Stockholm - Indian Summer bei Minusgraden - Reisebericht von Simon bei triplib.

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Simon
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Schweden
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Stockholm gilt als eine der schönsten Hauptstädte der Welt. Und als eine der teuersten obendrein. Schlechter Zeitpunkt eigentlich, um da hin zu fliegen, da wir grad etwas knapp bei Kasse sind.

Egal! Wir lieben Herausforderungen, ausserdem stand diese Stadt seit vielen Jahren ganz oben auf unserer To-See-Liste, und länger warten wollten wir nun nicht mehr. Wir hatten drei Nächte und zweieinhalb Tage zur Verfügung und wurden wiederum begleitet von unserer vielfach preisgekrönten liebreizenden Freundin.

Sowohl die Vorfreude als auch die Erwartungen waren beträchtlich.

So richtig warm geworden sind wir mit der Stadt am Ende aber nicht. Vielleicht lag's auch an der Kälte.

Stockholm

Stockholm

Stockholm


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Anreise

Den Flug mit der Swiss hatten wir bereits ein halbes Jahr zuvor gebucht, für knapp 200 Euro pro Person (hin und zurück) ein Schnäppchen, denn vor wenigen Jahren schlug die Reise dahin noch mit mindestens 400 Euro zu Buche.

Ebenfalls gespart werden konnte beim Transfer vom Flughafen Arlanda in die Innenstadt. Für die ca. 40 km lange Strecke kann man den Arlanda Express der Schwedischen Staatsbahnen nutzen, welcher nur 20 Minuten benötigt, aber mit schlappen 26 Eusen zu Buche schlägt, oder man wendet etwas mehr Zeit auf (35 - 45 Minuten, je nach Verkehrsaufkommen) und steigt in den Swebus oder den Flygbussarna, welche den Transfer für knapp 10 Euro anbieten. Tickets gibt's am Automaten.

Die Strecke ist nicht sehr lieblich, zumal man durch zahlreiche triste Stockholmer Vororte und Industriegebiete fährt. Dazwischen gab's aber einige kleine Seen und auch mal etwas Wald, was in dieser Jahreszeit optisch schon was hergibt.

Am Zentralbahnhof angekommen, fragten wir zunächst eine ältere Dame nach dem Weg zur Wohnungs-Vermietungs-Agentur, die sich in Gehdistanz zum Bahnhof befinden sollte. Doch die Dame gab uns prompt die völlig verkehrte Richtung an, was uns wieder mal daran erinnerte, dass man sowohl alte als auch sehr junge Exemplare des weiblichen Geschlechts nie nach dem Weg fragen sollte, denn die kennen in der Regel nicht den Namen der Stadt, wo sie sich grad drin aufhalten.

Nach gefühlten drölf Stunden kamen wir völlig durchgefroren im Cocoon-Office an, welches tatsächlich nur etwa drei Gehminuten vom Busbahnhof entfernt liegt. Daselbst wurden wir herzlich empfangen, man erklärte uns in astreinem Amerikanisch anhand der Karte, was es alles zu sehen gibt und wo die Wohnung zu finden sei.

Nach der Schlüsselübergabe machten wir uns auf den Weg. Unterwegs deckten wir uns bei "Konsum" noch mit ein paar Lebensmitteln ein, nach 10 Minuten waren wir da und stiegen die 89 Treppenstufen hoch.


Gamla Stan

Gamla Stan


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Gamla Stan

Gamla Stan ist die Altstadt Stockholms und liegt auf einer Insel, idyllisch umschmeichelt von... einer Autobahn.

Bejammernswerte Beispiele besonders hemmungslosen Strassenbaus gibt es viele in der Welt, doch Stockholms Zentrum ist eines der bejammernswertesten. Weshalb man diese Mahnmale an die Autogläubigkeit der 60er-Jahre bisher nicht eingetunnelt hat, bleibt das Geheimnis der Schweden. Man könnte ja Ingvar Kamprad fragen, ob er mal was Sinnvolles mit seinen Milliarden anstellen will, so wie es Maersk-Gründer A.P. Møller in Kopenhagen mit der neuen Oper getan hat.

