Auf dem Landweg von der Schweiz nach Tansania - Reisebericht von maidlinger bei triplib.

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maidlinger
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Unser Reiseziel Tansania stand schon vor zwei Jahren fest, nur ereichten wir es nicht. Für die, die es noch nicht wissen, unsere Route Griechenland – Türkei - Iran übersetzen nach Dubai (Arabische Emirate) - Oman. Von Oman wollten wir über den Jemen-Äthiopien-Kenia und eben Tansania erreichen.
Doch da wurde nichts draus, wir hätten ca. 10,000 US $ Kaution bezahlen müssen. So bemühen wir uns um ein Visa nach Saudi Arabien und Jordanien und fuhren so wieder heim.
Schon den ganzen Sommer studierte ich, wie kommen wir nach Tansania , der kürzeste Weg wäre über Libyen -AI Khofra in den Sudan, doch das wäre nicht so einfach, alleine schon gar nicht. Die zweite Möglichkeit über Ägypten-Nasser Stausee nach Wadi Halfa-Khartoum . Doch mit den ägyptischen Behörden ist das so eine Sache, kompliziert und umständlich bis zum geht nicht mehr. In einschlägigen Zeitschriften inserierten wir, fuhren extra zum Woodo -Treff um Reisepartner zu suchen. Und wie heisst es so schön, wozu in die Ferne schweifen, siehe das gute ist so nah.
Unsere langjährigen deutsch-östereichischen Freunde Walter und Maria, mit denen wir eine nichtalltägliche Tour durch den Erg Chech (Adra - Algerien bis Atar - Mauretanien; 2500 km kein Diesel 2000 km keine Menschenseele) machten. Sie planten ihre Reise von Tunesien -Libyen-Wau en Namus -AI Khofra bis nach Khartoum.
Von Khartoum wollten sie über den Tschad - Niger - Algerien wieder zurück fahren, wir selbst würden dann weiter nach Ethiopien. Ein Hindernis war der Zeitplan der Abreise. Sie wollten mitte Oktober, wir konnten aber erst anfangs Dezember. So brauchte es einige Überredungskünste in verschiedene Richtungen und unser Abfahrtstermin der 13. Nov.99, stand fest. Walter und Maria wollten eine Woche früher abfahren als wir und der Treffpunkt wäre Zilla in Libyen.

Bern

Reisevorbereitungen und Abfahrt nach Genua

Der Sommer und Herbst war gut ausgefüllt mit Reisevorbereitungen, der IVECO gab auch noch zu schrauben, dazwischen musste ich ja auch noch ein bisschen arbeiten. (Mein Arbeitskollege bezog auch seine 5 Wochen Ferien, in denen ich keinen Tag frei hatte.) Etwa 14 Tage vor unserer Abreise merkte ich, dass da etwas auf mich zu kommt, alles schmieren und salben nützte bald nichts mehr, also zum Arzt; Kreuz und Ischias .
In den folgenden Tagen wurde es fast unerträglich, auch musste ich unser Visum noch persönlich in Bern abholen und es war lange ungewiss, ob die Libyer Einzelreisenden noch Visa ausstellen.
Wie schon erwähnt, die Kreuz -und Ischiaslage spitzte sich zu und zwar so dramatisch, dass ich am 12. Nov. (zur Erinnerung unsere Abreise war der 13. Nov.) um 11 Uhr, im Krankenhaus in der Röhre lag. "Computertomographie". Der Röhrenspezialist meinte zu meiner zaghaften Frage ob ich dennoch in die Ferien aufbrechen könne mit "Vergessen sie es". Um 16 Uhr waren dann Dorli, ich und die Röntgenbilder bei unserem Hausarzt. Der meinte beim betrachten meiner Wirbelsäule, die Segel können wir wieder aufziehen, denn ein Bandscheibenvorfall sei nicht zu befürchten und er gab ausser den besten Reisewünschen auch noch stärkere Schlaf und Schmerzmittel in genügender Menge mit.
Der 13. Nov.5 Uhr morgens Abfahrt nach Genua, das sitzen bereitet mir keine allzu grossen Schmerzen , beim Laufen ist es schon schlimmer.


Genua

Mit der Fähre nach Tunis

Pünktlich um 18 Uhr legt die neue Fähre .Habib" Richtung Tunis ab . Nach einem guten Essen und als Nachtisch eine Schmerztablette
verbrachte ich eine relativ gute Nacht. Im Laufe des Sonntags verschlimmerte sich die Geschichte enorm : Schmerzen ich könnte die Wände hochgehen.
Statt 30 Tropfen der morphiumhaltigen Schmerzmittel nehme ich schon 50 und die Zeit habe ich auch schonverkürzt, nach 10 bis 15 m laufen muss ich mich hinsetzen.


Tunis

Ankunft in Tunis

Bin froh , dass Dorly den ganzen Einreisekram in Tunis erledigt. Wir fahren noch 50 km und finden einen kleinen Campingplatz.
Trotz der starken Schlafmittel schlafe ich gerade mal 3 Std. und muss schon wieder Schmerzmittel nehmen . So geht endlich die Nacht vorbei , ich hätte nie gedacht, dass eine Nacht so lange sein kann.
Dorly und ich besprechen die Lage und kommen zum Entschluss, umzudrehen und mit der nächsten Fähre wieder zurückzufahren .


