Frankreich: Tour de France - Reisebericht von Simon bei triplib.

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Simon
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Frankreich
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Unsere Frankreich-Rundreise ist bereits einige Zeit her, die Erinnerung daran also nicht mehr ganz taufrisch. Trotzdem möchte ich Euch dieses Land mit seinen unzähligen attraktiven Städten und Regionen ans Herz legen, denn wie so oft: Das Gute liegt so nah!

Im Gegensatz zu unseren letzten Reisen, haben wir hier nur das erste Hotel in Dijon vorgängig gebucht, der Rest geschah spontan und mit hilfreicher Unterstützung des "Guide de Charme", des für Frankreich unverzichtbaren Hotelführers für Individualreisende.

Burgund

Dijon

Dijon


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Der Start unserer Tour der France gestaltete sich etwas harzig. Für die ersten 100 km von Zürich nach Bern benötigten wir geschlagene 2 Stunden. Immer wieder Stau oder stockender Verkehr.

Danach ging's aber zügig vorwärts, und gleich nach Bern wird die Landschaft abwechslungsreicher und ist weniger zugebaut.

Bei Vallorbe ging's über die Grenze, der Urlaub konnte beginnen!


Dijon

Dijon


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Dijon

Nach der gemütlichen Fahrt durch die wenig bevölkerte Region Franche-Comté erreichten wir am späteren Nachmittag die Hauptstadt des Burgund, Dijon. Dies war die einzige Station unserer Reise, die wir vorgebucht hatten.

In Dijon gibt's die ganze Palette von historischen Fachwerkbauten bis hin zu prunkvollen Palästen und gotischen Kirchen zu sehen. Besonders erwähnenswert ist die Eglise Notre-Dame de Dijon, mit drei Reihen von Wasserspeiern an der Westfassade, und natürlich der imposante Herzogspalast.

Kulinarisch bekannt ist Dijon vornehmlich durch den Senf und den Cassis-Liqueur. Man bestellt also zum Apéritif am besten einen Kir.


Abbaye de Fontanay

Abbaye de Fontanay


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Abbaye de Fontanay

Kurz zur Geschichte: 1119 gründete der heilige Bernhard von Clairvaux diese Abtei. Mit der französischen Revolution verlassen 1790 die letzten Mönche die Abtei. Seit 1981 ist sie Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Schlichtheit, Strenge und Klarheit bestimmen die Architektur dieser Gebäude und der noch vorhandenen Einrichtung.

Wer etwas für Architektur und/oder Abteien übrig hat, für den lohnt sich auch ein längerer Umweg.


Centre

Bourges

Bourges


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Es gibt in Frankreich eine Region, die heisst "Zentrum", und es ist erstaunlicherweise nicht die Île de France mit Paris als Hauptstadt von allem, sondern Orléans mit der zweitbekanntesten Jungfrau aller Zeiten.

Orléans soll aber eine ziemlich dröge Stadt sein, deswegen haben wir uns Bourges und Blois vorgenommen. Eine gute Wahl.



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Sancerre

Als nächste Station hatten wir uns ein Hotel an der Loire in der Nähe des Weinstädtchens Sancerre ausgesucht.

Was wunderbar klingt, erwies sich bei näherem Betrachten allerdings als ziemlicher Reinfall: Das Hotel war zwar herrlich überladen mit dem ganzen Louis-irgendwas-Schnick-Schnack, was ganz charmant war, die Lage mitten in der Pampa hatte für uns Grossstadtkinder aber etwas Beängstigendes.

Hinzu kommt, dass Sancerre, mal abgesehen von der Lage, überhaupt nix hergibt. Offenbar gibt es im Städtchen auch bloss 1 (eins) gutes Restaurant, was natürlich überfüllt war, folglich mussten wir in einem essen, was nicht so gut war. Schade, dass das Tier dafür sterben musste, was immer es war, es wanderte zurück in die Küche.

Geschlafen hat man gut, es war ja sehr ruhig. Im Morgengrauen ging's weiter nach Bourges.


Bourges

Bourges


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Bourges

Zunächst ging's zur Kathedrale Saint-Étienne, welche zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Und wirklich: Dieser Bau gehört zu den, na sagen wir mal, fünf beeindruckendsten Gotikbauten, die wir bisher gesehen haben.

