Kubanisch Reisen - Eine Odyssee - Reisebericht von Simon bei triplib.

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Simon
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Kuba
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Nachdem wir einige Jahre lang unsere Winterurlaube in Südostasien verbracht hatten, war's nun an der Zeit, Neues zu entdecken. Wir einigten uns auf Kuba.

Strand, Salsa und Sozialismus war eine Kombi, die wir so noch nicht kannten. Ausserdem wollten wir uns das Land ansehen, bevor es mit dem absehbaren Dahinscheiden der Castro-Greise der fortschreitenden McDonaldisierung anheim fallen wird.

Für diese Reise mit dem Mietwagen hatten wir uns bloss drei Ziele vorgenommen, also deutlich weniger als sonst, und die privaten Übernachtungsmöglichkeiten waren bereits gebucht. Es konnte also eigentlich nichts schief gehen.

Irgendwann mussten wir aber feststellen: Doch, es kann.

Denn selbst dieser simple Reisefahrplan sollte sich als zu komplex erweisen in einem Land, in dem das Reisen offenbar grundsätzlich logistische Schwierigkeiten mit sich bringt.

Wer eine individuelle Kuba-Reise plant, dem empfehle ich zur Vorbereitung den wunderbaren Film "Kubanisch Reisen", den's auf DVD zu kaufen gibt - wenn auch leider nur in der entsetzlichen Synchron-Fassung. Trotzdem erfährt man darin sehr viel über das Land und dessen Bewohner.

Havanna

Capitol

Capitol


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Ankunft

Die Reise verlief ohne grössere Zwischenfälle: Wir verliessen Zürich wegen Schneegestöbers eine gute halbe Stunde zu spät, die Wartezeit auf dem schrecklichen Pariser CDG-Flughafen betrug witterungs- und anschlussbedingt noch einmal über eine Stunde. Jedoch entschädigte uns die völlige Abwesenheit von Kindern und Pauschal-Touristen ausreichend. Bei Air France kriegt man ja auch unbegrenzt Rotwein hingestellt, womit man sich notfalls betäuben kann. War nun aber nicht notwendig.

Das Kontrollprozedere am übersichtlichen Flughafen von Havanna nahm schliesslich erwartungsgemäss einige Zeit in Anspruch, womit wir aber gerechnet hatten. Fasziniert guckten wir zu, wie die vielen Beamten in ihren Formularbergen wühlten und Schalter auf und wieder zu machten, während wir dastanden und darauf warteten, ins gelobte Land eingelassen zu werden.

Sich wundern und gelassen bleiben ist ohnehin das beste Rezept im Umgang mit Staatsangestellten in Kuba. Was hingegen auch noch erwähnt werden darf: Das Land mag vielleicht das ineffizienteste Staatspersonal der Welt haben, der Hauptpreis für das unfreundlichste geht aber an Thailand, dicht gefolgt von den USA.

Wie dem auch sei: Der Geldwechsel und das Organisieren des Taxis waren kein Problem, die Fahrt dauerte ungefähr 20 Minuten und kostete CUC 25 (20 Euro), was uns eher teuer erschien, aber offenbar im Rahmen liegt. Die Ehefrau des Taxifahrers war auch mit im Wagen, vermutlich war ihr zuhause langweilig.

Nicht grundlos machten wir uns während der Fahrt bereits erste Gedanken darüber, wie wir mit dem Auto hier jemals wieder raus finden würden, so ganz ohne Wegweiser.


Habana Vieja

Habana Vieja


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1. Tag Havanna

Wir hatten in Havanna bloss zwei Nächte gebucht, um nach der Rundreise am Ende noch ein paar Tage die Stadt und die nahen Strände zu erkunden.

In unserer Casa (-> Tipp!) trafen wir zufällig einen Bekannten aus Zürich, der sich freundlicherweise spontan bereit erklärte, uns am ersten Tag durch Havanna zu begleiten. Von ein paar früheren Besuchen kannte er sich bereits gut aus und konnte uns so die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zeigen.

Die Innenstadt von Havanna besteht aus drei Teilen: Habana Vieja, also die eigentliche Altstadt, Centro Habana, das ziemlich runter gekommene Zentrum, und Vedado, ein wundervolles Viertel mit vielen prächtigen alten Villen. Das Penthouse, was wir bewohnten, liegt in letzterem - was Vor- und Nachteile hat, da man ja immer erst durch das ramponierte Zentrum muss, wenn man in die Altstadt will.

Aber eine Taxifahrt kostet 5 CUC (4 Euro), unabhängig ob im schicken Oldtimer, in der Klapperkiste oder mit einer Art TukTuk. Man kann auch entspannt am Malecon, der Küstenstrasse, entlang laufen, was eine Dreiviertelstunde in Anspruch nimmt.

In Vedado selber gibt es aber auch eine Vielzahl Bars und Restaurants, sodass man nicht immer in die Altstadt fahren muss.

Es gibt überall viel Sehenswertes: Am besten einfach drauf los flanieren. Und übrigens: Havanna ist so ungefährlich wie eine x-beliebige mitteleuropäische Grossstadt. Man kann sich also auch nachts fast überall völlig bedenkenlos in der Stadt bewegen, selbst in abgelegenen oder ruhigen Strassen.


Die Reisetipps zu Havanna findet Ihr am Ende dieses Berichts.


An-/Abreise

Die Einreise

Die Einreise nach Kuba will gut vorbereitet sein. Die wichtigsten Punkte habe ich im Folgenden zusammen gefasst:

1. Das Touristen-Visum! Dieses muss frühzeitig vor Reiseeintritt bei der kubanischen Botschaft des jeweiligen Landes beantragt werden. Die Kosten hierfür variieren stark, je nach Land, Wochentag und Stimmung der beteiligten Personen. Im Schnitt dürften es aber um die 30 bis 35 Euro sein. Wer sein Visum durch eine Drittperson abholen lässt, bezahlt eine Strafgebühr, wer es auf dem Postweg bestellt, seltsamerweise nicht. Die kubanischen Botschaften haben abenteuerliche Websites, wo das Vorgehen bzw. die Preise - vielleicht - entnommen werden können. Mail-Anfragen werden manchmal nach einiger Zeit beantwortet, telefonische Anfragen sind aber auch schwierig, da die Botschaftsangestellten meist nur Spanisch sprechen und auch nur selten Zeit haben, ran zu gehen.

2. Kuba verlangt bei der Einreise die Vorlage eines Auslandskrankenscheins, der ausdrücklich belegt, und dies wenn möglich in Spanisch, dass der/die Reisende in Kuba gegen alle Eventualitäten versichert ist. Sollte man dies nicht nachweisen können, gibt es vor Ort auch die Möglichkeit, eine solche Versicherung für die Dauer der Reise abzuschliessen. Ich vermute mal, dass dies teuer, umständlich und zeitraubend ist. Unsere Versicherungsverhältnisse wurden bei der Einreise übrigens nicht geprüft.