Schmerzen und Physiotherapeut

Nach dem Frühstück geht Dorly zu einem nahe gelegenen Hotel und ruft Prisca an, sie solle doch versuchen Maria und Walter zu benachrichtigen, dass sie die Reise alleine fortsetzen müssen. Dorly unterhält sich noch mit dem Hotelmanager, erzählt ihm von meinen Schmerzen und fragt ihn, ob in der Nähe ein Arzt wäre. Er kenne einen guten Physiotherapeut und werde ihn gleich anrufen. Dieser kommt tatsächlich 2 Std. später auf den Campingplatz und bearbeitet mich mit Massage und Übungen, uns beiden rinnt nur noch der Schweiss. Nach einer guten halben Stunde kann ich aufstehen
aufrecht gehen und bin fast Schmerzfrei, ein Hoffnungsschimmer, doch noch unsere Reise fortsetzen zu können. Er meint, die Schmerzen werden wieder kommen und ich müsse sicher 20 Mal zu ihm in seine Praxis kommen. Wir erklären ihm, dass wir in Libyen Freunde treffen wollen, so zeigt er Dorly was sie machen und auf was sie bei meinen Übungen achten muss.
Wir bezahlen ihm seine Aufwendungen, er lässt noch eine Salbe hier Verabschiedet sich und wünscht uns eine gute Reise.


Zillah

Weiter nach Libyen

So packen auch wir zusammen und sind bald ostwärts gegen Libyen unterwegs. Nach 2 Std. sind die Schmerzen wieder da, aber wir haben die Hoffnung mit den Schmerzmitteln und den Übungen,(das Klima wird ja auch immer milder) unsere Reise doch noch planmässig fortsetzen zu können.


Warten auf Maria und Walter

Gleichentags überschreiten wir die Grenze ohne grosse Probleme. Schon der Grenzposten macht einen vergammelten Eindruck, überall Gerümpel - Plastik -Abfall wo hin man schaut;
keine Türe-Fenster-Beleuchtung ist mehr ganz. Wir sind enttäuscht, haben wir doch Libyen, das wir 1977 das erste mal bereisten in guter Erinnerung. Durch Dörfer und Städte das gleiche Bild, eins hat sich Gott sei Dank nicht geändert, die Menschen sind nach wie vor sehr freundlich und hilfsbereit, die Gastfreundschaft sprichwörtlich, man muss fast Notlügen erfinden, um wieder weiterziehen zu können. Nach einer Nacht abseits der Hauptstrasse nähern wir uns Zilla, dem Treffpunkt mit Walter und Maria. Wir hoffen, dass Prisca mit ihrer Message Walter nicht mehr erreicht hat, (in Libyen geht das Handy nicht) und wenn doch und die beiden schon fort sind? Den ganzen Tag grübeln wir, rechnen hin und her. Gegen 2 Uhr erreichen wir den Ort , wir haben die Koordinaten und fahren direkt zur Familie Fejs , aber von einem weissen Land - Rover nichts zu sehen . Wir stellen uns vor, erklären ihnen, dass wir Freunde von Maria und Walter sind und wir uns hier und heute treffen wollten.
Die beiden sind noch nicht aufgetaucht. Meine Gedanken sind bei den zwei die eine Woche früher unterwegs waren, stecken sie im Sand - Schlamm oder haben ein technisches Problem, solcherlei Gedanken tauchen auf. Sie werden schon noch kommen „Inshalha", was so viel bedeutet - Gott wird es schon richten - und wir sollen uns keine Sorgen machen, erst mal Kaffe trinken und obwohl wir ihnen verständlich machten, dass wir schon zu Mittag gegessen haben, stellte Saila uns ein üppiges Mittagsmahl auf; die sprichwörtliche Gastfreundschaft.

Am nächsten Tag gegen Mittag tauchten auf einmal frisch und munter Marial und Walter auf. Das Bier war's, irgendwie verständlich, dass sie zuerst zum 60 km von Zila entfernten Ölfeld fuhren, um Bekannte zu besuchen, die auf einem Ölfeld arbeiten und selber Bier und Wein brauen.


Aufenthalt auf einem Ölfeld bei Zillah

Jedermann weiss, in Libyen gibt es offiziell! keinen Alkohol, so hat er an der Tankstelle für uns eine Nachricht hinterlassen, wir sollen gleich bis zum Ölfeld weiterfahren, doch wegen der Koordinaten von Fays haben wir nicht an der Tankstelle gehalten. Aber auch wir kamen in den Genuss des Alkohols , auf dem Bohrfeld trafen wir Rudi- Karl - Günther und Josef gemütliche Österreicher, die für den Unterhalt von Ölleitungen –Ventilen - Schiebern usw. zuständig sind.

Wir verbrachten zwei Tage und an den Abenden sassen wir an ihrer gemütlichen Bar, tranken von ihrem selbstgebrauten Bier und Wein (war übrigens gar nicht so schlecht) und diskutierten bis tief in die Nacht.


Wau en Namus

Riesenkrater Wau en Namus

Am nächsten Tag fuhren wir auf guter Piste gegen Süden, dem Krater Wau en Namus entgegen, ca. 550 km.
Dazwischen ein gewaltiger Abbruch mit vielen Versteinerungen, doch durch den starken Sturm konnten wir unsere Autos kaum verlassen, auch machte mir das Gehen noch grosse Schwierigkeiten. Am 23. November standen wir das 2. Mal am Rande des Riesenkraters, der Ausblick überwältigend und schöne Erinnerungen von Elke und Karl Heiling kamen auf, sie waren das erstemal"!1978 mit dabei . Hier trafen wir drei Touristen und drei Einheimische, die einzigen Menschen auf einer Strecke von 1500 km.


