ausklingen. Im Fernsehen werden, ähnlich wie in Deutschland, James Bond-Filme wiederholt.


Fort Lauderdale

Fort Lauderdale


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Mit dem Taxi fahre ich tags darauf zum Hafen und betrete die Discovery Sun. Das Ticket hatte ich bereits zu Hause im Reisebüro erworben. Es wird, warum auch immer, nur ausgestellt, wenn eine Hotelbuchung für die Nacht vorher vorliegt.
Das Schiff legt pünktlich ab. Am Horizont sind Ft. Lauderdale, Hollywood und Miami gut zu erkennen, der zig km lange Sand leuchtet in der Morgensonne, die Südspitze Floridas zeichnet sich vor unseren Augen ab. Zufrieden kuschele ich mich an Deck auf einen Liegestuhl, atme die frische Meeresluft ein und freue mich auf die nächsten Tage. Das Schiff bietet viel Spektakel, ich gebe mich lieber meinem Buch hin. Bei den meisten Gästen handelt es sich, wie ich später im Hafen feststelle, um Tagestouristen. Nach sechsstündiger Schifffahrt laufen wir in den Hafen von Freeport ein, Grand Bahama ist erreicht.


Port Lucaya

Strandleben

Strandleben


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Port Lucaya

Im Sammeltaxi nach Port Lucaya ist gerade noch ein Platz frei und so komme ich preiswert zum „Hotel Pelican Bay“. Auf den Straßen herrscht Linksverkehr. Da das Zimmer noch nicht ganz hergerichtet ist, darf ich auf Kosten des Hauses einen Bahama Mama bestellen. Die Hotelanlage besteht aus mehreren Häusern und ist gut in die Landschaft integriert. Hier werde ich mich wohl fühlen. Man kann sich auf den schönen luftigen Balkonen erholen oder sich an der Poolbar verwöhnen lassen. Jetzt, an den letzten Tagen dieser Reise, ist nur noch Relaxen angesagt.


Abendstimmung in Lucaya

Abendstimmung in Lucaya


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Touristische Sehenswürdigkeiten findet man in Port Lucaya nicht, dafür aber herrliche Strände, türkisfarbenes Wasser, interessante Bars, gute Restaurants und Erholung. Grand Bahama, viertgrößte Insel der Bahamas, liegt knapp 90 km vom Festland entfernt, entsprechend groß ist die Anzahl der amerikanischen Touristen. 29 der rund 700 Inseln dieses Archipels sind bewohnt. Die Einwohnerzahl beträgt rd. 325.000, über 80 % der hier Lebenden sind afrikanischen Ursprungs. Die Bahamas sind seit 1973 unabhängig, es handelt sich um eine parlamentarische Monarchie im Commonwealth, Königin Elisabeth II. ist ihr Staatsoberhaupt.
Ein großer Yachthafen macht die Insel auch für Bootsbesitzer interessant. Eine Fahrt auf einem Glasbottom-Boot scheint bei vielen Touristen angesagt zu sein. Landeswährung ist der an den amerikanischen Dollar gekoppelte Bahama Dollar.


Blick aus der Bar

Blick aus der Bar


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Die nächsten Tage verbringe ich mit Lesen, Baden und Spazieren gehen. Das Wetter meint es gut und so nutze ich täglich die Möglichkeit, mit dem Wassertaxi, das direkt bei der Hotelbar anlegt, zum wunderschönen Taino Beach zu fahren. Der Fahrpreis ist in der Hotelgebühr inbegriffen. Ein lauschiges Strandcafé bietet Lunch und Dinner an und so verbringe ich viele Stunden an diesem Ort. Das auf den Bahamas gebraute Kalik-Bier ist sehr populär und wird sowohl von Einheimischen als auch von den Inselgästen gern bestellt.


 	Konzert auf dem Marktplatz

Konzert auf dem Marktplatz


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Weitere Geschäfte und Lokale findet man ein paar Schritte vom Strand entfernt am oder in der Nähe des Port Lucaya Market Place. Hier halte ich mich einige Abende auf und esse, um nur ein Lokal zu nennen, im Pisces Seafood Restaurant relativ preiswerten Lobster.
An meinem letzten Abend wird auf dem Marktplatz am Count Basie Square ein großes Fest mit Lifemusik veranstaltet. Große Menschentrauben bevölkern die Straßen und stehen vor den Getränkeständen Schlange, viele Paare tummeln sich auf der Tanzfläche.

Eine karibische Nacht, wie sie im Buche steht – hier könnte ich es noch tagelang aushalten.


Sonstiges

Reiseführer-Tipp

Florida (Lonely Planet Florida) von Jeff Campbell (Autor), Becca Blond (Autor), Jennifer Denniston (Autor), Beth Greenfield (Autor), Adam Karlin (Autor), Willy Volk (Autor)

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Reiseführer-Tipp

Nelles Guide Karibik - Große Antillen (Reiseführer) / Bermudas - Bahamas von Günter Nelles (Herausgeber)

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