3. Kreditkarten: Es werden nicht alle Kreditkarten akzeptiert! Alle Karten von amerikanischen Herausgebern zum Beispiel machen mit Kuba keine Geschäfte, also neben AmEx auch Diner's und sogar Master oder Visa, WENN DIESE ÜBER EIN AMERIKANISCHES GELDINSTITUT LAUFEN. Meine Master wird zum Beispiel über die GE Money Bank abgerechnet und kann somit nicht benutzt werden. Mit Master soll es aber auch sonst gelegentlich Schwierigkeiten geben. Deshalb haben wir uns extra für diese Reise zwei verschiedene Visa-Karten von zwei verschiedenen Herausgebern beschafft - um sicher zu gehen. EC-Karten können nicht benutzt werden.

4. Bargeld: Seit einigen Jahren gibt es neben der offiziellen kubanischen Währung, dem Peso, auch den CUC (ausgesprochen "Kuck"), eine selbige für Touristen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass praktisch alles damit bezahlt werden kann, also auch zum Beispiel öffentliche Verkehrsmittel, wo man einfach einen halben CUC hinlegt für zwei Personen, das passt dann irgendwie schon. US-Dollar werden nicht gern gesehen, denn beim Wechsel dieser Währung in CUC wird eine Strafgebühr erhoben. Am einfachsten sind Euro und CHF zu tauschen, dabei ist es nicht notwendig, zwei verschiedene Währungen mitzuführen.

Cienfuegos
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Sonstiges

Richtig Schlange-Stehen

In sozialistischen Ländern muss man öfter mal Schlange stehen, das war ja schon in der ehemaligen DDR so.

Die Kubaner haben nun ein eigenes System entwickelt. Man geht also auf die Wartenden zu, zum Beispiel vor einer Bank, und sagt:

"Ultimo?", was soviel heisst wie: "Wer ist der Letzte?"

Dann meldet sich einer und man weiss, dass man nach diesem eingelassen wird. Das System hat den Vorteil, dass man nicht an Ort und Stelle stehen bleiben muss, sondern sich auch irgendwo hin setzen kann.

Habana Vieja
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Provincia de Pinar del Río

Taxi

Taxi


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Kubanisch Reisen - Teil 1: Erstmal weg kommen

Pinar del Río, so hatten wir gelesen, soll die landschaftlich reizvollste Provinz Kubas sein, ausserdem stammt der beste Tabak der Welt aus der Gegend.

Es gibt zwar Touristenbusse, die täglich dahin fahren, aber wir hatten uns ja entschieden, das Land auf eigene Faust zu erkunden - so wie wir das halt überall tun. Die Preise für einen Mietwagen liegen mit ca. 80 EUR/Tag in Wuchersphären, denn Hertz oder Avis gibt's auf Kuba nicht.

Am dritten Tag wollten wir nun also das Auto, was unser Gastgeber bereits für uns vorbestellt hatte, so gegen 11 Uhr bei der staatlichen Autovermietungen abholen. Jemand hatte allerdings "13.00 Uhr" auf den Reservierungsbogen gekritzelt, und wenn in Kuba etwas Schwarz auf Weiss geschrieben steht, dann hat das seine Gültigkeit. Wo käme man sonst auch hin.

Zwei Stunden später waren wir also wieder da und mussten zunächst einen Stoß Formulare ausfüllen und natürlich bezahlen. Eine Tankfüllung zum doppelten Tankstellenpreis kam auch noch hinzu. Mal eben das vierfache Monatsgehalt eines kubanischen Staatsangestellten.

Auch wurden wir belehrt, dass unser Gastgeber "beim nächsten Mal" auch anwesend sein müsse, wenn er für uns reserviert hätte. Verstehen muss man das wiederum nicht, wir gelobten dennoch Besserung. Danach hiess man uns noch einmal für "10 Minuten" zu warten.

Während dieser guten Stunde durften wir zuschauen, wie zahlreiche Mitarbeiter Formulare hefteten und geschäftig rein und raus liefen. Dazu klingelte unentwegt und unbeachtet das Telefon. Wir waren längst die einzigen Kunden.

Irgendwann war der Wagen, ein chinesisches Modell, aber startklar, und wir konnten Havanna in Richtung Pinar del Río verlassen - drei Stunden später als geplant.



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Kubanisch Reisen - Teil 2: Irgendwen mitnehmen

Mangels Orientierungshilfen waren wir auf unsere ungenaue Strassenkarte sowie den Stand der Sonne angewiesen, was zunächst noch ganz gut lief, schliesslich war man ja im vergangenen Jahrhundert teilweise auch ohne Navi unterwegs.

Nach den letzten Vororten nahm der Verkehr sofort ab, jedenfalls der motorisierte, und die Autopista war auch bald gefunden. Bei dem ohnehin ruhigen und immer spärlicher werdenden Verkehr und dem gleichzeitig hohen Polizei-Aufkommen überall, entschlossen wir uns, die Reise ebenfalls ruhig anzugehen und Viñales, unser erstes Reiseziel, ohne Umwege anzufahren. So war jedenfalls der Plan.

Auf der Autobahn waren mit der Zeit kaum noch PW's unterwegs, sondern nur noch einzelne, stark dieselnde Lastwagen, ausserdem Pferdefuhrwerke, Ochsengespanne, Fahrräder und jede Menge Fussgänger. Insbesondere bei den Brücken war ein stetes Hin und Her. Hier hofften Reisende wohl auf eine Mitfahrgelegenheit

Gelegentlich wurden wir angehalten, damit unsere Papiere überprüft und unser Reiseziel erfragt werden konnten. Bei der dritten solchen Kontrolle fragte uns der Uniformierte ausserdem, ob ein Bekannter mitfahren dürfe, denn der hätte mit seinem Wagen einen Achsenbruch erlitten.

Laut geltendem Gesetz dürfen Touristen und Einheimische nicht im selben Auto fahren, es sei denn in einem offiziellen Taxi. Den Kontrolleur schien dieses Gesetz aber nicht zu kümmern, was unsere Wahlmöglichkeit stark einschränkte.

Und so sass der etwas wunderlich aussehende junge Mann bald auf unserem Rücksitz, zwischen Laptop und Kamera, und textete uns in halbwegs verständlichem Englisch zu. Wir erfuhren seinen Namen und durften uns Fotos von seiner Frau und seinen Kindern ansehen, und er erzählte uns, dass er als "Qualitätskontrolleur" bei der besten Tabak-Plantage Kubas und somit natürlich auch der Welt arbeitet, wo wir ihn doch bitte hin fahren möchten.

