Ans Ende der Welt - Reisebericht von JoergHammann bei triplib.

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JoergHammann
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163 Fotos | 8 Reisetipps | 3333 Views

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(Anzahl der Bewertungen dieses Berichts: 1)

Auckland

A 380-300

A 380-300


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Eine sehr lange Flugreise

Gestartet sind wir am Montag, 31.1. 2011, um 20.40 Uhr im verschneiten München. Es lagen fast 10 cm Schnee und wir hatten 5 Grad minus. Angekommen in Auckland sind wir nach deutscher Zeit um 4.30 Uhr in Auckland. Die Reise dauerte also 28 Stunden Brutto, reine Flugzeit 25 Stunden. In Dubai hatten wir 3 Stunden Aufenthalt, den wir in einer prachtvollen Duty-Free-Shopping-Meile verbrachten. Dort genossen wir frisch gepresste Obstsäfte und zahlten in arabischen Dinaren. Bis Dubai saßen wir ziemlich eng in einem Airbus 330, danach reisten wir im größten Flugzeug der Welt, dem Airbis 380-800 von Emirates mit fast 500 Sitzplätzen, die über drei Zustiegsrampen gefüllt wurde. Tatsächlich gab es mehr Beinfreiheit und alle paar Stunden etwas zu essen: Chicken gegrillt, Kartoffeln, Gemüse, dazu mehrere Frühstücke mit Brötchen und Omlett. Kurzum: Wir sind nicht verhungert und dank Thrombosestrümpfen auch nicht gesundheitlich geschädigt worden. Nur das Sitzen fiel am Schluss etwas schwer.



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Freistaat Bayern in Auckland

Vom Flughafen ging es mit dem Shuttle-Service von Top-Tours in das schöne Bed & Breakfast "Bavaria" im grünen Stadtteil Mount Eden, nur zwei km vom Stadtzentrum entfernt, umgeben von vielen alten Holzhäusern - sehr anheimelnd. Am Eingang hängt eine Tafel mit dem "Freistaat-Bayern-Wappen" (auf dem Foto evtl. zu erkennen). Die Besitzer sind Auswanderer. Mit Rudi habe ich schon ein wenig geplaudert. Netter Mann. Abends noch durch die Umgebung gebummelt. Viele der Villen im viktorianischen Stil sind aus Holz gebaut und weiß gestrichen, nur der Schornstein ist aufwändig gemauert. Der Supermarkt hat 24 Stunden an 7 Tagen offen und bietet alles.



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Zu Fuß durch die Millionenstadt

Ulrike, vor Jahren ausgewandert aus Neumarkt/Oberpfalz, machte englischen Tee zum Fruehstueck. Dann wanderten wir vom Hotel aus auf den Mount Eden (196 m hoch). Der Vulkan ist ein Heiligtum der Maori mit herlichem Rundblick auf die Skzline der Stadt (Foto) und die umliegende Vulkan/Landschaft. Schweissgebadet (wegen der Waerme und der Luffeuchtigkeit) ging es weiter zum "Wintergarden" mit Seerosente3ich und exotischer Bluetenpracht und zum Aukland-Museum. Dort werden duestere Schnitzwerke der pazifischen Kulturen gezeigt - sensationell. Es folgte noch ein Abstecher in die alte St.Mary-Kirche und die moderne Bischofskirche. Danach eine laengere Kaffepause auf der Parnmell-Road, ein Abstecher in die Queen-Street, das eher etwas graue Herz der Metropole und dmit dem Bus zurueck ins Hotel. Es faellt auf, dass Aukland sich nicht von europaeischen Staedten unetrscheidet: die Leute hier, die Waren ind en Schaufenstern, die Speisekarten, alles multikulturell und westlich. Das macht den Einstieg fuer Neulinge leicht. Im Rest des Landes soll es noch etwas urspruenglicher sein, sagt der Hotelchef der 1983 in das damals noch abgeschottete Neuseeland kam. Die Zeitumstellung haben wir uebrigens ganz leicht verkraftet, kaum zu glauben. (Der heutige Text wurde auf englischer Tastatur geschrieben, deshalb keine Umlaute)


Übernachten

Bavaria Guesthouse Auckland

Besitzer Rudi und Ulrike stammen aus Deutschland, sehr nett, zentrumsnah

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Bay of Islands


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Die berühmteste Toilette der Welt

Hurra, die heutige Premiere mit dem Linksfahren hat geklappt. Karin saß am Steuer, ich machte den Navigator. Später traute ich mich auch, fuhr aber oft zu weit links. Ansonsten kamen wir aber gut zurecht mit unserer lahmen Ente (mit Automatik).
Auf dem Weg nach Norden kamen wir durch Wälder, in denen Farme wuchsen so groß wie Bäume, mit einem kräftigen Stamm und riesigen Blättern. Hier ist alles in der Natur größer und grüner.
In Kawakawa nutzen wir das am meisten fotografierte öffentliche WC der Welt, ein Werk von Friedensreich Hundertwasser, der hier 20 Jahre bis zu seinem Tod im Jahr 2000 in einem Haus ohne Strom lebte.
Unser Quartier für 3 Nächte liegt in der Nähe von Pahia an der subtropischebn Bay of Islands: ein Campingplatz mit kleinen Appartements, in Sichtweite die Haruru-Falls und Palmen am Fluss. Richtig nett. Am Wochenende vorher war hier alles, weil ein Cyclon das Meerwasser in die Bucht drückte. Deshalb hat unser Appartment einen neuen Teppichboden und Probleme mit dem Strom



