Mit der Kanzlerin auf Namibia-Rundreise - Reisebericht von Simon bei triplib.

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Simon
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Namibia
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Unsere traditionellen Winter-Flucht-Ferien verbringen wir abwechselnd in Südost-Asien oder irgendwo anders, wo's grad nicht so garstig kalt und grau ist wie zuhause. Diesmal fiel die Wahl auf den sogenannten schwarzen Kontinent.

Nun gibt es da bekanntlich Länder, wo man als Männerpaar mal besser nicht hinfährt, da man Gefahr läuft, gesteinigt oder zumindest ausgepeitscht zu werden. Auf solche Erfahrungen verzichtet man ja immer wieder gerne, grade im Urlaub.

Namibia war die naheliegende und offenbar weitgehend gefahrlose Alternative zu Südafrika, welches wir unlängst auch bereist hatten, und wenn man das Land bildergoogelt, kriegt man leicht einen #Augenorgasmus™.

Das Zusammenstellen der Route nahm einige Zeit in Anspruch, da ich anfangs alle Sehenswürdigkeiten mit in die Tour reinwürgen wollte, dann aber feststellen musste, dass das gar nicht geht in nur zwei Wochen. Namibia ist nahezu doppelt so groß wie Deutschland, und auf den "Dirt Roads" kommt man ja nicht ganz so flugs voran wie auf deutschen Autobahnen.

Folglich haben wir auf die Beguckung des Südens und auch des Caprivi-Streifens schweren Herzens verzichtet zugunsten kürzerer Strecken und teilweise längerer Aufenthalte. Die definitive Route sollte sich dann aber als perfekt erweisen für die zur Verfügung stehende Zeit.

Die Kanzlerin hatten wir zuhause noch mit dem allerneuesten Kartenmaterial gepimpt, obwohl wir sicherlich auch gut ohne sie zurecht gekommen wären. Aber wir haben uns halt an sie gewöhnt, so wie man sich in Deutschland an "Mutti" gewöhnt hat. Ist ja auch irgendwie beruhigend, dass die Alte immer da ist.

Die Kanzlerin ist in unserem Fall aber natürlich das Navi, was wie selbige spricht. Für die nächste Reise bestehe ich aber auf der Queen oder wenigstens Roger Moore. Halt irgendwas mit mehr Stil.

Windhoek Airport


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Wir sollten uns wirklich abgewöhnen,

die preiswertesten Flüge zu buchen. Mit Swiss hätten wir sicherlich bequem und nonstop nach Johannesburg fliegen können, aber nein, wir entschieden uns für die Billigvariante über München.

Das war aber nicht das Problem, sondern der Umstand, dass es im Flieger von München nach Johannesburg genau zwei Sitze gab, die man nicht nach hinten klappen konnte. Es dürfte klar sein, wer die erwischt hat.

Unnötig zu erwähnen, dass die vordere Sitzreihe sehr wohl nach hinten geklappt werden konnte und auch wurde. Nun muss man wissen, ich bin nahezu einsneunzig groß. Mein Göttergatte wurde zu seiner Rechten außerdem von einem adipösen Buren derart eingeklemmt, dass ihm während des Fluges blümerant wurde und er sich kurzzeitig auf den Fußboden legen musste. Es war ein Traum, und zwar einer von der Alb-Sorte.



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Namibias Hauptstadt Windhoek

war dann irgendwann trotzdem erreicht. Und da gibt es genau ein (1) Rollfeld und eine (1) Ankunftshalle, wo wir die üblichen lustigen Einreiseformulare ausfüllen und uns in die ebenfalls übliche lustige Endlos-Warteschlange reihen durften. Eine gute Stunde später waren wir dran, und die Dame vom Kontrollbüro war sogar erstaunlich freundlich.

Am Schalter von Europcar kam's zu Komplikationen, da die anwesenden Girlies die Reservierung zunächst nicht fanden, aber wir waren zu dem Zeitpunkt bereits tiefenentspannt, uns konnte also nichts mehr beunruhigen.

Gute anderthalb Stunden nach der Landung saßen wir im Auto, und die Kanzlerin lotste uns zuverlässig nach Windhoek, wo wir uns mit Getränken, Snacks und Bargeld eindeckten, danach ging's durch eine abwechslungsarme Steppen-Landschaft Richtung Kalkrand, wo wir die ersten zwei Nächten zu logieren gedachten.

Die Strecke ist Teil der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung des Landes und deshalb gut ausgebaut. Entsprechend früh kamen wir in der gebuchten Lodge an.


Kalkrand (Kalahari)


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Viele Touristen

hetzen von Windhoek direkt nach Sossusvlej zur Sanddünen-Besichtigung.

Wir haben aber noch einen Zwischenstopp in der Kalahari eingebaut, um erstmal anzukommen und uns an die Temperaturen und das Easypeasy-Urlaubsleben zu gewöhnen. Außerdem lieben wir Wüsten- und Steppenlandschaften.

Ich habe mir die nicht unerhebliche Mühe gemacht, für Euch Reisefröschchen extra eine Zeichnung unserer perfekten Zwei-Wochen-Rundreise anzufertigen.



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Die Kalahari

ist eine Dornbusch- bzw. Trockensavanne, wird aber gelegentlich auch als Wüste bezeichnet. Sie erstreckt sich von der südafrikanischen Provinz Nordkap durch Namibia und Botswana bis nach Angola und Sambia.

Schon beim Blick aus dem Flugzeug-Fenster waren die Dimensionen der Kalahari zu erahnen. Über weite Strecken ist sie komplett unbewachsen und damit natürlich auch unbewirtschaftet.

In der Gegend von Kalkrand gibt es ein paar dekorative rote Dünen, die ein wenig Abwechslung in die ansonsten monotone Steppenlandschaft bringen. Deshalb gibt's da auch einige Lodges mit dazu gehörigen Wild-Reservaten.


Übernachten

Kalahari red Dunes Lodge

Im Vorfeld hatten wir lange überlegt, ob wir mit der Red Dunes Lodge starten sollten, wo's ein Erdmännchen zu betatschen gibt, oder einer anderen, wo eine Geparden-Fütterungs-Performance und eine Buschmann-Beäugung angepriesen wurde. Wir haben uns dann fürs Erdmännchen entschieden, und das war gut so, denn Raubkatzen kriegten wir später noch einige vor die Linse, und Buschmänner anschauen hätten wir wohl etwas befremdlich gefunden. Genau weiß man's aber nicht.