Wie dem auch sei. Gamla Stan ist abseits der Autobahn recht hübsch, es gibt einige enge Gassen mit windschiefen, bunten Häusern, eine deutsche Kirche (Tyska kyrkan), ein grosses, wenn auch komplett unspektakuläres Schloss und jede Menge Souvenirläden mit Vikingermützen, Trollpuppen und Winkelementen zum Winken, wenn grad mal zufällig die schwedische Beatrix vorbei huscht. Oder wie auch immer die heissen mag.

Natürlich mussten wir uns wiederum die Wachablösung am Königspalast ansehen, wie zuvor schon in Windsor und Kopenhagen. Mein Gatte verlieh allerdings danach seiner Hoffnung Ausdruck, dass dies nun doch bitte die letzte Wachablösung gewesen sein möge, der wir beizuwohnen gedächten.

Garantieren kann ich das aber nicht, denn Gerüchten zufolge gibt's in Oslo auch ein Königshaus, wo die Wachen gelegentlich abgelöst werden wollen. Und da waren wir noch nicht.


Stadshuset

Stadshuset


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Kungsholmen

Kungsholmen, die Königsinsel, ist primär ein Wohn- und Verwaltungsviertel, und auch wir haben hier für die Dauer unseres Aufenthaltes gewohnt und verwaltet.

Auf der Insel gibt es eine Sehenswürdigkeit: Das Stadshuset, das Rathaus Stockholms, was aufgrund seines markanten Eckturmes eines der prägnantesten Gebäude der Stadt ist. Durch einen eigenen Autobahnzubringer ist es verkehrstechnisch wiederum bestens ans staatliche Schnellstrassennetz angebunden.

Da die Schweden einen etwas wunderlichen Humor haben, nannten sie das Amthaus Rathaus (Rådhuset) und stellten es beim Rathaus (Stadshuset) um die Ecke. Letzteres hat man aber im Ausdruck eher zurück haltend gestaltet - wohl wegen der Unterscheidbarkeit, damit die Verwaltungsangestellten nicht laufend am falschen Ort zur Arbeit erscheinen.

Um diese dennoch ein wenig zu foppen, wurden im Umkreis von mehreren Kilometern Dutzende von U-Bahnhöfen allesamt Rådhuset benannt. Vermutlich lachen sich die Stadtplaner ob dieses Scherzes heute noch ins Fäustchen.

Gemäss Angaben in unserem Reiseführer sollen sämtliche Tunnelbahn-Stationen Stockholms von Künstlern individuell gestaltet worden sein. Wir nutzten sie aber nicht, da wir fürchteten, nie mehr den richtigen Rathaus-Aufgang zu finden.

Anhänger schwedischer Kriminallustspiele können sich auch die riesige Polizei-Hauptwache angucken. Diese sei bekannt aus Funk und Fernsehen, wie uns unsere bezaubernde Freundin glaubhaft darlegte.

Da wir direkt gegenüber ebendieser Polizeiwache logierten und es in Schweden, entgegen der landläufigen Meinung, kaum Gardinen gibt, noch nicht mal schwedische, hatten wir Gelegenheit, die Vorgänge da genau zu beobachten: Das Ergebnis unserer Observierung war aber ernüchternd, denn es wurden nur sehr wenige Verbrecher der Staatsgewalt zugeführt. Also eigentlich so gut wie gar keine. Offensichtlich verfügt der gemeine Schwede nur über sehr wenig kriminelle Energie.

Rund um den Scheelegatan gibt es aber eine grosse Auswahl ebenso eleganter wie hochpreisiger Restaurants und Bars, wo man den angestauten Frust über die Abwesenheit von Kriminalität stilvoll ertränken kann.