Er versprach uns dafür eine exklusive Tour auf der Plantage, wo wir bei der Herstellung von Zigarren zusehen und dazu einen Kaffee trinken könnten. Wir überlegten nicht lange, denn wir wollten uns ohnehin eine solche Plantage anschauen, wo wir schon in der Gegend waren. Weshalb also nicht gleich am ersten Tag?


Tabakplantage

Tabakplantage


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Kubanisch Reisen - Teil 3: Einen Umweg fahren

Einige Kilometer vor Pinar del Rio verliessen wir also die Autobahn und fuhren durch ein paar pittoreske Dörfer und eine ebensolche Landschaft, bis wir auf der Plantage ankamen.

Daselbst erhielten wir die versprochene Führung. Ein Mitarbeiter, der offenbar eigens dafür angestellt ist, angeschleppte Touristen in die Kunst der Tabak-Verarbeitung einzuführen, zeigte uns, wie man die weltberühmten Zigarren zunächst herstellt und dann raucht.

Am Ende wurden wir genötigt, einige Exemplare zu einem stark überhöhten Preis zu erwerben. Wir kennen zwar niemanden, der das Kraut raucht, wussten aber, dass man solche Produktionsstätten nie mit leeren Händen verlassen darf, wenn man Ärger vermeiden will. Bei ähnlicher Gelegenheit hatten wir anderswo schon Holzschnitzereien, Geschmeide, religiöses Ornat, Teppiche und anderes Florgewebe erstanden. Das meiste davon wurde zuhause sogleich fachgerecht entsorgt.

Nach diesem ungeplanten, aber trotzdem willkommenen Zwischenstopp fuhren wir schliesslich Richtung Viñales, wo wir eine sogenannte Casa Particular, also ein Bed & Breakfast, bereits gebucht hatten.


Viñales

Viñales


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Kubanisch Reisen - Teil 4: Irgendwann ankommen

Das malerisch gelegene Viñales ist touristisches Zentrum der Provinz Pinar del Rio und dürfte, wie wir schon bei der ersten Durchfahrt erkannten, wohl eines der hübschesten Dörfer Kubas sein. Hier gibt es viele mehr oder weniger sorgfältig renovierte und vor allem bunt bemalte kleine Häuser im Kolonialstil, überall stehen zwei fotogene Schaukelstühle davor, und fast überall könnte man auch übernachten.

Hier kamen wir also kurz vor Einbruch der Dunkelheit an. Die gebuchte Casa fanden wir aufgrund der guten Wegbeschreibung auf Anhieb.

Viñales sollte sich, neben Havanna, als unser Highlight der gesamten Reise erweisen. Man kann hier Klettern, Wandern, Pferdereiten, Höhlen erforschen oder Radfahren. Letzteres haben wir gemacht, was aufgrund des Zustandes der Räder und wegen der extremen Hitze allerdings ziemlich anstrengend war.

Wer entspannen möchte, kann aber auch an den ca. 50km entfernten Traumstrand Cayo Jutias (siehe Tipp) fahren und einfach einen Tag an der Sonne relaxen.

Abends kann man sich in einem Paladar oder Restaurant verpflegen und danach bei einem Cuba Libre oder Mojito den Klängen des "Son", der traditionellen kubanischen Musik, lauschen.

Was für ein wunderbarer Ort!


Übernachten

Casa Arcoiris

Während der Reisevorbereitung merkte ich bald, dass die Übernachtung in einem privat geführten Bed & Breakfast, auf Kuba genannt Casa Particular, von Reisenden fast durchwegs empfohlen werden, wohingegen die staatlichen Hotels in den Foren meist als ungastlich und ungepflegt bewertet werden.

Ausserdem sind die Casas erheblich preiswerter: Für eine Übernachtung bezahlt man hier durchschnittlich 25 CUC, also etwa 20 Euro.

Die Casa Arcoiris hatten wir schon zuhause gebucht, was, wie sich herausstellen sollte, nicht unbedingt notwendig gewesen wäre, denn es gibt überall private Übernachtungsmöglichkeiten, und alle sind sie zwar einfach, aber sauber, und die Vermieter sind ebenfalls immer sehr herzlich und hilfsbereit.

Da die Casa-Betreiber derzeit noch jeden Monat 150 CUC an den Staat abdrücken müssen, unabhängig davon, wie viel sie effektiv einnehmen, sind sie oft auch darauf angewiesen, dass die Gäste da frühstücken und auch abendessen, was wir aus Anstand zweimal getan haben.

Was uns aufgetischt wurde, war zwar "Hausmannskost", jedoch liebevoll und mit viel Aufwand von der kubanischen Ehefrau des kanadischen Gastgebers und deren Mutter zubereitet.

Casa Arcoiris
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Essen & Trinken

El Olivo

Wir haben dieses Restaurant mehr oder weniger zufällig ausgewählt und direkt ins Schwarze getroffen, was in Kuba eher selten ist. Die Stühle sind zwar unbequem und die Beleuchtung zu grell, aber der gute Service und das hervorragende Essen liessen uns dies schnell vergessen. Toll!

Viñales
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Sonstiges

Patio del Desimista

Die beiden Konzerte, die wir abends in diesem sonst unscheinbaren Lokal erlebten, waren der absolute Knaller! Weder zuvor noch danach haben wir auf Kuba ähnlich gute Musik und gute Stimmung erlebt wie hier. Das Patio del Desimista allein lohnt die Anfahrt von Havanna.

Grosses Kino!

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Vorsicht Touristenfalle: Gleich neben der Kirche gibt es ein viel grösseres Open-Air-Lokal, wo fast ausschliesslich Touristen hin gehen und ebenfalls Live-Musik gespielt und getanzt wird. Da waren wir einmal und fanden die Musik-, aber vor allem auch die Tanzdarbietungen unterirdisch. Man sieht da auch viele lüsterne europäische Mädels auf der Suche nach amourösen Abenteuern.

Muss nicht sein.

Patio del Desimista
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Sehenswürdigkeiten

Los Jasminas

Das Los Jasminas ist eines der zwei Hotels in Viñales. Die Anlage ist wunderbar gelegen auf einem Hügel mit herrlicher Aussicht auf das Valle Viñales, oder eben "Baije Binjale", wie der Kubaner sagt.

Die Hotelanlage selber versprüht wiederum den verlebten Charme des Sozialismus, weshalb sich eine Übernachtung da nicht unbedingt aufdrängt. Man kann aber trotzdem gegen Entgelt die Pool-Anlage nutzen oder auch nur einen Piña Colada auf der Terrasse trinken.

Die Badehose hatten wir nicht mit, deshalb blieb es nach der Fahrradtour bei der Piña Colada.