Kufra

Durch die Rebiana Sandsee nach El Kufra

Durch die Rebiana Sandsee nach El Kufra


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Durch die Rebiana Sandsee

Anderntags ging es ostwärts durch die „Rebiana Sandsee"; Tagelang plagten wir uns ab mit weichen Sanddünen, oftmals mussten wir zu Fuss einen Weg über oder um die Sanddünen suchen. Wir fuhren mit ganz wenig Luft in den Reifen und mussten oft unsere Fahrzeuge frei schaufeln und mit Sandblechen aus dem sehr weichen Sand herausholen. Man merkte schon den Unterschied der zwei Fahrzeuge, beide haben in etwa den gleichstarken Motor, aber unser IVECO ist 2 Tonnen schwerer.


Durch die Rebiana Sandsee nach El Kufra

Durch die Rebiana Sandsee nach El Kufra


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Ja, Luxus will bezahlt und erarbeitet werden. Es ist für uns schon beruhigend, Walter ist Amateurfunker und hat einen starken Sender eingebaut, alle 4 Tage zur gleichen Zeit funkte er mit Funker Otto in Deutschland, gab ihm die Koordinaten durch und sagte ihm wie es uns geht. Nach 9 Tagen der Abgeschiedenheit erreichten wir El Kufra und mussten 3 Tage auf Diesel warten.


Djebel Uweinat

3-Ländereck Libyen- Ägypten-Sudan

3-Ländereck Libyen- Ägypten-Sudan


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Djebel Uweinat

Durch ganz weichen Mahlsand ging es weiter dem Djebel Uweinat entgegen, den wir nach ca. 500 km und zwei Tagen erreichten. Dort sehen wir uns Felszeichnungen an, sind begeistert von den wunderschönen und gewaltigen Schluchten und übernachteten in einem mit Büschen und zartem grünen Gras bewachsenem Wadi.
Unvorstellbar der Sternenhimmel und obwohl es am Abend ganz empfindlich kühl ist, sassen wir bis lange in der Nacht in Wolldecken gehüllt, draussen.


Drei-Ländereck Ägypten-Sudan-Libyen

Am südlichen Ende des Djebel Uweinat dort treffen die drei Länder Ägypten-Sudan und Libyen zusammen . Wir mussten uns bei der Polizei und Militär zwecks Registrierung melden. Die offizielle Ausreise ist für Ausländer untersagt und so fuhren wir in südwestliche Richtung etwa 40 km weit, die Sonne stand schon tief, die Luft flimmerte, aus dieser Distanz konnten sie uns von ihrem Beobachtungsposten nicht mehr sehen und so schlugen wir einen Haken und fuhren 9O° ostwärts. Als wir etwa 40 km im Sudan waren, suchten wir uns einen Übernachtungsplatz hinter einem Berg.


Oase Selima

Oase Selima

Auf einer meist ebenen harten Sandebene fuhren wir zügig der Oase Selima entgegen gut 600 km. Unsere Geschwindigkeit so zwischen 5o und 60 Std. / km und wenn man bedenkt, diese sandige Ebene ist grösser als die Schweiz, es kam mir vor wie auf einem Schiff auf dem Meer wir mussten nur dem GPS Kurs folgen, irgendwann in dieser unendlichen Weite tauchte der Vogelfelsen " Burg et Tugur" auf; von hier folgten wir ein grosses Stück alten 4 Gallonen-Kanister von Shell die Markierung des Grafen Almazy, der 1906 als erster hier durchkam.
Weitere Forscher wie Newbold-Schaw 1927; Bangold 1930 kamen in diese verlassene Gegend.
Wir erreichten die Oase „Selima", hier waren Karl Heiling und ich schon vor 18 Jahren. Die Oase ist wunderschön, nicht bewohnt und hat eine traurige Berühmtheit, liegt sie doch an der „Darb el Arba in" die Piste der 40 Tage, auf der man während Jahrhunderten Karawanen mit Sklaven getrieben hat. Überall finden wir Skelette und Gräber von bedauernswerten Menschen, die diese Strapazen nicht durchgestanden haben.


Hamid

Alte Ägyptische Gräber und Pyramiden

Alte Ägyptische Gräber und Pyramiden


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Ankunft am Nil

Nach weiteren 140 km (haben 740 km keinen Menschen, Tiere und auch keinen Brunnen gesehen) erreichen wir bei Hamid den Nil mit seinen schönen Dörfern, die Menschen fröhlich und sehr freundlich.
Auf Schritt und Tritt trafen wir historische Tempel-Pyramiden und Grabstätten der ägyptischen Herrscher, allesamt mehrere tausend Jahre alt. So die Tempel von Seddengi und Sub . Wir erreichten Dongola, wo es nach 1350 km wieder Diesel gab. Auch mussten wir hier unsere Enreiseformalitäten erledigen.