Eine Stadt, die eine solche Kathedrale hat, braucht eigentlich keine weiteren Sehenswürdigkeiten, aber Bourges ist auch sonst ausgesprochen hübsch, wie wir während der Fahrt mit dem Petit Train feststellen durften. Petit Trains sind eine Art Mini-Eisenbahnzüge, womit Touristen rum gekarrt werden, es gibt sie fast in jeder französischen Stadt.


Loire - Centre

Château de Chenonceau

Château de Chenonceau


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Wir bevorzugen zwar die klerikale Architektur gegenüber der "royalen", Kirchen gefallen uns also besser als Schlösser, aber mon dieu, wenn man schon mal an der Loire ist...

Zwei besonders prunkvolle Paläste sind das Wasserschloss von Chenonceau und das Château de Chambord. Die haben wir uns natürlich angeguckt.

Klar, dass wir uns hier auch ein Château zum Übernachten ausgesucht haben.


 Amboise

Amboise


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Amboise

Auch das Städtchen Amboise kann mit einem Schloss auftrumpfen, wenngleich mit einem weit weniger spektakulären als die zuvor besichtigten.


Blois

Blois


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Blois

Von Blois hatten wir bis dahin noch nie was gehört. Die Stadt hat ca. 50'000 Einwohner und liegt auf halbem Weg zwischen Tours und Orléans.

Neben einem weiteren Loire-Schloss gibt es in Blois eine wunderbare mittelalterliche Altstadt mit verwinkelten Gassen zu besichtigen. Hier lohnt sich in jedem Fall ein Zwischenstopp.


Übernachten

Hôtel Château de Tertres

Wer noch nie in einem Schloss genächtigt hat und dies zu einem überschaubaren Preis gerne mal nachholen möchte, kann, nein vielmehr, sollte das hier tun!

Nicht nur liegt das Château an einem ausflugstechnisch höchst spannenden Ort Frankreichs, es ist ausserdem sehr geschmackvoll und angenehm unmiefig eingerichtet. Die Speisen sind frisch und biodynamisch, der Garten mit Liegestühlen und vielen alten Bäumen lädt zum verweilen und lesen ein. Ein Ort der Ruhe und Entspannung, wohin wir eines Tages gerne zurück kehren werden.

Hôtel Château des Tertres
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Chartres

Chartres

Chartres


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Das imposante, weit herum sichtbare Wahrzeichen der Stadt ist die Notre-Dame de Chartres, die bereits 1979 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Sie ist die älteste hochgotische Kathedrale der Welt und daher von herausragender Bedeutung.

Im Fußboden des westlichen Eingangsbereichs befindet sich das berühmte Labyrinth; eigentlich der Grund für unseren Besuch. Dieses war jedoch zugestellt mit irgendwelchen Bänken und anderem Plunder. Ansonsten ist die Kathedrale nett, aber kein Highlight, und die Stadt selbst hatte uns, trotz anders lautenden Versprechungen, nichts weiter zu bieten als das unappetitlichste Klo auf unserer gesamten Frankreich-Reise. Und das will was heissen!

Schnell weiter.


Haute Normandie - Rouen

Rouen

Rouen


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Ausserhalb Frankreichs kennt ja kein Mensch die kleine Grossstadt Rouen. Zu unrecht, wie wir bald feststellen sollten.

Nicht nur verfügt sie über eine wunderschöne und weitläufige Altstadt mit gut erhaltenen und restaurierten Fachwerkbauten, sympathischen kleinen Restaurants und Läden, sie punktet auch mit der wohl abgefahrensten gotischen Kathedrale, die wir je gesehen haben. Heidewitzka!

Die Baumeister haben hier aus dem Vollen geschöpft, das Teil hat fast so viele Türme wie die olle Sagrada Familia im ollen Barcelona.

Ähnlich beeindruckt war wohl auch Claude Monet, welcher eine ganze Serie von Bildern von dem Monumentalbau gemalt hat.

Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass in Rouen die gute Jeanne d'Arc, die sogenannte Jungfrau von Orléans, zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt wurde. Die Tour Jeanne d’Arc, in der sie 1431 von den Richtern verhört wurde, kann besichtigt werden.


Übernachten

Le Vieux Carré

Diese charmante, preiswerte und optimal gelegene Pension können wir unkomplizierten Reisenden durchaus empfehlen.

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Basse Normandie

Colleville-sur-Mer

Colleville-sur-Mer


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Die Bezeichnung Normandie geht auf die Normannen zurück, von hier aus eroberte Wilhelm der Eroberer 1066 England. Hier fand auch die Landung der Alliierten an den Stränden Omaha- und Utah Beach statt.