Die Kalahari red Dunes Lodge ist sehr praktisch gelegen unweit von Kalkrand an der B1 nach Mariental. Das Haupthaus ist einfach, aber ansprechend gestaltet, ebenso der Außen- und Poolbereich. Die Bungalows sind in jeweils recht großen Abständen um ein Wasserloch gebaut worden und bieten relativ viel Platz.

Unsere Hütte war hübsch eingerichtet, und vom Außensitzplatz konnten wir abends den beeindruckenden Sternenhimmel betrachten. Die Fledermäuse in einer Zwischenwand des Bungalows haben uns nicht gestört, da sie auch den Moskitobestand dezimierten.

Die beiden Dinners waren einfache, aber leckere Hausmannskost, wobei uns bei jedem Gang erklärt wurde, welche Beilagen zum Antilopensteak gereicht würden - was wir ganz putzig fanden, denn wir sind trotz fortschreitender Demenz durchaus noch in der Lage, einen Spargel als solchen zu erkennen, wenn er in relativ unverarbeiteter Form auf dem Teller liegt.

Am zweiten Tag unternahmen wir eine Fahrradtour mit schrottreifen Fahrrädern auf einem ausgeschilderten Rundweg. Wir erspähten bereits zahlreiche Zebras, Gnus, Kudus, Springböcke und anderes Vedervieh.

Abends gab's eine Sundowner-Tour, auf der wir außerdem Giraffen, Oryxen, Straußen und Warzenschweinen begegneten.

Toffee, das Erdmännchen, entdeckten wir erst, als wir schon ausgecheckt hatten. Wir hätten es am liebsten eingepackt und mit nach Hause genommen.

Toffee, das Erdmännchen
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Maltahöhe


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Am dritten Tag

ging's Richtung Namib bzw. Sossusvlej, wohin wir relativ früh aufbrachen, da wir mit den Straßenverhältnissen in diesem Land noch nicht richtig vertraut waren.

Die erste Schotterpiste unserer Reise führte uns von Kalkrand nach Maltahöhe. Die Strecke ist ziemlich genau 100km lang und landschaftlich unspektakulär, die Straße jedoch in relativ gutem Zustand, was uns etwas übermütig werden ließ: Als passionierter Fahrradfahrer und Stadtbewohner hatte ich bis dahin noch nie Veranlassung gesehen, mich ans Steuer eines Autos zu setzen, jedenfalls nicht für länger als ein paar Meter.

Hier wollte ich das aber mal über eine längere Strecke versuchen, um herauszufinden, was alle daran so toll finden. Und so bin ich nach einigen mittelprächtig erfolgreichen Anfahr- und Bremsversuchen meine ersten 100km gefahren, was leidlich gut ging. Nicht zuletzt, da wir auf der gesamten Strecke der einzige Verkehr waren.

Souverän kutschierte ich uns also bis kurz vor Maltahöhe, wo ich mich dann aber wieder auf den Beifahrersitz umsetzte. Ich kann Euch also nun aus eigener Erfahrung berichten: So toll ist das nicht, das Autofahren. Wir werden also voraussichtlich bei der bisherigen Aufgaben-Verteilung bleiben, ich erledige die Planung, das Fotografieren und die Berichte-Schreiberei, und mein Göttergatte das Fahren.

Man kann Bewährtes ja auch einfach so beibehalten.



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Maltahöhe

hat ca. 6'000 Einwohner und ist für namibische Verhältnisse schon fast eine Großstadt. Zu sehen gab's eine Tankstelle, eine Art Supermarkt und eine Kirche.

Wenn's sonst noch was gab, war's gut versteckt. Nach kurzem Beine-Vertreten ging's deshalb weiter.

Die Landschaft wurde danach bergiger und abwechslungsreicher. Relativ früh am Nachmittag erreichten wir die nächste Unterkunft, wo wir wiederum zwei Nächte bleiben wollten.


Sesriem


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Das Sossusvlei

ist eine von roten Dünen umschlossene beige Salz-Ton-Pfanne („Vlei“) in der Namib-Wüste. Sossus bedeutet „blinder Fluss“ in der Sprache der Nama. „Blind“ bezieht sich darauf, dass der Fluss Tsauchab beim Sossusvlei versandet – wenn er denn mal Wasser führt, wie zuletzt 2006 nach ungewöhnlich starken Regenfällen.

Das Sossusvlei ist seit 21. Juni 2013 Teil des UNESCO-Welterbes des Namib-Sandmeeres und ist die größte Touristenattraktion des Landes.



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Vom Parkeingang bei Sesriem

führt zunächst eine etwa 65 Kilometer lange, von Dünen gesäumte Asphaltstraße in Richtung Sossusvlei. Die umgebenden orangefarbenen Dünen zählen mit bis zu über 380 Metern Höhe zu den höchsten der Welt. Eine kann man auch besteigen und dann seitlich runterrutschen: Die "Düne 45". Wir empfehlen aber, dies auf der Rückfahrt zu tun, denn bis zum Nachmittag sind die meisten Fußspuren durch den Wind wieder verwischt, was das Besteigen zu einem noch einmaligeren Erlebnis macht.

Die letzten fünf Kilometer können nur mit Allradwagen zurückgelegt werden. Wir sind aber einigen Touristen begegnet, die selbst mit geländetauglichen Fahrzeugen im Sand stecken geblieben waren. Es ist deshalb sinnvoll, die letzte Strecke mit einem Shuttle zurück zu legen. Diese fahren regelmäßig und man kann in jeder Richtung aus- und beim nächsten Fahrzeug wieder aufsteigen. Die Fahrer sind geübt und brettern da mit einigem Tempo durch, was ziemlich viel Spaß macht.



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Das Dead Vlei

und das Hidden Flei liegen ein paar Kilometer vor dem Sossusvlei und bieten mit ihren abgestorbenen Bäumen atemberaubende Kontraste und ermöglichen spektakulär schöne Bilder. Im Hollywood-Krawall-Film “The Cell” (mit der Lopez) wurde das Dead Vlei bereits als Kulisse verwendet. Wir haben den Film aber nicht gesehen, denn Krawall-Filme sind unsere Filme nicht.

Empfehlenswert ist es auch hier, die Düne zunächst auf dem Kamm zu besteigen und danach ins Dead Vlei hinabzugleiten. Dieses Runterrutschen durch den warmen Wüstensand inmitten dieser atemberaubend surrealen Kulisse war zweifellos eines meiner Top-5-Naturerlebnisse.