Los Jasminas
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Sehenswürdigkeiten

Cayo Jutias

Der Cayo Jutias ist ein veritabler Traumstrand in der Nähe von Santa Lucia, ca. 50km nördlich von Viñales. Es waren nicht viele Touristen unterwegs an dem Tag, das sei aber immer so. Die Verpflegung vor Ort wird gewährleistet durch eine mediokre Bar und einige Männer, die frische Hummergerichte anbieten, dies natürlich nicht offiziell.

Die Fahrt dahin ist abwechslungsreich und führt teilweise über abenteuerliche Holperpisten durch eine grossartige Landschaft.

An den Eintrittspreis kann ich mich nicht erinnern, es dürften so um die 6 CUC gewesen sein. Der Wärter fragte uns dann noch nach einem Kugelschreiber. Offensichtlich sind diese auf Kuba rar, und da wir zufällig einen mit hatten, haben wir ihm diesen natürlich geschenkt.

Beim Verlassen des Strandes gegen Abend haben wir den Mann und seine Kollegin noch bis ins Dorf gefahren. Das gehört hier dazu.

Cayo Jutias
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Sehenswürdigkeiten

Mural de la Prehistoria

Das Mural de la Prehistoria ist ein etwa 180m langes skurriles Gemälde auf einer Felswand im Viñales-Tal. Es stellt Dinosaurier und Steinzeitmenschen dar und wurde 1961 von Leovigildo Gonzalez gepinselt.

Ziemlich albern.

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Trinidad

Provinz Havanna

Provinz Havanna


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Kubanisch Reisen - Teil 5: Erstens kommt es anders...

Nach Viñales hatten wir eine besonders viel versprechende Casa in Trinidad gebucht. Gemäss zahlreichen Reiseberichten sollte dieses Städtchen nach Havanna der hübscheste Ort in ganz Kuba sein. Hier gäbe es schöne Strände und ausserdem zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten, hiess es. Deshalb wollten wir da einige Tage bleiben.

Das war der Plan.

Die knapp 600 km von Viñales über Havanna nach Trinidad sollten eigentlich zu schaffen sein, hatten wir im Vorfeld gedacht, als uns die verschiedenen Unwägbarkeiten des kubanischen Reisens noch nicht bekannt waren.

Andere Kuba-Reisende berichteten davon, dass sie sich auf eben dieser Strecke in Havanna heillos verfahren und erst nach einigen Stunden wieder aus der Stadt heraus gefunden hätten.

Um solches zu vermeiden, und auch um etwas mehr vom Land mitzubekommen, entschlossen wir uns, die Autopista etwa 50 km vor Havanna zu verlassen, den direkten Weg über Land zu fahren, und etwa 100 km nach Havanna wieder in diese einzubiegen. Die Route war in keinem Reiseblog beschrieben worden, den wir gelesen hatten. Zu Recht, wie sich heraus stellen sollte.

Denn selbst unter Berücksichtigung der sehr hohen Wahrscheinlichkeit, dass wir uns in Havanna ebenfalls verfahren hätten, mussten wir irgendwann feststellen: Die Idee war blöd. Denn was anfangs noch gut lief, entpuppte sich als endlose Irrfahrt durch arme und ärmste Gegenden des Landes, wo die Ortszentren primär aus Ruinen und holprigen Naturstrassen bestanden und man im Schritt-Tempo fahren musste.

In diesen Orten liessen wir schliesslich keine Möglichkeit aus, die falsche Richtung zu erwischen. Die Kubaner sind aber ein freundliches Volk und haben nicht viel zu tun, sodass sie einem immer gerne Auskunft geben.

Zweimal kamen wir jedoch so weit von der Route ab, dass wir jeweils fast eine Stunde Reisezeit verloren. Es nützt eben das beste Orientierungsvermögen nichts, wenn eine Strasse zwar eigentlich in die richtige Richtung führt, aber nach Dreissig Kilometern nach und nach aufhört Strasse zu sein.


Trinidad

Trinidad


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Kubanisch Reisen - Teil 6: ...und zweitens als man denkt.

Als wir nach dieser Odyssee die Autopista endlich wieder gefunden hatten, ging's zunächst flüssig in Richtung Cienfuegos. Mein Göttergatte war zu dem Zeitpunkt bereits in leicht gereizter Stimmung, immerhin hatte er schon 8 Stunden ohne Pause und ohne Proviant durchgefahren. Dafür hatte ich grösstes Verständnis, zumal ich des Fahrens unkundig bin und die letzte und längste Irrfahrt auf meine Kappe ging. Ändern konnte ich daran aber nun nichts mehr.

Wir mussten vor Einbruch der Dunkelheit Trinidad erreichen, weil nachts ohne Strassenbeleuchtung zu fahren, noch dazu bei den ganzen metertiefen Schlaglöchern und sporadisch auftauchenden Fussgängern, erschien uns wenig erstrebenswert.

Nach Cienfuegos sollte uns dann eine Küstenstrasse innerhalb einer Stunde nach Trinidad führen. So hatten wir uns das jedenfalls vorgestellt.

An einer Kreuzung mit neuerlicher 50-Prozent-Chance, die falsche Richtung zu erwischen, hielten wir an und fragten zwei Männer nach dem Weg. Natürlich erhielten wir die erhoffte Auskunft und die beiden Männer dadurch eine Mitfahr-Gelegenheit.

Kleiner Merksatz am Rande: Wer in Kuba an einer Kreuzung steht, will IMMER irgendwohin mitgenommen werden. Und die Chancen stehen gut, dass es dieselbe Richtung ist, in die man grade fährt. Und gerne auch mal weiter als nur bis zum nächsten Dorf. Es ist eine Krux: Einerseits muss man ständig nach dem Weg fragen, andererseits möchte man auch nicht immer jemanden auf dem Rücksitz haben.

Die nächsten 80km hatte unser Auto aufgrund des Mehrgewichts von ungefähr 300kg etwas zu kämpfen. Mit den Männern konnten wir uns aber einigermassen gut unterhalten, da der eine Englischlehrer war.

Kurz vor Trinidad bat man uns, bei einer Bananenverkäuferin kurz anzuhalten, damit Bananen erworben werden konnten. Während dieses Vorgangs stellten unsere Mitreisenden fest, dass ein Reifen mehr oder weniger platt war. Kurzerhand und offenbar mit einiger Übung montierten sie mal eben das Reserverad, und es konnte weiter gehen. Noch mal Glück gehabt.

In Trinidad überredeten sie uns dann dazu, bei einem Bekannten den schadhaften Reifen zu reparieren, damit, sollten wir einen weiteren Platten haben, wir diesen ohne weiteres beheben könnten. Der Vorgang würde nicht mehr als "10 Minuten" in Anspruch nehmen, versprach man uns, denn der Mann sei ein Genie.