Also mal wieder eine besonders geschichtsbeladene Gegend.

Die "Niedernormandie" ist aber auch Heimat des Calvados, des Cidres und des Camembert.


Caen

Caen


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Caen

Der Name der Stadt ist altkeltisch und bedeutet so viel wie Schlachtfeld. Bereits zur Zeit der Kelten und im gesamten Verlauf der Geschichte war Caen immer wieder Schauplatz heftiger Kämpfe.

Als im Zweiten Weltkrieg die Westalliierten 1944 die Küste der Normandie als Landungsort der Invasion festlegten, war geplant, die Stadt in wenigen Tagen zu besetzen, denn die Einnahme von Caen als erster größerer Stadt auf französischem Boden hatte eine große strategische und psychologische Kriegswirkung.

Allerdings leisteten die deutschen Verteidiger in der Schlacht um Caen einen unerwartet massiven Widerstand. Im Verlauf dieser Kämpfe wurde Caen fast völlig zerstört.

Und so ist es wenig überraschend, dass an alter Bausubstanz nur noch wenig vorhanden ist. Entsprechend schnell hat man das Sehenswerte gesehen.


Bayeux

Bayeux


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Bayeux

Die sympathische mittelalterliche Klein-Stadt hat im Gegensatz zu anderen normannischen Städten den Zweiten Weltkrieg unversehrt überstanden. Außer der hübschen Kathedrale sind viele Bürgerhäuser (15.-18. Jh.) erhalten.

Bedeutendster Kunstschatz ist jedoch der Teppich von Bayeux, auch Tapisserie de la Reine Mathilde genannt (siehe Tipp!).


Le Mont-St-Michel

Le Mont-St-Michel


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Le Mont-Saint-Michel

Schon als kleines Kind hatte mich dieser Ort fasziniert, obwohl ich zuvor noch nie da war. Eine eigentümliche Anziehungskraft und Magie ging von ihm aus, und wahrscheinlich wäre dies immer noch so, hätten wir nicht feststellen müssen, dass es offenbar sehr sehr vielen Menschen so ergeht. Jedenfalls war zwischen diesen MASSEN an Touristen wenig Magisches zu spüren.

Vermutlich hätte ein Besuch an einem nebligen November-Montag um 7 Uhr früh immer noch etwas Mystisches. Man weiss es nicht.


Sehenswürdigkeiten

Musée de la Tapisserie in Bayeux

Der berühmte Teppich von Bayeux zeigt die Geschichte der Eroberung Englands durch die Normannen in der berühmten Schlacht von Hastings im Jahre 1066.

Die im 11. Jahrhundert entstandene Strickarbeit ist eine Art mittelalterlicher Comic Strip auf knapp 70 Metern Länge in 58 Einzelszenen. Der Besucher erhält Kopfhörer, damit er beim Abschreiten die ganze Geschichte erläutert bekommt. Spannend!

Bayeux
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Sehenswürdigkeiten

Colleville-sur-Mer

Während des D-Day lag Colleville oberhalb des Landungsabschnittes Omaha Beach. Heute befindet sich dort der "Normandy American Cemetery" mit 9.386 Gräbern und einem Mahnmal für 1.557 Vermisste. Erschütternd.

Colleville-sur-Mer
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Übernachten

Hostellerie du Château de Goville

Das Château de Goville befindet sich etwas ausserhalb von Bayeux. Die Gartenanlage war wirklich traumhaft, das ganze Landhaus jedoch bis unters Dach zugestellt mit Antiquitäten aus verschiedensten Zeitepochen. Eine Nacht im Museum sozusagen, aber hat man ja auch nicht alle Tage...

Château de Goville
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Bretagne - Saint-Malo

St. Malo

St. Malo


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Saint-Malo ist eine wunderliche Stadt: Auch hier hat es in vergangenen Jahrhunderten zwar reichlich Kämpfe gegeben, zuletzt wurde die Stadt nach der Landung der Alliierten fast vollständig zerstört, doch im Gegensatz zu anderen Städten bemühte man sich in Saint-Malo um einen möglichst originalgetreuen Wiederaufbau. So ist es ein eigenartiges Flanieren durch enge Gassen, die mittelalterlich wirken, aber nachgebaut sind.