Übernachten

Hoodia Desert Lodge

Die Anfahrt über eine lange und sehr holprige Schotterpiste war etwas beschwerlich, die Lodge liegt aber traumhaft unterhalb eines markanten Berges in völliger Abgeschiedenheit und Ruhe.

Bei der Ankunft wurden wir schon mit eisgekühlten Getränken und einem Erfrischungstuch erwartet und äußerst charmant begrüßt und herum geführt.

Das Haupthaus sowie die Bungalows waren ansprechend in afrikanischem Stil gehalten, es gab einen kleinen Pool mit Liegen und Fliegen, eine nette Außen- sowie eine Innendusche, und ein nicht wirklich funktionierendes Klo. Aber letzteres ist in Namibia Standard.

Die Moskitos im Bungalow waren eine echte Plage - trotz Netz.

Ganz großes Kino war aber das Dinner: Sterneküche vom feinsten, serviert von freundlichem und aufmerksamem Personal. Hervorragend!

Insgesamt würden wir die Hoodia Desert Lodge, trotz der kleinen Mängel, uneingeschränkt empfehlen.

Hoodia Desert Lodge
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Sehenswürdigkeiten

Sesriem-Canyon

Nachdem wir uns in einem recht ansprechenden Restaurant in Sesriem verköstigt hatten, wollten wir noch herausfinden, was es mit dem Sesriem Canyon so auf sich hat.

Irrtümlich führte uns die Kanzlerin zunächst aus dem Sossusvlei-Park hinaus, wo wir, ebenso irrtümlich, an der uniformierten Kontrollperson grüßend vorbei fuhren, statt anzuhalten. Draußen angekommen, hieß uns dieselbe Kanzlerin aber zu wenden und an derselben Kontrollperson vorbei wieder rein zu fahren. Ich hätte sie erwürgen können.

Wir taten es trotzdem und wurden von der Person sehr ungehalten darauf hingewiesen, dass wir gefälligst beim Rein-UND beim Rausfahren zu halten und die Genehmigung vorzuweisen hätten. Wir entschuldigten uns demütig und gelobten Besserung.

Diese Begegnung ließ uns folgern, dass Uniformierte überall auf der Welt mit Minderwertigkeits-Komplexen behaftete Idioten sind. Auch in Namibia.

Der Sesriem-Canyon liegt etwas außerhalb des Örtchens Sesriem. Wenn man grad nix besseres zu tun hat, kann man da kurz runtersteigen, ein paar Meter an der sengenden Sonne hin- und herlaufen, sich von Fliegen fressen lassen, und dann wieder zurück fahren. Mehr ist nicht.

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Solitaire


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Nach zwei Nächten in der Namib

ging's nun also weiter in Richtung Swakopmund. Dies war die längste zusammenhängende Teilstrecke unserer Reise. Wer mehr Zeit hat, übernachtet unterwegs meist in der Rostock Ritz Lodge, die zu den bekannteren und wohl auch besten Lodges des Landes zählt.

Aber 350 km sind als Tagesziel machbar, trotz Schotterpiste. Schon kurz vor Solitaire fing unsere Karre allerdings an, auffällig zu holpern. Wir hielten die Schüttelei aber einer Besonderheit des Belages geschuldet, und so fuhren wir zunächst weiter. Irgendwann kamen wir aber nicht umhin, zu bemerken, dass einer der Hinterreifen inzwischen arg zerfetzt war.



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Es gibt Schlimmeres

als ein zerfetzter Reifen mitten in der Namib-Wüste bei 40°C. Zum Beispiel ein zerfetzter Reifen in der kubanischen Provinz bei Einbruch der Dunkelheit. Oder ein solcher in einer schmalen Serpentine an der Amalfi-Küste. Soll ja vorkommen.

Aber natürlich kein Problem für uns zwei Reifenpannenprofis. Ich versuchte also, wie immer in solchen Fällen, das Warn-Dreieck irgendwie zusammenzufriemeln, was zwar sinnlos war, denn Verkehr gab's ja keinen, während mein Gatte in ungefähr derselben Zeit das Rad wechselte. Wir sind schon ein tolles Team!

Dreieck und zerfetzter Reifen danach schnell ins Auto geworfen und weiter.



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Der Kuiseb

ist einer der größten Flussläufe Namibias. Er entspringt im Khomashochland westlich von Windhoek, ist ungefähr 560 Kilometer lang und hat ein Einzugsgebiet von 14.700 km2. Wiki sei Dank.

Im Gegensatz zum Fish River und Sesriem ist der Kuiseb-Canyon keine richtige Schlucht, sondern eine Art Tal mit einer sehr bizarren Hügellandschaft drum herum. Während der Fahrt boten sich immer neue Aus- und Einblicke über die vielen Kuppen und Seitentäler. Der Fluss selber war bis auf wenige Pfützen ausgetrocknet, was wohl der Normalzustand aller namibischen Flüsse ist, selbst während der sogenannten Regenzeit.



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Der Vogelfederberg

liegt auf halbem Weg vom Kuiseb Canyon nach Walvis Bay und ist eine hübsche Felsformation, daher der nächste Fotostopp auf der Strecke.

Außerdem müssen wir halt überall hochsteigen, wo man runter gucken kann, das liegt uns im Blut. Die Aussicht auf die hier wiederum praktisch vegetationslose Namib war vorzüglich!

Bei der Weiterfahrt fing die Abwesenheit eines weiteren Reserverades bald an, uns ein wenig zu beunruhigen. Wenn die erste Reifenpanne schon auf dieser relativ gut ausgebauten Strecke passiert war, ließ die zweite möglicherweise nicht allzu lange auf sich warten, und dann vielleicht in einer noch einsameren Gegend.



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Ein richtiges Auto

musste her, ein Straßenkreuzer, einer, womit man schadlos reißende Flüsse durchpflügen und Geröllfelder queren könnte ohne mit einem weiteren Platten oder anderem Ungemach rechnen zu müssen.

Wir beschlossen deshalb, als nächstes den Flughafen von Walvis Bay und die dortige Europcar-Niederlassung anzusteuern, um uns nach einem Upgrade zu erkundigen.

Zufällig war grad ein Auto der gewünschten Klasse einsatzbereit. Für ungefähr 500 € extra zwar, aber das war uns nun auch egal.

Und jetzt Werbung: Die Leute von Europcar waren wiederum so freundlich und hilfsbereit, dass wir beschlossen, den nächsten Trip ebenfalls über diese Firma zu buchen statt wie bisher über eine bekannte Online-Vergleichs-Plattform.