Merowe

Alte Ägyptische Gräber und Pyramiden

Alte Ägyptische Gräber und Pyramiden


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An der Westseite des Nils entlang

Auf der Westseite des Nils fuhren wir über Korti nach Merowe , setzten mit einer hoffnungslos überfüllten Fähre über den Nil. Überall Zeugen einer vergangenen Kultur, so die Tempel von Kurrou . Dreissig km Nil aufwärts der markante Djebel Barkai, an seinem Fusse ein riesiges Ruinenfeld, ganz in der Nähe sehr gut erhaltene Pyramiden, wo wir auch einen ruhigen Schlafplatz fanden. Wir durchquerten die Bayuda-Wüste, es sind nur knapp 300 km, aber landschaftlich wunderschön.


Khartum

Dörfer im Nord Sudan bis Khartoum

Dörfer im Nord Sudan bis Khartoum


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Ankunft in Khartoum

Zwischen Atbara und Khartoum die sehr gut erhaltenen Pyramiden von Meroe, die Tempel of Musafarat und Naqua. Beim 6. Nilkattarakt machten wir eine Bootsfahrt und wollten auch gleich dort übernachten, aber die Leute waren zu aufdringlich, so machten wir uns aus dem Staub. Ich glaube, wir müssen uns erst wieder an so viele Menschen gewöhnen.
Wir erreichten Khartoum und mussten eine 7 tägige Zwangspause einlegen, denn Maria und Walter haben sich doch noch entschlossen, mit uns weiter bis Tansania zu fahren (ursprünglich planten sie über den Tschad-Niger und Algerien wieder zurückzufahren und dazu brauchen sie das Ethiopische Visum, das nur ganz umständlich zu erhalten ist).


Dörfer im Nord Sudan bis Khartoum

Dörfer im Nord Sudan bis Khartoum


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Vorbereitung auf die Weiterreise nach Tansania

Damit die Ethiopier das Visum ausstellen, benötigen sie von der Deutsch-/ Östereichischen Botschaft ein Empfehlungsschreiben, das aber nur ausgestellt wird, wenn ein gültiges Flugticket von Adis Abeba nach Europa vorgezeigt wird. Die deutsche Botschaft lehnt jegliche Hilfe ab, wenn man auf dem Landweg nach Ethiopien fährt; sie sagten uns, dass dort geschossen wird und Minen liegen. Zwei Deutsche, Charly und Thomas mit ihrem Synchro haben sich uns angeschlossen mit nach Ethiopien zu fahren und so machten die 4 sich auf den Weg zu einem Reisebüro um Flugtickets zu besorgen. Dorli und ich wollten das Routenpermit holen, wir mussten zuerst zur Emigration, anschliessend zum zivilen Geheimdienst und jetzt kommt der grösste Happen:
Zum militärischen Geheimdienst und bei demselben sitzen wir drei Tage, jeden Tag von 9 Uhr bis Mittags 14-15 Uhr. Und endlich haben wir den Zettel.


Lalibela

Über die Grenze nach Ethiopien

Bis Gedaref fuhren wir auf sehr guter Teerstrasse , bis zur Grenze sind es 160 km , die erste Hälfte geht so, aber dann wurde es
happig. In der Regenzeit müssen Lastwagen durchgefahren sein und haben die Piste ruiniert.

Einmal hatte ich die tiefen Spurrillen falsch eingeschätzt und ich sass vorn und hinten auf den Achsen auf und alle 4 Räder drehten durch. Zuerst versuchte der Synchro, dann der Land Rover mich frei zu ziehen . Als auch das nicht geht, holte ich Pickel! und Schaufel, aber ausser ein paar Krümel Erde bringe ich nichts weg, der vermeintliche Dreck ist hart wie Beton . So musste ich den IVECO mühsam mit dem Wagenheber hinten und vorne anheben und Sandbleche - Steine und Holz unterlegen. Gleichentags überschritten wir problemlos die Grenze nach Ethiopien, wir waren die ganze Zeit nicht sicher ob die Grenze auch tatsächlich offen ist.


auf dem Weg nach Eritrea

auf dem Weg nach Eritrea


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Weiter Richtung Lalibela

Der erste Eindruck: schöne freundliche Menschen, aber die müssen enorm fruchtbar sein: Ganze Herden von Kindern rannten uns nach, hielten wir an, sind wir sofort von einer Menge Menschen umringt. Sie sind schon ein bisschen aufdringlich, verständlich jeder möchte ja irgend etwas ergattern. Nicht lange und das Land wird hügelig und grün nachher bergig, überall Teerassenfelder die bis über 3000 m hoch gehen, auf denen noch Reis angebaut wird.


Blechbehausung nähe Gondar

Blechbehausung nähe Gondar


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Befürchtete Kämpfe in der Grenzregion

Unser erstes Ziel „Gondar" mit seinem Kaiser-Palast und den Fasilidas-Bäder. Von Gondar machten wir einen Abstecher nördlich gegen das Simien - Gebirge, fuhren durch atemberaubende Landschaften auf steilen Serpentienen bis auf 3350 m Höhe .
Da in der Grenzregion zu Eritrea wieder Kämpfe zu befürchten waren, liess uns das Militär nicht mehr weiterfahren, so drehten wir um und fuhren zum Tana -See. Von Bahir - Dar aus ging’s mit einem Boot zu zwei Inseln und besuchten die bekannten und schönen Rundklöstern, nur in einem Kloster ist weiblichen Wesen der Zutritt gestattet. Unterwegs sahen wir noch Flusspferde, begegneten vielen Papyrusboote die neben Menschen hauptsächlich Brennholz transportieren - Etwa 60 km südlich die schönen Wasserfälle des blauen Nils. Die Wassermassen stürzten auf einer Breite von ungefähr 200 m in mehreren Kaskaden 40 m in die Tiefe. Durch traumhaft schöne Berglandschaft immer in einer Höhe von gegen 2000 m fuhren wir auf guter Naturstrasse Lalibela entgegen.


