Ägypten - Im Land der Pharaonen (2015) - Reisebericht von movieguide bei triplib.

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Ägypten
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Wir entfliehen dem kalten Wetter in Deutschland und machen uns im Winter 2015 auf eigene Faust auf Spurensuche in den tausende Jahren alten Tempeln und Gräbern im Reich der Pharaonen.

Unser Ziel ist Luxor mit den weltberühmten Tempeln am Nil und dem Tal der Könige, wo schon vor Tausenden Jahren eine der ersten Hochkulturen existierten mit einer komplexen Götterwelt und Königen die nach dem Tode umifiziert wurden.

Hurghada


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Auf nach Ägypten

Nachdem wir uns Neujahr in aller Frühe zum Flughafen gequält hatten, kamen wir nach 4,5 h Flug in Hurghada an. Leider mussten wir schon in der Ankunftshalle feststellen das Hurghada ausschließlich auf Pauschaltouristen setzt, deren Shuttlebusse ihre Ressort-Gäste direkt zum Hotel befördern. Als Individualtourist hingegen findet man keinerlei offentliche Verkehrsmittel vom Flughafen in die Stadt- Lediglich ein einsames Taxi ohne Fahrer war auffindbar, der geforderte Taxipreis astronomisch. Nach einigem hin und her ginge dann aber doch noch Richtung Hotel, nicht ohne auch hier schon mit der dreisten Ägyptischen Variante von Trinkgeld (Bakschisch) konfrontiert zu werden. Wenn man kein kleines Wechselgeld hat rundet der Taxifahrer großzügig auf und behauptet nichts wechseln zu können.

Hurghada selbst hat auch schon bessere Tage gesehen. Bauruinen reihen sich hier aneinander soweit das Auge reicht und Russen scheinen mittlerweile die Hauptzielgruppe geworden zu sein. Am Tag unserer Ankunft pfiff uns auch noch das Meer um die Ohren, aber immerhin ist das Wetter bei ca. 20° doch deutlich besser als in Deutschland. Wer zum Baden in den Wintermonaten nach Ägypten kommt wird hingegen nicht auf seine Kosten kommen.



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Ein Tag in Hurghada

Nach einer guten Mütze Schlaf war der erste Schock beim Anblick Hurghadas verflogen. Die Zielgruppe sind zwar in erster Linie Tauch- und Badetouristen, aber das ein oder andere Sehenswerte hat dann Hurghada doch noch zu bieten.

Wir starteten in Segala wo sich die meisten Restaurants und Hotels abseits des Ressort-Strips befinden. Mit dem Taxi ging es zum Aquarium, wo man eine nette Auswahl an Meeresgetier bestaunen kann wenn man nicht selber auf Tauchgang gehen möchte.

Traditioneller geht es im alten Stadtteil Ad Dahar zu, alt ist aber relativ, denn Hurghada besteht nur aus Beton und Lehmziegelbauten. Zwischen baufälligen und unfertigen Häusern findet man aber auch die ein oder andere schöne Moschee und eine koptische Kirche. Sehr interessant ist der Hafen mit seinem kleinen Fischmarkt. Dazwischen sieht man viel vom Lokalkolorit, am besten bei einem ausgedehnten Stadtbummel.


Luxor


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Mit dem Local Bus ging in 5 Stunden relativ entspannt nach Luxor. Im Gegensatz zu den Tourbussen spart man sich auch den Militär-Konvoi und kommt somit schneller ans Ziel. Die Militärpräsenz ist aktuell überschaubar, es gibt Check-Points entlang der Straßen die wir aber ohne Kontrollen passieren konnten. Wichtige Monumente werden bewacht, aber die Polizei hält sich auch hier dezent im Hintergrund. Trotzdem sind merklich weniger Reisende unterwegs als früher, uns erzählte man von einem Rückgang um ca. 70%.

Luxor teilt sich in East Bank (Luxor Stadt) und West Bank (das ruhigere Gourna und Tal der Könige). Unser Lager haben wir auf der West Bank aufgeschlagen,was deutlich ruhiger ist als die turbulente Stadt auf der anderen Seite des Nil. Hier wird man auch nicht ständig von Schleppern angesprochen, das vielleicht größte Ärgernis von Luxor: Ständig wird man von Taxi, oder Caleche-Fahrern angesprochen oder es wird einem hintergelaufen. Auf dem Touristen-Souk ist es ähnlich.


Karnak Tempel

Karnak Tempel


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East Bank - Karnak Tempel

Früh am Morgen ging es auf die East Bank. Gut und günstig mit der lokalen Fähre zu erreichen. Unser ersten Ziel war der Karnak Tempel, ca. 3 km nördlich. Wir entschieden uns für die Anreise mit der Caleche (Pferdekutsche). Es empfiehlt sich früh am Karnak Tempel zu sein wenn man die Ruhe noch etwas genießen will, denn ab 10 Uhr fallen die Touristenbusse über den Tempel ein.