Die letzten paar Kilometer von Walvis Bay nach Swakopmund waren dann asphaltiert und relativ stark befahren. Hier hätten wir ein solches Auto noch nicht gebraucht, aber bereits am nächsten Tag, an der Spitzkoppe, waren wir sehr glücklich über diese Entscheidung.


Sonstiges

Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste

heißt das Buch der beiden deutschen Geologen Henno Martin und Martin Korn, das den Kuiseb Canyon bekannt machte.

Um als Deutsche während des 2. Weltkriegs nicht interniert zu werden, flohen sie zusammen mit ihrem Hund in den Kuiseb Canyon. Mehrere Jahre lebten sie hier unter schweren Bedingungen, mußten jedoch aufgrund einer durch Vitamin-B-Mangel entstandenen Krankheit aufgeben. Statt bestraft zu werden, wurden sie jedoch offiziell als Geologen eingestellt.

Das Buch eignet sich hervorragend als Reisevorbereitung oder Lektüre für nachmittags an den Pools.

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Swakopmund


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Die meisten Urlauber

planen hier wiederum zwei Nächte ein, was uns angesichts der fehlenden Sehenswürdigkeiten und Unterhaltungsmöglichkeiten etwas viel schien.

Freunde von uns hatten in Walvis Bay übernachtet, weil da mehr touristischen Aktivitäten angeboten werden. Man kann zum Beispiel zu den Seehunden paddeln oder Dünen-Surfen, was beides ganz nett sein soll. Allerdings gibt der Ort, obschon der zweitgrößte des Landes, noch weniger her als Swakopmund.

Und beide Städte liegen am Atlantik, was zwar einerseits ganz hübsch ist, aber gleichzeitig auch die Temperaturen unangenehm sinken lässt. Wenn wir nun gerne frieren würden, wären wir zuhause geblieben und hätten uns an einen Skilift gehängt. Tun wir aber nicht, deshalb war für den nächsten Tag bereits eine Wanderung an der Spitzkoppe geplant.



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Swakopmund

ist die Hauptstadt der Region Erongo, hat knapp 45'000 Einwohner und liegt in der Wüste Namib nahe der Mündung des Flusses Swakop.

Das Klima ist nahezu rund ums Jahr ausgeglichen zwischen 16°C und maximal 20°C, nachts einstellig, Niederschlag gibt es nie, dafür jeden Tag bis mindestens Mittag Nebel.

Die Stadt ist nicht direkt hässlich, aber ungefähr so aufregend wie eine dieser gesichtslosen nordamerikanischen Kleinstädte. Es gibt ein paar Läden, wo man bis ca. 17.00 Uhr einkaufen kann, danach werden die Gehwege hochgeklappt.

Eine Bar gibt's auch und zwei Restaurants am Pier, die bis ungefähr 10 Uhr auf haben. Das war's.



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In der Früh

deckten wir uns noch mit dem Notwendigsten ein. Cowboyhüte mussten her als Sonnenschutz an der Spitzkoppe, Anti-Mücken-Salbe, ein Kabel für den iPod, damit wir im Auto nicht pausenlos Hitradio Namibia hören mussten, und ein langarmiges Polo für mich, weil mein Mann der Meinung war, dass man sich so am besten vor Moskitos und somit Malaria schützen kann.

Und in der Wüste immer ganz wichtig: Literweise Wasser, Obst und Chips, damit man tagsüber nicht darben muss.


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Organic Sqauare Guesthouse

Die Lage des Organic Square Guesthouses ist optimal, in Gehdistanz zur Einkaufsstraße und zur Waterfront. Der Empfang durch die Besitzerin mit deutschem Migrations-Hintergrund war freundlich und zweckmäßig, das restliche Personal war während unseres Besuches etwas tranig.

Die Einrichtung stammt wohl aus der Rahaus-Preisabschlagsecke, ist aber letztlich Geschmacksache, die Sitzmöbel im Zimmer und auf dem Außensitzplatz waren sehr fleckig. Internet gab's teilweise.

Frühstück, Lage und Preis-/Leistungs-Verhältnis waren aber tadellos. Für eine Nacht als Stop-Over reicht es, der Ort gibt ohnehin nicht mehr her.

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Essen & Trinken

Jetty 1905

Im Guesthouse wurden uns zwei Restaurants empfohlen, welche praktischerweise nur wenige Gehminuten entfernt am Pier zu finden sind: The Tug ist auf Fisch spezialisiert, man is(s)t schließlich am Meer, und das Jetty 1905, ganz außen auf dem Steg, bietet vor allem Sushi- und Fleischgerichte an. Da haben wir dann nachmittags etwas Sushi und abends ein Game-Gericht geordert.

Beides war sehr lecker, das Fleisch wunderbar zart, aber die Portionen entschieden zu groß für uns.

Das Restaurant war jedoch rappelvoll mit Europäern, nicht wenige davon hatten mit Gewichts- und/oder Bluthochdruck-Problemen zu kämpfen (eventuell wegen zu großer Portionen?), und es wurde vor allem Deutsch und Niederländisch gesprochen.

Auch der Geschäftsführer sprach Deutsch und sah sehr bayerisch aus - was wiederum die Portionengrößen erklärte.

Die freundliche Bedienung war jedoch größtenteils schlank und offensichtlich einheimisch.

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Spitzkoppe (Erongo)

Spitzkoppe

Spitzkoppe


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Das "Matterhorn Namibias"

wird von den meisten Touristen links liegen gelassen, weil es etwas unpraktisch abseits der Hauptrouten liegt, man also relativ viel Zeit in die Anfahrt investieren muss. Daselbst gibt es derzeit nur Camping-Möglichkeiten, und die Hohenstein Lodge liegt noch einmal etwa eine Fahrstunde entfernt.

Für uns als alte Trekking-Hasen war aber klar: Da wollten wir hin! Deshalb haben wir aufs Dünen-Surfen in Walvis Bay verzichtet, was die Alternative gewesen wäre. Wir haben's aber nicht bereut.

Die Entfernung von Swakopmund zur Spitzkoppe war die geringste unserer ganzen Reise, und doch waren die letzten 20km auf einer extrem holprigen Schotterpiste zurück zu legen. Mit der neuen Monsterkarre war das aber problemlos zu bewältigen.


Spitzkoppe

Spitzkoppe


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Die markante Form

des Berges entstand durch Magma, welches unterhalb der Erdoberfläche blieb. Im Laufe der Jahrmillionen verwitterte das umgebende Deckgestein und nur der witterungsbeständigere Granit blieb erhalten.