Gläubige in Lalibela

Gläubige in Lalibela


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Weihnachten in Lalibela

Lalibela liegt 2600 m hoch und ist das bedeutendste Zentrum der einmaligen Felsenkirchen.
In unmittelbarer Nähe hat es 11 Kirchen verschiedener Epochen und Baustiele. Lalbela kann man nicht beschreiben, man muss es erleben; dieses Labyrinth aus Stein und Höhlen, seinen unförmigen Gängen, Licht und Schatten, klare Linien und seinen mittelalterlich anmutenden Priestern. Höhepunkte sind die kirchlichen Feste. Wir waren an Weihnachten in Lalibela, tausende Menschen, Pilger die wochenlange Märsche hinter sich haben, Busse und Autos in unzähliger Zahl. Ein Gedränge, Geschiebe, Priester mit Lautsprechern, die Gläubigen hören andächtig zu. Sehr viele kranke Menschen, Menschen mit schlimmen Hautkrankheiten - Verkrüppelte mit unförmigen Geschwüren, Leprakranke und viele Bettler. Wo es so viele Menschen hat, sind auch viele Scharlatane, einer glaube ich hat auch mich erwischt. Ein bedauernswerter Mann, fast nackt nur mit einem Tuch bedeckt liegt auf der Strasse, zittert und redet wirres Zeug ohne Unterlass. Als ich das zweite mal vorbeikam, hatte ich Erbarmen mit diesem armen Teufel und gab ihm ein paar Münzen. Mit Zittern und Reden hielt er einen Moment inne, schaute nach, was der Fremde ihm gegeben hat und sofort zittert und redet er weiter. Der Andrang in den Kirchen ist so gross, dass wir erst am späten Nachmittag die Kirchen von innen sehen konnten. Als wir gegen Abend müde von den vielen Eindrücken zu unserem IVECO zurückkehren, stellten wir fest, dass mein Rucksack zwei Schnitte aufweist, zum Glück war nichts Wertvolles drin.


Addis Abeba

Weiterreise Richtung Addis Adeba

In nördliche Richtung fuhren wir auf guter Naturstrasse 130 km bis Sekota , dann ostwärts bis Korum, wir erklommen Pässe bis 3400 m Höhe und fuhren in südlicher Richtung schwindelerregende Serpentinen hinunter auf 1500 m. Die Strasse ist teilweise so steil, dass mehrere schwere Lastwagen mit Anhänger und durchdrehenden
Rädern kreuz und quer stecken blieben. Wir erreichten Adis Abeba, blieben zwei Tage, schlenderten durch die Stadt und konnten das erste Mal wieder Wein kaufen.


Verlust der Kamera

Ein langentbehrter Genuss . Doch die Freude wurde schnell getrübt, ich stehe draussen auf dem Gehsteig, im Rucksack und in zwei Tragtaschen unseren kostbaren Wein, plötzlich ein Gedränge und Geschiebe und ehe ich mich`s versah, langte mir jemand in die rechte Hosentasche und die kleine Kamera hat den Besitzer gewechselt. Ja so schnell geht’s manchmal. Nächsten Tag halte ich ein Taxi auf und sage dem Driver , für 30 Dollar kaufe ich meine Kamera zurück, Pech, sie tauchte an diesem Tag nicht mehr auf dem Schwarzmarkt auf.


Metu

Kratersee Wonchi auf 3490 Meter

Kratersee Wonchi auf 3490 Meter


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Über den Kratersee "Wonchi" nach Metu

Wir wollen nach Metu, etwa 600 km westlich von Adis Abeba, um Ulli und Pele, er ist Arzt in einem Krankenhaus „ Menschen für Menschen " zu besuchen. Wir haben diese zwei überaus sympathischen Menschen am Lake Tana angetroffen. Dazwischen machten wir noch einen Abstecher zum 3390 m gelegenen Kratersee „ Wonchi". Auf dem Kraterrand stehend blicken wir sprachlos zum etwa 400 m tiefer gelegenen See. Ein wunderschöner Anblick und auch der Ausblick rundherum in die Weite des Landes. Langsam ändert sich die Landschaft, wir sind nicht mehr so hoch und der Regenwald macht sich langsam bemerkbar.


Kratersee Wonchi auf 3490 Meter

Kratersee Wonchi auf 3490 Meter


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Pele führte uns durch das Krankenhaus, es besteht aus mehreren ebenerdigen Gebäuden, ist sehr sauber und versehen mit allen nötigen Entrichtungen.
Der Name „ Karl Heinz Böhm " war nicht zu übersehen.
Wir verbrachten zwei schöne Tage mit Diskutieren, gut Essen und Trinken, Pele gab uns unschätzbare Tipps.