Der Tempel ist einer der wichtigsten Heiligtümer im alten Theben und mit seinem zentralen Amun-Ra Tempel einer der imposantesten in ganz Ägypten und bietet von gigantischen Säulen, Obelisken und Statuen alles was das Herz des Hobby- Ägyptologen höher schlagen lässt.


Luxor Tempel

Luxor Tempel


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East Bank - Luxor Museum und Luxor Tempel

Weiter ging es zum Luxor Musseum , wo sich neben diversen Statuen von Pharaonen und Göttern auch Mumien und Grabbeigaben befinden. Der Eintritt ist im Verhältnis recht happig, das für ist man dort recht ungestört.

Luxor besitzt nahe des Luxor Tempels einen Touristen-Souk, aber direkt im Anschluss auch einen sehr lokalen Markt wo von Gemüse bis zum lebenden Geflügel alles für den täglichen Bedarf angeboten wird.

Unser Tagesabschluss ist der Besuch im Luxor Tempel, welcher sich zentral nahe des Nil-Uferrs befindet. Der Luxor Tempel ist kleiner als Karnak, besitzt das für aber andere Besonderheiten wie eine kleine Moschee die im Mittelalter eingebaut wurde. Es lohnt ein Besuch besonders am späten Nachmittag wo nicht nur der Tempel in der Sonne glüht, sondern auch die Gewölbe leuchten und später am Abend wo auch Aussenmauern bestrahlt werden.


Tal der Könige

Tal der Könige


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West Bank I - Im Tal der Könige

Die meisten Sehenswürdigkeiten in Luxor liegen auf der Seite der Toten, was heute die Westbank ist. Unzählige Gräber von Pharaonen, Gelehrten und Arbeitern befinden sich hier und obendrein noch einige monumentale Totentempel. Wir haben uns daher für eine Zweiteilung entschieden, um ausreichend Zeit für die wichtigsten Stätten zu haben.

In aller Frühe begannen wir mit der Tour im Tal der Könige mit seinen weltberühmten Pharaonen -Gräbern, wie das von Tutenchamun. Nicht alle Gräber sind offen, man sollte sich vorab informieren welche geöffnet sind und welche sich wegen der Reliefs lohnen. Für einige zahlt man extra,das Standard-Ticket ermöglicht den Zugang zu 3 Gräbern. Die Gräber sind sehr unterschiedlich in Tiefe und Details, viele besitzen aber trotz ihres Alters noch wunderschön erhaltene Felsmalereien.

Fotografieren ist nicht erlaubt und wird uberwacht, wer es trotzdem versucht und erwischt wird, muss einiges an Bakschisch berappen wenn er keinen Ärger bekommen will.


Ramasseum

Ramasseum


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Weiter ging es zum Totentempel von Königin Hatshepsut. Der Tempel ist vor einem unglaublichen Felspanorama auf mehreren Ebenen errichtet und besitzt noch gut erhaltene farbige Malereien auf der zweiten Ebene.

Nächste Station war das Ramasseum zu Ehren Ramses II. Der Tempel ist nicht mehr vollständig erhalten, besitzt aber neben gigantischen Säulen auch gestürzte Statuen und Ausgrabungen der Bevölkerung zur Bewirtschaftung des Tempels. Gerade erst wurden wieder neue Gräber und Artefakte von Forschern hier entdeckt, wer weiß welche Schätze hier vielleicht noch im Verborgenen liegen.

Unsere letzte Station an diesem Tag waren die Kolosse von Memnon, welche direkt an der Zufahrtsstraße stehen. Von dem einst gigantischen Tempel komplex zu Ehren von Pharao Amenhotep III sind nur die steinernen Kolosse von 25m Höhe übrig geblieben.



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West Bank II - Markttag, Arbeitergräber und Medinat Habu

Unser erstes Ziel am zweiten Tag auf der Westbank war der Wochenmarkt Souk at Talaat (immer Dienstags). Hier werden von lebenden Tieren und Lebensmittel auch alle anderen Dinge des täglichen Bedarfs an den Mann gebracht, der Markt wird zudem kaum von Touristen besucht und gibt einen sehr ursprünglichen Einblick in den ägyptischen Alltag.

Gegenüber befindet sich der Ehrentempel von Pharao Seti I, welcher ebenfalls nicht auf dem Programm der Reisebusse steht und sich in aller Ruhe erforschen lässt. Der Tempel ist nicht sonderlich spektakulär, besitzt aber einige schöne Malereien und Reliefs.


Tutenchamun Grab Replik

Tutenchamun Grab Replik


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Weiter ging es zum Howard Carter House, welches vom Entdecker des Grabes von Pharao Tutenchamun zur damaligen Zeit bewohnt wurde. Es besitzt viele originalgetreue Zeugnisse und Bilder aus der Zeit der Grab-Öffnung. Dazu gehört auch eine Replik des Grabes mit Begräbniskammer.

Unser nächste Station waren die Gräber der Arbeiter, welche sich im Gegensatz zu den Pharaonen Gräbern im Tal der Könige durch einfach verständliche Zeichnungen auszeichnen, aber auch über sehr enge Tunnel in das Erdreich führen und nichts für Riesen sind. Daneben befindet sich noch der kleine Tempel Deir Al-Madina, ebenfalls mit gut erhaltenen Reliefs im Inneren.