1994 sollte das Gebiet zum Naturschutzgebiet erklärt werden, jedoch ist das bis heute nicht passiert. Seit 1993 pflegt das Projekt AgriFutura, das von der Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt wird, das Gebiet und unterhält auch das Spitzkoppe Community Tourist Camp, das 22 Menschen Arbeit gibt. (Quelle: Wiki)

Man bezahlt ein kleines Entgelt, das natürlich variiert, je nachdem, ob man als Tagestourist die Wege nutzt oder über Nacht auf einem der gepflegten Standplätze campiert. Offenbar existiert ein Restaurant, und sanitäre Anlagen gibt's auch.


Spitzkoppe

Spitzkoppe


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Das Erklimmen

des Berges ist offenbar schwierig und ohne Genehmigung ohnehin nicht möglich, daher wollten wir ihn anfangs einfach umrunden. Schon bald aber stellten wir fest, dass wir hierfür wohl einen ganzen Tag benötigen würden. Die Dimensionen des Berges sind auch aus nächster Nähe nur schlecht einschätzbar.

Als wir nach einer Stunde noch nicht merklich weiter waren mit unserer Umrundung, kehrten wir um und beschlossen, stattdessen noch die "Natural Bridge" und den ominösen See aufzusuchen, den's da irgendwo geben sollte.

Der "See" entpuppte sich natürlich als Tümpel, trotzdem waren wir überrascht, da überhaupt Wasser zu finden. Die vielen imposanten Felsformationen und auch die natürliche Brücke haben uns aber ausnehmend gut gefallen, und es sind bei der Krackselei viele hübsche Fotos entstanden.


Übernachten

Die Hohenstein Lodge

ist in weitem Umkreis die einzige Unterkunft, daher fiel die Wahl hier nicht schwer. Im Gegensatz zu den meisten anderen Lodges, die wir gebucht hatten, war diese preislich eher im unteren Segment angesiedelt.

Die Entfernung von der Spitzkoppe zum Hohenstein wäre eigentlich ein Klacks, bloß gibt es keine direkte Verbindung, und so fährt man über wiederum sehr schlecht ausgebaute Schotterpisten eine Weile kreuz und quer. Die Anfahrt zur Lodge war auch ziemlich abenteuerlich.

Aber die Lage nahe des Hohenstein-Massivs ist traumhaft, die Ausstattung der Bungalows zwar ohne viel Schnickschnack, aber großzügig und sauber, einen kleinen Pool mit Liegen gibt's auch und ein Netz zum Entfernen der ersoffenen Fliegen steht zur Verfügung.

Sowohl der Empfang als auch die Betreuung während unseres Aufenthaltes war sehr freundlich und zuvorkommend. Das Essen war wiederum relativ einfach, aber lecker, und bis auf die sehr harten Betten gibt's überhaupt nichts auszusetzen. Sehr sympathische Besitzer und super Preis-/Leistungsverhältnis.

Aus Dusseligkeit hatten wir allerdings einiges da liegen lassen, was uns danach fehlte. Selber schuld.

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Damaraland


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Am nächsten Tag

war wieder eine etwas längere Strecke zu bewältigen, deshalb unternahm ich weitere Fahrversuche. Landschaftlich wurde es hier aber wiederum ausgesprochen reizvoll, deshalb überließ ich den Fahrersitz wieder meinem Gatten, der gleichzeitig gucken UND fahren kann.

Bereits am Nachmittag kamen wir in der gebuchten Lodge an, wo wir den Rest des Tages am Pool verbrachten.

Da die Strecke am Folgetag zur Grootberg Lodge sehr kurz war, bauten wir den Ausflug zu den Felsmalereien von Twyfelfontein in diesen Tag mit ein. So blieb immer genügend Zeit für ein paar erholsame Stunden mit Buch am jeweiligen Pool.


Sehenswürdigkeiten

Twyfelfontein

heißen eine Quelle und ein Tal im sehr trockenen Damara-Bergland. Der Name geht auf weiße Farmer zurück, die dort in den 40er-Jahren des letzten Jahrhunderts siedelten. Den Quellen entsprang nur sehr unzuverlässig Wasser, daher nannten sie sie Twyfelfontein, Zweifelsbrunnen.

Der Ort ist berühmt wegen zahlreicher Felsgravuren, über deren Alter man sich allerdings uneinig ist. Schätzungen bewegen sich zwischen 2'000 und 10'000 Jahren.

1952 wurde das Tal von Twyfelfontein zum Nationaldenkmal erklärt. Die UNESCO verlieh ihm 2007 den Weltkulturerbe Status.

Ein geführter Rundwanderweg führt die Besucher zu den schönsten Steinplatten. Geführt deshalb, weil in der Vergangenheit ignorante Touristen es für nötig hielten, die historischen Zeichnungen und Ritzungen mit eigenen zu ergänzen.

Wir fanden die Führung aber sehr aufschlussreich und hätten sie ohnehin empfohlen. Insgesamt für uns ein durchaus lohnenswerter Ausflug.

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Übernachten

Camp Kipwe

An dieses "Camp" hatten wir aufgrund der ansprechenden Homepage und der größtenteils positiven Reviews sehr hohe Erwartungen, die dann nicht ganz erfüllt wurden.

Zunächst Verlief der Empfang etwas holprig, die Rezeption war nicht besetzt, wie überhaupt die ganze Zeit, und es gab auch keine Klingel. Das Personal war vergleichsweise distanziert, ein Stromanschluss für unsere Geräte sowie ein Kühlschrank fehlten.

Der Bungalow war aber hübsch eingerichtet, die Außendusche gefiel uns auch sehr gut, wenn es auch in der Früh etwas kalt war zum draußen Duschen.

Die Anlage an sich liegt wunderschön eingebettet in die malerische Landschaft des Damaralands und bietet herrliche Ausblicke. Leider sind die etwas rostig wirkenden Poolliegen hinter einem Felsen versteckt, sodass man von da keine Sicht hat. Der Pool wirkte etwas ungepflegt und beherbergte einen Frosch.

Nachmittags und abends wurde mit Holz irgendwas eingeheizt, was einen starken Lagerfeuergeruch verbreitete. Muss nicht unbedingt sein.

Das Essen hat gut geschmeckt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Insgesamt also ein durchzogener Aufenthalt an diesem eigentlich wunderschönen Ort. Besser wäre gewesen, noch zwei Stunden durchzufahren und in der Grootberg Lodge zweimal zu übernachten.