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Camper- und Strandleben

Eigentlich war das Haruru-Falls-Ressort nur eine Notlösung wegen Überbuchung des ursprünglich vorgesehenen Quartiers. Es stellte sich aber als Glücksfall heraus: Herrliche Palmen, der Fluss mit Ebbe und Flut, der Wasserfall in Sichtweite (und nachts beleuchtet). Dank kleiner Küche im Appartement konnten wir uns selbst versorgen, morgens Frühstück machen, abends italienisch kochen. Die Supermärkte haben eine Super-Auswahl.
In Pahia saßen wir lange am feinen, weißen Sandstrand und schauten dem Treiben in der Bay zu. Angenehm war, dass nach dem Sand Rasen kam und dann viele Bäume, die Schatten spendeten (und damit als Vorsorge gegen Hautkrebs dienten). Wir sahen die Jetboat-fahrer herum sausen, die Segler segeln, ddie Ausflugsboote zum Delphin-Schwimmen auslaufen und die Ruderer der traditionellen Einbäume, 20, 40 und einmal sogar 80 Mann in einem Boot, die zu jedem Paddelzug im Rhythmus Rufe ausstießen und große Runden in der Bay drehten. Am Ufer vergnügten sich große Moari-Familien beim Chips-Essen oder mit Raufspielen neben hellhäutigen und manchmal rothaarigen Weißen. Viele der Maori sind prächtig tätowiert, viele Männer haben dicke Bäuche (da kann ich nur mühsam mithalten), wenn sie sich begrüßen, reiben sie die Nasen aneinander.
Bei einem Café-Besuch im Hauptanleger von Pahia dann noch eine Knaller-Szene: Wir schlürfen gerade unseren Cappucino und schauen auf den Pazific, da gehen zwei ältere Deutsche, sportlich gekleidet, an uns vorbei. Er schaut um die Ecke und sagt zu ihr: "Ach, da ist ja unser Helikopter." Tatsächlich, auf einem Mini-Landeplatz zwischen Palmen stand keine 20 m entfernt die Maschine. Kurze Zeit später erschien die Pilotin und brummte mit den beiden Urlaubern über die Bay of Islands zum Sightseeing davon.



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Natur pur und Menschenmassen

Unser erster "Walk" durch die Natur führte am Waitangi River entlang. Wir starteten oberhalb des Haruru-Wasserfalls und liefen zwei Stunden Richtung Bay. Solchen Wald haben wir noch nie gesehen: Die übermannshohen Farne bilden ganze Haine, einzelne Bäume sind riesig groß, ihre Äste ragen fünf Meter zur Seite. Auf den Pflanzen haben sich Flechten angesiedelt, die im Wind baumeln, auf anderen Ästen sitzen Schmarotzerpflanzen, die von dort ihre Wurzeln zu Boden lassen. Einige prächtige Blüten funkeln im Grün, Kormorane lauern von den Bäumen aus auf Beutefische. Dann ein Mangroven-Wald. Die Büsche und Bäume stehen bei Flut im Wasser, bei Ebbe sind die Wurzeln frei. Dafür muss das Meerwasser recht warm sein - hier am 35. Breitengrad ist das so. Übrigens: Es gibt hier keine Schlangen und bisher keine Schnaken.
Aus der Naturidylle heraus der krasse Wechsel: Die Maori Neuseelands feiern am 6. Februar den Waitangi-Day zur Erinnerung an den Vertragsschluss mit den Engländern im Jahr 1840, der ihnen wenigstens einige bescheidene Rechte zuerkannte.
Wir kamen aus dem Busch zum Ort des historischen Geschehens, dem Waitangi Treaty Ground (natürlich nicht zufällig, wir hatten davon gehört). Es herrscht ein buntes Durcheinannder mit Kinderattraktionen, Imbissbuden und Verkaufsständen - irgenwie ähnlich wie bei Tollwood. Die Maori rudern ihre traditionellen Langboote, eine Fregatte der Navy böllert draußen in der Bay zum Festtag Salut. Auf der Wiese werben Infostände für politische Rechte der ureinwohner oder sorgen sich um die gesunde Ernährung der Moari. Sonnencreme kannsich jeder kostenlos nehmen.
Auf dem Rückweg an der heißen Straße entlang pickt uns ein freundlicher Ajutofahrer auf und nimmt uns zwei Kilometer weit mit zum Quartier. "Do you want a lift? Yes, wonderfull, thank you!"


Übernachten

Haruru Falls Ressort

Campingplatz mit Appartements (Kühlschrank und kleine Küche). Tolle Lage am Fluss und Wasserfall.

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Waitomo Caves


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Überraschungen am Abend

Das ist unser "Nissan Sunny Super Saloon", eine geräumige Reiselimousine mit strapzierter Federung, verbrauchsarmem, etwas schwachem Motor, Automatik und Lenkrad links, was beim Einsteigen immer wieder zu Verwechselungen führt, auch bei Scheibenwischer und Blinker. Mit dem Wagen von Jucy-Cars sind wir nach Pahia rund 260 km gefahren, nun standen uns 440 km Richtung Süden bevor. Das Ziel: die Glühwürmchen-Höhle von Waitomo. Der Weg dorthin zog sich lang, wir hatten einen Stau bei einem grausamen Unfall. Am nächsten Tag stand in der Zeitung auf Seite 1, dass ein 17-Jähriger auf dem Weg zur Schule tödlich verunglückt war. Auf der kurvigen Strecke wird es einem manchmal mulmig, wenn die großen Trucks mit Vollgas entgegen kommen. Außerdem sehen wir ganz viele überfahrene Possums, die zwar possierlich sind, aber hier als Schädlinge gelten, weil sie die einheimischen Vögel killen.
Am Abend dann drei schöne Überraschungen. Das Quartier mit Namen "Abseil-Inn" ist ein tolles Holzhaus mit historischem Parkett, sehr geschmackvoll eingerichtet. Wir schlafen in einem weiß-blauen Himmelbett. Vorher aber folgen wir einem Tipp unserer Gastgeberin Hellen und essen im Huhu-Restaurant zu Abend, sehr lecker, sehr liebevoll zubereitet, voll biologisch und stylisch wie in München. Danach aber der totale Knaller: Abendbesuch der Waitomo-Höhle. Eine Maori-Frau, die UrUrenkelin des Entdeckers, führt uns und singt in der "Kathedrale" der Höhle mit Super-Akustik ein Maori-Lied. Dann geht es mit dem Boot weiter durch die dunkle Grotte, nur unsere Gruppe mit etwa 10 Leuten, ganz still, die Höhlenführerin zieht uns an einer Schnur voran. An der Decke hängen Tausende von Larven einer Glühwürmchenart und leuchten. Es sieht aus wie der Sternenhimmel. Die Larven locken damit ihre Beute an. Ein atemberaubendes Erlebnis, von dem es leider kein Bild gibt, weil Fotografieren verboten war und auch einfach daneben gewesen wäre. Hier die Homepage: http://www.waitomo.com/waitomo-glowworm-caves.aspx


Übernachten

Abseil Breakfast Inn, Waitomo Caves

Tolles Haus auf einer Hügelspitze, freundliche Gast6geber, Hellen diskutiert gerne, sher schön eingerichtet, Top Frühstück. Weiter Blick ins Land.