Abenteuerliche anderthalb Stunden später verliessen wir den nicht minder abenteuerlichen Hinterhof in einem Trinidader Vorort Richtung Zentrum. Der Ersatzreifen war zwar nach wie vor platt, dafür war unser Portemonnaie um 65 CUC leichter. Immerhin hatten wir das Genie um 30 runter gehandelt. Wir freuten uns nun auf die gebuchte Casa, wohin uns unsere beiden Reisebegleiter am Ende noch navigieren wollten.


Casa in Trinidad

Casa in Trinidad


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"WC kaputt"

Am Rande der Fussgängerzone angekommen, rief einer unserer Mitfahrer die Vermieterin der Casa an, um uns von da abholen zu lassen. Es kam dann deren Freund, der uns in kaum verständlichem Englisch erklärte, dass wir nicht in der gebuchten Casa nächtigen könnten, da "WC kaputt".

Wir wurden also woanders untergebracht, und zwar in einem Loch ohne Tageslicht bei einer Familie mit Kleinkind. Wir waren konsterniert, aber zu müde um noch was anderes zu suchen oder lange zu diskutieren. Der Mann versprach uns, dass wir am nächsten Tag umziehen dürften. An dem Tag sei jedoch sonst alles belegt und die Stadt mit Touristen überfüllt.

Wir mussten nun dringend was essen. Der Mann führte uns zu einem Restaurant, wo wir ein geschmacksneutrales Essen serviert bekamen, danach legten wir uns auf die wohl härtesten Matratzen der Welt und versuchten zu schlafen, was wegen der ganzen Moskitos jedoch kaum gelang.


Trinidad

Trinidad


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Reset

Am folgenden Morgen sah's zunächst besser aus: Die Casa war bei Tageslicht sogar ganz hübsch - bis auf unser Zimmer, was auch am Tag ein Loch blieb -, und die Besitzerin war sehr freundlich und bereitete uns ein ordentliches Frühstück.

Danach erschien wieder der Knilch vom Vorabend und erzählte uns, dass wir in einer Stunde umziehen könnten. Die Zeit nutzten wir, um uns einen ersten und, wie sich zeigen sollte, auch letzten Überblick über Trinidad zu verschaffen.

Das Städtchen ist in der Tat ganz nett, erinnerte uns aber stark an Riquewihr im Elsass, Appenzell oder meinetwegen Heidelberg; überall "Kunst"-Handwerk und wahnsinnig viele Touristen.

Nach anderthalb Stunden trafen wir uns wieder mit dem Knilch, der uns zu einer anderen Unterkunft führte, die natürlich wiederum nicht die gebuchte war, und wo ausserdem eine Horde verkaterter Russen keine Anstalten machte, das Feld für uns zu räumen.

Mittelschwere Krisenstimmung bei uns.

Nach einer weiteren halben Stunde, in der nichts weiter geschah, als dass sich die Russen zum ausgiebigen Hangover-Frühstück trafen und ein Köter in der Nachbarschaft ohne Unterlass kläffte, kamen wir zum Schluss, dass wir in Trinidad nicht froh würden, und entschieden uns für eine radikale Planänderung.

Wir liessen den Knilch den Wagen holen, den er irgendwo ausserhalb für uns geparkt hatte, und stellten fest, dass wir seit dem Vorabend auf wundersame Weise 50 km mehr auf dem Hodometer hatten.

Egal. Wir waren froh, hier wegzukommen und freuten uns auf einen ungeplanten Aufenthalt in Cienfuegos.

PS: "Hodometer" hab ich extra gegoogelt: Das Wort gibt's wirklich, und es hat nichts mit Urologie zu tun.


Cienfuegos

Cienfuegos

Cienfuegos


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"No chicas!"

Da wir auf diese Reise so gut vorbereitet waren, wie zuvor noch nie, hatten wir auch für Cienguegos eine Übernachtungsadresse parat.

Bereits an der ersten Kreuzung, an der wir halten mussten, kam aber ein Radfahrer auf uns zu und erklärte uns, dass er eine ganz tolle Casa kenne, die gleich um die Ecke gelegen sei, und er wolle uns diese unbedingt zeigen. War zwar so wiederum nicht geplant, aber egal, wenn's gefällt, warum nicht.

Die Casa erwies sich als ideal gelegen, gross und sauber. Die Wirtin des Hauses wollte uns, da wir ohne Damenbegleitung unterwegs waren, zunächst zwei Zimmer andrehen, also vier Doppelbetten. Das Angebot lehnten wir dankend ab, worauf Sie uns klar machte, dass bei nur einem Zimmer keine "Chicas", also kein Frauenbesuch, erlaubt sei. Mit diesem Arrangement konnten wir gut leben.

Frisch geduscht und onduliert liessen wir uns eine gute Stunde später von einem Fahrradtaxi in die Innenstadt bringen - wir waren natürlich zunächst mal wieder in die verkehrte Richtung gelaufen.


Cienfuegos

Cienfuegos


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"La Perla del Sur"

Cienfuegos, benannt nach dem spanischen Generalgouverneur José Cienfuegos, ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und hat ungefähr 170.000 Einwohner. Das historische Stadtzentrum ist Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Aufgrund ihrer Attraktivität wird die Stadt in Reiseführern oft Perle des Südens genannt wird. Sehr attraktiv waren hier auch die Menschen, und zwar sowohl Chicas als auch Chicos.

Sehenswert ist neben den Menschen auch der Parque José Martí, also der grosse Stadtplatz im Zentrum, wo die meisten der prächtigen Paläste aus der Kolonialzeit sorgfältig restauriert worden sind. Daneben gibt es eine hübsche Flaniermeile mit dem Hotel La Union als wohl auffälligstem Bau.

In dieser Fußgängerzone findet man in sachlich eingerichteten Geschäften einige Dinge des täglichen Bedarfs, es gibt Banken, ein paar Restaurants und Handwerks-Shops, wo man zum Beispiel jene lustigen kubanischen Perkussions-Instrumente erstehen kann.

Touristen verirren sich offenbar selten hierher, was wiederum zur Folge hat, dass abends die Gehsteige hoch geklappt werden, während in Trinidad an jeder Ecke ein riesen Halligalli herrscht.

Immerhin gibt es am Parque José Martí ein grosses Theater mit angenehmer Bar, wo abends auch Live-Musik gespielt wird. Nachdem wir bei ein paar Cuba Libres bis nach Mitternacht auf den Beginn der Show gewartet hatten, waren wir dann irgendwann zu müde und beschlossen, an dem Tag darauf zu verzichten.

Zurück in unserer Casa, kamen wir nicht umhin zu bemerken, dass von direkt gegenüber unserer Absteige offenbar eine zumindest musikalisch tolle Open-Air-Veranstaltung ihrem Ende entgegen dröhnte. Leider verpasst.