In der Bucht von Saint-Malo kann man ausserdem einen der größten Gezeitenunterschiede Europas beobachten: Bis zwölf Meter Differenz zwischen Niedrigwasser und Hochwasser.

Uns gefiel die seltsame mysthische Grundstimmung in dieser Stadt, allerdings wurde uns das beinahe britisch kühle Klima bald zu garstig und wir entschlossen uns, ohne längere Stopps in Richtung Süden zu fahren.


Nantes

Nantes

Nantes


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In Nantes gab es nur einen kurzen Mittagshalt. Die Stadt schien uns ausgesprochen freundlich und lebendig. Für einen ausführlichen Bericht reicht's aber nicht.

Vielleicht beim nächsten Mal.


Saintes - Cognac

Saintes

Saintes


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Frankreich ist gross, und so mussten wir auf dem Weg in den Süden einen Übernachtungsstopp einlegen, und zwar taten wir dies zwischen Saintes und Cognac, ca. 100 km vor Bordeaux.

Die beiden Städtchen sind zwar nicht sonderlich aufregend, aber zumindest Cognac ist ganz nett - nicht nur wegen des aus der Region stammenden gleichnamigen Branntweins.


Essen & Trinken

Les Pigeons Blancs

Da das ursprünglich angesteuerte Hotel ausgebucht war, sind wir am Ende hier gelandet. Der Empfang war wenig herzlich und das Zimmer miefig, aber da es sich ja nur um eine Nacht handelte, war uns das relativ egal.

In dieser abgeschiedenen Gegend ein vernünftiges Restaurant zu finden, stellte sich als weitere Herausforderung heraus. Nach längerem Rumgefahre entschieden wir uns, im Garten unseres Landhauses zu essen. Danach verstanden wir, weshalb Les Pigeons Blancs die Aufnahme in den Guide de Charme gefunden hat; nicht wegen des Hotels an sich bzw. dessen Einrichtung, sondern wegen der herausragenden Küche!

Essen wie Gott in Frankreich! So hatten wir uns das vorgestellt. Schade eigentlich, dass dies das beste Dinner unserer gesamten Reise war. Die restlichen kulinarischen Erfahrungen hielten sich, mit Ausnahme von Rouen, in Grenzen.

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Aquitaine - Bordeaux


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Bordeaux! Da wollte ich immer schon mal hin, hatte bereits klare Vorstellungen davon und wurde auch nicht enttäuscht. Bereits auf der Rundfahrt mit dem Bus war zu erkennen, dass die UNESCO-Welterbe-Stadt neben vielen prächtigen Gebäuden und grosszügigen Plätzen bestimmt auch eine hohe Lebensqualität zu bieten hat.

Beim Flanieren und Shoppen in der Fussgängerzone (einer der wenigen Frankreichs) hat sich dieser Eindruck noch bestätigt. Hier muss man sich einfach wohl fühlen!

Aus heutiger Sicht ist es kaum noch nachvollziehbar, weshalb wir in diese prächtige Stadt bloss einen halben Tag investierten. Vermutlich zog es uns ans Meer.

Jedenfalls scheiterten wir beim Versuch, Bordeaux in Richtung Biarritz zu verlassen. Nichts ging mehr. Nach eineinhalb Stunden Stehen auf der Autobahn, entschieden wir uns für einen Richtungswechsel, statt am Atlantik wollten wir versuchen, halt am Mittelmeer ein paar Tage zu verbringen.

Und so landeten wir selbentags spät erstmal in Toulouse.


Midi-Pynenées - Toulouse


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Toulouse ist anders als Bordeaux. Würde man Bordeaux beispielsweise mit einer distinguierten Dame vergleichen, ginge Toulouse grade mal als Hostess durch, oder, anders ausgedrückt, die Stadt wirkt nicht sehr glamourös, aber irgendwie sexy.

Passend: Toulouse wird aufgrund seiner zahlreichen Bauwerke aus roten Ziegelsteinen auch la ville rose –„rosarote Stadt“- genannt.

Mit der Basilika St-Sernin de Toulouse gab's ausnahmsweise mal eine romanische Kirche zu sehen.

Ein paar aufgebrochene Autos standen auch rum.


Übernachten

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Provence

Sts-Maries-de-la-Mer

Sts-Maries-de-la-Mer


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Nun waren wir also in der Provence gelandet statt wie geplant am Atlantik. Keine Ahnung, was ich als Kind und Jugendlicher an der Gegend so toll fand; landschaftlich bietet sich hier ein eher monotones Bild, auch die Camargue, Traumziel jedes Pferde liebenden Teenagers ist nicht etwa lieblich, sondern unfassbar dröge.