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Essen & Trinken

Huhu-Restaurant, Waitomo Caves

Heißt zwar Café, gehört aber zu den 100 besten Restaurants in Neuseeland. Trotzdem ganz locjere Athmosphäre, junge Leute in der Küche und im Service, Blick von der Terasse auf den Campingplatz. Spezilialisiert auf Slow cooking mit regionalen Zutaten.

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Essen & Trinken

Dragons Rest Cafe, Topuni, Northland

Einsam gelegenes Öko-Café am Weg zwischen Pahia und Auckland, direkt an einer einspurigen Bahnlinie, die mit Dieselbetrieb befahren wird. Sehenswert auch die Kauri-Schnitzereien auf dem Vorplatz.

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Rotorua


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Grüße aus dem Erdinneren

Was hört man auf dem Weg durch Neuseeland? Das lautstarke Zirpen der Grillen, überall wo Wald ist. Ein Käfer macht ein Geräusch wie ein Rasensprenger. Der Jellbird (Vogel) imitiert Laute, wenn es sein muss auch Handytöne.
Was riecht man? Den Duft vieler Blumen, obwohl der Sommer schon zuende geht. Beim Frühstück im Abseil Inn die Aromen vbestimmt fünf verschiedenen Honigsorten und ein Gewürzsalz mit geröstetem Knoblauch zum englischen Klassiker "Ham and eggs". Und Schwefelgestank (dazu gleich mehr).
Was spürt man auf der Haut? Die sengende Sonne, die immer wieder mit ungeheurer Kraft aus dem dem Ozonloch heraus niederbrennt. Ohne Sonnencreme geht nichts.
In der Früh schauen wir uns in Otorohanga in einem "Nachthaus" echte Kiwibirds an (das Foto zeigt nur präparierte Vögel). Das Wappentier der Neuseeländer mit dem langen Schnabel ist sehr scheu und wird von Wiesel, Marder und Possum dezimiert. Der Vogel ist so groß wie ein Huhn, hat nur noch Stummel-Flügel, seine Federn sehen aus wie Fell, und das sehr große Ei wird in einer Höhle ausgebrütet.
Heute hatten wir nur 160 km von Waitomo zum Rotura Lake. Viele Kilometer ging es durch einsames Land, sehr hügelig, alles grüne Weiden, erstmals auch viele Schafe. Es sieht hübsch aus, ist aber beklemmend, weil die Wälder rigoros abgeholzt werden, dann im Einheitsstil wieder aufgeforstet wie Baumschulen, dann erneut "abgeerntet". Holzlaster zuhauf auf den Straßen.
Am Ziel heute eine Top-Sehenswürdigkeit: das Thermalfeld Te Puia von Rotorua mit einem Geysir namens Pohutu, der 30 m hoch das Wasser ausspeit. Dazu heiße Seen, bunte Sinterterassen, Risse im Boden, aus denen es dampft und - beesonders lustig - Schlammteiche, aus denen kleine Fontänen aufspritzen, die dann Türmchen aufwerfen, und oben blubbert es heraus. Wir fühlen uns näher am geheimnisvollen und heißen Erdinneren.
Das Hotel ist nahe gelegen, wir wohnen im 5. Stock, ein etwas globiger Kasten mit 33 Grad warmen Pool. Nicht ganz unser Geschmack. Morgen erkunden wir die Stadt und die Umgebung.


Schwefeldämpfe

Schwefeldämpfe


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Waschtag

Geruhsam soll es heute zugehen. Um 10 Uhr schlenderen wir vom feinen Heritage-Hotel um die Ecke in Pepper's Café zum Frühstück, serviert von einer älteren Dame, die schon in Düsseldorf und in Berlin war - allerdings vor dem Mauerfall. Anschließend suchen wir die Guest-Laundery im Hotel auf und waschen zwei Maschinen Wäsche. Auch der Trockner und das hoteleigene Bügeleisen kamen zum Einsatz, so dass wir wieder Klamotten für die nächsten Tage haben.
Nach einer längeren Lesepause spazieren wir durch den Governers Garden, wo die historischen Badeanstalten dieses Kurorts direkt am Lake Rotorua stehen (gebaut im kitschigen englischen Neo-Tudor-Stil). Morgens war es trüb, aber jetzt scheint wieder die Sonne. In der Sulfor Bay des Sees ist das Wasser milchig vom aufsteigenden Schwefeldampf, es riecht überall recht hefitig. Trotzdem jogggen die Leute wie wild durch die Parkanlage. Es steigt gerade ein Wettkampf in "Orientierung", so das englische Wort. Väter und Mütter hetzen mit ihren Kindern herum und suchen versteckte Stempel, um ihre Streckenkarte vollständig ausgefüllt zu bekommen. Die Neuseeländer sind einfach fitness-verrückt und zwingen auch ihren Nachwuchs dazu.
Abends finden wir ein schönes Gartenlokal mit Heißem-Stein-Essen, natürlich serviert auf Lava-Blöcken aus der Region. Tolle Sache: Das Fleisch kommt nur auf einer Seite gebraten an den Tisch und wird dann in kleine Scheiben geschnitten und je nach Geschmack fertig gebraten. Nachts baden wir noch im heißen Hotelpool zusammen mit 20 Koeranern aller Altersstufen. Es sind nette Leute. Und die Bademäntel tragen sogar unsere Namens-Initiale bestickt (siehe Beweisfoto).