Drottninggatan

Drottninggatan


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Norrmalm

In Norrmalm gibt es eine stattliche Anzahl besonders misslungener Gebäude aus den 50er-Jahren zu bewundern. Viele davon stehen am Sergels Torg. Der Platz ist das ökonomische Zentrum Stockholms und braucht sich in Bezug auf seine beeindruckende Hässlichkeit etwa hinter dem Berliner Alex oder dem Noldi nicht zu verbergen.

Es gibt drei grosse Kaufhäuser rund um den Sergels Torg: Das Åhléns City, das NK (Nordiska Kompaniet) sowie die Shopping-Arkade Gallerian.

Einkaufen bis zum Umfallen kann man auch in der Fussgängerstrasse Drottninggatan, die sich praktisch von der Altstadt Gamla Stan bis hoch zum Observatorium bzw. fast bis zur Stadtbibliothek zieht. Ausgefallenes sucht man hier allerdings vergeblich.

Das spannendste Geschäft dürfte bezeichnenderweise der dänische Design-Tempel Illums Bollighus sein. Die Schweden ziehen allerdings die ramschigen Produkte eines einheimischen Billig-Möbelhauses vor, die man selbst zusammen klütern muss.

Gunnar Asplunds Stadtbibliothek soll das architektonische Highlight Norrmalms sein. Dafür hat die Zeit aber nicht mehr gereicht, da wir beim Überqueren der ganzen stark befahrenen Strassen immer so lange auf die Grünphasen warten mussten.

Gefallen hat uns, zumindest aus der Distanz, das neue Waterfront Conference Centre, welches zwischen Hauptbahnhof und eine mehrstöckige Autobahn hin gepfriemelt wurde. Zu Fuss kommt man da aber nicht hin.


Strandvägen

Strandvägen


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Östermalm

In Östermalm haben sich die wohlhabenderen Stockholmer niedergelassen. Dass der Stadtteil kein Armen-Ghetto ist, sieht man schon am Prachts-Boulevard Strandvägen, wo es sich prima zwischen herrschaftlichen Häusern und schmucken Hausbooten flanieren lässt. Herrlich!

Am Ende des Strandvägen ist man praktisch schon auf dem Land. Es dürfte mit ein Grund für die hohe Lebensqualität Stockholms sein, dass man von überallher innerhalb nützlicher Frist in einen Park oder eben sogar ganz aufs Land gelangen kann, wenn man den Verkehr nicht mehr aushält.

Ein weiteres Highlight befindet sich ebenfalls in diesem Stadtteil: Die Östermalms Saluhall (-> Tipp!).

Die Gegend rund um den Stureplan ist nicht nur eine feine Adresse, sondern in Stockholm offenbar auch das Symbol für Luxus und Glamour. Rund um den Platz soll es einige der exklusivsten Clubs und Lokale der Stadt geben. Interessierte uns zwar nicht, aber der Vollständigkeit halber möchte ich das hier erwähnt wissen.

Für viele Touristen dürfte aber sicherlich der Nybroplan von Interesse sein: An diesem Platz befindet sich nicht nur das Königliche Dramatische Theater, sondern man kann von hier aus auch Bootstouren unternehmen, und zwar Kursfahrten ebenso wie Sightseeing-Fahrten. Letztere sind, wie überall, relativ teuer.


Tivoli Gröna Lund

Tivoli Gröna Lund


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Halbinsel Djurgården

Auch Stockholm verfügt über einen antiken Vergnügungspark: Das Tivoli Gröna Lund. Dieses wurde 1883 eröffnet, also genau 40 Jahre nach jenem in Kopenhagen, und war, aus Gründen, die uns nicht näher bekannt sind, während der ganzen Dauer unseres Besuchs geschlossen. Womöglich ist er geöffnet, wenn die Temperaturen die 20°C-Marke erreichen, also an zwei bis drei Tagen im August. Man weiss es aber nicht.

Ebenfalls auf der Halbinsel befindet sich das Vasa-Museum (Vasamuseet). Es zeigt im Wesentlichen das vollständig erhaltene und 1628 auf seiner Jungfernfahrt gesunkene Kriegsschiff Vasa und dessen Geschichte. Aufgrund der exorbitant langen Warteschlange der Besichtigungswilligen liessen wir diese Attraktion jedoch aus. Genauso wie das Nordische Museum (Nordiska museet), welches gegenüber des Vasa-Museums steht.