Immerhin gibt es einige Städte, die aufgrund ihrer langen Geschichte durchaus sehenswert sind.


Arles

Arles


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Arles

Arles liegt sehr praktisch, inmitten der Provence, in Naher Distanz zu den sehenswerten Städten Nîmes, Marseille, Avignon, Orange und Aix. Deshalb entschlossen wir uns, ein paar Tage hier zu verbringen.

Zur Römerzeit war die Stadt aufgrund der Lage von enormer Bedeutung, 395 wurde sie sogar Hauptstadt Galliens.

Heute ist sie allenfalls noch touristisch interessant, denn es gibt, wie vielerorts in der Provence, noch ein gut erhaltenes römisches Theater zu besichtigen. Auch sonst ist Arles durchaus pittoresk, dabei aber sehr übersichtlich. Die drei oder vier eher mediokren Restaurants hat man bald mal durch und abends werden die Bürgersteige hochgeklappt.

Aix wäre für einen längeren Aufenthalt wohl die bessere Wahl.


Avignon

Avignon


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Avignon

Avigon war im 14. Jahrhundert Papstsitz, entsprechend ist das Stadtbild auch heute noch geprägt vom imposanten gotischen Papstpalast.

Die prächtigen, mittelalterlichen Häuser der Altstadt sind von einer intakten Befestigungsmauer umgeben. Nicht zuletzt auch dank der weltberühmten und besungenen Brücke Pont St. Bénézet ist Avignon ein Touristenmagnet.


Sts-Maries-de-la-Mer

Sts-Maries-de-la-Mer


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Sts-Maries-de-la-Mer

Wie jedes Land, was am Meer liegt und wo gelegentlich Temperaturen über 20°C herrschen, hat auch Frankreich sein Blackpool, also einen besonders hässlichen Badeort.

Vormittags quälen sich die Urlauber in ihren Autos zu Tausenden durch den Ort, nur um sich nachmittags irgendwo an diesem ebenso langen wie langweiligen Strand neben ein Wohnmobil zu legen. Abends dann erneut zwei Stunden Stau bis man wieder raus ist.

Wer will, kann zur Abwechslung auch mal auf ein Pony steigen und entlang der staubigen Strasse neben den Autokarawanen her trotten.

Alberner kann man seinen Sommerurlaub wirklich nicht gestalten.


Les Baux en Provence

Les Baux en Provence


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Les Baux-de-Provence

Baux entstammt dem provenzalischen Wort Baou, was so viel wie schroffe Felsformation bedeutet, und nicht etwa dem Wort Beau, welches gleich ausgesprochen wird, aber "schön" bedeutet. Gleichwohl ist der Ort als eines der Plus beaux villages de France (schönste Dörfer Frankreichs) klassifiziert.

Les Baux-de-Provence liegt am Südhang der Alpilles ca. 15 km nordöstlich von Arles an einem Felssporn auf einem Plateau, was die Umgebung um gut 200 Meter überragt.

Unlängst wurden hier Keramikteile ausgegraben, die eine Besiedlung bereits während der Bronzezeit belegen. Im Mittelalter war Les Baux das befestigte Zentrum einer mächtigen Dynastie und entwickelte sich zu einer Hochburg der Minnekunst, Troubadoure von überall her drängten nach Les Baux.

Heute sind es die Touristen, die nach Les Baux drängen, und das nicht zu knapp. Man sollte darauf achten, dass man den Ort so früh wie möglich aufsucht.


Marseille

Marseille


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Marseille

Marseille gilt als nördlichste Stadt Afrikas und hat den Ruf, schmutzig, laut und gefährlich zu sein. Entsprechend sind wir mit gemischten Gefühlen reingefahren.

Schon bald jedoch stellten wir fest, dass uns die geschäftige Multikulti-Metropole überraschend gut gefiel. Es gibt jede Menge freundliche Restaurants und Geschäfte, am Hafen bieten die Fischer ihre fangfrische Ware zum Kauf an, ein riesiges Kuddelmuddel verschiedenster Kulturen und Menschen lebt hier zusammen, und irgendwie scheint es zu funktionieren. Toll!


Cassis

Cassis


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Cassis

Cassis ist der noble Badeort für die betuchteren Marseillaiser und befindet sich in einer der landschaftlich reizvollsten Gegenden der Provence.