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Taupo

Inferno Lake

Inferno Lake


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Blau, blauer, am blauesten

Etwa drei Kilometer ist das "Waimangu Volcanic Valley" (zwischen Rotorua und Taupo) lang, wir brauchen für die Strecke aber fast drei Stunden, weil es so viel zu sehen gibt: Den Bratpfannen-See mit fast 80 Grad Wassertemperatur, einen heißen Bach mit mineralischen
Ausblühungen in allen Farben, Erdlöcher, aus denen heißer Dampf quillt und den smaragdblauen, kreisrunden "Inferno-Lake", der seinen Wasserspiegel um bis zu 12 Meter hebt und senkt. Das Tal ist durch einen großen Vulkanausbruch 1886 und durch einen 400 m hohen Schlamm- und Wassergeysier, der von 1900 bis 1904 aktiv war, völlig neu formiert worden.
Eisblau ist das Wasser an den Haku-Falls, bei denen wir auf unserer Fahrt nach Taupo (85 km einfacher Weg plus 64 km von mir wegen Schlafmützigkeit verursachter Umweg) vorbei schauen. Das ist hier keine Wildnis, obwohl manche Passagen so aussehen. Städte wie Taupo sind gut ausgebaut, die Straßen ebenso. Der größte Fluss Neuseeland, der Waikato, an dem die Wasserfälle liegen, ist gleichzeitig der stärkste Stromlieferant. Alle paar Kilometer kommt ein Wasserkraftwerk.
Abends gehen wir im Lake Taupo schwimmen. Die Sonne ist raus gekommen, der Himmel azurblau, wie immer mit großen weißen Wolken. Der See kobaltblau, ganz klar, ein Forellengewässer, größer als der Bodensee, am Ufer schwarzer Sand, im Wasser weißer, es ist ein aufgefüllter Vulkankrater (leider keine Kamera dabei).
Wir haben ein großes Ferienappartement mit Küche, also versorgen wir uns selbst.


Schwimmender Stein

Schwimmender Stein


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Schwimmende Steine und schlafende Vulkane

Der Lake Taupo ist ein herrlicher Kratersee. Das merken wi, als wir Steine finden, die im Wasser schwimmen. Es ist Bimsstein voller Lufteinschlüsse, ganz leicht, mit der Lava aus dem Erdinnernen gekommen, jetzt gut zum Entfernen von Hornhaut geeignet. In Taupo herrscht normalerweiase Trubel, jetzt ist aber schon Nachsaison, so dass es geruhsam zugeht.
Wir fahren rund 85 km weiter in den Tongariro National Park, eine alpine Landschaft, in der im Winter Ski gefahren wird. Dort stehen drei große aktive Vulkane herum, die momentan aber schlafen. Der letzte Ausbruch war 1996. Meist sind die Gipfel in Wolken gehüllt, was aussieht, als ob sie qualmen. Wir wohnen in einem piekfeinen "Chateau", etwas zu vornehm für unseren Geschmack, aber auch mal interessant zu erleben. Der Cappucoino in der Lobby mit Blick auf den Vulkan schmeckt trotzdem gut. Der "Ridge Walking Track" dauert zwar nur eine Stunde, geht aber auf die Knochen - Abendsonne wie jeden Tag, Sonnenbrandgefahr. Abends Pizza Magerita und "Fish 'n' Chips" in einem Imbiss um die Ecke, dort Basketball-Live-Übertragung auf einer Großleinwand und lockere Stimmung.


Tongariro-Nationalpark

Tongariro-Vulkan

Tongariro-Vulkan


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Natur erleben "by walking around"

Vom Whakapapa-Village, wo unser Schloss-Hotel steht, gehen ganz viele Wanderwege ab. SWir suchen uns den Taranaki Falls Walking Track heraus. Erdauwert etwa 2,5 Stunden, weil wir so oft stehen bleiben, um über die Natur zu staunen. Weite Ausblicke wechseln mit engen Schluchten und dunklen Südbuchen-Wäldern. Alle Bäume hier sind bis oben hin bewachsen mit Moosen, Farnen und Misteln, die vor dem Kahlfraß durch die Possums geschützt werden müssen, indem manche Bäume Metall-Manschetten erhalten, damit die Viecher nicht hinauf klettern können und alles kahl fressen..


Vorsicht

Vorsicht


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Ohne Wolken

Am Sonntag morgen verlassen wir das Schloss und den Nationalpark. Die Vulkane sind tatsächlich ohne Wolken zu sehen. Wir machen uns auf die 4,5 stündige Reise nach Wellington an der Cook-Strait (etwa 320 km), welche die Nordinsel von der Südinsel trennt.


Waikanae

...Sonne...

...Sonne...


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Überraschung in Waikanae Beach

Etwas ermattet fahren wir in Waikanae, etwa 55 km vor Wellington, vom State Highway Nr. 1 (entspricht einer Bundesstraße) ab Richtung Beach. Dort die totale Überraschung: Dünen, feiner Sand, ganz wenig Leute. Wir kippen unser Programm, cremen uns mit Sonnenschutzfaktor 30 ein und legen uns an den Strand, herrlicher Sonnenschein, wie im Traum. Sogar eine Dusche gibt es später hinter der Düne.


Wellington

Wellington Stadtmitte

Wellington Stadtmitte


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Wellington - etwas seltsam

Wir kommen erst gegen 18 Uhr in der Hauptstadt an, sie liegt in abendlicher Sonntagsruhe. Das Trinity-Hotel hat schon bessere Zeiten gesehen, unter unserem Fenster trötet eine Fußgängerampel, nicht ideal, aber zentrumsnah. "Windy Welly" zeigt sich von seiner stürmischen Seite, viele Hochhäuser, aber eine interessante "Waterfront". Für heute ist es genug, wir essen Pizza im "One Red Dog", einer netten Kneipe am Hafen.
Taurige Nachricht zum Tagesausklang: Tante Nora ist gestorben. Sie hat den Kampf gegen Alzheimer verloren, schreibt Marilyn per Mail.