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Grootberg Lodge

Schon nach der Ankunft war uns klar; hier wären wir gerne länger geblieben!

Die Grootberg Lodge war auf unserer Reise die einzige Unterkunft, die von Einheimischen betrieben wird und deren Erträge so direkt der lokalen Bevölkerung zugute kommen. Das motiviert natürlich die Mitarbeitenden, die alle charmant, hilfsbereit und engagiert waren.

Die Lage ist, wie man auf den Bildern teilweise erkennen kann, wirklich spektakulär! Der Blick vom Canyon-Rand, den man sowohl im Bungalow vom Bett aus (!) genießen kann, als natürlich auch aus diesem unglaublichen und sauberen (!) Infinity-Pool, ist unbeschreiblich. Wir konnten uns nicht sattsehen!

Die Bungalows sind hübsch eingerichtet und sauber. Im kleinen Souvenirshop im Empfangsbereich kann man die Geräte laden, in der Lounge gibt's gelegentlich ein wenig Internet, und nachmittags stehen Kaffee & Kuchen zur Verfügung.

Einzig abends bei der Essens-Qualität war noch Luft nach oben. Ein paar Liegen am Pool wären auch schön. Sonst gibt's aber nichts auszusetzen. Keine Frage, die Grootberg-Lodge muss man erlebt haben!

Zimmertipp: Es sind alle Bungalows gleichwertig, nachts ist eine Taschenlampe sinnvoll

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Sehenswürdigkeiten

Orgelpfeifen und Verbrannter Berg

sind zwei weitere Sehenswürdigkeiten nahe Twyfelfontein, die wir uns natürlich auch angeschaut haben.

"Im Tal der Orgelpfeifen“ gibt's interessante Basalt-Formationen zu sehen, und der "Verbrannte Berg" entstand vor ca. 80 Mio. Jahren durch erkaltende Lawa und ist sehenswert wegen des Farbenspiels mit der rot-grün-gelben Umgebung.

Kann man sich anschauen, wenn man ohnehin da ist.

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Etosha Nationalpark

Etosha

Etosha


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Von der Grootberg-Lodge ging's danach zügig in Richtung Etosha Nationalpark, wo wir uns naturgemäß viele aufregende Tierbeobachtungen versprachen.

Wir kamen bereits am frühen Nachmittag im Etosha Village an, wo wir unser Gepäck deponierten, und schon ging's los auf eine erste kurze Tour durch den Park. Im Okaukuejo Camp erwarben wir eine preiswerte Drei-Tages-Karte.

Die aufregendste Begegnung hatten wir mit zwei Löwen, die sich nach dem Verzehr eines jungen Zebras im Schatten eines Baumes ausruhten. Außerdem erspähten wir auch viele lebendige Zebras, Springböcke, Impalas, Gnus, Giraffen und Elefanten.



Mehr Bilder aus Okaukuejo

Am kommenden Tag fuhren wir gemächlich einmal quer durch den Etosha mit einem Mittagshalt im Halali-Camp, und am dritten Tag erforschten wir den östlichen Teil des Parks, wo wir vor allem interessante ornithologische Entdeckungen machten, wie zum Beispiel den Sekretär und Unmengen an Zwergflamingos, aber auch wieder Elefanten und Löwen.

Nashörner, Geparden und Leoparden haben wir leider keine gesichtet, und Büffel gibt's in Namibia nicht. Landschaftlich gibt der Park auch nicht so viel her wie das Hluhluwe Game Resort bei St. Lucia in Südafrika - trotzdem erlebten wir insgesamt auch hier viele unvergessliche exotische Tierbegegnungen.


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Etosha Village

Die Lage dieser Unterkunft nahe Anderson Gate ist natürlich gut, der Empfang war auch in Ordnung.

Das war's dann auch schon. Die Selbstverpflegungs-Ecke am Zelt sah sehr improvisiert und ungepflegt aus, der Kühlschrank lief zwar, kühlte aber nicht. Das Zelt war OK für den Preis, wir hatten es uns aber schon ansprechender vorgestellt. Am Dusch-"Vorhang" waren unappetitliche Flecken, und die Matratzen erwiesen sich als sehr hart.

Richtig schlimm war aber das Dinner in einer seltsamen überdachten Stein-Hütte. Offensichtlich muss man da essen, wo das Personal einen haben will, und nicht etwa da, wo man möchte, zum Beispiel unter freiem Himmel. Das Essen war dann auch teilweise ungenießbar, das Personal wirkte komplett überfordert und unmotiviert, manche waren ruppig.

Fürs Frühstück wollten wir uns dann woanders hinsetzen, was aber nicht gewährt wurde. Aufgrund der Erfahrungen vom Vorabend haben wir dann ganz drauf verzichtet. Stattdessen haben wir ganz fix ausgecheckt, sind ins Okaukuejo Camp gefahren und haben da gefrühstückt.

Fazit: Man kriegt halt selten mehr als das, wofür man bezahlt.

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Das Okaukuejo Camp

liegt etwa 20km nördlich vom Anderson Gate und bietet neben Restaurants, Einkaufs-möglichkeiten und einer Tankstelle auch zahllose Unterkünfte in verschiedenen Preisklassen. Es ist staatlich geführt, was zu teils sehr unterschiedlichen Bewertungen in den Reiseforen führt.

Trotzdem würden wir bei einem nächsten Mal vermutlich da übernachten, weil man von einigen Bungalows aus offenbar die spektakulärsten Tierbeobachtungen am Wasserloch machen kann, wie uns ein englisches Ehepaar beim Frühstück verriet.

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Die Etosha Aoba Lodge

liegt ca. 20km vom Lindequist Gate entfernt im Onguma Game Reserve und ist wiederum über eine Naturstrasse erreichbar.

Schon bei der sehr herzlichen Begrüßung durch Elizabeth wussten wir, dass es uns hier gefallen würde.

Unser Bungalow war sehr groß und außerdem ansprechend und praktisch eingerichtet, über die "Buschbar" haben wir uns sehr gefreut. Eine tolle Idee top umgesetzt! Das Bad war ebenfalls sehr geschmackvoll und freundlich eingerichtet, die Dusche war die schönste und funktionellste der ganzen Reise.

Der Poolbereich war ebenfalls sehr hübsch und mit gutem Blick zum nahen Wasserloch, wo regelmäßig viele Kudus, Warthogs, Dik-Diks und andere Tiere zu beobachten waren. Das Poolwasser war sauber - was sonst nicht überall zutrifft.