Bebeka

Inspiration Ethiopien

So fuhren wir über Göre - Tepi durch schönen Regenwald nach Bebeka und übernachteten in einer staatlichen Kaffeeplantage . Nächsten Tag geht es erst auf einer gut zu befahrender Strasse weiter, mit der Zeit wurde diese aber immer schlechter und schlechter, zu Fuss wären wir bald schneller. Sehr steile Böschungen mit grossen Steinen und Absätzen müssen hinunter, durchs Wasser und auf der anderen Seite mühsam hinaufgefahren werden. Ja und auf einmal, als wir kurz anhielten rannten zuerst ein paar und plötzlich waren wir umringt von vielen splitternackten Jungen und Männern, nicht weit weg ihre Rinderherden. Teilweise sind sie mit weisser Farbe und verschiedenen Mustern, meistens aber mit Streifen angemalt. Die älteren haben Pfeil, Bogen, Speere, ja sogar einige von ihnen Kalaschnikov (russische Maschinenpistolen).


Wir fuhren weiter und sahen immer mehr nackte Hirten, die auf ihre Tiere aufpassten. Einer schwingt sich auf mein Trittbrett, schob seinen Speer durch die Fahrerkabine und lässt sich nicht davon abhalten, uns bis in sein Dorf zu begleiten. Hier sehen wir das erste Mal Frauen, die Scheiben bis zu einem Durchmesser von 15 cm in ihren Lippen haben. Heute ein Schönheitsideal, aber vermutlich eine Verunstaltung als vor ein paar hundert Jahren Sklaven eingefangen und nach Europa, in den Orient, aber vor allem nach Amerika verbracht wurden. Jungen Frauen werden die zwei vorderen unteren Zähne ausgeschlagen, die Unterlippe durchtrennt und langsam an immer grössere Teller aus Holz oder Ton ausgedehnt. Wir blieben drei Tage, besuchten ihre Dörfer und sie zeigten uns bereitwillig ihre Hütten, wir sahen zu, wie sie die Mahlzeiten zubereiten und die Felder bestellten.


Arba Minch

Reifenpanne auf dem Weg nach Arba Minch

Mit diesen einmaligen Eindrücken machten wir uns wieder auf den beschwerlichen Rückweg.
Der Zeitpunkt mit Funker Otto ist wieder gekommen und so suchen wir einen Platz zwischen den Dörfern , es ist schon faszinierend und beruhigend wenn Walter die Koordinaten durchgibt und Otto sagt, dass das Wetter sehr schlecht ist und es schneit. Beim weggehen höre ich, wie Walter sagt, dass er die Funkzeiten ändern will, ich denke bei mir, jetzt wo sich alles eingespielt hat, aber das hat mich ja nicht zu interessieren. Der Omo Fiuss kann nur im Norden überquert werden; so fuhren wir über Bonga – Jima - Waka Richtung Arba Minch. Mitten in einer kleinen Stadt hat es mit einem gewaltigen Knall, zuerst dachte ich, die schiessen mit Kanonen auf uns, den linken hinteren Reifen zerrissen. Es staubte fürchterlich und die Menschen rannten erschreckt davon, doch nicht lange und sie kehrten zurück, ich denke 200 oder mehr standen um uns herum und viele wollten helfen .


Anruf bei Priska

Dorly - Maria und Walter hatten alle Hände voll zu tun, um die vielen Neugierigen auf Distanz zu halten und aufzupassen, dass mein Werkzeug keine Beine bekommt, während ich Rad und Reifen wechselte. Das war die dritte Reifenpanne an diesem Tag.

In der letzten Zeit häuften sich die Reifenschäden in erschreckender Weise, ein Plattfuss nach dem anderen; meine Reserveschläuche nehmen rapide ab. Ich bin aber selber Schuld, habe am falschen Ort gespart, vor der letzten Reise hätte ich auch neue Schläuche kaufen müssen. Wir hatten noch eine Problem-Strecke "vor uns und da machte ich mir schon ein wenig Sorgen wegen meiner Reifen; bei meinem letzten Reserverad stehen innen auch schon Stahldrähte vor. Wir erreichten Arba Minch, schön gelegen an den beiden Seen „Abaya" und „Camo", dazwischen der „Nechisar Nationalpark". Es war Sonntag , wir legten einen Ruhetag ein, denn ich musste unbedingt wenigstens zwei neue Schläuche kaufen. Auch wird es wieder einmal Zeit, ein Lebenszeichen von uns zu geben, so fuhren wir in die Stadt, um das Telefonamt in Arba Minch aufzusuchen. Wir haben das letzte Mal Priska angerufen, dieses mal ist Yvonne an der Reihe; das Telefonieren ist ziemlich teuer und man muss im voraus bezahlen. Zwei Minuten sollten ausreichen um mitzuteilen, dass es uns allen gut geht und wir im südlichen Ethiopien sind und etwa in drei bis vier Tagen nach Kenya ausreisen.