Auf dem Raildeck

Auf dem Raildeck


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Einschiffen mit Hindernissen

Die Nacht in Wellington war nichts besonderes, vor allem wegen des Straßenlärms zu laut. Morgens im Cafe um die Ecke schauen wir den gestylten Stadtmenschen beim Smalltalk über ihre Wochenenderlebnisse zu. Direkt am Ufer gelegen ist das größte neuseeländische Museum Te Papa. Der Eintritt ist frei, ein Riesen-Rummel, viele Schulklassen, Infos zur Geologie und zur Tierwelt des Landes, viele Schaustücke aus Plastik, viele Schulklassen, wenig Historisches. Die ersten Europäer, die hierher kamen, waren arme Leute, vor allem Arbeiter, die vor dem Elend und Hunger daheim flüchteten und sich hier im Paradies fühlten.
Dann geht es auf die Interislander-Fähre nach Picton auf der Südinsel. Eigentlich ganz einfach, wir stehen durch Zufall ganz vorne in der 5. Reihe. Güterwagons werden in das Schiff rangiert, dann winkt mir ein freundlicher Einweiser und erklärt mir, ich solle als erster PKW rückwärts über die Rampe in den Bauch der Fähre einfahren, dann an den Güterwagons entlang bis ganz nach hinten. Und das mit Lenkrad rechts. Aber es hat geklappt. Und der Platz auf dem Raildeck musste schließlich auch gefüllt werden.


Picton

Mal in Regenjacke

Mal in Regenjacke


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Auf die Südinsel

Bei der Überfahrt herrscht trübes Wetter. Drei Stunden sind wir unterwegs, davon eine Stunde durch den Marlborough Sound, einen engen Fjord mit vielen Buchten und einsamen Ferienhäusern bis in die kleine Stadt Picton. Dort werden wir im Bed an Breckfast The Gables von Ian und Paula freundlich empfangen. Es ist wieder ein altes Holzhaus, mit Veranda und Workshop (= Werkstatt). Die Gästezimmer haben Blümchentapete und auf der Treppe und im 1. Stock liegt überall ein weißer Flauschteppich. Es ist Valentinstag. Ian empfiehlt La Cafè zum Abendessen - mit Blick auf den Sound, Es ist kühl, wir sind abgekämpft, der tägliche Wechsel von Quartier zu Quartier ist mühsam. Vielleicht haben wir uns für die vier Wochen doch zu viel vorgenommen.


Übernachten

The Gables Bed & Breakfast, Picton

Nette Gastgeber Paula und Ian, ganz nahe zur Fähre und zu "La Café" mit feinem Essen, kleine Zimmer, altes Holzhaus, Berberteppich im 1. Stock. Kontinentales Frühstück.

The Gables
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Kaiteriteri

Am Strand von Kaiteriteri

Am Strand von Kaiteriteri


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Kaum zu glauben

Eigentlich sind wir hier nicht mehr weit von der Antarktis entfernt (bitte mal bei Google Earth nachschauen), aber statt schroffer Felsen und steifer Brise dominieren hier Sonne, Sand und Südsee-Flair. Wir starten in Picton nach einem netten Frühstücksgeplauder mit zwei
Göttinger Rentnerpaaren (die natürlich Neuseeland-Profis sind). Zum Abschied bekommen wir von Ian und Paula zwei Muffins geschenkt, die wir in einem besonders schönen Moment verspeisen sollen. Das Foto davon wünschen sie sich per Mail.
Es geht über den Queen Charlotte Drive - eine kleine Nebenstraße mit unendlich vielen Kurven an herrlichen Buchten des Sounds entlang - Richtung Nelson. Das ist eine lebhafte Kleinstadt mit Trafalgar Square wie in London. Von dort weiter nach Kaiteriteri am Abel Tasman Nationalpark. Paradisisch, man glaubt es nicht. Hier werden die Werbefotos für den Neuseeland-Tourismus gemacht: Sandkasten-Strand in weiß, goldgelb und rot, Buchten, Böotchen, Buschwerk, sanftes Abendlicht, kaum Leute, dazu heult die Sirene, und die Feuerwehr rückt aus.
In der Kaiteri-Lodge haben wir eine große, sehr gut ausgestattete Gemeinschaftsküche, ein Zimmer mit Blick zum Meer (über den Hinterhof eines Restaurants) und Türen, die man nur von außen abschließen kann. In Picton blieb die Zimmertür immer offen. Hier vertraut jeder jedem, was zur entspannten Stimmung beiträgt.


Marahau Beach

Marahau Beach


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Ohne Worte

Heute ist ein schöner Tag zum Ausruhen. Wir gehen Schwimmen am Sandstrand von Kaiteriteri, Waschen unsere Wäsche, essen mittags einen Muffin mit Käse und Schinken, machen nachmittags einen Besuch am benachbarten Strand von Marahau (menschenleer) und kochen uns abends Hähnchenbrust mit einheimischen Pellkartoffeln und Neuseelandbutter, lecker.


Hokitika

Unser Blockhaus (links)

Unser Blockhaus (links)