Ganz groß war auch das Dinner, zubereitet von einer wahren Künstlerin am Herd. Die Weinkarte war ebenfalls die erlesenste unserer Reise. Frühstück ließ, wenig überraschend, auch keine Wünsche offen.

Elizabeth und das ganze Team haben uns während der beiden leider viel zu kurzen Tage liebevoll umsorgt und unseren Aufenthalt in der Ethosa Aoba Lodge unvergesslich gemacht.

Fazit: Ein traumhafter Ort, wo man auch einfach mal einen Tag am Pool entspannen und lesen kann. Wir würden jederzeit gerne wiederkehren.

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Essen & Trinken

Das Halali Camp

liegt mitten im Etosha, man kommt also eigentlich nicht darum herum, da mal auszusteigen und sich zu verköstigen. Denn man muss ja essen, andernfalls verhungert man.

Das Restaurant ist offensichtlich auf die Verpflegung von großen Gruppen ausgerichtet, die Tischdecken waren arg verschmutzt, und angeboten wurden ausschließlich Burger & Co.

Den Rest des Tages hatten wir saures Aufstoßen, und es war uns schlecht. Wer öfter bei amerikanischen Fastfood-Ketten zu Gast ist, wird damit aber sicherlich keine Probleme haben bzw. diesen Zustand gewohnt sein.

Etosha
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Sonstiges

Eine Malaria-Prophylaxe

ist im Süden Namibias nicht notwendig. Während der Regenzeit wird im Kaprivi-Streifen eine solche empfohlen, und manche finden wohl, auch im Etosha-NP sei's nicht verkehrt, sich zu schützen.

Und da mein Göttergatte fast schon hysterisch reagiert, wenn irgendwo Gefahr lauert, selbst wenn diese noch so klein ist, hat er sich im Vorfeld um die entsprechenden Medikamente bemüht, die wir dann auf der Reise und auch noch danach einnehmen mussten.

Zusätzlich hatten wir verschiedenste Anti-Moskito-Präparate zum Einsprayen und Einreiben im Gepäck, und, nur um ganz sicher zu gehen, musste ich am ersten Abend mit langer dicker Stoffhose und langärmligen Stoff-Shirt zum Dinner erscheinen.

Letzteres erwies sich dann allerdings als überflüssig. Es war auch viel zu warm, und die ganzen anderen Gäste waren halbnackt, offenbar ohne die geringsten Befürchtungen. Deshalb dufte ich auch wieder in etwas Bequemeres schlüpfen.

Während des ganzen Aufenthaltes im und um den Etosha bin ich am Ende genau keinmal gestochen worden, überall sonst aber unentwegt.

Es bleibt am Ende also jedem selbst überlassen, wie er sich schützen möchte. Ich finde aber, es dürfte ausreichend sein, abends flächendeckend Mückenschutz einzureiben, am besten irgendwas Natürliches, was nach Zitrone riecht. Hat bei mir prima geklappt.

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Tsumeb


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Vom Etosha-Nationalpark

ging's zunächst auf einer komfortablen Straße nach Tsumeb. Mit knapp 20'000 Einwohnern ist Tsumeb eine der größeren namibischen Städte und verfügt über ein zwar langweiliges, aber gepflegtes Ortsbild. Wirtschaftlich scheint es in der Gegend dank gelegentlicher Regenfälle im Sommer einigermaßen rund zu laufen.

Es gibt auch ein deutsches Café, wo wir uns Kaffee & Kuchen erhofften, das Etosha-Café. Der Laden und insbesondere der dazugehörige Biergarten sah schon sehr deutsch aus, die Mitarbeiterinnen weniger. Hier haben wir auch den einzigen trinkbaren Kaffee der gesamten Reise erhalten, ca. 90% der auf der Karte angepriesenen Speisen und Getränke waren aber zufällig grade aus. Und so gab's halt ein gigantisches rosa Cupcake.

Nach der Stärkung ging's auf einer gut ausgebauten und relativ stark befahrenen Straße zunächst nach Otjiwarongo, wo wir nochmal tankten, und danach zur zweitletzten Herberge unserer Reise nahe des Waterbergs.


Waterberg Plateau Park


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Kein Berg zu hoch,

kein Tal zu tief, als dass wir nicht trotzdem hochkrackseln oder runtersteigen würden.

Der Waterberg ist nun aber kein Hochgebirge, leichte Erhebungen wie diese besteigen wir noch vor dem Frühstück. Diesmal war allerdings bereits fortgeschrittener Nachmittag, und die Wolken sahen ziemlich bedrohlich aus, außerdem war die Anfahrt länger als erwartet. Wir wussten auch nicht, ob man da so einfach hochsteigen kann und ob es überhaupt Wanderwege aka Hiking Trails gibt.

Im Eintrittsentgeltentrichtungsbüro erklärte man uns aber, dass der Rundweg aufs Plateau und wieder runter nicht mal eine Stunde Zeit in Anspruch nähme, und man überreichte uns eine hübsche handgekritzelte Zeichnung, die uns den Weg weisen sollte.

Das war nun einfacher als erwartet, und wir stiegen kurz hoch, um runterzuschauen, wie man das halt so tut. Das begleitende Pavian-Gekeife beunruhigte meinen Göttergatten wiederum sehr, da er mal gerüchtehalber vernommen hatte, dass diese Tiere gelegentlich zu erhöhter Aggressivität neigen. Seltsamerweise schien ihm das Anlass genug, ein wenig rumzunölen. Die grummelige Grundstimmung blieb selbst dann bestehen, als wir einer putzigen Klippschliefer-Sippschaft begegneten.

Oben angekommen, mussten wir aber beide feststellen: Die Aussicht war famos!

Auch beim Abstieg wurden wir nicht von Pavianen angegriffen, was ich schade fand. Dafür sind wir noch zwei gar nicht so scheuen Dik-Diks begegnet, was auch ganz nett war und uns nicht in Gefahr brachte.


Sehenswürdigkeiten

AfriCat Foundation

Den Tipp erhielten wir von der reizenden Empfangsdame in der Waterberg Guest Farm:

Ca. 50 km südlich von Otjiwarongo und 24km westlich der Hautpstraße befindet sich die Okonjima AfriCat Foundation. Diese Non-Profit-Organisation widmet sich dem Schutz der in Namibia bedrohten Geparde und Leoparden.