Hier kann man schon mal einen Tag an der Sonne geniessen. Es erwies sich allerdings als extrem zeitaufwändiges Unterfangen, hier einen Parkplatz zu finden. Wahrscheinlich gäbe es in der Nähe auch weniger stark frequentierte Badeorte.


Aix-en-Provence

Aix-en-Provence


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Aix-en-Provence

Nahezu das Gegenteil von Marseille ist Aix-en-Provence. Die Studentenstadt ist sehr sauber und adrett, wirkt dabei aber gar nicht museal, sondern ausgesprochen lebendig. Von hochgeklappten Bürgersteigen also keine Spur, das Leben findet hier auf der Strasse statt.

Noch nie zuvor hatten wir in einer Stadt so viele einladende Restaurants und Bars gesehen wie hier, und alle waren sie voll bis auf den letzten Platz.

Très sympa comme ville!


Rhône-Alpes - Lyon

Lyon

Lyon


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Lyon ist nach Paris und Marseille die drittgrösste Stadt Frankreichs und wird von den meisten Urlaubsreisenden umfahren. Zu unrecht!

Das Quartier der Presqu'Île liegt zwischen den beiden Flüssen Rhône und Saône und bildet mit seinen verwinkelten Gassen das Zentrum Lyons. Dieses Viertel lädt mit seinen unzähligen Geschäften und seiner langen Fußgängerzone zum Flanieren ein. Besonders gut shoppen lässt es sich auf der Rue de la République zwischen dem Place Bellecour und der Oper am Place de la Comédie.

Das Viertel Croix-Rousse, das alte Textil-Quartier, bietet mit seinen rötlichen Fassaden einige schöne Einblicke in Höfe sowie Ausblicke auf die Innenstadt.

Ebenfalls beliebt bei Einheimischen und Touristen sind die Märkte rund um den Place de la Croix-Rousse, wo besonders am Sonntag Vormittag allerlei Leckereien angeboten werden.

Dank Aufwertungsmaßnahmen der letzten Jahre wurde aus Parkplätzen am Rhône-Ufer eine einladende Uferpromenade mit Restaurants, Grünanlagen und Spielplätzen. Auch der Langsamverkehr wird von der Stadtverwaltung mit einem modernen Fahrradverleihsystem gefördert, damit alltägliche kurze Wege bequem, umweltfreundlich und bewegungsaktiv zurückgelegt werden können.

Über der Altstadt trohnt das Wahrzeichen der Stadt Lyon: die Basilique de Notre-Dame de Fourvière. Vom Fourvière-Hügel hat man eine fantastische Sicht über Lyon bis hin zu den Alpen. Am besten erreicht man die Kirche über die alte Zahnradbahn, die von der Altstadt zur Kirche fährt. Auf dem Rückweg empfiehlt sich ein Spaziergang über die alten römischen Theater zurück in die Altstadt.

Fazit unserer Tour de France: Rouen und Lyon waren die Highlights unserer Reise, aber auch sonst gab's viel zu sehen und zu erleben. Frankreich ist und bleibt für uns eines der spannendsten und vielseitigsten Reiseländer überhaupt!


Essen & Trinken

Andouilles & Andouillettes

"When in Rome...", so dachten wir, als wir in einem Restaurant die Lyoner Spezialität "Andouiettes" bestellten, notabene ohne die geringste Ahnung zu haben, was uns da gereicht würde.

Nun, es war eine Wurst, die nach dem Aufschneiden dermassen penetrant ekelerregend roch, dass wir es nicht schafften, auch nur davon zu kosten und das Teil als Ganzes zurück gehen lassen mussten. Der Hunger war uns darob auch vergangen, der Gestank liegt uns bis heute in der Nase.

Nachträglich haben wir gegoogelt: Es gibt einerseits die Andouille, bestehend aus Innereien, welche zunächst gut gewürzt und geräuchert und danach in den Darm von Schweinen gestopft wird. Die Andouillette hingegen ist im Prinzip dasselbe, bloss ungewürzt, sodass der Eigengeschmack stärker hervortritt. Yammie!

Liebe Freunde der Hochkultur, wer auch nur den kleinsten Bissen davon runter kriegt, erhält von mir eine Tapferkeitsmedaille!

Auch gut zu wissen: Bei Tripes, einer weiteren Lyoner Spezialität, handelt es sich um ein Kuttelgericht.

Andouillette
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