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Bon soir à la fin du terre

Heute beginnt die große Reise in den einsamen Süden der Südinsel, zunächst 340 km, das sind am Schluss sechs Stunden reine Fahrzeit. Auf kurvigen Gebirgsstrecken schaffen wir gerade mal 50 km pro Stunde. Überall werden die Straßen neu geschottert, dann stehen Bauarbeiter mit "Stop" und "Go"-Schildern an der Straße und regeln den Einbahnverkehr. Viele Brücken über die Gebirgsflüsse sind einspurig, Man muss den Gegenverkehr durchlassen oder hat selbst
Vorfahrt. Am Fluss Buller sind einige Abschnitte so um die Kurve in den Fels gesprengt, dass Ampel regeln, wer zuerst darf. Insgesamt ist wenig los. Die kleinen Orte, manchmal alte Goldgräbersiedlungen, liegen 50 Kilomet6er und mehr auseinander, dazwischen Wälder. Einmal kommt ein Schild, dass die nächste Tankstelle 90 km entfernt ist, morgen werden es sogar 120 km sein. Da heißt es vorsorgen.
Nach langem Gegurke durch einsame Gegenden dann plötzlich der Blick auf die Tasman-See, das ist wildes Meer, das bis zum Kap Horn nach Südafkrika reicht, tausende Kilometer freie Bahn. Die Brecher hauen an die Felsküste, hier ist nichts mit Baden.
In Punakaiki sehen wir die Pancake Rocks, die aussehen wie geschichtete Pfannenkuchen, und die Blowing Holes, gigantische Felstürme und Klüfte, in die die Wellen hineindonnern, wenn Flut und Sturm zusammen fallen. Heute ist es eher ruhig, aber auch schon beeindruckend. Der Rundweg gefällt den Besuchern aus aller Welt, sauber aspaltiert, nur 20 Minuten zu gehen, lauter super Lookouts - und nicht zu viel Zeitverlust.
Wir kommen gegen 18 Uhr in unserer Zwischenstation Hokitika an. Die tüchtigen Leute vom Reisebüro haben sich wieder eine Überraschung ausgedacht und auf den Campingplatz Shining Star ein Blockhaus gebucht - massive Balkenbauweise mit Veranda, mal wieder ganz anders als die vorherigen Quartiere. Zum Abendessen suchen wir uns ein Lokal im fast ausgestorbenen Ort und finden das "Cafe de Paris", das von einem ausgewanderten Franzosen mit Neuseeländer Frau geführt wird. Zum Nachtisch gibt es Crepes suzettes mit brennendem Grand Marnier. So haben wir uns das Ende der Welt nicht vorgestellt. Hokitika ist übrigens die Hauptstadt der Jade-Gewinnung. Die Maori machen daraus grünen Schmuck.
Als es Dunkel wird schlendern wir von von unserer Hütte zu einer Gloworm-Dell ganz in der Nähe. Dort sehen wir in freier Natur die Tierchen, die wir schon in der Waitomo-Höhle bewundert hatten.
A Propos Einwanderer: Mitte in den großen Wäldern kaamen wir in eine grüne Oase mit Blumenpracht. Der kleine Campingplatz wird von einer Frankfurterin und einem Berliner geführt. Die Gastgeberin setzte uns einen "organic" Apfelkuchen (biologisch-dynamisch, aus
eigenem Anbau). Fünf Monate sind die beiden in NZ und schuften auf ihrem Platz, fünf Monate dann in Deutschland.


Essen & Trinken

Cafe de Paris, Hokitika

Französisch-italienische Küche mit freundlichem Service. Tres bien.

Cafe de Paris
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Fox Glacier

Franz-Joseph-Gletscher

Franz-Joseph-Gletscher


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Drei Wanderungen an einem Tag

Am heutigen Freitag, 18. Februar, wussten wir morgens noch nicht, dass wir abends drei Wanderungen gemacht haben würden mit insgesamt 6 Stunden Gehzeit.
Kurz nach dem Start kommen wir in der Goldgräberstadt Ross vorbei. Dort gibt es einen Walk zu den Überbleibseln der Pionierzeiten: unter anderem alte Wasserkanäle in den Bergen und
den Friedhof. Leider finden wir kein Gold im Bergbach.
Nach zwei Stunden Fahrt erreichen wir den Franz-Joseph-Gletscher, benannt nach einem österreichischen Kaiser, ausgedacht von einem untertänigen Landvermesser namens Haast, der früher mal hier vorbei kam. Dort machen wir eine Tour bis zum Gletschertor. Es geht durch Regenwald (!) und durch das Schotterbett des Gletscherflusses. Das Eis leuchtet teilweise blau. Sehr imposant.
Unterwegs quf dem Highway Nr. 6 passieren wir wieder viele der einspurigen Brücken, bei der man warten muss, bis die Bahn frei ist.
Abends erreichen wir den Ort Fox Glacier, dem dortigen Gletscher statten wir morgen einen Besuch ab. Aber wir fahren noch zum Lake Matheson, in dem sich der Mount Cook und der Mount Tasman (die höchsten Berge in NZ) spiegeln, wenn sie nicht gerade in Wolken gehüllt sind, wie auf dem Foto, Trotzdem ist es eine sehr schöne Seeumrundung, es hatte erstmals geregnet und der üppig wuchernde Regenwald dampft. Außerdem sind in der abendlichen Stille die Vögel zu hören.
Das Foto mit der Wasserflasche steht dafür, dass in allen neuseeländischen Lokalen sofort und ohne Berechnung Trinkwasser serviert wird. Heute abend gibt es Fisch im Matheson Cafè.