Medinat Habu Tempel

Medinat Habu Tempel


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Den Abschluss unserer Tour auf der West Bank ist der Tempelkomplex Medinat Habu zu Ehren von Ramses III. Der Tempel gehört zu den Besterhaltensten und Imposantesten auf der West Bank.


Abydos und Dendara

Dendara Tempe

Dendara Tempe


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Verborgene Schätze am Nil

Nach mehreren Tagen in Luxor wagten wir uns nun weiter Nil aufwärts. Wir haben uns ein Auto samt Fahrer organisiert und über die Stadt Qena zuerst Dendara, 1 Stunde Fahrtzeit von Luxor entfernt, angesteuert. Die Gegend nordlich von Luxor wird immer noch stark bewacht aus Angst vor Anschlägen, doch auch hier blieb uns der Konvoi erspart. Auf dem Weg sahen wir Lehmziegelbrennereien und sehr viel Landwirtschaft. Hier sind die Leute noch wirklich mit dem Eselkarren unterwegs, die Region gehört zu den armen Ecken Ägyptens.



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Der Tempelkomplex wurde zu Ehren des Gottes Hathor errichtet, später von Christen und Römern vervollständigt. Dieser Tempel ist zudem einer der Besterhaltensten in ganz Ägypten. Licht fällt nur an einigen Durchlässen ins Innere und erzeugt eine magische Stimmung. Enge Gänge und Treppen zu oberen Geschossen machen die Erforschung hier zu einem echten Abenteuer. Das Beste aber ist, es gibt hier weit weniger Touristen. Bei unserem Besuch früh am Morgen war noch gar kein Tourist da und wir konnten den Tempel in aller Ruhe auf uns wirken lassen.



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Noch weitere 2 Stunden nördlich nahe Al Balyana liegt der Tempel von Seti I in der Ortschaft Abydos. Wie Dendara ist auch dieser Komplex sehr gut erhalten und versprüht durch seine noch geschlossene Struktur eine magische Stimmung. Die Zeichnungen und Reliefs sind hier in vielen Bereichen ebenfalls noch sehr gut erhalten, der große Säulensaal besticht durch seine vielen Details.

Beide Tempel sind im Rahmen einer Tagestour von Luxor aus gut zu erreichen und für Hobby-Forscher in jedem Fall die lange Anreise wert.


Luxor


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Cruising the Nile

Ursprünglich war für unseren letzten Tag am Nil ein Ausflug nach Edfu zum Horus Tempel geplant. Nachdem wir in den letzten 5 Tagen aber bereits eine Menge Tempel abgegrast hatten und das Zugsystem von Ägypten etwas undurchsichtig ist, haben wir uns dazu entschlossen einen Gang zurück zu schalten.

Wir nutzten den Vormittag für einen Besuch im Mumifizierungsmuseum, zwar kein großes Museum, dafür gibt es aber sehr interessante Informationen darüber wie genau und mit welchen Werkzeugen Mumien geschaffen wurden. Die alten Ägypter haben so ziemlich alles mumifiziert, so finden sich hier als Exponate sogar Mumien von Katze und Krokodil.



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Nach einem letzten Lunch in unserem Lieblingsrestaurant Sofra, genossen wir zum Abschluss unseres Besuches eine tolle Sunset Bootstour auf einer Felucca (kleines Segelboot). Ein toller Ausklang sich in den Sonnenuntergang auf dem Nil treiben zu lassen. Allerdings gilt auch hier wie bei allen Aktivitäten in Luxor, den Preis gut verhandeln.


Essen & Trinken

Sofra

Das vielleicht beste Restaurant in Luxor. Befindet sich auf der Eastbank nahe des Bahnhofs. Tolle Terasse mit antiken Möbeln und einer tollen Speiseauswahl. Vor allem die Mezze sind der Hit.

Sofra Restaurant
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Übernachten

Alhambra Hotel

Kleineres Hotel auf der Westbank mit traumhafter Architektur und tollen Blick über die Westbank von der Dachterasse. Der Betreiber ist freundlich und hilft bei der Organisation von Ausflügen in die Umgebung. Zudem eine preiswerte Option zum Nächtigen.

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Hurghada


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Masalama Egypt

Nach 6 Tagen Luxor hieß es Abschied nehmen. Wir organinisierten uns wieder Bustickets und es ging zurück nach Hurghada, dieses Mal in nur 4 Stunden. Unseren letzten Tag ließen wir am Roten Meer ausklingen, auch wenn aufgrund der Luft- und Wassertemperaturen die Möglichkeiten begrenzt sind.

Ägypten hat uns wegen seiner Ursprünglichkeit am Nil in seinen Bann ziehen können, über die nervigen Taxi- oder Caleche Fahrer schaut man mit der Zeit hinweg. Um Hurghada werden wir allerdings das nächste Mal ein großen Bogen machen. Also mal sehen wann uns die nächste Reise in das Land der Pharaonen entführt.