Das Wetter war an dem Tag aber zu schön, um sich die Zeit irgendwo indoor totzuschlagen. Beide Museen scheinen sich besonderer Beliebtheit zu erfreuen, sowohl bei den Schweden als auch bei den Touristen. Ein ideales Schlecht-Wetter-Programm also.


Skeppsholmen

Skeppsholmen


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Skeppsholmen & Kastellholmen

Die beiden Inseln Skeppsholmen & Kastellholmen gehören zum Stadtteil Norrmalm. Kastellholmen wiederum gehört zu Skeppsholmen und ist letzterer vorgelagert. Beide sind durch Brücken mit der anderen beziehungsweise mit dem Festland verbunden. So macht man das in Schweden.

Die beiden Inseln sind wahrlich "en idyllisk plats", wie der Schwede vermutlich sagen würde. Beim Lustwandeln unter den vielen herbstlich bunten Bäumen kamen wir uns einerseits vor wie auf dem Land, hatten aber immer die hübsche Kulisse der Stadt und die ganzen Schiffe und Yachten vor Augen. Sehr nett!


Södermalm

Södermalm


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Södermalm

Da waren wir nicht.


Gamla Stan

Gamla Stan


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Fazit

Im direkten Vergleich mit Kopenhagen zieht Stockholm klar den Kürzeren. Mancherorts wähnt man sich gar eher im Ruhrpott als im "Venedig des Nordens".

Damit eine Stadt auf mich als Ganzes ansprechend wirkt, braucht sie nicht in erster Linie Hunderte von Sehenswürdigkeiten (in dem Bereich ist Kopenhagen allerdings auch führend), doch sie müsste fußgängerfreundlich gestaltet sein. Der motorisierte Individualverkehr gehört nicht in die Innenstädte, denn niemand möchte entlang einer Autobahn flanieren oder direkt an einer vielbefahrenen Kreuzung im Café sitzen.

Viele Bausünden der letzten 60 Jahre müssten in Stockholm vollständig abgerissen und mit Sachverstand durch mutige moderne Bauten ersetzt werden.

Dennoch gibt es in dieser Stadt einige anheimelnde Strassen und Plätze, und, was letztlich auch zählt, man fühlt sich überall willkommen, beim Busfahrer ebenso wie bei der Serviceangestellten. Die Menschen sind mehr als nur freundlich, sie sind überaus herzlich und hilfsbereit. Und sie sprechen alle diese wunderbare Sprache, die, das muss man neidlos eingestehen, dann doch weniger bescheuert klingt als unsere - oder auch die dänische.

Es gibt in jedem Fall trotzdem ausreichend gute Gründe, ein Wochenende in Stockholm zu verbringen. Länger muss dann allerdings schon nicht sein.


Übernachten

Cocoon

Bei der Suche nach einem einigermassen netten und bezahlbaren Hotel war ich zunächst fast verzweifelt - bis ich durch Zufall auf die Angebote von Cocoon aufmerksam wurde: Diese bietet Privatunterkünfte an zu einem vernünftigen Preis. Von "basic" bis hin zu super-luxuriös gibt's da alles.

Wir wählten das "Design Loft" zu 160 Euro die Nacht (für bis zu 4 Personen), was im Vergleich zu den Stockholmer Hotels beinahe schon absurd preiswert ist.

Das Apartment hatte nach unserem empfinden nicht viel mit Design, und schon gar nichts mit Loft zu tun, wohl aber mit einer liebevoll und individuell gestalteten gemütlichen Künstlerbude. Wir fühlten uns jedenfalls sofort wohl.

Die Lage direkt gegenüber Stockholms grösster Polizeiwache liess ein Gefühl grösstmöglicher Sicherheit aufkommen - nicht dass wir das gesucht hätten. Sicherere Länder als die in Europas Norden gibt es ohnehin nirgendwo auf der Welt.