Queenstown

Sherwood Manor Hause

Sherwood Manor Hause


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Was man in NZ nicht sieht

Bevor wir uns auf den weiten Weg nach Queenstown machen, besuchen wir noch den Fox-Gletscher. Gerade als wir dort sind, bricht vorne ein riesiges Stück Eis ab und stürzt in den Fluss, der unten aus dem Gletscher heraus brodelt.
Wir sind recht müde, weil in der Nacht bis 3 Uhr Radau war in der benachbartgen Kneipe. Außerdem waren wir in einem Motel direkt an der Durchfahrtsstraße einquartiert, Straßenlärm ab 6 Uhr morgens, weniger lustig. Die ganze Region lebt von Gästen, die nur eine Nacht bleiben und dann weiter müssen. Entsprechend geschäftsmäßig geht es zu.
Wir fahren heute 350 km über Land, genug Zeit zu überlegen, was man hier nicht zu sehen bekommt.
Ganz auffällig: Obwohl immer Wind bläst gibt es keine Windräder. Zu Begründung hören wir, der Wind sei so böig und stark, dass er die Windräder zerlegen würde. Am nächsten Tag sehen wir bei Kilometer 2.836 unsere Reise tatsächlich die ersten Rotoren auf einem weit entfernten Hügel.
Es gibt auch keine Solaranlagen auf den Dächern und keine Biogasanlagen. Als wir danach fragen, heißt es, der Staat fördere das nicht. IN NZ wird der Strom meist aus Wasserkraft gemacht, es gibt kein Atomkraftwerk, aber durchaus kritische Stimmen, welche die Eingriffe in den Wasserhaushalt, vor allem Stauseen negativ sehen. Die Neuseeläner sind sehr umweltbewusst, überall gibt es Energiesparlampen, und jede Toilette hat eine Kuurzspültaste.
Ganz klein oder gar nicht zu finden sind auf unserer Reise die Kirchetürme. Zumindest kann man so nicht erkennen, wo die Ortsmitte ist. Die Kirchen sind oft flache, einfache Holzbauten ohne Turm in Nebenstraßen. Religion spielt in Neuseeland keine große Rolle, Katholiken, Anglikaner, Baptisten und Presbyterianer halten sich etwa die Waage. Allerdings sollten wir am nächsten Tag in Queenstown einen wenn auch kleinen, so doch gemauerten Kirchturm zu Gesicht bekommen.
Interessant ist auch, dass es in NZ keine Schlösser, keine Adelssitze, keine Burgruinen und keine ummauerten Städte gibt. Nun ja, es leben erst seit 150 Jahren Europäer hier, das Mittelalter fand einfach nicht statt. Aber vor allem hat es folgenden Grund: Die Siedler flohen vor ihren totalitären adligen Herrschaftssystemen. Sie wollten der Aufteilung der Gesellschaft in Oben und unten, in Herrschende und Beherrschte entkommen. Wie in den USA schufen sie eine egalitäre Gesellschaft, in der Standes- oder Bildungsunterschiede nicht bedeutsam sein sollten. Das gilt bis heute.


... oder mit Action

... oder mit Action


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"Welthauptstadt" des Adventure-Sports

Queenstown, wie viele Orgte hier herrlich an einem See gelegen, ist die Welthauptstadt der Abenteuer-Sportarten, vor allem von Bungee-Springen (bis zu 143 m Fallhöhe) und Racebootfahren in reißenden Canons. Uns war das alles zu langweilig, also genossen wir die Aussicht von der Steamer-Warf, wo ein alter Dampfer anlegte und plauderten mit einem fahrenden Gesellen aus der Nähe von Mainz, der als gelernter Zimmermann seit vier Jahren durch die Welt zieht und nun gerade Jobs in NZ sucht, was kein Problem zu sein scheint.
Von Queenstwon (Quartier zwar nett aber wieder laut) sind es 170 kurzweilige Kilometer nach Te Anau, dem wohl südlichsten Punkt unserer Reise. Unterwegs kommen wir durch einsame Gebirgeswälder, weite Flusstäler, Steppenlandschaft und Cowboy-Prärie, alles im Abstand von jeweils nur 30 Kilometern.


Te Anau

Weites Land

Weites Land


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Ruhe vor dem großen Endspurt

Te Anau ist eine kleine Stadt, wir haben endlich mal wieder ein ruhiges Zimmer in einer Lodge und können abends selbst kochen. Von hier aus soll es morgen zur super-duper Hauptattraktion von NZ gehen, dem Milford-Sound - hoffentlich ohne Regen und Nebel, was dort oft vorkommt. Wir bleiben zwei Nächte.


Milford Sound

Sturzbäche überall

Sturzbäche überall


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Abgesoffener Ausflug

Obwohl es in Te Anau stark regnet machen wir uns auf den Weg zum Milford Sound. Um diesen Fjord zu erreichen, geht es ja über einen Pass und durch einen Tunnel. Vielleicht ist das Wetter dort besser. Es ist anders, nämlich grausamer Starkregen. Je steiler die Felshänge rechts und links werden, desto mehr Wasser stürzt herunter, in kleinen und großen Wasserfällen, die spontan entstehen und in Minuten anwachsen. Alles strömt dem Fluss zu, der reißend anschwillt, Wasser und Gestein auf der Straße, eine kleine Brücke, die einspurig ist und gerade repariert wird, links ein Wasserfall, rechts der River. Hinter uns die großen Reisebusse, die unerbittlich durchbrettern. Wir machen kehrt, zummal im Sound vor Regen und Nebel nichts zu sehen sein wird. Vernunft und ein wenig Enttäuschung und ein Picknick im Super Saloon. Nachmittags dann Wetterbesserung in Te Anau, aber der Milford Sound ist 120 km einfacher Weg entfernt.


Dunedin

 Verstärkung rückt aus

Verstärkung rückt aus


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Erdbeben In Christchurch

Wir fahren ahnungslos durchs Hinterland von NZ nach Dunedin an der Ostküste. Dort erzählt unser Gastgeber Rod im Boutique-Hotel The Brothers, dass in Christchurch um 12.50 Uhr die Erde gebebt hat. Nach dem earthquake im September 2010 wieder schwere Schäden, Stärke diesmal 6,3. In Dunedin merkte man nur ein leichtes Vibrieren, sagt Rod. Die Entfernung: 350 km. Das Fernsehen bringt Schreckensbilder, Hospital und Flughafen gesperrt. Später stellt sich heraus, dass mindestens 65 Leute umgekommen sind.
Wir gehen durch die Stadt und sehen, wie die Feuerwehr in Kolonne zur Verstärkung Richtung Christchurch ausrückt.
Abends ruft das neuseeländische Reisebüro an und sagt unser Hotel in Christchurch, in unmittelbarer Nähe der eingestürzten Kathderale dort, ab. Wir werden eine Nacht länger in Dunedin bleiben. Von wo der Rückflug startet, ist zunächst offen.
Die Stadt ist nett, hat eine Universität und einen alten Bahnhof. Wir wohnen in einem sehr schönen alten Haus, das früher Ordensmännern gehörte. Unser Zimmer war einmal die Hauskapelle, gegenüber die katholische Kathedrale, 500 m weiter die anglikanische. Zwei Bischöfe residieren in der Stadt.
Dank Internet und TV sind wir über die aktuelle Lage im Bilde.