Fazit: Cienfuegos war uns als Stadt wesentlich sympathischer als Trinidad, aber mehr als einen halben Tag muss man hier trotzdem nicht einplanen.


Übernachten

Melva Hostal

Nette Casa Particular nahe des Zentrums, mit grossen sauberen Zimmern und gutem Frühstück.

Übernachtung 25 CUC, Frühstück 6 CUC pP.

Adresse: Calle 35, Nr. 4609

Cienfuegos
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Essen & Trinken

El Criollit

Auf der Strasse wurde uns gleich dreimal eine Karte dieses Restaurants zugesteckt, zweimal wurden wir quasi genötigt, uns den Weg dahin zeigen zu lassen.

Einer der Vermittler liess sich und ein paar seiner Freunde danach von uns zu einem Cuba Libre einladen. Bei der Gelegenheit erzählte er uns ziemlich unverschlüsselt, was er von Castro & Co. hält. Offensichtlich werden solche Gespräche mit Touristen mittlerweile geduldet, sogar in der Öffentlichkeit. Die Bardame wies unseren Gesprächspartner jedoch einmal dezent zurecht.

Abends im Restaurant gab's ein paar lautstarke Diskussionen darüber, wer die Vermittler-Provision erhalten sollte. Das war uns sehr unangenehm.

Das Essen schmeckte schliesslich freudlos. Zähes Fleisch, geschmacklose Beilagen, überteuerte Getränke. Die Live-Musik, die man uns versprochen hatte, bestand aus einer zwar sympathischen, aber untalentierten Sängerin und einem älteren Herrn, der Gitarre spielte. Diese mussten in den Pausen die Gäste auch noch um Almosen angehen, offensichtlich kriegen sie für das Gesinge nichts bezahlt.

Touristenfalle.

Wie sich später auf der Reise zeigen sollte, sind die Restaurants, wo man von Vermittlern hin gebracht wird, nicht immer schlecht. Hier war's aber so.

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Übernachten

Hotel La Union

Das Hotel La Union ist DIE Übernachtungsadresse schlechthin in Cienfuegos. Wie man den Online-Bewertungsforen entnehmen kann, scheint dieses sogar eines der besten in Kuba zu sein.

Von Aussen macht es auch was her.

Cienfuegos
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Varadero

Varadero

Varadero


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Kubanisch Reisen - Teil 7: Karibischer Winter

Am nächsten Tag ging's in ziemlich aufgeräumter Stimmung, ohne längere Umwege und auch ohne Mitfahrer zunächst in Richtung Varadero, wo wir in Betracht zogen, einen oder zwei Tage zu bleiben und ein wenig am Strand zu relaxen.

Dummerweise ereilte Kuba just an dem Tag eine winterliche Kaltfront, und das hiess: Temperaturen deutlich unter 20°C und dazu eine steife Brise - was in dem Land vielleicht einmal im Jahr vorkommt. Diese Kaltfront mit dazu gehörigem Wind sollte dann drei Tage lang bleiben, was wir da aber noch nicht wussten.

Wie dem auch sei: Varadero ist das touristische Zentrum der Insel, viele fliegen auch nur für Strandurlaub hierhin, ohne irgendwas vom Land zu sehen. Der ca. 15 Kilometer lange feinsandige Strand ist in der Tat ganz nett, wenn auch kaum vergleichbar mit den Stränden ist Thailand oder Südafrika.

Die ganze Halbinsel ist aber zugebaut mit hässlichen Hotelanlagen, manche davon in jämmerlichem Zustand, ausserdem entstehen derzeit viele gigantische Luxus-Resorts, die meisten davon am äussersten Ende.

Die Shops und Restaurants sahen wenig einladend aus, das Essen, was wir in einer dieser Gaststätten serviert bekamen, schmeckte widerlich, dazu wurde "Guantanamera" von einer mittelprächtigen Live-Band gespielt. Die Touristen waren grösstenteils Pauschal-Urlauber, mutmasslich aus Kanada, die in jeden Satz siebenmal "like" einbauten - wie das nordamerikanische Pauschal-Urlauber eben so tun.

Wir hatten genug gesehen und gehört und entschieden uns, die Nacht in Matanzas, der nahen Provinzhauptstadt zu verbringen.


Matanzas

Casa Particular in Matanzas

Casa Particular in Matanzas


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Kubanisch Reisen - Teil 8: Ein Navi auf dem Rücksitz

Matanzas bedeutet soviel wie "Gemetzel" und steht für die Schlachtungen, die hier in früheren Jahrhunderten durchgeführt wurden. Oder auch für kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Ureinwohnern und Einwanderern. Genau weiss man's aber offenbar nicht.

Obwohl wir im portugiesischen Batalha, was ebenfalls "Schlacht" bedeutet, nicht sonderlich gut geschlafen hatten, wollten wir es hier erneut versuchen. Eine besonders oft empfohlene Casa-Adresse hatten wir wiederum zurhand. Am Rand der Innenstadt wollten wir uns auf einem Parkplatz erstmal orientieren, und schwuppdiwupp, sass bereits wieder ein junger Mann auf dem Rücksitz, der uns dahin navigieren wollte.

Da wir sowohl jede Menge Bargeld als auch Laptop und Kamera ebenfalls auf dem Rücksitz verstaut hatten, machte uns das etwas nervös. Die Angst war natürlich unbegründet, und schon bald sollte sich unser menschliches Navigationsgerät als Segen erweisen. Denn die Casa war ausgebucht. Und die zweite auch. Und die dritte.

Erst bei der vierten Adresse etwas ausserhalb der Innenstadt erhielten wir eine Zusage. Offenbar war an dem Wochenende ein Musik-Rambazamba angesagt und die Übernachtungsmöglichkeiten daher begrenzt.

Unser Zimmer war im Sous-Parterre einer Villa. Leider allerdings mit separatem Eingang, sodass wir das herrschaftliche Innere nur durch die Türspalte erspähen konnten. Auch waren hier eigentlich nur kubanische Gäste erlaubt, was an der roten Farbe des Casa-Particular-Zeichens zu erkennen war. Aber egal. Im ersten Stock war bereits ein niederländisches Ehepaar untergebracht, deshalb war das wohl schon in Ordnung.

Der Vermittler erhielt von uns ein paar CUC's und eine von den Zigarren, die wir in Pinar del Rio erworben hatten. Danach setzte er sich hin, rauchte und plauderte noch eine Weile vor sich hin, bis er endlich abzog und wir uns für den Abend frisch machen konnten.


Parque Libertad

Parque Libertad


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Party

Nach Einbruch der Dunkelheit machten wir uns auf den Weg ins Zentrum, wo wir zunächst etwas essen und danach irgendwo Live-Musik hören wollten. Es war mittlerweile bitterkalt und ich bereute, meinen Pullover sowie die Jacke in Havanna für die Dauer unserer Rundreise deponiert zu haben. Aber ein paar Schichten T-Shirts taten's schliesslich auch.