Wir genossen eine Führung inklusive Leoparden-Fütterung ganz für uns allein, was sehr spannend war, und uns veranlasste, einen kleineren Geldbetrag zu spenden.

Das Okonjima Plain Camp ist aber auch eine stylische Luxus-Lodge, wo unter anderem informative Buschmann- und Bantu-Rundgänge angeboten werden.

Im Nachhinein ist mir schleierhaft, weshalb ich nicht dieses Camp gebucht hatte, sondern die olle Waterberg Guest Farm.

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Übernachten

Waterberg Guest Farm

Die Waterberg Guest Farm liegt optimal als Zwischenhalt vom Etosha NP nach Windhoek (oder umgekehrt). Eigentlich die ideale Basis für einen Ausflug zum Waterberg Park.

Der Eingangs- und der Poolbereich sind liebevoll gestaltet, das Poolwasser stammt aus einer nahen Quelle und ist sehr sauber. Die Bungalows sind in großzügigen Abständen an den Hang gebaut und bieten eine wunderbare Aussicht auf den großen Waterberg. Unseres war zudem sehr hell, bot ungewöhnlich viel Stauraum und eine schöne Außendusche.

Leider hat man aber auf ein richtiges Bett verzichtet und die Matratzen direkt auf eine Holzkonstruktion gelegt, ein Moskitonetz gab es nicht, und die Kopfkissen rochen streng. Diese Kombination führte bei uns zu einer schlaflosen Nacht. Auf dem Boden lag verstreut eine beeindruckende Anzahl an Insekten, die wohl schon vor längerer Zeit vom Ableben Gebrauch gemacht hatten.

Die Idee, fürs Dinner alle Gäste an einen Tisch zu platzieren, hat uns gut gefallen, zumal wir uns mit der deutschen Familie, die auch da war, prima unterhalten konnten.

Etwas befremdlich war allerdings, dass die Gastgeberin, die an diesem Tag für die Gästebetreuung "zuständig" war, weder an den Gästen noch am eigenen Land interessiert schien, obschon sie sich oben an den Tisch setzte und somit praktisch den Vorsitz übernahm. Einige ihrer ultra-reaktionären Aussagen ließen uns etwas ratlos zurück. Als man sich verabschiedete, war sie sichtlich erleichtert.

Das Essen hat aber gut geschmeckt - obwohl wir keine Fans von Selbstbedienungsbuffets sind.

Abschließend sei noch erwähnt, dass das Personal der Waterberg Guest Farm ausnahmslos ganz bezaubernd war, insbesondere die Dame am Empfang.

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Windhoek


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Köln hat bei aller Hässlichkeit wenigstens einen Dom,

Mulhouse den Place de la Réunion, Biel den Ringplatz, aber Windhoek hat nun wirklich gar nichts, was sich anzuschauen lohnt.

Das wussten wir schon im Vorfeld, daher hatte ich die starke Tendenz, gar nicht erst hinzufahren. Aber mein Gemahl fand, er möchte die letzte Nacht in der Nähe des Flughafens verbringen, damit er am Abflugtag nicht mehr weit fahren müsse, zur Sicherheit. Sicherheit ist für ihn ein großes Thema im Moment.

Nun, egal. Am Ankunftstag entschieden wir uns, nicht mehr auszugehen, wiewohl das Hotel ein Totalausfall war. Aber die Stadt versprach ja auch nicht viel, daher legten wir uns noch eine Weile mit Buch an den Pool, bevor wir im hoteleigenen Restaurant noch einmal ein lecker Oryx-Schnitzel verspeisten.

Den Abflugtag verbrachten wir schließlich mit Shopping in der Innenstadt, was ziemlich erfolgreich verlief. Am späteren Nachmittag ging's dann an den Flughafen, wo wir in einem Souvenirshop noch die restlichen namibischen dings verjubelten.

Der Rückflug verlief deutlich angenehmer als die Hinreise, South African ist also weder besser noch schlechter als andere Airlines, nur sollte man die hinterste Reihe meiden.



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Fazit:

Insgesamt haben wir Namibia trotz ein paar Übernachtungs-Fehlgriffe als sehr angenehmes, sicheres und vor allem landschaftlich extrem reizvolles und vielseitiges Reiseland erlebt.

Irgendwann in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft werden wir die Strecke Windhoek - Capetown bereisen. Da freuen wir uns jetzt schon drauf. Allerdings bestehe ich dann auf einer anderen Navigationsstimme.


Übernachten

The Olive Exclusive

Am letzten Urlaubstag wird man ja gerne etwas melancholisch, daher wollten wir uns den Abschied von Namibia versüßen und buchten zu diesem Zweck in Windhoek das vielversprechendste sprich natürlich auch teuerste Hotel mit fast ausnahmslos superben Bewertungen bei TripAdvisor.

Doch schon der Empfang verlief alles andere als herzlich. Mit einer unglaublichen Arroganz und Attitude führte die Dame uns ins Zimmer, wo's etwas Undefinierbares aus der Minibar zu trinken gab. Das Zimmer war düster und mit billigstem pseudoitalienischem Blingbling-Mobiliar ausgestattet, abenteuerlich kombiniert mit klapprigen Eames-Kopien.

An der Wand hingen dutzende düstere Amateur-Illustrationen von Kolmannskoppe, und die Tischplatte war zerborsten.

Die Poolanlage war ungepflegt, und ein Webervogelnest hing über dem Pool.

Das Bad war sehr mangelhaft gereinigt, überall Kalk-, Rost- und sonstige Spuren, und der Putz fiel teilweise von der Wand. Eklig.

Nach unserer Rückkehr haben wir uns beim Management beschwert und die Hälfte der bezahlten 400 Mäuse zurück gefordert - was immerhin geklappt hat.

Trotzdem schade.

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Essen & Trinken

The Olive

Im Gegensatz zum Hotel waren die Speisen im angeschlossenen Restaurant wirklich hervorragend, obwohl die Service-Mädels ziemlich hilflos wirkten. Als weit gereister Tourist könnte man natürlich auf die Idee kommen, dass Brot-Teller und Buttermesser ohne Brot und Butter relativ sinnlos sind. Aber vielleicht waren die ja nur als Deko gedacht, denn sonst glänzte diese nämlich durch Abwesenheit, vermutlich herrschte auch grad ein Kerzen-Engpass.

Aber wir wollen nicht pingelig sein, immerhin hat uns das Essen und der ordentliche Wein dazu wieder etwas mit dem enttäuschenden Rest versöhnt.

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