Otago Peninsula

Seelöwen live

Seelöwen live


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Die unglaubliche Sandfly-Bay

Während in Christchurch das ganze Erdbeben-Chaos erst langsam offenkundig wird, sind wir in Dunedin mit etwas Beklemmung als Touristen unterwegs. Wir fahren auf dien Otago Penisula, eine relative kleine Halbinsel kaum 10 km von der Stadt entfernt. Dort geht es über die Highcliff-Road in die Höhe mit tollen Ausblicken aufs Meer. Karin hat das richtige Gefühl und biegt in die Sandfliegen-Bucht ab. Grandios: eine riesige weiß-rötliche Sanddünenlandschaft breitet sich vom Meer her aus, mit kleinen Schluchten, alles ganz glatt geweht vom Wind.
Wir steigen durch die Düne steil hinunter (und später wieder schnaufend hinauf). Es sind vielleicht 15 Leute mit uns auf dem Strand, der sich fast zwei Kilometer erstreckt. Wir laufen bis zum Ende, dort räkeln sich Fur seals (Pelzrobben) im Sand und auf den Steinen, bestimmt zehn Stück, ganz ohne Scheu. Wir können nahe heran, ein super Erlebnis in freier Natur (leider gibt es davon keine Fotos, weil eine neue Speicherkarte den Geist aufgab). Auf dem Rückweg merken wir, dass wir an zwei großen Seelöwen vorbei gelaufen waren. Sie hatten sich mit ihren Flossen Sand auf den Rücken geschaufelt und waren damit gut getarnt. Die Kolosse wirken zwar recht friedlich, als sie sich aber in unsere Richtung in Bewegung setzen, setzen wir uns lieber ab.
Kurz danach sehen wir etwas weiter oben auf einer Düne einen seltenen Gelbaugen-Pinguin. Damit ist unser heutiges Glück perfekt. Später besuchen wir noch eine Pinguin-Beobachtungsstation, aber das ist eher Nepp. Man hat das Gefühl, in einem veralteten Zoo zu sein.
Ganz an der Spitze der Halbinsel schließlich gibt es eine Kolonie mit Königs-Albatrossen, die majestetisch in der Luft herum segelen, aber sehr weit weg. Auf den Klippen unterhalb wieder Robben. Über die unglaublich schmale Küstenstraße geht es zurück in die Stadt.
Auf dem Hinweg besuchten wir übrigens die Gärten des einzigen "Schlosses" Neuseelands. Es wurde von einem australischen Bankier errichtet, der im Goldrausch von 1880 bis 1900 reich geworden war, drei Ehefrauen verschliss und sich später als Abgeordneter im Parlament spektakulär selbst umbrachte.


Leider vorerst ohne Bilder

Die Speicherkarte hat mir bei unserem letzten Tag in Dunedin wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das wäre zu sehen gewesen:
1. Die Glasfenster der katholischen Bischofskirche von 1886, sie stammen nämlich - kaum zu glauben - aus der Mayer'schen Hofkunstanstalt in München und wurden damals ohne Glasbruch bis ans Ende der Welt expediert.
2. Drei lustige Pinguine aus Bronze auf einem Platz in Dunedin.
Fotografien verboten war in der Städtischen Kunstgalerie Dunedin, wo einige sehr schöne alte Meister aus Italien, viele englische Künstler, ein Monet, einige moderne Installationen zu sehen waren - in total grell farbig gestrichenen Räumen (himmelblau und feuerrot), bunt gemischt gehängt, modern neben alt.
3. Diee Surfer am Strand von St. Kilda, vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Viele fesche Burschen in eng anliegenden Surfanzügen (das Wasser war kalt), viele sahen aber besser aus, als sie surfen konnten.
4. Die Alarmglocke an der Strandpromenade für den Fall, dass Haie auftauchen sollten.
5. Einen Wegweiser mit Kilometerangaben: London: 18.500 km, Südpol 4.895 km, Toilette 100 m
6. Das obligatorische Ein-Hand-Porträt von Karin und mir vor einem nicht genau zu erkennenden Hintergund.


Christchurch

Am Flughafen

Am Flughafen


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Schöne Wochen in Neuseeland gehen zuende

Am morgigen Freitag, 25.2., beginnt unsere Rückreise. Wir haben etwa 5 Stunden Autofahrt zum Flughafen Christchurch. Der Airport hat trotz des Erdbebens wieder seine Arbeit aufgenommen. Bei Emirates konnten wir vorab per Internet einchecken. Der Flug geht wieder über Sydney und Dubai. Wir fliegen die Zeitzonen rückwärts - insgesamt 12 Stunden und kommen hoffentlich am Samstag, 26.2., 12.45 Uhr in München an.
Insgesamt hat die Reisezeit von Flughafen zu Flughafen 31 Stunden gedauert, alles ist gut verlaufen. Wir waren auf Neuseeland 3.860 Kilometer mit dem Leihwagen unterwegs, erträglich, weil wir die Fahrerei geteilt haben. Nun bleiben die schönen Erinnerungen und 1.142 Bilder, die noch sortiert und in der Zahl reduziert werden müssen.


Kommentare

feechen1990 (04.02.2011)

oh das hört sich ja schon toll an.
liebe grüße aus München

Hammannreise (06.02.2011)

Wartet wir kommen auch!
Siggi und Uli

tesali (07.02.2011)

Strand, Meer, Sonne und ein tolles Land, was will man mehr...
bin jetzt schon gespannt auf die Fotos!
viele liebe grüße theresia

tesali (08.02.2011)

Halli Hallo aus dem (auch sehr schönen Bayern) auf der anderen Seite der Kugel. Ich hoffe euch feuft euch nicht immer das Blut in den Kopf, wenn ihr die ganze Zeit verkehrt herum steht.

Ihr habt ja schon eine ganze Menge erlebt, obwohl ihr erst so kurz da seid. Ihr habt super schöne Fotos.

Ich wünsche euch viel viel Sapß
The firefighter

PS: Die Terri hat Ihren Kurs in der Uni so gut wie in der Tasche

feechen1990 (11.02.2011)

wow da an den seen, fluss und wasserfällen wäre ich jetzt auch gerne.
schaut traumhaft aus.