Der Parque Libertad liegt mitten im historischen Zentrum der Stadt. Wir hatten darauf spekuliert, dass hier womöglich an einem Samstag Abend der Bär steppt, mussten dann aber feststellen: Krasse Fehleinschätzung. Keine Ahnung, was die Kubaner normalerweise abends so tun, aber es scheinen ruhige Indoor-Beschäftigungen zu sein.

Immerhin kam nach zwei Sekunden ein junger Mann auf uns zu und erkundigte sich, wonach wir suchten. Wir erklärten ihm, dass wir hungrig seien und er uns doch bitte zu einem richtig guten Restaurant führen möge.

Er begleitete uns zu einem für kubanische Verhältnisse sehr apart eingerichteten Paladar im Obergeschoss eines Hauses direkt am Platz. Hätten wir alleine nie gefunden. Das Lokal ist auch online nirgends aufgeführt, andernfalls hätte ich Euch an der Stelle natürlich den Namen verraten. Jedenfalls gab's hier endlich mal wieder was Ordentliches zu Essen, ausserdem leckeren kubanischen Wein, und der Service war ebenfalls freundlich und aufmerksam.

Na also, geht doch.

Danach wäre etwas Musik und ein Drink ganz angenehm gewesen, also eine Bar. Beim Kellner nachgefragt, wo's sowas gibt, erzählte der uns, man müsse mit dem Taxi ungefähr 10 Minuten bis zu einem gewissen Viadukt fahren, da fände eine grosse Party statt.

Uns war weder nach Party noch nach langem Rumfahren mit dem Taxi, und so ging dieser Tag zwar erneut ohne Musikdarbietung, dafür mit angenehm gefüllten Mägen zu Ende.


Velasco Hotel

Velasco Hotel


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Trick

Am nächsten Morgen wollten wir zunächst irgendwo frühstücken und uns dann in Ruhe die Stadt anschauen. Beides erwies sich als nicht ganz einfach, denn Matanzas hat zwar ein ansprechendes Ortsbild, aber wirkliche Sehenswürdigkeiten oder einladende Cafés waren nicht auszumachen. Frühstück fanden wir immerhin im prachtvollen Hotel Velasco, was offenbar unlängst restauriert worden war. Da hätte man sicherlich auch prima logieren können.

Da das Wetter erneut nicht so prickelnd war, entschieden wir uns, selbentags nach Havanna zu fahren und bei unserem Vermieter zu fragen, ob für die eine Zusatznacht zufällig noch ein Bett für uns frei war.

Beim Beladen des Autos lungerten einige junge Männer ums Haus herum. Einer davon fragte uns, ob denn das Restaurant, wo er uns am Vorabend hin geführt hätte, gut gewesen sei und ob er für seine Dienstleistung etwas bekomme. Wir gaben ihm einen CUC oder zwei, obschon wir ziemlich sicher waren, dass wir den Mann noch nie zuvor gesehen hatten.

Später in Havanna stellte sich heraus, dass der Trick bei Kubanern sehr beliebt ist. Manche verdienen sich ein paar CUC's nebenbei, indem sie vorbei laufende Ausländer fragen, ob das Essen geschmeckt hat. Die Chance dürfte relativ gross sein, auf jemanden zu treffen, der am Vorabend "vermittelt" worden war, sich nicht an das Gesicht des Schleppers erinnert und deshalb etwas springen lässt.


Havanna

Chico in  Habana Vieja

Chico in Habana Vieja


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Relax

Nun folgte der entspannte Teil unserer Reise: Aufgrund der verschiedenen Planänderungen waren wir also einen Tag früher zurück in Havanna als ursprünglich angekündigt, aber wir hatten Glück und genau ein Zimmer war für genau eine Nacht noch frei. Wir hatten also fünf Tage Rest-Urlaub, die wir in dieser prächtigen Stadt und an den nahe gelegenen Stränden geniessen wollten.

Hier verlief endlich (fast) alles nach Plan: Einmal noch verfuhren wir uns grossräumig während eines Ausfluges zu einem nahen Strand, und unsere Suche nach guter Live-Musik verlief auch weiterhin zur Gänze erfolglos, da die Bands immer genau dann aufhörten zu spielen oder Pause machten, als wir eintrafen.

Nachts ab 23.00 Uhr ist auch in Havanna kaum was los, ausser in zwielichtigen Musik-Bars oder Clubs, wo man sogleich von leichten Damen - oder Herren - umlagert wird - je nach Etablissement, wo man sich grade drin befindet.

Ansonsten haben wir unseren Aufenthalt in der Stadt sehr genossen, nicht zuletzt wegen des formidablen Penthouses, das wir bewohnen durften.

Die Autorückgabe verlief trotz des kaputten Reifens erstaunlich problemlos. Wir stellten uns ahnungslos und mussten auch keine weiteren Formulare ausfüllen. Wer hätte das gedacht.

Havanna wirkte auf uns trotz der Grösse sehr entspannt, charmant und freundlich. Die Stadt bietet eine Vielzahl historischer Sehenswürdigkeiten und ist, trotz oder vielleicht auch wegen des teilweisen Zerfalls, für uns überhaupt eine der attraktivsten Städte, die wir bislang besuchten.

Wir werden in ein paar Jahren gerne nach Kuba zurück kehren und uns dann noch den Süden des Landes vornehmen. Man darf auch gespannt sein, wie sich das Land in der Zeit verändern wird.


Habana Vieja

Habana Vieja


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Ausreise

Man sollte darauf achten, dass man das Visum für die Ausreise noch hat, andernfalls gibt's mächtig Ärger. Erstaunlicherweise waren wir aber noch im Besitz sämtlicher Dokumente, und es verlief alles reibungslos.

Wir hatten ausserdem noch einige CUC's übrig, die wir am Flughafen in ein paar Flaschen Havana Club investierten. Die Preise für solche Getränke sind überall dieselben. Es kommt also nicht drauf an, ob man was im Laden in Havanna oder am Flughafen kauft.

Man sollte jedoch die alkoholischen Getränke im Koffer verstauen, sonst werden sie einem beim Sicherheitscheck wieder abgenommen. Duty-Free-Shops, wo alles fachgerecht eingetütet wird, gibt es nicht.


Übernachten

Artedel Luxury Penthouse

Exquisite privat geführte Unterkunft im Zentrum von Vedado mit drei geschmackvoll eingerichteten Gäste-Zimmern, drei Terrassen und grossartigem Blick auf die Stadt und das Meer.