Die 15 Minuten Gehzeit zur Altstadt liessen uns auch nicht verzweifeln. Busse fahren regelmässig, sind aber nicht ganz billig, deshalb haben wir grösstenteils darauf verzichtet.

Cocoon Design Loft
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Essen & Trinken

Slingerbulten

Wer authentisch und erschwinglich speisen möchte, kommt um das Slingerbulten nicht herum.

Essen: 8 Punkte
Ambiente: 9 Punkte
Bedienung: 10 Punkte

Hervorragend!

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Essen & Trinken

Ostermalms Saluhall

Am Östermalmstorg liegt seit 1888 die Markthalle Östermalms Saluhall, der „Esstempel“ der Stockholmer.

Hier gibt's Leckereien allererster Güteklasse! Die dänischen Smørrebrøds, die wir hier geniessen durften, waren von erlesener Qualität, und deshalb naturgemäss nicht ganz billig.

Östermalms Saluhall
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Essen & Trinken

Hotel Skeppsholmen

Stockholms einziges Design-Hotel befindet sich mitten in der Stadt, und trotzdem ländlich ruhig auf der Insel Skeppsholmen.

Wir haben zwar aus Preisgründen nicht da übernachtet, aber nachmittags zu Kaffee & Kanelbullar können wir den Laden empfehlen.

Hotel Skeppsholmen
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Essen & Trinken

Under Kastanjen

Unsere holde Freundin hatte sich bereits mehrfach darüber beschwert, dass wir nun schon seit Stunden in dieser Stadt seien und immer noch keiner Zimtschnecke ansichtig geworden wären.

Auch die zugegebenermassen etwas gesuchte Erklärung meines Gatten, dass Zimtschnecken halt erst geerntet und anschliessend einige Tage zum Trocknen auf die Fensterbank gelegt werden wollten, liess sie nun nicht mehr gelten. Es mussten also welche her, und zwar stante pede!

Wie gut, dass wir in der Altstadt alsbald vor diesem schmucken Café standen, welches Kanelbullar feil bot. In angenehmer Atmosphäre genossen wir also hier die ersten von vielen vielen Zimtschnecken, noch dazu mit richtigem italienischem Kaffee mit Herzchen drauf. Härrlisch!

Under Kastanjen
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Essen & Trinken

Bergamott

Da wir am Schluss unserer Reise erstaunlicherweise noch einige Kronen übrig hatten, beschlossen wir, diese in französischen Gourmet-Fraß zu investieren. Das Bergamott lag in angenehmer Gehdistanz zu unserer Bleibe und sah von aussen sehr gemütlich und einladend aus.

Wir wurden freundlich empfangen und bekamen den letzten freien Tisch. Der Wein, den wir aussuchten, kostetet um die 40 Euro, war im mittleren Preisbereich der Karte und schmeckte ordentlich, jedoch nicht überragend.

Meine beiden Begleiter entschieden sich für Fisch, welcher schließlich auch hübsch und übersichtlich dargereicht wurde und offenbar sehr gut schmeckte. Die Portionen-Größe kam uns entgegen, da wir nicht sehr hungrig waren.

Ich wählte leider das Entrecôte, welches klein, zäh und gummig war, sehr französisch halt. Fehlende Authentizität kann man dem Restaurant also nicht vorwerfen.

Der Lärm- stieg parallel zum Alkoholpegel unserer Tischnachbarn. Und die anfangs sehr aufmerksamen Service-Angestellten liessen sich auch kaum noch blicken.

Insgesamt also ein enttäuschender letzter Abend in Stockholm - zumindest für mich. Nach Verlassen des Restaurants hatte ich infolge des Geschreis vom Nachbartisch ein Pfeifen in den Ohren, wie früher nach dem Disco-Besuch.

Das Geld hätten wir wohl nachhaltiger in eines dieser wunderbaren Rentierfelle investiert, die es überall zu kaufen gibt.

Nachtrag irgendwann später: Rentierfelle lohnen nicht, denn die haaren ungemein.

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