Wir gelten als vermisst

Rony war am Telefon und als er auch zu Wort kommt, konnte er mir gerade noch mitteilen, dass wir als vermisst gelten und über das deutsche und schweizerische auswärtige Amt gesucht werden.
Sie hätten noch etwas zugewartet, doch von deutscher Seite aus war eine grosse Hektik und Panik, so haben auch sie den schweizerischen konsularischen Dienst um Hilfe gebeten. Ich konnte gerade nochmals sagen, dass es uns allen gut geht und wir in 2 oder 3 Tagen nach Nairobi ausreisen und die Suchaktion abgebrochen werden kann,
bevor die Verbindung abriss. Als wir zurückkamen, erzählten wir die Neuigkeit: Walter meinte, es stimmt schon, er hat mit Funker Otto schon lange keinen Kontakt. Er denke nicht, dass Otto etwas Überstürztes in dieser Richtung unternimmt und er glaube Otto sei für 14 Tage nach Süd Afrika geflogen. In den nächsten Tagen überlegen wir uns, wann Walter den letzten Funkkontakt hatte. Nach unserer Rechnung waren unsere Telefone nicht länger als 10 Tage auseinander. Walter hatte an einem Sonntag überraschend mit einem Amateurfunker aus Berlin Kontakt, er hat sogar während des Funkens Walter`s Tochter, die ebenfalls in Berlin wohnt, telefoniert.
Wir können uns keinen Reim drauf machen, was für Gründe zu dieser Suchaktion geführt haben und verschieben die Spekulationen auf später, bis wir mehr darüber wissen.


Neue Schläuche in Arba Minch

Ich bekam zwei neue Schläuche in Arba Minch, nur die Grösse 9,00-16 war nirgends aufzutreiben, so blieb mir nichts anderes übrig als 7.50-16 zu nehmen. Zum Glück hat Gummi die Eigenschaft sich auszudehnen, zur Not muss das gehen.


Nairobi

Unterwegs in Kenya

Unterwegs in Kenya


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Im Konvoi nach Nairobi

Die Strasse nach Konso geht so, aber die ersten 50 km nach Jabal, die hatten es in sich, teilweise in einem Flusslauf, teilweise über grosse Steine steile Ab -und Auffahrten, doch die Landschaft und die freundlichen Menschen entschädigen die Mühe. Von Jabal über Meye erreichten wir den Grenzort Moyale;
Diesel war nirgends mehr zu bekommen. Die Grenzformalitäten gingen reibungslos und anderntags standen wir um 8 Uhr beim Ausgangsort des Konvois. Die Grenzregion ist schon längere Zeit unruhig, auch herrscht eine grosse Trockenheit, seit zwei Jahren hat es nicht mehr geregnet. Aus sicherer Quelle vernehmen wir, dass schon mehrere Menschen verdurstet und verhungert sind und die Nahrungsmittel knapp werden.
Die Stammesfehden tun das ihrige an dieser Lage , es werden Frauen und Tiere geraubt und es vergeht kaum eine Woche, wo es nicht Tote und Verletzte gibt. Bis der Konvoi sich in Bewegung setzte, vergingen noch Stunden, es wurde gestritten-diskutiert, viele suchten noch eine Mitfahrgelegenheit, die Lastwagen 6 an der Zahl sind mit Rinder-Ziegen und Schafen vollgeladen.


Unterwegs in Kenya

Unterwegs in Kenya


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Die Menschen zwängen sich in die Fahrerkabine, teilweise sitzen sie auf dem Plachengestell über den Tieren, in und auf den Lastwagen Soldaten mit ihren Gewehren. Vor uns der erste Lastwagen und um 10 Uhr fährt dieser ab und wir hinterher. Die Strasse ist sehr schlecht, viele grosse Löcher und Rinnen, von den anderen Lastwagen ist nichts zu sehen. Nach einer viertel Stunde ist auch der vorausfahrende Lastwagen ausser Sicht. In den nächsten 20 bis 30 Km überholen uns nach und nach die restlichen Fahrzeuge mit einer enormen Geschwindigkeit ohne auf Löcher Rinnen und Steine zu achten. So fahren wir alleine so schnell wir mit unseren Autos fahren können,
den anderen hinterher und weil wir auch keinen Platz hatten, auch ohne Soldaten. Bei Km 60 ein Militärposten, es wurden die Nummern der Fahrzeuge aufgeschrieben, ob auch keiner fehlt.
Weiter ging es, die Strasse verläuft immer noch der Grenze entlang, die ca 12 Km weit entfernt ist, es ist immer das gleiche Spiel, nach gut 20 Km sind wir wieder alleine.


Ankunft in Nairobi und Abschied von Maria und Walter

Ich war froh, dass ich die zwei neuen Schläuche montiert hatte, nur jetzt keine Reifenpanne, wo alle so nervös und hektisch waren. Wir passierten noch mehrere Kontrollen, die Lage entspannte sich zusehends . So erreichten wir ohne grosse Zwischenfälle Nairobi, Maria und Walter kauften ihr Flugticket, klärten ab, ob und zu welchem Preis die Autos bei der internationalen Spedition Schenker bis zum Herbst eingestellt werden könnten.
Zwei Tage später flogen die beiden heim, wir hatten noch drei Wochen Zeit und fuhren ab Richtung Mombasa. In den letzten Jahren hat die Kriminalität enorm zugenommen, Überfälle am helllichten Tag und nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem Lande .