Wer etwas mehr sucht als eine simple Casa Particular, aber trotzdem nicht in einem der veralteten Hotels nächtigen möchte, dem können wir das Artedel "wärmstens" empfehlen; wer sich in Gegenwart schwuler Gastgeber unwohl fühlt, ist hier an der falschen Adresse. Die anderen Gäste, einige Hetero-, Schwulen- und Lesbenpaare aus Deutschland, der Schweiz und England, fühlten sich aber alle sichtlich wohl und gut betreut.

Der Preis für die Übernachtung ist mit durchschnittlich 70 Euro pro Nacht teurer als eine normale Casa, aber tiefer als in einem guten Hotel.

Das Artedel Luxury Penthouse ist in jedem Fall ein Top-Tipp für Havanna!

Artedel Luxury Penthouse
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Essen & Trinken

Cafe Laurent

Wir folgten einer Empfehlung unseres Gastgebers und waren dann von den Speisen, dem Service und dem Ambiente so angetan, dass wir insgesamt gleich dreimal da waren.

Das Café Laurent ist in jeder Hinsicht soweit über dem Niveau aller Restaurant-Erfahrungen, die wir sonst auf Kuba gemacht haben, dass ein Vergleich eigentlich gar nicht gezogen werden kann. Sensationell!

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Essen & Trinken

Dona Eutimia

Das Paladar Dona Eutimia gilt als eine der besten Adressen in Havanna für traditionelle kreolische Küche. Schon am ersten Tag wurden wir von unserem Zürcher Bekannten dahin gebracht. Und beim zweiten Aufenthalt haben wir hier noch einmal gegessen.

Die Bedienung ist sehr freundlich und aufmerksam, von der Reservierung bis zum Bezahlen, das Essen ist einfach, aber sehr lecker (Ropa Vieja ist sehr zu empfehlen!), das Ambiente gemütlich und die Preise tief. Was will man mehr?

Dieses Paladar ist nicht ganz einfach zu finden, da auf dem Platz bei der Kathedrale zahllose Restaurants um Kundschaft buhlen, teilweise auch sehr offensiv. Deshalb gilt: Überall schön vorbei laufen und möglichst zielstrebig auf die hinterste Ecke des Platzes zusteuern. Reservierung empfohlen, da immer voll.

Paladar
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Essen & Trinken

El Gato Tuerto

Auf unserer immer währenden Suche nach guter Live-Musik sind wir irgendwann auch hier gelandet. Erst gab's im 1. Stock was Zähes auf den Teller, danach mussten wir unten in der Bar unverschämte 10 CUC pro Person "cover charge" bezahlen - obwohl aussen 5 CUC angeschrieben war. Offenbar wird hier eine Strafgebühr erhoben für Gäste, die auch da essen.

Dazu war der Raum auf gefühlte 10°C runter gekühlt und die Bedienungstussis deshalb stark erkältet und übellaunig.

Irgendwann fing die Musik an: Jemand spielte amerikanische Evergreens auf einer elektronischen Violine, dazu zupfte ein anderer die Klampfe. Wir verliessen das Lokal fluchtartig.

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Sehenswürdigkeiten

Castillo de San Carlos

Vom Castillo de San Carlos hat man einen wunderbaren Blick auf Habana Vieja und den Malecón.

Die Eintrittspreise waren zwar neben der Peso-Währung auch in CUC ausgeschildert, jedoch schien man irgendwie nicht auf Ausländer vorbereitet zu sein, und so mussten wir einen willkürlichen tieferen Preis bezahlen.

Auch OK.

Castillo de San Carlos
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Sonstiges

Nacional Hotel

Eine Übernachtung drängt sich hier offenbar nicht auf, da teuer und muffig, wie die meisten Hotels auf Kuba.

Man kann aber von der Terrasse aus bei einem Kaffee oder einem Drink den Blick über das Meer und den Malecón schweifen lassen und einfach die Stimmung geniessen.

Es gibt auch ein Internet-Café mit seeehr langsamer Verbindung und ein staatliches Reisebüro, wo man Ausflüge in die Umgebung oder in andere Städte buchen kann.

Nacional Hotel
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Sehenswürdigkeiten

Ambos Mundos Hotel

Nur wenige US-Amerikaner erfreuen sich in Kuba einer so großen Beliebtheit wie Ernest Hemingway. Mehr als 20 Jahre verbrachte der Autor zunächst als Dauergast des Hotels "Ambos Mundos" in Havanna.

Das Hotel bietet Besuchern die Besichtigung des Hemingway-Zimmers an, das in seinem damaligen Zustand belassen wurde und noch Koffer, Kommode, Manuskript und Schreibmaschine des Schriftstellers enthält.

Restaurant und Hotel kommen in den diversen Bewertungsforen relativ schlecht weg, deshalb reicht es, wenn man die wunderbare Terrasse auf einen Mojito besucht und dabei die Aussicht auf die Altstadt geniesst.

Ambos Mundos
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Sehenswürdigkeiten

Fosca-Hochhaus

Eine tolle Aussicht hat man auch vom Fosca-Hochhaus, welches gegenüber vom Nacional Hotel wie eine Festung thront. Ganz oben gibt es eine Bar im angesagten Ost-Chick, welche die üblichen Cocktails zu den üblichen Preisen mit der üblichen unmotivierten Bedienung anbietet. Hier ist der Sonnenuntergang über Havanna besonders schön.

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Sehenswürdigkeiten

Malecón (2 Reviews)

Malecón nennt man den Uferboulevard, den Quai, der sich von Habana Vieja bis Vedado zieht. Er ist ein beliebter Treffpunkt und Hang-Out für Kubaner und Touristen.

Bei starkem Wind peitschen die Wellen schon mal über die Ufermauer, sodass die eine Spur für den Verkehr gesperrt werden muss.

Malecón
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Sehenswürdigkeiten

Coppelia

Die Heladería Coppelia in Vedado ist die berühmte Eisdiele aus dem Film «Fresa y chocolate».

Normalerweise gibt's hier ganztags Menschenschlangen, wir waren jedoch kurz nach Öffnung da und wurden deshalb gleich bedient.

Die Auswahl beschränkt sich auf eine bis drei Sorten. Wir entschieden uns für Schokolade, OBWOHL es Erdbeer gab - kleiner Insider-Scherz für jene, die den Film kennen.

Das Eis schmeckte ordentlich.

Berühmte Eisdiele
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Sehenswürdigkeiten

Museo de la Revolucion

Wer gerne mal den Fotoapparat von Ché oder die blutbefleckte Uniform Fidels sehen möchte, kann das hier tun. Dazu gibt es Fotomaterial und Texte, hauptsächlich auf Spanisch, in denen die Geschichte der Revolution in Kuba aufgezeigt wird.

Ein paar militärische Fahrzeuge und anderes Gerät kann im Park vor dem Museum betrachtet werden.

Ziemlich staubige Angelegenheit.

Museo de la Revolucion
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