Tanga

Unterwegs nach Kenya

Unterwegs nach Kenya


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Weiterfahrt nach Tansania und Rückfahrt nach Nairobi

Wir trafen ca.30 km südlich von Mombasa auf einem kleinen Campingplatz ein Tessiner Pärchen sie wurden zwischen Nairobi und Mombasa überfallen alle Wertsachen, alles was nicht Niet -und Nagelfest war wurde aus ihrem VW-Bus geraubt. Einem älteren Englischen Paar, noch auf dem Schiff ihr IVECO in Sichtweite auf der Pier, wurde alles gestohlen, Wäsche - Kleider - Bettzeug – Matratzen, selbst das Besteck nahmen sie mit. Wie nah wir an einem Überfall waren, kann ich nicht sagen, ich kann bellen wie ein böser grosser Hund und jedes Mal, wenn Leute in die Nähe kamen bellte ich wie verrückt, wir taten so, als würden wir den Hund ins Auto sperren und erklärten mit erhobenem Zeigfinger "attention big dog very dangerous" 40 km südlich von Tanga, schon in Tansania, verbrachten wir auf einem kleinen sehr schönen Campingplatz direkt am indischen Ozean gelegen, schöne gemütliche Tage, bevor wir dann unsere langjährigen Freunde Christine und Rene Binder in Arusha trafen.
Wir hüteten mehrere Tage ihr schönes grosses Haus und im danebenliegenden Workshop konnte ich meinen IVECO reparieren. Das alte Lied, der Motortunnel - der Holmen unter dem Armaturenbrett ist wieder mal gebrochen und musste geschweisst werden. 4 neue Schläuche (kann’s kaum glauben, in Arusha bekam ich die passende Grosse) montierte ich. Wir denken, nach solch einer Reise, in der wir 14000 km auf oft schlechten Wegen zurücklegten, darf ja schon mal was kaputtgehen.


Nairobi

Nach 14000 Kilometer Heimflug mit der SWISSAIR nach Zürich

Alles hat einmal sein Ende, so fuhren wir wieder nach Nairobi stellten unseren IVECO bei der Firma Schenker ein, der Airport ist nur 4 km entfernt und wir begaben uns zum Swissair-Flug Nr.292 Abflug 12:40 Uhr nach Zürich. Als wir etwa Höhe Karthoum sind, wurde ich ins Cockpit eingeladen, wir überflogen schon längere Zeit grosse
Wüstengebiete und die Piloten konnten es kaum glauben, dass wir mit nur zwei Autos erst vor wenigen Wochen in dieser menschenleeren Weite unterwegs waren.
Kaum auf meinem Platz, kam die Hostess mit einer Flasche Champagner, mit den besten Grüssen der Crew.


Zürich

Ankunft in Zürich

Priska, unsere älteste Tochter, holte uns am Flughafen ab, auf dem Weg erzählte sie von dieser Suchaktion. Was wir da hörten, das muss ja ganz schöne grosse Wogen gegeben haben. Ein paar Tage später kamen unsere Freunde Margrit und Hans Frommelt (Fürstentum Lichtenstein) mit einem ganzen Stapel bedrucktem Papier; bei ihnen liefen die Fäden auf schweizerischer Seite zusammen. Die Papiere lesen sich wie ein Krimi und es ist kaum zu glauben wie viele Leute es waren, (teilweise durch das Internet verbunden) die sich wirklich Sorgen um unseren Verbleib machten, Zeit und Geld investierten um uns zu suchen. Allen an dieser Stelle ein ganz herzliches „DANKESCHÖN“


Aufklärung in Sachen "Vermisstenanzeige"

Durch ein Missverständnis zwischen Funker Otto und Walter, sie haben ihre festgelegte Funkzeiten geändert und von da an kam kein Kontakt mehr zwischen ihnen zustande. In den Nachrichten hörten sie von dem bevorstehenden Krieg in Eritreja und vermuteten dass wir da grosse Probleme (schon wegen Walter`s Funkanlage) hatten.
Und tatsächlich haben die zwei (Äthiopien-Eritrea) mehrere Tage lang aufeinander geschossen. Und aus diesem Grund hat Otto seine geplante Reise nach Kenia verschoben. Dann kam dann noch von unserer Seite eine Nachlässigkeit zum Vorschein, denn unsere Kinder hatten keine Adressen und Telefonnummer voneinander, so dauerte es lange bis sie sich verständigen konnten. Da wurde in den jeweiligen Botschaften ein Notdienst auch übers Wochenende eingerichtet. Von Schweizer Seite wurde nach 6 Tagen die Suche wieder eingestellt, die Aussage von mir, „uns allen geht es gut und wir werden in ein paar Tagen nach Kenia ausreisen war für Walter`s Töchter nicht aussagekräftig genug und so lief die Suche auf deutscher Seite weiter. Tage später erhielt die Schweizer Botschaft eine Mitteilung der Ethiopischen Polizei, die mitteilte, dass Fahrzeug Iveco mit der Nummer ZH 205176 und als nächstes Fahrzeug der Deutsche Landrover Nr.- S. Ad 487 (D) einen Posten passiert haben und ich dachte immer, diese Kontrollposten sind für die Katz. Ich habe unterdessen meine Meinung grundlegend geändert.
Auch habe ich das auswärtige Amt in Bern angerufen, gefragt was diese Action gekostet und was ich bezahlen muss, die Antwort; wenn es was Kostet melden sie sich wieder. So bedankte ich mich höflichst , auch mit der Gewissheit dass einem im Ausland geholfen wird.


Kommentare

werner (12.12.2008)

Super Bericht und wunderschöne Fotos!
Bin beeindruckt!

Simone (02.01.2009)

großartiger und spannender Bericht! Lohnt sich zu lesen!